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Genauer Hinsehen: Sicherheitslage Afghanistan (Lageberichte + Einzelmeldungen) bis 2019
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Internationale Politik und Regionen + Bericht von Winfried Nachtwei
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Auf in mein viertes Quartal! Jahresausblick 2021 (Persönl. Meldungen zur Friedens- und Sicherheitspolitik Nr. 59; mit der Liste meiner Publikationen seit Anfang 2020)

Veröffentlicht von: Nachtwei am 14. April 2021 22:00:02 +02:00 (10076 Aufrufe)

Einen persönlich-politischen Jahresrückblick wie sonst gab es zu 2020 nicht. Stattdessen jetzt ein Jahresausblick über den 15. April hinaus in mein inzwischen viertes Quartal. Es folgt ein Rückblick auf die Zeitumstände meines beginnenden ersten Quartals aus der Sicht meiner Mutter.

Auf in mein viertes Quartal!

(mit der Liste meiner Publikationen seit Anfang 2020)

Winfried Nachtwei, 14.04.2021

Im Unterschied zu den Vorjahren verfasste ich für 2020 keinen persönlich-politischen Jahresrückblick. Die Corona-Arbeitsbedingungen erschwerten es, meine inzwischen 48.

Din-A-4-Kladde mit meinen persönlichen Aufzeichnungen fortzuführen.

(Bericht 2019 „In unfriedlich-stürmischen Zeiten keine Ruhe in Sichthttp://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&ptid=1&catid=81%2B107&aid=1618  )

Stattdessen dieses Mal ein Ausblick über die Schwelle des kommenden 15. April hinaus.

Das dann geschaffte dreiviertel Jahrhundert werde ich erst feiern, wenn wir geimpft sind und wieder mehr menschliche Nähe möglich ist. Ich sehne mich danach, dass dann auch endlich wieder persönlicher Austausch und Live-Vorträge möglich sind. (Nach  42 Vorträgen in 2019 waren es 2020 nur noch sechs live und fünf online).

(Zum Kontext des 15. April 1946 Auszüge aus den Erinnerungen meiner Mutter Milli Nachtwey, www.nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1688  ) )

Was habe ich vor?

(1) Im Beirat Zivile Krisenprävention der Bundesregierung haben wir am 31. März eine Stellungnahme zum Umsetzungsbericht der Bundesregierung zu den Leitlinien „Krisen verhindern. Konflikte bearbeiten, Frieden fördern“ von 2017 veröffentlicht. (https://peacelab.blog/uploads/Stellungnahme_Umsetzungsbericht_Leitlinien_Beirat_Zivile_Krisenpr%C3%A4vention_2021_03_31.pdf ; meine Zusammenfassung unter  www.nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1686 )

Der 2018 berufene 7. Beirat mit seinen Vorsitzenden Kira Vinke und Bodo von Borries ist der produktivste, den ich seit dem Startjahr 2005 erlebt habe. In Folge der Leitlinien wurde sein Mandat erweitert und intensivierte sich die Beiratsarbeit mit einigen Arbeitsgruppen, seit einigen Monaten erstmalig und bestens von einer beim ifa angesiedelten Mitarbeiterin, Laura Berger, unterstützt. Beiratsmitglieder waren erheblich an den Konsultationen zu den neuen drei Sektorstrategien (Sicherheitssektorreform, Rechtsstaatsförderung, Vergangenheitsarbeit) beteiligt.

Erstmalig erarbeitete der Beirat Studien bzw. gab sie in Auftrag und zwar zu

-  Friedenspolitische Kohärenz deutscher Afrikapolitik - Eine Analyse anhand der afrikabezogenen Leitlinien und Strategiepapiere der Bundesregierung

- Klimawandel und Konflikte - Herausforderungen für die deutsche Außen- und Sicherheitspolitik (hierzu Kommentierung von mir)

- Schutzzonen: Möglichkeiten, Grenzen, Dilemmata (hierzu verfasste ich ein Gutachten)

(  https://peacelab.blog/beirat-zivile-krisenpraevention#publikationen-des-beirats )

Meine nächsten Aufgaben auf diesem Arbeitsfeld sind:

- Eine Stellungnahme zum Umsetzungsbericht vor dem Hintergrund meiner Langzeit-begleitung des Themas und angesichts aktueller Herausforderungen.

- Eine Stellungnahme zu einer lange überfälligen, jetzt zwingend notwendigen ressort-übergreifenden, unabhängigen Wirkungsanalyse / Evaluierung des deutschen Afghanistaneinsatzes und –engagements wird eine fünfköpfige Gruppe, in den nächsten Wochen erarbeiten. Ich koordiniere die Gruppe. (Eine solche Analyse habe ich seit 2006 immer wieder gefordert und dazu etliche Teilbeiträge geliefert)

- Die Weiterarbeit in der Beirats-AG „Öffentliche Kommunikation ziviler Krisen-prävention“, die eine Medienresonanzanalyse zum deutschen Krisenengagement in Mali, insbesondere seiner zivilen Komponente, in Auftrag gegeben hat. Bisher habe ich den Beirat in der ressortgemeinsamen AG „Kommunikation internationalen Krisenengagements“ der Bundesregierung vertreten. Mit diesen beiden Arbeitszusammenhängen wird erstmalig systematisch auf Bundeebene das Dauerhandicap dieses Politikfeldes, seine schwere mediale „Verkäuflichkeit“ und regelrechte strukturelle „Unsichtbarkeit“ angegangen.

Instrumente mit erheblichem Potential in diesem Kontext sind die Feierstunden zum Tag des Peacekkeepers, die seit 2013 alljährlich stattfinden, 2020 aber pandemiebedingt ausfallen musste. (Mehr dazu unter (3))

Ein wichtiger Hebel gegen die allgemeine Minimalwahrnehmung von Krisenengagements und Friedensarbeit, ihren Geschichten und Leistungen wäre ein „Fonds für unabhängige journalistische Arbeit in Konfliktregionen“, wie er von Michael Gleich, dem Anstifter von Peace Counts, angeregt wurde.

