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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: PersÃ¶nlicher JahresrÃ¼ckblick 2011 eines freien Mitarbeiters im politischen AuÃŸendienst</title>
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    <span class="xar-mod-title">Kurzmeldungen zur Friedens- und Sicherheitspolitik von Winfried Nachtwei im Tagebuchformat</span>

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        <h1>
            PersÃ¶nlicher JahresrÃ¼ckblick 2011 eines freien Mitarbeiters im politischen AuÃŸendienst         </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=7">Nachtwei</a> am 5. Januar 2012 00:44:09 +02:00 (40486 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>&quot;Was machst Du im Unruhestand?&quot; Hier gibt der Pension&auml;r W. Nachtwei die Antwort mit der 51. Folge seiner &quot;Pers&ouml;nlichen Kurzmeldungen zur Friedens- und Sicherheitspolitik&quot;, Jahresr&uuml;ckblick 2011</p></div>
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<p align="center"><a name="_GoBack"></a><strong>Pers&ouml;nliche Kurzmeldungen zur Friedens- und Sicherheitspolitik</strong></p>
<p align="center"><strong>Jahresr&uuml;ckblick 2011 (51)</strong></p>
<p align="center">von Winfried Nachtwei, MdB a.D.,</p>
<p><em>Immer wieder werde ich gefragt, was ich denn jetzt als Pension&auml;r im Unruhestand tue. Auf dem letzten GR&Uuml;NEN Parteitag fiel mir als passende Kurzbeschreibung &bdquo;<strong>freier (loyaler) Mitarbeiter im GR&Uuml;NEN Au&szlig;endienst</strong>&quot; ein. F&uuml;r diejenigen, die es was genauer wissen wollen, hier meine j&uuml;ngsten &bdquo;Pers&ouml;nlichen Kurzmeldungen zur Friedens- und Sicherheitspolitik&quot;.</em></p>
<p>Am 20. Juli erhielt ich in meiner langj&auml;hrigen Arbeitsst&auml;tte, dem Clemens-Brentano-Gymnasium in D&uuml;lmen (1977-1994), vom Vertreter der Bezirksregierung M&uuml;nster die Urkunde zur Verabschiedung in den Ruhestand. Seit August bin ich also Pension&auml;r. Die Status&auml;nderung und mein Wiederauftauchen beim Landesamt f&uuml;r Besoldung und Versorgung NRW waren Hintergrundereignisse, die ansonsten keine Ver&auml;nderungen mit sich brachten. (Die Ver&auml;nderungen nach dem Bundestagsabschied habe ich geschildert in der &bdquo;Zwischenbilanz: Ein Jahr ohne Bundestag - kein Loch in Sicht&quot; von Ende 2010, <a href="index.php/articles/1025">www.nachtwei.de/index.php/articles/1025</a>)</p>
<p>Auch im zweiten Jahr nach meinem Ausscheiden aus dem Bundestag habe ich meinen freiwilligen Ausstiegsbeschluss keine Minute bereut. Meine Aktivit&auml;ten sind fordernd und erf&uuml;llend - und weiterhin entschleunigt, viel freier und selbstbestimmter. Wo Schwerpunkte selbst gesetzt werden k&ouml;nnen, verdr&auml;ngt das Dringende nicht mehr so oft das Wichtige. Mit Sitzungen, die vor allem Zeit kosten, habe ich nichts mehr zu tun. Im Vordergrund stehen &bdquo;Au&szlig;eneins&auml;tze&quot;. Die Einbu&szlig;e an Einfluss, Wirkungen, Pressekontakten ist erheblich. Ich empfinde aber keine Entzugserscheinungen dabei. Meine Wirkungen sind jetzt anders, pers&ouml;nlicher.</p>
<p>Ausgesprochen erleichtert war ich immer wieder, in diesem Gro&szlig;krisenjahr nicht die gestiegene Verantwortungslast der Berliner Politik mittragen zu m&uuml;ssen. Meine Ratlosigkeit ist enorm, die generelle Beunruhigung gro&szlig;, aber noch ohne pers&ouml;nliche Betroffenheit. Im Kontrast zur verbreiteten fixen Schimpferei &uuml;ber &bdquo;die&quot; Politiker ist aus der Halbdistanz mein Respekt f&uuml;r die vielen Kolleginnen und Kollegen im Bundestag gewachsen, die angesichts gigantischer Herausforderungen + Risiken und sich &uuml;berschlagender Ereignisse ihr Bestm&ouml;gliches versuchen. Mir ist unver&auml;ndert das &bdquo;Pension&auml;rsrisiko&quot; bewusst, wo abnehmende aktuelle Insiderkenntnisse gerne einhergehen mit zunehmender Besserwisserei.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">(1) Ger&uuml;st meiner Aktivit&auml;ten</span></strong></p>
<p>ist die ehrenamtliche Mitarbeit in einer Vielzahl von Beir&auml;ten und Vorst&auml;nden.</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Beirat f&uuml;r <strong>Fragen der Inneren F&uuml;hrung</strong> beim BMVg mit einzelnen AG (zzt. leite ich eine Ad-hoc-AG zu PTBS, die bis Ende Februar hierzu Empfehlungen vorlegen will). Wegen seiner relativen Sitzungsh&auml;ufigkeit und Besuche bei Bundeswehreinrichtungen (im Februar auch drei Tage bei KFOR im Kosovo) bringt schon die interne Beratungst&auml;tigkeit des Beirats&nbsp; f&uuml;r seine Mitglieder erhebliche Erkenntnisgewinne.</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Beirat <strong>Zivile Krisenpr&auml;vention</strong> beim AA (seit 10. Oktober Ko-Vorsitzender zusammen mit Dr. J&ouml;rn Gr&auml;vingholt vom Deutschen Institut f&uuml;r Entwicklungspolitik DIE in Bonn): Neuer, inzwischen sechster Krisenbeauftragter des AA seit 2004 ist Botschafter Volkmar Wenzel, zuletzt Botschafter in Saudi Arabien, zugleich Beauftragter des Au&szlig;enministers f&uuml;r die Transformationspartnerschaft mit der arabischen Welt. Als neue Vorsitzende haben wir uns vorgenommen, die Eigenst&auml;ndigkeit und Initiative des Beirats zu st&auml;rken, der dem Ressortkreis Zivile Krisenpr&auml;vention der Bundesregierung zugeordnet ist und angesichts dessen schwacher Stellung in der Exekutive erhebliche Rollenfindungsprobleme hatte.</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Vorstand der <strong>Deutschen Gesellschaft f&uuml;r die Vereinten Nationen</strong> DGVN, auf der Mitgliederversammlung Anfang Dezember zum sechsten Mal in den Vorstand gew&auml;hlt. Erfreulich hoch war der Anteil j&uuml;ngerer Mitglieder an der MV, was sich auch in den Vorstandswahlen niederschlug. Hervorragende aktuelle Informationsquellen sind die DGVN-Internetportale <a href="http://www.frieden-sichern.de/">www.frieden-sichern.de</a>, <a href="http://www.klimawandel-bekaempfen.de/">www.klimawandel-bekaempfen.de</a>, <a href="http://www.menschliche-entwicklung-staerken.de/">www.menschliche-entwicklung-staerken.de</a>.</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Vorstand &bdquo;<strong>Gegen Vergessen - F&uuml;r Demokratie</strong> e.V.