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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Nachtwei: Afghanische Unsicherheit nÃ¤her besehen - Gesamtlage, Zusammenfassung</title>
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    <span class="xar-mod-title">Internationale Politik und Regionen + Sudan</span>

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        <h1>
            Nachtwei: Afghanische Unsicherheit nÃ¤her besehen - Gesamtlage, Zusammenfassung         </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=3">Webmaster</a> am 10. Dezember 2009 19:04:37 +02:00 (147466 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Zusammenfassung der regelmÃ¤ÃŸig aktualisierten &quot;<strong>Materialien zur aktuellen Sicherheitslage Afghanistans (mit Pakistan)</strong>&quot;, erstellt von <strong>Winfried Nachtwei</strong>:</p></div>
            <div>    <p><strong>Winfried Nachtwei, MdB a.D.Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â  10. DezemberÂ  2009</strong></p>
<p align="center"><strong>Materialien zur aktuellen Sicherheitslage Afghanistans (mit Pakistan)</strong></p>
<p align="center">(AuszÃ¼ge von insgesamt 80 Seiten)</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Vorbemerkung</span></p>
<p>Die Informationen der Bundesregierung zur Sicherheitslage Afghanistan sind seit Jahren bruchstÃ¼ckhaft - gegenÃ¼ber dem Parlament und erst recht gegenÃ¼ber der Ã–ffentlichkeit. Sie erlauben keine seriÃ¶se EinschÃ¤tzung der Sicherheitslage, ihrer Schwerpunkte, Trends und Ursachen.</p>
<p>Seit August 2007 stelle ich deshalbÂ  zur internen Unterrichtung Informationen zur Sicherheitslage in Afghanistan aus verschiedenen Quellen zusammen, aktualisiere und erweitere sie laufend.</p>
<p>Meine Quellen: Neben Hintergrundinformationen und den VerÃ¶ffentlichungen von UNAMA (www.unama.unmissions.org), der afghanischen Menschenrechtskommission AIHRC, dem Afghanistan NGO Safety Office ANSO, ISAF (tÃ¤gliche operational updates, www.isaf.nato.int) und OEF (<a href="http://www.cjtf82.com/">www.cjtf82.com</a>)</p>
<p>der wÃ¶chentlich aktualisierte â€ž<span style="text-decoration: underline;">Afghanistan Index</span> Tracking Varables of Reconstruction &amp; Security in Post-9-11&quot;, Brookings, <a href="http://www.brookings.edu/afghanistanindex">www.brookings.edu/afghanistanindex</a>; Institute for War &amp; Peace Reporting/Kabul, <a href="http://www.iwpr.net/">www.iwpr.net</a>; <a href="http://www.globalsecurity.org/">www.globalsecurity.org</a>; The Afghanistan Conflict Monitor, Initiative des Human Security ProjectÂ  www.afghanconflictmonitor.org; The Long War Journal tÃ¤glich mit Meldungen von ISAF, Agenturen (china-news, Pajhwok Afghan News) und Eigenberichten, <a href="http://www.longwarjournal.org/">www.longwarjournal.org</a>; Center for Strategic &amp; International Studies/CSIS, <a href="http://www.csis.og/">www.csis.org</a>; International Council on Security &amp; Development/ ICOS, vormals Senlis Council, <a href="http://www.icosgroup.net/">www.icosgroup.net</a>.</p>
<p>Die Informationen beschreiben die Konflikt- und Kriegsentwicklung im ganzen Land, also auch im umkÃ¤mpften SÃ¼den und Osten, sowie in Pakistan. Gerade Ã¼ber die Entwicklung auÃŸerhalb des deutschen Hauptverantwortungsbereichs im NordenÂ  ist in Deutschland wenig bekannt. HierÃ¼ber wurden bisher auch die Mitglieder des Verteidigungsausschusses nur marginal unterrichtet.</p>
<p>Vorbehalt: Auch wenn ich verschiedene Quellen abgleiche, kann ich die VerlÃ¤sslichkeit einzelner Angaben nicht garantieren. Deutlich werden aber Trens und Schwerpunkte.</p>
<p>(Parallel stelle ich seit Sommer 2007 â€ž<strong>Better News statt Bad News aus Afghanistan</strong>&quot; zusammen: Echte gute Nachrichten, die angesichts des â€žbad news are good news&quot; Mechanismus kaum durchdringen. www.nachtwei.de)</p>
