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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Kongo im 2. Jahr nach der Wahl: Wenige Fortschritte, viel Stagnation, HÃ¶llen auf Erden</title>
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    <span class="xar-mod-title">Menschenrechte + Bericht von Winfried Nachtwei</span>

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        <h1>
            Kongo im 2. Jahr nach der Wahl: Wenige Fortschritte, viel Stagnation, HÃ¶llen auf Erden         </h1>
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       <div class="xar-mod-content">
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=3">Webmaster</a> am 24. Mai 2008 14:43:32 +02:00 (219004 Aufrufe)            </div>
            <div>    Im 2. Jahr nach den Wahlen besuchte Winfried Nachtwei erneut die Demokratische Republik Kongo und erstmalig den Ostkongo. Hier sein ausfÃ¼hrlicher Bericht &quot;Wenige Fortschritte, viel Stagnation, HÃ¶llen auf Erden&quot;. Hierzu berichtete am 24. Mai die SÃ¼ddeutsche Zeitung.
</div>
            <div>    <p>
<strong>Kongo im 2. Jahr nach der Wahl:</strong>
</p>
<p align="center">
<strong>Wenige Fortschritte, viel Stagnation, HÃ¶llen auf Erden </strong>
</p>
<p align="center">
Winfried Nachtwei, MdB, Mai 2008
</p>
<p align="center">
sicherheits- und abrÃ¼stungspolitischer Sprecher
</p>
<p>
<em>Vom 13.-20. April besuchte ich im Rahmen einer Delegationsreise der SADC-Parlamenta-riergruppe  die Demokratische Republik Kongo (DRK), neben der Hauptstadt Kinshasa im Westen auch Bukavu und Goma in den Ostprovinzen SÃ¼d- und Nord-Kivu. </em>
</p>
<p>
<em>Ziel der aus SicherheitsgrÃ¼nden mehrfach verschobenen Reise war, (a) anderthalb Jahre nach der Wahl den Stand der jungen Demokratie und (b) die humanitÃ¤re Situation im Ost-Kongo zu erkunden. Bei der Sitzung der Parlamentariergruppe am 5. November hatte uns die SWR-Journalistin Susanne Babila von ihrer jÃ¼ngsten Reise nach SÃ¼d-Kivu berichtet: Dort geschehen unvorstellbare Menschenrechtsverletzungen, wird breit Vergewaltigung als Kriegswaffe praktiziert</em>
</p>
<p>
<em>FÃ¼r mich kam hinzu, dass ich vor zwei Jahren im Kontext der EUFOR-Mission zweimal Kinshasa besucht hatte und dabei die Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit der Mission, die breite demokratische Wahlbewegung und die hohen Erwartungen eines geschundenen Volkes erfahren hatte.</em>
</p>
<p>
<strong><em>In Kinshasa</em></strong><em> waren GesprÃ¤chspartner </em>
</p>
<p>
<em>- aus dem Parlament die PrÃ¤sidenten der Nationalversammlung Vital Kamerhe und des Senats, Leon Kengo wa Dondo, sowie Ausschussvorsitzenden der beiden Kammern und KollegInnen  der Freundschaftsgesellschaft; </em>
</p>
<p>
<em>- aus der Regierung Planminister Olivier Kamitatu, der VizeauÃŸenminister und der Minister fÃ¼r Wirtschaft und AuÃŸenhandel, </em>
</p>
<p>
<em>- aus der Gesellschaft der Erzbischof von Kinshasa und Vorsitzende der kongolesischen Bischofskonferenz Laurent Monsengwo, VertreterInnen von Menschenrechtsorganisationen und  Mikrokreditinstitutionen</em>
</p>
<p>
<em>- aus der deutschen Community der deutsche Botschafter Dr. Axel Weishaupt, VertreterInnen von GTZ, EED, Konrad-Adenauer- und Hans-Seidel-Stiftung, Misereor, Procredit Bank, Siforco, Christa GÃ¶pfert (â€žSymphonie des Arts&quot;)</em>
</p>
<p>
<em>In <strong>Bukavu/SÃ¼d-Kivu</strong> Ã„rzte des Panzi-Hospitals, die Unternehmer Horst und Michael Gebbers (Pharmakina), Christof Ruhmich/Malteser International, Carlos Schuler-Deschryver, Sylvie Ouelet  und der belgische Generalkonsul Hugues Chantry</em>
</p>
<p>
<em>In <strong>Goma/Nord-Kivu</strong> der Gouverneur von Nord-Kivu, und der neue Vizegouverneur von SÃ¼d-Kivu, Jean-Claude Kibala, Christiane Kayser, Primo-Pascal Rudahigwa u.a. Mitarbeiter des Pole-Instituts sowie Dominic Johnson/taz, Jean-Michel Dumont, Berater des EU-Sonderge-sandten fÃ¼r die Region, bei MONUC Offiziere, Vertreter der politischen Sektion, von OCHA, UNHCR und DDRRR,  Heal Africa und Deutsche Welthungerhilfe.</em>
</p>
<p>
<em>Die Delegation aus KollegInnen von Union, SPD, Linke und GrÃ¼nen leitete Maria Eichhorn (Union) souverÃ¤n und kollegial. Bestens unterstÃ¼tzt und betreut wurden wir von Helmut Kulitz, Gesandter, und Adrian Seufert, Wirtschaftsreferent, von der Dt. Botschaft. Zu danken ist unserer ausgezeichneten Dolmetscherin Dorothea HÃ¼tte und dem afrikaerfahrenen Mitarbeiter der Bundestagsverwaltung, Helmut Goeser. Zu danken ist schlieÃŸlich unseren krÃ¤ftigen Begleitern aus Berlin, die wirksam und diskret  einen Teil der mÃ¶glichen Risiken fernhielten.</em>
</p>
<p>
<strong>0. Zusammenfassung</strong>
</p>
<p>
<strong>Im Wahljahr 2006 fand der Friedensprozess im Kongo hierzulande zu Recht breite Aufmerksamkeit und UnterstÃ¼tzung. Die in Deutschland zugleich umstrittene EU-Mission EUFOR konnte im Verbund mit MONUC die erheblichen Sicherheitsrisiken der Wahlen im Zaum halten und hat ihren begrenzten Auftrag erfolgreich gemeistert. Die Chancen des Wahlprozesses wurden hingegen kaum genutzt, die an die Wahlen geknÃ¼pften Hoffnungen wurden breit enttÃ¤uscht. Die Lebensbedingungen haben sich nicht gebessert. In der Politik Ã¼berwiegt Stagnation. Die humanitÃ¤re Lage im Ostkongo und insbesondere der sexuelle Terrorismus schreien gen Himmel.</strong>
</p>
<p>
<strong>Die (richtigen) groÃŸen Worte der Bundesregierung zur zentralen Rolle des Wahlprozesses und seiner Absicherung durch EUFOR wurden nachtrÃ¤glich entwertet und unglaub-wÃ¼rdig, seitdem in Berlin die fristgemÃ¤ÃŸe Beendigung des Bundeswehreinsatzes als        d e r  Erfolg gefeiert wird und das Interesse und Engagement gegenÃ¼ber der DRK wieder auf das Vorwahlniveau schrumpfte. </strong>
</p>
<p>
<strong>Der Verdacht, der Kongo-Einsatz der Bundeswehr sei ein TÃ¼rÃ¶ffner fÃ¼r deutsche imperialistische Interessen im rohstoffreichen Kongo, bestÃ¤tigte sich nicht, im Gegenteil. Es drÃ¤ngt sich vielmehr der Eindruck auf, dass die Bundesregierung sich aus den internationalen BemÃ¼hungen zur Stabilisierung und KonfliktlÃ¶sung im Kongo davonschleicht und sich mit dem - guten - entwicklungspolitischen Engagement deutscher Organisationen und ihrer Partner bescheidet. Die deutsche Beteiligung an EUFOR war auf Ebene der Bundesregierung offenbar in erster Linie durch EU-LoyalitÃ¤t motiviert - und nicht durch ein ehrliches Interesse an einem nachhaltigen Friedensprozess im Kongo, von einer strategischen Einbettung ganz zu schweigen.  </strong>
</p>
<p>
<strong>Es ist ein Gebot der responsibility to protect wie des europÃ¤ischen Interesses an einem friedlichen Nachbarkontinent Afrika, dass die Staaten endlich einmÃ¼tig, energisch und praktisch den Gewaltakteuren und -strukturen in Ostkongo und der Region entgegentreten. Dazu gehÃ¶rt, </strong>
</p>
<p>
<strong>- dass die Bundesregierung das friedensstÃ¶rende Wirken fÃ¼hrender FDLR-Vertreter in Deutschland unterbindet;  </strong>
</p>
<p>
<strong>- nicht bei der Scheckbuchdiplomatie gegenÃ¼ber MONUC und der Sicherheitssektorreform stehenzubleiben, sondern endlich auch personell zu ihrer StÃ¤rkung beizutragen; </strong>
</p>
<p>
<strong>- im Rahmen der internationalen Gemeinschaft zur Verbesserung der GrenzÃ¼berwachung und des Zollwesens sowie einer lÃ¼ckenlosen Zertifizierung ostkongolesischer Rohstoffe beizutragen; </strong>
</p>
<p>
<strong>- das Engagement fÃ¼r eine forcierte Rehabilitierung der Verkehrswege als Lebensadern fÃ¼r die Menschen im Ostkongo und die sofortige Freigabe der Gelder des â€žFriedensfonds&quot; des BMZ.     </strong>
</p>
<p>
<strong>Die Stabilisierung und FriedensfÃ¶rderung der DRK darf nicht nur Sache bewundernswerter entwicklungspolitischer Akteure und MaÃŸnahmen sein. Sie muss auch wieder ein Thema deutscher AuÃŸen- und Sicherheitspolitik sein. Das wiederum ist ohne Ausbau der entsprechenden KapazitÃ¤ten vor allem im AuswÃ¤rtigen Amt nicht zu haben.         </strong>
</p>
<p>
<strong>1. Kontext</strong>
</p>
<p>
Seit Abzug von EUFOR im Dezember 2006 brach auch der Besucherstrom aus Deutschland ab. 
