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Genauer Hinsehen: Sicherheitslage Afghanistan (Lageberichte + Einzelmeldungen) bis 2019
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UNAMA-Zivilopfer-Bericht 2018: wieder um 11.000 Tote und Verletzte in Afghanistan, Zahl der DAESH-Opfer mehr als verdoppelt, höchste Opferzahl bei Luftoperationen seit 2009

Veröffentlicht von: Nachtwei am 28. Februar 2019 22:49:37 +01:00 (7457 Aufrufe)

Hier meine kommentierte Zusammenfassung des jüngsten Zivilopfer-Jahresberichts von UNAMA, der einzigen Quelle, die systematisch + seriös einen Überblick über die Folgen des bewaffneten Konflikts für die Zivilbevölkerung gibt. Ein solcher Beitrag zu einem realitätsnäheren Lagebild ist im Vorfeld der aktuellen Debatte zu Fortsetzung oder Abbruch des deutschen Afghanistaneinsatzes besonders nötig, wo wieder mal Schönrednerei einerseits und Abzugsillusionen andererseits (jetzt von zwei Fraktionen) eine sicherheits- und friedenspolitisch verantwortliche Entscheidung erschweren.  


UNAMA-Jahresbericht 2018 zu Zivilopfern in Afghanistan:

Wieder um 11.000 Tote und Verletze,

Zahl der Daesh-Opfer mehr als verdoppelt,

 höchste Opferzahl bei Luftoperationen seit 2009

Winfried Nachtwei, MdB a.D.[1] (28.2.2019)

Vorbemerkung

Die seit 2009 erscheinenden UNAMA-Jahresberichte zum „Schutz von Zivilpersonen im bewaffneten Konflikt“ sind inzwischen die einzige Quelle, die regelmäßig, systematisch und seriös einen Überblick über die Folgen des bewaffneten Konflikts für die afghanische Zivilbevölkerung gibt. Die tatsächliche Zahl der Zivilopfer ist allerdings höher, da sie nicht in allen Landesteilen verlässlich mit jeweils drei verschiedenen und unabhängigen Quellen erfasst werden können. Außerdem nicht erfasst wird die enorme „allgemeine Kriminalität“ (z.B. auf dem Feld der Entführungen).

Seit 2007 veröffentliche ich regelmäßig Materialien zur Sicherheitslage in Afghanistan, seit 2013 auch kommentierende Zusammenfassungen der UNAMA-Berichte ( www.nachtwei.de , linke Spalte). Sie sollen zu einem realitätsnäheren und differenzierteren Lagebild beitragen, wo Bundesregierungen seit vielen Jahren zu Beschönigungen neigen. Dabei ist mir bewusst, dass diese Berichte eine fürchterliche Realität, aber nicht die ganze Realität Afghanistans widerspiegeln. Unter schwersten Rahmenbedingungen gibt es zugleich - und auch heute noch – viele Menschen in Afghanistan, die mutig für menschlichere Verhältnisse arbeiten, die sich dem Terror und dem Krieg widersetzen, die Aufbauerfolge verteidigen. Mit Dr. Habiba Sarabi, stellv. Vorsitzende des High Peace Council, langjährige Gouverneurin der Provinz Bamyan, und Ramiz Bakhtiar, erster afghanischer Jugendvertreter bei den Vereinten Nationen, nahmen zwei besonders starke VorkämpferInnen für ein friedliches Afghanistan im letzten November an der AFG-Tagung in Villigst teil.

Die deutsche Aufbauhilfe und Entwicklungszusammenarbeit ist auch nach der Zerstörung der Botschaft viel aktiver und wirkungsvoller, als allgemein bekannt ist. Diese „Hoffnungsträger trotz alledem“ fallen seit Jahren regelmäßig dem medialen Bad-News-Mechanismus zum Opfer. Pauschalgegner des deutschen AFG-Engagements vor allem bei der LINKEN und der AfD ignorieren und leugnen sie.

(vgl. das Kapitel  „Entwicklungszusammenarbeit unter Bedrohung“ in meinem Vortrag „Gehen oder bleiben?“ auf der 32. AFG-Tagung in Villigst am 25.11.2018,http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1563 )

UNAMA veröffentlichte ihren Zivilopfer-Jahresbericht 2018 am 24. Februar 2019.

Das Foto auf der Titelseite zeigt eine Gruppe von Journalisten und Ersthelfern, getroffen von einem Suizid-Angriff in Kabul am 30. April 2018. Neun Journalisten wurden getötet und sechs weitere verletzt, als ein als Journalist getarnter Angreifer seinen Sprengsatz zündete. Nach einem vorherigen Suizid-Angriff an einem Checkpoint des Geheimdienstes hatte der Angreifer auf die hinzu kommenden Ersthelfer und Journalisten gewartet. Daesh/ISKP (Islamic State Khorosan Province) beanspruchte die Täterschaft für den Doppelanschlag, bei dem insgesamt 21 Menschen ermordet und 42 verstümmelt wurden.

https://unama.unmissions.org/sites/default/files/afghanistan_protection_of_civilians_annual_report_2018_final_24_feb_2019_v3.pdf ; Zusammenfassung des Berichts von Thomas Ruttig unter 

https://thruttig.wordpress.com/2019/02/25/trauriger-rekord-hochste-zivilopferzahl-in-afghanistan/

INHALT

(1)   Gesamtentwicklung

(2)   Verursacher und Operationstypen

(3)   Regierungsfeindliche Kräfte

(4)   Pro-Regierungskräfte

(5)   Zivilopferentwicklung in den Provinzen

(6)   Taliban-Angriffe in Schiiten-Gebieten - Die Schullandschaft Jaghori und der deutsche Freundeskreis Afghanistan

(7)   Besondere Sicherheitsvorfälle 2018

ANHANG

- Verluste afghanischer Sicherheitskräfte

- Kontrolle über Bevölkerung und Distrikte

- Jüngste Beiträge zur Lage in Afghanistan

(1) Gesamtentwicklung

Für 2018 meldet UNAMA im Kontext des bewaffneten 10.993 Zivilopfer, 5% mehr als 2017), davon 3.804 Tote, ein Anstieg um 11%. Das ist die höchste Zahl an Ziviltoten seit Beginn der Berichterstattung 2009. Der leichte Rückgang an Zivilopfern in 2017 ist damit mehr als rückgängig gemacht.

Höher getrieben wurden die Opferzahlen durch Suizid- und komplexe Angriffe von Seiten regierungsfeindlicher Kräfte, v.a. Daesh, auf Seiten der Pro-Regierungskräfte (PGF) durch Luftoperationen der US-Streitkräfte und Search-Operationen afghanischer Kräfte.

38% aller Zivilopfer waren Frauen und vor allem Kinder. 927 Kinder wurden getötet, 2.135 verletzt.

Der Bericht 2018 ist der zehnte UNAMA-Jahresbericht. Im zurückliegenden Jahrzehnt wurden insgesamt (mindestens) mehr als 32.000 Zivilpersonen getötet und rund 60.000 verletzt. In 2014, dem ISAF-Abzugsjahr, stiegen die Zivilopferzahlen von 8.600 um 20% auf 10.500 und verharren seitdem auf dem Extremniveau.