<p><strong>Ãœbersicht</strong></p>
<p>1. Zusammenfassung</p>
<p>2. Schwierige LageeinschÃ¤tzung</p>
<p><strong>3. Gesamttrends der Sicherheitsentwicklung + Konfliktopfer Ã¼ber die Jahre (Ãœbersichten)</strong></p>
<p>3.1Â  Sicherheitsvorkommnisse insgesamt + rÃ¤umliche Verteilung</p>
<p>3.2Â  Waffeneinsatz - Taktiken</p>
<p>3.3Â  Opfer insgesamt und Zivilopfer speziell</p>
<p>3.4Â  Opfer auf Seiten der Internationalen Truppen + afgh. SicherheitskrÃ¤fte ANSF (Armee ANA, Polizei ANP)</p>
<p>3.5Â  Ungesetzliche TÃ¶tungen</p>
<p>3.6Â  Kampf um die Wahrnehmung, Umfragen</p>
<p><strong>4. Aktuelle Entwicklungen 2007-2009 (im Detail)</strong></p>
<p>4.1Â  Trends</p>
<p>4.2Â Â  Sicherheitsvorkommnisse wÃ¶chentlich nach Regionen, Operationsweisen + ISAF-Opfern</p>
<p>4.3Â Â  Sicherheitsvorkommnisse lt. IAF bzw. im ISAF-Bereich</p>
<p>4.4Â Â  GrÃ¶ÃŸere Gefechte + Opfer auf Seiten der Insurgenten (Militanten) lt. OEF bzw. im OEF-Bereich</p>
<p>4.5Â Â  Close-Air-Support/CASÂ  (Luft-Boden-EinsÃ¤tze)</p>
<p>4.6Â Â  Taliban-Operationen nach Taliban-Meldungen (Auswahl)</p>
<p><strong>5.Â  Regionen + Provinzen/Lead-Nations</strong></p>
<p>5.1Â Â  Britische Truppen (Helmand)</p>
<p>5.2Â Â  Kandische Truppen (Kandahar)</p>
<p>5.3Â Â  NiederlÃ¤ndische Truppen (Uruzgan)</p>
<p>5.4Â Â  Deutsche Truppen (RC North)</p>
<p>5.5Â Â  US-Truppen (RC East)</p>
<p><strong>6. Pakistan</strong></p>
<p>AnhÃ¤nge</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">1.Â  Zusammenfassung </span></strong></p>
<p>(a) Die <strong>Sicherheitslage</strong> hatÂ  sich in Afghanistan seit 2005/6, also parallel zurÂ  ISAF-SÃ¼d- und Osterweiterung, erheblich verschÃ¤rft.Â  In 2009 haben die Feuergefechte, SprengstoffanschlÃ¤ge, Hinrichtungen und EntfÃ¼hrungen, Luft-Boden-EinsÃ¤tze, die Opfer unter der ZivilbevÃ¶lkerung, Polizisten, afghanischen + internationalen Soldaten und AufstÃ¤ndischen ein AusmaÃŸ wie nie seit dem Sturz der Taliban 2001 erreicht.Â  Januar bis August 2009 gab es landesweit fast 13.000 Attacken von oppositionellen KrÃ¤ften, zweieinhalb Mal so viel wie im Vorjahrszeitraum und mehr als fÃ¼nf Mal so viel wie 2005. (US Government Accountability Office/GOA 5.11.2009) Der Anstieg der Zivilopfer um 40% aufÂ  2.118Â  im Jahr 2008 und um 24% im 1. Halbjahr 2009 ist ein Menetekel. (UNAMA)</p>
<p>In den ersten vier Monaten 2009 erhÃ¶hten sich lt. ISAF gegenÃ¼ber dem Vorjahrszeitraum die AufstÃ¤ndischenangriffe um 64%, Attacken auf RegierungsangehÃ¶rige um 90%, IED-Attacken um 81%. In der Woche 4.-11. Mai 49,6% im SÃ¼den, 2,5% im Norden. In der Wahlwoche 17.-24.8. kam es mit 933 zu mehr als doppelt so vielen SicherheitsvorfÃ¤llen wie in den Vorwochen.</p>
<p>In den ersten zehn Monaten 2009 kamen laut UNAMA 1.947 Zivilpersonen im Zusammenhang mit KÃ¤mpfen um`s Leben, davon wurden 69% oppositionellen Gruppen als Verursacher zugeordnet (Vorjahr 55%), Pro-Regierungs-krÃ¤ften einschlieÃŸlich internationalen Truppen 24% (39%).Â  Der RÃ¼ckgang der Zivilopfer durch internationale Truppen wurde deutlich ab Juli 2009.Â  Am 6.7. hatte ISAF-Kommandeur McChrystal eine neue Tactical Directive erlassen: VerschÃ¤rfte Auflagen fÃ¼r MilitÃ¤roperationen sollen die Umsetzung des obersten Imperativs â€žRespekt, Schutz und Zustimmung der BevÃ¶lkerung&quot; befÃ¶rdern. Der Luftangriff von Kunduz war ein Bruch in dieser Linie. Zugleich sind die ISAF-Verluste (vor allem der US-Truppen) so hoch wie nie.</p>
<p>(b) Die <strong>Entwicklung der Sicherheitslage</strong> bleibt <strong>gespalten</strong>, es bestehen sehr unterschiedliche Konfliktniveaus in den Regionen, Provinzen und Distrikten nebeneinander:</p>