Mit der von der Evangelischen Landeskirche in Baden initiierten Kampagne „Sicherheit neu denken – Von der militärischen zur zivilen Sicherheitspolitik – Ein Szenario bis zum Jahr 2040“  stehe ich in intensivem kritisch-konstruktiven Dialog und habe dazu mehrere umfassende Stellungnahmen verfasst. (https://www.sicherheitneudenken.de/zivile-sicherheit-ist-wirksam/sicherheit-neu-denken-im-realitaets-check/ )

(2) Der internationale Afghanistaneinsatz und die deutsche Beteiligung daran werden Ende diesen Jahres 20 Jahre alt. Das von 43 Jahren Krieg und Terror geplagte Land befindet sich zzt. in einer besonders kritischen Phase. Extrem die Unsicherheiten und Risiken. Möglich ist ein Abrutschen in einen enthemmten Bürgerkrieg. Als jemand, der an 20 Mandatsent-scheidungen bis 2009 beteiligt war und sich trotz aller krassen Ernüchterungen dem Land, seinen Menschen und den Einsatzrückkehrern verbunden fühlt, bleibe ich dran an Afghanistan, einem Thema, dessen die deutsche Gesellschaft und Politik überwiegend sehr müde geworden ist.

Im Vorbereitungsteam der Villigster Afghanistan-Tagung, im entstehenden Afghanisch-Deutschen Forum, in der von mir geleiteten AG „Einsatzrückkehrer, -folgen und Soziales“ des Beirats Innere Führung der Verteidigungsministerin habe ich immer wieder mit Afghanistan zu tun. Auf meiner Website informiere ich in unregelmäßigen Abständen zur aktuellen Entwicklung, angefangen bei den UNAMA-Zivilopfer-Berichten, bis zu vereinzelten „Better News“, die es trotz alledem auch gelegentlich gibt. Das läuft weiter.

Gegen zivilgesellschaftliche Akteure und Menschenrechtsaktivisten richtet sich seit einigen Monaten eine Kampagne gezielter Morde, meist ohne Bekennernachricht, was die Einschüchterungswirkung nochmal erhöht. Vor zwei Wochen erhielt ich einen Notruf der  Menschenrechtsaktivistin Marzia Rustami aus Kunduz. Mit ihr waren wir im August 2008 bei einer Abgeordnetenreise in Kunduz zusammengetroffen, wo sie uns von ihrer Peacebuilding-Arbeit berichtet hatte.  Ihr Schwager war im Februar von den Taliban ermordet worden, sie steht auf deren Todesliste. Im SPIEGEL erschien ein Interview mit ihr von Susanne Koelbl, der langjährigen Krisenreporterin. In einem Schreiben an AA-Staatsminister Niels Annen drängte ich auf schnelle Nothilfe für diese mutige Menschenrechtsaktivistin, die in Kunduz auch nach Überfällen und Besetzung durchhielt. Sie muss aus Afghanistan raus und in Sicherheit gebracht werden!

Marzia Rustami steht stellvertretend für die zivilgesellschaftlichen, demokratischen Kräfte, die mit dem Vorrücken der Taliban in den nächsten Monaten akut mit dem Tode bedroht sind. Ihnen hatten deutsche Politiker*innen hundertfach versprochen, „Wir lassen Euch nicht im Stich“, zuletzt bei der Mandatsdebatte am 25. März. Gestern meldete die Washington Post, Präsident Biden wolle einen militärischen Abzug bis zum 11. September, dem 20. Jahrestag der Terrorangriffe von Al Qaida. Die deutsche und europäische Politik muss sich den wahrscheinlichen menschenrechtlichen Folgen stellen. Jetzt kommt die Stunde der Wahrheit gerade auch für eine deutsche Politik, die ihr Afghanistanengagement insbesondere mit der Förderung von Rechtsstaatlichkeit, Demokratie, Menschen- und Frauenrechten begründet und gerechtfertigt hat. Eine deutsche Politik, die die mutigsten Verbündeten ihres menschenrechtlichen Anspruches ihren Verfolgern und Mördern ausliefern würde, hätte jede Glaubwürdigkeit verloren. Das wäre nicht zuletzt ein Dementi der zu Recht gelobten Leitlinien „Krisen verhindern, Konflikte bewältigen, Frieden fördern“ der Bundesregierung.

20 Jahre Afghanistaneinsatz: Angesichts des näher rückenden 20. Jahrestages des deutschen Afghanistaneinsatzes am 16. November (Operation Enduring Freedom) bzw. 22. Dezember 2001 (ISAF) wird zunehmend nach der Bilanz des Einsatzes gefragt werden. Unbestreitbar ist, dass zentrale Ziele verfehlt wurden (nachhaltige Überwindung einer internationalen Terrorgefahr aus Afghanistan, sicheres Umfeld, Aufbau verlässlicher Staatlichkeit). Verbreitet ist das Urteil, der Einsatz sei gescheitert. Strittig ist die Bewertung von Teilerfolgen.

Zigtausende Frauen und Männer wurden von Bundesregierung und Bundestag sowie Durchführungs- und Hilfsorganisationen nach Afghanistan entsandt. Sie (und ihre Angehörigen) nahmen erhebliche Belastungen in Kauf, durchstanden zum Teil massive Risiken. In der Regel erfuhren sie für ihre großen Einsatzleistungen in der Gesellschaft wenig Aufmerksamkeit und Anerkennung. Ihnen allen stellt sich die Frage nach dem Sinn ihres Einsatzes, ganz besonders Soldaten, die verwundet aus Afghanistan zurückkehrten, die dort Kameraden verloren: War alles umsonst?  Staatsbürger in Uniform, die aus Einsicht dienen sollen und wollen und keine Söldner sind, dürfen mit dieser aufwühlenden Frage nicht allein gelassen werden (wie 2015 angesichts der Besetzung von Kunduz). Sie brauchen dazu eine ehrliche und glaubwürdige, also auch selbstkritische Kommunikation von ihren politischen Auftraggebern.

Jedenfalls: An den entsandten deutschen Soldaten, Diplomaten, Entwicklungsexperten und Polizisten lag es nicht, dass zentrale große Ziele der Staatengemeinschaft nicht erreicht wurden. Ich habe diese bei meinen 20 Besuchen seit 2002 hoch schätzen gelernt. Die Kommunikation von Bundesregierung, Bundestag und Bundespräsident sollte einhergehen mit Dialogformaten, wo militärische wie zivile AFG-Rückkehrer ihre Erfahrungen und Empfehlungen  mitteilen, austauschen und festhalten  können.

Ich biete meinen Vortrag „19 (20) Jahre Afghanistaneinsatz im vernetzten Ansatz: Erfahrungen, Bilanz, Schlussfolgerungen – War alles umsonst?“ an, online und bald hoffentlich wieder live.