</p>
<p>
<u>Parlament + Regierung</u>: Am 19.1.2007 Wahl des Senats durch die elf Provinzparlamente, am 24.2.2007 Vereidigung des Kabinetts von Premierminister Gizenga mit 34 Ministern, 20 Vizeministern und 6 Staatsministern. Die meisten Posten gingen an die mehr als zwei Dutzend Parteien der Pro-Kabila Allianz AMP und insbesondere an die PrÃ¤sidentenpartei PPRD. Im November 2006 wurde bei einer ersten Regierungsumbildung das Kabinett auf 46 Posten â€žverkleinert&quot;. Die AMP stellt ca. 70% der Sitze in der Nationalversammlung und 55% im Senat. 
</p>
<p>
Die beiden Parlamentskammern sollen funktionieren - im Unterschied zu den Spitzen der Exekutive: PrÃ¤sident Kabila zeige wenig Engagement. Er melde sich praktisch nie zu Wort. Der 82-jÃ¤hrige Premierminister soll maximal 3 Stunden/Tag Ã¼berhaupt ansprechbar sein.
</p>
<p>
<u>Konflikte</u>: Am 27./28. MÃ¤rz 2007 kam es in Kinshasa zu KÃ¤mpfen zwischen PrÃ¤sidialgarde und der Miliz des OppositionsfÃ¼hrers Bemba, bei denen auch Panzer und Artillerie eingesetzt und diplomatische Vertretungen in Mitleidenschaft gezogen wurden. Die OpferschÃ¤tzungen reichen von 300 bis 1.000 Toten. Bemba musste Ã¼ber die sÃ¼dafrikanische Botschaft das Land ins portugiesische Exil verlassen. Es folgte eine Repressionswelle gegen die Opposition. In der westlichen Provinz Bas-Congo hatten Armee und Polizei Ende Januar 2007 Ã¼ber 100 Demonstranten bei Protesten der politisch religiÃ¶sen Bewegung â€žBundu dia Kongo&quot; (BDK) gegen eine umstrittene Gouverneurswahl getÃ¶tet. Im Februar wurden mindestens 50 Menschen von â€žSicherheitskrÃ¤ften&quot; erschossen. Wegen des grÃ¶ÃŸten Hafens Muanda und des Wasserkraftwerkes ist die Westprovinz von besonderem Interesse. 
</p>
<p>
Im Ost-Kongo agieren weiterhin verschiede jeweils mehrere tausend Mann starke Rebellengruppen. Die grÃ¶ÃŸten sind die ruandisch- und hutustÃ¤mmigen FDLR-Milizen (â€žDemokratische KrÃ¤fte zur Befreiung Ruandas&quot;, z.T. TÃ¤ter und Planer des VÃ¶lkermords in Ruanda 1994) vor allem in den Kivu-Provinzen, Truppen des abtrÃ¼nnigen Generals und â€žTutsischÃ¼tzers&quot; Nkunda vor allem in Nord-Kivu, bantustÃ¤mmige Mai-Mai-Milizen. Seit Jahren kommt es bei diesen Auseinandersetzungen zu schlimmsten und systematischen Menschenrechtsverletzungen einschlieÃŸlich brutalster und massenhafter sexueller Gewalt gegen Frauen und MÃ¤dchen (â€žsexueller Terrorismus&quot;). 
</p>
<p>
Zum 1. Jahrestag der Stichwahl um die PrÃ¤sidentschaft schrieb Dominic Johnson in der taz: â€žSeit dem Wahlsieg Kabilas am 29.10.2006 hat es im Kongo mehr bewaffnete Konflikte und Tote gegeben als in den drei Jahren Friedensprozess zuvor. (...) Rund 200.000 Menschen haben in den letzten zwei Monaten in Nord-Kivu ihre Heimat verloren - auf der Flucht vor Milizen, Rebellen und Armee.&quot; 
</p>
<p>
Den lÃ¤ngeren Konflikt mit dem abtrÃ¼nnigen General Laurent Nkunda und seinen 4.000 KÃ¤mpfern der CNDP in Nord-Kivu sollte eine Offensive von 25.000 FARDC-Soldaten  im Dezember 2007 â€žlÃ¶sen&quot;. Die Gegenoffensive Nkundas lieÃŸ die FARDC-Brigaden schnell zusammenbrechen. Die Niederlage war ein Schlag fÃ¼r Kabila, aber auch fÃ¼r MONUC: Denn im Rahmen des Auftrages, die StaatsautoritÃ¤t zu stÃ¤rken, hatte MONUC massiv die Offensive unterstÃ¼tzt - durch Transport von Soldaten, Munition, Verpflegung und AufklÃ¤rungsflÃ¼ge. Dadurch trug MONUC zu einer vermeidbaren Katastrophe bei. Der vorrangige MONUC-Auftrag â€žSchutz der ZivilbevÃ¶lkerung&quot; trat demgegenÃ¼ber in den Hintergrund. Die KÃ¤mpfe des Jahres 2007 produzierten allein in Nord-Kivu 430.000 BinnenflÃ¼chtlinge (insgesamt 800.000, 15% der ProvinzbevÃ¶lkerung). DarÃ¼ber hinaus beschÃ¤digten VorwÃ¼rfe einer Kooperation zwischen FARDC und FDLR die GlaubwÃ¼rdigkeit der Mission. Im November kam es in Rutshuru zu Protesten vor dem MONUC-Compound, bei denen 27 Blauhelme verletzt wurden.
</p>
<p>
Auf die Verhandlungsforderung des gestÃ¤rkten  General Nkunda hin rief die Regierung zu einer Friedenskonferenz fÃ¼r Nord- und SÃ¼d-Kivu in Goma vom 6. bis 23. Januar auf. An ihr nahmen ca. 1.000 Personen teil, Regierungsvertreter, Abgeordnete, Vertreter von Zivilgesellschaft und ethnischen Gemeinschaften sowie aller bewaffneten Gruppen (22!) mit Ausnahme der FDLR. Vereinbart wurde das 
</p>
<p>
<u>Goma-Abkommen</u>: Waffenstillstand, Anschluss an den DDRRR-Prozess (disarmament, demobilization, repatriation, resettlement + reintegration), Amnestie fÃ¼r KÃ¤mpfer mit Ausnahme von Kriegsverbrechen. Die fÃ¼r die Umsetzung zustÃ¤ndige â€žTechnische Kommission&quot; tagte erstmalig Anfang April. Vorausgegangen war nach intensiven internationalen diplomatischen BemÃ¼hungen am 9.11.2007 in Nairobi die Einigung zwischen DRC und Ruanda auf ein â€žGemeinsames Kommunique&quot; zur LÃ¶sung der Rebellenfrage in Ost-Kongo, insbesondere zur Entwaffnung der FDLR und zur NichtunterstÃ¼tzung kongolesischer Rebellengruppen aus Ruanda. (â€žNairobi-Prozess&quot;)
</p>
<p>
<u>DRK - Ruanda</u>: Das VerhÃ¤ltnis zwischen  beiden LÃ¤ndern ist weiter gespannt, es gibt keine diplomatischen Beziehungen auf Botschafterebene. Nach intensiven internationalen Vermittlungen unter starker US-Beteiligung einigten sich DRK  und Ruanda am 9.11.2007 in Nairobi auf ein â€žGemeinsames Kommunique&quot; zur Regelung der Rebellenproblematik. Die DRK verpflichtet sich demnach zu militÃ¤rischen Operationen gegen die FDLR, Ruanda will umgekehrt keine bewaffneten Gruppen im Kongo unterstÃ¼tzen.
</p>
<p>
Der jÃ¼ngste Bericht der UN-Expertengruppe an den Sanktionsausschuss des UN-Sicherheitsrates vom 13.2.2008 gibt einige Hinweise, aber keine belastbaren Aussagen zur Art und Weise des ruandischen Engagements in Ostkongo. Die Gemengelage verschiedenster Interessen und Politiken ist diffus. Das Ã¤ndert nichts an der SchlÃ¼sselrolle von Ruanda fÃ¼r die Stabilisierung von Ostkongo. Dabei geht es nicht nur um die Frage der militÃ¤rischen UnterstÃ¼tzung der CNDP von Nkunda, sondern auch um das GewÃ¤hrenlassen illegaler Rohstoffimporte.    
