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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Antrag: Kontraproduktive US-Operationen in Pakistan sofort einstellen - Umfassende Strategie zur Stabilisierung Pakistans entwickeln</title>
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    <span class="xar-mod-title">Internationale Politik und Regionen + Antrag</span>

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        <h1>
            Antrag: Kontraproduktive US-Operationen in Pakistan sofort einstellen - Umfassende Strategie zur Stabilisierung Pakistans entwickeln         </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=3">Webmaster</a> am 24. September 2008 17:56:39 +02:00 (127967 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Die US-MilitÃ¤roperationen auf pakistanischem Gebiet ohne Zustimmung der Regierung in Islamabad sind besorgniserregend und konterkarieren die StabilisierungsbemÃ¼hungen in Pakistan. Die Bundesregierung aber schweigt azu. Die grÃ¼ne Bundestagsfraktion hat deshalb am Mittwoch eine aktuelle Stunde m Bundestag beantragt und einen Antrag eingebracht, in dem wir eine esamtstrategie der Bundesregierung und der EU fÃ¼r die Stabilisierung Pakistans und der Region fordern. Der von Winfried Nachtwei mit initiierte Antrag findet sich hier:</p></div>
            <div>    <p>Deutscher Bundestag Drucksache 16/</p>
<p><strong>16. Wahlperiode </strong>24.09.2008</p>
<p><strong>Antrag</strong></p>
<p>der Abgeordneten JÃ¼rgen Trittin, Kerstin MÃ¼ller (KÃ¶ln), Winfried Nachtwei, Ute Koczy, Marieluise Beck (Bremen), Volker Beck (KÃ¶ln), Alexander Bonde, Dr. Uschi Eid, Thilo Hoppe, Omid Nouripour, Claudia Roth (Augsburg), Manuel Sarrazin, Rainder Steenblock und der Fraktion BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN</p>
<p><strong>Kontraproduktive US-Operationen in Pakistan sofort einstellen - Umfassende </strong><strong>Strategie zur Stabilisierung Pakistans entwickeln</strong></p>
<p>Der Bundestag wolle beschlieÃŸen:</p>
<p>I. Der Deutsche Bundestag stellt fest:</p>
<p>Der schreckliche Anschlag vom 20.09.2008 auf das Marriott-Hotel in Islamabad, dem mehr als 50 Menschen zum Opfer fielen, hat die unvermindert gefÃ¤hrliche und unkontrollierbare Lage in Pakistan deutlich gemacht. Insbesondere die staatlichem Zugriff entzogenen westlichen Stammesgebieten und die Nordwest-Grenzprovinz sind ein dauernder Unruheherd und Ausgangspunkt fÃ¼r terroristische und militante AktivitÃ¤ten in Afghanistan und Pakistan.</p>
<p>Nach dem Ende der MilitÃ¤rherrschaft Musharrafs befinden sich erstmals wieder eine demokratisch legitimierte Regierung unter MinisterprÃ¤sident Yusuf Raza Gilani und der neu gewÃ¤hlte PrÃ¤sident Asif Ali Zardari im Amt. Die neue FÃ¼hrung und die RÃ¼ckkehr zur Rechtsstaatlichkeit in Pakistan mÃ¼ssen umfassend von der internationalen Gemeinschaft unterstÃ¼tzt werden. Zugleich muss sie ihrerseits in die Pflicht genommen werden, sich an rechtstaatliche Standards zu halten und die unter Musharraf verhÃ¤ngten EinschrÃ¤nkungen der verfassungs- rechtlichen Ordnung rÃ¼ckgÃ¤ngig zu machen. Die von Musharraf entmachteten und unter Hausarrest stehenden Richter mÃ¼ssen wieder eingesetzt und die UnabhÃ¤ngigkeit der Justiz gewÃ¤hrleistet werden.</p>