<p>- In den ersten neun Monaten 2009 geschahen im SÃ¼den in Kandahar 721 SicherheitsvorfÃ¤lle, in Helmand 402, Uruzgan 146; im Osten Kunar (pak. Grenze) 987, Ghazni 403, Paktika 315; im Westen Herat 200, Badghis 180; im Norden Kunduz 205, Faryab 91, Baghlan 68, Balkh 54, Badakhshan 34; Kabul 149. (ANSO Sept. 2009)</p>
<p>Von den 444 SicherheitsvorfÃ¤llen in der Woche vom 6.-13. Juli geschahen 64,4% im SÃ¼den, 27,3% im Osten, 4,9% im Westen und 3,4% im Norden.</p>
<p>- In vielen Distrikten vor allem des SÃ¼dens + Ostens herrscht asymmetrischer Krieg mit permanenter Gefahr von AnschlÃ¤gen und ZusammenstÃ¶ÃŸen. Hier sehen sich alle Konfliktparteien im Krieg. Â Im SÃ¼den + Osten geschehen im lÃ¤ngerfristigen TrendÂ  um 90% der SicherheitsvorfÃ¤lle.</p>
<p>- Im Norden (3,5% der SicherheitsvorfÃ¤lle) + Westen herrscht eine niedrigere KonfliktintensitÃ¤t - zum grÃ¶ÃŸeren Teil auch mit â€žnormalem&quot; schwerkriminellem Hintergrund - von relativer Ruhe (keine ZwischenfÃ¤lle) Ã¼ber vereinzelte AnschlÃ¤ge alle paar Monate bis zu einem Terror- und Guerillakrieg in der Provinz Kunduz und dem Distrikt Ghormach/Provinz Faryab im Nordwesten.</p>
<p>- NGO`s waren von Januar bis September 2009 direkt von 114 SicherheitsvorfÃ¤llen betroffen (Vorjahrszeitraum 146). 69% der VorfÃ¤lle werden der bewaffnen Opposition zugeschrieben, 31% kriminellen KrÃ¤ften. Dabei wurden 17 Mitarbeiter getÃ¶tet und 7 verwundet, weniger als im Vorjahrszeitraum. (ANSO)</p>
<p>- Das Afghanische Innenministerium bewertete die Bedrohungslage im Mai 2009 so: 11 Distrikte auÃŸerhalb der Regierungskontrolle, in 124 Distrikten high level threat, in 40 medium, in 190 low. Lt. New York Times/LWJ 2.12.2009 ist die HÃ¤lfte des Landes â€žeither contested by the Taliban or under Taliban control.&quot;</p>
<p>- Die gespaltene Sicherheitslage spiegelt sich auch in der Entwicklung des Mohnanbaus: WÃ¤hrend 2008 in 18 â€žruhigeren&quot; Provinzen kein Mohn angebaut wurde (in der Region Nord nur noch 0,6%), konzentrierte er sich auf die Hauptkonfliktprovinzen des SÃ¼dens und SÃ¼dwestens.</p>
<p>- Insofern ist die hierzulande verbreitete Vorstellung von ganz Afghanistan pauschal im Kriegszustand, als sei kein Unterschied zu den 22 Kriegs- und Terrorjahren 1979 bis 2001, falsch. Das Â lÃ¤uft auf eine Verharmlosung sowohl des BÃ¼rgerkrieges als auch der sowjetischen VernichtungskriegfÃ¼hrung hinaus. Genauso falsch, weil pauschalisierend, ist aber auch die wiederholte Behauptung des frÃ¼heren Verteidigungsministers Jung, in Afghanistan herrsche kein Krieg. <span style="text-decoration: underline;">Erstes Merkmal ist die Gleichzeitigkeit extrem unterschiedlicher Konfliktlagen - auf der Basis einer verbreiteten Gewaltkultur. </span></p>
<p>(c) Neuere Schwerpunkte derÂ  Operationen â€ž<strong>Regierungsfeindlicher KrÃ¤fte&quot; (Anti-Government-Elements/ AGE</strong>)/ <strong>AufstÃ¤ndischer/Oppositioneller Militanter KrÃ¤fte (OMF)</strong> liegen in den SÃ¼dwestprovinzen Farah und Nimruz, der Nordwestprovinz Badghis/ Faryab, der Provinz KunduzÂ  im Norden, den Provinzen um Kabul und den lines of communication/Hauptnachschubwegen in PakistanÂ  und Ringroad nach Kandahar.</p>
<p>AuffÃ¤llig ist die insbesondere in 2008 gewachsene ProfessionalitÃ¤t, Kampfkraft + Koordination der AufstÃ¤ndischen: Die enorme Zunahme an komplexen Operationen (Kombination von mehrfachen IED, Beschuss mit Handwaffen und PanzerfÃ¤usten), direkten Angriffen und Beschuss von Luftfahrzeugen,Â  die Weiterentwicklung von Sprengmitteln,Â  schlieÃŸlichÂ  spektakulÃ¤re GroÃŸanschlÃ¤ge gegen die AutoritÃ¤t von Regierung/Internationalen.Â  Das schwÃ¤chste Glied der Pro-RegierungskrÃ¤fte, die Polizei, trÃ¤gt die meisten Opfer. In 2008 kamen 880 Polizisten um`s Leben, in 2009 bis Mai 341.</p>