</p>
<p>
<u>Entwaffnung, Demobilisierung und Reintegration (DDRRR</u>) und <u>Sicherheitssektorreform (SSR)</u> sind nicht vorangekommen: Am Ende des Krieges 2003 wurde die Zahl bewaffneter KÃ¤mpfer auf ca. 330.000 geschÃ¤tzt. Bis November 2007 waren 166.000 ehemalige KÃ¤mpfer im DDRRR-Verfahren, 63.000 von ihnen wurden in die Armee Ã¼bernommen. Ca. 80.000 KÃ¤mpfer warten auf ihre DDRRR-Registrierung. Weitere 20.000 KÃ¤mpfer, Ã¼berwiegend aus verschiedenen Mai Mai Gruppen, verblieben auÃŸerhalb des DDRRR-Prozesses. Der Wille Zehntausender KÃ¤mpfer, die Waffen niederzulegen, fand keine entsprechende Antwort auf nationaler und internationaler Ebene. Insbesondere die soziale und Ã¶konomische Reintegration war unzureichend, weshalb vor allem die Weltbank als fÃ¼hrende Institution in Kritik geriet. Nur die HÃ¤lfte der Ex-KÃ¤mpfer wurde fÃ¼r lÃ¤ngerfristige Integrationsprojekte vorgesehen. Die Kluft zwischen Demobilisierung und Reintegration lieÃŸ die KriminalitÃ¤t ansteigen. Lt. Ajello ist die DDRRR die â€žgrÃ¶ÃŸte Katastrophe&quot;
</p>
<p>
Seit Juni 2005 unterstÃ¼tzt die EU-Mission EUSEC (79 Dienstposten) die Sicherheitssektorreform in der DRK durch Beratung des Verteidigungsministeriums und der KommandobehÃ¶rden, bei der Aufstellung integrierter Brigaden und der Sicherstellung der Soldzahlungen. Von MÃ¤rz 2006 bis Februar 2008 stellte die Bundeswehr einen Computerexperten. Max. fÃ¼nf BundeswehrangehÃ¶rige sind gebilligt. Die Formierung integrierte Polizei- und Armeeeinheiten steckt weiter in Kinderschuhen. Bis Dezember 2007 waren 15 von 18 geplanten â€žintegrierte Brigaden&quot; aufgestellt. In Wirklichkeit blieben die Brigaden lockere ZusammenhÃ¤nge verschiedener bewaffneter Gruppen, mit nur 45 Tagen und schwachen KapazitÃ¤ten. Die undisziplinierte Truppe war wie in der Vergangenheit eine Hauptquelle von Menschenrechtsverletzungen. Die GesamtstÃ¤rke der FARDC wurde im September 2007 mit 250.000 angegeben. Ihr realer Umfang soll eher bei 150.000 liegen. Verschiedene Projekte zur SSR gelten als â€žTropfen in einem Ozean&quot; (Denis Tull). Die Regierung sieht offenbar in der SSR keine PrioritÃ¤t. Sie will vor allem eine schnelle Elitetruppe als Machtinstrument, nicht als Ordnungsfaktor. Ein Runder Tisch der Kontaktgruppe fÃ¼r eine Road Map zur SSR trat erstmalig im Februar 2008 zusammen. Ein Konzept gibt es lt. VN-GeneralsekretÃ¤r noch nicht. MONUC startete ersatzweise fÃ¼r 11 Brigaden ein dreimonatiges Trainingsprogramm. 
</p>
<p>
<u>Wirtschaft + Lebensbedingungen</u>: Die wirtschaftlichen Globalzahlen sind nicht schlecht, die Verteilung ist aber krass ungleich. FÃ¼r 2008 sieht der Staatshaushalt eine Steigerung von Einnahmen und Ausgaben um 22% vor. Zu den fÃ¼nf Hauptaufgaben, die Kabila in seiner Antrittsrede nannte (ArmutsbekÃ¤mpfung, Arbeitsbeschaffung, Rehabilitierung der Infrastruktur, Gesundheits- und Bildungswesen) gab es kaum Fortschritte. , die Wirtschaftslage gilt als desolat. Anspringhilfen kÃ¶nnten kurz- und mittelfristig wirkende, von der Weltbank koordinierte UnterstÃ¼tzungsprogramme sein, aber auch das enorme Engagement der VR China. 
</p>
<p>
Der Lebensstandard ist seit 2006 weiter gesunken. Der grÃ¶ÃŸte Teil der BevÃ¶lkerung lebt von der Hand in den Mund. Es heiÃŸt, in Kinshasa sei die Lebenserwartung â€ž24 Stunden mit VerlÃ¤ngerungsoption&quot;. 
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Nach den mit groÃŸen Hoffnungen einhergehenden Wahlen herrscht inzwischen ein Klima der Desillusionierung. Das trifft auf die Erfahrung mit einer unÃ¼bersehbaren Privilegienwirtschaft, die sich mit der EinfÃ¼hrung fÃ¶deraler Strukturen eher vervielfacht hat.
</p>
<p>
Vor dem Hintergrund ausbleibender Fortschritte fÃ¼r die BevÃ¶lkerung und der InaktivitÃ¤t der Regierung richtete die <u>kongolesische Bischofskonferenz</u> am 7. Juli 2007 eine Botschaft an die Nation: das kongolesische Haus brenne angesichts wachsender Unsicherheit, Straflosigkeit, verbreiteter Angriffe auf bÃ¼rgerliche und politische Freiheiten und der andauernden Ausbeutung der BodenschÃ¤tze.
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<strong>2.1 Ankunft Kinshasa</strong>
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Ab BrÃ¼ssel fliegen auffÃ¤llig viele chinesische Passagiere mit. Sie verlassen bei der Zwischenlandung in Luanda/Angola die Maschine.
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Wir beziehen Station im Grand Hotel Kinshasa in Gombe, der Oase der Internationalen und Reichen. Aggressiv bahnt ein Polizei-Pick-up mit vier schwerbewaffneten Polizisten auf der LadeflÃ¤che unserem Konvoi die rasende Fahrt durch das Verkehrsgewusel. NachtrÃ¤glich erfahren wir aus unserem FÃ¼hrungsfahrzeug, dass die Polizisten nicht sparsam sind mit SchlÃ¤gen und Tritten gegen zu langsame Verkehrsteilnehmer. Als Antwort gibt es hie und da auch SteinwÃ¼rfe.
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Insofern bleibt das reale Kinshasa und seine Menschen Kulisse 
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<p>
<strong>2.2 Parlament</strong>
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<p>
Starke FÃ¼hrungspersÃ¶nlichkeiten sind SenatsprÃ¤sident Kengo wa Dondo (Premierminister unter Mobutu ab 1982, 1988 und 1994, Ermittlungen in Belgien wg. GeldwÃ¤sche) und der PrÃ¤sident der Nationalversammlung Vital Kamerhe (â€žKabila-Intimus&quot;). Die  Kamerhe-Assistentin ist kongolesisch.schwedischer Herkunft und begrÃ¼ÃŸt uns mit â€žwillkommen&quot;. Wir  treffen einige Parlamentarier wieder, die im letzten Oktober Deutschland besuchten. Damals reagierten die mÃ¤nnlichen Parlamentarier auf Fragen zur sexuellen Gewalt wenig ernsthaft. Jetzt werden alle GesprÃ¤chspartner von vorneherein mit diesem Thema als einem Hauptinteresse unseres Besuches konfrontiert - neben der Augenscheinnahme der jungen Demokratie und die Sorge um die humanitÃ¤re Lage im Osten allgemein.
</p>
<p>
Das Parlament tagt in zwei Sitzungswochen vom 15.3.-15.6. und 15.9.-15.12. In dieser Zeit ziehen viele Abgeordnete nach Kinshasa. Ãœber die jeweils drei sitzungsfreien Monate in ihrer Region mÃ¼ssen sie einen schriftlichen Bericht anfertigen. Unklar ist, was mit dem geschieht.
</p>
<p>
Das Parlament verabschiedete inzwischen Gesetze zur Opposition, Parteieinfinanzierung, zum Nationalen Richterrat und zur Privatisierung. Gesetze zur Verfassungsgerichtsbarkeit, zum UnabhÃ¤ngigen Wahlausschuss und zu Medien sind geplant. Das von der Verfassung geforderte Dezentralisierungsgesetz zum VerhÃ¤ltnis Provinzen-Zentralregierung wurde bisher noch nicht verabschiedet. Der SchlÃ¼ssel zur Verteilung der Staatseinnahmen (50% zentral, 40% Provinzen, 10% fÃ¼r Finanzausgleich) wird bisher noch nicht umgesetzt. Wegen Geldmangel wurden die Kommunalwahlen auf 2009 verschoben. 
</p>
<p>
Besonders Interesse wird geÃ¤uÃŸert an den Erfahrungen mit dem FÃ¶deralismus in Deutschland. Hilfen kÃ¶nnten am besten laufen Ã¼ber Patenschaften zwischen BundeslÃ¤ndern und den elf Provinzen. 
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<p>
In der Nationalversammlung liege der Anteil der Frauen bei 10% (48), im Senat bei 5%. Dem Ausschuss fÃ¼r sozio-kulturelle Angelegenheiten sitzt eine Frau vor. Von den 600 Abgeordneten der Provinzversammlungen sind 42 Frauen, von den 37 (Vize-)Ministern fÃ¼nf. Es gibt eine einzige Vizegouverneurin. Die Frauen im Ostkongo wÃ¼rden eine nie da gewesene sexuelle Gewalt erleben. 
</p>
<p>
<u>Zur Lage im Osten</u> habe man Minister einbestellt, eine Delegation entsandt und einen Bericht mit Empfehlungen vorgelegt. Der Frieden im Osten brauche einen globalen und speziellen Ansatz. Die Region kÃ¶nne gemeinsam auf Grundlage gemeinsamer Interessen entwickelt werden. 
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Positive Resonanz in der Ã–ffentlichkeit fand im Herbst die Parlamentsdebatte zur ÃœberprÃ¼fung aller MinenvertrÃ¤ge zwischen in- und auslÃ¤ndischen Unternehmen und kongolesischen Staatsgesellschaften. Zum Bergbau wurde ein Untersuchungsausschuss eingerichtet. 
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<p>
Parlamentsdebatten sollen live Ã¼ber drei Sender ausgestrahlt werden. Ein eigener Parlamentssender ist geplant. 
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Eine besondere Herausforderung sei der Bruch mit 40 Jahren Diktatur, wo die Regierung wie ein Selbstbedienungsladen funktionierte. 
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Die Regierung soll aufgefordert werden, alle notwendigen Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, damit der OppositionsfÃ¼hrer Bemba zurÃ¼ckkehren kann. (Kamerhe)
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<u>Zur Armee</u>: Die von der EU unterstÃ¼tzte Integration konnte die HeterogenitÃ¤t der aus verschiedenen Milizen stammenden Truppe nicht Ã¼berwinden. FÃ¼r gute Soldaten brauche man neun Monate Ausbildung. Eigentlich mÃ¼sste die gegenwÃ¤rtige â€žPufferarmee&quot; durch eine republikanische Arme ersetzt werden.