Mit anderen Worten: In den fünf Jahren seit 2014 gab es im Vergleich zu 2013 insgesamt mehr Zivilopfer in der Größenordnung von über 10.000 Toten und Verletzten. Es sind die menschlichen Begleitfolgen und „Kosten“ eines Abzuges, der terminfixiert war und keine Rücksicht auf die Übernahmefähigkeit der afghanischen Sicherheitskräfte (ANDSF) nahm. Die Erwartung, mit dem internationalen Kampftruppenabzug werde der Krieg in Afghanistan verlöschen, wurde enttäuscht – im Gegenteil.

Am 26. Februar wurde in Kabul ein Museum eröffnet, das den Opfern des seit 40 (!) Jahren andauernden Gewaltkonflikts in Afghanistan gewidmet ist. Darüber ausführlich Thomas Ruttig in der taz: http://www.taz.de/!5572402/ .

(2) Verursacher und Operationstypen

Lt. UNAMA waren

- regierungsfeindliche Kräfte für 63% der Zivilopfer verantwortlich, zu 37% Taliban (-7% ggb. 2017), zu 20% Daesh/ISKP (im Vorjahr 10%, ein Anstieg um 118%!), 6% unbekannte regierungsfeindliche Kräfte;

- Pro-Regierungskräfte für 24% der Zivilopfer verantwortlich, zu 14% Afghanische Sicherheitskräfte (ANDSF), zu 6% „internationale Streitkräfte“ (d.h. US-Kräfte), zu 4% Milizen u.a. (Anstieg um 24% ggb. 2017).

Regierungsfeindliche Kräfte waren verantwortlich für 1.343 getroffene Kinder (324 Tote), 44% aller kindlichen Zivilopfer (-3% ggb. 2017).

Pro-Regierungskräfte waren verantwortlich für 1.051 getroffene Kinder (414 Tote), 34% aller kindlichen Opfer, ein Anstieg ggb. dem Vorjahr um 15%.

Der opferreichste Operationstyp war weiterhin der Einsatz von IED`s, wodurch 42% aller Zivilopfer getötet oder verletzt wurden, davon 26% im Kontext von Suizid- und komplexen Angriffen (17% in 2016), 16% „non-suicide IED`s“ (19% in 2016).

Bei Bodenkämpfen wurden 31% aller Zivilopfer getötet oder verletzt, drei Prozent weniger als im Vorjahr (bei getöteten Kindern ein Rückgang um 17%);

bei Luftoperationen 9%, ein Anstieg um 61% (bei getöteten Kindern um 107%);

durch gezielte Tötungen 8% (hautsächlich durch Schusswaffen), ein Rückgang um 23%.

(3) Regierungsfeindliche Kräfte

UNAMA beobachtete 2018 auf Seiten regierungsfeindlicher Kräfte zunehmend das Muster absichtlicher Angriffe gegen Zivilpersonen und zivile Objekte – darunter Regierungsangestellte, Journalisten, Schulpersonal und Beschäftigte in Gesundheitseinrichtungen, religiöse Führer und Minderheiten. Die Zahl der Zivilopfer durch solche Angriffe stieg 2018 um 48% auf 4.125 (davon 1.404 Tote). Mehr als verdoppelten sich dabei die Opfer durch Daesh-Angriffe (von 843 auf 1.871).

Extrem war 2018 der Opferanstieg auf dem Feld der Suizid- und komplexen Angriffe: 65 solcher Angriffe in 2018 forderten insgesamt 2.809 Zivilopfer (2.295 in 2017), davon 886 Tote (605). Fast die Hälfte (28) dieser Angriffe geschah in Kabul. Sie forderten 1.686 Zivilopfer (+5% ggb. 2017), davon 481 Tote. Die Bevölkerung der Hauptstadt ist damit so sehr im Visier von Terrorangriffen der Aufständischen (physisch und psychisch) wie nie zuvor.

UNAMA machte landesweit die Taliban für 21 dieser Angriffe verantwortlich, Daesh für 36.

Im Jahr 2013 gab es 1.236 Zivilopfer (davon 255 Tote) durch Suizid- und komplexe Angriffe, Seit 2014 stiegen die Opferzahlen durch diese Angriffsart Jahr für Jahr so sehr wie durch keinen anderen Operationstyp, am stärksten in 2018.

Daesh/ISKP steigerte die Häufigkeit und Intensität seiner Angriffe vor allem im Osten. Die 138 fast alle gegen Zivilpersonen gerichteten Angriffe von Daesh forderten 2.181 Zivilopfer (681 Tote), ein Anstieg von 118% ggb. dem Vorjahr (2016 hatte sich die Zahl der Daesh-Zivilopfer verzehnfacht). 102 der Angriffe fanden in zahlreichen Distrikten der Provinz Nangarhar statt, 20 in Kabul mit allein 1.027 Zivilopfern. 87% der Daesh-Opfer wurden durch Suizid- und komplexe Angriffe getötet oder verletzt.

Angriffe auf religiöse Stätten, Führer und Gläubige blieben mit 22 Angriffen auf dem hohen Niveau des Vorjahres und wurden fast alle von Daesh verantwortet. Zum Beispiel am 4. Juni in Kabul, als ein Selbstmordattentäter seinen Sprengsatz vorm Eingang zu einem Loya Jirga Zelt zündete, wo 2.000 religiöse Gelehrte aus dem ganzen Land eine Veranstaltung beendeten, bei der eine gemeinsame Fatwa gegen die Angriffe der regierungsfeindlichen Kräfte veröffentlicht wurde. Sieben männliche Zivilpersonen wurden getötet, unter ihnen zwei Gelehrte, und 20 verletzt.

Daesh-Angriffe auf die schiitische Minderheit: Während sich diese in 2017 gegen religiöse Stätten richteten, geschahen im Berichtsjahr 17 der 19 Angriffe in überwiegend von schiitischen Hazara bewohnten Nachbarschaften und Gebieten, Insgesamt wurden bei diesen Angriffen 223 Menschen getötet und 524 verletzt, ein Anstieg um 34% ggb. dem Vorjahr. (Den Auftakt in der Kette von Massaker-Angriffen von Daesh bildete ein Suizid-Angriff am 23. Juli 2016 in Kabul bei einer friedlichen Demonstration von rund 10.000 Menschen für eine bessere Stromversorgung im zentralen Hazara-Siedlungsgebiet. Über 80 Menschen wurden getötet, über 200 verletzt.)

Im Kontext der Parlamentswahlen kam es zu 1.007 Zivilopfern, davon 226 Toten.

Attacken und Drohungen gegen Menschen und Einrichtungen im Erziehungswesen verdreifachten sich in 2018 auf 191 (Beschädigungen, Tötungen, Verletzungen, Entführungen, Drohungen)

62 Vorfälle betrafen Gesundheitseinrichtungen und richteten sich insbesondere gegen Impfkampagnen. In 2018 wurden in Afghanistan 21 neue Polio-Fälle gemeldet, davon 15 im Süden. Hier sind 840.000 Kinder nicht erreichbar.

Anmerkung:

Auffällig ist seit 2016 die Entgrenzung und Radikalisierung von regelrechten Massakerangriffen (Suizid und komplex) gegen die Zivilbevölkerung, insbesondere gegen Schiiten/Hazara, angetrieben von Daesh/ISKP. Sehr beunruhigend ist der anhaltend starke Anstieg von Zivilopfern durch Daesh-Angriffe – trotz aller Bekämpfung durch afghanische  und US-amerikanische Spezialkräfte einerseits und Taliban andererseits.