&quot;: Neben der Erinnerungsarbeit verst&auml;rkter Schwerpunkt auf &bdquo;F&uuml;r Demokratie&quot;. Sehr ergiebiger Workshop &uuml;ber &bdquo;Demokratische Beteiligungsformen auf dem Pr&uuml;fstand: B&uuml;rger in politischer Verantwortung&quot; in Kassel. Enorm anregend, erfrischend, aufkl&auml;rend und begeisternd ist immer wieder das herzliche Redefeuer des Vorsitzenden Joachim Gauck. Er erreicht im besten Sinne K&ouml;pfe und Herzen.</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Vorstand von &bdquo;<strong>Lachen Helfen</strong> e.V.&quot; (Initiative deutscher Soldaten und Polizisten f&uuml;r Kinder in Kriegs- und Krisengebieten) seit M&auml;rz</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; AG &bdquo;<strong>Gerechter Friede</strong>&quot; der Bisch&ouml;flichen Kommission &bdquo;Justitia et Pax&quot;</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Kommission &bdquo;<strong>Europ&auml;ische Sicherheit und Zukunft der Bundeswehr</strong>&quot; beim Institut f&uuml;r Friedensforschung und Sicherheitspolitik (ISFH) an der Uni Hamburg</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Fachbeirat <strong>Europa/Transatlantik</strong> der Heinrich-B&ouml;ll-Stiftung</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Afghanistan-Task Force der <strong>GR&Uuml;NEN Bundestagsfraktion</strong> und lockere, sehr kooperative Kontakte zum AK IV der Fraktion, Mitarbeit in der BAG Frieden und Internationales von B&uuml;ndnis 90/Die Gr&uuml;nen</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">(2) Im Mittelpunkt meiner Aktivit&auml;ten</span></strong></p>
<p>stehen Vortr&auml;ge (&uuml;berwiegend) und Teilnahme an Podiumsdiskussionen bundesweit. In 2011 waren es ca. 70 &ouml;ffentliche Veranstaltungen zu friedens- und sicherheitspolitischen Themen, knapp 50 davon zu Afghanistan. Die in der Regel illustrierten Vortr&auml;ge finden durchweg beste Resonanz. Zuh&ouml;rer nennen vor allem wegen ihre Klarheit + Anschaulichkeit sowie die selbstkritische Offenheit und Engagiertheit des Redners. Nicht mehr eingeschr&auml;nkt durch die Sitzungswochen des Bundestages gehe ich meiner Vortragst&auml;tigkeit regelrecht mit Begeisterung nach. Highlights waren die Vortr&auml;ge</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; zu Bilanz und Perspektiven von Auslandseins&auml;tzen (N&uuml;rnberger Sicherheitstagung 24.6.)</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; zu &bdquo;Interkulturelle Beziehungen und Kompetenz bei Kriseneins&auml;tzen aus politischer Perspektive&quot; bei dem Intern. Expertentreffen &bdquo;Coping with Culture&quot; am Zentrum f&uuml;r Innere F&uuml;hrung in Koblenz&nbsp; (4.10.): Mir gehen dabei einige selbstkritische Lichter auf. Interkulturelle Kompetenz wurde in Berlin in erster Linie von der taktischen Ebene erwartet. Dass sie auch auf der politischen und strategischen Ebene notwendig ist, ist kaum bewusst.</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; die Er&ouml;ffnungsrede beim 1. Streitschlichtertag im Rathaus M&uuml;nster (6.10.), an dem 180 Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler von 17 M&uuml;nsteraner Schulen teilnahmen.</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 40 Jahre Friedensforschung - 40 Jahre Sicherheitspolitik - 40 Jahre IFSH, Senatsempfang und Teilnahme an der Podiumsdiskussion mit Egon Bahr, Alyson J.K Bayles, Regine Mehl (14.11.)</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; zu Vernetzter Sicherheit und Bundestag &bdquo;Akteur oder Zuschauer?&quot; bei der Expertentagung &bdquo;F&uuml;nf Jahre Vernetzte Sicherheit - Eine konstruktive Zwischenbilanz&quot;in der BAKS (5.12.)</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Festvortrag &bdquo;Politik als Beruf - Beruf mit Politik: Was ist das f&uuml;r ein Beruf?&quot; bei der Examensfeier des Instituts f&uuml;r Politikwissenschaften der Uni M&uuml;nster, dem gr&ouml;&szlig;ten in NRW (11.11.). Exakt heute vor 37 Jahren absolvierte ich meine letzte M&uuml;ndliche Pr&uuml;fung an der Uni M&uuml;nster.</p>
<p>Von den Afghanistanvortr&auml;gen und -podien waren besondere Erlebnisse</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Die Sch&uuml;lertagung zu AFG in der Evang. Akademie Loccum. Nach vollem Einsatz vor &uuml;ber 100 Sch&uuml;lerInnen mache ich Redeveteran die neue Erfahrung, dass bei der Aussprache die Stimme wegkippt. Ich rette mich kr&auml;chzend &uuml;ber die Runden. Dass ich wie ein bekannter Schauspieler geklungen haben soll, war kein wirklicher Trost.</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; der Vortrag in meiner ehemaligen Schule in D&uuml;lmen vor zwei Klassen der Jahrgangsstufe 9 (3.5.): Ein Foto zeigt strahlende Sch&uuml;ler und einen Ex-Lehrer bei seinem letzten Schulauftritt vor der Pensionierung. Anschlie&szlig;end noch eine ganze Stunde zum Plaudern im Lehrerzimmer, wo ich die meisten nicht mehr kenne, aber weiterhin Heimat sp&uuml;re;</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; der Kontext der inzwischen XXV. (!) Afghanistan-Tagung in Villigst am dritten Dezemberwochenende. Hier kamen so viele Menschen mit afghanischer Herkunft und deutsche Teilnehmer mit jahrzehntelanger AFG-Beziehung und Engagement zusammen, wie nirgendwo sonst. Spannend und bewegend war der R&uuml;ckblick von Dr. Ernst-Albrecht von Renesse auf 25 Jahre AFG-Tagung. Bemerkenswert waren Beitr&auml;ge von VertreterInnen des &bdquo;Forum Junges AFG&quot;, die bei ihrer Vortagung Empfehlungen erarbeitet hatten. Ihr Grundtenor war &bdquo;eher optimistisch&quot; - in deutlichem Kontrast zur kritisch-d&uuml;steren Stimmungslage bei den &Auml;lteren. Mit gro&szlig;em Dank verabschiedet wurde <strong>Dr. Citha Maa&szlig;</strong>, die hier nach eigenen Worten ihren letzten Vortrag zu AFG hielt. 1990-2011 wissenschaftliche Mitarbeiterin der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) arbeitet sie seit 1996 zu AFG, immer wieder &uuml;ber l&auml;ngere Zeiten auch im Land selbst. Ihre Erfahrungen, ihre unabh&auml;ngige Expertise und herzliche Verbundenheit mit den afghanischen Menschen ist weiter unverzichtbar! Dass ihre Stelle in der SWP vorl&auml;ufig nicht wiederbesetzt wird, ist angesichts des Mangels an AFG-Kompetenz in Deutschland unverantwortlich. Schade war, dass das politische Berlin in Villigst zum wiederholten Male nicht vertreten war. Auch so werden Chancen vertan.</p>
