Was soll im Fall eines Krieges gegen den Irak mit den in
Kuwait stationierten Spürpanzern der Bundeswehr
geschehen? |

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Winfried Nachtwei (MdB,
Sicherheitspolitischer Sprecher Bündnis90/Die Grünen)
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Moderator: Wnfried Nachtwei ist
sicherheitspolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion von Bündnis
90/Die Grünen. - Guten Morgen, Herr Nachtwei. |
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Nachtwei: Guten Morgen, Herr
Schmitz-Forte. |
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Moderator: Claudia Roth hat gesagt, sie
hofft auf eine große eigenständige Mehrheit. Wie werden Sie
abstimmen? |
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Nachtwei: Ich werde dem Antrag der
Bundesregierung zustimmen, weil ich ihn für notwendig und
verantwortbar halte. |
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Moderator: Nun ist absehbar oder wird
behauptet, die Abgeordneten Hermann und Ströbele würden dagegen
stimmen, Frau Schewe-Gerigk würde sich enthalten mit einer
persönlichen Erklärung. Von einer großen eigenen Mehrheit der
Koalition kann dann aber nicht die Rede sein. |
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Nachtwei: Ich gehe aus von einer
ausreichenden eigenen Mehrheit. Das ist das Entscheidende. |
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Moderator: Was ist mit diesen Spürpanzern
in Kuwait? Wenn es wirklich zu einem Angriff auf Irak kommt, Herr
Nachtwei, was ist dann die Position der Grünen? |
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Nachtwei: Das Entscheidende ist, dass wir
weiter gewährleisten, dass diese Fuchs-Spürpanzer nur im Rahmen
ihres Mandats eingesetzt werden dürfen, also bei terroristischen
Angriffen. Das hat die Bundesregierung mehrfach zugesichert. Das
werden wir heute auch noch mal mit dem Beschluss im Bundestag
festlegen. Also nur im Rahmen von Enduring Freedom, nicht einer
möglichen Beteiligung an einem Irak-Krieg. |
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Moderator: Wie wollen Sie das
abgrenzen? |
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Nachtwei: Schlicht weg, dass diese
Spürpanzer nicht zu Militäroperationen im Irak eingesetzt würden und
es ist auch dadurch gewährleistet, dass die deutschen Soldaten mit
ihrer Ausrüstung gleichzeitig einem deutschen Kommando unterstehen.
Also insofern haben wir dort die Sicherheit auch. |
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Moderator: Aber auch die Grünen würden
zustimmen, dass diese Spürpanzer in Kuwait bleiben? |
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Nachtwei: Ja, man muss sich fragen, welche
Wirkung das eine oder andere hat. In der Tat wäre es ja zunächst mal
so ein Sig nal, wenn man diese Spürpanzer abziehen würde für die
Entschlossenheit der Bundesregierung, eben nicht an einem möglichen
Irak-Krieg sich zu beteiligen, andererseits wäre es ein großes
Signal in die andere Richtung, nämlich, dass die Bundesrepublik
Deutschland doch wichtige Bestandteile aus ihrem Beitrag an Enduring
Freedom zurückziehen würde. Und das wäre zugleich das Signal, dass
sie nur noch unvollständig sich hieran beteiligt. Das würde dann
allerdings die internationale Glaubwürdigkeit und Autorität der
bundesdeutschen klaren Haltung gegen einen Irak-Krieg gefährlich
untergraben. |
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Moderator: Herr Nachtwei, wir haben jüngst
erlebt, dass offensichtlich die USA einen Kleinbus in Jemen
angegriffen haben, in die Luft gejagt haben mit dem Argument, da
waren hohe Al-Quaida-Leute drin, was natürlich nicht bewiesen war im
formellen Sinne. Muss damit rechnen, dass sich die deutschen KSK,
diese Krisenreaktionskräfte, an solchen Aktionen beteiligen werden
in Zukunft? |
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Nachtwei: Eindeutig nein. Die deutschen
Soldaten sind an deutsches Recht und Gesetz gebunden, das heißt auch
an das Kriegsvölkerrecht. Und wir haben inzwischen also auch eine
klare parlamentarische Kontrolle dieser KSK-Kräfte. Also dazu wird
es nicht kommen, dazu kann es nicht kommen. |
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Moderator: Aber wir haben ja Meldungen
gelesen in letzter Zeit über eine eigenständige Rolle dieser KSK in
Afghanistan. Können Sie uns Ihre Sicht der Dinge darlegen, was man
darunter verstehen muss? |
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Nachtwei: Es wurde danach vom Minister auch
klar gestellt, dass es jetzt nicht um einen erweiterten Auftrag
geht, sondern schlicht weg so um ein eigeneres Operationsgebiet.
Ansonsten, auch das hat der Minister in der Öffentlichkeit gesagt,
bleibt der Einsatz der KSK-Kräfte beschränkt auf Aufklärung. Man
macht keine Zugriffe. Das heißt, man kommt auch nicht in die
Grauzone hinein, dann möglicherweise Gefangene ausliefern zu müssen.
Es dürften an die USA keine Gefangene ausgeliefert werden, weil dort
das Einhalten der entsprechenden Konvention nicht gewährleistet
ist. |
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Moderator: Ist eigentlich für die grüne
Fraktion im Bundestag diese Verlängerung des Mandats schon so etwas
wie normales Geschäft, wenn man mal von Ströbele und Hermann
absieht? |
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Nachtwei: Von außen gesehen mag der
Eindruck entstanden sein, wie ja auch in dem Vorbericht gesagt
wurde. In Wirklichkeit war es ganz und gar nicht der Fall. In den
letzten Wochen haben wir intern äußerst intensiv uns über den
Fortgang, auch über die Zwischenbilanz von Enduring Freedom
informiert, darüber diskutiert und schließlich abgewogen. Also
keineswegs Routine. Das wäre in der Tat verantwortungslos. |
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Moderator: Winfried Nachtwei war das, der
sicherheitspolitische Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die
Grünen. - Vielen Dank, Herr Nachtwei.
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