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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Zivile Konfliktbearbeitung: AnhÃ¤ngsel, Vorrang, Globalalternative? Dazu mein Beitrag &quot;Zivile Konfliktbearbeitung im Kontext vernetzter Sicherheit&quot; </title>
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    <span class="xar-mod-title">Artikel von Winfried Nachtwei fÃ¼r Zeitschriften u.Ã¤.</span>

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        <h1>
            Zivile Konfliktbearbeitung: AnhÃ¤ngsel, Vorrang, Globalalternative? Dazu mein Beitrag &quot;Zivile Konfliktbearbeitung im Kontext vernetzter Sicherheit&quot;          </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=7">Nachtwei</a> am 9. Februar 2020 00:29:15 +01:00 (44191 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Der Beitrag geht zur&uuml;ck auf einen Input, den ich an der Forschungsst&auml;tte der Evangelischen Studiengemeinschaft in Heidelberg (FEST) im Rahmen eines Konsultationsprozesses zum Thema &quot;Orientierungswissen zum gerechten Frieden&quot; hielt. Hierbei setze ich mich auch mit dem Szenario &quot;Sicherheit neu denken&quot; aus der Evangelischen Landeskirche Baden auseinander.&nbsp; &nbsp;</p></div>
            <div>    <p><strong><em>Welchen Stellenwert hat zivile Konfliktbearbeitung</em></strong><em>/ZKB (Pr&auml;vention, Konfliktbew&auml;ltigung, Friedenskonsolidierung) im Rahmen einer Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik, die Friedenspolitik sein und ressort- und akteurs&uuml;bergreifend vernetzt wirken soll:</em></p>
<ul>
<li><em>ist sie ein zentraler und priorit&auml;rer Ansatz (wie in den kirchlichen Friedensdenkschriften)?</em></li>
<li><em>ein gleichrangiges oder nachgeordnetes Element im Kontext vernetzter Sicherheit?</em></li>
<li><em>oder eine Globalalternative zur bisherigen, milit&auml;rgest&uuml;tzten Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik (pazifistischer Ansatz wie bei dem Szenario &bdquo;Sicherheit neu denken&ldquo; aus der Evangelischen Landeskirche Baden)?</em></li>
</ul>
<p>Hierzu mein Beitrag&nbsp;</p>
<p align="center"><strong>Zivile Konfliktbearbeitung im Kontext vernetzter Sicherheit</strong></p>
<p align="center">Winfried Nachtwei</p>
<p align="center">erschienen in &bdquo;Friedensethische Pr&uuml;fsteine ziviler Konfliktbearbeitung, hrsg. von</p>
<p align="center">Ines-Jacqueline Werkner/Heinz-G&uuml;nther Stobbe, Politische-ethische Herausforderungen, Band 7, Springer VS, Wiesbaden 2020, S. 109-129</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Gliederung des Beitrags</span></p>
<p>(1) Vorbemerkung</p>
<p>(2) Entwicklungsphase der zivilen Konfliktbearbeitung in Deutschland</p>
<p>(3) Der Ansatz der vernetzten Sicherheit</p>
<p>(4) Der Grundgedanke des bestm&ouml;glichen Zusammenwirkens</p>
<p>(5) Zivile Konfliktbearbeitung: Anh&auml;ngsel, Vorrang, Globalalternative?</p>
<p>(6) Alternative? M&ouml;glichst oft!</p>
<p>(7) Globalalternative?</p>
<p>(8) Gewaltverh&uuml;tung und Friedensf&ouml;rderung durch vernetztes Handeln</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Beitr&auml;ge und AutorInnen</span> des Bandes <a href="https://www.springer.com/de/book/9783658286408">https://www.springer.com/de/book/9783658286408</a></p>
<p>&nbsp;<strong>(1) Vorbemerkung</strong></p>
<p>Zur zivilen Konfliktbearbeitung kann ich nicht als Wissenschaftler, sondern als friedens- und sicherheitspolitisch seit rund f&uuml;nfzig Jahren Engagierter Stellung nehmen. Meine f&uuml;r das heutige Thema zentralen Erfahrungskontexte sind:</p>
<ul>
<li>Der Protest gegen den Vietnamkrieg und Solidarit&auml;t mit antikolonialen Befreiungsbewegungen, vor allem Namibia, in den 1970er Jahren,</li>
<li>intensive nachtr&auml;gliche Kriegsbegegnungen in meiner T&auml;tigkeit als Geschichtslehrer, wo die Behandlung des Menschenschlachthauses 1. Weltkrieg (&bdquo;Im Westen nichts Neues&ldquo;, &bdquo;Heeresbericht&ldquo;) immer eine besonders pr&auml;gende Unterrichtsphase war,</li>
<li>die Friedensbewegung der 1980er Jahre, die Auseinandersetzung mit dem atomaren Wettr&uuml;sten, die Suche nach Alternativen der Sicherheitspolitik (der Bundeskongress Soziale Verteidigung 1988 in Minden als ein zentraler Startpunkt), die Mitwirkung beim Aufbau einer Infrastruktur Zivile Konfliktbearbeitung auf Bundesebene, die Mitarbeit im Beirat Zivile Krisenpr&auml;vention der Bundesregierung seit 2005,</li>
<li>-meine Spurensuche und Erinnerungsarbeit ab 1988 zum Vernichtungskrieg im Osten (Wei&szlig;russland, Baltikum, Polen), zu den Deportationen in das Rigaer Ghetto, zu Polizeibataillonen und Wehrmachtsverb&auml;nden, Solidarit&auml;t mit Ghetto- und KZ-&Uuml;berlebenden, Unterst&uuml;tzung des Deutschen Riga-Komitees in Kooperation mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgr&auml;berf&uuml;rsorge, Erinnerungsarbeit zum doppelten &bdquo;Nie wieder!&ldquo; sowie</li>
<li>als Mitglied des Verteidigungsausschusses des Deutschen Bundestages und des Unterausschusses Abr&uuml;stung (1994 bis 2009) war ich beteiligt an den Entscheidungsprozessen zu allen deutschen Kriseneins&auml;tzen in diesem Zeitraum, ihrer Kontrolle und Wirkungsbeobachtung (70 Mandatsentscheidungen, ca. 40 Besuche in Konfliktgebieten) &ndash; immer mit ressort&uuml;bergreifender Perspektive, also der Einbeziehung der diplomatischen, polizeilichen und entwicklungspolitischen Komponenten und Friedensfachkr&auml;fte. Bei Bundeswehrsoldaten erlebte ich meist eine bemerkenswert unmilitaristische Grundhaltung. Die ressort&uuml;bergreifende Perspektive verfolge ich bis heute weiter in den Beir&auml;ten Zivile Krisenpr&auml;vention, Innere F&uuml;hrung beim Verteidigungsministerium (Leiter der AG &bdquo;Einsatzr&uuml;ckkehrer und -folgen&ldquo;), im Vorstand der Deutschen Gesellschaft f&uuml;r die Vereinten Nationen (DGVN) und bei der Begleitung Internationaler Polizeimissionen.</li>
