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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Friedensforschung und Afghanistan</title>
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    <span class="xar-mod-title">Blog Rhein-Zeitung + Afghanistan + Interview</span>

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        <h1>
            Friedensforschung und Afghanistan         </h1>
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           <div class="xar-sub">
Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=3">Webmaster</a> am 18. Oktober 2010 15:28:10 +02:00 (171423 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Zu Beginn des Wintersemesters hielt Winfried Nachtwei zwei FestvortrÃ¤ge bei der feierlichen ErÃ¶ffnung von MasterstudiengÃ¤ngen zur Friedens- und Konfliktforschung: In Hamburg Ã¼ber &quot;Perspektiven von Frieden und Sicherheit - Erfahrungen eines Parlamentariers&quot;, in Augsburg Ã¼ber &quot;Aufgaben der Friedens- und Konfliktforschung angesichts der Herausforderung in Afghanistan&quot;. Als GrÃ¼ndungsmitglied des Stiftungsrates der Deutschen Stiftung Friedensforschung hatte Nachtwei im Jahr 2002 ein FÃ¶rderprogramm mitbeschlossen, mit dem an deutschen UniversitÃ¤ten MasterstudiengÃ¤nge zur Friedens- und Konfliktforschung etabliert wurden. Im Folgenden der Augsburger Vortrag:</p></div>
            <div>    <h2 style="text-align: left;">Die Aufgaben der Friedens- und Konfliktforschung angesichts der Herausforderungen in Afghanistan</h2>
<p style="text-align: left;">Vortrag von Winfried Nachtwei, MdB a.D., anlÃ¤sslich der feierlichen ErÃ¶ffnungsveranstaltung des Studiengangs â€žSozialwissenschaftliche Konfliktforschung&quot;</p>
<p style="text-align: left;">am 18. Oktober 2010 in der UniversitÃ¤t Augsburg<a name="_ftnref1" href="#_ftn1">[1]</a></p>
<p style="text-align: left;">Lieber Prof. Weller, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Studierende,</p>
<p style="text-align: left;">aus dem Mittleren Norden bin ich aus mehreren GrÃ¼nden gern hierher gekommen.</p>
<p style="text-align: left;">In der Friedensbewegung der 80er Jahre - Sie merken, hier spricht ein Ã„lterer - war nicht nur mir deutlich geworden, dass Proteste gegen neue AufrÃ¼stungsrunden notwendig, aber keineswegs ausreichend waren. Hinzukommen musste die Entwicklung von friedenspolitischen Alternativen: Wer den Frieden will, bereite auch den Frieden vor. Ihr Masterstudiengang ist ein Beitrag zu dieser Suche.</p>
<p style="text-align: left;">Vor einem Jahr hÃ¶rte ich nach 15 Jahren freiwillig mit dem Bundestag auf. Ich wollte die letzte Chance meiner Resozialisierung nutzen. Abschied genommen von der Friedens- und Sicherheitspolitik habe ich damit aber keineswegs. Die liegt mir zu sehr am Herzen. Und da ist es mir ein besonders BedÃ¼rfnis, die JÃ¼ngeren und Nachfolger zu unterstÃ¼tzen.</p>
<h3 style="text-align: left;"><strong>Chance Europa</strong></h3>
<p style="text-align: left;">Ein Teil von Ihnen besuchte vor einigen Monaten Berlin, fÃ¼hrten GesprÃ¤che in Berlin-Mitte. Ich durfte seit 1999 dort arbeiten. Bei zig GesprÃ¤chen mit Besuchergruppen, mit Jugendlichen, mit GÃ¤sten aus Osteuropa, mit Offizieren der ehemaligen Gegner war mir immer wieder eindringlich bewusst, was dieses Berlin-Mitte fÃ¼r ein Ort ist:</p>
<p style="text-align: left;">1918 die Ausrufung der Republik vom Balkon des Reichstages; 1933 der Fackelzug der Nazis am Brandenburger Tor am Abend der MachtÃ¼bergabe; 1939 der Befehl zum Angriff auf die europÃ¤ischen Nachbarn, danach das Reichssicherheitshauptamt als FÃ¼hrungszentrum fÃ¼r die systematische Ermordung der europÃ¤ischen Juden und anderer BevÃ¶lkerungsgruppen; 1945 die SchlusskÃ¤mpfe im Reichstag, denen einige Hundert deutsche und sowjetische junge Soldaten zum Opfer fielen; ab 1961 die Mauer, die Europa und Deutschland spaltete; schlieÃŸlich 1989 das phantastische Wunder der friedlichen Revolution, der fallenden Mauer.</p>