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Nach der RÃ¼ckkehr aus Ostkongo treffen wir uns noch mal mit einer groÃŸen Gruppe von Abgeordneten der Freundschaftsgruppe Europa, Sektion Deutschland. Diese hat 14 Mitglieder: Die deutsche Demokratie sei besonders stark und werde weltweit beneidet. Sehr interessiert sei man, die Strukturen und AblÃ¤ufe des Bundestages nÃ¤her kennenzulernen. Wir berichten von unseren wichtigsten EindrÃ¼cken im Osten. NachtrÃ¤glich fÃ¤llt uns auf, dass die Abgeordneten der Opposition praktisch nicht zu Wort gekommen sind. 
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<strong>2.3 Regierung</strong>
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Nur kurz treffen wir den Vize-AuÃŸen- und Entwicklungsminister. GegenÃ¼ber vom AuÃŸenministerium befindet sich eine GroÃŸbaustelle. Hier wÃ¤chst die Wirtschaftsabteilung (!) der chinesischen Botschaft. 
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<u>Planungsminister Olivier Kamitatu Etsu</u> (frÃ¼her RebellenfÃ¼hrer + Mitglied von Bembas MLC, mit dem er sich Ã¼berworfen haben soll) wirkt inhaltlich und im Auftreten ausgesprochen Ã¼berzeugend und vielversprechend. Kein Wunder, dass er als bevorzugter GesprÃ¤chspartner der Internationalen gilt. Der Minister erinnert an die 90er Jahre, als der Kongo Wirtschaftsdaten hatte wie Zimbabwe heute, z.B. 13.000 % Inflation. Bei Kabilas Machtantritt 2001 lag die Inflation bei 500%, heute ist sie bei 9% und 6% Wirtschaftswachstum. Zzt. lÃ¤gen die Staatseinnahmen bei 3,7 Mrd. $. In 2007 Ã¼berstiegen die Eigeneinnahmen erstmalig die auslÃ¤ndischen ZuschÃ¼sse (60:40). Aber: Auf der internationalen Liste der Wirtschaftsfreundlichkeit stehe die DRK an letzter Stelle. Die Regierung verfolge eine Strategie zur drastischen BekÃ¤mpfung der Armut fÃ¼r die nÃ¤chsten 25 Jahre. Sie ruhe auf fÃ¼nf SÃ¤ulen: Konsolidierung des Friedens, wirtschaftliche Stabilisierung und Wachstum, Zugang zu GrundbedÃ¼rfnissen, Aids-BekÃ¤mpfung, Gemeinschaftsdynamik.     
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Bisher haben nur 6% Zugang zu Basisdiensten, 22% zu sauberem Trinkwasser, 70% leben in absoluter Armut, 4% sind HIV-infiziert. 
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Die DRC sei ein Postconflict-Land mit hoher Korruption und geringer GlaubwÃ¼rdigkeit der Regierenden. GegenÃ¼ber dem Parlament habe sich die Regierung verpflichtet zur
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	<li>- Reform des Sicherheitssektors</li>
	<li>- Reform der Finanzen, insbesondere zur Mobilisierung der eigene Finanzquellen</li>
	<li>- Reform der Ã¶ffentlichen Verwaltung</li>
	<li>- Dezentralisierung</li>
	<li>- Transparenz, insbesondere hinsichtlich der Ressourcen</li>
	<li>- Verbesserung des Investitionsklimas.</li>
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Die Zusammenarbeit mit Deutschland u.a. bei der Trinkwasserversorgung sei beispielhaft. 
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Die DRC sei ein riesiges Land, wo nur 20% auf dem Landwege erreichbar seien. Fehlende Verkehrsinfrastruktur sei die grÃ¶ÃŸte Bremse. Hier setze die Partnerschaft mit China an. Auf einer Folie zeigt der Minister die verschiedenen groÃŸen Verkehrsprojekte mit den jeweiligen Gebern. Ein 3.000-km-Abschnitt wurde von der Weltbank nicht geschafft. Den Ã¼bernimmt jetzt China. FÃ¼r Konzessionen zum Abbau von Kupfer-, Kobalt- und Goldvorkommen will China Infrastruktur fÃ¼r 6 Mrd. $ bauen. China sei ein strategischer, aber kein ausschlieÃŸlicher Partner. Man wolle Wettbewerb, Transparenz, beste Preise. 
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Das Wasserkraftwerk Inga in Bas-Congo liefere zzt. 700 MW und habe ein Potenzial von 44.000 MW. Die nÃ¤chste Ausbaustufe solle 4.400 MW erbringen. Insgesamt stecke im Kongo-Fluss 100.000 MW - damit kÃ¶nnte die Energiekrise im sÃ¼dlichen Afrika bewÃ¤ltigt werden. 
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In Banana sÃ¼dlich Muanda sei ein Tiefwasserhafen geplant, in der Umgebung gebe es Ã–lvorkommen. In Kasai in Zentralkongo seien Diamant- und Nickelvorkommen entdeckt worden. Das alles zeige, welche Chancen der Kongo habe. 
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<strong>Exkurs zum chinesischen Engagement</strong>: Der Vertrag zwischen dem kongolesischen Infrastrukturminister und einer chinesischen Firmengruppe wurde am 17.9.2007 unterzeichnet und hat eine Laufzeit von 30 Jahren. Lt. taz vom 21.12.2007 soll China drei Mrd. $ in den Bergbau investieren. Die Profite werden zunÃ¤chst komplett der chinesischen Seite Ã¼berlassen. In einer zweiten Phase gehen sie zu 66% an die chinesische Seite, die damit InfrastrukturmaÃŸnahmen in einer HÃ¶he von 3 Mrd. $ erbringen soll: 3.123 km Eisenbahnlinie (Lubumbashi/Katanga-Kinshasa), 3.852 km StraÃŸen (u.a. von Lubumbashi Ã¼ber Kivu und Ituri nach Kisangani am Kongo-Fluss), 32 KrankenhÃ¤user, 145 Gesundheitszentren, 5.000 Sozialwohnungskomplexe und zwei UniversitÃ¤ten. In einer dritten, zeitlich nicht festgelegten Etappe werden die Gewinne aufgeteilt. Die Investoren genieÃŸen totale Steuer- und Zollfreiheit und kÃ¶nnen auch ihre Lieferanten und ArbeitskrÃ¤fte frei suchen. Das bisher grÃ¶ÃŸte AfrikageschÃ¤ft Chinas stellt alles in den Schatten, was die DRC von westlichen Gebern zu erwarten hat. Angesichts des Neokolonialismus-Vorwurf gibt ein europÃ¤ischer GesprÃ¤chspartner zu bedenken, welche Rechte z.B. ein US-Konzern fÃ¼r billige 15 Mio. $ erhielt. Angola habe schon reichlich Erfahrung mit dem chinesischen Engagement, wo oft chinesische ArbeitskrÃ¤fte eingesetzt wÃ¼rden und die QualitÃ¤t nicht sonderlich sei. Aber diese LÃ¤nder hÃ¤tten kaum eine andere Chance. Ein anderes Beispiel: Kongolesische HÃ¤ndler bekommen schnell Visa fÃ¼r China, fÃ¼r Europa hingegen nur mit groÃŸer MÃ¼he. 
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Die Reportage â€žChinas McKinsey in Afrika&quot; von Georg Blume (taz vom 12.4.2008) vermittelt einen sehr aufschlussreichen Blick in die Arbeitsweise und das Auftreten des Unternehmensberaters Wang Wenning. Er gilt als erfolgreichster privatwirtschaftlicher Wegbereiter des China-Booms in Afrika, von enorm wachsenden Investitionen kleinerer und mittlerer chinesischer Privatunternehmen.
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<strong>3.1 Bukavu </strong>
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Mit einer Chartermaschine soll es Mittwochmorgen nach Goma, der Provinzhauptstadt von Nord-Kivu gehen. Am Dienstagnachmittag erreicht uns die Nachricht, dass in Goma eine DC-9 nach dem Start in ein Wohngebiet gestÃ¼rzt ist. Die Rede ist von ca. 70 Toten. Als ein Grund wird die seit sechs (!) Jahren von 3.000 auf 2.000 Meter verkÃ¼rzte Startbahn genannt. Beim Ausbruch des Vulkans Nyiragongo in 2002 ergoss sich ein Lavastrom Ã¼ber die Stadt und bedeckt bis heute ein Drittel der Bahn mit einer sechs Meter hohen Steinwand. Vielleicht war der Absturz aber auch verursacht durch die notorische Ãœberladung von Flugzeugen im Kongo oder die schlechte Wartung oder die kongolesische Flug&quot;aufsicht&quot;. Die Reportage von Thomas Scheen Ã¼ber den Wahnsinn der Fliegerei im Kongo, Ã¼ber Korruption, Schlamperei und Extremrisiken erscheint Gott sei dank erst nach unserer RÃ¼ckkehr am 3. Mai in der FAZ. 
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Kurzfristig ist nun Bukavu unser erstes Ziel. Da unser Charterflieger fÃ¼r die Katastrophenhilfe in Goma gebraucht wird, fliegen wir mit einer Antonow-26 von â€žAir Kasai&quot;. Die ukrainische Mannschaft bringt uns in ruhigem Flug in vier Stunden in das prall-grÃ¼ne HÃ¼gelland am Kivu-See. Die beiden Kivu-Provinzen an der Grenze zu Ruanda waren nach der FlÃ¼chtlingskatastrophe von 1994 die Brennpunkte der zwei Kongokriege 1996/97 und 1998-2003. Auf ca. 1500 m HÃ¶he ist die Temperatur ausgesprochen angenehm. Nachdem mein Handy in Kinshasa kein Netz fand, piepsen hier plÃ¶tzlich die aufgelaufenen Anrufe und SMS - darunter auch die freundliche Nachfrage eines Berliner Journalisten, ob ich in den gestrigen Absturz verwickelt sei 
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Kurz nach der Landung geht ein saftiger Tropenregen nieder. FÃ¼r die 30 km â€žHauptstrasse&quot; - eine Piste mit tiefen Furchen, Wellen und LÃ¶chern - brauchen wir zwei Stunden. Leute mit RÃ¼ckenproblemen hÃ¤tten diese SchÃ¼ttelstrecke kaum Ã¼berstanden. 