</ul>
<p><strong>(2) Entwicklungsphasen der zivilen Konfliktbearbeitung in Deutschland</strong></p>
<p>Wesentliche Initiativen und Vorschl&auml;ge zur Zivilen Konfliktbearbeitung kamen in den 1990er Jahren aus der Friedensforschung und Teilen der Friedensbewegung. Ein zentraler Ort des Diskurses zur zivilen Konfliktbearbeitung war die Evangelische Akademie Loccum mit den Studienleitern J&ouml;rg Callie&szlig; und Marcus Schaper, oft in Kooperation mit der Plattform zivile Konfliktbearbeitung.<a title="" href="#_ftn1">[1]</a></p>
<p>Der Fokus des neuen, &uuml;ber traditionelle Diplomatie und Entwicklungszusammenarbeit hinausgehenden Politikfeldes lag auf&nbsp; innerstaatlichen Konflikten, der Schwerpunkt bei der operativen, kurz- und mittelfristigen Krisen- und Gewaltpr&auml;vention (zu unterscheiden von der strukturellen, langfristigen Krisenpr&auml;vention, die mit Klima- und Umweltpolitik, internationaler Handels- und Wirtschaftspolitik, Steuer- und Sozialpolitik etc. kaum noch einzugrenzen ist).</p>
<p>Angesichts der Kriege und Konflikte auf dem Balkan wurde offenkundig, wie dringlich neue Ans&auml;tze und Instrumente einer friedlichen Konfliktbearbeitung &uuml;ber traditionelle Diplomatie und Entwicklungszusammenarbeit hinaus waren: Nach dem Friedensabkommen von Dayton 1995 und angesichts der Verh&auml;rtungen in der politischen F&uuml;hrung der Konfliktparteien wurde gesellschaftliche Entfeindung von unten hochaktuell. Bei der <em>Kosovo Verification Mission</em> (KVM) der OSZE ab Herbst 1998 zeigten sich die erheblichen Wirkungsm&ouml;glichkeiten, aber auch die Rekrutierungsprobleme und Ausbildungsdefizite&nbsp; dieser bisher bei weitem gr&ouml;&szlig;ten OSZE-Beobachtermission (laut Mandat bis zu 2000 Personen). Nachdem ein erster Anlauf von Abgeordneten der SPD, Gr&uuml;nen, CDU und FDP f&uuml;r einen Zivilen Friedensdienst am Widerspruch des CSU-Entwicklungsministers Spranger abgeprallt war, er&ouml;ffneten sich neue Fenster der Gelegenheiten mit rot-gr&uuml;nen Koalitionen in NRW (1995) und auf Bundesebene (1998). Gef&ouml;rdert von der NRW-Landesregierung startete 1997 ein erster Ausbildungsgang f&uuml;r Zivile Konfliktbearbeitung. Gem&auml;&szlig; der Koalitionsvereinbarung von SPD und Gr&uuml;nen auf Bundesebene wuchs in den Folgejahren eine Infrastruktur Zivile Konfliktbearbeitung.<a title="" href="#_ftn2">[2]</a> Ihre S&auml;ulen wurden der Zivile Friedensdienst (ZFD) f&uuml;r gesellschaftliche Verst&auml;ndigung von unten, das Zentrum Internationale Friedenseins&auml;tze (ZIF) zur Ausbildung und Bereitstellung von Zivilexperten f&uuml;r internationale (staatliche) Friedensmissionen, die F&ouml;rderung von Krisensensibilit&auml;t in der Entwicklungspolitik, die Gr&uuml;ndung der Deutschen Stiftung Friedensforschung, die AG Frieden und Entwicklung (FriEnt), das Projekt ZIVIK und die verst&auml;rkte Beteiligung an Internationalen Polizeimissionen bzw. -projekten.</p>
<p>Angesto&szlig;en durch die Erfahrungen des Kosovokrieges beschloss der Europ&auml;ische Rat von Feira (2000) den Aufbau ziviler F&auml;higkeiten und Instrumente im Rahmen der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik.</p>
<p>Engagierte Abgeordnete verankerten in der Koalitionsvereinbarung 2002 das Vorhaben eines Aktionsplans Zivile Krisenpr&auml;vention mit der Intention, die Ans&auml;tze und Instrumente der Vgl. zivilen Konfliktbearbeitung umfassend und systematisch zu st&auml;rken. Aufgeschlossene Beamte im Ausw&auml;rtigen Amt und anderen Ressorts nahmen den Ball auf und erarbeiteten in Konsultation mit zivilgesellschaftlichen Akteuren einen Aktionsplan, der 2004 vom Bundeskabinett beschlossen wurde. Der Aktionsplan fand in der deutschen und internationalen Fach&ouml;ffentlichkeit hohe Anerkennung. Dass er zugleich in der politischen &Ouml;ffentlichkeit in Deutschland praktisch keine Beachtung fand, war erheblich selbst verschuldet. Die erste Bundestagsdebatte zum Aktionsplan fand zweieinhalb Jahre nach seiner Verabschiedung statt &ndash; und dann noch in der letzten Sitzung vor der Weihnachtspause.</p>
<p>W&auml;hrend sich ZIF, ZFD, DSF, ZIVIK&nbsp; konsolidierten und bew&auml;hrten, war die deutsche ausw&auml;rtige Politik stark durch den sich versch&auml;rfenden Afghanistaneinsatz absorbiert. Auch wenn Afghanistan zeitweilig ein Haupteinsatzgebiet von ZFD-Fachkr&auml;ften war. Der Ausbau der zivilen Krisenpr&auml;vention insgesamt geriet dabei zeitweilig ins Hintertreffen.</p>
<p>Die Empfehlung von Friedensforschern zur Einrichtung eines dem Ausw&auml;rtigen Ausschuss zugeordneten Unterausschusses Zivile Krisenpr&auml;vention im Bundestag konnte 2009 &uuml;berraschender Weise realisiert werden &ndash; mit dem Zugest&auml;ndnis an die Union, ihn auch f&uuml;r vernetzte Sicherheit zust&auml;ndig zu machen. Die Einrichtung eines parlamentarischen Unterausschusses war ein wichtiger Schritt zur Etablierung des neuen Politikfeldes im politischen Prozess: Wo bisher nur eine Handvoll Abgeordnete von SPD und Gr&uuml;nen an dem Thema dran waren, wo seitens der Union und FDP Desinteresse vorherrschte und gelegentlich ZKB als &bdquo;wei&szlig;e Salbe f&uuml;r verwundete rot-gr&uuml;ne Seelen&ldquo; (wegen Kosovo und Afghanistan) l&auml;cherlich gemacht wurde, mussten sich jetzt Abgeordnete aller Fraktionen darum k&uuml;mmern. Der FDP-Abgeordnete Joachim Spatz war der erste und &uuml;berzeugt-engagierte Vorsitzende des Unterausschusses. Die Vertreter der verschiedenen Ressorts hatten von nun an regelm&auml;&szlig;ig im Ausschuss Rede und Antwort zu stehen. Indem die Obleute so viele (teil-)&ouml;ffentliche Sitzungen mit externen Experten anberaumten wie kein anderer Ausschuss, konnte sich auch eine den Unterausschuss konstruktiv begleitende Fach&ouml;ffentlichkeit bilden (&bdquo;Berliner Gespr&auml;chskreis&ldquo;) (vgl. Nachtwei 2014a).</p>
