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15.03.200

Französisch-russisch-deutsche Erklärung zum Irak

Das gemeinsame Ziel der internationalen Gemeinschaft ist die Entwaffnung des Irak gemäß den Entscheidungen des Sicher­heitsrates der Vereinten Nationen. Die einstimmig angenommene Resolution 1441 sieht vor, dafür ein präzedenzloses Inspektionsregime einzurichten.

Wir bekräftigen, dass es unter den gegenwärtigen Umständen weder gerechtfertigt ist, auf den Inspektionsprozess zu ver­zichten noch stattdessen gewaltsam vorzugehen.

Die laufenden Berichte von Blix und El Baradei im Sicher­heitsrat haben gezeigt, dass diese Inspektionen Ergebnisse zeigen. Die Entwaffnung des Irak ist im Gange. Alles weist darauf hin, dass die Entwaffnung in kurzen Fristen und im Rahmen der Regeln, die der Sicherheitsrat festgelegt hat, zu Ende geführt werden kann. Der Irak muss seinerseits aktiv und vorbehaltlos kooperieren.

Frankreich, Russland und Deutschland haben, unterstützt von China, Vorschläge vorgelegt, um dieses Ziel durch Hierarchi­sierung der Schlüsselaufgaben zur Abrüstung und durch die Festlegung eines engen Terminplans zu erreichen.

Ähnliche Empfehlungen sind auch von anderen Mitgliedern des Sicherheitsrats gemacht worden. Auf der Grundlage dieser Be­mühungen kann die Einheit des Sicherheitsrates unter Respek­tierung der Prinzipien, die in Resolution 1441 festgelegt sind, bewahrt werden. Hierbei kommt jedem Mitglied des Sicherheitsrates eine besondere Verantwortung zu, um die Spaltung des Sicherheitsrates in diesem so entscheidenden Augenblick zu verhindern.

Das Arbeitsprogramm von UNMOVIC muss am Montag dem Sicher­heitsrat vorgelegt werden. Auf dieser Grundlage schlagen wir vor, dass sich der Sicherheitsrat sofort danach auf Minister­ebene trifft, um die vorrangigen Abrüstungsaufgaben zu billi­gen und einen Zeitplan zur Implementierung festzulegen, der hohe Anforderungen stellt und zugleich realistisch ist.

 

Die Anwendung von Gewalt kann nur ein letztes Mittel sein. Wir appellieren feierlich an alle Mitglieder des Sicherheits­rates, alles zu tun, um einen friedlichen Weg beizubehalten, der vom Sicherheitsrat vorgeschlagen wurde und von der über­wältigenden Mehrheit der internationalen Gemeinschaft unter­stützt wird.