<p style="text-align: left;">Welches GlÃ¼ckslos haben wir Nachkriegsgenerationen gezogen, ohne jedes eigene Verdienst, dass wir in Mittel- und Westeuropa im Unterschied zu allen unseren VorgÃ¤ngergenerationen keinen Krieg mehr im eigenen Land erleben mussten.</p>
<p style="text-align: left;">Welche Chance ist das, aber auch welche Verantwortung, Verpflichtung fÃ¼r Frieden und Menschenrechte!</p>
<p style="text-align: left;">In Programmen und Reden Frieden und Menschenrechte hochhalten ist das eine...</p>
<p style="text-align: left;">In diesen Oktobertagen genau vor 14 Jahren, 1996, standen wir mit einer Spitzendelegation von GrÃ¼ner Bundestagsfraktion und Partei am Hang von Sarajevo.<a name="_ftnref2" href="#_ftn2">[2]</a> Hier kam in unseren KÃ¶pfen und Herzen an, was die Medien schon Ã¼ber Jahre berichtet, was ein Teil von uns und ich in seiner ganzen Konsequenz aber verdrÃ¤ngt hatten: mitten in Europa schossen von hier aus die Belagerer in die Stadt, auf Zivilisten, drei Jahre lang von 1992 bis 1995. UngefÃ¤hr 10.000 Menschen fielen der Belagerung zum Opfer. Der katholische Bischof von Banja Luka hielt uns vor: â€žIhr, Europa habt das zugelassen, habt versagt!&quot;</p>
<p style="text-align: left;">Deutlich wurde uns:</p>
<p style="text-align: left;">Es gibt eine Verpflichtung zum Schutz vor vÃ¶lkermÃ¶rderischer Gewalt, gegebenenfalls mit militÃ¤rischer Gewalt im Rahmen der Vereinten Nationen.</p>
<p style="text-align: left;">Vor allem aber die Verpflichtung frÃ¼hzeitig, rechtzeitig hinzusehen, politisch aktiv zu werden, viel wirksamer bei der Gewaltvorbeugung zu werden.</p>
<h3 style="text-align: left;"><strong>Herausforderung in Afghanistan: Friedensmission - gelandet im Krieg</strong></h3>
<p style="text-align: left;">Vor zehn Jahren hÃ¤tte niemand deutsche Soldaten in Afghanistan fÃ¼r mÃ¶glich gehalten. Vor neun Jahren wurde es beschlossen, Bundeswehrsoldaten nach Afghanistan zu entsenden.</p>
<p style="text-align: left;">Treibende Motive fÃ¼r den Afghanistaneinsatz waren in Berlin</p>
<p style="text-align: left;">-Â Â  zuerst und ausschlaggebend die UnterstÃ¼tzung der USA nach dem 11. September, BÃ¼ndnissolidaritÃ¤t;</p>
<p style="text-align: left;">-Â Â  damit verbunden das internationale Sicherheitsinteresse, die Terrorstrukturen in Afghanistan bleibend zu beseitigen;</p>
<p style="text-align: left;">-Â Â  aus der Einsicht, dass Terrorismus mit Krieg nicht besiegt werden kann, die Absicht, Afghanistan nach 23 Jahren Krieg, Invasion, BÃ¼rgerkrieg und humanitÃ¤rem Desaster Starthilfe zu leisten beim Aufbau.</p>
<p style="text-align: left;">Wider alle Worte von der â€žuneingeschrÃ¤nkten SolidaritÃ¤t&quot; begann der Afghanistaneinsatz sehr eingeschrÃ¤nkt: die - besonders umstrittene - Teilnahme an der Antiterroroperation <em>Enduring Freedom</em> beschrÃ¤nkte sich in Afghanistan auf bis zu 100 Soldaten des Kommando SpezialkrÃ¤fte (KSK), die relativ spÃ¤t zum Einsatz haben und dann nur noch zu AufklÃ¤rungsoperationen eingesetzt wurden. Die Masse des Afghanistaneinsatzes ging in die SicherheitsunterstÃ¼tzungstruppe ISAF, die mit ihrem beschrÃ¤nkten <em>Assistance</em>-Auftrag auf Kabul und Flughafen begrenzt war und nur 5.000 Soldaten, davon bis 1.200 Bundeswehr umfasste. Die Erwartung etlicher in Berlin war damals: es werde riskant, aber hoffentlich in sechs Monaten zu schaffen.</p>
<p style="text-align: left;">SpÃ¤testens ab 2006, mit der Ãœbernahme der deutschen FÃ¼hrungsverantwortung fÃ¼r den ganzen Norden - immerhin eine FlÃ¤che von der halben GrÃ¶ÃŸe der Bundesrepublik, mit schwieriger Geographie und noch schwierigeren politischen VerhÃ¤ltnissen - wurde der Afghanistaneinsatz zur grÃ¶ÃŸten Herausforderung fÃ¼r bundesdeutsche AuÃŸen- und Sicherheitspolitik, vor alle, wenn sie Friedenspolitik sein will. GrÃ¶ÃŸte Herausforderung wegen der Dimensionen und KomplexitÃ¤t, der Kosten und erstmalig - Opfer.</p>