Nächster Termin: 5. Mai, 19.00 Uhr bei Sara Nanni, Bundestagskandidatin in Düsseldorf,

( https://sara-nanni.de/aktuelles/sprechen-wir-ueber/ ) Am 14.04. spreche ich über dasselbe Thema mit den jungen Mitgliedern des Forums Neue Sicherheitspolitik der Heinrich Böll Stiftung.

Bei der Durchsicht meiner weit über 200 Beiträge zu Afghanistan fällt mir auf, wie früh meine Fraktion und ich als zuständiger Sprecher angesichts der Lageverschärfung gewarnt sowie auf Bestandsaufnahme und Kurswechsel gedrängt hatten, immer und immer wieder, später auch angesichts des ISAF-Rückzuges, dann anlässlich mehrerer Offensiven auf Kunduz. Es war eine Kette von deutlichen und faktenbasierten Frühwarnungen, die regelmäßig bei Bundesregierung und Koalitionsfraktionen verpufften. Mir drängt sich verstärkt die Frage auf, ob meine Geduld zu nachsichtig war, zu wenig Biss hatte.

(3) Deutsche Sicherheits- und Friedenspolitik insgesamt:

Im Beirat Innere Führung, der von der Verteidigungsministerin berufen wird und diese zu Fragen der Inneren Führung berät, leite ich seit 10 Jahren die AG „Einsatzrückkehrer, -folgen und Soziales“ (früher AG PTBS). Meine Schwerpunktthemen im Beirat sind aktuelle Probleme bei Einsatzgeschädigten (insbesondere bei ehemaligen Soldaten), Kommunikation zu 20 Jahren Afghanistaneinsatz, Bewaffnete Drohnen, Extremismus-Prävention in der Bundeswehr und Stärkung demokratischer Abwehrkräfte, Erfahrungen in neueren Einsätzen (Litauen, Mali). Geplant ist der Besuch des deutschen Kontingents in Litauen.

Bisher habe ich die Mali-Einsätze bei MINUSMA und EUTM Mali noch nicht besuchen können. Deshalb bin ich zu diesen Einsätzen wohl aussage-, aber nicht vortragsfähig. Nach Abklingen von Corona hoffe ich, endlich auch diese Missionen und die zivilen Komponenten besuchen zu können.

 

Internationale Polizeimissionen (IPM): Der ehemalige langjährige Vorsitzende der AG Internationale Polizeimissionen und Ex-Inspekteur der NRW-Polizei Dieter Wehe, plant eine Neuauflage des „Handbuchs Polizeimanagement“ von 2017. Hierzu werde  ich meinen Beitrag „Internationale Polizeimissionen als Element deutscher Außen- und Sicherheits-politik“ überarbeiten.

Am 15./16. April nehme ich an der zweiten Klausurtagung der Initiative „Sicherheit neu denken“ zu „Weltinnenpolitik und Internationale Polizei“ teil, jetzt mit dem Untertitel „Krisenpräventionspotenziale“. Auf der Klausurtagung im letzten September hatte ich zu der Frage referiert, ob Internationale Polizeimissionen als „letztes Mittel“ ausreichen, um inner- und zwischenstaatliche Gewalt einzudämmen und Zivilbevölkerung zu schützen. ( http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1662 )

Ressortgemeinames Planspiel CERASIA an der Führungsakademie der Bundeswehr: Gerade traf die Einladung ein, dass ich auch Anfang September 2021 als Rollenspieler an der Übung teilenehmen möge, dann zum sechsten Mal seit 2017. Die Übungen des jeweiligen Lehrgangs  General- / Admiralstabsdienstes national (mit Kolleg*innen des AA und BMZ) geben einen tiefen Einblick in die sicherheitspolitische Denkweise des Führungsnachwuchses der Bundeswehr. (http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1658 )

Der Tag des Peacekeepers, angelehnt an den International Day of UN Peacekeepers am 29. Mai: Ein Ereignis, bei dem der Friedensauftrag von deutschen Kriseneinsätzen im Auftrag  der Vereinten Nationen und ihr multidimensionaler, vernetzter Ansatz besonders deutlich wird. Bei dieser friedenspolitischen Großveranstaltung kommen jeweils so viele interessante und spannende Friedenspraktiker*innen zusammen wie bei keiner anderen Gelegenheit in Deutschland. Dass solche ermutigenden Veranstaltungen zugleich von den Tagesmedien notorisch nicht wahrgenommen werden, hat mich in meinen regelmäßigen Berichten von einer „unausgesprochenen Friedensmüdigkeit“ in den Redaktionen sprechen lassen. Unter den neuen Bedingungen des Kommunikationskonzepts müsste sich das ändern lassen.

Bündnis 90/Die Grünen: Als kooptiertes Mitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft Frieden & Internationales von Bündnis 90/Die Grünen wirkte ich an der Erarbeitung des Grundsatz-programms von 2020 mit (wie auch 2002). Bis zur BDK im Juni steht die Erarbeitung des Bundestagswahlprogramms an, wo ich an Änderungsanträgen zum 6. Kapitel „International zusammenarbeiten“ beteiligt bin.

Erstmalig in der Geschichte der Grünen bildete sich vor einem Jahr eine der BAG zugeord-nete AG Bundeswehr, die von einer Kollegin und mir koordiniert wird und sich – durch Corona begünstigt – monatlich online trifft. Von den mehr als 40 Interessierten sind bemerkenswert viele Bundeswehrangehörige, sowohl Zivilbeschäftigte wie einsatzerfahrene Offiziere.

Eine Regierungsbeteiligung von Bündnis 90/Die Grünen ist in der Partei nach 16 Jahren Opposition nicht nur gewollt, sondern auch sehr wahrscheinlich, vielleicht sogar in der Führungsrolle.

Die größte in Deutschland zu vergebene Verantwortung muss bestmöglich ausgefüllt werden, auch auf Politikfeldern, die den Grünen insgesamt ferner liegen und wo es keine eigene exekutive Erfahrung gibt. Ein solches Feld ist die militärische Dimension von umfassender Sicherheitspolitik, wo die Grünen über ihre sehr anerkannten Fachpolitiker*innen hinaus über wenig Erfahrung und Fachleute verfügen. Auch wenn die Grünen programmatisch seit den späten 1990er Jahren ihre fundamentale Distanz zu Streitkräften überwunden haben, ist die Distanz zwischen den grünen und militärischen Milieus, die Unkenntnis voneinander bis zu Misstrauen noch erheblich.