<p>Einen neuen Schub bekam die zivile Krisenpr&auml;vention ab 2014: Erstmalig besuchte ein Bundespr&auml;sident das ZIF, erstmalig debattierte der Bundestag zu bester Zeit &uuml;ber das Thema und sprach mit Frank-Walter Steinmeier ein Au&szlig;enminister mit erkennbar eigener Kompetenz dazu. &Uuml;ber den Review-2014-Prozess des Ausw&auml;rtigen Amts und den Aufbau der neuen Abteilung S (Krisenpr&auml;vention, Stabilisierung, Konfliktnachsorge und Humanit&auml;re Hilfe) erhielt das Feld erheblich mehr Arbeitsmuskel. Nachdem das sicherheitspolitische Wei&szlig;buch der Bundesregierung (2016) den Stellenwert der Krisenpr&auml;vention betont hatte, l&ouml;sten ein Jahr sp&auml;ter die Leitlinien &bdquo;Krisen verhindern, Konflikte bew&auml;ltigen, Frieden f&ouml;rdern&ldquo; der Bundesregierung den Aktionsplan von 2004 ab. (vgl. Bundesregierung 2017) Erarbeitet im Kontext eines bisher einmaligen Konsultationsprozesses mit Akteuren der Fach&ouml;ffentlichkeit (PeaceLab-Blog, betreut vom <em>German Public Policy Institute</em> GPPI) verschafften die Leitlinien eine deutlich klarere Orientierung &ndash; mit einem realit&auml;tsnahen Lagebild, mit einem friedenspolitischen Leitbild, mit der offenen Benennung von Zielkonflikten und Dilemmata, mit einem breiten Spektrum an friedenspolitischen Ans&auml;tzen und Instrumenten (vgl. GPPi 2017, Nachtwei 2017).</p>
<p>Angesichts der H&auml;ufung von Krisen im Umfeld r&uuml;ckte im politischen Diskurs inzwischen der Begriff der (zivilen) Krisenpr&auml;vention in die erste Reihe - nach meinem Eindruck manchmal mit der Erwartung verbunden, damit den Generalschl&uuml;ssel zur Krisenbew&auml;ltigung gefunden zu haben und die heiklen Herausforderungen von harter Gro&szlig;gefahrenabwehr und Krisenintervention vermeiden zu k&ouml;nnen.</p>
<p><strong>(3) Der Ansatz der vernetzten Sicherheit<a title="" href="#_ftn3"><strong>[3]</strong></a></strong></p>
<p>Eine besondere Aufwertung erfuhr der Ansatz der &bdquo;vernetzte Sicherheit&ldquo; mit dem sicherheitspolitischen Wei&szlig;buch 2006, wo ihr im ersten Kapitel zu den Grundlagen deutscher Sicherheitspolitik ein ganzer Abschnitt (1.4) gewidmet war:</p>
<p><em>&bdquo;Nicht in erster Linie milit&auml;rische, sondern gesellschaftliche, &ouml;konomische, &ouml;kologische und kulturelle Bedingungen (&hellip;) bestimmen die k&uuml;nftige sicherheitspolitische Entwicklung. Sicherheitspolitik kann daher weder rein national noch allein durch Streitkr&auml;fte gew&auml;hrleistet werden. Erforderlich ist vielmehr ein umfassender Ansatz, der nur in vernetzen sicherheitspolitischen Strukturen sowie im Bewusstsein eines umfassenden gesamtstaatlichen und globalen Sicherheitsverst&auml;ndnisses zu entwickeln ist.&ldquo; (BMVg 2006, S. 22f.) </em>Ausdr&uuml;cklich wurde hierbei die Br&uuml;cke zum Aktionsplan Zivile Krisenpr&auml;vention &bdquo;<em>als Beispiel ressort&uuml;bergreifender und vernetzter Sicherheitsvorsorge&ldquo;</em> geschlagen.</p>
<p>Wesentlich f&uuml;r den &bdquo;Aufstieg&ldquo; der vernetzten Sicherheit waren die Erfahrungen des Afghanistaneinsatzes, wo Sicherheit offenkundig mehrdimensional war und eine Vielzahl von staatlichen und nichtstaatlichen, internationalen und lokalen Akteuren beanspruchten, f&uuml;r Stabilisierung, Aufbau und Entwicklung zu arbeiten. Die zivil-milit&auml;rischen <em>Provincial Reconstruction Teams</em> (PRT) galten vor allem aus Sicht des Verteidigungsministeriums als Prototypen vernetzter Sicherheit.</p>
<p>Im Koalitionsvertrag von Union und FDP 2009 und im 3. Umsetzungsbericht zum Aktionsplan Zivile Krisenpr&auml;vention von 2010 wurde die zentrale Rolle der vernetzten Sicherheit bekr&auml;ftigt. In der Zeit der ersten Gro&szlig;en Koalition 2006 bis 2009 war allerdings auff&auml;llig, dass die vernetzte Sicherheit fast ausschlie&szlig;lich von Verteidigungsminister Jung (CDU) betont und dabei zu&nbsp; d e m&nbsp; zentralen sicherheitspolitischen Ansatz hochstilisiert wurde. Die sozialdemokratischen Minister des Ausw&auml;rtigen und der Entwicklung schwiegen hingegen weitgehend dazu.</p>
<p>W&auml;hrend der deutsche Verteidigungsminister beanspruchte, die vernetze Sicherheit auch auf Ebene der NATO verankert zu haben, wurde sie in Deutschland in zweifacher Hinsicht kritisiert:</p>
<p>Vor allem einsatzerfahrene Zivilexperten wie Milit&auml;rs bem&auml;ngelten die konzeptionelle D&uuml;rftigkeit des Begriffs der vernetzten Sicherheit, der zu einem Mantra der Regierungsrhetorik geworden war, wo die Vernetzung und Kooperation in der Praxis aber regelm&auml;&szlig;ig weit hinter dem hohen Anspruch zur&uuml;ckblieb, insbesondere auf der politischen Leitungsebene.</p>
<p>Humanit&auml;re und Nichtregierungsorganisationen sahen in der vernetzten Sicherheit die Absicht, humanit&auml;re Hilfe, Entwicklungszusammenarbeit und zivile Konfliktbearbeitung f&uuml;r die Ziele milit&auml;rgest&uuml;tzter Sicherheitspolitik (z.B. kurzfristige Stabilisierung) zu vereinnahmen. Vor allem humanit&auml;re Organisationen sahen dadurch die essentielle Unabh&auml;ngigkeit ihrer Arbeit bedroht.</p>