Die Suizid- und komplexen Angriffe geschehen zum großen Teil in der besonders gesicherten Hauptstadt und unter den Augen der Medien. Die politisch-psychologische Schreckensbotschaft ist gewollt und wirkt: Menschen zerfetzende Blutbäder können jederzeit an jedem Ort geschehen, nichts ist sicher, geschweige  heilig: Die Regierung und die ANDSF können die besonders heimtückischen und grausamen Terrorakte trotz des „Hochsicherheitstrakts“ im Zentrum von Kabul nicht verhindern. Sie können einen Mindeststandard an physischer Sicherheit nicht gewährleisten!

Vor diesem Hintergrund ist es der Gipfel an Schönrednerei und Realitätsleugnung, wenn es im Antrag der Bundesregierung vom 13.02.2019 zur Verlängerung der deutschen Resolute-Support-Beteiligung heißt „Afghanistan bleibt immer noch geprägt von einer schwierigen, wenn auch regional unterschiedlichen Sicherheitslage, einer nicht in allen Landesteilen handlungsfähigen Regierung (…)“.

 (4) Pro-Regierungskräfte

Pro-Regierungskräfte waren lt. UNAMA für 2.612 Zivilopfer (davon 1.185 Tote), d.h. 24% aller Zivilopfer (20% in 2017), verantwortlich. Zu den Zivilopfern kam es hauptsächlich bei

- Bodenkämpfen: 39% aller PGF-Zivilopfer, Rückgang ggb. dem Vorjahr um 9%;

- Luftoperationen: 39% aller PGF-Zivilopfer, insgesamt 1.015, davon 536 Tote; zwei Drittel davon Frauen und Kinder (648, davon 320 Tote). Die Zahl der Zivilopfer bei Luftoperationen stieg 2018 um 61%, der Toten dabei um 82%. Einsätze internationaler Luftstreitkräfte forderten 632 Zivilopfer (davon 393 Tote), der Afghanischen Luftwaffe 304 (115); für 57% der bei Luftoperationen getöteten oder verletzten Kindern macht UNAMA US-Kräfte verantwortlich. In 2018 wurden ungefähr so vielen Zivilpersonen bei Luftoperationen getötet wie in den Jahren 2014/15/16 zusammen. 2018 lag die Zahl der Zivilopfer bei Luftoperationen um zwei Drittel über den 622 Zivilopfern in 2009.

Bei 109 Luftoperationen der US-Streitkräfte kam es zu 632 Zivilopfern, davon 393 Toten – mehr als eine Verdoppelung ggb. dem Vorjahr. Hintergrund ist die Lockerung der Rules of Engagement der US-Streitkräfte Ende 2017 („troops in contact“ ist nicht mehr die notwendige Voraussetzung für Luft-Boden-Einsätze) und der stark steigende Waffeneinsatz bei Luftoperationen seitdem. „Weapons released“

2018: 7.362

2017: 4.361 in

2016: 1.337, in

2015: 947, in

2014: 2.365,

2010: 5.101

2007: 1.708

2006: 310

(https://www.afcent.af.mil/Portals/82/Documents/Airpower%20summary/(U)%20APPROVED%20Dec%202018%20APS%20Data.pdf?ver=2019-02-08-022732-933 )

- Search-Operationen mit 353 Zivilopfern, davon 284 Toten, ein Anstieg um 185% ggb. dem Vorjahr, überwiegend durch Special Forces des afghanischen Geheimdienstes NDS und Khost Protection Force, unterstützt von internationalen Streitkräften. UNAMA ist extrem besorgt über die hohe Zahl an Toten verglichen mit den Verletzten. Das lasse vermuten, dass Gewalt unterschiedslos eingesetzt werde.

UNAMA dokumentierte für 2018 infolge von Operationen der Khost Protection Force insgesamt 22 Zwischenfälle mit 107 Zivilopfern (70 Tote und 37 Verletzte). Ggb. fünf Zivilopfern (3, 2) in 2017 ist die Steigerung drastisch.

(5) Zivilopferentwicklung in den Provinzen

 In 18 der 34 Provinzen ging 2018 die Zahl der Zivilopfer zurück, in 15 Provinzen nahm sie zu. In Kabul gingen 88% aller Zivilopfer auf das Konto von Suizid- und komplexen Angriffen.

Nach Kabul gab es die meisten Zivilopfer in Nangarhar, Helmand, Ghazni, Faryab, Kandahar, Paktya, Kunar, Kunduz, Zabul.

Zum zweiten Mal veröffentlicht UNAMA eine Tabelle zu den Zivilopfern, Trends, wichtigsten verursachenden Taktiken für jede Provinz. Zählung der Provinzen nach der Zahl ihrer Zivilopfer:

Zunahme der Zivilopfer in

1. Kabul: 1.866 Zivilopfer (596 Tote, 1.270 Verletzte) bei a) Suizid/Komplex, b) IED, c) gezielten Tötungen, ggb. 2017 Anstieg 2%

