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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Dringende Wahlabsicherung oder verantwortungslose EU-Show?</title>
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    <span class="xar-mod-title">Internationale Politik und Regionen + Sudan</span>

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        <h1>
            Dringende Wahlabsicherung oder verantwortungslose EU-Show?         </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=3">Webmaster</a> am 17. März 2006 20:25:21 +02:00 (93225 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p><strong>Winfried Nachtwei</strong>, sicherheitspolitischer Sprecher, beleuchtet in einer Stellungnahme fÃ¼r die Website der Bundestagsfraktion ausfÃ¼hrlich die Lage und befÃ¼rwortet grundsÃ¤tzlich den Einsatz. Er stellt jedoch einen langen Katalog von Fragen auf und nennt eine Reihe von Bedingungen, die fÃ¼r ihn erfÃ¼llt sein mÃ¼ssen, um den notwendigen Sicherungseffekt zu erzielen.</p></div>
            <div>    <h1>Dringende Wahlabsicherung oder verantwortungslose EU-Show?</h1>17. MÃ¤rz 2006 <h3><strong>Politischer Stellenwert des Wahlprozesses</strong></h3><p>Am 18. Juni 2006 sollen in der Demokratischen Republik Kongo die ersten Parlaments- und PrÃ¤sidentschaftswahlen seit der UnabhÃ¤ngigkeit von Belgien (1960) stattfinden. GemÃ¤ÃŸ dem Friedensabkommen von 2002 endet die Amtszeit der regierenden Allparteienregierung der Warlords am 30. Juni 2006. UrsprÃ¼nglich waren die Wahlen schon fÃ¼r Juni 2005 angesetzt gewesen; damals fehlte jedoch die notwendige gesetzliche Grundlage. Im Dezember 2005 haben knapp 84 Prozent der Kongolesen per Volksabstimmung die neue Verfassung angenommen. Die Verfassung wurde am 18.02.2006 in Kraft gesetzt. Dass sich bisher trotz fehlender Infrastruktur 25 Mio. Menschen haben registrieren lassen, ist ein gutes Zeichen und eine groÃŸe Leistung der Wahlkommission.</p><p>Die Wahlen sind eine wesentliche Weichenstellung im bisherigen Friedensprozess. Der BÃ¼rgerkrieg hat in den vergangenen sechs Jahren ca. vier Millionen Menschenleben gekostet. Vor allem Ã¶stliche Provinzen gelten nach wie vor als unsicher. Die internationale Staatengemeinschaft hat seit 1999 viel in diesen Friedensprozess investiert. MONUC ist mit 17.000 Blauhelmen und 1,3 Mrd. US-$/Jahr die grÃ¶ÃŸte VN-Friedensmission weltweit. Von der EU wurden ca. 700 Mio. â‚¬ plus 40% der MONUC-Kosten finanziert. Eine SchlÃ¼sselrolle hatte und hat dabei die Reform des Sicherheitssektors, der Aufbau von Polizei und der neuen nationalen Armee FARDC. Beides wird durch die zivilen EU-Missionen EUPOL (ca. 30 Personen) und EUSEC RDC unterstÃ¼tzt. Deutschland trug zu MONUC in 2005 ca. 80 Mio. â‚¬ und 13 Zivilexperten bei. Seit Januar hat Deutschland in Kinshasa fÃ¼r 18 Monate die lokale EU-PrÃ¤sidentschaft Ã¼bernommen, da Ã–sterreich und Finnland hier keine diplomatischen Vertretungen haben.