Seit Jahren hat die etablierte Politik bei vielen Bundeswehrangehörigen massiv an Vertrauen verloren. Der frühere sicherheitspolitische Ruf von CDU/CSU ist verblasst. Die SPD scheint  nach letzten Entscheidungen für viele Soldat*innen kaum mehr wählbar zu sein. Die AfD mit den relativ meisten Ex-Polizisten und –Soldaten in ihren Reihen simuliert ein Kümmern und biedert sich bei Angehörigen der Sicherheitskräfte an. In dieser Situation ist es von erheblicher Bedeutung, ob die wahrscheinliche Regierungspartei Grüne Vertrauen bei den Bundeswehrangehörigen gewinnt oder leichtfertig Misstrauen verstärkt. Vertrauensbildend wirkt am ehesten – so meine Erfahrung –, wenn Politiker*innen und Bürger*innen sich ernsthaft interessieren, kompetent - und sehr wohl auch kritisch - kümmern, verantwortlich agieren – und nicht mit Anbiederei, Anpassung und Nach-dem-Mund –Reden einerseits oder mit kenntnislosen Fern“diagnosen“ andererseits.

Solche Vertrauensbildung will ich kritisch-konstruktiv begleiten. Den Wahlkampf und den Übergang zu grüner Regierungsverantwortung auf Bundesebene will ich kritisch-loyal unterstützen.

Das werde ich politisch wie persönlich besonders gern tun, weil aus meinem „Nahbereich“ besonders qualifizierte und vertrauenswürdige Kandidatinnen zur Wahl stehen:

- Maria Klein Schmeink, hoch anerkannte und erfahrene gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion und stellv. Fraktionsvorsitzende, seit 2009 für den Wahlkreis Münster, Platz 7 der Landesliste NRW,

- Agnieszka Brugger, politische Koordinatorin des AK IV und stellv. Fraktionsvorsitzende aus Baden-Württemberg, Platz 3 der Landesliste,

- Sara Nanni, Direktkandidatin Düsseldorf II, vormals Münster, langjährige BAG-Sprecherin. Platz 17 der Landesliste. ( www.facebook.com/winfried.nachtwei )

Dass profilierte Friedens- und Sicherheitspolitikerinnen mit über 95% (Agnieszka) und über 94% (Sara) auf die Liste gewählt wurden, ist ein gutes Zeichen für das wachsende Gewicht von Friedens- und Sicherheitspolitik bei den Grünen. Und für mich als Grünen-MdB-Veteran ist es ein Glück sondergleichen, solche Nachfolgerinnen in Münster und in meinem Politikfeld zu haben.

Wissenschaftliche Interviews von Studierenden und Doktoranden zu verschiedenen Aspekten der Friedens- und Sicherheitspolitik gab es 2020 etliche und gibt es auch in 2021 weiter. Jetzt erreichte mich das Ergebnis eines Leitfadengesprächs, das Florian Stöhr mit mir im Juli 2015 für seine Dissertation zur „sicherheitspolitischen Community in Deutschland – eine Untersuchung ihrer Hintergründe, Funktionen und Vernetzung“ geführt hatte. Der 388-Seiten-Band erschien Anfang 2021 und beinhaltete ein 6. Kapitel zu Fallstudien. Hier werden „herausragende Akteure“ der deutschen sicherheitspolitischen Community portraitiert – neben Wolfgang Ischinger, Klaus Naumann, Constanze Stelzenmüller auch ein Winfried Nachtwei, Erhebungszeitraum 2001 bis 2013. Bei Darstellungen des Beziehungsgeflechts der Community überraschte mich, als wie hoch mein Vernetzungsgrad ermittelt wurde. Dieser ist seit 2013 selbstverständlich geschrumpft, aber immer noch ansehnlich und eine elementare Ressource meiner Arbeit.

(4) Erinnerungsarbeit.

Am 22.Juni vor 80 Jahren begann Nazi-Deutschland den Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion mit insgesamt 3.050.000 deutschen Soldaten, zusammen mit verbündeten Armeen sogar vier Millionen, 3.350 Panzern, über 2.000 Flugzeugen – die größte Angriffsstreitmacht der Geschichte. Direkt hinter ihnen vier Einsatzgruppen von Sicherheitspolizei und SD sowie rund 60 (!) Polizei-Bataillone als mobile Massenmord-kommandos. Die Ungeheuerlichkeiten dieses Vernichtungskrieges von Anfang an, das Wüten dieser Kommandos in Belarus, dem Baltikum, der Ukraine und Russland  ist in der deutschen Gesellschaft bis heute relativ wenig bewusst und viel verdrängt. (Einer Verdrängung der anderen Art ist mir bei einer relevanten Gruppierung der Friedensbewegung begegnet, wo in ihrer Basisschrift die Aussage „ziviler Widerstand kann Völkermord verhindern“ einhergeht mit einer völligen Ausblendung des realen, absolut gnadenlosen Vernichtungskrieges im Osten, dem gegenüber ziviler Widerstand völlig aussichtslos war.)

Das gespannte Verhältnis zwischen der EU, NATO  und Putin-Russland darf kein Grund sein, nicht gebührend an dieses gigantische deutsche Staatsverbrechen zu erinnern. Die demokratischen Fraktionen im Bundestag müssen ein würdiges Gedenken im Bundestag auf den Weg bringen.

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, mit dem ich seit zweiter Hälfte der 1990er Jahre konstruktiv zum Ghetto Riga und den Deportationen dorthin kooperiere bereitet etliche Veranstaltungen zum Vernichtungskrieg vor, in der gerade erschienen Verbandszeitschrift "Frieden" ist das Schwerpunktthema wie auch am Volkstrauertag.

Aktiv wird der Verein "Gegen Vergessen - Für Demokratie“, in dessen Vorstand ich bin, ebenso der Münsteraner Geschichtsort „Villa ten Hompel“.