<p>Von den 70 &bdquo;Aktiv&quot;-Veranstaltungen fand die Masse nicht in GR&Uuml;NEN Zusammenh&auml;ngen, oft in GR&Uuml;N-fernen Kreisen, nur ca. zehn bei GR&Uuml;NEN und B&ouml;ll-Stiftung statt. (In Einzelf&auml;llen sprang ich f&uuml;r verhinderte GR&Uuml;NE MdB ein.) Das ist gut wegen der Au&szlig;enwirkung. Zugleich stellt sich die Frage, ob das mit einem gesunkenen Interesse an friedens- und sicherheitspolitischen Themen bei den GR&Uuml;NEN in diesem Jahr zu tun hat, wieweit das konjunkturelle oder strukturelle Gr&uuml;nde hat. (Dass Friedens- und Sicherheitspolitik f&uuml;r GR&Uuml;NE weiterhin Aufrege- bis Sprengstoff birgt, bleibt davon unber&uuml;hrt.)</p>
<p>Ab November standen im Vordergrund <strong>Vortr&auml;ge zum 70. Jahrestag der Judendeportationen nach Riga</strong>, auf deren Spuren ich 1989 noch im sowjetischen Riga gesto&szlig;en war. Seit Sommer hatte ich Vortr&auml;ge &uuml;ber &bdquo;Gegen Vergessen - F&uuml;r Demokratie&quot;, Gesellschaften f&uuml;r Christlich-J&uuml;dische Zusammenarbeit und Volksbund Deutsche Kriegsgr&auml;berf&uuml;rsorge angeboten. Die bisher 13 - von insgesamt 20 geplanten - Vortr&auml;ge fanden statt in G&uuml;tersloh, Duisburg, Hamburg, Hannover, Ulm, Stuttgart, Berlin, Moers, Bielefeld, Osnabr&uuml;ck, M&uuml;nster (3x) statt. Bei mehreren Veranstaltungen meldeten sich alte Frauen und M&auml;nner zu Wort, die als Augenzeugen von 1941, von deportierten Mitsch&uuml;lerinnen, von einem Sammellager berichteten. Erstmalig in diesem Jahr wurde ich auch mehrfach von Menschen kontaktiert, die sich mit der NS-T&auml;terschaft eigener Vorfahren im Baltikum auseinandersetzen.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">(3) Parlamentarische Wiederbegegnungen</span></strong></p>
<p>- Bundestag: <strong>Schlussdebatte zum ISAF-Mandat</strong> (28.1.) von der Pressetrib&uuml;ne aus. Aus meinen pers&ouml;nlichen Aufzeichnungen: &bdquo;<em>&Uuml;ber weite Strecken ist der Plenarsaal nur halb voll. Die zunehmend parteipolitische F&auml;rbung der AFG-Debatte zeigt sich im Beifallverhalten: Wo Redner den Soldaten danken, gibt es nur noch Beifall von der eigenen Fraktion, nicht mehr von anderen. Gabriel redet erst sehr nachdenklich und respektvoll &uuml;ber die Soldaten, R&uuml;ckkehrer, Verwundeten und Angeh&ouml;rigen, um sich/der SPD danach selbstgerecht den gegenw&auml;rtigen Strategiewechsel gut zu schreiben. Dass die SPD zzt. der Gro&szlig;en Koalition &uuml;ber Jahre unsere Forderung nach einem Strategiewechsel zur&uuml;ckwies - vergessen. Gysi f&uuml;hrt lauter, z.T. falsche Horrorzahlen an, um das Scheitern des AFG-Einsatzes zu belegen. J&uuml;rgen Trittin widerspricht Gysis Gleichsetzung der im Auftrag der UN agierenden NATO mit Terroristen. Es gehe jetzt nicht um das Ob, sondern das Wie des Abzugs der Kampftruppen, ohne einen neuen B&uuml;rgerkrieg heraufzubeschw&ouml;ren und eine ganze Region zu destabilisieren. Das Mandat sei dazu schwammig.&quot;</em></p>
<p>- Bundestag: <strong>Libyen-Debatte</strong> (18.3.): Aus meinen pers&ouml;nlichen Aufzeichnungen: <em>&bdquo;Ich empfinde die Debatte als Tiefpunkt und Z&auml;sur. Au&szlig;enminister Westerwelles klare Absage an eine deutsche milit&auml;rische Beteiligung sicher sehr publikumswirksam. Offen bleibt, dass keine Antwort f&uuml;r die bedrohte Demokratiebewegung in Libyen. Runtergespielt wird die neue Koalition im UN-Sicherheitsrat, die Nichtbeteiligung bei der Umsetzung der Resolution, die europ&auml;ische Kluft in einer Frage europ&auml;ischer Sicherheit (AFG, Irak lagen demgegen&uuml;ber weit weg!) M&uuml;tzenich (SPD) attackiert Westerwelle wegen seiner innenpolitischen Erw&auml;gungen, schweigt zur SPD-Position, l&auml;sst aber durchblicken, dass er f&uuml;r Intervention sei. Polenz (CDU) laviert nachdenklich. Renate K&uuml;nast geht zu pauschal von der Responsibility to Protect aus (richtige Intervention von Stefan Liebich/LINKE,der die R2P nicht besch&auml;digt haben will). Ihre Botschaft bleibt unklar. Insgesamt: B&uuml;ndnispolitischer Paradigmenwechsel; Fraktionen in sich uneins, relativer Parteienkonsens zerbricht, wir aber auch nicht mit klarten Positionen ausgetragen; Diskussionsqualit&auml;t: Von solchem Parlament m&ouml;chte man als Soldat nicht entsandt werden! Mut vor den Freunden/Verb&uuml;ndeten? Feigheit vor den W&auml;hlern ist das allein ausschlaggebende Motiv!!</em></p>
<p><em>Mich kribbelt`s enorm. Mir fehlen zugleich die laufenden Quellen und Diskussionszusammenh&auml;nge und Anforderungen - zugleich bin ich froh, nicht wieder in solchen Kn&auml;ueln entscheiden zu m&uuml;ssen. Die Abschreckung (der fr&uuml;heren Auseinandersetzungen) wirkt nach!&quot;</em></p>
<p>Im Nachhinein verfasse ich die Stellungnahme &bdquo;&quot;Nebel in der W&uuml;ste: Internationale Milit&auml;rintervention in Libyen - Notwendigkeit + Legitimit&auml;t, Wirkungen&nbsp; + Risiken?&quot; Das Bequeme meiner jetzigen Schreibperspektive (ohne Entscheidungs- und Zeitdruck, in Distanz zum tagespolitischen Get&uuml;mmel) ist mir sehr bewusst - und auch, dass hier dank Oppositionsrolle ein Kelch an den GR&Uuml;NEN vorbeigegangen ist. In gestraffter und etwas entsch&auml;rfter Fassung erscheint die Stellungnahme als ZIF Policy Briefing. Ein Staatsminister soll dar&uuml;ber nicht angetan gewesen sein und das zum Ausdruck gebracht haben.</p>
<p>- <strong>Afghanistan-Kurzreise</strong> nach Mazar und Kunduz mit Parlamentarischem Staatssekret&auml;r Kossendey (BMVg) und saarl&auml;ndischen MdB (April), (<em>vgl. Reisebericht</em>): Herzlicher Besuch der Ali Chapan High School in Mazar, die u.a. von &bdquo;Lachen Helfen&quot; unterst&uuml;tzt wird; Begegnung mit Fallschirmj&auml;gern aus Zweibr&uuml;cken, die ich erstmalig 2008 in Kunduz traf und die berichten, dass ISAF jetzt die Initiative zur&uuml;ckgewonnen habe; sehr ergiebige Gespr&auml;che mit Offizieren, die im Rahmen von OMLT die afghanische Armee beraten.</p>