<p>Dagegen sind die seit Jahresbeginn verstÃ¤rkt und auf Anweisung des US-PrÃ¤sidenten durch- gefÃ¼hrten Angriffe auf die Grenzgebiete durch US-MilitÃ¤rkommandos oder mit Hilfe von Drohnen, die gegen den Willen der pakistanischen Regierung stattfinden, kontraproduktiv und verstoÃŸen gegen das VÃ¶lkerrecht. Trotz mehrfacher Beteuerung, die pakistanische Hoheit zu respektieren, beharren die USA weiterhin auf PrÃ¤ventivschlÃ¤gen und MilitÃ¤roperationen im souverÃ¤nen Pakistan. Diese EinsÃ¤tze hatten wiederholt Opfer unter der ZivilbevÃ¶lkerung und in den Reihen pakistanischer Soldaten und SicherheitskrÃ¤fte zur Folge. Die MilitÃ¤raktionen der USA schwÃ¤chen die pakistanische Regierung und riskieren eine weitere Destabilisierung der Atommacht Pakistan sowie der gesamten Region. Sie gefÃ¤hrden auÃŸerdem die Zustimmung der BevÃ¶lkerung und der lokalen Regierungen zu den eigenen pakistanischen Sicherheitsoperationen. Der Befehl an das pakistanische MilitÃ¤r, eindringende US-KrÃ¤fte abzuwehren und erste ZwischenfÃ¤lle zwischen pakistanischen und US-MilitÃ¤r zeigen die GefÃ¤hrlichkeit der Lage.</p>
<p>Durch die Beteiligung an der ISAF-Mission und dem Wiederaufbau in Afghanistan muss Deutschland ein Interesse daran haben, dass die Lage im afghanisch-pakistanischen Grenzge- biet und in Pakistan nicht weiter eskaliert. Die Bundesregierung muss die deutsche Beteili- gung an der mittlerweile ohne vÃ¶lkerrechtliche Grundlage operierenden OEF-Mission been- den und gegenÃ¼ber den USA und in der NATO darauf drÃ¤ngen, dass kontraproduktive Mili- tÃ¤raktionen, die den Wiederaufbau in Afghanistan untergraben, unterbleiben. Sie muss un- missverstÃ¤ndlich zu erkennen geben, dass sie militÃ¤rische Aktionen ohne Zustimmung der pakistanischen Regierung ablehnt und diese weder direkt noch indirekt unterstÃ¼tzt. Sie muss gegenÃ¼ber dem Bundestag und der Ã–ffentlichkeit klarstellen, dass der militÃ¤rische Beitrag der Bundesrepublik Deutschland nicht dazu dient, MilitÃ¤raktionen in Pakistan oder anderen Nachbarstaaten vorzubereiten. Sie darf die Spannungen in der Region nicht durch Nuklearexporte an Indien oder RÃ¼stungsexporte an Pakistan und Indien verschÃ¤rfen. Damit gefÃ¤hrdet sie die StabilitÃ¤t in der Region und den Wiederaufbau in Afghanistan.</p>
<p>PrÃ¤sident Zardari hat in seiner Antrittsrede die BekÃ¤mpfung des Terrorismus zur ersten PrioritÃ¤t erklÃ¤rt. Der Anschlag auf das Marriott-Hotel zeigt das AusmaÃŸ der Bedrohung auch fÃ¼r Staat und Gesellschaft in Pakistan. Die pakistanische Regierung braucht UnterstÃ¼tzung, um die Hoheit Ã¼ber die betroffenen Gebiete zu gewinnen. Eine Abkehr vom Terrorismus in den z.T. seit Jahrzehnten vernachlÃ¤ssigten Gebieten lÃ¤sst sich nicht durch militÃ¤rische Kommandoaktionen, sondern durch eine gezielte Strategie erreichen, die gemeinsam mit der pakistanischen Regierung und den NachbarlÃ¤ndern entwickelt und umgesetzt werden muss.</p>
<p>Die Bundesregierung und die EU haben keine eigene Strategie im Umgang mit Pakistan und den damit zusammenhÃ¤ngenden regionalen Herausforderungen. Es ist undenkbar, dass die umfangreichen StabilisierungsbemÃ¼hungen in Afghanistan gelingen kÃ¶nnen, ohne gleichzeitig die inner-pakistanische Situation im Blick zu haben. Voraussetzungen fÃ¼r eine Stabilisierung sind auch hier gute RegierungsfÃ¼hrung und eine rechtstaatlich agierende Polizei, deren Reform unter der Herrschaft Musharrafs verschleppt wurde. Eine massive internationale UnterstÃ¼tzung bei einer umfassenden Sicherheitssektorreform und die Ausbildung einer rechtsstaatlichen pakistanischen Polizei mÃ¼ssen in Pakistan ebenso hoch auf die Agenda rÃ¼cken wie in Afghanistan. Notwendig sind zudem umfangreiche Investitionen in Bildung und Entwicklung. Der Justizsektor und die vorhandenen demokratischen Institutionen mÃ¼ssen mit internationaler Hilfe gestÃ¤rkt werden, die in Pakistan durchaus vorhandene Zivilgesellschaft muss unter- stÃ¼tzt werden.</p>