Ich werde auf jeden Fall auf www.nachtwei.de an wichtige Stationen bis zum Jahresende erinnern, angefangen mit der Spur der

16. Panzerdivision aus Münster durch die Südukraine, wo jeweils nur wenige Tage hinter der Fronttruppe die Einsatzkommandos und Polizeibataillone zu wüten begannen. (Die Division erreichte als erste die Wolga bei Stalingrad. 128 ihrer Soldaten überlebten)

Ab November folgt dann mein Vortragsangebot zum "Rigaer Blutsonntag" und den Riga-Deportationen vor 80 Jahren. (Seit 1989 hielt ich bisher über 200 Vorträge zu den Riga-Deportationen)

Am 30. November 1941 begann die Ermordung von rund 26.500 Rigaer Juden. Zum 80. Jahrestag des Rigaer Blutsonntags und 20 Jahre nach der Einweihung der Gedenkstätte im Wald von Bikernieki wird in Riga eine Gedenkveranstaltung stattfinden und in Bikernieki eine Ausstellung eröffnet. Daran will ich wie 2001 teilnehmen. (https://kriegsgraeberstaetten.volksbund.de/friedhof/riga-bikerniekiwald ).

„Nie wieder!“? Im Zusammenhang meiner jahrelangen Beschäftigung mit dem deutschen Vernichtungskrieg im Osten und der Auseinandersetzung um die Responsibility to Protect und ihre Umsetzung ist mir ein klaffender Widerspruch deutlich geworden: Das nationalsozialistische Deutschland war in seiner völkermörderischen Vernichtungspolitik hochprofessionell. Das demokratische Deutschland, das zentrale Schlussfolgerungen aus den deutschen Terrorjahren gezogen hat, verfügt bis heute über wenig Professionalität und Kapazitäten, um im internationalen Verbund wirksam zur Verhinderung von Völkermord und Massenverbrechen beizutragen. Dass dies seit den Leitlinien 2017 zur deutschen „Staatsraison“ gehört, ist ein sehr richtiger, aber bisher nicht eingelöster Ansprach.

Gegenwartsgeschichte: Seit Jahren fällt mir auf, wie schnell allerjüngste Vergangenheit in „Vergessenheit“ gerät, auch wenn es sich um bedeutsame Ereignisse handelt. Das gilt insbesondere für ermutigende „Erfolgsereignisse“ außerhalb des Sports. Im Bereich der Friedens- und Sicherheitspolitik waren das z.B. die Etablierung des neuen Politikfeldes Zivile Krisenprävention, Srebrenica und die Belagerung von Sarajevo, die im Sinne des Auftrages erfolgreiche Kriegsverhinderung durch IFOR, SFOR, ALTHEA, dasselbe bei KFOR im Kosovo. Auffällig war, dass auf meine Aufzeichnungen zum ersten ISAF-Mandat und „Empfehlungen zu einer Kabul-Schutztruppe“ bisher über 21.000 Mal zugegriffen wurde.

( http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1673 )

Gerade habe ich einen Bericht zum Mazedonien-Konflikt vor 20 Jahren eingestellt, wo es 2001 der Staatengemeinschaft tatsächlich gelang, einen mit Sicherheit drohenden Bürgerkrieg mit grenzüberschreitenden Auswirkungen zu verhindern. Dass im Sommer 2001 die Teilnahme der Bundeswehr an der geplanten (freiwilligen) Entwaffnungsaktion der NATO heiß umstritten war und viele Aufrufe aus der Friedensbewegung vor einer Teilnahme warnten, ist lange vergessen.

An solche Jahrestage erinnere ich mit entsprechenden Materialien, persönlichen Aufzeich-nungen meist kurzfristig auf www.nachtwei.de und www.facebook.com/winfried.nachtwei .

(5) Weitere ehrenamtliche Tätigkeiten

Im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) durfte ich im vorigen Jahr bei einer Online-Veranstaltung zu 75 Jahren UN-Charta und einem Workshop zum Zusammenhang von Frieden und Gerechtigkeit mitwirken.

Im Vorstand des Vereins „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ haben wir mit Prof. Andreas Voßkuhle, dem ehemaligen Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, einen vielversprechenden neuen Vorsitzenden. Unsere nächste Mitgliederversammlung findet im November in Münster statt.

Im Vorstand von „Lachen helfen e.V.“, der Initiative von Soldaten und Polizisten für Kinder in Krisen- und Kriegsgebieten, ist die Arbeit durch den Wegfall der vielen öffentlichen Benefiz-Veranstaltungen gelähmt. Zugleich laufen die Vorbereitungen für das 25-jährige Vereinsjubiläum im Juni 2021.

In der AG „Gerechter Friede“ der Deutschen Kommission Justitia et Pax ist unser Schwerpunkt  die europäische Chinapolitik, zu der eine Empfehlung erarbeitet wird.

Beiträge zur Friedens- und Sicherheitspolitik seit Ende 2019

 

Krisen WIRKSAM verhindern, Frieden WIRKSAM fördern – 1. Umsetzungsbericht zu den Leitlinien der Bundesregierung von 2017  und Stellungnahme des Beirat Zivile Krisenprävention, 11.04.2021, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1686

VOR 20 JAHREN: Drohender Bürgerkrieg in Mazedonien! Gewalteindämmung von oben – mit Joschka Fischer in Tirana und Pristinam, 11.04.2001, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1685 

Afghanische Menschenrechtsverteidigerin akut mit dem Leben bedroht – Ihr und ihrem gesellschaftlichen Peacebuilding begegneten wir in Kunduz im August 2008 – „Die Taliban arbeiten Todeslisten ab“, 30.03.2021, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1684

Mein Großvater, der Täter– Ernst Hemicker starb, bevor ich auf die Welt kam. Doch seine Beteiligung am Holocaust lässt mich nicht los“ von Lorenz Hemicker im FAZ Magazin, auf faz.net („Der Totengräber von Rumbula: Mein Großvater, der Täter“) und als Podcast von Timo Steppat, 22.03.2021, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1683 

Stellungnahme zum Umsetzungsbericht der Bundesregierung zu ihren Leitlinien „Krisen verhindern, Konflikte bewältigen, Frieden fördern“ von 2017, 31.03.2021 (Mitwirkung)

„Sind wir in Afghanistan gescheitert?“ Pro + Contra in Publik Forum 5/2021 mit Antworten von Ellinor Zeino, KAS Kabul, und W. Nachtwei, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1682 

6 Wochen vor dem Abzugstermin in Afghanistan: Offensive des US-Außenministers, weiter Mordkampagne gegen zivile Kräfte, SIGAR: „Die Risiken waren nie höher“, Aktuelle Nachrichten aus dem Nebel an der Klippe (2), 18.03.2021), http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1680