<p>Nachdem der Begriff der vernetzten Sicherheit offenbar eine konstruktive Interaktion zwischen zivilen und milit&auml;rischen Akteuren eher behindert als bef&ouml;rdert hatte, verschwand er aus den Grundlagendokumenten der Bundesregierung und wurde von dem offeneren und bescheideneren Begriff des vernetzten Ansatzes abgel&ouml;st. Schon in den Verteidigungspolitischen Richtlinien von 2011 war nur noch die Rede von &bdquo;gesamtstaatlicher, umfassender und abgestimmter Sicherheitspolitik&ldquo; und &bdquo;ressortgemeinsamem Handeln&ldquo;. Der Unterausschuss &bdquo;Zivile Krisenpr&auml;vention (&hellip;)&ldquo; hie&szlig; ab 2014 &bdquo;(&hellip;) und vernetztes Handeln&ldquo;.</p>
<p>Unter der &Uuml;berschrift &bdquo;Weiterentwicklung des vernetzten Ansatzes&ldquo; konzentrierte sich das Wei&szlig;buch 2016 auf die Vernetzung zwischen den Ressorts und konkretisierte sie auf die Ebene der Lagezentren (BMVg 2016, S.58f.). Die Leitlinien &bdquo;Krisen verhindern, Konflikte bew&auml;ltigen, Frieden f&ouml;rdern&ldquo; von 2017 betonten f&uuml;r die Bundesregierung den ressortgemeinsamen Ansatz &ndash; von der Krisenfr&uuml;herkennung &uuml;ber die Kontextanalyse, Zielformulierung und Planung/Durchf&uuml;hrung von Ma&szlig;nahmen bis zur Auswertung und der Weiterentwicklung des Instrumentariums (Bundesregierung 2017, S.110 ff.). Sie bekr&auml;ftigen die wichtige Rolle und Wirkungschancen von Nichtregierungsorganisationen bei der Krisenpr&auml;vention und Friedensf&ouml;rderung und bekennen sich zu den elementaren internationalen Prinzipien der humanit&auml;ren Hilfe (Menschlichkeit, Neutralit&auml;t, Unparteilichkeit, Unabh&auml;ngigkeit). Ihrer Vereinnahmung durch einen falsch verstandenen vernetzten Ansatz wird damit eine Absage erteilt.</p>
<p><strong>(4) Der Grundgedanke des bestm&ouml;glichen Zusammenwirkens</strong></p>
<p>In der zeitweilig verh&auml;rteten und auf der Stelle tretenden Auseinandersetzung um vernetzte Sicherheit trat oftmals in den Hintergrund, wie grundlegend die Handlungsmaxime eines bestm&ouml;glichen Zusammenwirkens bei gemeinsamen Zielen ist und dass sie weit vor 2006 zur&uuml;ckreicht.</p>
<p>Auf dem Balkan der 1990er Jahre waren internationale staatliche und nichtstaatliche Akteure der Krisenbew&auml;ltigung mit einer enormen Komplexit&auml;t an Aufgabenfeldern und Vielfalt an Akteuren konfrontiert. Angesichts dieser multidimensionalen Herausforderungen war offenkundig: Keiner schafft es allein! Keine Nation, kein Ressort, kein Akteur. Die Notwendigkeit der anderen!</p>
<p>Bei Besuchen in den Einsatzgebieten fiel immer wieder auf, wie sehr gerade den Bundeswehroffizieren die begrenzte Wirksamkeit milit&auml;rischen Handelns bewusst war. Ein &bdquo;Glaube an milit&auml;rische L&ouml;sungen&ldquo; f&uuml;r solche Art innerstaatlicher Konflikte war nie zu vernehmen. Den (Wieder-)Ausbruch kriegerischer Gewalt zu verhindern, ein sicheres Umfeld f&uuml;r politische Konfliktl&ouml;sung, eine Basissicherheit f&uuml;r Friedenskonsolidierung zu schaffen, das sah man als sinnvoll und m&ouml;glich an. Man sch&auml;tzte aber, dass Milit&auml;r nur rund 20% zu erfolgreicher Stabilisierung und Krisenbew&auml;ltigung betragen k&ouml;nne (so General Egon Ramms, 2007-2010 Oberbefehlshaber des <em>Allied Joint Force Command</em> der NATO). Vor diesem Hintergrund war es kein Wunder, dass ich Offiziere in Eins&auml;tzen immer wieder als die deutlichsten Kritiker der Kapazit&auml;tsr&uuml;ckst&auml;nde auf ziviler Seite erlebte &ndash; zum Beispiel die jahrelange, krasse personelle Unterausstattung der deutschen Diplomatie und der Polizeiberater in Afghanistan.</p>
<p>In internationalen und deutschen Grundlagendokumenten zur internationalen Krisenbew&auml;ltigung und Friedenssicherung hatte das Zusammenwirken vor allem der staatlichen Akteure und Ressorts immer einen zentralen Stellenwert: So im Gesamtkonzept Zivile Krisenpr&auml;vention (2000) und im Aktionsplan Zivile Krisenpr&auml;vention der Bundesregierung (2004), so im Brahimi-Report zu UN-Friedensmissionen (2000), so in allen Missionsmandaten des UN-Sicherheitsrates.</p>
<p>Ausgehend von einer gemeinsamen Tagung der Bundesakademie f&uuml;r Sicherheitspolitik (BAKS) und der Evangelischen Akademie Bad Boll im Juni 2011 bildete sich eine Arbeitsgruppe &bdquo;Ziviles und milit&auml;risches Engagement in Konflikten&ldquo;. Die AG verf&uuml;gte mit einem einsatzerfahrenen General der Fallschirmj&auml;ger, einer langj&auml;hrigen Vorsitzenden einer pazifistischen Organisation, einem langj&auml;hrigen Beamten des Bundesinnenministeriums, einem in zivil-milit&auml;rischer Zusammenarbeit erfahrenen Stabsoffizier und dem Autor &uuml;ber eine ungew&ouml;hnliche Spannweite an Erfahrungen und Positionen. Umso bemerkenswerter war, dass die AG im August 2012 nicht nur das Papier &bdquo;Politisches Engagement in Konflikten &ndash; Optimierung der Interaktzion zwischen zivilen und milit&auml;rischen Akteuren&ldquo; (Finckh-Kr&auml;mer et al. 2013) vorlegte, sondern dass es bei Dutzenden Kundigen und Verantwortlichen in Ministerien, im Bundestag, in Durchf&uuml;hrungsorganisationen und Wissenschaft auf beste Resonanz stie&szlig;.</p>
<p>Die Erfahrungen in den Eins&auml;tzen und im politischen Berlin zeigten allerdings immer wieder, dass die Grundforderung bestm&ouml;glicher Zusammenarbeit so notwendig wie wohlfeil ist. Um produktiv und sinnvoll zu sein, braucht es</p>
<p>- Zielklarheit und kompatible Ziele auf der operativen Ebene; die allgemeinen Mandatsziele sind in der Regel zu abstrakt;</p>