<p>- <strong>Besuch des VN-Ausbildungszentrums</strong> und der Infanterieschule der Bundeswehr in Hammelburg in Begleitung von f&uuml;nf GR&Uuml;NEN MdB: Das VN-Ausbildungszentrum besteht seit 1994, hier werden u.a. internationale Milit&auml;rbeobachter ausgebildet. Das Zentrum gilt heute als &bdquo;Mutterhaus der integrierten Ausbildung&quot; auch f&uuml;r Angeh&ouml;rige nationaler und internationaler Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen und Journalisten f&uuml;r deren Einsatz in Krisengebieten. Bei meinem ersten Parlamentarierbesuch 1996 in Hammelburg war mir dort erstmalig das &bdquo;blaue Denken&quot; von VN-Eins&auml;tzen begegnet: Deeskalation im Mittelpunkt, Devise &bdquo;firm, fair, friendly&quot;. Gegenw&auml;rtig pr&auml;gt die Aufstandsbek&auml;mpfung in Afghanistan die Ausbildung der Infanterieschule.</p>
<p>- Landtag NRW: Sachverst&auml;ndigengespr&auml;ch im Innenausschuss zur <strong>Polizeiaufbauhilfe Afghanistan</strong>(9.6.). Die Fraktion DIE LINKE erreicht mit ihrem Antrag auf Abzug der Polizeihilfe genau das Gegenteil - mehr Aufmerksamkeit, Anerkennung und Unterst&uuml;tzung der wichtigen Polizeiberater und -ausbilder!</p>
<p>- Bundestag: Aktuelle Stunde zu <strong>Leopard-II-Lieferungen an Saudi Arabien</strong> (6.7.). Aus meinen pers&ouml;nlichen Notizen<em>: &bdquo;Vorher in der Fragestunde sagt StS Otto nichts, nichts ... Bin besch&auml;mt und zornig wie lange nicht. M&ouml;chte am liebsten dazwischen br&uuml;llen. Aber dann w&auml;re mein lebenslanger Zugang zum Bundestag weg.&quot;</em></p>
<p>- <strong>Unterausschuss Zivile Krisenpr&auml;vention</strong>, Zuh&ouml;rer bei mehreren &ouml;ffentlichen Anh&ouml;rungen: Rolle der politischen Stiftungen bei Ziviler Krisenpr&auml;vention und Vernetzter Sicherheit (24.1.), 10 Jahre UN-Resolution 1325 - Frauen, Frieden, Sicherheit (14.3.), Internationale Polizeieins&auml;tze in Krisengebieten (9.5.), Abr&uuml;stung als Krisenpr&auml;vention (26.9.) zusammen mit den Unteraussch&uuml;ssen Abr&uuml;stung und UN. Die &ouml;ffentlichen Anh&ouml;rungen sind inzwischen Treffpunkte f&uuml;r die Community der ZKB-Engagierten.</p>
<p>- Bundestag: <strong>Fachtagung der GR&Uuml;NEN Bundestagsfraktion</strong> &bdquo;Zur&uuml;ck zum Petersberg - Welche Zukunft f&uuml;r Afghanistan?&quot; (4.11) mit Spitzenreferenten (u.a. die AFG-Sonderbeauftragten von GB, DEU, USA (stv.), Ex-UNAMA-Chef Kai Eide, Vorsitzende der Unabh&auml;ngigen Afghanischen Menschenrechtskommission Sima Samar, dem pakistanischen Journalisten Rahimullah Yusufzai, Citha Maa&szlig;, Generalmajor Fritz) und ca. 200 Teilnehmern.</p>
<p>- Zusammen mit Mitgliedern des Verteidigungsausschusses Teilnahme an <strong>Trauerfeiern f&uuml;r in Afghanistan gefallene Soldaten</strong> in Regen (25.2.), Hannover (3.6.) und Detmold (10.6.): Mit einer Ausnahme nahm ich an jeder Trauerfeier f&uuml;r in Afghanistan ums Leben gekommene Soldaten und Polizisten teil. Ich will den menschlichen Konsequenzen der Einsatzmandate nicht ausweichen. Jede Trauerfeier ist tief ersch&uuml;tternd, die Gesichter der meist jungen Gefallenen, die gleichaltrigen Gesichter der Ehrenformationen, die Dutzenden verzweifelten Angeh&ouml;rigen, die Hunderten stillen Soldaten, der letzte Abschied mit dem Trompetensolo des Liedes vom &bdquo;guten Kameraden&quot;. F&uuml;r mich ist jede Trauerfeier zugleich eine politisch-parlamentarische Selbstpr&uuml;fung: Macht der Einsatz noch Sinn (im Sinn von Erfolgsaussichten), sind seine Extremkonsequenzen verantwortbar?</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">(4) Andere besondere Veranstaltungen und Themen</span></strong></p>
<p>- &bdquo;<strong>10 Jahre zivik</strong> - Begegnung mit Respekt - Kooperation mit Kompetenz&quot; in Berlin (22.3.): Geburtstagsfeier des F&ouml;rderprogramms zivik (zivile Konfliktbearbeitung) des Instituts f&uuml;r Auslandsbeziehungen (ifa) mit 27 Friedensakteuren aus 20 L&auml;ndern und der vorz&uuml;glichen Ausstellung &bdquo;Erlebniswelt Zivile Konfliktbearbeitung&quot;, erarbeitet von Peace Counts und der Agentur Zeitenspiegel. &Uuml;ber zivik wurden insgesamt 600 Projekte in 50 L&auml;ndern mit 45 Mio. Euro gef&ouml;rdert. Zivik geh&ouml;rt zu den bleibenden friedenspolitischem Leistungen von Rot-Gr&uuml;n! (<a href="http://www.ifa.de/foerderprogramme/zivik/">www.ifa.de/foerderprogramme/zivik/</a>; <a href="http://www.aja-online.org/de/peace-counts/ueber-peace-counts">www.aja-online.org/de/peace-counts/ueber-peace-counts</a> )</p>
<p>(An der Jubil&auml;umsveranstaltung zu <strong>10 Jahre FriEnt</strong>, dem Zusammenschluss von staatlichen Organisationen, kirchlichen Hilfswerken, zivilgesellschaftlichen Netzwerken und politischen Stiftungen in Berlin (19.10.) konnte ich leider nicht teilnehmen. (<a href="http://www.frieent.de/">www.frieent.de</a>)</p>
<p>- <strong>30 Jahre Friedensinitiative FI Nottuln</strong> im M&uuml;nsterland (22.5.): Ich bin der FI ca. seit 28 Jahren verbunden. Die Markenzeichen der FI sind Vielfalt ohne Verzettelung, Offenheit, Dialog- und Konfliktf&auml;higkeit, menschliche Herzlichkeit. In meinem Gru&szlig;wort erkl&auml;re ich, dass die FI ihren Titel &bdquo;vorbildliche FI bundesweit&quot;, also beste FI Deutschlands erfolgreich verteidigt hat. Als Dankgeschenk &uuml;bergebe ich eine CD mit Friedensongs des wohl bekanntesten afghanischen Pops&auml;ngers Farhad Darya (2008 produziert in Kooperation mit Friedensfachkr&auml;ften des DED anl&auml;sslich des Internationalen Friedenstages).</p>
<p>- <strong>Responsibility to Protect/Schutzverantwortung</strong>: Eigentlich war die im Schlussdokument des Weltgipfels von 2005 verankerte Norm in den letzten Jahren immer mehr in den Hintergrund getreten. Im Sudan/Darfur und im Ost-Kongo wich die Staatengemeinschaft in den letzten Jahren der Schutzverantwortung lieber aus. Mit der von Gaddafi f&uuml;r Bengasi angek&uuml;ndigten gro&szlig;en Rache wurde die Schutzverantwortung pl&ouml;tzlich wieder aktuell - und mit der Sicherheitsratsresolution 1973 so ausdr&uuml;cklich zur Begr&uuml;ndung eines UN-mandatierten Milit&auml;reinsatzes wie nie zuvor. Mehrfach wirkte ich als Vortragender bzw. Podiumsteilnehmer an Veranstaltungen zur Schutzverantwortung mit:</p>
<p>- 1. M&uuml;nsterscher Kongress zur Humanit&auml;ren Hilfe (20.5.) mit Generalleutnant a.D. Romeo Dallaire, Kommandeur der UN-Friedenstruppe in Ruanda 1994, und Prof. Frank Chalk vom Montreal Institute for Genocide and Human Right Studies, Initiatoren des &bdquo;Will To Intervene Project&quot; (W2I) zur Bek&auml;mpfung von V&ouml;lkermord (http://.migs.concordia.ca/W2I/home.htm)</p>
