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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Krisen WIRKSAMER verhindern, Frieden WIRKSAMER fÃ¶rdern - 1. Umsetzungsbericht zu den Leitlinien der Bundesregierung von 2017 und Stellungnahme des Beirats Zivile KrisenprÃ¤vention </title>
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    <span class="xar-mod-title">Artikel von Winfried Nachtwei fÃ¼r Zeitschriften u.Ã¤.</span>

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                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=86">Artikel</a>
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        <h1>
            Krisen WIRKSAMER verhindern, Frieden WIRKSAMER fÃ¶rdern - 1. Umsetzungsbericht zu den Leitlinien der Bundesregierung von 2017 und Stellungnahme des Beirats Zivile KrisenprÃ¤vention          </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=7">Nachtwei</a> am 11. April 2021 15:10:00 +02:00 (37843 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>F&uuml;r Krisen- und Gewaltverh&uuml;tung und Friedensf&ouml;rderung gibt es recht viel Sympathie. Aber was daf&uuml;r geschieht, von verschiedenen staatlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren getan wird,ist nur wenig bekannt. Der Umsetzungsbericht pr&auml;sentiert eine F&uuml;lle, eine regelrechte Fundgrube an Instrumenten, Ma&szlig;nahmen und Projekten, die zur Krisenverhinderung und Friedensf&ouml;rderung beitragen sollen. Reichen sie aus, um schneller besser zu werden - angesichts der Sschnelligkeit vieler destruktiver Prozesse?</p></div>
            <div>    <p align="center"><strong>Krisen WIRKSAMER verhindern, Frieden WIRKSAMER f&ouml;rdern &ndash;</strong></p>
<p align="center"><strong>1. Umsetzungsbericht zu den Leitlinien der Bundesregierung von 2017</strong></p>
<p align="center"><strong>und Stellungnahme des Beirats Zivile Krisenpr&auml;vention</strong></p>
<p align="center">Winfried Nachtwei (April 2021)</p>
<p>Am 31. M&auml;rz ver&ouml;ffentlichte die Bundesregierung ihren ersten Umsetzungsbericht zu den Leitlinien &bdquo;Krisen verhindern, Konflikte bew&auml;ltigen und Frieden f&ouml;rdern&ldquo; von 2017, der zuvor vom Bundeskabinett gebilligt worden war. Erstmalig in der Geschichte dieses Politikfeldes (seit dem Gesamtkonzept Zivile Krisenpr&auml;vention 2000 und dem Aktionsplan 2004 und seinen vier Umsetzungsberichten) wurde dieses Mal ein Grundlagendokument breit &uuml;ber die verschiedenen Kan&auml;le der Bundesregierung und ihrer Ressorts kommuniziert.</p>
<p>Der Beirat Zivile Krisenpr&auml;vention und Friedensf&ouml;rderung der Bundesregierung und die Plattform Zivile Konfliktbearbeitung ver&ouml;ffentlichten zeitgleich ihre Stellungnahmen.</p>
<p><strong>Vorbemerkung:</strong> Der Umsetzungsbericht pr&auml;sentiert eine Fundgrube an Aktivit&auml;ten, Projekten und Ma&szlig;nahmen, die in ihrer F&uuml;lle auch den mit dem Politikfeld Vertrauten nicht alle bekannt sein d&uuml;rften. Alle Achtung!</p>
<p>Indem die Umsetzung der Leitlinien an ihren 50 Selbstverpflichtungen durchbuchstabiert wird, ist die Darstellung konkret, transparent und &uuml;berpr&uuml;fbar.</p>
<p>De Haken daran ist, dass alles, was nicht durch die Selbstverpflichtungen erfasst wurde oder gar als Defizite der insgesamt gelobten Leitlinien von au&szlig;en kritisiert wurde, dabei unter den Tisch f&auml;llt.</p>