<p>- Interakteurs-Kompetenz: ein Verst&auml;ndnis unterschiedlicher Organisationsziele und &ndash;kulturen; n&uuml;chterne Klarheit in der Frage, wer was (weniger oder gar nicht) kann;</p>
<p>- M&ouml;glichst ausgewogene Kapazit&auml;ten der verschiedenen Akteure;</p>
<p>- Respektierung der Grundprinzipien humanit&auml;rer Hilfe;</p>
<p>- Ein Bewusstsein von den M&ouml;glichkeiten, aber auch Grenzen verschiedener Formen der Interaktion (Kommunikation, Vernetzung, Kooperation, Koordination, Distanz).</p>
<p><strong>(5) Zivile Konfliktbearbeitung: Anh&auml;ngsel, Vorrang, Globalalternative?</strong></p>
<p>Auf der konzeptionellen Ebene der Leitlinien ist die Antwort klar: Vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte und ausgehend vom Friedensauftrag des Grundgesetzes und dem internationalen Gewaltverbot der UN-Charta&nbsp; geh&ouml;re die</p>
<p>&bdquo;Vermeidung von Krieg und Gewalt in den internationalen Beziehungen, das Verhindern von V&ouml;lkermord und schweren Menschenrechtsverletzungen (&hellip;) zur deutschen Staatsraison&ldquo;. &bdquo;Wo immer m&ouml;glich, geben wir zivilen Ma&szlig;nahmen der Konfliktl&ouml;sung den Vorrang.&ldquo; (Bundesregierung 2017, S. 47, 58)</p>
<p>Zugleich wird klargestellt, dass bei der Stabilisierung von Nachkriegsgesellschaften milit&auml;rische Ma&szlig;nahmen unter bestimmten Umst&auml;nden notwendig sein k&ouml;nnen, um Gewalt einzuhegen und ein sicheres Umfeld herzustellen. Dies ist seit vielen Jahren auch der Kernauftrag von UN-gef&uuml;hrten Friedensmissionen, der inzwischen fast immer den ausdr&uuml;cklichen Schutz der Zivilbev&ouml;lkerung einbezieht. Bei den seit Jahren multidimensionalen und integrierten UN-Missionen sind Vernetzung und zivil-milit&auml;rische Zusammenarbeit unter dem Primat der Politik (Sonderbeauftragte des UN-Generalsekret&auml;rs) keine friedenspolitische Tods&uuml;nde, sondern eine pragmatische Frage sich erg&auml;nzender F&auml;higkeiten.</p>
<p>In den Leitlinien gilt zivile Konfliktbearbeitung als komplement&auml;r zu anderen Elementen&nbsp; im vernetzten Ansatz, also auch als vereinbar mit milit&auml;rischen Ma&szlig;nahmen der Stabilisierung, der R&uuml;stungskontrolle und milit&auml;rischen Vertrauensbildung (z.B. &bdquo;Open Skies&ldquo;), der Krisenfr&uuml;herkennung, der subsidi&auml;ren Katastrophenhilfe.(Bundesregierung 2017, S. 89)</p>
<p>Auch wenn die zahlreichen Auslandseins&auml;tze einen anderen Eindruck erwecken, gilt in der Praxis deutscher internationaler Beziehungen der Primat der zivilen Politik, der Vorrang der Diplomatie und die Bindung der Kriseneins&auml;tze an das V&ouml;lkerrecht und den Parlamentsvorbehalt.</p>
<p>Die neueren Ans&auml;tze und Instrumente der zivilen Konfliktbearbeitung liegen im internationalen Vergleich vorne. Verglichen mit der Finanz- und Personalausstattung der milit&auml;rischen Sicherheitspolitik, dem Umfang milit&auml;rischer Forschung und Fachpublizistik &nbsp;einerseits und dem enormen Bedarf an nichtmilit&auml;rischer Krisenpr&auml;vention andererseits liegt das Politikfeld der ZKB aber noch weit zur&uuml;ck. Wenn in der Vergangenheit das Missverh&auml;ltnis Zivil-Milit&auml;risch mit der Gegen&uuml;berstellung der Haushaltsmittel f&uuml;r den ZFD und die Bundeswehr (2018 45 Mio. zu 49,5 Mrd. Euro) illustriert wurde, dann war das allerdings irref&uuml;hrend. Denn auch erhebliche Teile der Etats des Ausw&auml;rtigen Amtes und des Entwicklungsministeriums dienen der nichtmilit&auml;rischen Krisenpr&auml;vention und Friedensf&ouml;rderung, so dass die reale Relation eher in der Gr&ouml;&szlig;enordnung 1:10 statt 1:1000 liegt.</p>
<p>Die langj&auml;hrige faktische Nischenexistenz der neuen Instrumente der ZKB wurde erst mit der neuen Abteilung S des Ausw&auml;rtigen Amtes, mit den neuen Leitlinien und den Schritten zu ihrer Umsetzung aufgebrochen. Allerdings fehlt es weiterhin an einem &bdquo;Aufholprogramm&ldquo; ZKB, mit dem die verschiedenen ZKB-F&auml;higkeiten und Kapazit&auml;ten planm&auml;&szlig;ig auf der Zeitachse gest&auml;rkt und koh&auml;renter werden sollen, damit ZKB bestm&ouml;glich wirken kann. Die Forderung des Beirats Zivile Krisenpr&auml;vention w&auml;hrend der Koalitionsverhandlungen von Union und SPD Anfang 2018, eine <em>Konzeption F&auml;higkeiten Krisen verhindern, Frieden f&ouml;rdern (zivil)</em> auf den Weg zu bringen (Definition eines nationalen Anspruchsniveaus, schrittweiser Ausbau von Kernf&auml;higkeiten gem&auml;&szlig; zivilen Planzielen), wurde leider nicht in die Koalitionsvereinbarung aufgenommen.</p>
<p>Das Verh&auml;ltnis von ZKB und Polizeiaufbauhilfe wurde lange Zeit kaum thematisiert. Deutsche Polizei versteht sich ausdr&uuml;cklich als ziviler Akteur, ihre Aufbauhilfe soll B&uuml;rgersicherheit und eine B&uuml;rgerpolizei f&ouml;rdern und zu einem rechtsstaatlichen Gewaltmonopol beitragen. Die franz&ouml;sische oder italienische Polizei umfasst hingegen mit einer Gendamerie auch milit&auml;rnahe Formationen. Zivilgesellschaftliche Akteure der ZKB in Deutschland, auch prinzipiell pazifistische, erkennen durchweg die Notwendigkeit von Polizei an und stellen die Legitimit&auml;t von rechtsstaatlich eingehegter polizeilicher Gewalt nicht infrage. Zugleich fand die Polizeikomponente im bisherigen ZKB-Diskurs kaum Beachtung. Ihr Potenzial f&uuml;r nachhaltige Gewalteind&auml;mmung und Friedensf&ouml;rderung wird meist verkannt. Dass das Trainingszentrum der Polizei Nordrhein-Westfalen f&uuml;r Internationale Polizeimissionen in Br&uuml;hl die gr&ouml;&szlig;te zivilpolizeiliche Ausbildungsst&auml;tte in Europa ist, ist praktisch unbekannt. 2018 nahm an der Deutschen Hochschule der Polizei in M&uuml;nster-Hiltrup &nbsp;das Fachgebiet &bdquo;Internationale polizeiliche Beziehungen&ldquo; seine Arbeit auf. &Uuml;ber die Mitgliedschaft des Fachgebiet-Leiters im Beirat Zivile Krisenpr&auml;vention der Bundesregierung bestehen gute Aussichten, dass ZKB und Polizeiaufbauhilfe einen produktiven Austausch entwickeln.</p>