</p><p>UNO-GeneralsekretÃ¤r Kofi Annan hat die EU Ende Dezember 2005 um UnterstÃ¼tzung bei der Sicherung der Parlaments- und PrÃ¤sidentschaftswahlen gebeten. Bis zu 1.500 Soldaten sind im GesprÃ¤ch. Die von den VN organisierte Wahl ist mit 430 Mio. US-$ die teuerste Wahl der VN-Geschichte. Das Dilemma besteht darin, &quot;dass die Wahlen ein notwendiger Schritt zur Friedenskonsolidierung und zugleich ein StabilitÃ¤tsrisiko sind.&quot; (Denis Tull, SWP-Aktuell 12/Feb 2006) Der Fortgang oder RÃ¼ckfall des Friedensprozesses im Kongo ist von erheblicher Bedeutung fÃ¼r ganz Zentralafrika. Nach erfolgreichem Wahlprozess soll im September in Nairobi der zweite Gipfel der &quot;Internationalen Konferenz fÃ¼r Frieden, StabilitÃ¤t und Entwicklung in der Region der GroÃŸen Seen (ICGLR) stattfinden.</p><h3><strong>Hauptrisiken im Umfeld der Wahl</strong></h3><p>Die Zeit zur Vorbereitung der Wahlen ist Ã¤uÃŸerst knapp. Sie dÃ¼rfte die Wahlkommission in dem riesigen und unzugÃ¤nglichen Land vor groÃŸe logistische Probleme stellen. Mehr als 50 PrÃ¤sidentschaftskandidaten haben sich schon gemeldet; weitere dÃ¼rften noch dazukommen. Einige politische Streitpunkte, welche die Inkraftsetzung des Wahlgesetzes blockiert hatten, sind noch nicht ausgerÃ¤umt. <em>&quot;Die einstige ostkongolesische Rebellenbewegung RCD (Kongolesische Sammlung fÃ¼r Demokratie)&quot;,</em> so die taz (11.03.2006<em>), verlangt weiter die GrÃ¼ndung eines eigenen Wahlkreises im Gebiet von Minembwe. Dort stellen Banyamulenge-Tutsi die Mehrheit. Deren parlamentarische Vertretung will die RCD garantieren, denn Banyamulenge-MilitÃ¤rs stellten die wichtigsten Rebellentruppen wÃ¤hrend des Kongokrieges. Die grÃ¶ÃŸte Oppositionspartei UDPS (Union fÃ¼r Demokratie und Sozialen Fortschritt) hingegen verlangt in ihren Hochburgen die WiedererÃ¶ffnung der WÃ¤hlerregistrierung.&quot;</em></p><p>Die Wahlen sind eine &quot;Fieberphase&quot;. Die wichtigsten Wahlbewerber sind militÃ¤rische Bewegungen. Die PrÃ¤sidentengarde umfasst 10.000 bis 15.000 Soldaten, die OrdnungskrÃ¤fte sind noch relativ schwach. Bisher gibt es von den 18 geplanten integrierten Armeebrigaden erst sechs - und diese leiden <em>&quot;unter eklatanten MÃ¤ngeln in Ausbildung, AusrÃ¼stung und Versorgung. Ihre LebensumstÃ¤nde sind katastrophal. (...) Fahnenflucht und an der ZivilbevÃ¶lkerung verÃ¼bte schwere Menschenrechtsverletzungen sind an der Tagesordnung.&quot;</em> (Tull S.3) Tull nennt drei mÃ¶gliche Krisenszenarien:</p><ul><li>Putschversuch wÃ¤hrend der Wahlen oder nach VerkÃ¼ndigung des Wahlergebnisses. </li><li>Massive Ausschreitungen und gewaltsame Proteste in den stÃ¤dtischen Zentren. </li><li>Bewaffnete AufstÃ¤nde oder eine erneute Rebellion z.B. in Katanga und Nord-Kivu. </li></ul><p>Entscheidend ist der Kampf um die Macht in der Hauptstadt - mit Auswirkungen aufs ganze Land und die Krisenprovinzen. In Kinshasa leben ca. 10 % der 55 Mio. Kongolesen. Das Risiko der Konfrontation mit Kindersoldaten besteht in den Krisenprovinzen im Osten, nicht in Kinshasa.