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Am Wegesrand schleppen Frauen und Kinder schwerste Lasten, laufen in Latschen oder barfuÃŸ durch den Schlamm. In StadtnÃ¤he werden die MenschenstrÃ¶me auf den Trampelpfaden am StraÃŸenrand immer dichter. Dazwischen Kleinsthandel, etwas Ware auf einer Matte im Matsch, dann kleine VerkaufshÃ¼tten auf Stelzen Ã¼ber dem Hang. 
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Bukavu hatte in den 90er Jahren 300.000 Einwohner, inzwischen sind es nach den Fluchtbewegungen 800.000. Auf der RÃ¼ckfahrt vom Panzi-Hospital in die Stadt erfahren wir so ungeplant wie eindringlich den katastrophalen Zustand der hiesigen â€žStraÃŸen&quot;, wo es mangels StraÃŸennetz keine Umwege gibt: Die verschlammte Fahrpiste lÃ¤sst die Fahrzeuge hin und her rutschen. PlÃ¶tzlich geht nichts mehr: Ein Container ist auf der StraÃŸe abgestellt und schafft ein einspuriges NadelÃ¶hr. Von vorne versucht ein MONUC-Konvoi mit acht Lkw`s durchzukommen. Links droht ein Abrutschen in den Graben, in dem schon ein Wrack liegt, rechts von unserem Kleinbus fÃ¤llt der Abhang unter den HÃ¤ndlerstÃ¤nden steil ab. Vor- und ZurÃ¼cksetzen, Palaver zwischen Fahrern, Passanten, Schaulustigen. Wir im Bus sind Ã¤hnlich interessant wie der Stau. Pakistanische Blauhelm-Soldaten und Einheimische dirigieren die Lkw`s in Millimeter-Arbeit durch die Enge. Einem telefonierenden Pakistani wird das Handy entwunden und zerdeppert. Mangels FranzÃ¶sisch-Kenntnissen kann er seinen Zorn nicht verstÃ¤ndlich machen. Ãœber Herrn Kulitz kann er es dann doch: Er hatte gerade mit seiner Frau telefoniert, im Handy hatte er Fotos seiner Kinder gespeichert. Jetzt hat ein Soldat ein Gewehr auf dem RÃ¼cken, wohlweislich noch ohne Magazin. Das kÃ¶nnte im Durcheinander schnell weg sein. Als zwei MÃ¤nner mit FÃ¤usten aufeinander losgehen, werden sie von anderen besÃ¤nftigt. Ab und zu versucht jemand, die TÃ¼r unseres Busses aufzudrÃ¼cken. Unsere SicherheitsmÃ¤nner verhindern das. Nach mehr als zwei Stunden kÃ¶nnen wir wieder weiter fahren. Ein GesprÃ¤chstermin ist geplatzt. Aber wir haben exemplarisch den Alltag erfahren.
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<strong>3.2 Sexuelle Gewalt </strong>
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75% aller Vergewaltigungen, die weltweit von â€žÃ„rzte ohne Grenzen&quot; behandelt werden, geschehen im Ostkongo. Prof. Yakin ErtÃ¼rk, Sonderberichterstatterin des UN-Menschenrechts-rates zur Gewalt gegen Frauen, erklÃ¤rte nach einem Besuch der kongolesischen Ostprovinzen am 27. Juli 2007 in Kinshasa, die Situation in den Kivu`s sei die schlimmste Krise, der sie bisher begegnet sei. Allein in SÃ¼d-Kivu seien im ersten Halbjahr 2007 4.500 FÃ¤lle von sexueller Gewalt berichtet worden. Die tatsÃ¤chliche Zahl liege wohl um ein Vielfaches darÃ¼ber. Die unvorstellbar grausame sexuelle Gewalt werde vor allem von auslÃ¤ndischen bewaffneten Gruppen ausgeÃ¼bt. In Ituri und SÃ¼d-Kivu wird aber ca. 20% der sexuellen Gewalt der FARDC und der kongolesischen Polizei zugerechnet. (<a href="http://www.monuc.org/">http://www.monuc.org/</a>) Es gibt SchÃ¤tzungen, wonach in den Kivu`s jede dritte Frau vergewaltigt worden sei. Viele seien gestorben. Deshalb werden eingelieferte Opfer auch als â€žÃœberlebende&quot; bezeichnet. Hier sei eine ganze Gesellschaft traumatisiert. Inzwischen haben auch die Vergewaltigungen durch Zivilisten zugenommen. Eine Kultur der Verrohung hat um sich gegriffen.
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Im Osten besuchen wir die zwei Zentren zur UnterstÃ¼tzung vergewaltigter Frauen: Die Klinik von HEAL Africa in Goma und am SÃ¼drand von Bukavu das 
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<strong>Panzi-Hospital</strong>, ein inzwischen auch international bekannter Zufluchtsort in einer HÃ¶lle auf Erden. 
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Das â€žGeneral Referral Hospital of Panzi&quot; (Referenz-Hospital) entstand 1999 in Reaktion auf die Grausamkeiten des Krieges aus zwei alten GebÃ¤uden mit UnterstÃ¼tzung der christlichen Hilfsorganisation PMU Interlife aus Schweden. UrsprÃ¼nglich angelegt auf 120 Betten umfasst das Hospital inzwischen 324 Betten. Ca. 70% sind mit Vergewaltigungsopfern belegt. UnterstÃ¼tzt wird die Arbeit des Hospitals heute zusÃ¤tzlich von UNICEF und der EU (ECHO).
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GesprÃ¤ch mit Ã„rzten: Der diensthabende Arzt ist sichtbar erschÃ¶pft nach mehreren Operationen. Jeden Monat kommen 300-400 Opfer sexuelle Gewalt hierher. Mobile Ã„rzteteams versuchen diejenigen Opfer in den DÃ¶rfern ausfindig zu machen, die allein nicht den Weg hierher schaffen. Mit dem Krieg stieg die sexuelle Gewalt erheblich an. Aber es passiert bis heute. In Kaniola sÃ¼dlich von Bukavu sei die Lage dramatisch. Es sind Frauen und MÃ¤dchen bis unter 12 Jahren. Alle wurden vergewaltigt, immer wieder. Viele wurden von Rebellen verschleppt, als Zwangsprostituierte gehalten. 
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Hiervon berichtet die SWR-Journalistin Susanne Babila in ihrem Dokumentarfilm â€žIm Schatten des BÃ¶sen - Der Krieg gegen die Frauen im Kongo&quot;: Erst wurden MÃ¤nner gezwungen, ihre Kinder zu vergewaltigen, dann wurden sie umgebracht, dann die hinterbliebenen Frauen vergewaltigt. Opfer wurden mit StÃ¶cken, Bajonetten, heiÃŸen Plastikteilen misshandelt. Es kam vor, dass Frauen gezwungen wurden, das Fleisch ihrer Schwestern zu essen. Ganze DorfbevÃ¶lkerungen sind traumatisiert. Chefarzt Dr. Denis Mukwege berichtet von den vielen Frauen, deren Geschlechtsorgane vÃ¶llig zerstÃ¶rt seien. In manchen DÃ¶rfern gebe es fast keine Frauen mehr. Dadurch werde der Ackerbau vernachlÃ¤ssigt, greife Hunger um sich. (<a href="http://www.im-schatten-des-boesen.de/">http://www.im-schatten-des-boesen.de/</a>) 
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Die Patientinnen werden operiert, manchmal drei-, viermal und dann von Psychologen und Sozialarbeitern betreut. Manche bleiben fÃ¼r ihr Leben behindert - und oft von den Familien verstoÃŸen.  
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Eine Dokumentation der Verbrechen und ein Belangen der TÃ¤ter sei sehr schwer. Zu groÃŸ sei die Angst vor Repressalien. Als Hauptverantwortliche gelten die von der FDLR angefÃ¼hrten Rastas, dann die FDLR selbst, schlieÃŸlich Soldaten aus aufgelÃ¶sten kongolesischen Rebellengruppen und der Regierungsarmee selbst. Bei ÃœberfÃ¤llen gehÃ¶ren Vergewaltigungen immer dazu. Sie sind Kriegswaffe: Mit den Frauen zerstÃ¶rt man die Familien. Dr. Mukwege verweist auf die vielen Appelle gegen die sexuelle Gewalt, auf die internationale PrÃ¤senz. â€žEs geht einfach so weiter. Warum gibt es keine Reaktion?&quot; 
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Rundgang: Ich zÃ¤hle mindestens zehn einstÃ¶ckige GebÃ¤ude. In einem Saal stehen vier Reihen mit jeweils 13 Betten. Etliche Frauen sind mit Handarbeiten beschÃ¤ftigt. Einige MÃ¤dchen sind heute gekommen. Die Patienten beobachten uns, auffÃ¤llig viele bleiben auch einem GruÃŸ oder LÃ¤cheln gegenÃ¼ber ernst und ohne Reaktion. In einem zweiten Saal stehen 32 ordentliche Krankenhausbetten fÃ¼r Frischoperierte. In der â€žKÃ¼che&quot; drÃ¤ngen sich an den Tischen mehr als 200 Frauen und MÃ¤dchen, darunter auch einige Kleinkinder. Zu unserer BegrÃ¼ÃŸung wird ein Lied gesungen und geklatscht. Wir kaufen einige Handarbeiten. (aus dem Panzi-Hospital berichten auch Andrea BÃ¶hm am 6.11.2006 in ihrem Kongo Logbuch <a href="http://www.blog.zeit.de/kongo">www.blog.zeit.de/kongo</a>, Arne Perras in der SZ 12.9.2007,  Marc Goergen mit einer elfseitigen Reportage im STERN 48/2007, www.panzihospitalbukavu.org) 
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Im Hospital von <strong>HEAL Africa</strong> (Health, Education, Community Action, Leadership Development) werden die meisten Ãœberlebenden des Flugzeugabsturzes vom 15. April behandelt. Das von dem kongolesischen Chirurgen Dr. Lusi und seiner britischen Ehefrau gegrÃ¼ndete Hospital praktiziert einen Ansatz ganzheitlicher GesundheitsfÃ¼rsorge. 