<p>II. Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf:</p>
<p>1. sich eindeutig gegen US MilitÃ¤r-Operationen auf pakistanischem Staatsgebiet ohne Zu- stimmung der pakistanischen Regierung auszusprechen und die US-Regierung zu einer Aufgabe dieser vÃ¶lkerrechtswidrigen MilitÃ¤rinterventionen zu drÃ¤ngen,</p>
<p>2. sich fÃ¼r eine sofortige Beendigung von EinsÃ¤tzen in Pakistan und in Afghanistan einzusetzen, bei denen ein unverantwortliches Risiko fÃ¼r Zivilisten oder befreundete SicherheitskrÃ¤fte besteht,</p>
<p>3. die deutsche Beteiligung an OEF zu beenden,</p>
<p>4. zu gewÃ¤hrleisten, dass ISAF-KrÃ¤fte und ISAF-FÃ¤higkeiten nicht zu vÃ¶lkerrechtswidrigen oder unverhÃ¤ltnismÃ¤ÃŸigen MilitÃ¤raktionen genutzt werden,</p>
<p>5. dem Bundestag eine umfassende Pakistan-Strategie vorzulegen, in der sie MaÃŸnahmen und BeitrÃ¤ge zur Stabilisierung und zur FÃ¶rderung von Demokratie, Rechtstaatlichkeit, wirtschaftlicher StabilitÃ¤t und Menschenrechten in Pakistan darlegt,</p>
<p>6. sich in der EU fÃ¼r ein abgestimmtes Vorgehen in Bezug auf Pakistan einzusetzen.</p>
<p>7. mit den internationalen Partnern und in Abstimmung mit der pakistanischen Regierung ein umfassendes Programm zur DurchfÃ¼hrung einer Sicherheitssektorreform, einer StÃ¤rkung des Justizwesens und dem Aufbau einer effektiven rechtsstaatlichen Polizei als wichtige SÃ¤ule innerer Stabilisierung zu beschlieÃŸen,</p>
<p>8. gemeinsam mit der pakistanischen Regierung, den Nachbarstaaten und internationalen Akteuren eine effektive und multidimensionale Strategie zur Befriedung der Stammesgebiete im Westen Pakistans zu beraten, die nicht nur militÃ¤rische MaÃŸnahmen, sondern auch die politische und Ã¶konomische Entwicklung in den Blick nimmt,</p>
<p>9. darÃ¼ber hinaus die Schwerpunkte in der Entwicklungszusammenarbeit, v.a. Grundbildung, Basisgesundheit, lÃ¤ndliche Entwicklung und Erneuerbare Energien auszubauen und die FÃ¶rderung der unabhÃ¤ngigen Justiz und Presse sowie der Rechte der Frauen in Pakistan zu verstÃ¤rken,</p>
<p>10. den neuen pakistanischen PrÃ¤sidenten und die Regierung in ihren StabilisierungsbemÃ¼hungen zu unterstÃ¼tzen und die RÃ¼cknahme der verfassungsrechtlichen EinschrÃ¤nkungen unter Musharraf, darunter die Wiedereinsetzung der Richter, einzufordern,</p>
<p>11. das WettrÃ¼sten zwischen Pakistan, Indien, China und anderen Staaten der Region nicht weiter durch deutsche RÃ¼stungslieferungen anzuheizen und diese zu beenden,</p>
<p>12. darauf hinzuwirken, dass Pakistan nicht weiterhin eine Quelle der Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und deren TrÃ¤gerwaffen bleibt, sondern sich den internationalen RÃ¼stungskontrollregimen anschlieÃŸt.</p>
<p>Berlin, den 24. September 2008</p>
<p><strong>Renate KÃ¼nast</strong></p>
<p><strong>Fritz Kuhn und Fraktion</strong></p></div>


           <br />
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