<p>- &bdquo;Souver&auml;nit&auml;t der Staaten oder Rechte der Menschen?&quot; in der Reihe &bdquo;Dialoge zum Frieden&quot; im Rathaus von M&uuml;nster (12.10.) mit Prof. Christian Wolter, Prof. Marianne Heimbach-Steins, Julie Zeh (Juristin + Schriftstellerin), Tankred St&ouml;be (Pr&auml;sident &Auml;rzte Ohne Grenzen)</p>
<p>- &bdquo;Krisen und Kriege - Die Einhaltung der Menschenrechte in bewaffneten Konflikten&quot;, Podiumsdiskussion im Rahmen einer Vorlesungsreihe zu 50 Jahren Amnesty International an der FU Berlin (22.6.)</p>
<p>- &bdquo;Das Prinzip der Schutzverantwortung aus politischer Perspektive&quot;, Vortrag bei Workshop &bdquo;Die UN und das Prinzip der Schutzverantwortung&quot; mit Sch&uuml;lervertreterInnen aus Hessen bei der Akademie f&uuml;r Information und Kommunikation der Bundeswehr in Strausberg (19.9.). Ich vermeide dabei die &uuml;bliche Verk&uuml;rzung auf milit&auml;rische Interventionen und betone die Responsibility to Prevent.</p>
<p>- <strong>Umfassende Ans&auml;tze (Comprehensive Approach</strong>)</p>
<p>(a) in der <strong>Kontroverse</strong>: Tagung &bdquo;Ziviles + milit&auml;risches Engagement in Konflikten - Ministerien und Zivilgesellschaft im Gespr&auml;ch&quot; von BAKS und Evang. Akademie Bad Boll (7./8.6.) mit guter Beteiligung der verschieden Ressorts und Hilfsorganisationen; Workshop der Plattform Zivile Konfliktbearbeitung + Evang. Akademie Villigst &bdquo;Bestandsaufnahme zur Vernetzten Sicherheit: Ein ernsthaftes Konzept?&quot; (5.7.)</p>
<p>(b) <strong>konzeptionell</strong>: Kolloquium zur Vorstellung des Handbuchs &bdquo;Toolbox Krisenmanagement - Von der zivilen Krisenpr&auml;vention bis zum Peacebuilding: Prinzipien, Akteure, Instrumente&quot;, von Claudia Major, Tobias Pietz, Elisabeth Sch&ouml;ndorf, Wanda Hummel von SWP + ZIF (14.4.). Die Toolbox war im Beirat Zivile Krisenpr&auml;vention angeregt worden.</p>
<p>(c) in der <strong>praktischen Umsetzung</strong> beim 1. Deutsch-Niederl&auml;ndischen Corps in M&uuml;nster: Symposium &bdquo;Comprehensive Approach&quot; (30.6./1.7.) und Visitors Day (22./23.9.) bei der <strong>&Uuml;bung &bdquo;COMMON EFFORT</strong>&quot; in M&uuml;nster: Vor dem Hintergrund seiner f&uuml;hrenden Einsatzerfahrungen auf dem Balkan und in AFG-S&uuml;d treibt der niederl&auml;ndische Kommandierende General des Corps, Ton van Loon, die Umsetzung und &Uuml;bung des Comprehensive Approach voran, mit N&uuml;chternheit, Offenheit und Humor. Wo die Wirkungsm&ouml;glichkeiten von Milit&auml;r begrenzt und schlechte Regierungsf&uuml;hrung eine Hauptquelle von Aufstandsbewegungen sei, da komme es entscheidend auf das bestm&ouml;gliche und partnerschaftliche Zusammenwirken politischer, ziviler, milit&auml;rischer und polizeilicher Akteure an. An erster Stelle stehe eine Ver&auml;nderung der Sichtweise und &bdquo;Change of Culture&quot;. Neu an COMMON EFFORT war, dass hier nicht nur Zivilisten als &bdquo;Role Player&quot; mitwirkten, sondern dass &Uuml;bungsaufbau, Ziel(e) und Ablauf in einem offenen und kontroversen Prozess gemeinsam erarbeitet wurden. Zehn Monate vor der &Uuml;bung nahm eine &bdquo;Interagency Working Group&quot; mit ca. 20 Repr&auml;sentanten von Ministerien, Organisationen und Instituten ihre Arbeit auf. Die simulierte, UN-mandatierte Stabilisierungsmission wurde von einer Doppelspitze aus &bdquo;Civilian&quot; und &bdquo; Military Head of Mission&quot; gef&uuml;hrt, die ihr Vorgehen untereinander, mit der Gastnation und einem &bdquo;Special Representative of Secretary General&quot; der UN abzustimmen hatten. An der &Uuml;bung nahmen 300 Milit&auml;rs und 140 Zivilisten von 33 Organisationen teil. Ein 12-k&ouml;pfiges Evaluation Team (u.a. SWP und &bdquo;Clingendael&quot;) mit Winrich K&uuml;hne an der Spitze gew&auml;hrleistete eine unabh&auml;ngige Auswertung. W&auml;hrend das niederl&auml;ndische Au&szlig;enministerium mit 20 Diplomaten zu der &Uuml;bung entsandte, war das deutsche AA nur mit zwei Diplomaten vertreten, die sich vor dem Hintergrund ihrer AFG-Erfahrung freiwillig gemeldet hatten. Bedauerlicherweise waren seitens des Bundestages/Unterausschuss Zivile Krisenpr&auml;vention und Vernetzte Sicherheit keine Beobachter dabei, auch nicht bei den Vorg&auml;ngerveranstaltungen. HIER an den Schnittstellen politischer Auftrag/Strategie/ Operationalisierung, Primat der Politik/Diplomatie/Zivile + milit&auml;rische + polizeiliche Akteure/Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen w&auml;re ihre teilnehmende Beobachtung besonders gefragt!</p>
<p><strong>- Afghanistan</strong>: Angesichts der bedrohlichen Finanzkrise und Arabellion, aber auch wegen des angek&uuml;ndigten Abzugsjahrs 2014 geht die allgemeine Aufmerksamkeit f&uuml;r den AFG-Konflikt und -Einsatz deutlich zur&uuml;ck. Der Trend einer wachsenden AFG-M&uuml;digkeit wird nur kurz mit der Internationalen AFG-Konferenz in Bonn und vielen Tagungen in ihrem Umfeld unterbrochen. Immerhin meldeten sich afghanische Zivilgesellschaft und ihre NGO-Unterst&uuml;tzer so sehr zu Wort wie nie zuvor. Die 34 Delegierten des AFG-Forums richteten eine Botschaft an die 2. Bonn-Konferenz (<a href="http://www.afghanistan-forum.org/">www.afghanistan-forum.org</a>) VENRO ver&ouml;ffentlichte gemeinsam mit dem europ&auml;ischen AFG-Netzwerk ENNA sowie 18 weiteren internationalen NGO das Positionspapier &bdquo;International AFG Conference: Priorities for action&quot; (<a href="http://www.venro.org/1093.html">www.venro.org/1093.html</a>). V&ouml;llig separat davon liefen die Protestaktivit&auml;ten der Friedensbewegung &bdquo;Sie reden vom Frieden. Sie f&uuml;hren Krieg. Truppen raus aus Afghanistan!&quot; 4500 Demo-Teilnehmer zeigten erneut die seit Jahren andauernde Mobilisierungsschw&auml;che des AFG-Protestes. Ein wesentlicher Grund daf&uuml;r ist, dass die Parole &bdquo;Kriegsbeendigung durch sofortigen Truppenabzug&quot; wenig &uuml;berzeugt. Auf der als Verst&auml;ndigungsversuch geplanten AFG-Konferenz von VENRO und Friedensbewegung am 19.2. in Hannover waren die unterschiedliche Grundorientierungen deutlich zutage getreten: Bei den Entwicklungs-NGO`s an erster Stelle die Partnerorientierung, Lokalkompetenz, Chancenf&ouml;rderung; bei Vertretern von Friedensgruppen Fokussierung auf die westlichen Milit&auml;rs und ihren Abzug als ersten Schl&uuml;ssel der Konfliktl&ouml;sung, geringe Lokalkompetenz und wenig Chancenorientierung. Meine Gesamteinsch&auml;tzung habe ich zusammengefasst in dem Artikel &bdquo;<em>Nach den Aufbau-Illusionen nun die Abzugs-Illusionen?&quot;, erschienen </em> in der Novemberausgabe des Mitgliedermagazins des Bundeswehrverbandes (<a href="http://nachtwei.de/">www.nachtwei.de</a>. Hier benenne ich die strategischen Fehler, versuche eine Zwischenbilanz und formuliere wesentliche Schlussfolgerungen:</p>