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Die KrankenrÃ¤ume sind dicht belegt. Die Betten bergen die ganze Habe. AngehÃ¶rige besÃ¤nftigen einen jungen Mann, der sich wÃ¤lzt und aufbÃ¤umt. Wenige Betten weiter stirbt ein Patient. 
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Das Programm gegen sexuelle Gewalt begann 2003. Seitdem wurden hier Ã¼ber 12.000 Frauen aus Nord-Kivu und der Nachbarprovinz Maniema behandelt und Ã¼ber 1.300 Fistel-Operationen durchgefÃ¼hrt. Man schÃ¤tzt, dass im Einzugsgebiet des Hospitals ca. ein Drittel, also 1,5 Millionen, ein- oder mehrmals Opfer von sexueller Gewalt wurden. Das Projekt â€žHeile mein Volk&quot; gegen sexuelle Gewalt wird von der deutschen Kreditanstalt fÃ¼r Wiederaufbau/kfw-Entwicklungsbank Ã¼ber drei Jahre unterstÃ¼tzt. Hier kommt ein Arzt auf 160.000 Einwohner. In der Provinz Maniema werden 6 von 18 Gesundheitsbezirken von HEAL abgedeckt, auch in den Gebieten von Nkunda und FDLR. Zusammengearbeitet wird mit insgesamt 150 Ã¶rtlichen Komitees, in denen auch Kirchen und traditionelle AutoritÃ¤ten mitarbeiten. (www.healafrica.org) 
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Wir treffen zwei Mitarbeiterinnen von <strong>medica mondiale</strong>, die gerade eine Untersuchung zur Lage der Opfer sexualisierter Gewalt in Nord- und SÃ¼d-Kivu und zu UnterstÃ¼tzungsmaÃŸnahmen durchgefÃ¼hrt haben. (medica arbeitet seit 2004 mit der kongolesischen Frauenorganisation PAIF zusammen. Beabsichtigt ist der Bau eines neuen Projektzentrums zur medizinischen, psychosozialen und sozioÃ¶konomischen UnterstÃ¼tzung vergewaltigter Frauen und MÃ¤dchen in Goma. Seit Ende 2007 fÃ¶rdert medica ein Projekt der Frauenorganisation AFPDE in Kaniola/SÃ¼d-Kivu. <a href="http://www.medicamondiale.org/projekte/drkongo">www.medicamondiale.org/projekte/drkongo</a>)
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<strong>Malteser International</strong> unterstÃ¼tzt in SÃ¼d-Kivu in Zusammenarbeit mit 17 lokalen Partnerorganisationen 15 Gesundheitszentren in fÃ¼nf Gesundheitszonen, wo Opfer sexueller Gewalt medizinisch behandelt werden. Man arbeitet auch in FDLR-Gebieten. Seit 2003 wurden insgesamt Ã¼ber 35.000 Frauen und MÃ¤dchen beraten und behandelt. (www.malteser.de/61.Malteser_International)
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Im letzten September schrieb die deutsche Entwicklungsministerin Wieczorek-Zeul im Namen ihrer EU-KollegInnen in dieser Angelegenheit an die kongolesische FÃ¼hrung. Von einer Antwort ist bis heute in der Botschaft nichts bekannt.
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<strong>3.3 Deutschnahe Community </strong>im â€žChez Gerda&quot;: 
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Es ist eine Runde von Menschen mit langer Kongo-Erfahrung und einem unglaublichen Engagement fÃ¼r Menschen und Natur inmitten von Krieg, Gewalt und WillkÃ¼r. Welchen Extra-PersÃ¶nlichkeiten wir das GlÃ¼ck haben zu begegnen, wird mir erst bei der Nachbereitung so richtig bewusst. 
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Horst Gebbers und sein Sohn Michael. Der Vater ist mit Frau und zwei SÃ¶hnen seit 36 Jahren im Land, zuerst als Entwicklungshelfer, dann lange bei der Chininfabrik â€žPharmakia&quot; in Bukavu, seit 1999 - als Hoffmann La Roche das Werk stilllegen wollte - als ihr MiteigentÃ¼mer. Pharmakina ist mit 800 Festangestellten und 1.200 Saisonarbeitern der grÃ¶ÃŸte lokale Arbeitgeber in Ost-Kongo. Die Firma ist WeltmarktfÃ¼hrer in der Produktion des Malariamittels Chinin und auch der grÃ¶ÃŸte Lieferant des Lebensmittelbitterstoffs von Schweppes. Das Chinin wird aus dem Chinarindenbaum gewonnen. 80% der Weltproduktion an Chinarinde stammt aus dem Kongo. In 2005 begann Pharmakina mit UnterstÃ¼tzung der GTZ und des Medikamentenhilfswerkes â€žaktion medeor&quot; mit der Produktion von â€žAfri-Vir&quot;, einem antiretrovialen KombinationsprÃ¤parat gegen Aids. Es ist um ein Vielfaches billiger als andere vergleichbare PrÃ¤parate. Nach der nationalen Zulassung steht aber noch die Zertifizierung durch die WHO aus. Die aber ist die Voraussetzung, um die meist von internationalen Organisationen betriebenen HospitÃ¤ler im Kongo beliefern zu kÃ¶nnen. Das PrÃ¼fverfahren aber kann bis zu zwei Jahren dauern und 100.000 $ kosten. (<a href="http://www.pharmakina.de/">http://www.pharmakina.de/</a>)
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Der Schweizer Carlos Schuler-Deschryver kennt die Region seit 22 Jahren. 1994 wurde er im Auftrag der GTZ zustÃ¤ndig fÃ¼r die Infrastruktur im Kahuzi-Biega-Nationalpark. Er blieb wÃ¤hrend der Kriege und trug wesentlich zur Rettung der letzten Graueri-Gorillas bei. Zugleich mussten er und seine Frau Christine, Tochter des ParkgrÃ¼nders, erfahren, dass in der internationalen Ã–ffentlichkeit das Schicksal der Gorillas mehr Aufmerksamkeit brachte als die Menschenrechtsverbrechen und das Schicksal der Abertausenden Vergewaltigten in Kivu. Ihre diesbezÃ¼glichen Berichte und Hilferufe wurden Ã¼ber Jahre abgetan. Heute koordiniert Christine Schuler-Deschryver fÃ¼r die GTZ die UnterstÃ¼tzung des kongolesischen NGO-Verband ICG und insbesondere medizinische Hilfe fÃ¼r vergewaltigte Frauen. Der Verein Hilfe fÃ¼r Kongo-Kivu unterstÃ¼tzt die Arbeit von Christine und Carlos. (<a href="http://www.kongo-kivu.ch/">http://www.kongo-kivu.ch/</a>) Sylvie Oulette ist Carlos` Nachfolgerin auf dem Feld BiodiversitÃ¤t und nachhaltige Waldbewirtschaftung, Eugenie Saleh die Mitarbeiterin von Christine bei der GTZ. 
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Christof Ruhmich ist seit 2000 vor Ort, zunÃ¤chst bei Ã„rzte ohne Grenzen. Die Malteser haben in SÃ¼d-Kivu 100 MitarbeiterInnen. 
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Der belgische Generalkonsul Hugues Chantry ist nach zwei Jahren in Kinshasa seit November 2007 in Bukavu. Er bereitet gerade den Besuch einer 60-kÃ¶pfigen belgischen Regierungsdelegation mit dem AuÃŸen-, Entwicklungs- und Verteidigungsminister vor. 
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- Der Ostkongo war lange vergessen. Die Wahlen waren ein Erfolg. Dabei wurden aber keine Energien fÃ¼r den Osten eingesetzt. Seit einem halben Jahr nimmt bei der Internationalen Gemeinschaft das Interesse an den bewaffneten Gruppen zu - siehe Nairobi-Communique und Goma-Konferenz. Es sei was ruhiger geworden. Allerdings rekrutieren bewaffnete Gruppen verstÃ¤rkt im Hinblick auf den DDRRR-Prozess und das dabei winkende Geld. 
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- Die FDLR habe hier keinen RÃ¼ckhalt. Kollaboration beruhe hier auf Zwang. Aber die jungen MÃ¤nner der FDLR seien hervorragend ausgebildet und verfÃ¼gten Ã¼ber moderne Waffen. Sie arbeiten in den Minen und verkaufen an die wahren Verbrecher. 
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- Die Armee sei Teil des Problems. Die Soldaten wollen nicht gehorchen und kÃ¤mpfen, weil sie keinen Sold bekommen. Ihr Sold wird gestohlen, erst in Kinshasa von den Politikern, die mit internationalen Besuchern sprechen. Wo die FARDC und FDLR zusammenkommen, gibt es eine Preisliste fÃ¼r Uniformen, Munition, Waffen. Vor dem Krieg gab es praktisch kein MilitÃ¤r und auch viel weniger Gewalt gegen Frauen. Ein Beispiel von der Polizei: Zur Friedenskonferenz wurden gut bezahlte Polizisten von Kinshasa nach Goma geschickt. Mit Ende der Konferenz hÃ¶rte auch ihre Besoldung auf. Danach gingen viele Morde und GrÃ¤ueltaten auf ihr Konto!
