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Hunderte durch Schlammlawine begraben -Hilfsaufruf für die Überlebenden in Badakhshan von Ex-MdB Nachtwei und Generalleutnant a.D. Rainer Glatz

Veröffentlicht von: Nachtwei am 7. Mai 2014 09:06:39 +01:00 (19216 Aufrufe)

Am Freitag, 2. Mai, begruben zwei Schlammlawinen viele hundert Menschen eines Dorfes in der entlegenen Nordost-Provinz Badakhshan unter sich. In Deutschland haben etliche tausend Männer und Frauen eine besondere Beziehung zu dieser Provinz und seinen Menschen - sie waren hier zwischen 2004 und 2012 als Soldaten, Entwicklungsexperten und Polizisten im Einsatz. Generalleutnant a.D. Rainer L. Glatz, langjähriger Befehlshaber des Einsatzführungskommandos und Afghanistan-Kenner, und ich richten uns mit unserem Hilfsaufruf vor allem an die vielen Afghanistan-RückkehrerInnen in Deutschland: JETZT nicht im Stich lassen!

Hunderte durch Schlammlawine begraben – Dringender Hilfsaufruf für die Überlebenden in Badakhshan in NO-Afghanistan von

Winfried Nachtwei, MdB a.D., und Rainer L. Glatz, Generalleutnant a.D.  (7. Mai 2014)

Am 2. Mai  gegen 13.30 Uhr begrub ein Erdrutsch Teile des Dorfes Ab-e-Barik im Argo Distrikt in der Provinz Badakhshan unter sich. Als Nachbarn zur Hilfe eilten, wurden diese von einer zweiten Schlammlawine  in den Tod gerissen.  300 Häuser wurden völlig zerstört. Die Schätzung der Todesopfer schwankt von 350 bis 2000. Zu den Opfern gehört eine Hochzeitsgesellschaft. (Ausführlicher Bericht von „Friederike Böge „Unter 50 Meter dickem Schlamm“ in der FAZ vom 5. Mai 2014) Insgesamt seien 1000 Familien betroffen, 700 seien obdachlos. Bereits am Folgetag stellten die Behörden die Rettungsversuche ein. Die Schlammdecke sei mehr als 50 Meter dick.

Zwei Tage danach war vor Ort erst wenig Hilfe eingetroffen und gab es kein Hilfsgesuch an die Internationale Gemeinschaft. Während in Kabul die eigene staatliche Katastrophenhilfe als völlig mangelhaft kritisiert wurde, ging  eine ungewöhnliche Welle der Solidarität durch das Land, wird für Spenden gesammelt.

Von Caritas International arbeitet inzwischen in Kooperation mit Caritas Tadschikistan ein Hilfsteam vor Ort. Die heutige Hannoversche Allgemeine Zeitung berichtet, dass  deutsche ISAF-Soldaten einem afghanische Militärkrankenhaus in Feyzabad, in dem Verletzte aus Ab-e-Barik behandelt werden, eine Tonne Sanitätsmaterial  („Emergency Health Kits“) übergeben hätten. Die Bundesregierung stellte gestern 1 Million Euro für Nothilfe und Katastrophenschutz zur Verfügung.

Wir erinnern uns lebhaft:  Von 2004 bis Oktober 2012 stand in der Provinzhauptstadt das deutsch geführte PRT Feyzabad. Die Provinz Badakhshan mit den westlich anschließenden Provinzen Takhar und Kunduz gehörte zum Kern-Verantwortungsbereich des deutschen AFG-Einsatzes. Abertausende Bundeswehrsoldaten, Hunderte Polizisten und Entwicklungsexperten arbeiteten hier für mehr Sicherheit, Frieden und Aufbau in einer der ärmsten Provinzen Afghanistans. Auch heute ist noch deutsche Entwicklungshilfe vor Ort.

Den Frauen und Männern, die in Badakhshan waren und meist von Land und Menschen fasziniert waren,  ist nicht egal, wie es den Menschen dort geht, was aus der Provinz wird. Jetzt, in den Tagen höchster Not und Verzweiflung, in denen die Menschen vor Ort buchstäblich vor dem Nichts stehen, sind Zeichen und Taten der Solidarität ganz besonders wichtig. auch aus Deutschland!

Deshalb  rufen wir Sie herzlich auf:

Unterstützen Sie die folgenden Spendensammlungen, verbreiteten Sie den Aufruf bitte auch unter Ihnen bekannten Afghanistan-Rückkehrern und Afghanistan-Freunden!

- Spendenkonto des „Afghanischen Frauenvereins“, Stichwort „Erdrutsch Badakhshan“ Nr. 0680 850 500 bei Commerzbank Koblenz (BLZ 570 800 70)  Pressemitteilung und Aufruf des Afghanischen Frauenvereins unter http://www.afghanischer-frauenverein.de (Der Afghanische Frauenverein e.V. wurde 1992 von in Deutschland lebenden Afghaninnen gegründet. Die Vorsitzende Nadia Nashir gehört seit langem zu dem Vorbereitungsteam der Villigster AFG-Tagung.)