<p><em>&bdquo;Auch wenn sich N&uuml;chternheit breit gemacht hat. Die Strukturdefizite deutscher Afghanistanpolitik sind keineswegs behoben. Zuallererst ist mehr Ehrlichkeit notwendig, angefangen beim klaren und erf&uuml;llbaren Auftrag. Fr&uuml;here Aufbau-Illusionen d&uuml;rfen jetzt nicht in Abzugs-Illusionen umkippen. Nicht nur zwischen den verschiedenen ISAF-Nationen, sondern auch in der deutschen Innenpolitik sind die Anzeichen einer &bdquo;Abzugskonkurrenz&quot; um Reduzierungszahlen und -fristen un&uuml;bersehbar.</em></p>
<p><em>Nat&uuml;rlich geh&ouml;rt Afghanistan als Streitthema in den Bundestagswahlkampf 2013. Verantwortungslos wird es aber, wo es f&uuml;r parteipolitische Zwecke instrumentalisiert wird, ohne R&uuml;cksicht auf die Wirkung in Afghanistan. Das w&auml;re ein Gro&szlig;verrat an den Menschenrechten der kriegsgebeutelten afghanischen Bev&ouml;lkerung, an internationaler kollektiver und menschlicher Sicherheit.</em></p>
<p><em>In Deutschland gibt es inzwischen Abertausende Frauen und M&auml;nner, die in Uniform oder Zivil in und f&uuml;r Afghanistan mit vollem Einsatz gearbeitet haben, die dieses Land und seine Menschen nicht mehr losl&auml;sst, denen die Zukunft Afghanistans nicht egal ist.</em></p>
<p><em>Wir sollten diejenigen Politiker best&auml;rken, die dem Sog der parteipolitischen Konkurrenz widerstehen, die bereit und in der Lage sind, die noch vorhandenen Chancen zu nutzen. Bestm&ouml;glich. Verantwortungsvoll.&quot;</em></p>
<p><strong>- R&uuml;ckkehrer aus Kriseneins&auml;tzen</strong><em>: </em>Seit Jahren halte und kn&uuml;pfe ich Kontakt zu R&uuml;ckkehrern aus Kriseneins&auml;tzen, vor allem aus AFG: zu Soldaten, Polizisten, Entwicklungshelfern, Diplomaten. Sie vermitteln die differenziertesten, bodennahen, n&uuml;chternen, ehrlichsten Einblicke in Realit&auml;ten, die regierungsoffiziell eher besch&ouml;nigt, die in der allgemeinen &Ouml;ffentlichkeit eher pauschal und aufs Negative verk&uuml;rzt wahrgenommen werden. R&uuml;ckkehrerInnen machen &uuml;berwiegend die Erfahrung, dass hierzulande ihr besonderes Engagement und ihre Intensiverfahrungen kaum bis gar nicht interessieren, oftmals sogar nicht bei ihren Herkunfts- und Entsendeinstitutionen. Ihre Erfahrungskompetenz und besondere Motivation bleiben meist ungenutzt.</p>
<p>In der Regel lassen Eins&auml;tze in Krisenregionen und insbesondere ein Land wie AFG nicht mehr los. Sie wirken faszinierend, irritierend, manchmal traumatisierend, machen nachdenklicher, relativieren die Probleme in Deutschland. Sie k&ouml;nnen soziale + interkulturelle Kompetenz, aber auch resignative und zynische Haltungen bef&ouml;rdern. Inzwischen gibt es in Deutschland eine vierstellige Zahl &uuml;berwiegend junger M&auml;nner, die leibhaftig Guerilla- und Terrorkrieg erlebt haben, die geschossen, get&ouml;tet, verwundet haben, die k&ouml;rperlich und seelisch verwundet wurden und das bei N&auml;chsten erlebten. Es w&auml;chst eine &bdquo;Generation Einsatz&quot;, deren eingebrannten Einsatzwelten kaum noch mit der individualisierten Welt zuhause vermittelbar ist.</p>
<p>Meine politische Motivation macht sich inzwischen zunehmend an den Menschen fest, die im &ouml;ffentlichen Auftrag in Krisenregionen f&uuml;r Aufbau, Entwicklung, Gewalteind&auml;mmung und Friedensf&ouml;rderung arbeiten und von dort zur&uuml;ckkehren. Unter ihnen begegneten mir ziemlich viele Mutmacher. Ihnen gegen&uuml;ber steht die Politik in der Pflicht und Schuldigkeit, alles daf&uuml;r zu tun, dass ihr Einsatz auch Aussicht auf Erfolg hat. Das gilt ganz besonders da, wo der Einsatz mit hohen Gefahren f&uuml;r Leib, Leben und Seele verbunden ist. Dementsprechend enden meine Vortr&auml;ge zu AFG und Kriseneins&auml;tzen inzwischen meist mit der R&uuml;ckkehrerthematik: dass Soldaten, Entwicklungshelfer, Polizisten Anspruch auf Aufmerksamkeit, Anerkennung und verl&auml;ssliche F&uuml;rsorge haben; dass ihre Kompetenzen viel besser genutzt werden m&uuml;ssen; dass sie nicht durch eine halbherzige und unehrliche Politik missbraucht werden d&uuml;rfen.</p>
<p><strong>Bundeswehrreform und friedens- und sicherheitspolitische Debatte</strong></p>
<p>Ein neuer Reformanlauf war &uuml;berf&auml;llig. Minister de Maiziere hat &uuml;ber Strukturen, Standorte und Beschaffungsvorhaben entschieden. Eine Antwort auf die politische Krise der Auslandseins&auml;tze (bez&uuml;glich Wirksamkeit und Akzeptanz) unterbleibt aber. Ein gravierendes strategisches Defizit ist, dass die Bundeswehrreform nicht eingebettet ist in eine Reform deutscher Friedens- und Sicherheitspolitik und ihrer Strukturen insgesamt. Das kann man nicht dem Verteidigungsressort allein anlasten, sondern trifft angesichts der Beschw&ouml;rungen des vernetzten Ansatzes ebenso die beteiligten Ressorts Ausw&auml;rtiges Amt, BMZ, Innenressort, Kanzleramt und h&auml;tte eine Selbstverst&auml;ndlichkeit sein m&uuml;ssen. Notwendig sind eine Klarstellung des neuen Bundeswehrauftrags im Grundgesetz und eine systematische Auswertung der Auslandseins&auml;tze. Als blo&szlig;e immanente Strukturreform wird dieser j&uuml;ngste Reformanlauf St&uuml;ckwerk produzieren und keinen Schritt voranbringen zu einer wirksameren Friedens- und Sicherheitspolitik.</p>
<p>Die Forderung nach einer breiteren friedens- und sicherheitspolitischen Debatte und Verst&auml;ndigung ist in der Community seit Jahren Konsens. Auch wenn die vermeintliche Ferne heutiger Sicherheitsrisiken und der Strukturwandel der &Ouml;ffentlichkeit einer solchen Debatte Grenzen setzen: Vor allem Regierung und Parlament k&ouml;nnten hier T&uuml;ren &ouml;ffnen. Zuallererst Minister, die auf den bequemen Erlassweg verzichten und Grundlagendokumente wie ein Wei&szlig;buch zun&auml;chst in einer Art erster Lesung zur Diskussion stellen w&uuml;rden, um sie nach parlamentarischer und &ouml;ffentlicher Er&ouml;rterung ggfs. zu ver&auml;ndern und zu beschlie&szlig;en. Eine breitere Debatte braucht auch die Kompetenz und &ouml;ffentliche Wortmeldung von Einsatz- und Friedenspraktikern. Mehr oder weniger subtile Maulk&ouml;rbe sind daf&uuml;r kontraproduktiv. (vgl. Artikel im JS-Magazin 1/2012)</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">(5) Publikationen</span></strong></p>