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- In zehn Jahren gab es Ã¶fter Konferenzen. Sie fÃ¼hrten nur zu einer VerzÃ¶gerung des Krieges.     
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- Unruhen werden auch deshalb geschÃ¼rt, um den Export von Mineralien zu erleichtern. Raubbau wird aber auch mit Kaffee, Tee, Tieren und Holz getrieben. Es gibt eine unsÃ¤gliche Komplizenschaft all derjenigen, die keine StabilitÃ¤t wollen. Der status quo ist fÃ¼r viele groÃŸartig, materiell wie politisch.
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- Die Leute interessiert am meisten Landwirtschaft, Landwirtschaft, Landwirtschaft, vor allem um Bukavu herum. Im Bandengebiet sei nur Nothilfe mÃ¶glich. Mit relativ wenig Geld lasse sich viel bewegen. Allerdings sei die MentalitÃ¤t sehr egoistisch. 
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- Am meisten unterschÃ¤tzt werde die Verantwortung der Regierung. Der Mobutismus, die Bereicherung, funktioniere inzwischen viel besser als zu Mobutus Zeiten. 
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- Bei den Internationalen gebe es groÃŸes Durcheinander. Es gebe viel zu viel Kurzfristiges und nie etwas Nachhaltiges.
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<strong>4.1 Goma</strong>
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In Bukavu Ã¼bernachten wir im Hotel Residence, das offenkundig bessere Zeiten erlebt hat. Sekunden, bevor ich den denkmalschutzwÃ¼rdigen Aufzug betreten will, reiÃŸen seine Seile. Das Hotel liegt am Beginn einer Landzunge mit Traumblick auf den Kivu-See. Nebenan GeschÃ¤fte zum Aufkauf von Gold und anderen Mineralien. 
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Der Kivu-See ist stark methanhaltig und deshalb relativ fischarm. Das Methan lieÃŸe sich zur Energiegewinnung nutzen. Das wird zzt. untersucht. Im schlimmsten Fall kÃ¶nnte der See irgendwann explodieren.  
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Mit einem gecharterten Schnellboot soll es lÃ¤ngs Ã¼ber den Kivu-See nach Goma gehen. Der KÃ¤pt`n runzelt die Stirn angesichts unseres Gesamtgewichts, das dank unserer krÃ¤ftigen Begleiter und ihres EinsatzgepÃ¤ck ziemlich hoch gegangen ist. Ganz dicht gedrÃ¤ngt passen wir dann aber doch alle an Bord. Schon macht scherzhaft eine mÃ¶gliche deutsche Zeitungsschlagzeile die Runde â€žDeutsche Parlamentarier in Ostafrika gekentert, Boot mit Waffen Ã¼berladen, Paech und Nachtwei in Waffenschmuggel verwickelt&quot;. Das Boot prescht Ã¼ber den glatten See. Das Sonnenwetter, die nahen Inseln, die Ã¼ppige Vegetation, ab und zu ein schmales Fischerboot oder eine menschenvolle FÃ¤hre - es ist wie ein exotischer Bootsausflug. Als sich der See weitet, verdÃ¼stert sich der Himmel immer mehr, bis die KÃ¼sten verschwinden. Tropenregen peitscht nieder, Wellen mit vereinzelten Schaumkronen. Der kleine KÃ¤ptn geht keinen Deut mit der Geschwindigkeit runter, das Boot reitet Ã¼ber die unruhige See, knallt hart auf die Wellen. Wir schwitzen und hoffen, dass die Spanten halten. Sie tun`s.
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Goma mit seinen 500.000 Einwohnern ist geprÃ¤gt vom schwarzen Lavagestein. Hier gibt es schon was mehr StraÃŸenbau als in Bukavu. Dort war eine zentrale Kreuzung eine einzige schlammige HÃ¼gellandschaft. Hier ist ein Kreisverkehr mit Steinen und Pflanzen gestaltet, gibt es eine Promenade mit etlichen Anlagen fÃ¼r Internationale, Wohlhabende, GeschÃ¤ftsleute, Machthaber, GroÃŸkriminelle. Ein Extrembeispiel ist unsere Hotelanlage Ihuzi direkt am See, mit groÃŸzÃ¼gigen Appartements, Swimming Pool und Tennisplatz. Sie soll einem Coltan-MillionÃ¤r gehÃ¶ren. Uns voraus fÃ¤hrt ein Polizei-Pick-up. Der schwarze Trupp auf der LadeflÃ¤che mit KÃ¶rperschutz, Helm und Schnellfeuergewehr macht einen futuristisch-martialischen Eindruck. In der Stadt ist die StraÃŸe Ã¼ber das Lavagestein tief zerklÃ¼ftet, durchzogen von WasserlÃ¶chern und -seen. An den StraÃŸenseiten preschen Massen von leichten MotorrÃ¤dern durch das GewÃ¼hl. Ab und zu sind schwere LastrÃ¤der aus Holz zu sehen. 
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<u>Goma</u> an der Grenze zu Ruanda ist mit Verkehr und Handel ganz auf die Ã¶stlichen Nachbarn orientiert. Die StraÃŸenverbindungen zu anderen Teilen der DRK existieren nicht mehr. Goma lebt vom informellen Handel, vor allem mit Zinnerz (Cassiterit). Coltan hat an Bedeutung verloren. Da es heute mit Cassiterit gemischt ausgefÃ¼hrt wird, ist die Coltanausfuhr noch unkontrollierbarer geworden. Die FÃ¶rdergebiete liegen ca. 150 km westlich in Ã¼berwiegend FDLR-Gebiet um Walikale. Das ist auch das ZustÃ¤ndigkeitsgebiet der 85. FARDC-Brigade, die direkt dem Generalstab in Kinshasa unterstellt ist. FÃ¼r 2006 wurde der Wert der Cassiterit-Exporte aus Nord-Kivu auf 25 Mio. $ geschÃ¤tzt, die Goldexporte aus Ituri und SÃ¼d-Kivu auf jeweils 100 Mio. $. Von den Cassiteritexporten aus dem Walikale-Distrikt ist nur ca. ein Viertel registriert. (vgl. Pole Report von A. Tegera + D. Johnson Ã¼ber den formellen und informellen grenzÃ¼berschreitenden Handel in Ost-Kongo) Es bestehe ein sehr komplexes Geflecht von AbhÃ¤ngigkeiten, wo einfache Verbote nichts bringen wÃ¼rden. Das einzige, was hier funktioniere, sei der Mineralienhandel. Im Februar verkÃ¼ndete der Bergbauminister ein Verbot der Minen und des Mineralienhandels. Die Provinzregierung erklÃ¤rte, die Minen seien offen. Die Zentralregierung widersprach - undurchsichtig. MaÃŸnahmen gegen die FDLR treffen hier auch schnell die BevÃ¶lkerung. 
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Der jÃ¼ngste Bericht der UN-Expertengruppe an den Sanktionsausschuss des Sicherheitsrats zur DRK vom 13.2.2008 macht deutlich: Die ostkongolesische Grenze ist Ã¼ber weite Stecken nicht bzw. schlecht (durch korrupte FARDC-Einheiten) gesichert und insofern eine Einladung an Schmuggel von Mineralien, Rekruten, Waffen etc.. Der Containerverkehr von Goma in das ruandische Gisenyi ist nahezu unkontrolliert. Auch MONUC ist nicht in der Lage, die Grenzseen per Radar zu Ã¼berwachen. 
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(vgl. auch <a href="http://www.globalwitness.org/">http://www.globalwitness.org/</a>: â€žbreaking the links between natural resources, conflict and corrution&quot;)
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<strong>4.2 MONUC</strong>
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Im MONUC-Hauptquartier in Goma Briefings durch einen britischen Offizier und Leitende der politische Sektion von MONUC, Vertreter von OCHA (UN Office for the Coordination of Humanitarian Affairs), UNHCR.
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MONUC ist gegenwÃ¤rtig die grÃ¶ÃŸte und teuerste UN-gefÃ¼hrte Friedensmission weltweit. Sie umfasste im MÃ¤rz 16.500 Soldaten, davon 90% im Osten fÃ¼r 2 Mio. qkm. Die Soldaten kommen aus insgesamt knapp 50 LÃ¤ndern, die grÃ¶ÃŸten Truppensteller sind Indien (&gt; 4.000), Pakistan (um 3.500), Bangladesh (1.300), Uruguay (1.300), Nepal (1.000), SÃ¼dafrika (1.000).
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Jeweils eine Handvoll Offiziere aus GB, CAN, FRA arbeiten in SchlÃ¼sselpositionen. Belgien stellt mit ca. 10-12 Mann das grÃ¶ÃŸte â€žNord-Kontingent. Hinzu kommen 1.050 Polizisten (je 250 Polizisten aus Indien, Bangladesh und Senegal - d.i. jeweils die Gesamtzahl aller zzt. im Auslandseinsatz stehenden deutschen Polizisten), 710 MilitÃ¤rbeobachter,  Ã¼ber 500 UN Volunteers und ein Civilian Staff von ca. 3.100 Personen. Nur hier finden sich 16 Deutsche.
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<u>Ituri Brigade</u> in Bunia, Sector 6: je ein Bataillon aus Marokko, Bangladesh, Pakistan. Die Hauptprobleme seien weniger militÃ¤rischer Art als allgemeine KriminalitÃ¤t. Im Norden gibt es noch Teile der ugandischen Lord Resistance Army.