<p style="text-align: left;">GrÃ¶ÃŸte Herausforderung, weil Bundeswehrsoldaten seit 2008/9 mit einem offenen Guerilla- und Terrorkrieg konfrontiert sind, mit mindestens 35 Gefechten allein in 2009, wo sie beschossen, angesprengt, verwundet, getÃ¶tet werden, wo sie verwunden, tÃ¶ten.</p>
<p style="text-align: left;">GrÃ¶ÃŸte Herausforderung, weil ein Scheitern des gesamten multinationalen Einsatzes mÃ¶glich ist mit desastrÃ¶sen Folgen fÃ¼r die Menschen in Afghanistan, fÃ¼r regionale Sicherheit - die wankende Atommacht Pakistan! -, fÃ¼r eine Politik multilateraler Friedenssicherung im Rahmen von UN, NATO und EU generell.</p>
<p style="text-align: left;">Das war nicht vorprogrammiert. In den ersten Jahren ging es in Teilen des Landes eindeutig aufwÃ¤rts. Teilerfolge gibt es bis heute. Zur RÃ¼ckkehr des Krieges, zur Eskalation von Gewalt und Krieg trugen verschiedene fundamentale Fehler bei:</p>
<p style="text-align: left;">-Â Â  eine naive UnterschÃ¤tzung der Herausforderung. DafÃ¼r steht beispielhaft, wie die Bundesrepublik ihre Lead-Rolle beim Polizeiaufbau wahrnahm. ZwÃ¶lf Beamte wurden entsandt, schlieÃŸlich vierzig. Sie leisteten persÃ¶nlich hervorragende Arbeit. Aber angesichts der gigantischen Herausforderung waren sie gnadenlos Ã¼berfordert. Der mangelnde RealitÃ¤tssinn zeigte sich auch in abstrakten, nicht Ã¼berprÃ¼fbaren Mandatszielen, Verzicht auf Wirksamkeitsevaluierungen, Strukturen von BeschÃ¶nigung, RealitÃ¤tsverleugnung und (Selbst)TÃ¤uschung.</p>
<p style="text-align: left;">-Â Â  Strategische Dissense zwischen HauptverbÃ¼ndeten: die Fixierung der USA unter Bush auf militÃ¤rische Terror- und TalibanbekÃ¤mpfung, die Gegnerfixierung, die Verlagerung der KrÃ¤fte in den Irakkrieg, die jahrelange Verachtung fÃ¼r <em>Statebuilding</em>. DemgegenÃ¼ber setzten UN, einige europÃ¤ische VerbÃ¼ndete, die Bundesrepublik mehr auf BevÃ¶lkerungsorientierung, auf Sicherheits- und AufbauunterstÃ¼tzung. Diese Dissense wurden lange Zeit politisch nicht austragen, geschweige geklÃ¤rt.</p>
<p style="text-align: left;">-Â Â  Die Fixierung der internationalen <em>Statebuilding</em>-UnterstÃ¼tzung auf Zentralstaatlichkeit in einem Land, das nie eine funktionierende Zentralstaatlichkeit gekannt hat.</p>
<p style="text-align: left;">-Â Â  Das MissverhÃ¤ltnis zwischen militÃ¤rischen und politisch-zivilen Anstrengungen, KapazitÃ¤ten und Ressourcen, die strukturelle MilitÃ¤rlastigkeit.</p>
<p style="text-align: left;">-Â Â  Das langjÃ¤hrige Ausklammern des Taliban-Hinterlandes Pakistan.</p>
<p style="text-align: left;">Insgesamt: viele vertane Chancen und enttÃ¤uschte Hoffnungen!</p>
<h3 style="text-align: left;"><strong>Aufgaben der Friedens- und Konfliktforschung</strong></h3>
<p style="text-align: left;">Da ich nichts hiervon bisher mit Friedens- und Konfliktforschern durchgesprochen habe, ist das Folgende als Anregung zu verstehen.</p>
<p style="text-align: left;">In diesem Jahr erlebte ich sehr wichtige und hilfreiche BeitrÃ¤ge der deutschen Friedens- und Konfliktforschung zum Afghanistankomplex.</p>
<p style="text-align: left;">Im MÃ¤rz in Bad Godesberg die Tagung â€ž<em>Wer sind die Taliban?</em>&quot; der Wissenschaftlichen Arbeitsgruppe Afghanistan und des Zentrums fÃ¼r Entwicklungsforschung (ZEF). Im April in Loccum die Tagung â€ž<em>Vorrang fÃ¼r zivil! Neue deutsche Strategie fÃ¼r Afghanistan?</em>&quot; Im Mai in Berlin die Tagung â€ž<em>Mit den Taliban verhandeln?</em>&quot; anlÃ¤sslich der Vorstellung des diesjÃ¤hrigen Friedensgutachtens. Seinen Afghanistanschwerpunkt bilden sechs BeitrÃ¤ge und die Empfehlungen der Herausgeber. Gemeinsam konstatieren die Herausgeber ein Scheitern des Einsatzes, gehen in ihren Empfehlungen aber auseinander. Sie schlagen vier Optionen vor: (a) Die neue Afghanistan-Strategie als letzte Chance; (b) Einstellung der Kampfoperationen; (c) Verhandlungen mit den Taliban; (d) legitime Staatlichkeit ins Zentrum rÃ¼cken.<a name="_ftnref3" href="#_ftn3">[3]</a></p>
