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13.3.2003
WEHRBEAUFTRAGTER: DER "NATUR DER SACHE NACH" EIN MÄNGELBERICHT
Berlin: (hib/WOL) "Der Bericht des Wehrbeauftragten ist der Natur
der Sache nach ein Mängelbericht; er spiegelt also nicht den Zustand der
Bundeswehr insgesamt wieder", erklärt der Wehrbeauftragte in dem als
Unterrichtung vorgelegten Jahresbericht 2002 (15/500). Danach wurden im
Berichtsjahr insgesamt 6436 Vorgänge bearbeitet.
Dies seien 1545 mehr als im Vorjahr, was einer Steigerung von 31,6 Prozent
entspreche. Gemessen an der durchschnittlichen Jahrestruppenstärke sei es
die höchste Zahl an Vorgängen seit Schaffung des Amtes gewesen, heißt es
weiter. Den Angaben zufolge dienten im Jahr 2002 im Durchschnitt 294 831
Soldatinnen und Soldaten in der Bundeswehr.
Nach dem Personalstrukturmodell 2000 vom April 2002 werde der Gesamtumfang
der Streitkräfte künftig rund 285 000 Dienstposten umfassen. Dies bedeute
gegenüber dem bisher gültigen Personalstrukturmodell 340 vom April 1997
bei den Grundwehrdienstleistenden eine Reduzierung der Dienstposten auf
nahezu die Hälfte des bisherigen Umfangs von bisher 105 000 auf künftig 53
000 Dienstposten.
Mit dem neuen Personalstrukturmodell gebe es gleichzeitig bei den
Unteroffizieren einen Zuwachs von 9300 und bei den Offizieren einen Zuwachs
von 500 Dienstposten.
Das Themenfeld des Jahresberichtes 2002 reicht von Änderungen und
Auswirkungen im Laufbahnrecht, beim Bewerberaufkommen, bei Beförderungen,
bei der Besoldung "Ost - West", bei Auslandseinsätzen und
Einsatzdauer, über Ausführungen zum Disziplinarrecht bis hin zum Bericht
über Rechtsextremismus und zu Ausführungen über die verfassungsrechtlich
verbriefte politische Betätigung von Soldaten.
Andere zentrale Themen des Berichtes sind Begebenheiten und Ausführungen zu
den Bereichen Vereinbarkeit von Familie und Beruf, dienstliche
Rahmenbedingungen, IT-Ausstattung, berufliche Perspektive und Berufsförderung,
aber auch die Schließung von Bundeswehrfachschulen, der Umgang mit Alkohol
und Drogen, Piercing oder die Nebentätigkeit von Studenten.
Dem Flutkatastropheneinsatz der Bundeswehr ist ebenfalls ein Berichtsteil
gewidmet.
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