<p>Zum Beispiel die Schutzverantwortung: In den Leitlinien zur deutschen Staatsraison erkl&auml;rt, wurde bei den Selbstverpflichtungen nicht angesprochen, im Umsetzungsbericht also nicht thematisiert. Umso wichtiger, dass im Auftrag des Beirats eine Studie zu Schutzzonen erstellt wurde. Die Studie erleichtert politische Entscheidungsfindung zu Schutzzonen keineswegs. Aber sie macht konkrete Vorschl&auml;ge, die Schutzverantwortung in Kernbereichen zu operationalisieren und sie viel sorgf&auml;ltiger, kompetenter, wirksamer und entschlossener wahrnehmen zu k&ouml;nnen. Die Studie sollte als Ansto&szlig; daf&uuml;r genutzt werden, dass deutsche Politik ihre Schutzverantwortung im internationalen Verbund viel konsequenter und realit&auml;tst&uuml;chtiger wahrnehmen und operationalisieren kann.</p>
<p>Zum Beispiel die Nichtbeachtung von &bdquo;Eigenanteilen&ldquo; an Friedensst&ouml;rungen und Chaostreiberei: durch Verb&uuml;ndete, bei bestimmten R&uuml;stungsexporten seitens der eigenen Regierung - als w&auml;ren Krisentreiber immer nur immer die &bdquo;die anderen&ldquo;.</p>
<p>Zum Beispiel die rund 20 Ank&uuml;ndigungen von &bdquo;st&auml;rken&ldquo;, &bdquo;ausbauen&ldquo; in den Selbstverpflichtungen, wo die Aufstockung von Ressourcen und Kapazit&auml;ten die notwendige Voraussetzung w&auml;re, aber keinerlei Hausnummer genannt wird. Deshalb ist die Forderung des Beirats nach einem Aufbauplan im Hinblick auf die Koalitionsverhandlungen im Herbst von zentraler Bedeutung. (2002 brachten wir einen Satz zu &bdquo;Aktionsplan&ldquo; in den Koalitionsvertrag hinein.)</p>
<p>Meine genauere pers&ouml;nliche Stellungnahme zum Umsetzungsbericht folgt auf dem PeaceLab-Blog.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">(1) Hier die Links zu den Beitr&auml;gen der Bundesregierung</span></strong></p>
<p><strong>Bundesregierung:</strong> &bdquo;Frieden ist wesentliche Voraussetzung f&uuml;r ein Leben in W&uuml;rde und Freiheit - gerade in einer Zeit, in der Epidemien, Naturkatastrophen und bewaffnete Konflikte das Weltgeschehen pr&auml;gen. Daher setzt sich die Bundesregierung weltweit f&uuml;r die Pr&auml;vention von Krisen und Konflikten ein.&ldquo; 31.03.2021, <a href="https://www.bundesregierung.de/breg-de/suche/leitlinien-krisenpraevention-1882814">https://www.bundesregierung.de/breg-de/suche/leitlinien-krisenpraevention-1882814</a></p>
<p><strong>Ausw&auml;rtiges Amt:</strong> &bdquo;Umsetzung der Leitlinien der Bundesregierung: Krisen verhindern, Konflikte bew&auml;ltigen, Frieden f&ouml;rdern. Gest&auml;rkte Instrumente, multilaterale Zusammenarbeit und Krisenfr&uuml;herkennung &ndash; eine erste Bilanz nach vier Jahren Anwendung der Krisenleitlinien.&ldquo; &Uuml;bersichtsartikel, 31.03.2021 <a href="https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/themen/krisenpraevention/leitlinien-krisen/217444">https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/themen/krisenpraevention/leitlinien-krisen/217444</a></p>
<p>Text des Umsetzungsberichts: <a href="https://www.auswaertiges-amt.de/blob/2451522/1affc7f36ad7c487e2390c3aa8c834e9/210330-umsetzungsbericht-krisenleitlinien-data.pdf">https://www.auswaertiges-amt.de/blob/2451522/1affc7f36ad7c487e2390c3aa8c834e9/210330-umsetzungsbericht-krisenleitlinien-data.pdf</a></p>
