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Winfried Nachtwei Mitglied des Deutschen Bundestages Wahlkreisbüro Bremer Str. 54 53113 Bonn Michael Schlickwei TEL (0251) 66 22 80 FAX (0251) 66 22 96 Homepage: http://www.nachtwei.de |

Datum: 20.2.2003
Bundeswehr-Reform zügig fortsetzen
Anlässlich der heutigen Entscheidungen von Verteidigungsminister Struck zur Weiterentwicklung der Bundeswehrreform erklärt Winfried Nachtwei, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und sicherheitspolitischer Sprecher:
Wir begrüßen die von Verteidigungsminister
Struck vorgelegten Schritte zur Weiterentwicklung der
Bundeswehrreform. Nach der Überprüfung der Beschaffungsplanung
und der an der Realität orientierten
Aufgabenverschiebung ist die heutige Entscheidung ein weiterer
wichtiger Schritt im Reformprozeß. Dieser nachholende Realismus
bewegt sich in Richtung der von der Weizsäcker-Kommission
vorgelegten
Vorschläge. Nächste Schritte der Umstrukturierung beim Heer,
beim Umfang, bei der Stationierung und bei der Wehrform sind
unvermeidlich.
Bei der Formulierung der
Verteidigungspolitischen Richtlinien muss es darum gehen, den
immer mehr in den Mittelpunkt rückenden Auftrag der Bundeswehr, nämlich
die Unterstützung der Vereinten Nationen bei der Wahrnehmung
ihrer Aufgaben zur Friedenssicherung, stärker zu berücksichtigen.
Deutschland wird nicht am Hindukusch verteidigt. Dort geht es um
integrierte internationale Sicherung. Mit ihrem militärischen
Beitrag ergänzt und unterstützt die Bundeswehr die vielfältigen
diplomatischen, zivilen und polizeilichen Maßnahmen der
Bundesrepublik Deutschland zur Friedenssicherung und zum
Wiederaufbau
in Afghanistan. Dies ist ein substanzieller Beitrag zur Stärkung
der Vereinten Nationen und zur Bekämpfung des internationalen
Terrorismus.
Wir begrüßen die Entscheidung des Verteidigungsministers, die im Koalitionsvertrag vorgesehene Überprüfung der Wehrform umgehend in die Wege zu leiten und mit den Koalitionsfraktionen bis Anfang kommenden Jahres zu einer Entscheidung zu kommen. Eine ernstgemeinte Überprüfung der Wehrform kann nicht davon ausgehen, dass die Wehrpflicht alternativlos ist. Sowohl unsere wichtigsten Bündnispartner als auch Vorschläge aus den Reihen der Weizsäcker-Kommission zeigen, dass es Alternativen zur Wehrpflicht gibt. Die Bundeswehr muss auch in diesem Bereich bündniskompatibel werden und die schreiende Wehr- und Dienstungerechtigkeit muss beendet werden.