- Spendenkonto 202 von Caritas International bei der Bank für  Sozialwirtschaft (BLZ 660 205 00), Stichwort „Afghanistan“.

Bilderstrecke „Trauer und Wut in den Bergen Afghanistans“ zu Ab-e-Barik  am 5. Mai unter http://www.faz.net/aktuell/nach-dem-erdrutsch-trauer-und-wut-in-den-bergen-afghanistans-12924893 -

 

Wir danken Ihnen herzlich für Ihre Unterstützung und Ihr Zeichen an die Menschen in Afghanistan!

Ihr Winfried Nachtwei und Rainer L. Glatz

Am 8. Mai nahm der stellvertretende Leiter des Arbeitsstabes Afghanistan-Pakistan im Auswärtigen Amt zum dem Hilfsaufruf Stellung:

„Die Bundesregierung begrüßt die Initiative, Spenden für die Menschen in der Region zu sammeln.“

„(…) Auch wir haben mit großer Betroffenheit die Nachrichten vom Erdrutsch in Badakhshan vernommen.

Unmittelbare Notversorgung an der Unglücksstelle konnte - gerade auch dank des effektiven Einsatzes nationaler und internationaler Nichtregierungsorganisationen – geleistet werden. Die Bundesregierung hat den afghanischen Stellen Hilfe angeboten. Wie Sie bereits schreiben, hat die Bundesregierung zudem 1 Mio. EUR an Unterstützung für die Betroffenen bei der Schaffung neuer Lebensgrundlagen zugesichert und Medikamente im Wert von ebenfalls etwa einer Million Euro zur Verfügung gestellt. Auch darüber hinaus bleiben wir in engem Kontakt mit den afghanischen Stellen und internationalen Partner der humanitären Hilfe.

Die Fähigkeit der afghanischen Regierung, Hilfsmaßnahmen zu koordinieren, ist sicher verbesserungsbedürftig. Auch in diesem Bereich leistet die Bundesregierung einen Beitrag, indem sie bereits seit Anfang des Jahres ein Projekt zur Verbesserung der Katastrophenvorsorge in Badakhshan finanziert.

Wie Sie wissen, unterstützt die Bundesregierung die Regierung und die Menschen in Nordafghanistan auch nach Schließung der ISAF - Standorte in Faisabad und Taloqan. Allein in den beiden Provinzen Badakhshan und Takhar sind 17 internationale und über 200 afghanische Experten des deutschen zivilen Wiederaufbaus tätig. Die Bundesregierung hat sich verpflichtet, bis einschließlich 2016 430 Mio. EUR jährlich für zivile Unterstützung zur Verfügung zu stellen. Dabei konzentriert sich das Engagement auch weiterhin vor allem auf die Provinzen in Nordafghanistan, darunter auch die von besonders betroffene Region im Nordosten des Landes.

Die Bilder vom Unglück vom 2. Mai in Badakhshan machen erneut in der Öffentlichkeit deutlich, wie anfällig die Region für Naturkatastrophen dieser Art und wie groß die Armut im Land ist. Die Bundesregierung begrüßt deshalb die Initiative, Spenden für die Menschen in der Region zu sammeln.“


Publikationsliste
Vortragsangebot zu Riga-Deportationen, Ghetto Riga + Dt. Riga-Komitee

Ende 1941/Anfang 1942 rollten Deportationszüge aus Deutschland und Österreich nach Riga.

1989 stieß ich auf die Spuren der verschleppten jüdischen Frauen, Männer und Kinder.

Mit meinem bebilderten Vortrag "Nachbarn von nebenan - verschollen in Riga" stehe ich gern für Erinnerungsveranstaltungen und Schulen zur Verfügung. (Anlage)

Vorstellung der "Toolbox Krisenmanagement"

Von der zivilen Krisenprävention bis zum Peacebuilding: Die 53-seitige Broschüre stellt kompakt und klar auf jeweils einer Themenseite Prinzipien, Akteure und Instrumente des Krisenmanagements vor. Bei einem Kolloquium im Bundestag in Berlin wurde die Schrift einem Fachpublikum vorgestellt. Erstellt von AutorInnen des Zentrums Internationale Friedenseinsätze ZIF und der Stiftung Wissenschaft und Politik SWP ist die "Toolbox" ein wichtiger Beitrag zur friedens- und sicherheitspolitischen Grundbildung auf einem Politikfeld, wo die Analphabetenrate in der Gesellschaft, aber auch in Medien und Politik sehr hoch ist. ... www.zif-berlin.de

zif
Auf dem Foto überreicht W. Nachtwei den AutorInnen seine 2008 erschienene Broschüre zur Zivilen Krisenprävention und Friedensförderung.

Mehr zur Rolle zivilgesellschaftlicher Akteure bei der zivilen Konfliktbearbeitung u.a.:

Tagebuch
    • Meine persönlichen Jahresrückblicke + Kurzmeldungen zur Friedens- und Sicherheitspolitik (Nr. 1-50 im Tagebuchformat)

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