</p><p>Allgemein zeigt sich hier wieder das Dauerdilemma von Peacekeeping Operationen zwischen Wegsehen und dem Risiko des GroÃŸversagens durch unterlassene Hilfeleistung einerseits und dem Risiko des Versagens vor Ort andererseits. (vgl. UNOSOM-RÃ¼ckzug aus Somalia 1993 und MINUAR-RÃ¼ckzug aus Ruanda 1994) Obwohl MONUC fÃ¼r die LandesgrÃ¶ÃŸe und Infrastrukturlosigkeit viel zu klein war, war die Mission zusammen mit der EU-ÃœberbrÃ¼ckungsmission Artemis (2003) insgesamt bemerkenswert erfolgreich, auch gegenÃ¼ber Milizen mit Kindersoldaten. Das immer wieder in den Medien kursierende Bild von der Versager-Mission MONUC stimmt nicht.</p><h3><strong>Sicherheitsinteressen und Verantwortung</strong></h3><p>Der Krieg im Kongo war die &quot;Nr. 1&quot; auf der von AlertNet 2005 verÃ¶ffentlichten Liste &quot;vergessener Konflikte&quot;. Ãœber das menschliche Leiden vor allem der ZivilbevÃ¶lkerung hinaus war der Krieg ein groÃŸer Destabilisator fÃ¼r die ganze Region. Er fÃ¶rderte Waffenhandel, organisierte KriminalitÃ¤t und Flucht. Insofern ist der Kongo-Konflikt von herausragender Bedeutung.</p><p>Die Grundwerte, Prinzipien und Interessen der EU - darunter ihre besondere Verpflichtung auf VN-UnterstÃ¼tzung - gebieten eine konsequente Fortsetzung ihres Friedensengagements im Kongo. Dabei hat die EU bisher die KÃ¤rrnerarbeit von MONUC wohl maÃŸgeblich mitfinanziert, ihre riskante und z.T. blutige Umsetzung aber weitgehend den NichteuropÃ¤ern und den VN Ã¼berlassen. Insgesamt 58 Nationen unterstÃ¼tzen bislang MONUC mit Polizisten (1.072), MilitÃ¤rbeobachtern (729) und Soldaten (15.019). Die grÃ¶ÃŸten Truppensteller sind Indien (3.800), Pakistan (3.600), Bangladesch (1.600), Uruguay (1.550), SÃ¼dafrika (1.100) und Nepal (1.050). Von Seiten der Mitgliedsstaaten der EU werden nicht einmal 50 Polizisten und MilitÃ¤rbeobachter gestellt.</p><p>Wenn vor dem Hintergrund der Ã¤uÃŸerst geringen deutschen Beteiligung an VN-gefÃ¼hrten Missionen (Platz 37) jetzt etwas mehr direkte militÃ¤rische VN-UnterstÃ¼tzung verlangt wird, hat das mit einer deutschen &quot;Weltpolizisten&quot;-Rolle, wie manche jetzt vorhalten, lÃ¤ngst nichts zu tun - aber umso mehr mit der AutoritÃ¤t der VN als Weltordnungsmacht.</p><p>Die Bedeutung der Wahlabsicherung wird nicht dadurch geschmÃ¤lert, dass bei der Frage der Kongo-Mission das EU-Organisationsinteresse an einem neuen ESVP-Leistungsnachweis und einer Profilierung gegenÃ¼ber der NATO eine nicht unerhebliche Rolle spielt. Dass von vorneherein eine autonome ESVP-Mission angestrebt und damit auf die durch Berlin-plus mÃ¶glichen Planungs- und UnterstÃ¼tzungskapazitÃ¤ten der NATO verzichtet wurde, ist nicht nachvollziehbar, vielleicht sogar fahrlÃ¤ssig. Die franzÃ¶sischen Interessen bei alledem - aktivere Rolle von EU und Deutschland in Afrika, Raushalten der NATO raushalten, eigene afrikapolitische Interessen verfolgen und die Lasten europÃ¤isieren - ist keineswegs vertrauensbildend.