Neue Studie „Schutzzonen: Möglichkeiten, Grenzen, Dilemmata“ – Ein bedeutender Anstoß für deutsche Außen- und Sicherheitspolitik, die Schutzverantwortung konsequent und realitätstüchtig wahrzunehmen, Zusammenfassung + Kommentar, 16.03.2021, www.nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1681  ; die Studie: https://peacelab.blog/uploads/Studie_3_Schutzzonen_M%C3%B6glichkeiten_Grenzen_Dilemmata_Beirat_Zivile_Krisenpraevention_web.pdf

Deutsches Engagement für Stabilisierung, Entwicklung, Friedensförderung in Mali, Schlüsselereignisse und Schlüsselprojekte (insbesondere zivile Dimension), 11.03.2021 (für AG „Öffentliche Kommunikation und zivile Krisenprävention“ im Beirat Zivile Krisenprävention und Friedensförderung der Bundesregierung)

Resonanzbogen zum Szenario „Sicherheit neu denken“ der Friedensinitiative Nottuln/ Münsterland, ausführlich ausgefüllt (5 Seiten), 02.03.2021

Winfried Nachtwei – überparteilicher Experte und Netzwerker, in: Florian Stöhr, Die sicherheitspolitische Community in Deutschland. Eine Untersuchung ihrer Hintergründe, Funktionen und Vernetzung, 6. Kapitel Fallstudien: Herausragende Akteure (Wolfgang Ischinger, Klaus Naumann, Winfried Nachtwei, Constanze Stelzenmüller), S. 258-272, Baden Baden 2021

Terror- und Kriegsopfer beim Afghanistaneinsatz – Berichte und Schreiben an Hinterbliebene (2003-2017). März 2021, 28 S.

Ratlos am Hindukusch – Was hält die Bundeswehr in Afghanistan? SWR 2 Forum mit Wolfgang Bauer/ZEIT, Markus Kaim/SWP, W. Nachtwei, moderiert von Martin Durm, 22.02.2021, https://www.swr.de/swr2/leben-und-gesellschaft/ratlos-am-hindukusch-was-haelt-die-bundeswehr-in-afghanistan-swr2-forum-2021-02-22-100.html

Machbarkeits-Illusionen und Selbstbetrug – Die Taliban befinden sich im Aufwind, 20 Jahre internationaler Afghanistaneinsatz stehen auf der Klippe, DER HAUPTSTADTBRIEF, 22.02.2021, https://www.derhauptstadtbrief.de

RND-Interview mit Daniela Vates: Afghanistan-Experte Nachtwei: „Die Bilanz ist krass ernüchtern“, 18.02.2021, https://www.rnd.de/politik/afghanistan-experte-nachtwei-die-bilanz-ist-krass-ernuchternd-K4YHDPEQEFFCNKB7AADM2OT6QU.html

10 (12) Wochen vor dem Abzugstermin in Afghanistan: Anstieg gezielter Mordanschläge in 2020 um 169%, Anzeichen für Kurswechsel der USA. Aktuelle Nachrichten aus dem Nebel auf der Klippe, 05.02.2021,www.nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1677

Afghanistaneinsatz auf der Klippe im Nebel, 18.01.2020, erschienen in „Europäische Sicherheit & Technik“ Februar 2021, Nr. 2 der Reihe „Bilanz 20 Jahre AFG-Einsatz“, www.nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1676 , https://esut.de/2021/02/fachbeitraege/25227/afghanistaneinsatz-auf-der-klippe-im-nebel/

Erstmalige Broschüre zu den Orten der Erinnerung in Riga: Wichtiger Fortschritt in der Erinnerung an den Naziterror in Riga ab Juli 1941 und die Deportationen dorthin, Januar 2021 (Reihe „1941 – 40 Jahre (1) ),  www.nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1674

22.12. vor 19 Jahren: Bundestagsbeschluss zur deutschen ISAF-Beteiligung in Kabul: Meine persönlichen Aufzeichnungen und „Anforderungen an eine Kabul-Schutztruppe“, 24.12.2020, www.nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1673

„Stell dir vor, es ist Krieg, und keiner sieht es“- Gibt es eine systematische Debatte zur militärischen Sicherheits- und Friedenspolitik?, in: Jochen Maurer/Martin Rink (Hg.), Einsatz ohne Krieg? Die Bundeswehr nach 100ß zwischen Politischem Auftrag und militärischer Wirklichkeit, Vortrag bei der 58. Internationalen Tagung für Militärgeschichte des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr/ZMSBw am 21.-23.06.2017 in Potsdam

Öffentliche Kommunikation des deutschen Afghanistanengagements vor einem möglichen militärischen Komplettabzug und fast 20 Jahre nach Beginn, 15.12.2020, intern

Wegen Corona kein öffentlich-gemeinsames Gedenken an die Riga-Deportation am  13.12.1941 – aber wenigstens diese Erinnerungen von Siggi Weinberg aus Münster – und mein Gespräch mit ihm 1991 in Brooklyn, 12.12.2020, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1671

Meine Replik auf den Offenen Brief der Kooperation für den Frieden zum friedenspolitisch angeblich "katastrophalen" Grundsatzprogramm der Grünen, 05.12.2020, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1670

"Wie geht es weiter mit dem Bundeswehreinsatz in Afghanistan?" - und Afghanistan selbst? ARD-Tagesthemen am 1.12.20 mit Stellungnahme auch von mir (plus Ergänzungen zu Knackpunkten und einem Leuchtturm unterm Scheffel), 03.12.2020, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1669 , www.facebook.com/winfried.nachtwei

Friedenschancen am Rande des Abgrunds, in: „Die Bundeswehr“, Mitgliedermagazin des Deutschen Bundeswehrverbandes, Schwerpunkt: „Was bleibt nach dem Dauereinsatz? 20 Jahre Krieg am Hindukusch“, Dezember 2020

Gutachten zur Studie „Schutzzonen: Möglichkeiten, Grenzen, Dilemmata“ von Andreas Heinemann-Grüder, Rainer L. Glatz, Philipp Rotmann, im Auftrag des Beirats Zivile Krisenprävention und Friedensförderung der Bundesregierung, 25.11.2020, Die Studie erschien im Februar 2021,

Ansprache zum Volkstrauertag 2020 in Münster-Albachten, St. Ludgerus-Kirche im Anschluss an die Sonntagsmesse, veranstaltet von der Kameradschaft St. Michael und Albachtener Vereinen mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, 15.11.2020, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1668