<p>Das geht einher mit z.T. vermehrten Attacken auf Hilfstransporte und -organisationen,Â  auf Schulen sowie einer Â EinschÃ¼chterungs- und TerrorkampagneÂ  gegen Menschen, die mit der Regierung bzw. Internationalen zusammenarbeiten.</p>
<p>(d) Die <strong>Provinz Kunduz</strong> ist inzwischen fÃ¼r die regierungsfeindlichen KrÃ¤fte der strategische Angriffspunkt im Norden: Hier war eine Hochburg der Talibanherrschaft, von hier stammt Heckmatjar, hier bilden die paschtunischen Siedlungsgebiete (35% der 770.000 ProvinzbevÃ¶lkerung) einen Resonanzboden. Mit der Zunahme des US-/ISAF-Nachschubs aus Norden Richtung Kabul wÃ¤chst die strategische Bedeutung von Kunduz. Die Reduzierung der Polizeistellen in der Provinz um 537 im vorigen Jahr durch die Zentralregierung schwÃ¤chte die sowieso schon schwachen SicherheitskrÃ¤fte.Â  Es gibt Distrikte praktisch ohne PolizeiprÃ¤senz! Zum groÃŸen Teil eingesickerte Militante fÃ¼hren einen Terrorkrieg gegen afghanische SicherheitskrÃ¤fte und ISAF.Â  (<em>Vgl. W.N.: â€žSicherheitsvorfÃ¤lle in der Region Nord 2007 bis heute&quot;)</em></p>
<p>Die Lage in der Provinz Kunduz war nie stabil, aber noch September 2006 bis MÃ¤rz 2007 relativ ruhig. Die Wende kam mit zwei SelbstmordanschlÃ¤gen am 16. April 2007 (10 getÃ¶tete Polizisten) und 19. Mai (3 dt. Soldaten 7 afg. Zivilisten getÃ¶tet). Die Distanz zwischen ISAF/Bundeswehr und BevÃ¶lkerung wuchs, die Attacken hÃ¤uften sich. Nachdem es zunÃ¤chst vor allem RaketenbeschÃ¼sse, IED-AnschlÃ¤ge und hit-and-run-Attacken waren, erreichte der Konflikt vom 29. April 2009 an eine neue IntensitÃ¤t: Seitdem fÃ¼hrten die AufstÃ¤ndischen komplexe Hinterhalte und Angriffe durch, die militÃ¤rische FÃ¼hrung und Ausbildung verraten und auf die Vernichtung ganzer Einheiten zielten.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Erstmalig</span> standen dabei deutsche ISAF-Soldaten wÃ¤hrend des AFG-Einsatzes Ã¼ber Stunden in Gefechten und tÃ¶teten dabei allein am 4. Juni mehr als zehn Gegner. (7 Gefechte zwischen 29.4. und 12.6.)</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Erstmalig</span> in der Geschichte der Bundesrepublik fiel am 29.4. ein Bundeswehrsoldat im Kampf.Â  Bisher hatten sich deutsche ISAF-Soldaten darauf beschrÃ¤nkt, bei Beschuss zurÃ¼ckzuschieÃŸen und sich aus dem Konflikt zu lÃ¶sen.Â  <span style="text-decoration: underline;">Erstmalig</span> kam es am 15.6. 2009 im Einsatzgebiet der Bundeswehr zu einem scharfen Luft-Bodeneinsatz mit Bordkanone und Raketen.Â  (Bis dahin blieb es maximal bei show of force.) Jetzt waren Hinterhalte als Mehrfachfallen aufgebaut. Vor Ort in Kunduz herrschte im Juni 2009 die EinschÃ¤tzung, dass die Bundeswehr nur dank der guten Ausbildung und angemessenen OperationsweiseÂ  ihrer jungen Soldaten einer Katastrophe mit vielen eigenen Toten entkommen ist.Â  Zugleich behielt man lange in dem relativ dicht besiedelten Umfeld die Umsicht, zivile Opfer strikt zu vermeiden.</p>
<p>Der Luftangriff vom 4. September gegen zwei entfÃ¼hrte Tanklaster sÃ¼dlich Kunduz mit lt. COM-ISAF-Bericht bis zu 142 Toten, darunter vielen Zivilisten, war eine menschliche und politische Katastrophe - auch wenn er in nichtpaschtunischen Teilen der ProvinzbevÃ¶lkerung sogar Zustimmung fand. Rund um Kunduz ist inzwischen stÃ¤ndig mit illegalen Checkpoints zu rechnen, ist Aufbauarbeit zzt. nicht mehr mÃ¶glich. Im Oktober hieÃŸ es,Â  5 der 7 Distrikte der Provinz seien unter dem Einfluss der Taliban.</p>
<p>Der Vorschlag des RC North Brigadegeneral Vollmer im September, 2.500 zusÃ¤tzliche Polizisten auszubilden und fÃ¼r zwei Jahre von Seiten der Bundesrepublik zu besolden (ca. 9 Mio. US-$), Ã¤hnliches hatte Kanada in Kandahar getan), wurde von der Bundesregierung abgelehnt.Â  <span style="text-decoration: underline;">Die frÃ¼here Hoffnungsprovinz Kunduz rutscht weg!</span></p>