<p style="text-align: left;">Trotz aller guter EinzelbeitrÃ¤ge und Studien ist der Beitrag der deutschen Friedens- und Konfliktforschung zum VerstÃ¤ndnis der Herausforderungen in Afghanistan begrenzt:</p>
<p style="text-align: left;">Die Zahl der Forscherinnen und Forscher ist sehr Ã¼berschaubar. Ein Teil beschrÃ¤nkt sich auf Ferndiagnose. Zu einem Forschungsschwerpunkt wurde Afghanistan erst in jÃ¼ngster Zeit. Begrenzt ist schlieÃŸlich ihre Reichweite, ihr Echo in Politik und Ã–ffentlichkeit.</p>
<p style="text-align: left;">Erschwert wird die Arbeit der Friedens- und Konfliktforschung durch die mangelnde Transparenz deutscher Afghanistanpolitik - im Unterschied z.B. zu den USA - und die verschÃ¤rfte Sicherheitslage in Afghanistan, wo Feldforschung immer weniger mÃ¶glich ist. Der Vorschlag, den Afghanistaneinsatz durch ein unabhÃ¤ngiges Gremium von Wissenschaftlern zu beobachten und zu bewerten, traf in Berlin vor einigen Jahren auf taube Ohren.</p>
<p style="text-align: left;">Umso mehr gilt: Verantwortliche deutsche Afghanistanpolitik braucht BeitrÃ¤ge und WidersprÃ¼che der Friedens- und Konfliktforschung. Heute mehr denn je!</p>
<p style="text-align: left;">Die SchlÃ¼sselfragen der Friedens- und Konfliktforschung</p>
<p style="text-align: left;">-Â Â  wie Kriege wirksam beenden?</p>
<p style="text-align: left;">-Â Â  wie Gewalt wirksam verhÃ¼ten und eindÃ¤mmen?</p>
<p style="text-align: left;">-Â Â  wie Frieden wirksam fÃ¶rdern?</p>
<p style="text-align: left;">stellen sich heute in Afghanistan - und Pakistan - mit besonderer Dringlichkeit. In den ersten neun Monaten 2010 nahm die Zahl der Zivil-Toten im Kontext des bewaffneten Konflikts in Afghanistan weiter zu, von 1.601 im Vorjahrszeitraum auf 1.862. Im 3. Quartal 2010 stiegen die SicherheitsvorfÃ¤lle, das sind Feuerwechsel und Gefechte, SprengstoffanschlÃ¤ge, indirektes Feuer, um 59% gegenÃ¼ber dm Vorjahrszeitraum. In den Nordprovinzen Baghlan, dem Hot Spot sÃ¼dlich Kunduz, um 140% auf 163, in Balkh um die Boomtown Mazar-e Sharif um 111% auf 116, in Kunduz um 39% auf 294; in der Opiumprovinz Helmand um 193% auf 1.179.<a name="_ftnref4" href="#_ftn4">[4]</a></p>
<p style="text-align: left;">BeitrÃ¤ge der Friedens- und Konfliktforschung sind umso wichtiger, weil auf politischen FÃ¼hrungsebenen die Haltung von BeschÃ¶nigung und RealitÃ¤tsabwehr immer noch nicht Ã¼berwunden ist und innenpolitische ErwÃ¤gungen weiter die Afghanistanpolitik dominieren, weil die Ã¶ffentliche Wahrnehmung des Afghanistaneinsatzes schwankt zwischen Ã¼berwiegender Ablehnung, kurzzeitiger Aufmerksamkeit, wenn was passiert, und ansonsten viel Desinteresse. Wo Politik und Medien Ã¼berwiegend um Fragen von AusrÃ¼stung und Einsatzregeln kreisen, ist es Aufgabe und Chance der Friedens- und Konfliktforschung, den Fokus auf die vernachlÃ¤ssigten Kernfragen der KonfliktlÃ¶sung, der Wiederherstellung von Sicherheit und der FÃ¶rderung von menschlicher Sicherheit zu richten.</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Wichtige Fragestellungen und Forschungsfelder</strong> wÃ¤ren aus meiner Sicht - und ohne RÃ¼cksicht auf eventuelle Grenzen sozialwissenschaftlicher Konfliktforschung:</p>
<p style="text-align: left;">(a)Â Â Â  Zuerst eine aktuelle Lageerfassung zu Sicherheit, zu Aufbau, eine Art laufendes Konflikt- und Aufbau-Barometer, ein deutscher â€ž<em>Afghanistan Conflict Monitor</em>&quot;<a name="_ftnref5" href="#_ftn5">[5]</a>, um genaues Hinsehen bei einem Land zu ermÃ¶glichen, das durch grÃ¶ÃŸte Unterschiede gekennzeichnet ist und wo Welten liegen kÃ¶nnen zwischen einzelnen Distrikten. (Von den 123 Distrikten der Nordregion galten Anfang 2010 acht als Guerillakriegsgebiet.) Wenn es heiÃŸt, ich sei der einzige bundesweit, der eine laufende Sicherheitslage produziert, dann ist das ein unmÃ¶glicher Zustand.<a name="_ftnref6" href="#_ftn6">[6]</a></p>
