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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: UNAMA-Jahresbericht 2017 zu Zivilopfern in Afghanistan: Erstmals RÃ¼ckgang allgemein, ABER Anstieg bei komplexen Angriffen, davon 70% in Kabul, und gegen religiÃ¶se StÃ¤tten; Schiiten im Daesh-Visier </title>
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    <span class="xar-mod-title">Asien + Afghanistan + Pressemitteilung</span>

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        <h1>
            UNAMA-Jahresbericht 2017 zu Zivilopfern in Afghanistan: Erstmals RÃ¼ckgang allgemein, ABER Anstieg bei komplexen Angriffen, davon 70% in Kabul, und gegen religiÃ¶se StÃ¤tten; Schiiten im Daesh-Visier          </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=7">Nachtwei</a> am 22. Februar 2018 12:45:57 +02:00 (89177 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Erstmals seit Jahren gingen 2017 die Zivilopfer im Kontext des bewaffneten Konflikts zur&uuml;ck, sind aber immer noch auf einem Rekordniveau. &Auml;u&szlig;erst bedrohlich ist zugleich der enorme Anstieg bei Suizid- und komplexen Angriffen, insbesondere in Kabul,&nbsp; und bei Angriffen auf religi&ouml;se St&auml;tten, F&uuml;hrer und Gl&auml;ubige. Daesh zielt auf Konfessionalisierung des Terrorkrieges. Hier die Zusammenfassung und Kommentierung des Berichts sowie erg&auml;nzende Informationen u.a. aus dem j&uuml;ngsten SIGAR-Report.&nbsp;</p></div>
            <div>    <p align="center"><span style="text-decoration: underline;">UNAMA-Jahresbericht 2017 zu Zivilopfern in Afghanistan</span></p>
<p align="center"><strong><span style="text-decoration: underline;">Erstmals seit Jahren R&uuml;ckgang der Zivilopfer,</span></strong></p>
<p align="center"><strong><span style="text-decoration: underline;">ABER: Opfer durch komplexe Attacken so viele wie nie, 70% davon in Kabul, Schiiten im Daesh-Visier</span></strong></p>
<p align="center">Winfried Nachtwei, MdB a.D. (18.2.2018)</p>
<p>Am 15. Februar 2018 ver&ouml;ffentlichte UNAMA ihren <strong>Jahresbericht 2017 &bdquo;Schutz von Zivilpersonen im bewaffneten Konflikt</strong>&ldquo;. Das Foto auf der Titelseite zeigt den besch&auml;digten Eingang zur Imam Zaman Shi&acute;a Moschee in Kabul, aus der ein Anschlagsopfer getragen wird. Am 25 Oktober 2017 hatte zuerst ein Selbstmordattent&auml;ter beim Freitagsgebet seine Sprengstoffweste gez&uuml;ndet, gefolgt von vier weiteren Attent&auml;tern mit automatischen Waffen und Handgranaten. 35 Zivilpersonen wurden dabei get&ouml;tet und 65 verletzt.</p>
<p><a href="https://unama.unmissions.org/sites/default/files/afghanistan_protection_of_civilians_annual_report_2017_final_150218.pdf">https://unama.unmissions.org/sites/default/files/afghanistan_protection_of_civilians_annual_report_2017_final_150218.pdf</a> )</p>
<p><em>(Vgl. auch die detaillierte Zusammenfassung und Kommentierung des UNAMA-Berichts am 15. Februar durch&nbsp; <strong>Thomas Ruttig</strong> auf seiner Seite &bdquo;Afghanistan Zhaghdablai&ldquo; </em></p>
<p><a href="https://thruttig.wordpress.com/2018/02/15/zivilopferzahl-in-2017-gesunken-und-was-heute-in-afghanistan-noch-so-passierte/"><em>https://thruttig.wordpress.com/2018/02/15/zivilopferzahl-in-2017-gesunken-und-was-heute-in-afghanistan-noch-so-passierte/</em></a><em> ; </em><em>Kate Clark, Co-Dir. AAN</em><em>, </em><a href="https://www.afghanistan-analysts.org/nine-per-cent-reduction-in-civilian-casualties-in-2017-better-news-but-still-bad/"><em>https://www.afghanistan-analysts.org/nine-per-cent-reduction-in-civilian-casualties-in-2017-better-news-but-still-bad/</em></a></p>
<p><em>meine Zusammenfassung +Kommentare der UNAMA-Berichte seit 2013 und weitere Beitr&auml;ge zur Sicherheitslage AFG seit August 2007 auf&nbsp; </em><a href="http://nachtwei.de/"><em>http://nachtwei.de</em></a><em> , </em><em>linke Spalte).</em></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">(A) UNAMA-Report 2017 - Zusammenfassung</span></strong></p>
<p><strong>(1) </strong>F&uuml;r 2017 meldet UNAMA im Kontext des bewaffneten Konfliktes <strong>10.453 Zivilopfer</strong>, 3.438 Tote und 7.015 Verletzte. Nachdem die Zahl der Zivilopfer seit 2013 jedes Jahr gestiegen war (allein 2014, dem ISAF-Abzugsjahr, um rd. 20%), gingen die Zivilopfer in 2017 erstmalig zur&uuml;ck, um 9% insgesamt (bei Toten um 2%, bei Verletzten um 11%).</p>
<p>(Die tats&auml;chliche Zahl der Zivilopfer ist h&ouml;her, da sie nicht in allen Landesteilen verl&auml;sslich mit jeweils drei verschiedenen und unabh&auml;ngi8gen Quellen erfasst werden k&ouml;nnen. Die H&ouml;he der Dunkelziffer ist unbekannt.)</p>
<p>Der <strong>R&uuml;ckgang</strong> der Zivilopfer insgesamt lag haupts&auml;chlich am R&uuml;ckgang der Zivilopfer bei Bodenk&auml;mpfen, dabei des Einsatzes von indirektem Feuer (v.a. M&ouml;rser).</p>
<p><strong>(2) Einen Anstieg der Zivilopfer um 17%</strong> gab es hingegen bei Suizid- und komplexen Angriffe (zwei und mehr Angreifer, zwei und mehr Waffentypen, darunter Suizidattent&auml;ter): 57 solcher Attacken verursachten 605 Tote und 1.690 Verletzte, die h&ouml;chste Zahl durch diese Taktik seit 2009. In 2017 gingen 22% aller Zivilopfer auf das Konto von Suizid- und komplexen Attacken. In <strong>Kabul</strong> kamen bei Suizid- und komplexen Attacken allein 440 Zivilpersonen um`s Leben, wurden 1.172 verletzt. Das waren 70% aller Zivilopfer durch diese Taktik (17% der Zivilopfer landesweit). Die Bev&ouml;lkerung der Hauptstadt ist damit so sehr im Visier von Terrorangriffen der Aufst&auml;ndischen wie nie zuvor.</p>