<p><strong>Entwicklungsministerium BMZ</strong>: https://mobile.twitter.com/BMZ_Bund/status/1377275189860401152</p>
<p><strong>Verteidigungsministerium</strong>: &bdquo;Krisen verhindern, Konflikte bew&auml;ltigen, Frieden f&ouml;rdern&quot; &ndash; eine erste Bilanz&ldquo;, 31.03.2021</p>
<p><a href="https://www.bmvg.de/de/aktuelles/krisen-verhindern-konflikte-bewaeltigen-frieden-foerdern-bilanz-5048290">https://www.bmvg.de/de/aktuelles/krisen-verhindern-konflikte-bewaeltigen-frieden-foerdern-bilanz-5048290</a></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">(2) Stellungnahme des Beirats Zivile Krisenpr&auml;vention und Friedensf&ouml;rderung der Bundesregierung </span></strong>(Ausz&uuml;ge)</p>
<p><a href="https://peacelab.blog/uploads/Stellungnahme_Umsetzungsbericht_Leitlinien_Beirat_Zivile_Krisenpr%C3%A4vention_2021_03_31.pdf">https://peacelab.blog/uploads/Stellungnahme_Umsetzungsbericht_Leitlinien_Beirat_Zivile_Krisenpr%C3%A4vention_2021_03_31.pdf</a></p>
<p><strong>&bdquo;Einleitung</strong></p>
<p>Im Juni 2017 hat die Bundesregierung mit den Leitlinien &bdquo;Krisen verhindern, Konflikte bew&auml;ltigen, Frieden f&ouml;rdern&ldquo; das Engagement Deutschlands zur F&ouml;rderung des Friedens in der Welt auf ein neues Fundament gestellt.</p>
<p>Der Beirat der Bundesregierung Zivile Krisenpr&auml;vention und Friedensf&ouml;rderung begleitet das Themenfeld seit 2005 als unabh&auml;ngiges Gremium. Er nimmt den nun vorliegenden Zwischenbericht der Bundesregierung zum Anlass, den Stand der Umsetzung der Leitlinien zu kommentieren und Empfehlungen f&uuml;r die Schwerpunktsetzung in den kommenden Jahren zu geben.</p>
<p>Mit 50 Selbstverpflichtungen setzte sich die Bundesregierung in den Leitlinien selbst Ziele, an denen sie sich messen lassen wollte. Der nun vorliegende Umsetzungsbericht berichtet entlang der Selbstverpflichtungen. Dies erm&ouml;glicht einen guten &Uuml;berblick &uuml;ber die umfangreichen Ma&szlig;nahmen und stellt Transparenz her. Allerdings geht diese Darstellung auf Kosten eines Gesamtbildes der eingesetzten finanziellen und personellen Ressourcen und ma&szlig;nahmen&uuml;bergreifender Wirkungen.</p>
<p>Aus Sicht des Beirats haben die Leitlinien dem friedenspolitischen Engagement Deutschlands eine neue Dynamik verliehen. Die ressortgemeinsamen Sektorstrategien zu den Bereichen Rechtsstaatsf&ouml;rderung, Sicherheitssektorreform sowie Vergangenheitsarbeit und Vers&ouml;hnung haben in zentralen Handlungsfeldern relevante konzeptionelle und operative Grundlagen geschaffen. Diese werden in eigens eingerichteten Wissens-&bdquo;Hubs&ldquo; in Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Einrichtungen und Fachorganisationen fort-laufend weiterentwickelt. Strukturen der Ressortabstimmung &ndash; zwischen den Ressorts des Ausw&auml;rtigen, der Entwicklung, der Verteidigung und des Innern &ndash; wurden auf verschiedenen Hierarchieebenen ausgebaut und verstetigt. Der Beirat begr&uuml;&szlig;t, dass die Bundesregierung in den kommenden Jahren einen besonderen Akzent auf die europ&auml;ische Dimension der zivilen Krisenpr&auml;vention, Konfliktbearbeitung und Friedens-f&ouml;rderung setzen will.</p>