2. Nangarhar: 1.815 (681, 1.131), Suizid-Komplex, IED, Bodenkämpfe, Anstieg 111%

4. Ghazni: 653 (253, 400), Bodenkämpfe, Luftoperationen, gezielte/bewusste Tötungen, Anstieg 84%

5. Faryab: 646 (230, 416), Bodenkämpfe, Luftoperationen, UXO/Landminen, Anstieg 1%

8. Kunar: 397 (128, 269(, Bodenkämpfe, Luftoperationen, IED, Anstieg 77%

13. Baghlan: 261 (68, 193), Bodenkämpfe,, IED, gezielte Tötungen, Anstieg 17%

15. Balkh: 227 (85, 142), Bodenkämpfe, IED, gezielte Tötungen), Anstieg 76%

16. Wardak: 224 (88, 136), Bodenkämpfe, Suizid, IED, Anstieg 170%

17. Jawzjan: 183 (61, 122), Bodenkämpfe, Luftoperationen, IED, Anstieg 55%

22. Kapisa: 139 (39, 100), Bodenkämpfe, Luftoperationen, IED, Anstieg 38%

23. Takhar: 113 (26, 87), Bodenkämpfe, IED, Drohungen, Anstieg 15%

27. Ghor: 64 (28, 36), gezielte Tötungen, Bodenkämpfe, IED, Anstieg 94%

29. Samangan: 46 (19, 27), IED, gezielte Tötungen, Bodenkämpfe, Anstieg 21%

32. Nuristan: 25 (9, 15), Bodenkämpfe, gezielte Tötungen, Luftoperationen, Anstieg 41%

33, Bamyan: 7 (1, 6), UXO/Landminen, Bodenkämpfe, Drohungen, Anstieg 75%

Rückgang der Zivilopfer

3. Helmand: 880 (281, 599) bei Bodenkämpfen, IED, Suizid/Komplex, Rückgang 11%

6. Kandahar: 537 (204, 333), bei IED, Bodenkämpfen, Search-Operationen, Rückgang 25%

7. Paktya: 428 (152, 276), Suizid, Bodenkämpfe,  Luftoperationen Rückgang 13%

9. Kunduz 337 (105, 232),  Bodenkämpfe, Luftoperationen, IED, Rückgang 11%

10. Zabul: 293 (57, 236), Bodenkämpfe, IED, UXO/Landminen, Rückgang 12%

14. Herat: 259 (95, 164) bei IED, Bodenkämpfe, gezielten Tötungen, Rückgang 48%

18. Khost: 175 (84, 91), IED, gezielte Tötungen, Search, Rückgang 3%

19. Uruzgan: 173 (46, 127), Bodenkämpfe, IED, Luftoperationen, Rückgang 70%.

20. Paktika: 159 (67. 83), IED, gezielte Tötungen, Bodenkämpfe, Rückgang 6%

21. Logar: 143 (68, 75), Bodenkämpfe, gezielte Tötungen, Komplexe Angriffe, Rückgang 3%

24. Sar-e Pul: 101 (22, 79), bodenkämpfe, UXO/Landminen, IED, Rückgang 6%

25. Nimroz: 82 (18, 64), Bodenkämpfe, UXO/Landminen, Luftoperationen, Rückgang 17%

26. Badghis: 79 (21, 58), Bodenkämpde, UXO/Landminen, IED, Rückgang 40%

28. Badakhshan: 63 (18, 45), Rückgang 3%

30. Parwan: 41 (20, 21), Bodenkämpfe, Suizid-/Komplex, Bodenkämpfe, Rückgang 47%

31. Daikundi: 41 (19, 22), Bodenkämpfe, Entführungen, IED, Rückgang 5%

Panjshir: 0

(6) Taliban-Angriffe in Schiiten-Gebiete - die Schullandschaft Jaghori + der deutsche Freundeskreis Afghanistan

In den 1960er und 70er Jahren war Afghanistan ein Schwerpunktland westdeutscher Entwicklungszusammenarbeit. Sie ist dort bis heute in bester Erinnerung. 1980, kurz nach der sowjetischen Invasion, entstand aus dem Kreis ehemaliger deutscher EntwicklungshelferInnen der Freundeskreis Afghanistan (FKA). Mit Unterstützung des FKA wuchs In Jaghori, einer Hazara-Enklave in der Provinz Ghazni, im Laufe der Jahre eine Schullandschaft aus neun Schulen, die staatlich registriert und landesweit wegen ihres hohen Bildungsniveaus bekannt wurden. Seit 2005 gibt es in Jaghori ein dreiköpfiges Schulkomitee, in dem Personen verschiedener Clans zusammenwirken. Mitglieder des FKA und Verantwortliche der Schulen kennen und vertrauen sich seit zehn und mehr Jahren. In den letzten zwölf Jahren gab es keinerlei Beanstandungen und war die Zusammenarbeit ausgesprochen verlässlich.

https://www.fk-afghanistan.de/index.php/projekte/projektstandorte/62-jaghori

Wegen der Verschärfung der Sicherheitslage im umliegenden Paschtunengebiet ist Jaghori seit einigen Jahren für Dritte, also auch Vertreter des FKA, nicht mehr erreichbar.

Am 10. August griffen die Taliban die Provinzstadt Ghazni City an und besetzten den größten Teil des Zentrums bis zum 14. August. Bei den Kämpfen wurden lt. UNAMA 79 Zivilpersonen getötet und 183 verletzt, andere berichten von höheren Opferzahlen. Dies war nach Kunduz 2015/16, Farah 2018 die dritte größere Provinzstadt, die einen groß angelegten Taliban-Angriff erlebte. Die Taliban nutzten angeblich Listen von Angehörigen der Verwaltung und Sicherheitskräfte, um sie und ihre Familienmitglieder zu töten. Zu Beginn unterbrachen die Taliban die Stromversorgung und Kommunikationsverbindungen, so dass auch Wasserpumpen blockiert wurden. Große Teile des Basar und das Gebäude der Unabhängigen Wahlkommission wurden niedergebrannt. Bei ihrem Rückzug griffen die Taliban den von Hazara bewohnten Distrikt Nahoor an, dessen Bevölkerung sich erfolgreich zur Wehr setzte.

Am 15. August verübte der IS einen Selbstmordanschlag auf das Mawud-Bildungszentrum in einem von Hazara bewohnten Stadtteil Kabuls und ermordete 50 junge Menschen, viele aus dem Bezirk Jaghori, und verletzte 65 zum Teil schwer.

Im Oktober/November rückten die Taliban brutal in „drei mehrheitlich von Schiiten bewohnten Distrikten in den Provinzen Uruzgan und Ghazni“ vor. „Ausgangspunkt der Kämpfe war der Distrikt Chas Urusgan. Die Taliban holten die Männer aus den Häusern und erschossen sie. Thomas Ruttig berichtete am 13. November über „Schwere Kämpfe im Hasaradschat“ und ihre Hintergründe. ( https://thruttig.wordpress.com/2018/11/13/schwere-kampfe-im-hasaradschat-mit-beitrag-vom-freundeskreis-afghanistan/ )

T. Ruttig berichtete weiter: „Kämpfe gab es auch im Nachbardistrikt Jaghori. Sie begannen mit einem Taliban-Angriff auf acht von örtlichen Milizen bewachten Posten an der Grenze zu Malestan und Khas Urusgan, berichtet die New York Times, deren Korrespondent in das Distriktzentrum Sang-e Mascha gereist war. Dabei war eine Kommando-Einheit der afghanischen Armee von 50 Mann fast völlig aufgerieben worden; der NYT-Reporter sah die Leichen und die Überlebenden in Sang-e Mascha. Er berichtete aber auch von Streitereien und Nichtkooperation zwischen den Kommandos und den Milizen. Der Distriktgouverneur wie viele Einwohner Sang-e Maschas seien nun ebenfalls untergetaucht oder auf der Flucht. (…)

Jaghori ist wahrscheinlich der am besten gebildete Distrikt Afghanistans, mit fast hundertprozentiger Einschulungsrate selbst bei Mädchen. Dort existiert ein von mehreren Organisationen aufrecht gehaltenes Netzwerk von Schulen, u.a. von Schuhada, einer afghanischen Nichtregierungsorganisation, die noch zu Zeiten der sowjetischen Besatzung von der heutigen AIHRC-Vorsitzenden Sima Samar ins Leben gerufen worden war.

Irmela Falke vom deutschen Freundeskreis Afghanistan (FKA) sagte der taz, sie sei sehr besorgt, dass auch die dortigen Schulprojekte ihrer Organisation bei den Kämpfen in Gefahr geraten könnten. Der rein ehrenamtliche tätige Verein unterstützt seit 1980 Schulen in Jaghori, zur Zeit sind es neun, davon drei Mädchengymnasien, die übrigen gemischte, mit zirka 3.700 Schülerinnen und Schülern. Eine davon im Dorf Tschop liegt nur 30 Autominuten vom derzeitigen Kampfgebiet entfernt; dort hat auch Botschafterin Resai ihre Schulbildung absolviert. Alle FKA- und wahrscheinlich auch die anderen Schulen sind wegen der Kämpfe geschlossen, und das während der Prüfungszeit.“

Im jüngsten Info 77 des FKA ist ein persönlicher Bericht des Lehrers Ali N.N. über den „Taliban-Angriff auf Jaghori“ abgedruckt:

„Am 7. November 2018 starteten die Taliban eine breit angelegte Invasion auf Jaghori. Aus verschiedenen Richtungen kommend attackierten sie den Militärposten der im Grenzgebiet liegenden Stadt Hutqui. Alle 77 dort stationierten Soldaten wurden während des Angriffs getötet. Die Taliban hatten so freie Bahn, die nächstgelegene Basarstadt Anguri anzugreifen (…) und weiter ins Zentrum von Jaghori nach Sang-e Mascha vorzudringen. Zuvor war es den Taliban gelungen, Jaghori durch die Zerstörung von Sendemasten von der Außenwelt abzuschneiden. (…)

Als die Taliban Anguri erreichten, floh die Bevölkerung zu Tausenden über Bamyan nach Kabul in großer Furcht und in dem Glauben, dass sich die Taliban mit dem IS zusammengeschlossen hätten. Dabei verloren viele Menschen ihre Moral.