<p>Beunruhigend ist der Anstieg von <strong>Angriffen auf religi&ouml;se Orte</strong>, F&uuml;hrer und Gl&auml;ubige: eine Verdreifachung der Angriffe in 2017 auf 38, Verdoppelung der Ziviltoten auf 202 und Zunahme der Verletzten um 30%. 83% dieser Zivilopfer (161 Tote, 257 Verletzte) entstanden bei acht <strong>Angriffen auf schiitische St&auml;tten und Gl&auml;ubige</strong>. F&uuml;r sechs dieser Angriffe reklamierte der &bdquo;Islamic State Khorasan Province&ldquo; (ISKP, auch Daesh) ) die Verantwortung, vier ereigneten sich in Kabul und zwei in Herat. Weitere zwei Daesh-Angriffe richteten sich gegen Schiiten au&szlig;erhalb religi&ouml;ser St&auml;tten. Allein der Angriff auf eine politische Versammlung von Aktivisten, Studenten und Menschenrechtsverteidigern am 28. Dezember 2017 in einem schiitischen Kulturzentrum in &uuml;berwiegender Hazara-Nachbarschaft forderte 42 Tote und 77 Verletzte.</p>
<p><em>&ldquo;Afghan civilians have been killed going about their daily lives &ndash; travelling on a bus, praying in a mosque, simply walking past a building that was targeted. The people of Afghanistan, year after year, continue to live in insecurity and fear, while those responsible for ending lives and blighting lives escape punishment. Such attacks are prohibited under international humanitarian law and are likely, in most cases, to constitute war crimes. The perpetrators must be identified and held accountable.&rdquo; Zeid Ra&rsquo;ad Al Hussein, United Nations High Co</em></p>
<p><em>missioner for Human Rights, Geneva, February 2018.</em></p>
<p><strong>(3) Luftwaffeneins&auml;tze </strong>forderten 631 Zivilopfer, 295 Tote und 336 Verletzte, das entsprach 6% aller Zivilopfer. In 2017 nahmen die Zivilopfer durch Luftwaffeneins&auml;tze um 7% zu und erreichten damit den h&ouml;chsten Wert seit Beginn der systematischen UNAMA-Z&auml;hlung in 2009.</p>
<p>Seitdem forderte der bewaffnete Konflikt in Afghanistan insgesamt (mehr als) 28.291 zivile Todesopfer und 52.366 zivile Verletzte.</p>
<p><strong>(4) Besondere Merkmale des Jahres 2017 im Hinblick auf Zivilopfer</strong> sind:</p>
<ul>
<li>Der R&uuml;ckgang von Zivilopfern bei Bodenk&auml;mpfen durch Ma&szlig;nahmen vor allem der afghanischen Sicherheitskr&auml;fte (ANDSF), aber auch der Taliban.</li>
<li>Die Entgrenzung und Radikalisierung von Terrorangriffen (Suizid und komplex) gegen die Zivilbev&ouml;lkerung, insbesondere Schiiten/Hazara, angetrieben von Daesh, vor allem in der besonders gesicherten Hauptstadt und unter den Augen der Medien. Die politisch-psychologische Schreckensbotschaft: Menschen zerfetzende Blutb&auml;der k&ouml;nnen jederzeit an jedem Ort geschehen, nichts ist heilig, die Regierung/ANDSF k&ouml;nnen es trotz Hochsicherheitstrakt im Zentrum von Kabul nicht verhindern, k&ouml;nnen einen Mindeststandard an physischer Sicherheit nicht gew&auml;hrleisten &ndash; Ohnmacht!</li>
<li>Anstieg und H&ouml;chstwert der Zivilopfer durch Luftoperationen.</li>
</ul>
<p><strong>(5) In den ersten Wochen 2018 setzte sich die Terrorwelle in Kabul fort: </strong></p>
<p>04.01. Selbstmordanschlag bei einem Polizeieinsatz gegen den Handel mit Alkohol und Schmuggelwaren;&nbsp; mit 20 Toten und 30 Verletzten;</p>
<p>20.01. Angriff von sechs schwerbewaffneten Taliban auf das Intercontinental Hotel und 15-st&uuml;ndige Belagerung, 40 Tote, darunter die 66-j&auml;hrige Brigitte Weiler vom Verein Cabilla aus Baden-W&uuml;rttemberg ( <a href="http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.taliban-angriff-auf-luxushotel-helferin-aus-dem-suedwesten-stirbt-in-kabul.4e5cd298-33b1-4c04-a4bc-4ad9a3e99c49.html" target="_blank">http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.taliban-angriff-auf-luxushotel-helferin-aus-dem-suedwesten-stirbt-in-kabul.4e5cd298-33b1-4c04-a4bc-4ad9a3e99c49.html</a> ). Die Taliban &uuml;bernehmen die Verantwortung.</p>
<p>23.01. In Dschalalabad Angriff auf das B&uuml;ro von &bdquo;Save the Children&ldquo;, drei Tote, 50 MitarbeiterInnen &uuml;berleben in einem Schutzraum; Daesh &uuml;bernimmt die Verantwortung.</p>
<p>27.01. Im Kabuler Berufsverkehr wird ein mit Sprengstoff beladener Krankenwagen zur Explosion gebracht, 103 Tote, 235 Verletzte. Die Taliban &uuml;bernehmen die Verantwortung. (<a href="https://www.nytimes.com/2018/01/27/world/asia/afghanistan-kabul-attack.html">https://www.nytimes.com/2018/01/27/world/asia/afghanistan-kabul-attack.html</a> )</p>
<p>29.01. F&uuml;nf IS-K&auml;mpfer dringen nachts in eine Kaserne in N&auml;he der Milit&auml;rakademie ein und t&ouml;ten elf Soldaten.</p>
<p>Thomas Ruttig spricht hier zu Recht von einem regelrechten &bdquo;<strong>Terrorwettbewerb&ldquo;</strong> zwischen Taliban und &ouml;rtlichen Splittergruppen, die sich dem Daesh angeschlossen haben. (02.02.2018, <a href="https://thruttig.wordpress.com/2018/02/02/der-afghanische-terrorwettbewerb-taz-1-2-18/">https://thruttig.wordpress.com/2018/02/02/der-afghanische-terrorwettbewerb-taz-1-2-18/</a> &nbsp;)</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">(B) Einzelne Aspekte </span></strong></p>
<p><strong>(1) Opfergruppen</strong></p>
<p>Die Zahl der Zivilopfer unter <strong>Frauen</strong> stieg ggb. 2016 um knapp 1%, bei Toten um 5%. Im Kontext von Suizid- und komplexen Angriffen verdoppelte sich die Zahl der weiblichen Opfer.</p>