<p style="text-align: left;">(b)Â Â  Zur SchlÃ¼sselfrage Krieg beenden - Frieden fÃ¶rdern: Wer und was sind hierbei wichtige Akteure, Strukturen, Prozesse, Anhaltspunkte - auf verschiedenen Ebenen und in verschiedenen Regionen? Wo das Hauptaugenmerk auf Risiko- und Bedrohungsanalysen liegt, sind endlich auch CHANCENANALYSEN Ã¼berfÃ¤llig. Wer Frieden fÃ¶rdern will, muss Chancen identifizieren und anpacken. Ansonsten kann man es von vorneherein sein lassen.</p>
<p style="text-align: left;">(c)Â Â Â  Was tragen internationale Akteure, staatliche und nichtstaatliche, zu KonfliktlÃ¶sung und Friedenskonsolidierung bei? Was kÃ¶nnen sie Ã¼berhaupt leisten, was nicht, wo schaden sie? <em>(do no harm</em>) Was behindert eine kohÃ¤rente Politik, welche Formen von politisch-zivil-militÃ¤rischer Zusammenarbeit sind nÃ¶tig, mÃ¶glich, kontraproduktiv? Wider den Vorrang von nationalen, Ressort- und Organisationsinteressen kann Friedens- und Konfliktforschung die selbstreflexiven FÃ¤higkeiten von Akteuren stÃ¤rken.</p>
<p style="text-align: left;">(d)Â Â  Welche Art von Governance-FÃ¶rderung und Sicherheitssektorreform ist sinnvoll und aussichtsreich, wo wird <em>Statebuilding</em> zur Illusion? Was kann lokales <em>Peacebuilding</em> mit Hilfe von FriedensfachkrÃ¤ften leisten?</p>
<p style="text-align: left;">(e)Â Â Â  Wie umgehen mit einer Aufstandsbewegung, die heterogen ist und in verschiedenen Regionen sehr unterschiedlichen RÃ¼ckhalt hat, die in einer enormen Spannweite agiert: mit regelrechten Massakertaktiken auch gegenÃ¼ber der ZivilbevÃ¶lkerung bis zur Profilierung als nichtkorrupter Ordnungsfaktor?</p>
<p style="text-align: left;">(f)Â Â Â  Welche Schlussfolgerungen ergeben sich aus dem bisherigen Afghanistaneinsatz fÃ¼r kÃ¼nftige KrisenbewÃ¤ltigung und effektiven Multilateralismus? Abschied von StabilisierungseinsÃ¤tzen und <em>Responsibility to Protect</em>?</p>
<p style="text-align: left;">(g)Â Â  Fragen zu den Strukturen, AblÃ¤ufen und Folgen deutscher Afghanistanpolitik:</p>
<p style="text-align: left;">-Â Â  Â Wie ist die RealitÃ¤t des Anspruchs von vernetzter Sicherheit/<em>Comprehensive Approach</em> in der Politik der Bundesregierung in Berlin und den verschiedenen Ebenen in Afghanistan, in den PRT`s? Wie wirkte sich die fortdauernde Dominanz des Ressortprinzips und -denkens in der deutschen Afghanistanpolitik auf ihre KohÃ¤renz und Wirksamkeit aus? (realer <em>Incomprehensive Approach</em>)</p>
<p style="text-align: left;">-Â Â  Was sind die GrÃ¼nde fÃ¼r den Strategiemangel deutscher AuÃŸen-, Sicherheits- und Afghanistanpolitik und wo mÃ¼sste eine StÃ¤rkung von StrategiefÃ¤higkeit ansetzen?</p>
<p style="text-align: left;">-Â Â  Wieweit trug das Parlament als Auftraggeber und Kontrolleur des Afghanistaneinsatzes zur Wirksamkeit oder auch zu Fehlentwicklungen des Einsatzes bei? Warum gelang es dem Parlament nicht, die Mehrheit der BevÃ¶lkerung vom Sinn eines Einsatzes zu Ã¼berzeugen, den es selbst inzwischen zehn Mal mit Ã¼bergroÃŸer Mehrheit beschlossen hatte? Wie konnte es geschehen, dass inzwischen sogar eine zunehmende Zahl auch an Offizieren am Sinn des Einsatzes zweifelt, dass sie als StaatsbÃ¼rger in Uniform nicht mehr aus Ãœberzeugung gehorchen kÃ¶nnen?</p>
