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Flugblatt: Ostermarsch durchs Münsterland '83

Veröffentlicht von: Webmaster am 31. März 1983 08:39:31 +01:00 (11236 Aufrufe)
OSTERN '83: Ostermärsche und vielfältige gewaltfreie Aktionen an neunzig Orten der Bundesrepublik, Die Bundesregierung und US-Präsident Reagan persönlich lassen grüssen, warnend, versteht sich; denn die Aktivitäten seien DKP-gesteuert und ganz im Sinne Moskaus.. Seit Jahrzehnten dieselbe Methode: Wer vom rechten Weg der F arteikonservativen abweicht, wird schnell als Handlanger, Agent usw. diffamiert - jede argumentative Auseinandersetzung erübrigt sich dann ja. Doch bei immer mehr Menschen, die sich Gedanken machen und die beunruhigt sind, verfängt das nicht mehr.

WORUM GEHTS BEIM OSTERMARSCH ?

Hunderttausende wollen zeigen, daß es ihnen ernst ist mit den Forderungen KEINE NEUEN ATOMRAKETEN IN UNSEREM LAND !! KAMPF DEM ATOMTOD !!

1983/84 werden entscheidende Jahre für den äußeren und inneren Frieden in Europa. 1983 entscheidet sich, ob in der Bundesrepublik die punktzielgenaue Pershing I I stationiert wer­den kann.

Wir haben keinerlei Veranlassung, die sowjetischen SS-2o-Raketen zu verharmlosen oder gar zu rechtfertigen. Wir möchten sie lieber heute als morgen nicht mehr auf uns gerichtet haben. Aber die SS-2o sind für die NATO nur ein Vorwand!

Die vorgebliche Nachrüstung ist in Wirklichkeit der Versuch der USA, neue Droh- und Einsatzmöglichkeiten gegenüber der UdSSR, aber auch gegenüber arabischen Staaten (Standort Comiso in Südsizilien) zu gewinnen. Diese Atomraketen sind das "Besteck" der neuen US-Strategie, die von der "Enthauptung" der UdSSR durch "chirurgische Schläge" redet, die von der Führbarkeit und Gewinnbarkeit von Atomkriegen ausgeht.

Uns wäre weiß Gott lieber, wenn die Töne aus Washington "nur" leichtfertiges Reden wären, wenn zugleich in Genf ernsthaft verhandelt würde. Aber weder noch !

  • In der US-Regierung sind ausgerechnet solche Männer als Abrüstungsexperten eingesetzt, die in der Vergangenheit zu den schärfsten Rüstungsbefürwortern gehörten. Nach eigenen Angaben verhandeln die USA in Genf nur in der Absicht, für die Stationierung ein günstiges öffentliches Klima zu schaffen. Alle bisherigen Vorschläge und Forderungen der USA waren bisher auf Unannehmbarkeit für die andere Seite kalkuliert.
  • Taten und Pläne der US-Regierung beweisen, daß sie nur Aufrüstung und nochmal Auf­rüstung im Sinn hat. Während im Rahmen des NATO-Doppelbeschlusses die Stationierung von 1o8 Pershing I I und 464 cruise missiles vorgesehen ist, planen dieUSA den Bau von 917 Pershing I I und mehr als 4000 cruise missiles; in Aussicht ist eine Reichweitensteigerung der Pershing auf 4000 km und Ausrüstung mit Mehrfachsprengköpfen; in Aussicht sind "un­sichtbare" und überschallschnelle cruise missiles. Stationiert werden soll auch in der Türkei und Südkorea, zu Wasser und in der Luft rund um die UdSSR.

Die "Nachrüstung" ist in Wirklichkeit der Einstieg in ein Mittelstrecken-Rüstungsprogramm, an dessen Ende die USA die UdSSR tatsächlich "enthaupten" könnte.

Diese Waffen und die dahinter stehenden Absichten bringen uns dem letzten Krieg in Europa einen gefährlichen Sprung näher! Die UdSSR hat angedroht, im Fall der Stationierung ihrerseits mit ähnlichen Waffen, die schon erprobt würden, "nachzurüsten".

Wo jede Seite die andere zig-mal vernichten kann, gibt es keinen Funken Rechtfertigung für weitere Aufrüstungsschritte!

DESHALB MUSS DIE STATIONIERUNG NEUER ATOMRAKETEN KOMPROMISSLOS VERHINDERT WERDEN !! AUCH "ZWISCHENLÖSUNGEN" WÄREN DER EINSTIEG IN DIESE GEFÄHRLICHE NEUE STUFE DES WETTRÜSTENS !!

Der Kampf gegen die "Nachrüstung" steht für die Friedensbewegung im Mittelpunkt, Doch kurzsichtig und leichtsinnig wäre es, darüber andere Gefahren für den Frieden links liegen zu lassen:

- Die vielfältigen Vorbereitungen auf den Krieg ums Öl, die indirekte Ausweitung des NATO- Einsatzgebietes Richtung Kap-Route und Persischer Golf, der Aufbau der "Schnellen Ein­greiftruppe" der USA, das Unterstützungsabkommen USA - BRD für den Krisenfall, in dem die Bundesrepublik Hinterland und Sprungbrett amerikanischer Interventionstruppen würde,

- In den kommenden Jahren will allein die US-Army Europe mehr als 400 neue Waffen- und Logistiksysteme für 125 Mrd.DM einführen.

- Mit dem Rogers-Plan kehrt die NATO-Strategie wieder zur offensiven "Vorwärtsverteidi­gung" zurück. Mit konventionellen cruise missiles soll im Kriegsfall das "Gefechtsfeld weit in die Tiefe des gegnerischen Raumes ausgedehnt" werden. Unter dem Vorwand, den Einsatz von Atomwaffen zu vermeiden, wird hier eine enorme "konventionelle" Aufrüstung mit aggressiver Ausrichtung in Gang gesetzt.