<p>Einzelne Frauen wurden unter den Vorw&uuml;rfen Unterst&uuml;tzung der Regierung, &bdquo;unmoralische Handlungen&ldquo; und Dienst als Polizistin angegriffen und get&ouml;tet. In der Provinz Faryab wurde eine 25-j&auml;hrige Frau erschossen, weil sie in einem Taxi ohne n&auml;heren m&auml;nnlichen Angeh&ouml;rigen gefahren war.</p>
<p>Die Zahl der weiblichen Opfer durch Luftoperationen stieg um 22%.</p>
<p>Unter <strong>Kindern</strong> gab es 861 Tote und 2.318 Verletzte, haupts&auml;chlich bei Bodenk&auml;mpfen und durch Druckplatten-IED`s, die unterschiedslos wie Antipersonenminen wirken. Insgesamt gab es bei Kindern ggb. dem Vorjahr ein R&uuml;ckgang der Opferzahl um 10%. 44% der Opfer unter Kindern gingen auf das Konto der Taliban, 29% auf das von Proregierungskr&auml;ften. Die Opfer unter Kindern bei Luftoperationen nahmen um 33% auf 114 Tote und 152 Verletzte zu.</p>
<p><strong>Religi&ouml;se St&auml;tten, F&uuml;hrer und Gl&auml;ubige</strong>: Die Angriffe regierungsfeindlicher Kr&auml;fte auf sie verdreifachten sich in 2017, die Zahl der Toten verdoppelte sich, die Gesamtzahl der Zivilopfer stieg um 32%. Dieser Trend begann 2016 und setzte sich 2017 fort. (vgl. UNAMA Special Report &bdquo;Attacken gegen religi&ouml;se St&auml;tten, religi&ouml;se F&uuml;hrer und Gl&auml;ubige&ldquo; vom 7. November 2017, <a href="http://unama.unmissions.org/protection-of-civilians-reports">http://unama.unmissions.org/protection-of-civilians-reports</a> ).</p>
<p>&nbsp;<strong>Gesundheitseinrichtungen</strong> und &ndash;personal wurden von 75 Sicherheitsvorf&auml;llen mit 65 Zivilopfern (31 Tote, 34 Verletzte) betroffen. In 2016 waren es 120 Vorf&auml;lle mit 10 Toten und 13 Verletzten. Die meisten Opfer forderte der Angriff auf das Mohammad Sardar Daud Khan Hospital in Kabul am 8. M&auml;rz (26 Tote und 22 Verletzte). Sieben Vorf&auml;lle gingen von Pro-Regierungskr&auml;ften aus, die sich Eingang zu den Einrichtungen verschaffen wollten, nach Taliban suchten.</p>
<p>Zeitweilig mussten 147 Gesundheitseinrichtungen nach Drohungen geschlossen werden (in 2016 20), z.B. 46 Kliniken in allen Distrikten von Uruzgan &uuml;ber zweieinhalb Monate.</p>
<p>Auf humanit&auml;re Minenr&auml;umer gab es zwei Angriffe mit drei Toten.</p>
<p><strong>Polio-Impfungen</strong>: Afghanistan ist eins von zwei L&auml;ndern weltweit, in denen es neue F&auml;lle der hochansteckenden Viruserkrankung gibt. Im Unterschied zu 2016 hat sich die Zug&auml;nglichkeit von Provinzen f&uuml;r die Impfkampagne verbessert: In der Provinz Kunduz waren 176.000 Kinder wieder erreichbar. Im Osten waren aber sch&auml;tzungsweise 23.000 Kinder &uuml;ber drei Jahre nicht erreichbar. Allerdings: In 2017 wurde niemand der 60.000 MitarbeiterInnen der Impfkampagne attackiert.</p>
<p><strong>Interne Vertriebene/Fl&uuml;chtlinge</strong> (IDP): In 2017 flohen 445.335 Menschen aus ihren H&auml;usern. In den Regionen Nord und Nordost wurden in 2017 139.900 IDP`s registriert, in Ost 140.205, in West 69.999. ( OCHA Weekly Field Report 25.-31.12.2017, <a href="https://www.humanitarianresponse.info/system/files/documents/files/20171231_afghanistan_weekly_field_report_25_-_31_december_2017_en_0.pdf">https://www.humanitarianresponse.info/system/files/documents/files/20171231_afghanistan_weekly_field_report_25_-_31_december_2017_en_0.pdf</a> )</p>
<p>2016 war die Zahl der IDP`s landesweit um 66% auf 635.000 gestiegen. Die meisten IDP`s gab es im Nordosten mit 203.320. Amnesty International nennt in seinem Welt-Jahresbericht 2017/2018 2 Mio. IDP`s insgesamt in Afghanistan 2017, rund 2,6 Mio. Fl&uuml;chtlinge im Ausland.</p>
<p><strong>(2) Verantwortliche</strong></p>
<p>F&uuml;r 65% aller Zivilopfer (2.303 Tote, 5.665 Verletzte) macht UNAMA regierungsfeindliche Kr&auml;fte verantwortlich (42% <strong>Taliban</strong>, 10% <strong>Daesh</strong>, 13% unbestimmt und andere regierungsfeindliche Kr&auml;fte), ggb. 2016 ein R&uuml;ckgang um 3%. W&auml;hrend die Daesh zugeschriebenen Zivilopfer um 11% zunahmen, gingen die den Taliban zur&uuml;ckgeschriebenen um 12% zur&uuml;ck. Das lag haupts&auml;chlich an einem R&uuml;ckgang der Taliban-Zivilopfer durch ferngesteuerte IED`s um 40% und durch Suizid- und komplexe Attacken um 22%.</p>
<p>83% der Zivilopfer von Daesh entfiele auf Suizid- und komplexe Angriffe.</p>
<p>Acht Angriffe von Daesh auf schiitische St&auml;tten forderten 418 Zivilopfer (161 Tote, 257 Verletzte). Beim Angriff&nbsp; auf ein schiitisches Kulturzentrum in Kabul am 28. Dezember beanspruchte die Daesh-Nachrichtenagentur &bdquo;Amaq&ldquo; die T&ouml;tung von &uuml;ber 220 schiitischen Personen.</p>
<p>Selbsternannte Daesh-K&auml;mpfer (ohne formelle Beziehung zu Daesh) agierten in den Provinzen Ghor, Jawzjan und Sar-i Pul. Bei gezielten T&ouml;tungen starben neun Menschen.</p>
<p>&nbsp;<strong>Pro-Regierungskr&auml;fte</strong> sind laut UNAMA verantwortlich f&uuml;r 20% aller Zivilopfer (745 Tote, 1.363 Verletzte), davon 16% durch ANDSF, 2% durch Internationales (=US-)Milit&auml;r, 1% durch bewaffnete Gruppen, insgesamt ein R&uuml;ckgang gegen&uuml;ber dem Vorjahr um 23%. Zu 53% aller Zivilopfer der Pro-Regierungskr&auml;fte kam es bei Bodenk&auml;mpfen, wo die Zivilopfer aber um 37% zur&uuml;ckgingen. 30% der Zivilopfer der Pro-Regierungskr&auml;fte entfiel auf Luftwaffeneins&auml;tze, mit einem Anstieg um 7%.</p>
