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Das ZIF stellt sich vor:

“Zentrum für internationale Friedenseinsätze“

Das ZIF wird der Öffentlichkeit vorgestellt

Am 24.6.2002 hat das Auswärtige Amt nach rund dreijährigen Vorbereitungszeit das bereits im April dieses Jahres gegründete “Zentrum für internationale Friedenseinsätze“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Schaffung des Zentrums geht u.a. auf die Empfehlungen der Studien zurück, die Winrich Kühne von der Stiftung Wissenschaft und Politik im vergangenen Jahr für das Auswärtige Amt erstellt hat. Nachdem die Ergebnisse der Studie “Ausbildung und Rekrutierung von nicht-militärischem Personal für Konfliktprävention und Friedenseinsätze“ (SWP ´99) zur Einrichtung der Ausbildungseinheit im AA geführt hatte, empfahl die aktuelle Studie die Auslagerung der zivilen Ausbildungs- und Rekrutierungskapazitäten aus dem Auswärtigen Amt an eine außenstehende Institution. Parallel dazu befasste sich auch die “Projektgruppe Ziviles Friedenspersonal“ im AA damit, wie die Übernahme von Aufgaben im Rahmen der Rekrutierung, Vorbereitung und Entsendung von zivilem Personal, die bisher das AA wahrgenommen hatte, von einer externen Dachorganisation organisiert und wie dort zugleich zu einer praxisnahen, konzeptionellen Fortentwicklung von zivilen Entsendungen beigetragen werden konnte. Wie sich diese Überlegungen institutionalisiert haben, zeigt sich nun in Aufbau und Aufgaben des ZIF:

Trägerschaft und Finanzierung

Das ZIF ist als eine gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung gegründet worden, mit der BRD als Gesellschafterin, vertreten durch das Auswärtige Amt. Winrich Kühne wird aus der SWP ausscheiden und im ZIF als Geschäftsführer tätig sein. Die Gründung des vorgesehenen Beirats steht noch aus, sicher ist, dass ihm Botschafter Höynck angehören wird, der bereits in der Planungsphase des ZIF als Leiter der “Projektgruppe Ziviles Friedenspersonal“ aktiv war. Die Finanzierung des Zentrums erfolgt aus dem Etat des Auswärtigen Amts (aus dem Bereich der Krisenpräventionsmittel).

Zu den Aufgaben und Arbeitsschwerpunkten des ZIF

Mit der anvisierten Mitarbeiterstärke von 20 Personen und der Übernahme der Aufgaben vom AA, wird das ZIF im Prinzip als Dienstleister für das AA arbeiten, eine Serviceeinrichtung werden. Zu den damit verbundenen Aufgaben gehören:

Vorbereitung von zivilem Friedenspersonal für internationale Friedenseinsätze

D.h. Vorbereitung und Durchführung der zuvor bereits vom Auswärtigen Amt organisierten Trainings. Diese, jeweils zwei Wochen dauernden, modulartig aufgebauten Trainings werden sich auch zukünftig in Grundkurse und Vorbereitungskurse (auf konkrete Einsätze, sowie in konkrete Fortbildungen) aufgliedern. Als Zielgruppen gelten nach wie vor Juristen, Politologen, Regionalexperten, Verwaltungspersonal, Richter, Anwälte, kurz: Personen, die ihre persönlichen Fähigkeiten schon mitbringen und sich vor einem Engagement im Ausland zusätzlich vorbereiten.

Ebenfalls zu diesem Bereich gehört die Betreuung des Friedenspersonals, sowie die Nachbereitung der Einsätze nach der Rückkehr der Entsandten. Hier sollen Veränderungen in den Debriefing-Vorgängen vorgenommen werden, um diese zu verbessern und die Evaluation der, von den Entsandten gemachten Erfahrungen standardisiert in den Arbeitsabläufen des ZIF zu verankern.

Neben den Bereichen Einsatzvorbereitung, Betreuung und Nachsorge soll das ZIF Poolbildung betreiben, die schon bestehenden Mechanismen zu einer schnellen Rekrutierbarkeit von zivilem Friedenspersonal (im Sinne einer Stand-By- oder rapid-deployment-Kapazität) verbessern und umstrukturieren , um so in der Datenbank “Ziviles Friedenspersonal“ den Ausbau des zur Verfügung stehenden Personals voran bringen. Ziel ist die Schaffung von Einsatz- bzw. Personalreserven, die zur Bedienung kurzfristig anfallender Entsendungsanfragen zur Verfügung stehen und die angeforderten Qualifikationen aufweisen. Die Personalreserve soll dabei so strukturiert werden, dass möglichst wenig ungenutzte Überkapazitäten entstehen und dennoch möglich viele unterschiedliche Tätigkeits- und Anforderungprofile abgedeckt und zur Verfügung gehalten werden.

Um die o.g. eigenen Aufgaben zu begleiten, wird im ZIF eine eigene Analyseeinheit aufgebaut, deren Tätigkeit die systematische Auswertung der Erfahrungen der eingesetzten Personen, derVergleich dieser Erfahrungen mit Erfahrungen anderer Länder und Missionen, sowie die Kommunikation mit anderen internationalen Trägern vergleichbarer Qualifizierungsprogramme sein wird. Die Evaluationsergebnisse sollen zur Verbesserung der Einsatzvorbereitungen und Betreuungen übersetzt und zur konzeptionellen Fortentwicklung der ZIF-Abläufe und Instrumentarien genutzt werden.

Neben diesen eher entsendungsspezifischen Schwerpunkten, soll das ZIF auch eine Schnittstellenfunktion zur Zivilgesellschaft wahrnehmen, um deren Potenziale und Erfahrungen zu nutzen und die Kontakte im Bereich der Entsendung von zivilem Personal zu einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit zu entwickeln.

Weitere Vernetzungsaufgaben stehen bezüglich der Unterstützung des Kooperationsausbaus ziviler Einrichtungen zum einen untereinander, zum anderen mit Polizei und Militär im Sinne eines integrierten Vorgehens an, zu dem das ZIF beitragen und so bei der Fortentwicklung und Verbesserung von zivilen Einsatzkonzepten mitwirken soll. Neben der Schaffung dieser eher deutschlandinternen Netzwerke, ist die Intensivierung des Erfahrungsaustausches, sowie Ausbau und Pflege von Netzwerken mit internationalen staatlichen und nicht-staatlichen Akteuren im Bereich der Friedenseinsätze geplant.

Allein auf weiter Flur?

Das Zentrum für internationale Friedenseinsätze wird als Vollendung des rund drei Jahre alten AA-Programms gesehen, Aufgaben im Bereich der Vorbereitung, Bereitstellung und Betreuung von zivilem Personal für internationale Friedensmissionen der VN, OSZE, EU zu übernehmen, zu professionalisieren und auszubauen. Mit der Gründung des ZIF legt das Auswärtige Amt nun sowohl Rekrutierung und Vorbereitung von Personal für Friedenseinsätze, als auch dessen Entsendung und Betreuung in eine Hand und schafft damit eine Einrichtung, von deren Art es international bislang noch nicht viele gibt.

Kontakt zum ZIF

Nach Beendigung der Renovierungsarbeiten im Herbst, wird das ZIF in das Gebäude einziehen, in dem auch die SWP untergebracht ist.

Die Adresse lautet dann: Ludwigkirchplatz 3-4, 10719 Berlin-Wilmersdorf

Bis dahin gibt es Kontakt und Informationen über das AA. Unter: www.auswaertiges.amt.de, info@zif-berlin.org. oder Telefon:030-5000-7586