<p>Das Instrument der Friedensmediation und die Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Akteur*innen in diesem Feld wurde weiterentwickelt. Konzeptionelle Grundlagen f&uuml;r die Rolle der Bundesregierung in der Mediation entstanden und die finanzielle F&ouml;rderung f&uuml;r einen Mediation Support bei der Europ&auml;ischen Union, Afrikanischen Union und den Vereinten Nationen wurde deutlich verst&auml;rkt. Nach eigener Auskunft ist die Bundesregierung in weltweit 30 Konflikten diplomatisch und vermittelnd auf unterschiedlichen Ebenen an politischen Verhandlungen f&uuml;r Konfliktl&ouml;sung beteiligt.</p>
<p>Expertisen aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Praxis der Friedensf&ouml;rderung und Konfliktbearbeitung wurden vermehrt in Entscheidungsprozesse der Bundesregierung eingebracht. Konkret ist hier der direkte Fachdialog der Ressorts mit dem Beirat zu nennen, auch &uuml;ber vom Beirat selbst initiierte Themen, anhand eigener Studien oder im Rahmen der j&auml;hrlichen Beiratskonferenz. Sehr hilfreich war der seit 2016 initiierte Debattenprozess &uuml;ber das Peacelab, der einen substanziellen Transfer von Lernerfahrungen aus Praxis und Wissenschaft hin zu politischen Entscheidungstr&auml;ger*innen erlaubt und zu mehr Sichtbarkeit von Friedenspolitik beitr&auml;gt.</p>
<p>Bei allen Fortschritten bleibt aber auch erheblicher Handlungsbedarf. So wurden die institutionellen Kapazit&auml;ten der Ressorts im Bereich Fr&uuml;herkennung und die Strategief&auml;higkeit f&uuml;r fr&uuml;hzeitiges Handeln seit Ver&ouml;ffentlichung der Leitlinien nicht in notwendigem Ausma&szlig; gest&auml;rkt. Krisenmanagement wird weiterhin mit h&ouml;heren Ressourcen unterst&uuml;tzt als die Pr&auml;vention struktureller Konfliktursachen, die Antizipation von Krisen und deren politischer und gesellschaftlicher Transformation. Wenn in Zukunft, wie im Umsetzungsbericht angek&uuml;ndigt, nicht-traditionelle Risiken wie Klimafolgen und Pandemien verst&auml;rkte Beachtung finden sollen, muss sich dies &auml;ndern.</p>
<p>2017 konstatierten die Leitlinien eine &bdquo;Weltordnung im Umbruch&ldquo;, die danach verlange, &bdquo;Verantwortung [zu] &uuml;bernehmen in schwierigen Zeiten&ldquo;. Vier Jahre sp&auml;ter ist der Kontext f&uuml;r die Umsetzung der Leitlinien nicht leichter geworden. Durch voranschreitende nicht-traditionelle Sicherheitsrisiken, wie den Klimawandel, ver&auml;ndert sich die Risikolandschaft zus&auml;tzlich dynamisch. H&auml;ufigere und verlustreichere Extremwetterereignisse tragen zur Konfliktgenese bei und potenzieren bestehende Konflikte. Die Krise des Multilateralismus hat sich weiter versch&auml;rft. Einige wenige langanhaltende Konflikte wie in Libyen und dem Sudan weisen auch dank deutscher Beteiligung hoffnungsvolle Signale auf. Viele andere Konflikte mit gro&szlig;en humanit&auml;ren Auswirkungen wie in Syrien oder im Jemen bleiben trotz politischer Anstrengungen ungel&ouml;st. Belarus, die Ostukraine, Bergkarabach und Myanmar stehen f&uuml;r aktuelle Krisenherde, in denen keine L&ouml;sungen in Sicht sind, wohingegen in &Auml;thiopien und Mosambik fr&uuml;hzeitiges Handeln gefragt ist.</p>