<p>Bei 68 Eins&auml;tzen der Afghanischen Luftwaffe (sie verf&uuml;gt inzwischen &uuml;ber 56 Luftfahrzeuge mit Eignung f&uuml;r Offensivoperationen) kam es zu 309, Zivilopfern (99 Tote, 210 Verletzte), ein Anstieg um 24%.</p>
<p>Bei 50 Eins&auml;tzen der US-Luftwaffe kam es zu 246 Zivilopfern (154 Tote, 92 Verletzte). 2016 waren es 235 Zivilopfer bei 39 Operationen.</p>
<p>Allein auf die Distrikte Chahar Darreh/Kunduz, Deh Bola/Nangarhar und Sangin/Helmand entfielen mehr als 50% der Zivilopfer durch Luftoperationen.</p>
<p><strong>(3) Kontexte und Taktiken</strong></p>
<p>Zu 22% aller Zivilopfer kam es bei Suizid- und komplexen Angriffen, 18% durch ferngesteuerte IED`s. Nach Kabul geschahen Suizid- und komplexe Angriffe, zu denen sich die Taliban bekannten,&nbsp; vor allem in Paktya und Helmand: einmal in Gardez und dreimal in Lashkar Gah/Helmand gegen Filialen der New Kabul Bank zum Zeitpunkt der Soldauszahlung f&uuml;r Angeh&ouml;rige der Sicherheitskr&auml;fte.</p>
<p>UNAMA konstatiert, dass Angriffe gegen die Zivilbev&ouml;lkerung und der unterschiedslose Einsatz von Suizid-IED-Taktiken gegen das humanit&auml;re V&ouml;lkerrecht versto&szlig;en und als Kriegsverbrechen gewertet werden k&ouml;nnen.</p>
<p>Auf Bodenk&auml;mpfe entfielen 33% der Zivilopfer, gegen&uuml;ber dem H&ouml;chststand von 2016 ein R&uuml;ckgang um 19%., obwohl das Niveau der K&auml;mpfe fast gleich blieb. &nbsp;Als Gr&uuml;nde f&uuml;r den R&uuml;ckgang nennt UNAMA signifikante Ma&szlig;nahmen der ANDSF zum Schutz der Bev&ouml;lkerung (Vorschriften, Training, eingeschr&auml;nkter M&ouml;rsereinsatz), aber auch Flucht von Bev&ouml;lkerung aus andauernden Kampfgebieten, keine gro&szlig;en Angriffe auf Provinzzentren und weniger Angriffe auf Distriktzentren wie 2016, ver&auml;nderte Taktiken und Warnungen vor bevorstehenden Operationen von beiden Seiten.</p>
<p>Gezielte T&ouml;tungen f&uuml;hrten zu 11% der Zivilopfer.</p>
<p>Bei Luftoperationen kam es zu 6% aller Zivilopfer: 99 Tote und 210 Verletzte bei Eins&auml;tzen der jungen afghanischen Luftwaffe, 154 Tote und 92 Verletzte bei Eins&auml;tzen der US-Luftwaffe. Eine Zunahme um 7%.</p>
<p>Im Kontext gezielter T&ouml;tungen durch regierungsfeindliche Kr&auml;fte kam es zu 1.032 Zivilopfern, davon 650 Tote (+13%) und 382 Verletzte (-30%). F&uuml;r die gro&szlig;e Mehrheit der gezielten T&ouml;tungen macht UNAMA die Taliban verantwortlich.</p>
<p>255 Entf&uuml;hrungsf&auml;lle im Kontext des bewaffneten Konflikts betrafen 1.005 Zivilpersonen.</p>
<p><strong>(4) Provinzen</strong></p>
<p>&nbsp;In 22 der 34 Provinzen ging in 2017 die Zahl der Zivilopfer zur&uuml;ck, in 12 Provinzen nahm sie zu vor allem durch Suizid- und komplexe Angriffe in bewohnten Gebieten. In Kabul gingen 88% aller Zivilopfer auf das Konto von Suizid- und komplexen Angriffen.</p>
<p>Nach Kabul gab es die meisten Zivilopfer in Helmand, Nangarhar, Kandahar, Faryab, Uruzgan, Herat, Paktya, Kunduz, Laghman.</p>
<p>Erstmalig ver&ouml;ffentlicht UNAMA eine Tabelle zu den Zivilopfern, Trend, wichtigste verursachende Taktiken f&uuml;r jede Provinz:</p>
<p>1. Kabul: 1.831 Zivilopfer (479 Tote, 1.352 Verletzte) bei a) Suizid/Komplex, b) IED, c) gezielten T&ouml;tungen, Trend ggb. 2016 +4%</p>
<p>2. Helmand: 991 (386, 605) bei Bodenk&auml;mpfen, IED, Suizid/Komplex, +10%</p>
<p>3. Nangarhar: 862 (344, 518) bei Bodenk&auml;mpfen, IED, gezielten T&ouml;tungen, +1%</p>
<p>4. Kandahar: 716 (271, 445), bei IED, Bodenk&auml;mpfen, Landminen/Blindg&auml;ngern, -18%</p>
<p>5. Faryab: 639 (182, 457) bei Bodenk&auml;mpfen, IED, gezielten T&ouml;tungen, +7%</p>
<p>6. Uruzgan: 575 (87, 488) bei Bodenk&auml;mpfen, IED, Luftangriffen, -26%</p>
<p>7. Herat: 495 (238, 257) bei IED, Suizid/Komplex, gezielten T&ouml;tungen, +37%</p>
<p>8. Paktya: 491 (116, 375) bei Suizid/Komplex, gezielten T&ouml;tungen, Bodenk&auml;mpfen, +154%</p>
<p>9. Kunduz: 377 (93, 284) bei Bodenk&auml;mpfen, Luftangriffen, IED, -41%</p>
<p>&hellip;</p>
<p>15. Baghlan: 222 (66, 156) bei Bodenk&auml;mpfen, Blindg&auml;ngern/Landminen, gezielten T&ouml;tungen, -38%</p>
<p>&hellip;</p>
<p>20. Balkh: 129 (52, 77) bei IED, Bodenk&auml;mpfen, Blindg&auml;ngern/Landminen, -68%</p>
<p>21. Jawzjan: 118 (46, 72) bei Bodenk&auml;mpfen, gezielten T&ouml;tungen, IED, -47%</p>
<p>22. Sar-e Pul: 108 (67, 41) bei gezielten T&ouml;tungen, Bodenk&auml;mpfen, IED, +11%</p>
<p>&hellip;</p>
<p>25. Takhar: 98 (36, 62) bei Bodenk&auml;mpfen, Blindg&auml;ngern/Landminen, Luftangriffe, -8%</p>
<p>&hellip;</p>
<p>28. Badakhshan: 61 (21, 40) bei Bodenk&auml;mpfen, IED, gezielten T&ouml;tungen, -64%</p>
<p>&hellip;</p>
<p>33. Bamyan: 4 (0, 4) bei Drohungen, Blindg&auml;ngern/Landminen, Bodenk&auml;mpfen, -60%</p>
<p>34. Panjshir: 0, 0%</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">(C) Erg&auml;nzungen zur Sicherheitslage</span></strong></p>
<p><strong>(1) Thomas Ruttig/AAN, More-violent-more-widespread-trends-in-afghan-security-in-2017</strong>,28.01.2018, <a href="https://www.afghanistan-analysts.org/more-violent-more-widespread-trends-in-afghan-security-in-2017/">https://www.afghanistan-analysts.org/more-violent-more-widespread-trends-in-afghan-security-in-2017/</a></p>