<p>VerstÃ¤rkt fÃ¼hren US-OEF-SpezialkrÃ¤fte und ANSF in der Provinz eigenstÃ¤ndige Operationen durch, Ã¼ber die Bundeswehr/ISAF anfangs nicht einmal informiert wurden. (vgl. die Geheimoperation von Imam Shahib im MÃ¤rz, als lt. glaubwÃ¼rdigen Quellen 5 Mitarbeiter des BÃ¼rgermeisters regelrecht exekutiert worden sein sollen.) Offen ist bisher, ob solche Operationen zur Konflikteskalation in der Provinz beigetragen haben.</p>
<p>Der bisherige HÃ¶hepunkt war in der ersten Novemberwoche 2009 eine fÃ¼nftÃ¤gige GroÃŸoperation im Distrikt Chahar Darreh mit massivem Luftwaffeneinsatz , bei der Ã¼ber 130 Taliban getÃ¶tet worden sein sollen. Inzwischen sollen auch ehemalige Mudschaheddin-Kommandeure die Initiative Ã¼bernommen haben.</p>
<p>Im Unterschied zu diesen kriegerischen Paralleloperationen blieb bei ISAF/Bundeswehr im Norden lange die Grundlinie, sich nicht in eine Gewalteskalation hineinziehen zu lassen, den Guerillakrieg wohl mit militÃ¤rischer Gewalt, aber nicht generell mit Krieg zu beantworten. Die nebligen UmstÃ¤nde des Luftangriffs vom 4. September werfen die Frage auf, ob es entgegen den Beteuerungen im Verteidigungsausschuss der letzten Legislaturperiode doch einen Taktikwandel gegeben hat.</p>
<p>In der Ã¶ffentlichen Diskussion in Deutschland geraten die taktische Ebene (Kriegssituation in einzelnen Distrikten) und strategische Ebene (StabilisierungsunterstÃ¼tzung) immer wieder durcheinander.Â  Wer jetzt pauschal â€žden Krieg erklÃ¤rt&quot;, vereinfacht die sehr verschiedenen afghanischen RealitÃ¤ten, wischt die Grunderkenntnis, dass mit Krieg die Konflikte in Afghanistan nicht zu lÃ¶sen sind, beiseite, und nimmt dem AfghanistaneinsatzÂ  die letzte LegitimitÃ¤t und Perspektive. Wer kann es da noch verantworten und wagen, als Polizist, Entwicklungshelfer, Diplomat in ein solches Kriegsgebiet zu gehen? Â (Vgl. meine Stellungnahme â€žKrieg in Afghanistan - Bundeswehr im Krieg!?&quot; 10/2008, aktualisiert 11/2009)</p>
<p>(e) Die AufstÃ¤ndischen kÃ¶nnen sich mit den <strong>pakistanischen Grenzregionen</strong> auf ein Hinterland stÃ¼tzen, wo ca. 150 Ausbildungslager existieren sollen (SchÃ¤tzungen von 2008) und wo die pakistanischen Taliban ihre Macht zeitweilig immer mehr ausweiteten und sich mit transnationalen TerrorgruppenÂ  verbinden. Pakistanische MilitÃ¤roffensiven, Aufbauversuche von Stammesmilizen, grenzÃ¼berschreitende US-Drohnenattacken und Abkommen zwischen Regierung und AufstÃ¤ndischengruppen in den Stammesgebieten (FATA) und Swat-Tal konnten den Vormarsch der pakistanischen Taliban zunÃ¤chst nicht stoppen. Ob die MilitÃ¤roffensive im Swat-Tal im Mai 2009 und in SÃ¼d-Waziristan im Herbst eine Wende bringen, lÃ¤sst sich noch nicht sagen. Die besonders brutale Vorgehensweise von pakistanischen Taliban und VerbÃ¼ndeten in Pakistan (Massaker an Stammesversammlungen, AnschlÃ¤ge gegen Moscheen beim Freitagsgebet, Enthauptungen, ZerstÃ¶rung von MÃ¤dchenschulen) offenbaren den extrem menschenverachtenden Charakter dieser Gruppen. Wo mit solchen Gruppen aus einer Position der SchwÃ¤che â€žFriedensabkommen&quot; geschlossen wurden, gab es keineswegs Frieden, im Gegenteil.</p>
<p>(f)Â  <strong>KrÃ¤fteverhÃ¤ltnis</strong>: Die AufstÃ¤ndischen gewinnen an Kampfkraft, obwohl ISAF, ANA und OEF bei direkten Konfrontationen auf der taktischen Ebene praktisch immer â€žsiegen&quot;, obwohl vor allem die US-Waffentechnik z.B. mit den DrohnenÂ  immer genauer und tÃ¶dlicher wird, obwohl die Afghanische National Armee ANA erhebliche Fortschritte macht, obwohl den AufstÃ¤ndischen enorme Verluste an KÃ¤mpfern und vor allem FÃ¼hrern zugefÃ¼gt wurden.</p>