</p><h3><strong>Auftrag einer Interims-Truppe</strong></h3><p>Laut VN-Anfrage bei der EU soll die Ãœbergangstruppe abschreckend wirken und gegebenenfalls MONUC unterstÃ¼tzen. Demnach wÃ¤re sowohl ein Einsatz in der Hauptstadt wie in den Hauptstationierungsgebieten von MONUC im Osten vorgesehen oder mÃ¶glich. Ein genauerer Auftrag liegt bisher aber nicht vor. Ein Kongo-kompetenter EU-General beschrieb den mÃ¶glichen Einsatz gegenÃ¼ber dem Verteidigungsausschuss so: In kritischen Provinzen reiche MONUC. In Kinshasa stÃ¼nden dagegen nur zwei schwache MONUC-Bataillone, die gerade zur Selbstverteidigung fÃ¤hig seien. Abschreckungsschwerpunkt mÃ¼sse Kinshasa sein. Hier sei fÃ¼r ein starkes Signal eine glaubwÃ¼rdige und ausreichend starke Truppe entscheidend. Zugleich mÃ¼sse man jede Dominanz (Eindruck von neokolonialer Intervention) vermeiden. Vor Ort hieÃŸe das 400 bis 450 Soldaten, KrÃ¤fte am Flughafen plus schnelle Reserven im benachbarten Ausland, insgesamt ca. 1.200 bis 1.500 Mann. Diese Beschreibung erinnert einerseits stark an ISAF. Zugleich ist aber eine ganz andere Durchsetzungsbereitschaft gefordert und fehlt eine NotfallunterstÃ¼tzung nach Art von Enduring Freedom.</p><h3><strong>Einsetzbare militÃ¤rische FÃ¤higkeiten</strong></h3><p>Hier geht es zuerst um die Komponenten FÃ¼hrung und Hauptquartier sowie Umfang und FÃ¤higkeiten der EinsatzkrÃ¤fte. Es hat sich herauskristallisiert, dass von den vier &quot;Operation Head Quarters&quot; in der EU (GroÃŸbritannien, Frankreich, Italien, Deutschland) zur Zeit nur das deutsche EinsatzfÃ¼hrungskommando in Potsdam zur VerfÃ¼gung steht. Deutschland kann von den ca. 100 Dienstposten die HÃ¤lfte stellen. Andere mÃ¼ssten die zweite HÃ¤lfte auffÃ¼llen. Das ist auch geÃ¼bt. Am Operation Head Quarter hÃ¤ngt die ganze FÃ¼hrungsrolle: &quot;Anwerben&quot; von Truppen der MitgliedslÃ¤nder, Verhandlungen mit GastlÃ¤ndern, Logistik etc.. Das &quot;Force Head Quarter&quot; vor Ort soll von Frankreich gestellt werden. Zwischen deutscher und franzÃ¶sischer Regierung besteht Einigkeit, dass je ein Drittel der EinsatzkrÃ¤fte von Frankreich, Deutschland und dritten Nationen gestellt werden sollen. Deutschland kÃ¶nnte die notwendige TeilfÃ¤higkeit Evakuierung stellen. HierfÃ¼r kÃ¶nnte die Bundeswehr zwei Infanteriekompanien stellen. Insgesamt steht bei der Bundeswehr fÃ¼r diese Aufgabe ein ganzes FallschirmjÃ¤gerbataillon zur VerfÃ¼gung. Es ist im Rahmen der EU-Battlegroup auch der EU gemeldet. MÃ¶glich wÃ¤re auch die Entsendung eines &quot;Einsatzgruppenversorgers&quot;, der vor der KÃ¼ste fÃ¼r Evakuierungsoperationen und die sanitÃ¤tsdienstliche Versorgung nÃ¼tzlich sein kÃ¶nnte. Frankreich will bisher 250 Mann EinsattzkrÃ¤fte fÃ¼r Kinshasa und zur MONUC-UnterstÃ¼tzung stellen. Etliche dritte Nationen meldeten bisher sehr Ã¼berschaubare GrÃ¶ÃŸenordnungen: Spanien 100, Polen 30 (fÃ¼r sechs Wochen), Schweden 50, Belgien 50 Logistiker, etliche andere zwischen zehn und zwei Stabsoffizieren.