<p><strong>(2) &bdquo;US officials estimate Taliban strength at a minimum of 60.000 fighters</strong>&ldquo;, so am 31.01.2018 der Titel eines Artikels von Bill Roggio im Long War Journal. 2014 lagen die Sch&auml;tzungen offizieller Quellen bei 20.000. ( <a href="https://www.longwarjournal.org/archives/2018/01/us-officials-estimate-taliban-strength-at-a-minimum-of-60000-fighters.php">https://www.longwarjournal.org/archives/2018/01/us-officials-estimate-taliban-strength-at-a-minimum-of-60000-fighters.php</a> )&nbsp; Zwei Tage sp&auml;ter berichtete LWJ &uuml;ber ein Video, das am 30.01.2018 auf der Talibanseite ver&ouml;ffentlicht worden war: 19:55 Minuten &bdquo;Werbung&ldquo; f&uuml;r das Abi Bahr Siddique Training Camp: <a href="https://www.longwarjournal.org/archives/2018/02/taliban-promotes-abu-bakr-siddique-training-camp.php">https://www.longwarjournal.org/archives/2018/02/taliban-promotes-abu-bakr-siddique-training-camp.php</a>&nbsp;</p>
<p><strong>(3) &bdquo;Plastikrosen in Zellophan: </strong>Sie nennen es &bdquo;strategisches Patt&ldquo;. Im 17. Jahr am Hindukusch will der Westen nur noch eines: die Macht der Taliban eind&auml;mmen. Bundeswehr und US-Streitkr&auml;fte operieren dabei in zwei Welten.&ldquo; SPIEGEL-Reportage vonMatthias Gebauer und Konstantin von Hammerstein, 10.02.2018, <a href="https://www.pocketstory.com/der-spiegel/plastikrosen-zellophan">https://www.pocketstory.com/der-spiegel/plastikrosen-zellophan</a> .</p>
<p><strong>(4) Taliban als Ordnungsfaktor und Sicherheitsalternative? </strong>Unter dem Titel&bdquo;Sch&ouml;ner wohnen mit den Taliban&ldquo; berichtete die WELT am SONNTAG am 21.01.2018&nbsp; von einer neuen Taliban-Strategie im Distrikt Chahar Darrah/Provinz Kundus: &bdquo;Im vergangen Fr&uuml;hjahr lie&szlig;en die Taliban neue Stra&szlig;en und Br&uuml;cken bauen und pflanzten mit den Bauern B&auml;ume. Sie beendeten die Stra&szlig;enkriminalit&auml;t und schlugen marodierende Arbaki-Milizen in die Flucht, die immer wieder die H&auml;user von Bauern &uuml;berfielen. (&hellip;) In den Distrikten herrschr Freude &uuml;ber die neue Stabilit&auml;t. &bdquo;Wir k&ouml;nnen nachts wieder die H&auml;user verlassen und brauchen keine Sorge zu haben, dass wir &uuml;berfallen werden&ldquo;, sagt der Farmer Dawood aus Isa Khel. (&hellip;)&ldquo; An der einst von den Deutschen errichteten Zainal Abidin School w&uuml;rden Jungen und M&auml;dchen unterrichtet. Die Taliban h&auml;tten nichts dagegen. &nbsp;( <a href="https://www.welt.de/politik/ausland/article172676772/Afghanistan-Schoener-wohnen-mit-den-Taliban.html">https://www.welt.de/politik/ausland/article172676772/Afghanistan-Schoener-wohnen-mit-den-Taliban.html</a> )</p>
<p><em>(Anm.: Die Glaubw&uuml;rdigkeit des Artikels kann ich nicht beurteilen. Wenn er in den Grundaussagen zutrifft, w&auml;re wichtig zu wissen, ob es sich hier um eine punktuelle</em> <em>Entwicklung handelt oder ob es eine Tendenz in verschiedenen Distrikten, vielleicht sogar landesweit ist.)</em></p>
<p><strong>(5) Talibanangriff auf Milit&auml;rst&uuml;tzpunkt in der Provinz </strong>Farah (West) in der Nacht auf den 24. Februar: mehr als 20 ANA-Soldaten get&ouml;tet.(<a href="https://www.longwarjournal.org/archives/2018/02/as-security-in-farah-worsens-taliban-stage-deadly-attack.php">https://www.longwarjournal.org/archives/2018/02/as-security-in-farah-worsens-taliban-stage-deadly-attack.php</a>&nbsp;</p>
<p><strong>Provinz Helmand</strong>: Lokale Vertreter der ANDSF sprechen von mehr als 2.000 Toten und Verwundeten unter den Taliban in 2017, 10.02.2018. (<a href="https://www.tolonews.com/afghanistan/2017-was-deadly-year-taliban-helmand">https://www.tolonews.com/afghanistan/2017-was-deadly-year-taliban-helmand</a>&nbsp;</p>
<p><strong>Provinz Helmand</strong>: Bewohner und zivilgesellschaftliche Aktivisten kritisieren, die Regierung habe dabei versagt, die Taliban aus der Provinz zu vertreiben. Die Distrikte Baghran und Disho seien seit 14 Jahren unter Kontrolle der Taliban, die Distrikte Nawzad, Mosa Qala und Khanshin &uuml;ber mehr als drei Jahre. Nur die Zentren von Sangin, Kajaki, Gamsesr, Washir und Marjah seien unter Regierungskontrolle. Auch in der Provinzhauptstadt sei die Pr&auml;senz der Taliban evident. ( <a href="https://www.tolonews.com/afghanistan/residents-ask-govt-clear-helmand-taliban">https://www.tolonews.com/afghanistan/residents-ask-govt-clear-helmand-taliban</a> )&nbsp;</p>
<p>https://www.tolonews.com/afghanistan/residents-ask-govt-clear-helmand-taliban</p>
<p><strong>Provinz Helmand: </strong>Laut Afghanistan Independent Human Rights Commission (AIHRC) forderte der bewaffnete Konflikt in der Provinz in 2017 mehr als 1.900 Zivilopfer, davon mehr als 200 Tote. (<a href="https://www.tolonews.com/afghanistan/1900-civilians-killed-and-wounded-helmand-one-year">https://www.tolonews.com/afghanistan/1900-civilians-killed-and-wounded-helmand-one-year</a></p>
<p><strong>(6) J&uuml;ngster SIGAR-Quartalsbericht</strong> <strong>vom 30.01.2018</strong> (Special Inspector General for Afghanistan Reconstruction) to the US-Congress, ( <a href="https://www.sigar.mil/pdf/quarterlyreports/2018-01-30qr.pdf#page=60">https://www.sigar.mil/pdf/quarterlyreports/2018-01-30qr.pdf#page=60</a> ) und andere Quellen:</p>