<p>- <strong>Bundeswehrreform: St&uuml;ckwerk ohne Politikreform</strong>, in: JS-Magazin - Die Evangelische Zeitschrift f&uuml;r junge Soldaten, Januar 2012</p>
<p>- Der <strong>Afghanistaneinsatz der Bundeswehr</strong> - <strong>Vom Stabilisierungseinsatz zur Aufstandsbek&auml;mpfung</strong>, in: Anja Seiffert, Phil C. Langer, Carsten Pietsch (Hrsg.): Der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan - Sozial- und politikwissenschaftliche Perspektiven, SOWI-Jahresschrift Dezember 2011 (<em>auch mit Schlussfolgerungen f&uuml;r deutsche Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik. Erstmalig spannende empirische Einblicke in den dt. AFG-Einsatz auf Basis der Kontingentstudie &bdquo;ISAF 2010&quot; des SOWI </em>)</p>
<p>- <strong>Gedenkveranstaltung 10 Jahre Deutsches Riga-Komitee</strong>, in: Brosch&uuml;re &bdquo;Riga-Bikernieki&quot; hrsg. vom Dt. Riga-Komitee/Volksbund Deutsche Kriegsgr&auml;berf&uuml;rsorge, November 2011</p>
<p>- <strong>Zehn Jahre Afghanistaneinsatz</strong>: <strong>Nach den Aufbau-Illusionen nun die Abzugs-Illusionen?</strong> in: Die Bundeswehr, Mitgliedermagazin des Dt. Bundeswehrverbandes, November 2011</p>
<p>- Input zum <strong>Themenkomplex &bdquo;Vernetzte Sicherheit</strong>&quot; beim Beirat Zivile Krisenpr&auml;vention des Ausw&auml;rtigen Amtes, Oktober 2011 (<a href="http://nachtwei.de/">www.nachtwei.de</a> )</p>
<p>- In Deutschland bisher ignoriert: Internationaler Friedenstag in Afghanistan (18.9.), <a href="index.php/articles/1079">www.nachtwei.de/index.php/articles/1079</a></p>
<p>- <strong>Publikationen aus meinem Archiv - Stellungnahmen nach dem 11. September 2001</strong> (alle unter www.nachtwei.de):</p>
<p>- Anforderungen an eine Kabul-Schutztruppe (21.12.2001)</p>
<p>- Pers&ouml;nliche Erkl&auml;rung zur OEF-Abstimmung (16.11.2001)</p>
<p>- Interner Brandbrief an Fraktionsvorstand (2.11.2001)</p>
<p>- Keine Macht dem Terror - nur wie? (26.9.2001)</p>
<p>- &bdquo;<strong>Rache + Vergeltung? Blo&szlig; nicht</strong>!&quot; Ausf&uuml;hrliches Interview zum 11. September vor 10 Jahren auf <a href="http://www.gruene.de/">www.gruene.de</a> am 9.9.</p>
<p>- <strong>Interkulturelle Beziehungen und Kompetenz bei Kriseneins&auml;tzen aus politischer Perspektive</strong>, Vortrag auf dem Internationalen Expertentreffen &bdquo;Coping with Culture&quot; am Zentrum Innere F&uuml;hrung, Koblenz 4.10.2011</p>
<p>- <strong>Erste, aber flackernde Lichtblicke seit Jahren - Bericht von einem Kurzbesuch</strong> in Mazar und Kunduz im April, Juli 2011 (<a href="http://nachtwei.de/">www.nachtwei.de</a> )</p>
<p>- &bdquo;<strong>Internationale Verantwortung</strong>&quot; - T&uuml;r&ouml;ffner f&uuml;r mehr Auslandseins&auml;tze? Kommentar auf dem Online-Debattenmagazin &bdquo;The European&quot;, Anfang August 2011 (<a href="http://www.theeuropean.de/">www.theeuropean.de</a>; <em>wieder ver&ouml;ffentlicht im PDF-Jahrbuch von The European &bdquo;Das Jahr 2011 in Debatten&quot;, f&uuml;r das 58 von &uuml;ber 2000 Kommentaren ausgew&auml;hlt wurden)</em></p>
<p>- <strong>11. September bis 22. Dezember 2001</strong> - Von New York nach Afghanistan aus Berliner Sicht&quot;, Pers&ouml;nliche Aufzeichnungen von W. Nachtwei, August 2011 (30 S., <a href="http://nachtwei.de/">www.nachtwei.de</a> ) (Angesto&szlig;en durch ein ausf&uuml;hrliches Recherchegespr&auml;ch von zwei SPIEGEL-Redakteuren durchforste ich meine Kladde XIV und Aktenbest&auml;nde - mit spannenden Ergebnissen: Extreme Ungewissheit der Situation, enorme Beratungsdichte; wachsende Kluft zwischen US-Unterst&uuml;tzung und Basisstimmung; Rhetorik der &bdquo;uneingeschr&auml;nkten Solidarit&auml;t&quot;, de facto Vorsicht und angezogene Handbremse; die OEF-Entscheidung absorbiert 95% der Streitenergie, ist h&ouml;chst strittig. Die ISAF-Entscheidung f&uuml;nf Wochen sp&auml;ter ist kaum strittig. Externe Expertise &auml;u&szlig;ert sich weitsichtig und n&uuml;chtern. Im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen steht die Frage der eigenen Gewaltanwendung, kaum die Frage des wirksamen Schutzes vor terroristischer Gewalt, der Wirksamkeit des internationalen Eingreifens. W&auml;hrend der hei&szlig; umstrittene KSK-Einsatz ohne Opfer im Geheimen ausl&auml;uft, eskaliert der in den ersten Jahren kaum strittige ISAF-Einsatz ab 2006/8 in Kriegsbeteiligung. .In der SZ-Serie &bdquo;9/11&quot; l&auml;sst Nico Fried in Teil 7 &bdquo;Die Macht der Minderheit - Wie Kanzler Gerhard Schr&ouml;der im Bundestag den deutschen Anti-Terror-Einsatz durchsetzte&quot; vom 18.8. ausf&uuml;hrlich meine Aufzeichnungen zu Wort kommen.</p>
<p>- <strong>R&uuml;stungsexporte und gr&uuml;ne Fraktion</strong> <strong>2002-2009</strong>: Dauerkonflikt unter Rot-Gr&uuml;n, Schweigekartell unter der Gro&szlig;en Koalition - Ausz&uuml;ge aus meinen pers&ouml;nlichen Aufzeichnungen, 10. Juli 2011 (<a href="http://nachtwei.de/">www.nachtwei.de</a>)</p>
<p>- F&uuml;r eine politische <strong>Aufwertung der VN-Friedenssicherung</strong> in Deutschland - Ungenutzte Chancen des VN-Peacekeeping nutzen, DGVN Policy Paper von Ekkehard Griep und W. Nachtwei, Juli 2011 (<a href="http://www.frieden-sichern.de/">www.frieden-sichern.de</a>)</p>
<p>- Die <strong>Auslandseins&auml;tze im R&uuml;ckblick - Was wir f&uuml;r die Zukunft lernen</strong> sollen, Vortrag auf der N&uuml;rnberger Sicherheitstagung 2011, Juni 2011 (<a href="http://nachtwei.de/">www.nachtwei.de</a> )</p>
<p>- Kommentar: &Uuml;bergabe in Verantwortung? <strong>Was kommt nach ISAF</strong>? in: KOMPASS, Zeitschrift der Katholischen Milit&auml;rseelsorge 7-8-2011</p>
<p>- Buchbeitrag: Der <strong>deutsche Afghanistan-Einsatz</strong>: <strong>Bedeutung, Bilanz und Konsequenzen</strong>, in: Das internationale Afghanistan-Engagement in der Sackgasse? Eine politisch-ethische Auseinandersetzung, hrsg. von Heinz-Gerhard Justenhoven und Ebrahim Afsah ( Institut f&uuml;r Theologie und Frieden Hamburg), Nomos Baden Baden 2011 (Dieses und das folgende Buch lobt Hauke Friederich am 23.11. auf ZEIT-ONLINE ausdr&uuml;cklich als lesenswert.)</p>