<p><strong>(6) Alternative? M&ouml;glichst oft!</strong></p>
<p>Zentrale Zielsetzung der ZKB war von Anfang an die gewaltfreie Austragung von Konflikten, die Gewaltverh&uuml;tung und damit auch die Vermeidung milit&auml;rischer Gewalt. Sie will und soll eine wirksame Alternative zu milit&auml;rischer Gewaltaus&uuml;bung sein &ndash; m&ouml;glichst weitgehend oder auch generell.</p>
<p>Rechtzeitige, kluge und konzertierte Krisenpr&auml;vention kann da viel leisten, viel mehr, als es bisher wahrgenommen wird&nbsp; Sie kann in Konfliktszenarien wirken, wo rechtsstaatliche Akteure&nbsp; gar nicht zur Verf&uuml;gung stehen. Nach dem Auseinanderbrechen des Ostblocks trugen OSZE-Missionen in vielen Transformationsl&auml;ndern wesentlich zur Einhegung von Minderheitenkonflikten bei. Mit der &bdquo;<em>erprobten Methodik</em>&ldquo; des Zivilen Peacekeeping (Unarmed Civilian Protection) k&ouml;nnen unter bestimmten Bedingungen &bdquo;Menschen vor Gewalt und schweren Menschenrechtsverletzungen&ldquo; gesch&uuml;tzt werden. (Bundesregierung 2017, S.51, vgl. auch Nachtwei 2014b).</p>
<p>Polizei in UN-Missionen l&auml;sst sich auch der ZKB zurechnen. Um in Nachkriegsgesellschaften B&uuml;rgersicherheit zu f&ouml;rdern, ist der Anteil der UN-Police an UN-Friedensmissionen seit den 1990er Jahren enorm angestiegen &ndash; auf inzwischen deutlich &uuml;ber 10.000, davon allerdings nur rund 20 deutsche.</p>
<p>Auf der operativen Ebene und bei geringerem Gewaltniveau k&ouml;nnen Akteure der ZKB oftmals eine Alternative zu Milit&auml;r sein. Als 2005 im Kontext eines rot-gr&uuml;nen Koalitionsstreits das Verteidigungsministerium dazu gebracht werden konnte, f&uuml;r Projekte des neuen Ressortkreis Zivile Krisenpr&auml;vention 10 Millionen Euro zur Verf&uuml;gung zu stellen, wurde dies ausdr&uuml;cklich damit begr&uuml;ndet, mit Pr&auml;ventionsma&szlig;nahmen Milit&auml;reins&auml;tze &uuml;berfl&uuml;ssig zu machen.</p>
<p>Ein Haupthindernis bei Waffenstillst&auml;nden und Friedensabkommen ist aber immer wieder, dass zivile Fachkr&auml;fte bisher kaum schnell verf&uuml;gbar sind, Darauf weisen Milit&auml;rs selbst immer wieder hin, wenn sie auf die schnelle Verf&uuml;gbarkeit von zivilen Kr&auml;ften bei Peacekeeping-Eins&auml;tzen dr&auml;ngen.</p>
<p><strong>(7) Globalalternative?</strong></p>
<p>Im friedenspolitischen und friedensbewegten Diskurs sehen nicht wenige ZKB unausgesprochen oder explizit als &bdquo;Globalalternative&ldquo; zu milit&auml;rgest&uuml;tzter Sicherheitspolitik, manchmal einhergehend mit einem friedenspolitischen Alleinvertretungsanspruch.</p>
<p>Der Anspruch der Globalalternative schimmert implizit durch, wenn einzelne Friedensdienste ihren Weg als d i e&nbsp; Alternative zu Aufr&uuml;stung und Krieg erscheinen lassen. Andere erheben den Anspruch explizit als politische Zielperspektive, so der Bund f&uuml;r Soziale Verteidigung, Ohne R&uuml;stung leben, das Szenario &bdquo;Sicherheitspolitik neu denken<em>&ldquo; </em>(vgl. Becker et al. 2019) und andere. Als Ausdruck eines prinzipiellen Pazifismus ist das auch konsequent. Wo es einhergeht mit einer Praxis und Weiterentwicklung von Gewaltfreiheit, kann es friedenspolitisch sehr produktiv und konstruktiv sein, auch weit &uuml;ber pazifistische Kreise hinaus. Exemplarisch erlebte ich das bei dem erfahrungsstarken Vortrag von Christine Schweizer &uuml;ber die Realit&auml;t und Erfolge von zivilem Widerstand und sozialer Verteidigung bei der BSV-Jahrestagung 2018.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Anspruch der politischen Globalalternative wirkt allerdings nicht &uuml;berzeugend, wenn</p>
<p>- Schl&uuml;sselfragen kollektiver Friedens- und Sicherheitspolitik (z.B. staatliche Schutzpflicht f&uuml;r die eigenen B&uuml;rger gegen&uuml;ber illegaler Gewalt, Beistandspflichten in Systemen kollektiver Sicherheit, angefangen bei den Vereinten Nationen) und des Multilateralismus vernachl&auml;ssigt, gar ausgeklammert werden;</p>
<p>- existenzielle Erfahrungen und Lehren der europ&auml;ischen V&ouml;lker im 20. Jahrhundert (Wehrlosigkeit gegen&uuml;ber dem Aggressor Nazi-Deutschland und seinem Vernichtungskrieg, Befreiung durch alliierte Truppen) verdr&auml;ngt und reale Bedrohungspotenziale und kompromisslose Gewaltakteure heute (z.B. Privatisierung von Gewalt, genozidale Gewalt, entgrenzter Terrorismus und Organisierte Kriminalit&auml;t) kaum wahrgenommen werden;</p>
<p>- eine Sicherheitspolitik, die v&ouml;lkerrechts- und verfassungskonform (Art. 24, 25, 87a Grundgesetz) milit&auml;rische Mittel einschlie&szlig;t, pauschal der Gewaltgl&auml;ubigkeit und Kriegsf&ouml;rderung bezichtigt, damit moralisch abgewertet und der zivilisatorische Fortschritt von Streitkr&auml;ften im Friedensauftrag mit Innerer F&uuml;hrung nicht ernst genommen wird;</p>
<p>- die enormen und vielf&auml;ltigen Erfahrungen aus 30 Jahren multinationaler und multidimensionaler Krisenengagements (der UNO, EU, NATO, AU, des ZIF u.a.) auf &bdquo;Irak, Afghanistan, Libyen&ldquo; verk&uuml;rzt und damit missachtet werden;</p>