Im Zuge dieser Invasion wurde auch mein Dorf Choop eingenommen. Meine Familie und ich waren gezwungen, unser Haus zu verlassen. Weit im Innern des Bezirks brachte ich die Frauen in Sicherheit. Ich selbst versteckte mich mit meinen Söhnen in den nahen Bergen, um aus der Distanz den Vormarsch zu verfolgen. Es gab in Jaghori nicht genug Militär, um die Taliban zurückzuschlagen und die Regierung verhielt sich still. Daraufhin gab es große Demonstrationen vor dem Regierungsviertel in Kabul. (…) Fünf Tage und Nächte harrten wir in den Bergen aus, bis endlich die ersehnte Unterstützung mit Beteiligung von Spezialkräften Jaghori von den Taliban befreite.

Die zurückgeschlagenen Taliban positionierten sich an den Grenzen unseres Bezirks und blockieren damit alle Wege nach Ghazni, lediglich über Bamyan kann man nach Kabul reisen (…). Wir können jedoch nicht sicher sein, wie sich die Lage weiterentwickelt, wenn das Großaufgebot der Truppen wieder abzieht. Man hört immer wieder Schüsse. Wir sind alle sehr verunsichert.

Die Taliban haben sich während ihrer Besetzung größtenteils nicht zerstörerisch gezeigt., jedoch haben sie die wenige in ihren Dörfern verbliebene Bevölkerung unter Druck gesetzt, die Menschen anzuzeigen, die für die Regierung, NGO`s, Militär, Polizei oder für Ausländer arbeiten. So wurde auch ich, zu meiner bitteren Enttäuschung, als ein für eine ausländische NGO arbeitender Lehrer verraten.

Die Taliban brachen in mein Haus ein, verwüsteten mein Büro, verstreuten die Unterlagen, beschädigten Kassetten und Computerzubehör, das sie dann wie Trophäen von außen an das Eingangstor hängten. Welche Konsequenzen dies bei einem weiteren Angriff haben könnte, darüber mag ich nicht nachdenken.

Jaghori war in den letzten Jahrzehnten ein friedlicher Distrikt in Afghanistan. Die Bevölkerung konnte einen tiefen Atemzug Frieden nehmen, mehr als in jedem anderen Teil unseres Landes, und hat viel in Bildung investiert. Die Menschen begrüßten die Demokratie und begannen eine neue demokratische Zeitrechnung mit freier Rede. Sie legten ihre Waffen nieder und kümmerten sich um Bildung und Kultur. Tausende Mädchen und Jungen haben eine gute Schulbildung genossen und viele ein Hochschulstudium erfolgreich absolvieren können. Diese junge Generation aus Jaghori gehört zum gebildeten Teil der Gesellschaft. Es entsetzt uns, dass wir all diese wertvollen Errungenschaften verlieren könnten.

Insgesamt verloren durch den Taliban-Angriff 130 Menschen ihr Leben und viele wurden verwundet, darunter allein 77 beim Überfall in Hutqul.

Nach Normalisierung der Lage kehrte ein Großteil der Bevölkerung zurück, Schulen wurden wieder eröffnet, die Examen fortgesetzt und abgeschlossen. (…)

Wir schätzen uns trotz allem glücklich, dass keine der vom FKA unterstützten Schulen zu Schaden gekommen ist. Alle noch nicht abgeschlossenen Projekte ruhten jedoch in dieser kritischen Zeit, können aber nach der Winterpause nahtlos wieder aufgenommen werden.“

(7) Besonders schwere Sicherheitsvorfälle 2018

27. November im Distrikt Garm Ser/Helmand: Luftoperation eines US-Kampfflugzeuges auf ein Gebäude. 23 Zivilpersonen, darunter zehn Kinder wurden getötet.

20. November Suizid-Angriff bei einer Versammlung von ca. 2.000 religiösen Gelehrten, Madrasa-Studenten u.a. in einer Wedding Hall in Kabul: 61 wurden getötet, 86 verletzt. Sicherheitspersonal war nicht vor Ort. Die Taliban verurteilten die Tat.

Oktober/November: Taliban-Angriffe in drei überwiegend von schiitischen Hazara bewohnten Distrikten in Uruzgan und Ghazni.

10.-14. August Taliban-Offensive und Besetzung von Ghazni City

19. Juli im Distrikt Chahar Darreh/Kunduz: Afghanische Sicherheitskräfte und Kommandos, unterstützt von internationalen Kräften, kamen unter Feuer, erwiderten es in Richtung eines Compound, von wo der Beschuss zu kommen schien. Ein US-Kampflugzeug zerstörte den Compound komplett mit einer Bombe. Nach afghanischen Ermittlungen wurden 14 Frauen und Kinder getötet, ein Baby überlebte verletzt. Die US-Streitkräfte bestritten, dass es zivile Opfer gegeben hätte, und betonten, es seien alles legitime militärische Ziele gewesen.

16. Juni, 2. Tag des Eid-al Fitr-Festes, als Präsident Ghani einen dreitägigen Waffenstillstand ausgerufen hatte, der auch von den Taliban erklärt wurde. Sicherheitskräfte und Taliban umarmten sich, massenweise gab es unglaubliche Verbrüderungsszenen.

Im Ghazi Amanullah Khan Stadion in Rodat/Nangarhar kamen 300 bis 400 Menschen, örtliche Bevölkerung und Taliban, zusammen. Ein Suizid-Angriff tötete 30 männliche Zivilpersonen und verletzte 67. Daesh beanspruchte die Verantwortung für das Massaker.

04. Juni in Kabul: Suizid-Angriff vor dem Eingang zu einem Loya Jirga Zelt, wo 2.000 religiöse Gelehrte aus dem ganzen Land eine Veranstaltung beendeten, bei der eine gemeinsame Fatwa gegen die Angriffe der regierungsfeindlichen Kräfte veröffentlicht wurde. Sieben männliche Zivilpersonen wurden getötet, unter ihnen zwei Gelehrte, und 20 verletzt. Der Angreifer hatte sich mit einer Uniform des Presidential Protection Service getarnt.

15. Mai Kurzzeitige Einnahme der Provinzstadt Farah City im Westen durch die Taliban

30. April Doppelanschlag von Daesh mit 21 Toten und 42 Verletzten: Erst ein Suizid-Angriff auf einen Kontrollposten des Geheimdienstes in Kabul, dann ein als Journalist getarnter Suizid-Angriff gegen hinzu kommende Journalisten und Ersthelfer, wobei neun Journalisten getötet und sechs weitere verletzt wurden.