<p style="text-align: left;">-Â Â  Was machen die Gewalt- und die Kriegserfahrungen mit den inzwischen weit Ã¼ber tausend jungen MÃ¤nnern der Infanteriekompanien in Nordafghanistan, mit ihren AngehÃ¶rigen und Bekannten, mit denen sie kaum darÃ¼ber reden kÃ¶nnen? Die alltÃ¤gliche und allnÃ¤chtliche HÃ¶chstspannung, das Rundum-Misstrauen auÃŸerhalb des Feldlagers, wo ein Bauer ein SelbstmordattentÃ¤ter sein kann, das Verbluten eines Kameraden, das TÃ¶ten, Zerfetzen von Gegnern? Was machen die kÃ¶rperlichen und seelischen Verwundungen mit ihnen, mit ihren Familien? Wie wirkt sich das auf das Binnenleben der StreitkrÃ¤fte, auf die Innere FÃ¼hrung, auf das VerhÃ¤ltnis von Bundeswehr und Gesellschaft aus?</p>
<p style="text-align: left;">-Â Â  Wie gehen BevÃ¶lkerung, Nachbarn, Ã–ffentlichkeit mit der Tatsache von Krieg im Frieden um? Was wÃ¤re nÃ¶tig und mÃ¶glich, um die viel beschworene, aber kaum stattfindende breitere friedens- und sicherheitspolitische Debatte und VerstÃ¤ndigung in Politik und Gesellschaft zustande zu bringen?</p>
<p style="text-align: left;">Abertausende Frauen und MÃ¤nner mit Afghanistanerfahrung haben wir inzwischen unter uns: Zig Tausende Soldaten, viele Hunderte Entwicklungshelfer, Polizisten, Dutzende Diplomaten. Die allermeisten lÃ¤sst das Land und seine Menschen nicht mehr los, zum Teil belastend, oft als Herzenssache. Diese Menschen haben Erfahrungen, Kompetenzen. Diese anzusprechen, produktiv zu nutzen, wÃ¤re fÃ¼r die Friedens- und Konfliktforschung eine groÃŸe Chance.</p>
<p style="text-align: left;"><em>(Und wÃ¤re es nicht eine ganz besondere Herausforderung und Aufgabe, wenn dabei Gleichaltrige ins GesprÃ¤ch kÃ¤men? Die sehr verschieden, vielleicht gegensÃ¤tzlich sind von ihrem Ausbildungshintergrund, von ihrer Sprache, von ihrer politischen Orientierung und Lebenswelt her. Die aber an einem Thema, der Friedens- und Sicherheitspolitik, der Konfliktbearbeitung gemeinsam dran sind, wenn auch von entgegen gesetzten Seiten: Studierende des Masterstudiengangs einerseits, GebirgsjÃ¤ger aus Bad Reichenhall, bis vor kurzem als Quick Reaction Force in Baghlan im Einsatz, andererseits. Angesichts der Ernsthaftigkeit, die ich bei diesen Soldaten erfahren habe, kÃ¶nnte da was mÃ¶glich sein. Es kÃ¶nnte ein Ã¤uÃŸerst spannendes Projekt sein und etwas der Gefahr entgegenwirken, dass sich die jungen Veteranen mit ihren Extremerfahrungen einkapseln. Wo die Soldaten vom Parlament in den Einsatz geschickt wurden und alle Welt GesprÃ¤che mit den Taliban fordert, kÃ¶nnte ein solches Unterfangen wohl kaum als â€žfriedenspolitisch inkorrekt&quot; abgetan werden.)<a name="_ftnref7" href="#_ftn7"><strong>[7]</strong></a></em></p>
<p style="text-align: left;">Wer jetzt meint, Politik wÃ¼rde mit offenen Armen und Ohren auf die BeitrÃ¤ge und WidersprÃ¼che der Friedens- und Konfliktforschung warten, soll sich keine Illusionen machen. In der Politik gibt es noch zuviel SchwerhÃ¶rigkeit, ernÃ¼chternd viel langsames Lernen. (Wer 2001 auf einen Sechsmonats-Einsatz hoffte, hatte schlichtweg die keineswegs neuen Erfahrungen von UN-EinsÃ¤tzen nicht zur Kenntnis genommen. Unsere seit 2006 erhobene Forderung nach einer Wirksamkeitsevaluierung des Afghanistaneinsatzes wurde von der Bundesregierung bis vor kurzem ignoriert.)</p>
<p style="text-align: left;">Aber, Vorsicht vor Pauschalisierungen, es gibt auch gute ZugÃ¤nge und ZusammenhÃ¤nge von Offenheit und schnellem Lernen. Ich habe sie kennen gelernt, nicht nur im Unterausschuss AbrÃ¼stung.</p>
<p style="text-align: left;">In Sachen Afghanistan sind jetzt aber die Chancen, durchzudringen und offene Ohren zu finden, so gut wie nie zuvor.<a name="_ftnref8" href="#_ftn8">[8]</a></p>
<p style="text-align: left;">Beispiele: Vor VerÃ¶ffentlichung des Friedensgutachtens wurden Friedensforscher aus dem Herausgeberkreis ins Kanzleramt gebeten. Eine Runde von AfghanistanzustÃ¤ndigen der verschiedenen Ressorts hatte offenbar die Erwartung, von den Friedensforschern jetzt d i e Antworten zu bekommen. Ein deutliches Zeichen fÃ¼r die verbreitete Ratlosigkeit.</p>