</p><h3><strong>Offene Fragen fÃ¼r eine EU-Mission mit deutscher Beteiligung</strong></h3><ul><li>Bisher kein klarer Auftrag und kein UN-Mandat: &quot;Flagge zeigen&quot;? &quot;Abschreckung&quot;? Abschreckung muss glaubwÃ¼rdig sein! Wie soll Abschreckung in Kinshasa und MONUC-VerstÃ¤rkung im Land zusammen geleistet werden? </li><li>Offizielle Haltung der kongolesischen Regierung, deren Fraktionen sicher nur ein geringes Interesse an einer neutralen und ihren Ambitionen hinderlichen Truppe haben? </li><li>EinschÃ¤tzung fÃ¼r Kinshasa: Risiko einer Anti-EuropÃ¤er-Eskalation und -Koalition? Was ist, wenn das Abschreckungssignal in der Vielmillionenstadt nicht funktioniert? Welche Art von DurchsetzungsfÃ¤higkeit ist mit dem in Aussicht stehenden KrÃ¤fteeinsatz Ã¼berhaupt zu schaffen? </li><li>Welche EU-Mitglieder stellen welche KrÃ¤fte und wie werden die bisherigen LÃ¼cken vernÃ¼nftig aufgefÃ¼llt? </li><li>Hat die Bundesrepublik genug Nachrichtengewinnung, AufklÃ¤rung vor Ort? Hat die Bundeswehr die ausreichenden logistischen FÃ¤higkeiten, z.B. Wasseraufbereitung, SanitÃ¤tsversorgung? </li><li>Ist die Politik, sind wir, ist die Ã–ffentlichkeit bereit, im schlimmsten Fall einen so &quot;robusten&quot;, d.h. &quot;SchieÃŸ&quot;-Einsatz mit etlichen Opfern mit zu tragen, wie MONUC das mehrfach praktiziert hat? </li></ul><h3><strong>Gibt es andere Optionen?</strong></h3><ul><li>Keine SicherheitsunterstÃ¼tzung in Kinshasa zu leisten wÃ¤re verantwortungslos gegenÃ¼ber Wahlbeobachtern und anderen Entsandten im Eskalationsfall, eine Verweigerung gegenÃ¼ber den VN und eine gefÃ¤hrliche Inkonsequenz angesichts des bisherigen Engagements. Ein Scheitern der Wahl wÃ¼rde den in zwei Jahren geplanten Abzug von MONUC vÃ¶llig unmÃ¶glich machen. Eine Intervention in einer laufenden Eskalation wÃ¼rde viel schwieriger, teurer, riskanter, aussichtsloser. Insgesamt wÃ¤re das ein Armutszeugnis erster GÃ¼te! </li><li>Wahlabsicherung durch ein Kontingent der Southern African Development Community (SADC), wie laut Pressemeldung vom sÃ¼dafrikanischen Verteidigungsminister vorgeschlagen: Das wÃ¤re grundsÃ¤tzlich zu begrÃ¼ÃŸen. Allerdings gibt es hierzu keine weiteren Signale der SADC und der sÃ¼dafrikanischen Regierung. Zugleich steht als bisher maÃŸgebliches Faktum die Anfrage der VN an die EU im Raum.   </li><li>Eine ausschlieÃŸliche Evakuierungstruppe wÃ¤re ein vÃ¶llig kontraproduktives Signal an die Konfliktparteien. Dann lieber keine Truppe! </li><li>Minimale PrÃ¤senz vor Ort, Eingreifreserven drauÃŸen: Kaum Abschreckung, erschwerte ReaktionsfÃ¤higkeit. </li><li>Eine VerstÃ¤rkung von MONUC: In der Vergangenheit von Kofi Annan mehrfach gefordert, aber vom Sicherheitsrat, insbesondere den USA, abgelehnt. </li><li>Private MilitÃ¤r- und SÃ¶ldnerfirmen als - nach eigener Werbung - &quot;viel billigere&quot; Alternative. Das wÃ¼rde die sowieso schon laufende Privatisierung von Sicherheit, Gewalt und Krieg beschleunigen. </li></ul><h3><strong>Konsequenzen</strong></h3><ul><li>Eine Kongo-Interims-Mission wird von VN, humanitÃ¤ren Organisationen, der International Crisis Group, vielen Entwicklungspolitikern und Kongo-Kundigen gefordert; sie erscheint auch aus bÃ¼ndnisgrÃ¼ner Sicht im Sinne von UN-StÃ¤rkung, GewaltverhÃ¼tung und FriedensfÃ¶rderung <strong>dringlich und gerechtfertigt</strong>. Sie braucht aber auch zwingend die Zustimmung der kongolesischen Regierung und ein Mandat der UN. </li><li>Die Mobilisierung und Nutzung aller Kongo-Expertise hierzulande ist Ã¼berfÃ¤llig. Wir brauchen fÃ¼r eine verantwortliche Entscheidung im Deutschen Bundestag ein umfassendes Lagebild statt bloÃŸer Ressortsichten. </li><li>Das Schwarze-Peter-Spiel zwischen den Regierungen ist peinlich, schadet der EU und den VN, untergrÃ¤bt im Vorhinein die GlaubwÃ¼rdigkeit einer Interimstruppe und muss ein Ende haben. Schnell muss ein Hauptquartier fÃ¼r zÃ¼gige Operationsplanung her. Die Arbeitsteilung zwischen dem EinsatzfÃ¼hrungskommando Potsdam fÃ¼r das Operation-Head Quarter und dem franzÃ¶sisch gefÃ¼hrten Force-Head Quarter vor Ort scheint sinnvoll. </li><li>Es reicht nicht und fÃ¼hrt in die Irre, mÃ¶glichst viele GrÃ¼nde gegen ein Engagement anzuhÃ¤ufen. Vielmehr mÃ¼ssen die europÃ¤ischen und insbesondere die Bundesregierung alles dafÃ¼r tun, dass die berechtigten Fragen und Bedenken geklÃ¤rt und die Wahlabsicherung <strong>mÃ¶glich, leistbar, verantwortbar und aussichtsreich</strong> ist. Das muss im MÃ¤rz geleistet werden. <strong>Wir wollen eine Kinshasa-Mission verantworten und entsenden kÃ¶nnen.</strong> </li><li><strong>Notwendige Bedingungen</strong>: Klarer und prÃ¤ziser Auftrag, VN-Mandat und Zustimmung der kongolesischen Regierung, verbindliche zeitliche Befristung, Begrenzung der deutschen KrÃ¤fte auf die Hauptstadt, auf keinen Fall bloÃŸe Evakuierungstruppe, ausgewogene Lastenverteilung zwischen Deutschland, Frankreich und anderen grÃ¶ÃŸeren EU-Staaten sowie einem begrenzten Anteil von Kleinstkontingenten anderer. Dabei gilt jedoch: Vorsicht vor exzessiver MultinationalitÃ¤t. </li><li>FÃ¼r den schlimmsten Fall, also unbeherrschbare Eskalation bei oder nach der Wahl - muss eine MONUC-VerstÃ¤rkung durch den VN-Sicherheitsrat mÃ¶glich sein. Eine Fortdauer der EU-Interimsmission muss ausgeschlossen werden. Ein weiterer Kontingent-Dauereinsatz neben Balkan und Afghanistan ist seitens der Bundeswehr absolut nicht leistbar. </li></ul><p>Winfried Nachtwei</p></div>


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