04. April im Distrikt Dasht-e Archi/Kunduz: Luftoperation von Helikoptern der Afghan Air Force bei einer religiösen Zeremonie in Nähe einer Madrasa mit Hunderten von Männern und Jungen, wo höhere Taliban-Führer, einschließlich Mitglieder der Quetta Shura und der „Red Unit“ Spezialkräfte der Taliban vermutet wurden. Nach einem UNAMA-Sonderbericht vom Mai wurden beim Einsatz von Raketen und schweren MG 30 Zivilpersonen getötet und 65 verletzt, darunter 79 Kinder, viele unter 10 Jahren.

29. Januar Fünf Daesh-Kämpfer dringen nachts in eine Kaserne in Nähe der Militärakademie ein und töteten elf Soldaten.

27. Januar Im Kabuler Berufsverkehr vor dem Innenministerium: Ein Suizid-Attentäter zündet ein mit Sprengstoff beladenes, als Krankenwagen getarntes Fahrzeug und tötet 114 Zivilpersonen und verletzt 229. Darunter 11 Frauen und 10 Kinder. In der Straße befinden sich auch ein Mütterkrankenhaus, der High Peace Council und mehrere Botschaften. Die Taliban übernehmen die Verantwortung. Es war der tödlichste Einzelvorfall, den UNAMA seit 2009 registrierte. (https://www.nytimes.com/2018/01/27/world/asia/afghanistan-kabul-attack.html )

23.01. In Dschalalabad Angriff auf das Büro von „Save the Children“, drei Tote, 50 MitarbeiterInnen überleben in einem Schutzraum; Daesh übernimmt die Verantwortung.

20.01. Angriff von sechs schwerbewaffneten Taliban auf das Intercontinental Hotel und 15-stündige Belagerung, 40 Tote, darunter die 66-jährige Brigitte Weiler vom Verein Cabilla aus Baden-Württemberg ( http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.taliban-angriff-auf-luxushotel-helferin-aus-dem-suedwesten-stirbt-in-kabul.4e5cd298-33b1-4c04-a4bc-4ad9a3e99c49.html ). Die Taliban übernehmen die Verantwortung.

04.01. Selbstmordanschlag bei einem Polizeieinsatz gegen den Handel mit Alkohol und Schmuggelwaren;  mit 20 Toten und 30 Verletzten;

ANHANG

(1) Verluste der afghanischen Sicherheitskräfte (lt. Special Inspector General for Afghanistan Reconstruction/SIGAR, 42. Quartalsbericht an den US-Congress 30.01.2019, https://www.sigar.mil/pdf/quarterlyreports/2019-01-30qr.pdf )

Seit Juli 2017 veröffentlicht Resolute Support (RSM)  hierzu keine Daten mehr. Für die ersten fünf Monate 2017 hatte RSM noch 2.531 gefallene afghanische Sicherheitskräfte (killed in action/KIA) gemeldet, entsprechend 506 Gefallene durchschnittlich pro Monat.

Die ANDSF hatten dem Special Inspector General for Afghanistan Reconstruction/SIGAR für 2015 durchschnittlich 525 Gefallene pro Monat gemeldet, für 2016 667.

Präsident Ashraf Ghani nannte auf dem World Economic Forum am 24. Januar 2018 deutlich höhere Gefallenenzahlen: um 45.000 seit seinem Amtsantritt im September 2014, d.h. für grob 53 Monate durchschnittlich 849 Gefallene pro Monat. (SIGAR S. 80)

Die New York Times meldete am 27.01.2018, in 2017 seien rund 10.000 Angehörige der ANDSF getötet und mehr als 16.000 verwundet worden. Die meisten und zunehmenden Verluste erleiden Polizei und Armee bei Angriffen auf Checkpoint, wo „Red Units“ der Taliban inzwischen über US-Waffen und Nachtkampffähigkeit verfügen. ( https://www.nytimes.com/2018/01/16/world/asia/taliban-red-unit-afghanistan.html )

Die Verluste der Taliban sollen in ähnlicher Höhe sein.

(2) Kontrolle von Bevölkerung und Distrikten (SIGAR S. 70)

Im August 2016 lebte 69% der Bevölkerung unter Kontrolle/Einfluss der Regierung und 9% unter Kontrolle/Einfluss der Aufständischen.

Im Oktober 2018 lebten unter Regierungskontrolle/-einfluss 64%, unter Aufständischenkontrolle/-einfluss 11%.

In umkämpften Gebieten lebte im August 2016 23% der Bevölkerung, im Oktober 2018 26%.

Die Distrikte unter Regierungskontrolle/-einfluss verringerten sich im selben Zeitraum von 72 auf 54%, die unter Aufständischenkontrolle/-einfluss nahmen von 7 auf 12% zu. Die umkämpften Distrikte nahmen stark zu: von 21 auf 34%.

Laut New York Times vom 08.09.2018 sollen aber nicht 44% der Distrikte von den Taliban kontrolliert oder umkämpft sein, sondern 61%. Die seit Jahren wiederholte Behauptung der NATO, zwischen Pro-Regierungskräften und Aufständischen bestehe ein Patt, ist auch aus den folgenden Grünen nicht glaubwürdig: Die jährliche Schwundrate der afghanischen Sicherheitskräfte soll um die 30% betragen. Laut offiziellen US-Angaben sollen die Taliban 2014 über rund 20.000, 2018 über 60.000 Kämpfer verfügt haben.

Beiträge und Berichte zu AFHGANISTAN seit ISAF-Abzug 2014

von Winfried Nachtwei (MdB 1994-2009)

Stellungnahme zu (ehemaligen) afghanischen Ortkräften: Ihre Bedeutung für das deutsche Afghanistan-Engagement und ihre Gefährdungslage, 14.01.2019,

http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1571

Hintergründe zum Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan und Im Einsatz für ihr Land zwischen die Fronten geraten, in: Nadine Düe/Fabian Forster (Hrsg.), „Auch. Wir. Dienten. Deutschland.“ Über die Zusammenarbeit mit afghanischen Ortskräften während des ISAF-Einsatzes, Bundeszentrale für politische Bildung Schriftenreihe Band 10298, Bonn 2018

Erste Kommentare zur Ankündigung eines US-Teilabzuges aus Afghanistan von T. Ruttig, A. Cordesman/CSIS, TOLOnews, Longwar Journal u.a., 23.12.2018,http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1566

„Gehen oder bleiben?“ Mein Vortrag bei der 32. Afghanistan-Tagung in Villigst – vier Wochen vor der Ankündigung eines US-Teilrückzugs aus Afghanistan, 24.11.2018, (Bericht folgt) http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1563

„Abzug bedeutet Bürgerkrieg“, Bericht über Afghanistan-Vortrag von W. Nachtwei im Pfarrsaal St. Felizitas, Westfälische Nachrichten 17.05.2018,http://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Coesfeld/Luedinghausen/3301956-Ehemaliger-Abgeordneter-Winfried-Nachtwei-berichtet-ueber-Afghanistan-Abzug-bedeutet-Buergerkrieg