<p style="text-align: left;">Der Befehlshaber des EinsatzfÃ¼hrungskommandos, Generalleutnant Glatz, bezog sich in einem Vortrag zum Afghanistaneinsatz in der Bundesakademie fÃ¼r Sicherheitspolitik ausfÃ¼hrlich und insgesamt positiv auf die Optionen des Friedensgutachtens. LangjÃ¤hrige Leser des Friedensgutachtens konnten sich nicht erinnern, jemals ein solches Lob des Friedensgutachtens von einem General gehÃ¶rt zu haben.</p>
<h3 style="text-align: left;"><strong>Ein letzter Gedanke zur Friedens- und Sicherheitspolitik insgesamt</strong></h3>
<p style="text-align: left;">Wo wir hier in der Friedensstadt Augsburg sind, wo ich aus der einen Stadt des WestfÃ¤lischen Friedens MÃ¼nster komme und den Schlips der anderen Stadt des WestfÃ¤lischen Friedens, von OsnabrÃ¼ck, trage, gestatten Sie mir einen letzten Gedanken zu Friedens- und Sicherheitspolitik generell.</p>
<p style="text-align: left;">Politik ist bekanntlich das Bohren dicker Bretter. Bei einem Besuch einer internationalen Organisation in Wien sagte uns mal ein Diplomat, multilaterale Politik sei das Bohren von Stapeln dicker Bretter mit dem Daumen. Wenn ich x-mal in Konfliktregionen war, auf dem Balkan, im Kongo, in Somalia, in Afghanistan, dann erfuhr man da alle GrÃ¼nde zum Verzweifeln, zum Abwenden von der Politik.</p>
<p style="text-align: left;">Wie da durchhalten, wie das Feuer am Brennen halten, Kurs halten? Drei Erfahrungen:</p>
<p style="text-align: left;">Erstens: Wir Nachkriegsgenerationen dÃ¼rfen nicht vergessen, mÃ¼ssen uns bewusst halten, was Krieg ist. Der Wahnsinn der Kriege der Vergangenheit. Das Grauen heutiger, oft â€žkleiner&quot; Kriege. 1981 erlebte ich in einem Krankenhaus im nordsomalischen Hargeisa mit, wie ein Junge gebracht wurde, vor einer Woche auf eine Mine geraten, das Bein zerfetzt, die Fleischfetzen hingen an den Knochen, der Gestank. Es ist mir wie gestern. Oder ein Krankenhaus in Bukavu in Ostkongo, dem Zufluchts- und Hilfsort fÃ¼r Frauen, die in den umliegenden Kriegsgebieten gezielt und massenhaft vergewaltigt werden. Die HÃ¶lle auf Erden. Oder in Mostar vor Jahren die von Dauerbeschuss zernarbten HauswÃ¤nde.</p>
<p style="text-align: left;">Zweitens: In allen diesen Kriegsgebieten arbeiten mutige, phantastische Menschen, Helfer, Entwicklungsexperten, in Mazar die Lehrenden und Studierenden im Teacher Training Center, Polizeiausbilder, besonnene Soldaten, FriedensfachkrÃ¤fte wie Cornelia Brinkmann in Badakhshan. Ich wage das Wort: Friedensmacher. FrÃ¼her dachte ich, solche Menschen gÃ¤be es so richtig nur in der Friedensbewegung. Nein, zum GlÃ¼ck sind solche Menschen heute in verschiedensten ZusammenhÃ¤ngen zu finden. Sie sind Mutmacher.</p>
<p style="text-align: left;">Drittens: Trotz aller UnÃ¼bersichtlichkeiten und verÃ¤nderten Fragestellungen - Orientierungsrahmen fÃ¼r internationale Politik, fÃ¼r Friedens- und Sicherheitspolitik muss weiterhin das System der Vereinten Nationen sein. Die UN waren und sind eine zentrale Lehre aus dem 2. Weltkrieg. In letzter Zeit gerieten sie in Deutschland zunehmend aus dem Blick. In Anspruch genommen in erster Linie zur Legitimation von AuslandseinsÃ¤tzen. Hoffentlich Ã¤ndert sich das mit der gerade angelaufenen erneuten Mitgliedschaft im UN-Sicherheitsrat.</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Liebe Studierende,</strong></p>
<p style="text-align: left;">Ihnen danke ich ausdrÃ¼cklich dafÃ¼r, dass Sie diesen Masterstudiengang â€žSozialwissenschaftliche Konfliktforschung&quot; gewÃ¤hlt haben. Frieden braucht Fachleute, hierzulande und weltweit!</p>
<p style="text-align: left;">Ich hoffe, dass auch viele Arbeitgeber das so sehen. Wenn ich mich aber in Berlin und anderswo umsehe, bin ich guten Mutes. Viele Absolventen von MasterstudiengÃ¤ngen zur Friedens- und Konfliktforschung habe ich inzwischen als tolle MitarbeiterInnen und KollegInnen kennen gelernt. Meine Nachfolgerin im Verteidigungsausschuss, die 24-jÃ¤hrige Agnieszka Malczak, ist eine solche.</p>