<p>(a) Der SIGAR-Report zitiert US-General Nicholson, Kommandeur von Resolute Support und USFOR-A, der im November mitgeteilt habe, er und Pr&auml;sident Ghani s&auml;hen die ANDSF an einem positiven Wendepunkt im Krieg gegen den Aufstand. ER schrieb die letzten Erfolge auf dem Gefechtsfeld der zunehmend offensiven Haltung der ANDSF und den ausgeweiteten Befugnissen des US-Milit&auml;rs unter Pr&auml;sident Trumps neuer S&uuml;dasien-Strategie zu. Erstmalig h&auml;tten die ANA und das neu gebildete ANA Special Operations Command (ANASOC) simultan Offensivoperationen in allen sechs Korps-Regionen durchgef&uuml;hrt. Zus&auml;tzlich f&uuml;hrten die erweiterten Befugnisse der US-Streitkr&auml;fte zu einem signifikanten Anstieg der US-Luftschl&auml;ge und Spezialoperationen. Im Oktober h&auml;tten sich die Bombenabw&uuml;rfe auf Taliban- und IS-K-Ziele ggb. Oktober 2016 verdreifacht. Von Juni bis November 2017 h&auml;tten US-Spezialkr&auml;fte 2.175 Bodenoperationen und 261 Luftschl&auml;ge im Rahmen der US-Antiterrror-Mission Sentinel und der Beratungsmission f&uuml;r ANASOC.</p>
<p>(<em>Lt. AFCENT Airpower Summary wurde in 2007 4.361 &bdquo;weapons released&ldquo;, in 2016 1.337, 2015 947, 2012 4.083; im Dezember 2017 455, Dez. 2016 65, 2012 202; im Januar 2018 321, Jan. 2017 54;&nbsp; </em><a href="http://www.afcent.af.mil/About/Airpower-Summaries/"><em>http://www.afcent.af.mil/About/Airpower-Summaries/</em></a><em>&nbsp; ) </em><em>Die Mehrzahl der Luftschl&auml;ge geschahen in Helmand und Nangarhar.</em></p>
<p><em>Am 6. Februar 2018 meldeten Resolute Support und Long War Journal Luftschl&auml;ge gegen Trainingseinrichtungen der Taliban in der NO-Provinz Badakhshan im Distrikt Warduj. Die Camps sollen auch von der angeblich Al-Qaida-assoziierten East Turkistan Islamiv Movement (ETIM) und anderen Terrorgruppen genutzt worden sein. Ein B-52-Langstreckenbomber warf 24 Pr&auml;zisionsbomben auf Kampfpositionen der Taliban.)</em></p>
<p>Um eine zentrale Einkommensquelle der Aufst&auml;ndischen zu reduzieren, starteten die US- und Afghanische Luftwaffe Luftangriffe auf die Opiumindustrie der Taliban mit ihren gesch&auml;tzt 400-500 Anlagen. Am 10. November seien allein 19 Drogenlabore zerst&ouml;rt worden.</p>
<p><em>(Vgl. den Kommentar der International Crisis Group &bdquo;U.S. Bombing of Afghan Drug Labs Won`t Crush the Taliban&ldquo; von Brohan Osman, 11.122.2017, </em><a href="https://www.crisisgroup.org/asia/south-asia/afghanistan/afghanistans-poppy-boom-isnt-all-talibans-fault"><em>https://www.crisisgroup.org/asia/south-asia/afghanistan/afghanistans-poppy-boom-isnt-all-talibans-fault</em></a><em>&nbsp; )</em></p>
<p>(b) Im Dezember 2017 billigte der Kongress den &bdquo;Fiscal Year 2018 National Defense Authorization Act&ldquo; (NDAA) &ndash; und damit 4,9 Mrd. US-$ (674 Mio. US-$ mehr als f&uuml;r 2017) zur Unterst&uuml;tzung der afghanischen Sicherheitskr&auml;fte. Die Regierung wurde aufgefordert, den zust&auml;ndigen Aussch&uuml;ssen von Senat und Repr&auml;sentantenhaus bis 1. Juni eine Bewertung der Fortschritte der afghanischen Regierung im Hinblick auf die geteilten Sicherheitsziele vorzulegen.</p>
<p>(c) Die sehr informative und kritische SIGAR-Berichterstattung wird jetzt dadurch beeintr&auml;chtigt, dass Resolute Support und USFOR-A die seit zwei Jahren nicht klassifizierten Informationen zur Kontrolle von Distrikten, Bev&ouml;lkerung und Gebieten eingestuft haben. Dasselbe gilt f&uuml;r die exakten Ist- und Sollst&auml;rken sowie &bdquo;Schwundraten&ldquo; (attrition) der ANDSF. Zum zweiten Mal wurden weitere f&uuml;r die Bewertung der ANDSF zentrale Daten eingestuft (z.B. zur Bewertung der Leistungsf&auml;higkeit der ANDSF, zur Nachwuchsgewinnung und den ANDSF-Verlusten). Eingestuft wurden geforderte Informationen zum Anstieg der Luftschl&auml;ge seit Mitte 2017 und die Zahl von Zivilopfern bei Luftschl&auml;gen in 2017.</p>
<p>(d) SIGAR zitiert den Dezember-Bericht des UN-Generalsekret&auml;rs, der f&uuml;r die ersten elf Monate 2017 mehr als 21.105 <strong>Sicherheitsvorf&auml;lle</strong> z&auml;hlte, 1% mehr als der Vorjahreszeitraum. In den Quartalen des Jahres 2017 geschahen zwischen 55,6 und 70,9 Sicherheitsvorf&auml;lle pro Tag.</p>
<p>USFOR-A z&auml;hlt demgegen&uuml;ber f&uuml;r die ersten elf Monate 23.984, ein 2%-R&uuml;ckgang ggb. dem Vorjahreszeitraum. F&uuml;r das letzte Quartal nennt USAFOR-A einen R&uuml;ckgang um 29%.</p>
<p>Lt. UN starteten die Taliban im letzten Quartal multiple, gro&szlig;angelegte Operationen zur Eroberung von <strong>Distriktzentren</strong>. Zeitweilig &uuml;berrannt wurden Maruf in Kandahar, Andar in Ghazni, Shib Koh in Farah und Shahid-i Hasa in Uruzgan. In jedem Fall konnten die Taliban zur&uuml;ckgeschlagen werden. Die ANDSF gewannen auch Ghorak/Kandahar zur&uuml;ck, das die Taliban seit November 2016 kontrollierten.</p>
<p><em>(Lt. Long War Journal 31.01.2018 habe das Pentagon dem Mediendruck z.T. nachgegeben und zur Kontrolle der Distrikte informiert: Ggb. dem letzte Stand von August 2017 h&auml;tte die Taliban Kontrolle &uuml;ber vier weitere Distrikte gewonnen und kontrollierten nun 53 der insgesamt 407 Distrikte. 122 seien weiterhin umk&auml;mpft.</em></p>
<p><em>Laut einer aktuellen BBC-Studie, basierend auf monatelangen Vor-Ort-Ermittlungen und &uuml;berpr&uuml;ft vom Afghanistan Analysts Network/AAN bedrohen die Taliban 70% von Afghanistan. Die Taliban w&uuml;rden 14 Distrikte (4%) voll kontrollieren, in 263 Distrikten zeigten sie aktive und offene Pr&auml;senz (66%) zwischen &bdquo;high&ldquo; (zwei Attacken/Woche in 15%</em> <em>der Distrikte), &bdquo;medium&ldquo; (drei/Monat in 20%) und &bdquo;low&ldquo; (eine Attacke in drei Monaten in 31%).</em></p>
<p><em>Daesh-Pr&auml;senz gebe es in 30 Distrikten, darunter auch in Khanabad/Provinz Kunduz.</em></p>