<p>Der wachsende Druck durch Regierungen auf Zivilgesellschaften und Menschenrechtsverteidiger*innen in vielen L&auml;ndern ist ein Indiz f&uuml;r neue potenziell gewaltsame Konflikte. Die Covid-19-Pandemie hat Spannungen und Ungleichheiten weiter versch&auml;rft. Ist Deutschlands Engagement f&uuml;r den Frieden damit nutzlos gewesen? Sicher nicht, wie viele kleinere und einige gr&ouml;&szlig;ere Erfolge belegen. Es bleibt dennoch eine wichtige Aufgabe, das vorhandene Potential besser zu nutzen und Erfolge sichtbarer zu machen.</p>
<p>Vor diesem Hintergrund sieht der Beirat vorrangigen Handlungsbedarf bei den folgenden vier Themen:</p>
<p><strong>1. Wirkungen besser erfassen</strong></p>
<p>(&hellip;)</p>
<p>Ein relevantes aktuelles Beispiel ist das deutsche Afghanistan-Engagement, seit 2002 auch unter Einsatz von Polizei und Bundeswehr, welches mit erheblichem finanziellen, personellen und politischen Einsatz auf internationaler und nationaler Ebene gef&uuml;hrt wurde und 2021 an einem Wendepunkt steht. Bis heute steht eine fundierte Analyse der &uuml;bergreifenden Wirkungen aus. Lernprozesse fanden bisher ausschlie&szlig;lich auf einer operativen und ressort-internen Ebene oder wissenschaftlich unterst&uuml;tzt f&uuml;r entwicklungspolitische Schwerpunktregionen statt.&ldquo;</p>
<p><strong>Die Empfehlung zu (1):</strong></p>
<p>&bdquo;Der Beirat regt an, wissenschaftliche Evaluationen in jedem internationalen zivilen, polizeilichen und milit&auml;rischen Krisenengagement Deutschlands finanziell einzuplanen und begleitend umzusetzen, um Fehlentwicklungen vorbeugen und Verbesserungsm&ouml;glichkeiten rasch identifizieren zu k&ouml;nnen.</p>
<p>Umfassende Untersuchungen sollten das Gesamtengagement in einem Krisenkontext hinsichtlich seiner Wirkungen und Wechselwirkungen in den Blick nehmen, inklusive seiner Folgen f&uuml;r Menschen-rechte, Geschlechtergerechtigkeit, Machtstrukturen, wirtschaftliche und soziale Exklusion sowie globale und lokale Umweltver&auml;nderungen. Insbesondere sollte die Bundesregierung dringend eine fundierte, alle Instrumente umfassende Untersuchung der Wirkungen nach 20 Jahren Afghanistan- Engagement ansto&szlig;en und daf&uuml;r m&ouml;glichst eine fraktions&uuml;bergreifende Unterst&uuml;tzung im Bundestag suchen.</p>
<p>Staatliche und zivilgesellschaftliche Akteur*innen des Krisenengagements und der Friedensf&ouml;rderung ben&ouml;tigen R&auml;ume und Anl&auml;sse, die gezielt geschaffen und aufrechterhalten werden m&uuml;ssen, in denen sie systematisch Erfahrungswissen austauschen und miteinander und voneinander lernen k&ouml;nnen.</p>
<p><strong>2. Pr&auml;vention als Gesamtansatz aufwerten und koh&auml;rent gestalten</strong></p>
<p>(&hellip;)</p>
<p><strong>3. Personelle und finanzielle Kapazit&auml;ten &ndash; Ausbauplan f&uuml;r zivile Krisenpr&auml;vention und Friedensf&ouml;rderung</strong></p>
<p>In dem Bericht werden die Entsendungen ziviler Expert*innen durch das Zentrum f&uuml;r internationale Friedenseins&auml;tze und im Rahmen internationaler Polizei- und Milit&auml;reins&auml;tze aufgef&uuml;hrt. Leider ist die Entwicklung der Zahlen in einigen Bereichen &ndash; insbesondere bei Polizeieins&auml;tzen, bei OSZE-Missionen oder Langzeitwahlbeobachtungen, sowie insgesamt der Anteil weiblicher Expertinnen &ndash; auch unter Ausschluss der Pandemieauswirkungen ern&uuml;chternd. Auch fehlt eine Gesamtdarstellung der Haushaltsmittel, die sich zivilen Pr&auml;ventionsans&auml;tzen, Krisenmanagement und