<p>Auch wenn in erheblichen Landesteilen Aufbau + Entwicklung noch mÃ¶glich sind (ich habe das im September 2009 noch in Balkh und Badakhshan erlebt): Die fÃ¼r Regierungsvertreter und Hilfsorganisationen schwerer erreichbaren Gebiete nehmen zu.Â  ISAF hat immer grÃ¶ÃŸere MÃ¼he, seinen Auftrag zu erfÃ¼llen und ein sichereres Umfeld fÃ¼r den Aufbau, fÃ¼r Regierungsvertreter und Helfer zu schaffen.</p>
<p>(g)Â  <strong>Kampf um Wahrnehmung und LegitimitÃ¤t</strong>:</p>
<p>- Lt. verschiedenen Umfragen ist die Wahrnehmung der Zukunft Afghanistans auf Seiten der Afghanen deutlich positiver als z.B. in Deutschland. Die <strong>UnterstÃ¼tzung fÃ¼r die Taliban</strong>/AufstÃ¤ndischen verharrt demnach weiterhin auf niedrigem Niveau (4%). Allerdings sinkt das Vertrauen der BevÃ¶lkerung in Regierung und Internationale. In Teilen des Landes scheint der Kampf um KÃ¶pfe und Herzen der Menschen verloren. In anderen RegionenÂ  verbreitet sich eine abwartende Haltung. (â€žfence sitting&quot;)Â  Wo sich eineÂ  solche â€žNeutralitÃ¤t&quot; verfestigt, kann AufstandseindÃ¤mmung bzw. -bekÃ¤mpfung nicht erfolgreich sein, ist die Niederlage vorprogrammiert.</p>
<p>Der Anteil der Menschen, die einen zÃ¼gigen Abzug der internationalen Truppen wÃ¼nschen, wÃ¤chst. Dieser Haltung stehen andere 40% gegenÃ¼ber,Â  die so lange die internationalen Truppen behalten wollen, bis Sicherheit selbst gewÃ¤hrleistet werden kann.</p>
<p>Besonders aufschlussreich + beunruhigend ist, dass erhebliche Minderheiten Angriffe auf internationale Truppen fÃ¼r gerechtfertigt ansehen.</p>
<p>- Andere Afghanistan-Experten stellen die GlaubwÃ¼rdigkeit der Umfrageergebnisse in Frage. Conrad Schetter verweist auf einen verbreiteten, regelrechten â€žTaliban-Lifestyle&quot; und eine kollektive Erinnerung mit der Aversion gegenÃ¼ber den Nachfolgern des britischen Imperialismus als Konstante.</p>
<p>- In den ISAF-Staaten wÃ¤chst die Opposition gegen den AFG-Einsatz: In Kanada 56% (37% UnterstÃ¼tzung), GroÃŸbritannien 59% (35%), USA 35% (54%) (Anfang Oktober lt. Abgus Reid StrategiesÂ  <a href="http://www.angusreidstrategies.com/">www.angusreidstrategies.com</a>). Lt. Gallup lehnen inzwischen 55% der US-BÃ¼rger â€žObamas Afghanistan-Politik&quot; ab. (FAZ 26.11.2009)</p>
<p>- Hierzulande dominiert - trotz aller BeschwÃ¶rungen des comprehensive approach - eine <strong>militÃ¤rfixierte deutsche Nabelschau</strong>:Â  auf die deutschen Soldaten, auf die AnschlÃ¤ge, Angriffe und eigenen Opfer, auf Einsatzregeln und Bewaffnung. Kaum wahrgenommen werden die Opfer auf afghanischer und alliierter Seite. Und notorisch ist die Nichtbeachtung der Arbeitsbedingen und Leistungen der deutschen Polizeiberater, Entwicklungsexperten, der afghanischen KrÃ¤fte und Akteure, der better news neben den vielen bad news, der Entwicklungen in anderen Provinzen des Norden, gar darÃ¼berhinaus.Â  Solche Wahrnehmungsmuster deprimieren nicht nur. Sie garantieren, dass Chancen von FriedensfÃ¶rderung von vorneherein nicht erkannt werden, dass die Versuche, den Frieden zu gewinnen, aussichtslos werden.</p>
<p>(h) Die <strong>Gewaltspirale</strong> dreht sich mit einer Dynamik, die politisch nur noch begrenzte Zeit durchzuhalten ist. Wie sie gestoppt und umgedreht werden kann, ist die strategische SchlÃ¼sselfrage. Die LageeinschÃ¤tzungen der neuen US-Regierung und der Bundesregierung gingenÂ  lange deutlich auseinander: Die Obama-Regierung konstatiert seit Anfang 2009 eine bedrohliche AbwÃ¤rtsentwicklung, der mit einem umfassenden Strategiewechsel und einem BÃ¼ndel besonderer Anstrengungen kurzfristig entgegengewirkt werden soll. Die nÃ¤chsten 12 bis 18 Monate (bis 2010) gelten als entscheidend. DemgegenÃ¼ber betonte die Bundesregierung lange, man sei trotz aller Schwierigkeiten auf dem richtigen Weg. Daran hat sich auch mit dem Koalitionswechsel nichts grundlegend geÃ¤ndert. Auf seiner Bilanzpressekonferenz am 22. Juli 2009 behauptete Minister Jung noch in vollem Ernst, 10% der Distrikte seien instabil, 360 seien stabil!