<p>- der Eindruck erweckt wird, als k&ouml;nnten mit Krisenpr&auml;vention und ziviler Konfliktbearbeitung Gewaltkonflikte generell verhindert werden (Risiko von Selbst&uuml;bersch&auml;tzung und Machbarkeitsillusionen);</p>
<p>- die Bew&auml;ltigung akuter Friedensst&ouml;rungen an eine OSZE- und UN-Polizei delegiert werden soll, die schon gegen&uuml;ber schwer bewaffneten Milizen nicht &uuml;berlebens-, geschweige durchsetzungsf&auml;hig w&auml;ren, oder</p>
<p>- der elementare Do-No-Harm-Grundsatz nicht auf m&ouml;gliche kontraproduktive Nebenwirkungen bei der Umsetzung der eigen Forderungen angewandt wird (gegebenenfalls eine Unterh&ouml;hlung von Integration und Multilateralismus durch nationale Sonderwege).</p>
<p>Das im Auftrag der Landessynode der Evangelischen Landeskirche in Baden entwickelte Szenario &bdquo;Sicherheit neu denken &ndash; Von der milit&auml;rischen zur zivilen Sicherheitspolitik&ldquo; erhebt den Anspruch, eine Globalalternative zu milit&auml;rgest&uuml;tzter Sicherheitspolitik zu sein, diese also v&ouml;llig &uuml;berfl&uuml;ssig zu machen. Das Positivszenario &bdquo;Nachhaltige zivile Sicherheit<em>&ldquo;</em> kn&uuml;pft an bestehenden konstruktiven Politikans&auml;tzen an und baut auf reale Chancen auf. Es praktiziert einen umfassenden Ansatz und f&uuml;hrt die Felder Gerechte Au&szlig;enbeziehungen, nachhaltige Entwicklung der EU-Anrainerstaaten, Teilhabe an der internationalen Sicherheitsarchitektur, resiliente Demokratie und Konversion von Bundeswehr und R&uuml;stungsindustrie zusammen. Insofern beinhaltet das Szenario viel Anregendes und auch Ermutigendes. Angesichts des Anspruchs einer pazifistischen Globalalternative f&uuml;r die Bundesrepublik Deutschland dr&auml;ngen sich aber die o.g. kritischen Fragen auf. Und diese ber&uuml;hren insbesondere die Zukunft der europ&auml;ischen Integration, eines effektiven Multilateralismus und der UN-Friedenssicherung als elementare Voraussetzungen von Kriegsverh&uuml;tung und Friedensentwicklung in Europa und weltweit.</p>
<p><strong>(8) Gewaltverh&uuml;tung und Friedensf&ouml;rderung durch vernetztes Handeln</strong></p>
<p>Damit im Rahmen des Friedensgebots des Grundgesetzes und der UN-Charta wirksamer f&uuml;r gemeinsame operative friedenspolitische Ziele zusammengearbeitet werden kann, braucht es</p>
<ul>
<li>mehr Offenheit, Dialog- und Kooperationsbereitschaft gegen&uuml;ber den bemerkenswert vielen Menschen, die sich in verschiedenen Milieus und mit unterschiedlichen politischen Orientierungen f&uuml;r friedliches Zusammenleben und Frieden einsetzen;</li>
<li>mehr Zielklarheit aiuf operativer Ebene sowie Verst&auml;ndnis, wer was kann;</li>
<li>Bodenhaftung, Bescheidenheit, strategische Geduld, aber auch immer wieder konstruktive Ungeduld, wenn es um das Nutzen von Zeitfenstern geht;</li>
<li>mehr Orte und Formate der gemeinsamen Analyse, des &Uuml;bens, des Erfahrungslernens und der Wirkungsbeobachtung und -analyse,</li>
<li>eine systematischen Chancenorientierung f&uuml;r wirksamere Pr&auml;vention, aber auch Ermutigung;</li>
<li>endlich eine gemeinsame, ressort- und akteurs&uuml;bergreifende &ouml;ffentliche Kommunikation f&uuml;r ein Politikfeld, das in der Gesellschaft wohl grunds&auml;tzlich Sympathie, aber sehr wenig Aufmerksamkeit erf&auml;hrt und weitgehend &bdquo;unsichtbar&ldquo; ist.</li>
</ul>
<p>Seit 2013 wird auch in Deutschland der <em>International Day of UN-Peacekeepers</em> der Vereinten Nationen begangen. Am Tag des Peacekeepers ist Friedensf&ouml;rderung durch vernetztes Handeln erlebbar. Allj&auml;hrlich laden die Minister des Ausw&auml;rtigen, der Verteidigung und des Innern Peacekeeper des zur&uuml;ckliegenden Jahres zu einer Feierstunde nach Berlin ein. Je drei PolizistInnen, SoldatInnen und ZivilexpertInnen werden stellvertretend f&uuml;r ihre Kolleginnen und Kollegen geehrt. Nirgendwo sonst kommen in Deutschland so viele und so verschiedene <em>Peacekeeper</em> zusammen. Es sind Friedenspraktiker in Uniformen und Zivil, mit hoher fachlicher und interkultureller Kompetenz, mit Bodenhaftung, Zuversicht und langem Atem, mit Willen zu gemeinsamer Friedensf&ouml;rderung. In Zeiten, wo sich Krisen und politische Egozentriker h&auml;ufen, sind solche handfesten Friedenspraktiker umso wichtiger: Von diesen Frauen und M&auml;nnern gibt es in Deutschland inzwischen viele Zehntausende. Zusammen mit den Frauen und M&auml;nnern von Entwicklungsorganisationen, Zivilem Friedensdienst und Hilfsorganisation machen sie Mut und Hoffnung und geben vernetzter Friedenssicherung ein Gesicht (vgl. u.a. Nachtwei 2019).</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Literatur</span></strong></p>
<p>- Becker, Ralf/Maa&szlig;, Stefan/Schneider-Harpprecht, Christof (Hrsg.), 2019. Sicherheitspolitik neu denken. Von der milit&auml;rischen zur zivilen Sicherheitspolitik &ndash; Ein Szenario bis zum Jahr 2040, hrg.&nbsp; im Auftrag des Evangelischen Oberkirchenrates Karlsruhe, Evangelische Landeskirche in Baden, als Kurzfassung und als Buch (166 Seiten), <a href="https://www.ekiba.de/html/content/szenario_sicherheit_neu_denken.html">https://www.ekiba.de/html/content/szenario_sicherheit_neu_denken.html</a> . Zugegriffen 15.09.2019.</p>
<p>- Bundesministerium der Verteidigung (BMVg). 2006. Wei&szlig;buch zur Sicherheitspolitik und zur Zukunft der Bundeswehr. file:///C:/Users/Winfried/AppData/Local/Temp/Weissbuch_2006_Kapitel_1_mB_sig2.pdf . Zugegriffen: 15. September 2019.</p>
<p>- Bundesministerium der Verteidigung (BMVg). 2011. Verteidigungspolitische Richtlinien 2011. file:///C:/Users/Winfried/AppData/Local/Temp/Verteidigungspolitische%20Richtlinien%20(27.05.11)-1.pdf . Zugegriffen 15. September 2019.</p>
