    <rss version="2.0" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/" xmlns:admin="http://webns.net/mvcb/" xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/">
     <channel>
        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Nachtwei im Deutschen Bundestag zur MandatsverlÃ¤ngerung OEF</title>
        <link>http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;ptid=1&amp;catid=94-120&amp;aid=775</link>
        <description></description>
        <dc:language>en-us</dc:language> 
        <dc:creator>Webmaster</dc:creator> 
        <admin:generatorAgent rdf:resource="http://www.xaraya.org" /> 
        <admin:errorReportsTo rdf:resource="mailto:webmaster@nachtwei.de" />
       <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
       <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
       <docs>http://backend.userland.com/rss</docs>
<div class="xar-mod-page">
   <div class="xar-mod-head">
    <!-- License: GPL http://www.gnu.org/copyleft/gpl.html -->
<ul class="xar-tabs">
            <li class="xar-tab">
                <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=viewmap&amp;ptid=1">View Article Map</a>
           </li>
</ul>
</div>
   <div class="xar-mod-body">
<div class="cattrails xar-displayinline-block xar-padding-thickbottom">
    <span class="xar-mod-title">Internationale Politik und Regionen + Sudan</span>

    <table class="xar-width-auto">
    <tr>
        <td valign="top" class="xar-padding-none">Browse in:&#160;</td>
       <td valign="top" class="xar-padding-none">
                                            <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1">Alle(s)</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=70">Meine Themen</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=120">Internationale Politik und Regionen</a>
<br />
                                            <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1">Alle(s)</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=70">Meine Themen</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=120">Internationale Politik und Regionen</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=74">Afrika</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=94">Sudan</a>
<br />
                                            <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=120-94">Any of these categories</a>
                    -                        <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=120%2B94">All of these categories</a>
<br />
</td>
   </tr>
   </table>




</div>

        <h1>
            Nachtwei im Deutschen Bundestag zur MandatsverlÃ¤ngerung OEF         </h1>
        <div class="xar-floatright"></div>
       <div class="xar-mod-content">
           <div class="xar-sub">
Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=3">Webmaster</a> am 4. November 2008 21:27:48 +02:00 (136342 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>In der Debatte um die VerÂ­lÃ¤ngerung der deutschen Beteiligung an der Operation Enduring Freedom (OEF) hielt Winfried Nachtwei fogenden Redebeitrag:</p></div>
            <div>    <p>VizeprÃ¤sident Dr. h. c. Wolfgang Thierse:</p>
<p>Das Wort hat nun Kollege Winfried Nachtwei, FrakÂ­tion BÃ¼ndnis 90/Die GrÃ¼nen.</p>