Â  Von einem besonderen Ernst der Lage, von einer ehrlichen Zwischenbilanz und von umfassenderen neuen Anstrengungen ist auch zu Beginn des 9. (!) Einsatzjahres keine Rede. Da und dort wird nachjustiert, mehr nicht. Wo in einer Provinz wie Kunduz inzwischen â€žDÃ¤mme gebrochen&quot; sind, wartet man seelenruhig auf die Ergebnisse der Afghanistankonferenz Ende Januar 2010. . Eine solche Politik der BeschÃ¶nigungen, Halbherzigkeit und des Durchlavierens ist grob fahrlÃ¤ssig und brandgefÃ¤hrlich. GegenÃ¼ber dem Auftrag der Vereinten Nationen, den Millionen Afghanen, die immer noch besonders auf Deutschland setzen, gegenÃ¼ber den Tausenden Soldaten und Hunderten Aufbauhelfern, Polizisten und Diplomaten aus Deutschland, die in Afghanistan Bewundernswertes leisten, ist das unverantwortlich.</p>
<p>(i) <strong>Offene Fragen</strong>:</p>
<p>- Warum kommen die Briten in der SÃ¼dprovinz Helmand nach dreieinhalb (!) Jahren schwerster KÃ¤mpfe und hoher Verluste nicht voran? Haben sie dort Ã¼berhaupt eine Chance angesichts der unter Afghanen wachen Erinnerung an den britischen Imperialismus des 19. Jahrhunderts?</p>
<p>- Wie ist die Wirkung der ca. 3.000 zusÃ¤tzlichen US-Marines in Helmand? Wieweit kÃ¶nnen die neuen US-Truppen ihre neue Einsatzdoktrin (Schutz und Zustimmung der ZivilbevÃ¶lkerung als A und O; Vornestationierung unter den Menschen) Ã¼berhaupt glaubwÃ¼rdig und wirksam umsetzen? Wieweit kann das Negativimage von US-Truppen gedreht werden?</p>
<p>- Wie ist die tatsÃ¤chliche Perzeption der internationalen Truppen vor allem in den paschtunischen BevÃ¶lkerungsteilen? WieweitÂ  sehen sich bewaffnete Opposition/Taliban etc. als nationaler Widerstand/Aufstand gegen Fremde, Besatzer, eine Bedrohung der eigenen Werte?</p>
<p>- Wieweit sind die bewaffnete Opposition, Taliban in Afghanistan Ã¼berhaupt eine direkte oder indirekte Bedrohung fÃ¼r deutsche, europÃ¤ische, internationale Sicherheit? Wieweit sind sie bereit und in der Lage, erneut internationalen Terroristen und Jihadisten eine Basis zu stellen?</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">2. Â Â Â Â Â Â Â  Schwierige LageeinschÃ¤tzung</span></strong></p>
<p>Eine realitÃ¤tsnahe Sicherheitsanalyse wird erschwert durch</p>
<p>-Â Â Â Â Â Â Â Â Â  Die <strong>Bundesregierung</strong> begnÃ¼gt sich mit der Information Ã¼berÂ  einzelne SicherheitsvorfÃ¤lle, insbesondere wenn eigene KrÃ¤fte betroffen sind. Nicht informiert wird Ã¼ber Trends und Schwerpunkte der Sicherheitslage, insbesondere die Dimension â€žEinfluss&quot;, â€žZugÃ¤nglichkeit&quot;, â€žsicheres Umfeld&quot; (ISAF-Auftrag). Ausgeblendet wird weitgehend die Entwicklung in anderen Regionen. Diese im Vergleich zu VerbÃ¼ndeten <strong>besonders</strong> <strong>zugeknÃ¶pfte Informationspolitik der Bundesregierung produziert BeschÃ¶nigung, RealitÃ¤tsverlust - und Vertrauensschwund</strong>. Umso wichtiger sind jetzt die Berichte und Reportagen von Christoph Reuter/stern, Friederike BÃ¶ge/FAZ, Uli Gack/ZDF, Susanne Koelbl + Matthias Gebauer/Spiegel, Martin Gerner, Britta Petersen, Willi Germund, Marco Seliger, JÃ¶rg Lau + Ulrich Ladurner/Zeit, Britta Petersen.</p>
<p>-Â Â Â Â Â Â Â Â Â  Die InformationsunzugÃ¤nglichkeit der Regionen Ost und SÃ¼d, den â€žNebel des Krieges&quot; Â und starke regionale Unterschiede;</p>
<p>-Â Â Â Â Â Â Â Â Â  Die selektive VerÃ¶ffentlichung von Daten zum Konfliktverlauf seitens ISAF, UN, USA u.a. Truppenstellern, die eineÂ  systematische Wahrnehmung + Transparenz desÂ  Konfliktgeschehens verhindern.</p>