In den beiden letzten Jahren ist immer mehr Menschen klar geworden: Die ganze Art und Weise, wie in West und Ost ein Zustand von Nicht-Krieg aufrecht erhalten wird, ist brandgefährlich und unmoralisch. Die Atomwaffenlager im Münsterland, z.B. Dülmen-Visbeck, oder das nukleare Headquarter in Münster-Handorf/Schirlheide, sind handgreifliche Beispiele dafür. Sollte eines Tages die Abschreckung versagen, würde durch den Einsatz der hier lagernden Waffen möglicherweise der Atomkrieg eröffnet, würde all das vernichtet, was erhalten werden soll. Für eine solche Art von Verteidigung, wo Völkermord und Umweltmord als "Begleitschäden" miteinkalkuliert sind, kann es keine Rechtfertigung geben. Jeder Soldat der Bundeswehr müßte bei ihrer Vollstreckung seinen Eid brechen.

Deshalb treten wir ein

FÜR EIN EUROPA FREI VON MASSENVERNICHTUNGSWAFFEN !

FÜR EINE SICHERHEITSPOLITIK, DIE ZUM ABBAU UND NICHT ZUM AUSBAU VON KONFLIKTPOTENTIALEN UND VERNICHTUNGSRISIKO BEITRÄGT !

Viele Millionen haben inzwischen in Westeuropa gegen die geplante Stationierung protestiert.

In den USA wenden sich inzwi­schen Mehrheiten und zahlrei­che bekannte Persönlichkeiten gegen den Kurs der Reagan- Regierung. In Osteuropa neh­men unabhängige Friedensgrup­pen Stellung gegen die atomare Abschreckung überhaupt.

Doch von Demonstrationen und Resolutionen zeigen sich Rea­gan, NATO und Bundesregie­rung bisher nicht beeindruckt. Mögen laut Sinus-Studie auch 61% der westdeutschen Bevöl­kerung zumindest für eine Ver­schiebung der Stationierung sein, falls die Verhandlungen bis Herbst ohne Ergebnis blei­ben - die CDU ist dafür, die Bevölkerung psychologisch auf die Stationierung vorzubereiten. In Nibelungentreue fest steht die Bundesregierung auf Seiten einer US-Regierung, die zu ihrem Kreuzzug gegen den "Weltkommunismus" die NATO als multinationale Fremdenlegion will; blindlings im Gefolge eines Reagan, dem sich immer größere Teile des amerikanischen Volkes und auch des Establishments ver­sagen.

Die Friedensbewegung hat gute Chancen, in der Bevölkerung, in Gewerkschaften und Kirchen noch mehr Anhänger zu gewinnen. Aber zur Breite müssen langer Atem und Durchsetzungs­kraft kommen. Alles drei zusammen ist notwendige Bedingung.

Weil es in den nächsten Jahren um unser Überleben geht, bleibt uns nichts anderes übrig:

ZIVILER UNGEHORSAM, VERWEIGERUNG GEGENÜBER EINER POLITIK, DIE AUF: KR !EG HINAUSLÄUFT !

Die 48-stündige Blockade des Atomwaffenlagers Visbeck verlief mit vollem Erfolg. Sie

verschaffte der Friedensbewegung am Ort, das läßt sich schon jetzt sagen, einiges an

Anerkennung und Sympathie, auch unter den Soldaten. Sie ist eine Ermunterung für die ganze Friedensbewegung !

V.i.S.d.P.: AG Frieden von GAL und GRÜNEN/Münster W.Nachtwei, Motkestr.4, Tel.: 0251/511813 Die AG trifft sich 14-tägig donnerstags


Flugblatt als PDF-Datei (201 KB).


Publikationsliste
Vortragsangebot zu Riga-Deportationen, Ghetto Riga + Dt. Riga-Komitee

Ende 1941/Anfang 1942 rollten Deportationszüge aus Deutschland und Österreich nach Riga.

1989 stieß ich auf die Spuren der verschleppten jüdischen Frauen, Männer und Kinder.

Mit meinem bebilderten Vortrag "Nachbarn von nebenan - verschollen in Riga" stehe ich gern für Erinnerungsveranstaltungen und Schulen zur Verfügung. (Anlage)

Vorstellung der "Toolbox Krisenmanagement"

Von der zivilen Krisenprävention bis zum Peacebuilding: Die 53-seitige Broschüre stellt kompakt und klar auf jeweils einer Themenseite Prinzipien, Akteure und Instrumente des Krisenmanagements vor. Bei einem Kolloquium im Bundestag in Berlin wurde die Schrift einem Fachpublikum vorgestellt. Erstellt von AutorInnen des Zentrums Internationale Friedenseinsätze ZIF und der Stiftung Wissenschaft und Politik SWP ist die "Toolbox" ein wichtiger Beitrag zur friedens- und sicherheitspolitischen Grundbildung auf einem Politikfeld, wo die Analphabetenrate in der Gesellschaft, aber auch in Medien und Politik sehr hoch ist. ... www.zif-berlin.de

zif
Auf dem Foto überreicht W. Nachtwei den AutorInnen seine 2008 erschienene Broschüre zur Zivilen Krisenprävention und Friedensförderung.

Mehr zur Rolle zivilgesellschaftlicher Akteure bei der zivilen Konfliktbearbeitung u.a.:

Tagebuch
    • Meine persönlichen Jahresrückblicke + Kurzmeldungen zur Friedens- und Sicherheitspolitik (Nr. 1-50 im Tagebuchformat)

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