<p>Winfried Nachtwei (BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN):</p>
<p>Herr PrÃ¤sident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Zum siebten Mal haben wir im Bundestag Ã¼ber dieÂ  zu diskutieren und zu entscheiden. Ich erinnere mich noch sehr genau: Im November 2001 war diese Entscheidung in den beiden KoalitionsfraktioÂ­nen der SPD und der GrÃ¼nen Ã¤uÃŸerst umstritten. Man kann sagen, dass sich in den Jahren danach die BefÃ¼rchÂ­tungen, die wir damals im November hatten, nicht bestÃ¤Â­tigt haben. Im Gegenteil: Die Dinge sind in Afghanistan zunÃ¤chst viel besser gelaufen. Bis 2005 - da waren wir wieder in der Opposition - waren wir nach AbwÃ¤gung verschiedener Aspekte der Meinung, dass Enduring Freedom weiterhin notwendig sei, um die zu diesem Zeitpunkt schwache ISAF in Afghanistan stÃ¤rken zu kÃ¶nnen. Das war damals die Haltung.</p>
<p>Damit wir nicht aneinander vorbeireden: Der <strong>interÂ­nationale Terrorismus </strong>stellt weiterhin eine Bedrohung der internationalen Sicherheit und des Weltfriedens dar und muss weiterhin bekÃ¤mpft werden.</p>
<p>(Beifall des Abg. Manfred Grund [CDU/ CSU])</p>
<p>Ãœberwiegender Konsens ist sicher auch, dass er auf der einen Seite nicht primÃ¤r militÃ¤risch bekÃ¤mpft werden kann, dass dabei auf der anderen Seite aber auch der EinÂ­satz militÃ¤rischer Mittel notwendig sein kann.</p>
<p>Allerdings reicht es bei Mandatsentscheidungen ganz und gar nicht, nur zu diesen GrundsÃ¤tzen etwas zu sagen. Entscheidungen Ã¼ber solche Mandate und solche EinÂ­sÃ¤tze sind ja schlieÃŸlich keine Bekenntnisfragen. VielÂ­mehr muss konkret beantwortet werden, ob dieser Einsatz weiterhin zur Gewalt- und TerroreindÃ¤mmung sicherheitspolitisch dringlich ist, ob er weiterhin legitim und legal ist und ob er Ã¼berhaupt geeignet, wirksam und verantwortbar ist.</p>
<p>Dass die Bundesregierung nun fÃ¼r Afghanistan die Landkomponente im Rahmen des <strong>Kommandos SpezialÂ­krÃ¤fte </strong>abgemeldet hat, ist ein richtiger Schritt. AllerÂ­dings muss man nÃ¼chternerweise hinzufÃ¼gen: Dies ist seit einigen Jahren Ã¼berfÃ¤llig. Im UntersuchungsausÂ­schuss, der aus dem Verteidigungsausschuss hervorging, haben wir herausfinden mÃ¼ssen, dass das KSK im RahÂ­men von Enduring Freedom in Afghanistan seit 2002 militÃ¤risch gar nicht mehr gebraucht wurde. Danach ist es dort nur aus symbolpolitischen GrÃ¼nden gehalten worden, im Grunde als SolidaritÃ¤tsbeweis gegenÃ¼ber den USA. Gerade als Verteidigungspolitiker mÃ¶chte ich feststellen: Es ist vor allem gegenÃ¼ber den Soldaten falsch und verantwortungslos, sie aus symbolpolitischen GrÃ¼nden einzusetzen und zu missbrauchen.</p>
<p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN sowie bei Abgeordneten der SPD)</p>
<p>Das heiÃŸt im Klartext, Herr Minister Jung und Herr Minister Steinmeier: Da dieser Teileinsatz jetzt zu Ende ist, muss auch endlich ein Abschlussbericht vorgelegt werden. Das ist bisher nicht geschehen. Bisher hat dazu der Verteidigungsausschuss den bei weitem besten BeÂ­richt vorgelegt.</p>
<p>Zur anderen Komponente, zum <strong>Horn von Afrika. </strong>Seit Jahren stellen wir fest, dass der reale Einsatz mit dem Auftrag, terroristische KrÃ¤fte an ihren BewegungsÂ­mÃ¶glichkeiten zu hindern, nichts mehr zu tun hat. Wenn man die Admirale fragt, was sie erkunden, dann erhÃ¤lt man die Antwort, dass sie alles mÃ¶gliche andere erkunÂ­den, aber nicht terroristische Bewegungen. Deshalb ist das Mandat in diesem Bereich schlichtweg nicht ehrlich.</p>
