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Flugblatt: An die Dülmener Bevölkerung, an die Soldaten der St. Barbara-Kaserne!

Autor: Webmaster

Datum: 29. März 1983 10:14:56 +01:00 oder Di, 29 März 1983 10:14:56 +01:00

Zusammenfassung: 

48 Stunden lang wollen wir den Zugang zum Atomwaffenlager Visbeck gewaltfrei blockieren, bevor am Samstag von Dülmen aus der Ostermarsch in Richtung Dortmund aufbricht.
Ein Teil der Soldaten darf wegen Bereitschaft erst am Samstag nach Hause fahren. Dazu erklären wir:

Unsere Aktion richtet sich nicht gegen die Soldaten, von denen einige sicher am Liebsten selbst bei den Osteraktivitäten der Friedensbewegung mitmachen würden.

Hauptteil: 

Wir protestieren

gegen die geplante Stationierung neuer US-Mit­telstreckenraketen in Westeuropa! Wir haben keine Veranlassung, die sowjetischen SS-20­Raketen zu verharmlosen oder gar zu rechtferti­gen. Aber diese sind nur ein vorgeschobener Grund für die geplante Stationierung. Mit der superzielgenauen Pershing II wollen sich die USA in Wirklichkeit neue Droh- und Einsatzmöglichkei­ten gegenüber der UdSSR schaffen, entspre­chend der neuen US-Strategie von begrenzbaren und deshalb führbaren Atomkriegen. Mit den kleinen cruise missiles wird in Zukunft Rüstungs­kontrolle vollends unmöglich; der Stationierungs­ort Comiso in Südsizilien zeigt, daß diese Atom­waffen zugleich auf die Länder des arabischen Raumens gerichtet sind, auf Länder, die selbst über keine Atomwaffen verfügen. Diese Waffen und die dahinter stehenden Absichten bringen uns dem letzten Krieg in Europa einen gefährlichen Sprung näher! Wo jede Seite die andere zig-mal vernichten kann, gibt es keinerlei Rechtfertigung mehr für weitere Aufrüstungsschritte. Stoppt das Wettrüsten! FREEZEi

Wir protestieren

gegen Rüstungswahn und Massenvernichtungs­waffen überhaupt!

Die in Visbeck gelagerten Atomgranaten (100 bis 2.000 to herkömmlichen Sprengstoffs) für die Panzerhaubitzen der Barbara-Kasserne machen den Wahnwitz und das Unmoralische der offiziel­len Militärstrategie besonders deutlich: Einge­setzt gleich zu Dutzenden auf eigenem Gebiet würden sie das vernichten, was erhalten werden soll. Jeder Soldat, der mit diesen Waffen zu tun hat, muß sich klar machen: Sollte eines Tages die Ab­schreckung versagen, dann kann ihm Beihilfe zum Ersteinsatz von Atomwaffen, zur Eröffnung des nuklearen Holocaust befohlen werden. Mitmachen bei der Totverteidigung der eigenen Heimat, beim Massenmord an der Zivilbevölkerung als Begleit­schaden des Verteidigungsfalles - das widerspräche allem. worauf Soldaten Eid bzw. Gelöbnis abgelegt haben. Diese Verantwortung kann niemand von sich wegschieben!

Viele Millionen haben inzwischen gegen die geplante Stationierung protestiert. In den USA wenden sich inzwischen breite Teile der Bevölke­rung und bekannte Persönlichkeiten gegen den Kurs der Reagan-Regierung. In Osteuropa neh­men unabhängige Friedensgruppen Stellung ge­gen die atomare Abschreckung überhaupt. Nach eigenen Aussagen verhandeln die USA in Genf nicht mit dem ehrlichen Willen zur Abrüstung, sondern mit der Absicht, für die Stationierung ein günstigeres öffentliches Klima zu schaffen. Von Demonstrationen und Resolutionen wollen sich Reagan, NATO und Bundesregierung in keiner Weise beirren lassen.

Weil es um unser Überleben geht, bleibt uns nichts anderes übrig: ziviler Ungehorsam, Verweigerung gegenüber einer Politik, die auf Krieg hinausläuft! Mit der Blockade machen wir den Anfang, wollen wir zeigen, wie ernst es uns ist. Dabei stellen wir von vorneherein klar: Von uns geht keinerlei Gewalt aus, auf Gewalt werden wir nicht mit Ge­walt antworten. Aber gegenüber einer lebensbe­drohlichen Politik nehmen wir das Recht auf Widerstand in Anspruch.

Für weitere Informationen und Gespräche stehen wir Ihnen gerne im Friedenscamp (Kapellenweg, neben dem Soldatenheim) oder in Visbeck zur Verfügung.

Antimilitarismusgruppe im AKU Antimilitaristische Aktion
Forum fortschrittlicher Mediziner
Friedens-AG der GAL/Grüne Münster
Friedensgruppe Dülmen
Gewaltfreie _Aktionsgruppen
Grüner Ortsverein Dülmen
Gruppe evangelischer Theologen
und viele andere

ViSdP: Eva Brunnemann, Breslauer Str., 4408 Dülmen


Flugblatt als PDF-Datei (34 KB).

Anmerkungen: 

Publikationsliste
Vortragsangebot zu Riga-Deportationen, Ghetto Riga + Dt. Riga-Komitee

Ende 1941/Anfang 1942 rollten Deportationszüge aus Deutschland und Österreich nach Riga.

1989 stieß ich auf die Spuren der verschleppten jüdischen Frauen, Männer und Kinder.

Mit meinem bebilderten Vortrag "Nachbarn von nebenan - verschollen in Riga" stehe ich gern für Erinnerungsveranstaltungen und Schulen zur Verfügung. (Anlage)

Vorstellung der "Toolbox Krisenmanagement"

Von der zivilen Krisenprävention bis zum Peacebuilding: Die 53-seitige Broschüre stellt kompakt und klar auf jeweils einer Themenseite Prinzipien, Akteure und Instrumente des Krisenmanagements vor. Bei einem Kolloquium im Bundestag in Berlin wurde die Schrift einem Fachpublikum vorgestellt. Erstellt von AutorInnen des Zentrums Internationale Friedenseinsätze ZIF und der Stiftung Wissenschaft und Politik SWP ist die "Toolbox" ein wichtiger Beitrag zur friedens- und sicherheitspolitischen Grundbildung auf einem Politikfeld, wo die Analphabetenrate in der Gesellschaft, aber auch in Medien und Politik sehr hoch ist. ... www.zif-berlin.de

zif
Auf dem Foto überreicht W. Nachtwei den AutorInnen seine 2008 erschienene Broschüre zur Zivilen Krisenprävention und Friedensförderung.

Mehr zur Rolle zivilgesellschaftlicher Akteure bei der zivilen Konfliktbearbeitung u.a.:

Tagebuch
    • Meine persönlichen Jahresrückblicke + Kurzmeldungen zur Friedens- und Sicherheitspolitik (Nr. 1-50 im Tagebuchformat)

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