<p><em>In 122 Distrikten (&gt;30%) habe die Regierung die volle Kontrolle. Hier lebe rund die H&auml;lfte der Bev&ouml;lkerung. (&bdquo;Taliban threaten 70% of Afghanistan, BBC finds&ldquo;, BBC World Service Kabul, 31.01.2018, </em><a href="http://www.bbc.com/news/world-asia-42863116"><em>http://www.bbc.com/news/world-asia-42863116</em></a><em>)</em></p>
<p>(e) Die Erfassung von <strong>Zivilopfern</strong> erfolgt bei UNAMA und Resolute Support unterschiedlich: UNAMA st&uuml;tzt sich auf Besuche vor Ort und Gespr&auml;che mit Opfern, Zeugen und lokalen F&uuml;hrern. Resolute Support bezieht sich auf Berichte der Regionalkommandos und der ANDSF. RS z&auml;hlt f&uuml;r das halbe Jahr von Anfang Juni bis Ende November 4.474 Zivilopfer, ein Anstieg um 13% ggb. dem Vorjahrszeitraum.</p>
<p><strong>Verluste der Konfliktparteien</strong>: Die New York Times meldete am 27.01.2018, in 2017 seien rund 10.000 Angeh&ouml;rige der ANDSF get&ouml;tet und mehr als 16.000 verwundet worden. Die Verluste der Taliban sollen in &auml;hnlicher H&ouml;he sein.</p>
<p>Die &bdquo;Abnutzungsquote&ldquo; der ANA lag nach verl&auml;sslichen Quellen vor wenigen Jahren bei 30% im Jahr: davon 10-15% Gefallene und Verwundete, 70% Entfernung von den Streitkr&auml;ften, 10% regul&auml;res Ausscheiden.</p>
<p>(f) <strong>Afghanische und Internationale Truppen</strong>: Erstmalig gibt es n&auml;here Informationen zu dem seit Sommer 2012 aufgestellten <em>Special Mission Wing</em> der afghanischen Armee. Das Geschwader dient der Unterst&uuml;tzung von Counternarcotic, Counterterrorism und Special Operations. Sie umfasst vier in Kabul, Kandahar und Mazar stationierte Staffeln u.a. mit 33 Mi-17-Helicoptern (58 Piloten) und 18 schweizerischen P-12-Flugzeugen (33 Piloten).</p>
<p>Zzt. stehen nach der letzten Verst&auml;rkung um 3.000 Soldaten 14.000 US-Soldaten im Land im Rahmen der US-Operation Freedom`s Sentinel (OFS). 7.400 von ihnen sind Resolute Support zugeteilt. Die &bdquo;Nur&ldquo;-OFS-Kr&auml;fte sind vorgesehen f&uuml;r Luftoperationen, Training der afghanischen Spezialkr&auml;fte und Antiterroroperationen. Im Februar kommen zus&auml;tzlich 1.000 Soldaten von Security Forces Assistance Brigades nach Afghanistan, Sie sollen prim&auml;r als combat advisers in den ANDSF wirken.</p>
<p>Die 39 weiteren NATO- und Nicht-NATO-Mitgliedsstaaten von RS stellen 7.100 Soldatinnen und Soldaten.</p>
<p>Bis Ende November 2017 fielen elf US-Soldaten im Einsatz, wurden 99 verwundet. Die Gefallenenzahl hat sich damit ggb. dem Vorjahreszeitraum 2016 und 2015 verdoppelt.</p>
<p>(g) Im August 2017 startete der <strong>neue Afghanistan (Kabul) Compact</strong> zwischen der afghanischen Regierung, der US-Botschaft in Kabul und USFOR-A. Die afghanisch-gef&uuml;hrte Initiative soll die Reformverpflichtung der Regierung demonstrieren und hat den Anspruch eines whole-of-government- und condition-based approach. Im Sicherheitsteil sind 257 messbare benchmarks f&uuml;r 37 Handlungsfelder formuliert.</p>
<p><a href="https://www.pajhwok.com/en/2017/08/25/us-welcomes-launch-afghan-compact">https://www.pajhwok.com/en/2017/08/25/us-welcomes-launch-afghan-compact</a></p>
<p><strong>(D) Erg&auml;nzungen zu anderen Politikfeldern</strong></p>
<p><strong>Laut SIGAR-Quartalsbericht</strong> <strong>vom 30.01.2018</strong>, ( <a href="https://www.sigar.mil/pdf/quarterlyreports/2018-01-30qr.pdf#page=60">https://www.sigar.mil/pdf/quarterlyreports/2018-01-30qr.pdf#page=60</a> )</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Kapitel </span><span style="text-decoration: underline;">GOVERNANCE CONTENTS, S. 119-153</span></p>
<p>- Key Issues and Events</p>
<p>- U.S. Reconstruction Funding for Governance</p>
<p>- Afghanistan Compact</p>
<p>- Electoral Reform</p>
<p>- Reconciliation and Reintegration<strong>*</strong></p>
<p>- U.S. Assistance to the Afghan Government Budget</p>
<p>- National Governance</p>
<p>- Subnational Governance</p>
<p>- Rule of Law and Anticorruption</p>
<p>- Human Rights</p>
<p>- Refugees and Internal Displacement</p>
<p>- Gender</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Kapitel </span><span style="text-decoration: underline;">ECONOMIC AND SOCIAL CONTENTS, S. 155-191</span></p>
<p>- Key Issues and Events</p>
<p>- U.S. Reconstruction Funding for Governance and Economic and Social Development</p>
<p>- Economic Profile</p>
<p>- Banking and Finance</p>
<p>- U.S. Economic and Development Support</p>
<p>- Essential Services and Development</p>
<p>- Economic Growth</p>
<p>- Education</p>
<p>- Health</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Kapitel COUNTERNARCOTICS S. 193-211</span></p>
<p>- Key Issues and Events</p>
<p>- U.S. Reconstruction Funding for Counternarcotics</p>
<p>- Interdiction and Eradication</p>
<p>- Alternative Development</p>
<p>- Drug Demand Reduction</p>
<p><strong>* &bdquo;RECONCILIATION AND REINTEGRATION</strong></p>
<p>The U.S. and Afghan governments agree that the best way to ensure lasting peace and security in Afghanistan is reconciliation and a sustain-able political settlement with the Taliban.</p>
<p>However, according to the UN Secretary-General, there was no discernible progress on peace talks between the Afghan government and the Taliban this quarter.State also reports that there have been no new developments in the Taliban&rsquo;s position on reconciliation.</p>
<p>In its annual survey, the Asia Foundation found that only half of the Afghan respondents (52.3%) believed that reconciliation with the Taliban is possible. Additionally, approximately 15.7% of respondents expressed either &ldquo;a lot&rdquo; or &ldquo;a little&rdquo; sympathy for the Taliban.</p>