<p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN)</p>
<p>Es gibt andere Sicherheitsrisiken, die man klar mit eiÂ­nem UN-Mandat angehen muss.</p>
<p>Die Mandatsentscheidung, die ansteht, ist nicht nur eine Entscheidung darÃ¼ber, was die Bundesrepublik daÂ­bei macht, sondern sie ist schlichtweg auch eine politiÂ­sche Stellungnahme zu Enduring Freedom Ã¼berhaupt. Es wurde schon darauf hingewiesen, dass die UN-SicherÂ­heitsratsresolution vom 12. September 2001 der vÃ¶lkerÂ­rechtliche Ausgangspunkt ist, in der das <strong>Recht auf Selbstverteidigung </strong>betont wurde. Das wurde damals vom grÃ¶ÃŸten Teil des Parlaments mitgetragen. AllerÂ­dings beziehen Sie sich sieben Jahre danach weiterhin ganz allgemein auf das Selbstverteidigungsrecht. DÃ¼nÂ­ner kÃ¶nnte die rechtliche Grundlage nicht sein; sie ist nach unserer Auffassung eindeutig fragwÃ¼rdig und nicht mehr zu halten.</p>
<p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN sowie bei Abgeordneten der LINKEN und des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos] - Dr. Norman Paech [DIE LINKE]: Sie ist sogar falsch!)</p>
<p>Man muss dabei immer die Konsequenzen bedenken: Es lÃ¤uft auf eine vÃ¶llige Entgrenzung des VerteidigungsbeÂ­griffs und de facto auf eine Enthemmung hinaus. Im Klartext: Operation Enduring Freedom setzt sich in der RealitÃ¤t immer wieder Ã¼ber den vÃ¶lkerrechtlichen Grundsatz territorialer IntegritÃ¤t hinweg. Das, was EnduÂ­ring-Freedom-KrÃ¤fte in Pakistan inzwischen fast jeden Tag machen, nÃ¤mlich VerdÃ¤chtige abschieÃŸen, liegt in der Logik von Enduring Freedom; da soll man gar nicht so Ã¼berrascht sein. Das aber ist eindeutig verwerflich und vÃ¶lkerrechtswidrig.</p>
<p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN)</p>
<p>Wie sieht heute die <strong>RealitÃ¤t von Enduring Freedom </strong>aus? Was sind die Wirkungen? Kollege Stinner, ich mÃ¶chte einen Punkt schnell beiseiterÃ¤umen: Sie haben wieder das Bild vom vorigen Jahr gebracht, das Bild von der angeblich bÃ¶sen OEF und der guten ISAF. HeutzuÂ­tage kann man feststellen, dass die AusbildungskompoÂ­nente bei Enduring Freedom in Afghanistan nicht mehr enthalten ist. Das heiÃŸt, in Afghanistan ist Enduring Freedom wieder auf den ursprÃ¼nglichen Auftrag der miÂ­litÃ¤rischen TerrorbekÃ¤mpfung reduziert worden. Seit Jahren frage ich die Bundesregierung, wie wirksam diese Operation insgesamt ist. Ich erhalte dazu notorisch null Aussagen.</p>
<p>Die Bundesregierung ist aber nicht die einzige AusÂ­kunftsquelle; wir bemÃ¼hen uns selber um entsprechende Hinweise. Was besagen die hierbei gewonnenen ErÂ­kenntnisse?</p>
<p>Erstens. Zur Zielgruppe von Enduring Freedom in Afghanistan gehÃ¶ren nicht nur al-Qaida als Drahtzieher und UnterstÃ¼tzer, sondern ziemlich unterschiedslos alle AufstÃ¤ndischen. Der Effekt davon ist eine SolidarisieÂ­rung: Es werden diejenigen zusammengebracht, die man bei einer vernÃ¼nftigen Antiterrorpolitik eigentlich ausÂ­einanderbringen mÃ¼sste.</p>
<p>Zweitens. Entsprechende Personen werden auf VerÂ­dacht liquidiert. Noch vor kurzem habe ich im ISAF-Headquarter gehÃ¶rt, dass der Unterschied zwischen ISAF und OEF wesentlich ist; OEF tÃ¶tet auf groben VerÂ­dacht.</p>