Friedensf&ouml;rderung zurechnen lassen und ihrer Entwicklung in den letzten vier Jahren. W&auml;hrend z. B. das NATO-Ziel f&uuml;r 2 % des BIP f&uuml;r Verteidigungsausgaben weiter &ouml;ffentlich diskutiert wird, gibt es keine vergleichbare politische Zielsetzung f&uuml;r zivile Krisenpr&auml;vention und Friedensf&ouml;rderung. Au&szlig;erdem fehlen konkrete Zielsetzungen f&uuml;r den Personalausbau bei internationalen Polizeimissionen oder den Anteil von Frauen an zivilen, polizeilichen und milit&auml;rischen Missionen, den Aufbau von Fach-personal an den deutschen Auslandsvertretungen und in den Fachabteilungen der Ressorts sowie bei der F&ouml;rderung zivilgesellschaftlicher Ans&auml;tze wie dem zivilen Friedensdienst. Ohne einen Umsetzungsplan mit Kapazit&auml;tszielen und Implementierungsschritten lassen sich die Fortschritte nicht &uuml;berpr&uuml;fen. Erfolge lassen sich schwer als solche identifizieren und Defizite bleiben unerkannt.</p>
<p>Das Politikfeld zivile Krisenpr&auml;vention, Konfliktbearbeitung und Friedensf&ouml;rderung bleibt leider weitgehend unsichtbar. Erstmalig hat jetzt eine interministerielle Arbeitsgruppe ein Konzept zur Kommunikation von Krisenengagements erarbeitet. Die Umsetzung und Weiterentwicklung dieses Ansatzes ist eine zentrale Voraussetzung daf&uuml;r, dem Politikfeld mehr politisches Gewicht zu verschaffen. Dies kann die notwendige politische und &ouml;ffentliche Unterst&uuml;tzung f&uuml;r ambitionierte Ausbauziele absichern.&ldquo;</p>
<p><strong>Die Empfehlungen zu (3)</strong></p>
<p>Der Beirat fordert die Bundesregierung auf, f&uuml;r die n&auml;chsten vier Jahre der Leitlinien einen konkreten Umsetzungsplan zu erarbeiten, der f&uuml;r alle relevanten Bereiche Aufbauziele mit Personalst&auml;rken und wichtige Implementierungsschritte enth&auml;lt. Dazu sollten unter anderem z&auml;hlen:</p>
<p>&bull; ein Personalst&auml;rken- und Entwicklungskonzept f&uuml;r internationale Polizeimissionen,</p>
<p>&bull; Zielgr&ouml;&szlig;en f&uuml;r die St&auml;rkung nichtstaatlicher, zivilgesellschaftlicher Tr&auml;ger*innen,</p>
<p>&bull; eine Institutionalisierung der Krisenfr&uuml;herkennung zwischen Wissenschaft und den Ressorts und der Aufbau von Beratungskapazit&auml;ten f&uuml;r die eigene Strategief&auml;higkeit,</p>
<p>&bull; die Umsetzung und Weiterentwicklung des vorliegenden interministeriellen Konzepts zur Kommunikation von Krisenengagement, um Krisenpr&auml;vention mehr Sichtbarkeit und damit mehr politisches Gewicht zu verleihen.</p>
<p><strong>4. Umsetzung der ressortgemeinsamen Sektorstrategien</strong></p>
<p>(&hellip;)</p>
<p><strong>Empfehlungen zu 1. bis 4. </strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">(4) Stellungnahme der Plattform Zivile Konfliktbearbeitung</span></strong></p>
<p>zum Bericht &uuml;ber die Umsetzung der Leitlinien &bdquo;Krisen verhindern, Konflikte bew&auml;ltigen, Frieden f&ouml;rdern&ldquo; der Bundesregierung, 01.04.2021, <a href="http://konfliktbearbeitung.net/sites/default/files/21_03_31_stellungnahme_umsetzungsbericht_plattform.pdf">http://konfliktbearbeitung.net/sites/default/files/21_03_31_stellungnahme_umsetzungsbericht_plattform.pdf</a></p>