"Sicherheit neu denken" verkündet: "Die Ineffektivität militärischer Stabilisierungs-einsätze ist wissenschaftlich erwiesen und evident" - Wirklich? Anregungen zu GENAUEREM HINSEHEN statt Ferndiagnose mit links, 30.10.2020, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1667

Kriseneinsätze, Wirkungen und Wirkungsbeobachtungen: Meine Berichte + Beiträge 2010 bis 2020. Auslands-, Krisen-, Friedenseinsätze: Pauschalmeinungen dazu gibt es viel mehr als Kenntnisse, Ferndiagnosen mehr als Erfahrungen. Hier meine Reiseberichte (> 40) und Beiträge, Teil I 2010-2020, zum GENAUEREN HINSEHEN, 29.10.2020, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1666  Teil II 1995-2009, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1665

Bündnisloyalität, humanitäres Völkerrecht, Tabuzonen – Beispiel Afghanistan. Stellungnahme und Belegtexte zu den Enthüllungen von Prof. Sönke Neitzel gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, 25.10.2020, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1664

Die Auslandseinsätze der Bundeswehr: Bilanz, Erfahrungen Schlussfolgerungen aus der Sicht eines parlamentarischen Mitauftraggebers, Vortrag beim Regionalkreis Südwest der Clausewitz-Gesellschaft am 23.01.2019 in Mannheim, 24.10.2020 (veröffentlicht auch in „Der Panzergrenadier“, Zeitschrift des Freundeskreises der Panzergrenadiertruppe, 1/2020,  http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1663

Internationale Polizeimissionen als äußerstes Mittel zum Schutz vor Kriegs. und Massengewalt? Impulsbeitrag bei einer Klausurtagung der Initiative „Sicherheit neu denken“ zu „Weltinnenpolitik und internationalePolizeiin Karlsruhe, 11.09.2020, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1662

- 5. Symposium des Dt. Riga-Komitees in Berlin: „Ort der Täter“, Oktober 2020,http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1660 

- „Schreibe auf, was wichtig ist!“ Prof. Gertrude Schneider, Überlebende und Zeugin des Rigaer Ghettos, der KZ Kaiserwald und Stutthof, im Alter von 92 Jahren gestorben, 01.10.2020,  http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1659

Menschen schützen, kollektive Sicherheitsinteressen wahren: Ressortgemeinsames Planspiel CERASIA an der Führungsakademie der Bw, zum 5. Mal als ziviler Rollenspieler dabei, September 2020, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1658 

25 Jahre I. Deutsch-Niederländisches Corps: Common Effort für GEMEINSAME Frie-denssicherung. Begegnungen mit dem Corps von Münster bis Kabul – Erfahrungslernen, 26.08.2020, Teil I (2002-10), http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1656  Teil II (2011-20, 1983) http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1654 

Rundgang Kriegerdenkmäler an der Promenade in Münster – 78. Jahrestag des Angriffs der Münsteraner 16. Panzer-Division auf Stalingrad, 23.06.2020, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1653

Beratung zum neuen Grünen Grundsatzprogramm: Meine Anmerkungen und Vorschläge zu den friedens- und sicherheitspolitischen Passagen, 21.08.2020, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1652 

3. Waffenstillstand in Afghanistan seit 2018 – jetzt zum Opferfest: Entwicklung der Unsicherheitslage seit Anfang Juli, Verzögerung der innerafg. Friedensgespräche, Störfeuer. UNAMA-Zivilopferbericht I/2020, 16.08.2020, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1650 

Jüngster UNAMA-Bericht zu Zivilopfern in Afghanistan: Im Halbjahr des US-Taliban-Abkommens Gesamtrückgang um13%, Zunahme der durch Taliban Getöteten um 33%, der Opfer durch Afg. Luftwaffe verfünffacht, 30.07.2020, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1649

Aktuelle Entwicklung in Afghanistan seit dem Waffenstillstand zu Eid: Erst neue Dynamik zu Friedensgesprächen, inzwischen immer mehr grausames Störfeuer, seit 12.06., zuletzt 14.07.2020 (ständig aktualisiert), http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1640

Medienberichte zum 25. Jahrestag des Srebrenica-Genozid Juli 2020 (IV) + Report des UN-Generalsekretärs „The fall of Srebrenica“ (1999), 18.07.2020, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1648 

Srebrenica (III) - Was damals geschah: Dokumente, Videos, Zeitzeugenberichte, Auszüge von „Die letzten Tage von Srebrenica“ (David Rohde/1997), Juli 2020). http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1647 

Srebrenica vor 25 Jahren (II): Verweigerte Schutzverantwortung – Anstoß zur Schutzverantwortung. Beiträge aus dem Bosnien-Streit der Grünen 1995 ff. – Erfahrungen + Lehren,  04./08.07.2020, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1645

Srebrenica vor 25 Jahren (I): Es war Völkermord in Europa – und die Regierungen und Gesellschaften (wir damals) ließen es geschehen. Übersichtsartikel, Dossiers, Chronologie,  04./08.07.2020, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1644

Übersicht und Programmauszüge 1980 bis 2019 zu Grüne und Militär/Bundeswehr und Gewaltfreiheit über vier Jahrzehnte, Juni 2020

Lichtblick in der Menschheitsgeschichte, erste Friedensnorm seitdem: UN75 – Unterzeichnung der UN-Charta vor 75 Jahren, Video und Bericht von der Online-Veranstaltung der DGVN am 26.06.2020 (mit Exkurs zum Polizeibataillon 309/Köln am 27. Juni 1941 in Bialystok)   www.nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1643 

KSK-Begegnungen seit 2015, Persönliche Aufzeichnungen von sechs Begegnungen mit dem KSK 2015, 2016, 2018 und 2020 in Calw und Dresden (intern), Juni 2020

Interview zum Kosovo-Krieg: „Ein großes Übel zur Verhinderung eines unerträglichen Übels“ (anlässlich des Endes des Zweiten Weltkrieges vor 75 Jahren) in: „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ Heft 104/2020, https://www.gegen-vergessen.de/fileadmin/user_upload/Gegen_Vergessen/Mitgliederzeitschrift/GVFD-Magazin_104-2020_web.pdf  ,www.nachtwei.de/index.php?module=articles&func=disolay&aid=1637   

International Day of UN Peacekeepers 2020: Woman in Peacekeeping. A Key to Peace, 29.05.2020, www.nachtwei.de/index.php?module=articles&func=disolay&aid=1636