<p>-Â Â Â Â Â Â Â Â Â  Unterschiedliche DarstellungenÂ  durch verschiedene Akteure vor dem Hintergrund unterschiedlicher Interessen (ISAF-Headquarter und Regionalkommandos, Botschaften, UNAMA, â€žNGO Safety Office&quot; ANSO, Oppositionelle Militante KrÃ¤fte/OMF bzw. Anti-Government-Elements/AGE). Opferzahlen und ihre Manipulation spielen eine zentrale Rolle in der psychologischen KriegsfÃ¼hrung.</p>
<p>-Â Â Â Â Â Â Â Â Â  Unterschiede zwischen der Wahrnehmung vor Ort und der aus der Ferne, wo die VorfÃ¤lle einerseits in den Alltag eingeordnet - und damit ggfs.relativiert - oder andererseits isoliert als die ganze RealitÃ¤t wahrgenommen werden. Die Kluft zwischen AuÃŸen- und Binnenwahrnehmung wird besonders deutlich mit den Umfragen von Asia Foundation, ABC/ARD/BBC und FU-Berlin-Team. (s.u.)</p>
<p><strong>Erstes Kriterium</strong> zur Erfassung der Sicherheitslage sind die <span style="text-decoration: underline;">Sicherheitsvorkommnisse und Opferzahlen</span>, also Schusswechsel + Gefechte, SprengstoffanschlÃ¤ge einschlieÃŸlich Selbstmordattentate, indirekter Beschuss (MÃ¶rser, ungelenkte Raketen) und sonstige VorfÃ¤lle wie EntfÃ¼hrungen, Opfer auf Seiten der ZivilbevÃ¶lkerung (zentral), der ANSF, der internationalen Truppen, der AufstÃ¤ndischen. Dabei ist von zentraler Bedeutung, welchen RÃ¼ckhalt Attacken von AGE in der Ã¶rtlichen BevÃ¶lkerung haben und wie ihr politisch/psychologischer Hauptzweck funktioniert, EinschÃ¼chterung + Schrecken zu verbreiten und die Distanz zwischen BevÃ¶lkerung einerseits und internationalen Truppen, RegierungskrÃ¤ften und UnterstÃ¼tzern andererseits zu fÃ¶rdern.</p>
<p>Ein zweites Kriterium sind der <span style="text-decoration: underline;">EinflussÂ  regierungsfeindlicher/aufstÃ¤ndischer KrÃ¤fte</span> und damit die <span style="text-decoration: underline;">ZugÃ¤nglichkeit</span> von Distrikten + Regionen und ArbeitsmÃ¶glichkeiten fÃ¼r Regierungs- und Hilfspersonal und die Befahrbarkeit von HauptstraÃŸen. (vgl. UNAMA-Berichte)</p>
<p>Ein drittes Kriterium sind die <span style="text-decoration: underline;">allgemeine GewaltkriminalitÃ¤t</span>, die z.B. fÃ¼r die BevÃ¶lkerung Kabuls im Vordergrund steht, sowie <span style="text-decoration: underline;">lokale Gewaltkonflikte</span> um Ressourcen, Macht etc. Â Obwohl diese Konfliktdimension die Menschen am meisten berÃ¼hrt, liegt uns hierzuÂ  keine laufende Erfassung vor!Â  (Von gewaltsamen KÃ¤mpfen zwischen sesshaften Bauern der Hazara und bewaffneten paschtunischen Nomaden in der Provinz Wardak, die zur Flucht von Ã¼ber 25.000 MenschenÂ  fÃ¼hrte, berichtete im August 2008 Caritas International).</p>
<p>Ein viertes Kriterium ist schlieÃŸlich das <span style="text-decoration: underline;">Sicherheits- und BedrohungsgefÃ¼hl</span> der BevÃ¶lkerung</p>
<p>SchlieÃŸlich: Die Sicherheitslage kann nur Teil eines Gesamtlagebildes sein mit den Elementen Menschliche Sicherheit, Institutionenaufbau, Infrastruktur, (Aus-)Bildung, Wirtschaft etc.Â  (vgl. Afghanistan Index, AFG 2009 Humanitarian Action Plan) Weil es vielfach an Ã¼berprÃ¼fbaren Zielen (Operationalisierung der Ziele) fehlt, sind Fortschritte oft schwer zu bewerten. (Positives Beispiel sind die kanadischen â€žbenchmarks&quot;)</p>
<p>Risiko- und Bedrohungsanalysen mÃ¼ssen endlich um <strong>Chancenanalysen</strong> ergÃ¤nzt werden. Ohne die Identifizierung von Friedenspotenzialen und -prozessen gibt es keine systematische und erfolgversprechende FriedensfÃ¶rderung.</p>
<p>Â </p></div>
<p class="xar-quote">
Hin weis:&#160;
                <em>    <p>Bericht als <a href="downloads/bericht/2009-dezember_sicherheitslage-afghanistan-zusammenfassung.pdf">PDF-Datei</a>.</p></em></p>


           <br />
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