<p><strong>(5)</strong> <strong><span style="text-decoration: underline;">Fr&uuml;here Stellungnahmen zu den Leitlinien (2017), zum Aktionsplan (2004) und seinen Umsetzungsberichten ((2010, 2014) sowie dem Bundestagsbeschluss &bdquo;F&ouml;rderung der Handlungsf&auml;higkeit zur Zivilen Krisenpr&auml;vention&ldquo; (2001)</span></strong></p>
<p>W. Nachtwei, Deutlicher Fortschritt, aber mit Handicaps, <strong>Kommentar zu &bdquo;Krisen verhindern, Konflikte bew&auml;ltigen, Frieden f&ouml;rdern&ldquo; &ndash; Leitlinien</strong> der Bundesregierung, 29.6./1.7.2017<em>, </em><a href="http://www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1482">www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1482</a></p>
<p>(Mitautor) Internationale Verantwortung nach dem Krisenjahr 2014: Schub f&uuml;r zivile Krisenpr&auml;vention?! <strong>Stellungnahme aus dem Beirat Zivile Krisenpr&auml;vention zum 4. Bericht der Bundesregierung &uuml;ber die Umsetzung</strong> des Aktionsplans &bdquo;Zivile Krisenpr&auml;vention, Konfliktl&ouml;sung und Friedenskonsolidierung&ldquo;, 15.12.2014, <a href="index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1330">http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1330</a></p>
<p>W. Nachtwei,<strong> Lehren aus 10 Jahren Aktionsplan Zivile Krisenpr&auml;vention</strong> &ndash; Wie weiter? Statement bei der &ouml;ffentlichen Sitzung des Unterausschusses &bdquo;Zivile Krisenpr&auml;vention, Konfliktbearbeitung und vernetztes Handeln&ldquo; am 5. Mai 2014 im Deutschen Bundestag, <a href="https://www.bundestag.de/blob/280672/273a1e386460932028291390c43ab3c9/nachtwei-data.pdf">https://www.bundestag.de/blob/280672/273a1e386460932028291390c43ab3c9/nachtwei-data.pdf</a></p>
<p>W. Nachtwei<strong>, Wachstumsschw&auml;che bei Friedensf&auml;higkeiten: 3. Umsetzungsbericht zur Zivilen Krisenpr&auml;vention braucht Streit</strong></p>
<p>Ver&ouml;ffentlicht von: <a href="index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=3">Webmaster</a> am 29. Juni 2010 14:37:26 +02:00 (48315 Aufrufe)</p>
<p><a href="index.php?module=articles&amp;func=display&amp;catid=83&amp;aid=985">http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;catid=83&amp;aid=985</a></p>
<p align="left">W. Nachtwei, Kommentar: Aktionsplan Krisenpr&auml;vention: Gro&szlig;er Fortschritt an Friedensf&auml;higkeit, Mai 2004, <a href="pdf/ak_plan_ziv_wn.pdf">http://nachtwei.de/pdf/ak_plan_ziv_wn.pdf</a></p>
<p align="left">&nbsp;</p>
<p align="left">Bundestagsantrag: &bdquo;F&ouml;rderung der Handlungsf&auml;higkeit zur Zivilen Krisenpr&auml;vention, zivilen Konfliktregelung und Friedenskonsolidierung&ldquo;, von: Uta Zapf u.a. SPD, von Winfried Nachtwei u.a. B&uuml;ndnis 90/Die Gr&uuml;nen (federf&uuml;hrender Autor Andreas K&ouml;rner), BT-Drs. 14/3862, 7. Juli 2000 (Bundestagsdebatte am 9.11.2000 und 15.3.2001, beschlossen mit den Stimmen der rot-gr&uuml;nen Koalition), <a href="http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/14/038/1403862.pdf">http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/14/038/1403862.pdf</a> &nbsp;;</p>
<p align="left">in Englisch: Motion tabled by Members of Parliament (&hellip;) Promotion of capabilities for civil crisis prevention, civil conflict settlement and peace consolidation</p></div>


           <br />
                        </div>
   </div>
</div></channel>
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