Zum neuen Afghanistan-Mandat: Endlich wirksamer? in: DIE BUNDESWEHR, Mitgliedermagazin des Dt. Bundeswehrverbandes. Mai 2018 (nach der Mandatsabstimmung im Bundestag)

Sit-ins-, Peace Camps und Konvois: Mutige Friedensproteste in mehreren afghanischen Provinzen, www.nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1526

Zum neuen Afghanistan-Mandat: Realistischer und wirksamer oder endlos in der Sackgasse? 12.03.2018, www.nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1521

UNAMA-Jahresbericht 2017 zu Zivilopfern Afghanistan: Erstmalig Rückgang allgemein, ABER Anstieg bei komplexen Angriffen, davon 70% in Kabul, und gegen religiöse Stätten; Schiiten im Daesh-Visier, 22.02.2018,www.nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1518

Bundestagsdebatten zur Resolute-Support-Verlängerung/Afghanistan. Nach drei Jahren Beratungsmission in Afghanistan: Klare Sicht? Gemeinsamer Kurs? Langer Atem? Kommentar zu den Bundestagsdebatten über die Fortsetzung der deutschen Beteiligung an „Resolute Support“ am 21.11./12.12.2017, 02.01.2018, www.nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1513

31. Afghanistan-Tagung seit 1984 in Villigst/Ruhr: Hinsehen statt Wegsehen - Mutmacher gegen die Gewaltseuche, Nov. 2017, 26.12.2017, www.nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1512

TRUE WARRIORS“ – Dokumentarfilm: Afghanische Künstler gegen Selbstmordattentate und Mob-Gewalt, 29.11.2017, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1509  , Fotos auf www.facebook.com/winfried.nachtwei

Vor genau 15 Jahren mein 1. KABUL-Besuch: Kriegszerstörungen, Aufbruchsstimmung, Friedenshoffnungen, 27.11.2017, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1507  , Fotos auf www.facebook.com/winfried.nachtwei

Statt „weiter so“ im Nebel abwärts in Afghanistan: Endlich kritische Überprüfung, Realismus, strategischer Konsens und Exit-Kriterien. Anmerkungen zur Mandatsentscheidung „Resolute Support“, 21.11.2017, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1506

Afghanistan: Wuchernde Fluchtursachen, einzelne Hoffnungsträger – Zur Lagebeurteilung des AA und zur deutschen Zusammenarbeit mit AFG unter Bedrohung, 10.09.2017, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1495

Weiter Höchststand an Zivilopfern in Afghanistan, „Spitzenreiter“ Kabul, Suizid- und komplexe Attacken fordern so viele Zivilopfer wie nie zuvor, UNAMA-Bericht Zivilopfer 1. Halbjahr 2017, 19. Juli 2017 http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1484

Mörderische Woche in Kabul – Mittwoch Lkw-Bombe in Rush Hour im Zentrum, Freitag Demo mit Toten, Samstag 3 Selbstmordattentäter bei Beerdigung, 1./2./3./7. Juni 2017 http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1475

Mai 2007: Unser Besuch in der Hoffnungsprovinz Kunduz, 14 Tage später Selbstmordanschlag auf dem Markt von Kunduz – Wendepunkt des deutschen AFG-Einsatzes, 14. Mai 2017, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1471    

Massakerangriff auf afghanische Soldaten in Mazar-e Sharif beim Freitagsgebet: Hierzulande keine Anteilnahme, kein Interesse mehr? 01.05.2017,www.nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1468

Abschiebungen nach Afghanistan: Wichtigste aktuelle Berichte zur Sicherheitslage dort und zur Situation Abgeschobener, 22.04./01.05.2017, www.nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1464 UNAMA-Jahresbericht 2016 Zivilopfer Afghanistan: Im Norden Zunahme um 58%, bei Kindern um 24%, Zivilopfer durch Daesh/IS fast verzehnfacht – neuer Höchststand insgesamt, 7.2.2017, www.nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1454 , https://thruttig.wordpress.com/

Kampfeinsatz – Stell dir vor es ist Krieg und du gehst hin“, Bericht zu einem hochintensiven Stück des Axensprung Theaters Hamburg, 11. Januar 2017, www.nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1448

Aufbauhilfen in Afghanistan unter immer schwereren Bedingungen – Kurzbesuch in Kabul und Mazar-e Sharif im November 2016 (19. AFG-Besuch), 11.12.2016, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1440

Ergänzung zum Anschlag gegen das Generalkonsulat in Mazar: WN-Artikel, mein Solidaritätschreiben und eine Bemerkung zu bestimmten „kritischen“ Kommentaren, 15.11.2016, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1437 , auch unter https://thruttig.wordpress.com/2016/11/16/nachtrag-zu-und-aus-masar-e-scharif-2-bericht-von-ex-mdb-nachtwei/

Mal ANDERE Berichte aus Afghanistan: „Hilfe durch Fernsteuerung“, Safran statt Schlafmohn, Sonita rappt gegen Zwangsehe, 28. August 2016, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1424 (Fotos auf www.facebook.com/winfried.nachtwei )

Von Mal zu Mal neuer Höchststand an Zivilopfern in Afghanistan, davon fast ein Drittel Kinder (UNAMA-Report 1. Halbjahr 2016), 30. Juli, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1422 (Fotos auf Facebook)

Nach München, Würzburg, Nizza, Türkei wieder KABUL: IS-Massaker in friedlicher Massendemo der Hazara, 23. Juli 2016, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1417

Afghanistan-Lehren V: ISAF-Lessons Learned: Die Bundeswehr, der Comprehensive Approach und die öffentliche Kommunikation, 21.06.2016, Thesen zum Expertengespräch in Berlin, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1412

Afghanistan-Lehren IV: Es geht doch! Unabhängige Kommission evaluiert norwegisches AFG-Engagement 2002-2014,http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1411

Afghanistan-Lehren III: Was lässt sich aus dem Afghanistaneinsatz für künftige politische Entscheidungen lernen? In Alois Bach/Walter Sauer (Hrsg.), Schützen, Retten, Kämpfen – Dienen für Deutschland, Berlin Juni 2016 (Sammelband mit 52 Autoren, Veröffentlichung des „Freundeskreises Zentrum Innere Führung“), http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1410

Afghanistanbilder von Anja Niedringhaus – Angriffe auf Journalisten und die Pressefreiheit weltweit, 24. März 2016, www.nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1398

„Innerstaatliche Fluchtalternativen“ in Afghanistan? Der UNAMA-Jahresbericht 2015 zu Zivilopfern: Neuer Höchststand! Lauter wuchernde Fluchtursachen, www.nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1392 , Fotos auf www.facebook.com/winfried.nachtwei

Stell Dir vor, es ist Krieg, ISAF geht, es gibt Kriegsopfer mehr denn je – und kaum jemand hierzulande sieht noch hin. Kommentar zur Resolute Support Debatte im Bundestag vor dem Hintergrund der zeitweiligen Eroberung von Kunduz, 22.12.2015, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1383

Was tun, wenn in Afghanistan die Zivilopfer immer mehr zunehmen und Fluchtursachen sprießen? Bundestag zu Resolute Support zwischen Ernüchterung, Realismus und Verdrängung, Brief an Abgeordnete der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, 18.12.2015, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1382