Nach 3 Monaten Gewalteskalation: 3-tägiger Waffenstillstand in Afghanistan zu Eid al-Fitr eingehalten – und unangekündigt überwiegend fortgesetzt. DIE CHANCE NUTZEN! 24./05.06.2020, www.nachtwei.de/index.php?module=articles&func=disolay&aid=1635  ,

US-Präsident Trump kündigt Vertrag über „Offenen Himmel“: Bericht + Rede von mir aus der Frühphase und Artikel zum aktuellen Stand eines wertvollen Rüstungskontrollabkom-mens, 22.05.2020, www.nachtwei.de/index.php?module=articles&func=disolay&aid=1634 

CORONA IN AFGHANISTAN und in anderen Konflikt- und Krisenländern: Ein Aufruf zu Hilfe von unten, Aufruf zu Globalem Waffenstillstand, Berichte und Kommentare zu einem anrollenden Tsunami, 04.04./05.05./14.07.2020 (ständig aktualisiert), http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1630

Schreiben an den Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion zur Wahl der/des nächsten Wehrbeauftragten, 05.05.2020,auch in „Europäische Sicherheit & Technik“ Juni 2020,http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1633

Wieder eine überraschende Großkrise: Materialien zur Corona-Pandemie, Krisenprävention, Bevölkerungs- und Katastrophenschutz, 18.05.2020, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1632

Deutsche Akteure für Krisenprävention, Friedenssicherung/-förderung und Humanitäre Hilfe in Mali, Materialien zur Kommunikation des deutschen Engagements (staatliche und nichtstaatliche Akteure) in Mali, 28.04.2020,

„Afghanistan: Das verwundete Land“ – Ein erschütternd-aufklärende Dokumentarserie von NDR, Aljazeera Documentary Channel u.a. auf ARTE am 07.04.2020, http://nachtwei.de/index.php?module=articloes&func=display&aid=1631

Erinnerungen an das „Karfreitagsgefecht“ (2. April 2010) vor 10 Jahren, 02.04.2020, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1627

Buchpräsentation mit/zu afghanischen Ortskräften: „Auch. Wir. Dienten. Deutschland.“ – mit meinem Grußwort und aktuellen Ergänzungen, 30.03.2020, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1627

Die Bundeswehr in Afghanistan: ISAF und Resolute Support, in: Wegweiser zur Geschichte – Afghanistan, i.A, des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr hrg. von Bernhard Chiari, neu bearbeitet von Karl-Heinz Lutz, 4. aktualisierte Auflage, Paderborn 2020, S. 109-121, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1625

Szenario „Sicherheit neu denken. Von der militärischen zur zivilen Sicherheitspolitik“ – Unterstützenswerte Vision? Friedenspolitische Anregung? Nicht von dieser Welt?“ März 2020, 14 S.

Zivile Konfliktbearbeitung im Kontext vernetzter Sicherheit, in: Ines-Jacqueline Werkner/Heinz-Günther Stobbe (Hrsg.), Friedensethische Prüfsteine ziviler Konflikt-bearbeitung, Wiesbaden 2020, S. 109-130, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1622

Bilanzierung & Evaluierung des deutschen Afghanistaneinsatzes:  Seit 2006 immer wieder gefordert – und bis heute verweigert, Materialien zu einer verweigerten Verantwortung, 29.12.2019, 23 S.

Das 54. Deutsche KFOR-Kontingent im Kosovo: So klein wie nie, aber notwendig und wichtig, Bericht von meinem 13. Kosovo-/KFOR-Besuch, 12/2019, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1617

Lehren aus deutschen Krisenengagements gibt es reichlich – aber auch Lernfortschritte? In SIRIUS – Zeitschrift für Strategische Analysen, Heft 4, Dez. 2019, S. 362-377, https://www.facebook.com/zeitschrift.sirius/posts/3587141544629379?__tn__=K-R

Schlechtere Sicherheitslage, lebensnotwendige Unterstützung, durchhaltende Aufbauprojekte: Bericht von meinem 20. Afghanistanbesuch (Mazar-e Sharif und Kunduz), November 2019, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1613

DARUM EUROPA! Frieden braucht Mut! Zentrale Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag 2019 am 17.11.2019 im Plenarsaal des Deutschen Bundestages: Würdiges Gedenken, klare Kante gegen Krieg, Hass und Nationalismus, 20.11.2019,http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1612

Zeitzeugen der Krisenprävention: Nutzt das Potential der Friedensmacher, Beitrag zur PeaceLab-Debatte „Krisenarbeit kommunizieren, Impulse für die Bundesregierung“,  13.11.2019, https://peacelab.blog/2019/11/zeitzeugen-der-krisenpraevention-nutzt-das-potential-der-friedensmacher , http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1611

 


Publikationsliste
Vortragsangebot zu Riga-Deportationen, Ghetto Riga + Dt. Riga-Komitee

Ende 1941/Anfang 1942 rollten Deportationszüge aus Deutschland und Österreich nach Riga.

1989 stieß ich auf die Spuren der verschleppten jüdischen Frauen, Männer und Kinder.

Mit meinem bebilderten Vortrag "Nachbarn von nebenan - verschollen in Riga" stehe ich gern für Erinnerungsveranstaltungen und Schulen zur Verfügung. (Anlage)

Vorstellung der "Toolbox Krisenmanagement"

Von der zivilen Krisenprävention bis zum Peacebuilding: Die 53-seitige Broschüre stellt kompakt und klar auf jeweils einer Themenseite Prinzipien, Akteure und Instrumente des Krisenmanagements vor. Bei einem Kolloquium im Bundestag in Berlin wurde die Schrift einem Fachpublikum vorgestellt. Erstellt von AutorInnen des Zentrums Internationale Friedenseinsätze ZIF und der Stiftung Wissenschaft und Politik SWP ist die "Toolbox" ein wichtiger Beitrag zur friedens- und sicherheitspolitischen Grundbildung auf einem Politikfeld, wo die Analphabetenrate in der Gesellschaft, aber auch in Medien und Politik sehr hoch ist. ... www.zif-berlin.de

zif
Auf dem Foto überreicht W. Nachtwei den AutorInnen seine 2008 erschienene Broschüre zur Zivilen Krisenprävention und Friedensförderung.

Mehr zur Rolle zivilgesellschaftlicher Akteure bei der zivilen Konfliktbearbeitung u.a.:

Tagebuch