<p>- Bundesministerium der Verteidigung (BMVg). 2016. Weissbuch zur Sicheiheitsspolitik und zur Zukunft der Bundeswehr.</p>
<p><a href="https://www.bundesregierung.de/resource/blob/975292/736102/64781348c12e4a80948ab1bdf25cf057/weissbuch-zur-sicherheitspolitik-2016-download-data.pdf?download=1">https://www.bundesregierung.de/resource/blob/975292/736102/64781348c12e4a80948ab1bdf25cf057/weissbuch-zur-sicherheitspolitik-2016-download-data.pdf?download=1</a> . Zugegriffen: 15. September 2019.</p>
<p>- Bundesregierung. 2017. Leitlinien Krisen verhindern, Konflikte bearbeiten, Frieden f&ouml;rdern der Bundesregierung, Juni 2017, <a href="https://www.auswaertiges-amt.de/blob/1213498/d98437ca3ba49c0ec6a461570f56211f/krisen-verhindern-data.pdf">https://www.auswaertiges-amt.de/blob/1213498/d98437ca3ba49c0ec6a461570f56211f/krisen-verhindern-data.pdf</a> . Zugegriffen 15.09.2019.</p>
<p>- Evangelische Akademie Loccum. 2005. Evaluation der zivilen Konfliktbearbeitung: Tun wir das, was wir tun, richtig? Tun wir das Richtige? Tagungsband April 2005,&nbsp;&nbsp; <a href="http://www.loccum.de/programm/archiv/p0514.html">http://www.loccum.de/programm/archiv/p0514.html</a> . Zugegriffen 15.09.2019.</p>
<p>- Finckh-Kr&auml;mer, Ute/Fuchs, Christian/Harff, Helmut/Jancke, Axel/Nachtwei, Winfried (AG Ziviles und milit&auml;risches Engagement in Konflikten). 2013<em>. </em>Politisches Engagement in Konflikten &ndash; Optimierung der Interaktion zwischen zivilen und milit&auml;rischen Akteuren, Institut f&uuml;r Strategie-, Politik-, Sicherheits- und&nbsp; Wirtschaftsberatung (ISPSW), Strategy Series, Issue No. 253, Oktober 2013, <a href="https://www.files.ethz.ch/isn/170651/253_AG_Ziv_u_Mil_Engagement_in_Konflikten.pdf">https://www.files.ethz.ch/isn/170651/253_AG_Ziv_u_Mil_Engagement_in_Konflikten.pdf</a> .</p>
<p>Zugegriffen 15.09.2019.</p>
<p>- German Public Policy Institute (GPPi), 2017. PeaceLab-Blog <a href="https://peacelab.blog/">https://peacelab.blog/</a> . Zugegriffen 15.09.2019.</p>
<p>- Nachtwei, Winfried. 2006. Pazifismus zwischen Ideal und politischer Realit&auml;t. In: Pazifismus. Ideengeschichte, Theorie und Praxis, hrsg. Barbara Bleisch/Jean-Daniel Strub, S. 303-317 Bern &ndash; Stuttgart &ndash; Wien: Haupt Verlag, <a href="downloads/beitraege/Winfried_Nachtwei_Pazifismus.pdf">http://nachtwei.de/downloads/beitraege/Winfried_Nachtwei_Pazifismus.pdf</a> . Zugegriffen 15.09.2019.</p>
<p>- Ders.. 2012.&nbsp; Akteur oder Zuschauer? Was vernetzte Sicherheit f&uuml;r den Bundestag bedeutet &ndash; ein Erfahrungsbericht, in: <em>Zeitschrift f&uuml;r Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik</em>, Jahrgang 2012 (Sonderheft 4): S. 23-39, <a href="https://link.springer.com/article/10.1007/s12399-012-0274-3">https://link.springer.com/article/10.1007/s12399-012-0274-3</a> . Zugegriffen 15.09.2019.</p>
<p>- Ders. 2014a. Lehren aus 10 Jahre Jahren Aktionsplan Zivile Krisenpr&auml;vention: Wie weiter? Stellungnahme bei der &Ouml;ffentlichen Sitzung des Unterausschusses &bdquo;Zivile Krisenpr&auml;vention, Konfliktbearbeitung und vernetztes Handeln&ldquo; am 5. Mai 2014 im Deutschen Bundestag, <a href="https://www.bundestag.de/resource/blob/283314/273a1e386460932028291390c43ab3c9/nachtwei-data.pdf">https://www.bundestag.de/resource/blob/283314/273a1e386460932028291390c43ab3c9/nachtwei-data.pdf#</a> &nbsp;. Zugegriffen 15.09.2019</p>
<p>- Ders. 2014b. Ziviles Peacekeeping (UCP) &ndash; Alternative zu Milit&auml;reins&auml;tzen? Beitrag beim Fachgespr&auml;ch des Bundes f&uuml;r Soziale Verteidigung (BSV) &bdquo;Menschen sch&uuml;tzen ohne Waffen: Ziviles Peacekeeping&ldquo;, 01.11.2014.</p>
<p><a href="index.php?module=articles&amp;func=display&amp;catid=77&amp;aid=1338">http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;catid=77&amp;aid=1338</a> . Zugegriffen 15.09.2019.</p>
<p>- Ders.. 2017. Deutlicher Fortschritt, aber mit Handicaps, Kommentar zu den Leitlinien,11.07.2017. <a href="index.php?module=articles&amp;func=display&amp;catid=77&amp;aid=1482">http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;catid=77&amp;aid=1482</a> . Zugegriffen 15.09.2019.</p>
<p>Ders. &bdquo;Nie wieder!&ldquo; Bie wieder? Verantwortung zum Schutz vor Krieg und Massengewalt, in: Gerd Althoff/Eva Bettina Krems/Christel Maier/Hans-Ulrich Thamer (Hrsg.), 2019c. Frieden &ndash; Theorien, Bilder, Strategien. Von der Antike biszur Gegenwart, Dresden 2019, /</p>
<p>- Ders., 2019b. Interventionen f&uuml;r den Frieden, in: Hans-J. Gie&szlig;mann/Bernhard Rinke (Hrsg.), Handbuch Frieden, 2. Auflage, Springer VS 2019</p>
<p>- Ders. 2019a. Tag des Peacekeepers 2019 - Verl&auml;sslich gemeinsam f&uuml;r mehr Frieden&nbsp; in Krisenl&auml;ndern, Juni 2019 (mit Links zu Berichten 2013-2018), <a href="index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1590">http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1590</a> . Zugegriffen 15.09.2019.</p>
<div><br clear="all" /><hr align="left" size="1" width="33%" />
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref1">[1]</a> Zum Beispiel die Tagung Evaluation der zivilen Konfliktbearbeitung: Tun wir das, was wir tun, richtig? Tun wir das Richtige? April 2005,&nbsp;&nbsp; <a href="http://www.loccum.de/programm/archiv/p0514.html">http://www.loccum.de/programm/archiv/p0514.html</a></p>
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<p><a title="" href="#_ftnref2">[2]</a> Zum Kontext der Auseinandersetzung um Gewaltfreiheit in Regierungsverantwortung vgl. Nachtwei (2006)</p>
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