Bericht der G36-Kommission – Zusammenfassung und Kommentierung, in: Denkwürdigkeiten Nr. 99, Journal der Politisch-Militärischen Gesellschaft, Dez. 2015, http://www.pmg-ev.com/deutsch/denk.htm

Afghanistan: Dranbleiben! In: ADLAS – Magazin für Außen- und Sicherheitspolitik, 3/2015, S.52-59, https://adlasmagazin.files.wordpress.com/2015/12/adlas-2015-03.pdf

Selbstkritische Bilanz und Lehren nach 13 Jahren deutschen AFG-Einsatzes, in: R. Schröder, S. Hansen, Stabilisierungseinsatz als gesamtstaatliche Aufgabe – Erfahrungen und Lehren aus dem deutschen AFG-Einsatz zwischen Staatsaufbau und Aufstandsbekämpfung (COIN), Nomos 2016

Alarmsignale, Hoffnungszeichen – AFG-Nachrichten, die hierzulande nicht durchdringen, 13.12.2015, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1381 (Fotos auf Facebook)

„Freundschaft verbindet“ – 100 Jahre deutsch-afghanische Beziehungen, 13.12.2015, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1380

Die Eroberung von Kunduz – ein Weckruf!? Aktuelle Anmerkungen und ein Interview mit der Märkischen Oderzeitung + Südwestpresse, 18.10.2015, www.nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1373

„Ihr habt die Uhr …“ – Man mag es kaum glauben. Aber aus Afghanistan gibt es nicht nur schlechte Nachrichten, Newsletter der Evangelischen Akademie Villigst Oktober 2016, http://www.kircheundgesellschaft.de/fileadmin/Dateien/Fachbereich_I/Newsletter_10_2015/Nachtwei_Afghanistan.pdf

Bericht der unabhängigen Kommission zur Untersuchung des Einsatzes des G36-Stumgewehres in Gefechtssituationen, Kommissionsvorsitzender W. Nachtwei, 14.10.2015, Zusammenfassung und Links unter www.nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1374

Auch das gibt`s in Afghanistan: Aktuelle Better News von Aufbauprojekten – z.B. Berufsausbildungs-Campus Takhta Pul, Radio- und TV-Studio in Samangan, Neubau des Umweltschutz-Departement in Feyzabad, August 2015, www.nachtwei.de/index.0php?module=articles&func=display&aid=1368 , Fotos auf Facebook

6 Monate nach ISAF-Abzug aus Afghanistan: Höchststand an Zivilopfern, v.a. bei Frauen und Kindern; Anstieg komplexer und Suizid-Attacken um 78% (UNAMA-Bericht 1. Halbjahr 2015), www.nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1366 , Fotos auf Facebook

Kunduz – eine Woche im April: Taliban-Offensive dort, Einsatzbilanzierungen, vor allem Verdrängung hierzulande, 3.5.2015 www.nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1353

Die Politik und Afghanistan: Persönliche Bilanz und Ausblick eines parlamentarischen Auftraggebers, in: Rainer L. Glatz/Rolf Tophoven (Hrsg.), Am Hindukusch - und weiter? Die Bundeswehr im Auslandseinsatz: Erfahrungen, Bilanzen, Ausblicke, Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn April 2015, http://www.bpb.de/shop/buecher/schriftenreihe/205485/am-hindukusch-und-weiter , http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1347

 „Ihr habt die Uhr …“ - erster Afghanistanbesuch nach ISAF-Ende – die Aufbauhilfe geht weiter, Reisebericht  von 18. AFG-Besuch, 8.3.2015, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1345

Curriculum für obligatorische “Friedens- und Menschenrechtserziehung”: Das gibt`s nicht in Deutschland, aber bald in Afghanistan –für alle Studierenden an 44 Teacher Training Colleges!, 3.3.2015, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1344

UNAMA-Jahresbericht „Zivilopfer“ 2014: Im ISAF-Abzugsjahr 2014 Intensivierung des Krieges: Zunahme der Zivilopfer um 22% auf 10.548 Tote und Verletzte, durch Bodenkämpfe um 54%! 27.2.2015, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1343

Bundestag zu Afghanistanbilanz und Beratungsmission „Resolute Support“ – meine „Persönliche Erklärung zur Abstimmung“, 28.12.2014, www.nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1333 ,„Denkwürdigkeiten“ der Politisch-Militärischen Gesellschaft Nr. 94, http://www.pmg-ev.com/deutsch/denk.htm

Wir bleiben dran und da!“ Deutsch-afghanische Freundschaft mit langem Atem: 28. Afghanistan-Tagung in Villigst – ein Leuchtturm! 16.12.2014, www.nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1331 

Nach ISAF WIE WEITER – Stellungnahme zur Zukunft des dt. AFG-Engagements (nicht nur zu Resolute Support) beim Grünen Fachgespräch im Bundestag, 6.12.2014, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1328

Kurzbilanz Afghanistan-Engagement, im Mitgliedermagazin der Dt. BundeswehrVerbandes, November 2014, http://nachtwei.de/index.php?module=articles&func=display&aid=1334



[1] MdB und Mitglied des Verteidigungsausschusses 1994-2009, beteiligt an 20 Mandatsentscheidungen zu Afghanistan, 19 Besuche vor Ort zwischen 2002 und 2016; Mitglied im Beirats Innere Führung/BMVg + Leiter der AG „Einsatzrückkehrer und –folgen/Soziales“, im Beirat Zivile Krisenprävention der Bundesregierung, im Vorstand deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen, im Vorbereitungsteam der AFG-Tagung in Voilligst/Ruhr


Publikationsliste
Vortragsangebot zu Riga-Deportationen, Ghetto Riga + Dt. Riga-Komitee

Ende 1941/Anfang 1942 rollten Deportationszüge aus Deutschland und Österreich nach Riga.

1989 stieß ich auf die Spuren der verschleppten jüdischen Frauen, Männer und Kinder.

Mit meinem bebilderten Vortrag "Nachbarn von nebenan - verschollen in Riga" stehe ich gern für Erinnerungsveranstaltungen und Schulen zur Verfügung. (Anlage)

Vorstellung der "Toolbox Krisenmanagement"

Von der zivilen Krisenprävention bis zum Peacebuilding: Die 53-seitige Broschüre stellt kompakt und klar auf jeweils einer Themenseite Prinzipien, Akteure und Instrumente des Krisenmanagements vor. Bei einem Kolloquium im Bundestag in Berlin wurde die Schrift einem Fachpublikum vorgestellt. Erstellt von AutorInnen des Zentrums Internationale Friedenseinsätze ZIF und der Stiftung Wissenschaft und Politik SWP ist die "Toolbox" ein wichtiger Beitrag zur friedens- und sicherheitspolitischen Grundbildung auf einem Politikfeld, wo die Analphabetenrate in der Gesellschaft, aber auch in Medien und Politik sehr hoch ist. ... www.zif-berlin.de

zif
Auf dem Foto überreicht W. Nachtwei den AutorInnen seine 2008 erschienene Broschüre zur Zivilen Krisenprävention und Friedensförderung.

Mehr zur Rolle zivilgesellschaftlicher Akteure bei der zivilen Konfliktbearbeitung u.a.:

Tagebuch
    • Meine persönlichen Jahresrückblicke + Kurzmeldungen zur Friedens- und Sicherheitspolitik (Nr. 1-50 im Tagebuchformat)

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