<p>Drittens. Bei OEF-EinsÃ¤tzen sind Ã¼berproportional oft Zivilopfer zu beklagen. Zudem kommen OEF-OperaÂ­tionen immer wieder ISAF-Operationen in die Quere; das habe ich kÃ¼rzlich von Kommandeuren in Uruzgan, SÃ¼dafghanistan, gehÃ¶rt.</p>
<p>Was die Wirksamkeit angeht, fasse ich zusammen: OEF soll zur EindÃ¤mmung von Terrorismus beitragen. Alle Hinweise, die wir haben, deuten auf das Gegenteil hin, nÃ¤mlich darauf, dass islamistische Militanz, Gewalt und Terror dadurch angefacht werden.</p>
<p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN sowie des Abg. Dr. Norman Paech [DIE LINKE])</p>
<p>OEF steht - das sollte man nicht auÃŸer Acht lassen - fÃ¼r den Global War on Terrorism, fÃ¼r den Irrglauben, nicht nur mit MilitÃ¤r, sondern ausdrÃ¼cklich mit Krieg Terrorismus besiegen zu kÃ¶nnen. Aufschlussreich sind jÃ¼ngste VerÃ¶ffentlichungen aus den USA, insbesondere eine <strong>RAND-Studie </strong>mit dem Titel â€žHow terrorist groups end - lessons for countering Al Qa'ida&quot;. Das Ergebnis ist Ã¤uÃŸerst interessant. Es wurden zwischen 1968 und 2006 Ã¼ber 600 Terrorgruppen untersucht. Die allermeisÂ­ten davon wurden aufgelÃ¶st, weil sie in den politischen Prozess einbezogen wurden. Das zweitbeste Mittel zur AuflÃ¶sung waren polizeiliche und geheimdienstliche MaÃŸnahmen. Am allerwenigsten haben militÃ¤rische MaÃŸnahmen gewirkt. Die Schlussfolgerung dieser StuÂ­die ist - gerichtet an die alte und an die neue Regierung -: HÃ¶rt auf mit dem War on Terrorism! - Die Alternativen liegen eindeutig auf der Hand.</p>
<p>Ich komme zum Schluss. Ich habe alle MandatsentÂ­scheidungen, die im Bundestag seit 1994 getroffen wurÂ­den, mitbekommen. Als alter Oppositioneller war ich immer wieder Ã¼berrascht, wie sorgfÃ¤ltig diese DiskussioÂ­nen gefÃ¼hrt wurden. Allerdings muss ich sagen: Die Diskussionen der letzten Jahre Ã¼ber Enduring Freedom waren Tiefpunkte der parlamentarischen Beratungen und in Sachen <strong>Parlamentsbeteiligung. </strong>Herr Minister Steinmeier, ich habe heute von Staatsminister Erler AntÂ­worten auf von mir gestellte Fragen zur Wirksamkeit von Enduring Freedom usw. erhalten. Ich kann sie Ihnen gleich einmal geben. Diese Antworten sind eine FrechÂ­heit. Ich glaube, Sie werden sich fÃ¼r diese Antworten schÃ¤men. So geht das nicht weiter.</p>
<p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN)</p>
<p>VizeprÃ¤sident Dr. h. c. Wolfgang Thierse:</p>
<p>Herr Kollege, Sie mÃ¼ssen zum Ende kommen.</p>
<p>Winfried Nachtwei (BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN):</p>
<p>Heute findet die Wahl eines neuen US-PrÃ¤sidenten statt, die wir wohl alle mit groÃŸen Hoffnungen begleiten. Der Deutsche Bundestag steht gegenÃ¼ber der US-AdmiÂ­nistration meiner Meinung nach in der Pflicht, ein klares und aktives Zeichen gegen den â€žKrieg gegen den TerÂ­ror&quot;, fÃ¼r einen kooperativen Multilateralismus, fÃ¼r die RÃ¼ckkehr zum VÃ¶lkerrecht und zur Achtung der MenÂ­schenrechte zu setzen, und zwar auch bei der BekÃ¤mpÂ­fung des Terrorismus.</p>
<p>Danke schÃ¶n.</p>
<p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN sowie bei Abgeordneten der LINKEN)</p></div>


           <br />
                        </div>
   </div>
</div></channel>
</rss>
