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9.04.2003

dpa

Grüne fordern Untersuchung nach Tod von Journalisten

Nach Hotel-Beschuss von US-Panzer wird Aufklärung verlangt

Berlin - Die Grünen haben den tödlichen Beschuss dreier Journalisten durch US-Streitkräfte in Bagdad verurteilt und eine unabhängige Untersuchung gefordert. Sollte es sich um einen gezielten Angriff gehandelt haben, müssten die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden, erklärten der außenpolitische und der sicherheitspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Ludger Volmer und Winfried Nachtwei, am Mittwoch in Berlin. Auch die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Kerstin Müller (Grüne), forderte eine Untersuchung

Beim Beschuss eines Journalisten-Hotels und des arabischen Senders El Dschasira waren am Dienstag in Bagdad drei Medienvertreter getötet und weitere vier verletzt worden. Ein ukrainischer und ein spanischer Kameramann starben, nachdem ein US-Panzer eine Granate auf das Hotel "Palestine" abgefeuert hatte. Wenige Stunden zuvor war ein Korrespondent von El Dschasira ums Leben gekommen, als bei USLuftangriffen zwei Raketen in dem Sendegebäude einschlugen. Die Journalisten wüssten natürlich um die Gefahr ihrer Arbeit im Irak, sagte Müller im Deutschlandfunk. "Aber trotzdem sollten solche Vorgänge auf jeden Fall untersucht werden." Sowohl das Hotel "Palestine" als auch der Standort von El Dschasira seien dem amerikanischen Militär bekannt gewesen.

Das Vorstandsmitglied des Deutschen Journalistenverbandes, Gustl Glattfelder, warf den USA vor, die westlichen Journalisten in Bagdad absichtlich attackiert zu haben. Es liege im Interesse der USA, dass Journalisten nur das berichten, was die Amerikaner vorgeben, sagte Glattfelder im DeutschlandRadio Berlin. Nach Angaben der Organisation "Reporter ohne Grenzen" sind im Irak-Krieg bis Dienstag zehn Journalisten getötet worden.