<p>According to State, the Afghan government will announce a new a whole-of-government peace strategy at the Kabul Process Conference on February 1, 2018.</p>
<p>However, the UN Secretary-General reported that the High Peace Council (HPC) finalized its strategic plan this quarter. This plan reportedly stipulates that the Afghan government will not negotiate from a position of weakness. The plan also calls for peace talks to be hosted in Kabul, with no international intermediaries.</p>
<p>In December, a senior HPC official said the Taliban could open a representative office either in Kabul or in a country of their choice. The same official said the Afghan government was ready to begin a peace process without any preconditions.</p>
<p>Afghanistan&rsquo;s strategic plan for peace and reconciliation envisions an Afghanistan free of violence and armed conflict, where social cohesion prevails over fragmentation, and state institutions have the capacity to mediate as and when needed. The primary objectives of the plan are:</p>
<ol>
<li>armed opposition groups reconcile to a peaceful political and social life through inter-Afghan dialogue and negotiations</li>
<li>national consensus and public mobilization to garner support for Afghan-led solutions</li>
<li>community security and stabilization enhanced through community-based peace and stability initiatives</li>
<li>implement peace agreements with armed opposition groups after negotiated settlements</li>
<li>institutionalize and reinforce Afghan capacities for peace. According to the HPC, objectives 2 and 5 were the priorities for 2017.</li>
</ol>
<p>According to State, the Afghan government continues to work through the HPC to prepare the Afghan public for negotiations with the Taliban through extensive outreach efforts in all 34 provinces.</p>
<p>The HPC reported that they sent delegations to 12 provinces between September and</p>
<p>November 2017. These delegations held 48 events to meet with religious scholars, political and tribal leaders, university students, and representatives of victims of war. The HPC identified representatives of each group for future collaboration. The HPC claimed these efforts have created a nationwide momentum for peace, which it called a &ldquo;revolution for peace.&rdquo;</p>
<p>Additionally, the HPC reported that the Taliban rank and file desire to join the peace process. According to HPC-collected reports, there are a &ldquo;huge number&rdquo; of armed opposition fighters who wish to stop fighting.</p>
<p>State said the HPC has significantly reformed and streamlined their staffing structures, held ambitious outreach activities to assess social attitudes toward reconciliation, documented challenges, mobilized support for reconciliation, and developed the capacity to facilitate the reconciliation process.</p>
<p>State believes that the meetings held by the HPC ensures that the perspectives of women, youth, religious leaders, and civil society are heard.</p>
<p>In December 2017, the HPC organized a gathering of 700 religious scholars, clerics, and prominent religious figures to discuss the war in Afghanistan. The participants unanimously called on the Afghan government to be more tolerant and patient towards the Taliban; refrain from using harsh words when describing the Taliban; increase its fight against moral and administrative corruption; ensure the Afghan security forces (labeled the &ldquo;true protectors of [the Afghan] nation&rdquo;) remain apolitical; control media outlets to prevent programs that are in conflict with religious, cultural, and national values; and address causes of conflict such as narcotics trafficking, illegal mining, and smuggling alcoholic beverages. The participants also called on the Taliban to put forward their demands for peace, eject all members who have ties with international terrorism, and</p>
<p>renounce violence as this would remove the justification for the continued presence of international forces.</p>
<p>President Ghani reportedly accepted the demands and expressed hope that the Taliban would do so as well.</p>
<p>State has provided $3.9 million to the UNDP to support reconciliation (including the activities of the HPC). While this support was originally planned to last through 2017, State and other donors are currently in discussions with UNDP and the Afghan government on extending a UNDP pilot project through March 2018. According to State, a new UNDP peace and reconciliation-related project should then cover the remainder</p>
<p>of 2018.</p>
<p>In September 2016, the Afghan government finalized a peace agreement with Gulbuddin Hekmatyar&rsquo;s Hezb-e Islami Gulbuddin (HIG) insurgent group.</p>
<p>When the peace deal with HIG was announced, some expressed hope that reconciling with Hekmatyar could facilitate a broader peace.</p>
<p>President Ghani, for example, said upon signing the agreement, &ldquo;This day starts the subsiding of war in Afghanistan and the beginning of rebuilding it.</p>
<p>According to State, however, the peace agreement with HIG thus far has had no definitive impact on the reconciliation calculations of other resistance groups, including the Taliban. Nevertheless, State considers the peace agreement with HIG as an important precedent that will influence other armed groups.&ldquo;</p></div>


           <br />
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