<p>- Buchbeitrag: <strong>Parlamentsbeteiligung in Regierung und Opposition</strong>: B&uuml;ndnis 90/Die Gr&uuml;nen, in: Christoph Schwegman (Hrsg.): Bew&auml;hrungsproben einer Nation - Die Entsendung der Bundeswehr ins Ausland, Berlin 2011</p>
<p>- Stellungnahme zum Sachverst&auml;ndigengespr&auml;ch des Innenausschusses des Landtages NRW &bdquo;<strong>Abzug deutscher (NRW-)Polizisten aus Afghanistan</strong>&quot; (Antrag der Fraktion DIE LINKE) am 9. Juni 2011 in D&uuml;sseldorf (<a href="http://nachtwei.de/">www.nachtwei.de</a>)</p>
<p>- <strong>Milit&auml;rintervention in Libyen</strong> - Notwendigkeit, Legitimit&auml;t, Risiken, ZIF Policy Briefing Mai 2011 (<a href="http://www.zif-berlin.org/">www.zif-berlin.org</a>)</p>
<p>- <strong>GENAUER HINSEHEN</strong>: (1) <strong>Sicherheitsvorf&auml;lle AFG</strong>-Nord Aug. 2010 - Anfang Mai 2011; (2) <strong>Sicherheitsvorf&auml;lle AFG landesweit</strong> (ohne RC North) bis Anfang Mai 2011; (3) <strong>Sicherheitsvorf&auml;lle nach Wochen/Regionen + Kategorien bis April 2011</strong> (<a href="http://nachtwei.de/">www.nachtwei.de</a>, auch <a href="http://www.geopowers.com/">www.geopowers.com</a>) Die Sicherheitslage muss ich seit 2007 erstellen, weil die Bundesregierung eine solche umfassende Unterrichtung nicht leistet.</p>
<p>- Nebel in der W&uuml;ste: Internationale <strong>Milit&auml;rintervention in Libyen</strong> - Notwendigkeit + Legitimit&auml;t, Wirkungen + Risiken? Ende M&auml;rz 2011 (auch unter <a href="http://www.frieden-sichern.de/">www.frieden-sichern.de</a> und <a href="http://www.geopowers.com/">www.geopowers.com</a>)</p>
<p>- &bdquo;<strong>Die Forderung ist sehr berechtigt</strong>&quot;, Interview zur Forderung &bdquo;20 Millionen vom Milit&auml;r&quot; in: &bdquo;Frieden braucht Fachleute&quot;, Zeitung des Forum Ziviler Friedensdienst 2/2011</p>
<p>- Stellungnahme als Sachverst&auml;ndiger in der &ouml;ffentlichen Anh&ouml;rung des Ausw&auml;rtigen Ausschusses des Bundestages &bdquo;<strong>Kriterien zur Bewertung des Afghanistaneinsatzes</strong>&quot; (23.11.2010) (<a href="http://www.bundestag.de/bundestag/ausschuesse17/a03/anhoerungen/prot_17_23.pdf">www.bundestag.de/bundestag/ausschuesse17/a03/anhoerungen/prot_17_23.pdf</a>)</p>
<p>- <strong>Das Leiden der anderen</strong>, Rede bei der zentralen Gedenkfeier zum Volkstrauertag 2010 in M&uuml;nster, in: GEGEN VERGESSEN - F&Uuml;R DEMOKRATIE, Zeitschrift des Vereins, Nr. 67</p>
<p>- <strong>KFOR-Einsatz im Kosovo</strong> <strong>auf der Zielgerade</strong>, ABER NOCH NICHT AM ZIEL! Besuch beim 28. deutschen Einsatzkontingent, M&auml;rz 2011 (<a href="http://nachtwei.de/">www.nachtwei.de</a>, <a href="http://www.geopowers.com/">www.geopowers.com</a>)</p>
<p><strong>- Wer bleibt am Ende in Afghanistan? </strong>Ein Dialog zwischen W. Nachtwei und Netzwerkmitgliedern, in: ad hoc international &bdquo;Afghanistan - Pers&ouml;nlich - Positiv - Kritisch&quot;, Heft 8, Januar 2011 (Zeitschrift des Netzwerks f&uuml;r Internationale Aufgaben - Stiftungskolleg und Mercator Kolleg Alumni (NefiA) und des CSP-Netzwerks)</p>
<p>- <strong>Das unehrliche Mandat</strong>, auf: The European, 27.1.2011, <a href="http://www.theeuropean.de/">www.theeuropean.de</a></p>
<p><strong>- Aufbau im Schatten von Guerillakrieg und Aufstandsbek&auml;mpfung - Deutsches Afghanistan-Engagement vor dem zehnten Einsatzjahr, </strong>Reisebericht von der 15. AFG-Reise nach Kabul, Mazar-e Sharif und Kunduz (Ende August), 41 S., Januar 2011</p>
<p>- <strong>Chronologie die Bundeswehreinsatzes</strong> in AFG und Chronologie AFG (seit 19. Jhdt.), Januar 2011</p>
<p>- <strong>Die neue Bundeswehr</strong> - zivil und kriegerisch?, in: Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik, Januar 2011</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Publikationsl&uuml;cken</span></strong><strong>: </strong>Neue Folgen der Better News (letzte Folge Nr. VII vom Mai 2010) und &bdquo;Sicherheitslage AFG&quot; (April/Mai 2011) schaffte ich nicht, sind aber als n&auml;chste geplant.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">(6) Wissenschaftliche Interviews</span></strong><span style="text-decoration: underline;"> <strong>und Hintergrundgespr&auml;che</strong></span></p>
<p>Wissenschaftliche Interviews im Rahmen von Doktor-, Magister- und Bachelorarbeiten zu</p>
<p>Fr&uuml;hwarnung und Konfliktpr&auml;vention, Polizeiaufbau Afghanistan, Strategische Kultur in Deutschland, Parlamentsbeteiligung bei Auslandseins&auml;tzen, Einfluss der Innenpolitik bei Auslandseins&auml;tzen der Bundeswehr, Historische Erfahrungen und Afghanistaneinsatz, Vergleich der politischen Entscheidungsprozesse und Interventionsstrategien Deutschlands und Portugals bez. Afghanistan, ATALANTA-Einsatz, Vernetzter Sicherheit/Comprehensive Approach, Haltung der Bundesrepublik Deutschland zu Streumunition, Diasporagemeinschaften als Partner und Akteure in den internationalen Beziehungen (Bsp. Deutschland, USA und irakische Diaspora), Ghetto Riga, Bundeswehr-Ehrenmal.</p>
<p>Mein beliebtester Interview-Ort ist die &bdquo;EINS&quot; im ARD-Hauptstadtstudio. Hier kann man in aller Ruhe immer wieder sehr eilige Abgeordnete und Bundestagsbesch&auml;ftigte vorbeihetzen sehen.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">(7) Dankbar </span></strong><span style="text-decoration: underline;">bin ich:</span></p>
<p>- zuerst meiner Frau Angela, die meine entschleunigten, aber immer noch emsigen&nbsp; Aktivit&auml;ten unterst&uuml;tzt und meine langsame Resozialisierung verst&auml;ndnisvoll begleitet;</p>
<p>- MitarbeiterInnen in Ministerien, Institutionen und Organisationen, die unsere/meine Arbeit in Beir&auml;ten und Vorst&auml;nden verl&auml;sslich und sehr kooperativ unterst&uuml;tzen;</p>
<p>- den &auml;u&szlig;erst kollegialen MitarbeiterInnen und Abgeordneten der GR&Uuml;NEN Bundestagsfraktion, vor allem des AK IV; meine ehemaligen MitarbeiterInnen Andreas, Angelika, Anja, Sabine, Tom sind weiter Spitze!</p>
<p>- den vielen Veranstaltern f&uuml;r ihre Einladungen, den Empf&auml;ngern meiner vielen E-Mail-Versendungen f&uuml;r ihre Aufnahmebereitschaft und hilfreichen Antworten.</p>
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