<p style="text-align: left;">Ihnen allen wÃ¼nsche ich ein ertragreiches Studium, immer wieder SpaÃŸ dabei - und am Ende auch eine beratungsoffene, eine im Sinne von Frieden und (menschlicher) Sicherheit engagierte und wirksame Politik.</p>
<p style="text-align: left;">Danke fÃ¼r Ihre Aufmerksamkeit.</p>
<p style="text-align: left;">Â </p>
<hr style="text-align: left;" size="1" />
<p style="text-align: left;"><a name="_ftn1" href="#_ftnref1">[1]</a> Bei Prof. Dr. Christoph Weller, Lehrstuhl Politikwissenschaften mit Schwerpunkt Friedens- und Konfliktforschung. Der Masterstudiengang ist einer von bundesweit acht auf dem Feld der Friedens- und KonfliktforschungverfÃ¼gt. Das Programm verfÃ¼gt Ã¼ber 40 StudienplÃ¤tze und startet in sein zweites Jahr. Zu den 17 Studierenden des ersten Jahrgangs kamen jetzt 23 neue Studierende von mehr als zehn anderen deutschen und auslÃ¤ndischen UniversitÃ¤ten. Beworben hatten sich insgesamt Ã¼ber 130 Studierernde. <a href="http://www.uni-augsburg.de/konfliktforschung">www.uni-augsburg.de/konfliktforschung</a>. Dem Lehrstuhl angesiedelt ist seit Juli die GeschÃ¤ftsstelle der Arbeitsgemeinschaft fÃ¼r Friedens- und Konfliktforschung (AKF) mit der GeschÃ¤fstfÃ¼hrerin Dipl.-Pol. Pia Popal. <a href="http://www.afk-web.de/">www.afk-web.de</a>. Die GeschÃ¤ftsstelle wird von der â€žFriedensstadt Augsburg&quot; und der Uni Augsburg finanziert.</p>
<p style="text-align: left;"><a name="_ftn2" href="#_ftnref2">[2]</a> Reisebericht von Wimfried Nachtwei: Konfrontation mit der Kriegswirklichkeit: Bosnien-Reise der VorstÃ¤nde von Bundestagsfraktion und Partei BÃ¼ndnis 90/Die GrÃ¼nen im Oktober 1996. Teilnehmer waren u.a. Joschka Fischer, Kerstin MÃ¼ller, JÃ¼rgen Trittin, Krista Sager, Marieluise Beck, Werner Schulz.</p>
<p style="text-align: left;"><a name="_ftn3" href="#_ftnref3">[3]</a> Friedensgutachten 2010, LIT-Verlag MÃ¼nster 2010. Fotini Christia/Michael Semple: Die Taliban: VersÃ¶hnung und Reintegration; Winfried Nachtwei: Der ISAF-Einsatz der Bundeswehr - Anmerkungen zu einer Ã¼berfÃ¤lligen Bilanzierung; Jochen Hippler: Die neue Afghanistan-Strategie der Regierung Obama; Naveed Ahmad Shinwari: Herrschaft in den pakistanischen Stammesgebieten; Janet Kursawe: Kriegsgewalt und DrogenÃ¶konomie; Arvid Bell: Acht Jahre nach der Invasion: Eine Zwischenbilanz.</p>
<p style="text-align: left;"><a name="_ftn4" href="#_ftnref4">[4]</a> The Afghanistan NGO Safety Office: ANSO QUARTERLY DATA REPORT Q.3 2010, <a href="http://www.afgnso.org/">www.afgnso.org</a></p>
<p style="text-align: left;"><a name="_ftn5" href="#_ftnref5">[5]</a> Vgl. Afghanistan Conflict Monitor des Human Security Project an der Simon Fraser University, Vancouver/Canada, <a href="http://www.afghanconflictmonitor.org/">www.afghanconflictmonitor.org</a></p>
<p style="text-align: left;"><a name="_ftn6" href="#_ftnref6">[6]</a> Materialien zur Sicherheitslage Afghanistans, fortlaufend aktualisiert seit 2007; parallel dazu â€žBetter News statt Bad News aus Afghanistan&quot;, letzte Folge VII, Mai 2010, <a href="../../../../../">www.nachtwei.de</a></p>
<p style="text-align: left;"><a name="_ftn7" href="#_ftnref7">[7]</a> NachtrÃ¤glicher Einschub: Der Vorschlag reifte bei mir in anschlieÃŸenden GesprÃ¤chen mit Studierenden und Mitarbeitern.</p>
<p style="text-align: left;"><a name="_ftn8" href="#_ftnref8">[8]</a> Ausgenommen plakative Forderungen, die die Dilemmata heutiger Afghanistanpolitik ausklammern und auf ein â€žnach uns die Sintflut&quot; hinauslaufen.</p>
<p style="text-align: left;">Â </p></div>
<p class="xar-quote">
Hin weis:&#160;
                <em>    <p>Der Festvortrag lÃ¤sst sich <a href="downloads/rede/20101018_festrede-augsburg_nachtwei.pdf">hier</a> als PDF-Datei herunterladen.</p></em></p>


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