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<u>North Kivu Brigade</u>, Sector 5: zwei Bataillone aus Indien, eins aus Uruguay. Zentrale Gebiete der Provinz stehen unter Einfluss von Rebellengruppen. NÃ¶rdlich Goma Richtung Lake Edward Nkunda, FDLR westl. Lake Edward und im Halbbogen bis Richtung Walikale. Im Gebiet Masisi, gerade 50 km nordwestlich Goma, ist der Hauptsitz der politischen FÃ¼hrung der FDLR. Inzwischen gibt es drei regionale WaffenstillstÃ¤nde mit Pufferzonen. Bis zum 17.4. wurden 115 Waffenstillstandsverletzungen gemeldet, davon 71 bestÃ¤tigt, 22 in Untersuchung ... Insgesamt sei die Entwicklung unglaublich komplex und dynamisch.
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<u>South Kivu Brigade</u>, Sector 5: zwei pakistanische Bataillone. Hier gibt es fÃ¼nf groÃŸe FDLR-Zonen, z.B. direkt sÃ¼dlich Bukavu. In mehreren Gebieten gibt es verbundene Operationen zwischen kongolesischer Armee und MONUC, wo bei einem FARDC-Bataillon eine MONUC-Kompanie dabei ist.  
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Eine militÃ¤rische LÃ¶sung gebe es nicht. MONUC mÃ¼sse den Waffenstillstand absichern und vor allem die BevÃ¶lkerung schÃ¼tzen. MONUC richtete inzwischen mobile Operationsbasen rund um die FDLR-Gebiete ein, um den Druck zu erhÃ¶hen. Die Zahl der FDLR-Aussteiger habe sich inzwischen verzehnfacht, liege bei 40-70/Monat. 
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MONUC kÃ¶nne aber nur agieren, wenn es entsprechende Informationen gebe. Daran hapert es aber: Als englischsprachige Mission ist man weitgehend auf technische AufklÃ¤rung angewiesen, steht kaum menschliche AufklÃ¤rung zur VerfÃ¼gung. Infolgedessen kÃ¶nne MONUC oft nur reagieren. 
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Ein fundamentales Problem sei der katastrophale Ausbildungszustand der kongolesischen Armee. Die hÃ¤tte durch Pfadfinder aufgehalten werden kÃ¶nnen. Nkundas Soldaten sind viel besser ausgebildet. Es war ein Desaster fÃ¼r die Regierung, wo ihre 20.000 Soldaten von 5.000 in die Flucht geschlagen wurden.
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<u>OCHA:</u> Zu den 350.000 Vertriebenen von 1996/2002 kamen seit Dezember 2006 ca. 500.000 weitere hinzu. 70% leben in â€žGastfamilien&quot;, 30% in FlÃ¼chtlingslagern. Seit der Goma-Konferenz gibt es noch keine sonderlichen RÃ¼ckkehrerbewegungen. Es herrscht weiter ein Klima der Unsicherheit. FrÃ¼her kehrten die Menschen nach zwei, drei Monaten zurÃ¼ck. Jetzt bleiben sie lÃ¤nger, es gibt Spannungen in den Familien. Da die FlÃ¼chtlinge mehrere Jahresernten verpasst haben, ist die Nahrungsmittelproduktion stark zurÃ¼ckgegangen. MangelernÃ¤hrung ist besorgniserregend angestiegen. 
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In 2007 war die HÃ¤lfte von Nord-Kivu fÃ¼r humanitÃ¤re Hilfe nicht erreichbar. Die Instandsetzung der StraÃŸen durch demobilisierte Soldaten war ausgesetzt. Hinzu kamen Erdrutsche. Seit dem Goma-Abkommen hat sich das deutlich verbessert. Die Welthungerhilfe habe sich aus SicherheitsgrÃ¼nden vom StraÃŸenprojekt nordwestlich Goma zurÃ¼ckgezogen. (Anm.: Widerspruch zur Darstellung bei der WHH)
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Aufgabe von OCHA ist zu informieren, zu koordinieren und zu plÃ¤dieren. OCHA wird nicht selbst operativ tÃ¤tig. DemgegenÃ¼ber arbeitet der UNHCR fÃ¼r den Schutz von Vertriebenen, Einhaltung der Menschenrechte, Schutz vor Amtsmissbrauch 
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Heute sei die Lage genauso katastrophal wie vor vier Jahren. Allerdings seien die Aussichten heute besser. Zwangsrekrutierungen von Kindern und Erwachsenen hÃ¤tten zugenommen. Jeder Gruppe wolle grÃ¶ÃŸer als die andere sein. FrÃ¼her habe man nur die Spitze des Eisbergs sexueller Gewalt gesehen. Jetzt habe man ein umfassendes Bild. 
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Die Implementierung des Goma-Abkommens vom 23.1.2008 soll Ã¼ber eine â€žTechnische Kommission&quot; mit vier Unterkommissionen laufen. Sie hat gerade, also mit deutlicher VerzÃ¶gerung ihre Arbeit aufgenommen. Arbeitsplan und GeschÃ¤ftsordnung stehen. 
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<strong>4.3 FDLR</strong>
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Nach dem Genozid von 1994 in Ruanda kamen riesige FlÃ¼chtlingsstrÃ¶me in die kongolesischen Nachbarprovinzen, unter ihnen viele TÃ¤ter und AnfÃ¼hrer der Massenmorde. Die FDLR soll mindestens 6.000 KÃ¤mpfer umfassen, darunter Hunderte Kindersoldaten. Lt. UN-SchÃ¤tzungen sollen es in Nord-Kivu sogar 5.000, in SÃ¼d-Kivu 4.500 sein. Insgesamt soll sie 20.-25.000 Aktive haben. Die FDLR soll ungefÃ¤hr ein FÃ¼nftel der Kivu-Provinzen kontrollieren. 
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Bei MONUC heiÃŸt es, die PrÃ¤senz der FDLR sei der SchlÃ¼ssel fÃ¼r die Konflikte hier. General Nkunda u.a. rechtfertigen sich mit Verweis auf die FDLR. Die FDLR ist nicht monolithisch, sie bestehe aus drei Gruppen: (a) Die FÃ¼hrung, von der ein Teil am Genozid beteiligt war; (b) die Geldmacher; (c) die 80% KÃ¤mpfer, die in Ruanda rekrutiert wurden. Die ersten beiden Gruppen nÃ¤hmen die dritte Gruppe als Geisel. â€žHier kÃ¶nnen Sie helfen!&quot; so der UN-Vertreter. Wenn wir weitere MilitÃ¤roperationen mit weiteren Opfern vermeiden wollen, dann muss der Druck auf die FÃ¼hrer verstÃ¤rkt werden. Und der grÃ¶ÃŸte lebe in Deutschland (PrÃ¤sident Dr. Ignace Murwanashyaka), andere in Frankreich (GeneralsekretÃ¤r Callixte Mbarushimana) und Belgien. Diese weigern sich, Soldaten zu entlassen, sie blockieren den Prozess. Noch kÃ¼rzlich habe sich der verderbliche Einfluss dieser Personen gezeigt. Nach einem DDRRR-Treffen des Gouverneurs von Nord-Kivu mit hÃ¶heren FDLR-Offizieren am 10.4.2008 in Lubero verkÃ¼ndete der MONUC-Sender Okapi, dass die FDLR-Vertreter positiv auf die Aufforderung zur Beteiligung am DDRRR-Prozess reagiert hÃ¤tten. Schon am 14. April kam der Querschuss mit einer PresseerklÃ¤rung des GeneralsekretÃ¤rs aus Paris: Es werde nie eine RÃ¼ckkehr geben, wenn nicht alle FDLR-Forderungen erfÃ¼llt wÃ¼rden. Verwiesen wird auch auf die umfangreiche politische ErklÃ¤rung des PrÃ¤sidenten (â€žBerlin 11. April 2008&quot;). 
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Die FDLR massakriere Menschen in Kivu und fordere den Umsturz in Ruanda. 
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Frankreich unternahm erste Schritte gegen den GeneralsekretÃ¤r, der aktiv am Genozid beteiligt war. 
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DemgegenÃ¼ber sei der 1963 geborene PrÃ¤sident nicht selbst in den Genozid verwickelt gewesen, habe 1998 an der Uni Bonn in Wirtschaftswissenschaften promoviert, sei mit einer deutschen Frau verheiratet, habe mit ihr drei Kinder und ein Haus. 2000 sei er als Mann mit der â€žweiÃŸen Weste&quot; zum FDLR-PrÃ¤sident gemacht worden. Zusammen mit dem GeneralsekretÃ¤r habe er systematisch gegen Initiativen der Regierungen der DRC und Ruandas sowie von MONUC gearbeitet, die freiwillige RÃ¼ckkehr von FDLR-Soldaten nach Ruanda zu ermÃ¶glichen. Am 23.4.2008 titelte die taz: â€žDeutschland duldet Terrorchef&quot;. Ihm wurde 2006 der Asyl- und Aufenthaltsstatus entzogen. Die Bundesanwaltschaft gab am 26.3.2006 die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens unter dem â€žAnfangsverdacht wegen Beteiligung an Verbrechen gegen die Menschlichkeit in der DRC&quot; bekannt. Es ist das erste und bisher einzige Verfahren nach dem deutschen VÃ¶lkerstrafgesetzbuch. Das Verfahren wurde 2007 eingestellt. D. Johnson: â€žMan fragt sich, wo die deutschen Ermittler ihre Beweise gesucht haben. Im FDLR-Einflussgebiet jedenfalls wurden sie nicht gesichtet.&quot; I.M. soll in Sindelfingen leben und ein sehr florierendes AutozulieferergeschÃ¤ft haben. 
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<u>Die Resolution des UN-Sicherheitsrates 1804 vom 13.3.2008 </u>
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- <em>bezeichnet die anhaltende PrÃ¤senz der FDLR und anderer in der DRC operierender ruandischer bewaffneter Gruppen als eine â€žernsthafte Bedrohung des Friedens und der Sicherheit in der gesamten Region der GroÃŸen Seen&quot;</em>
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- <em>missbilligt die andauernden Menschenrechtsverletzungen und VerstÃ¶ÃŸe gegen das humanitÃ¤re VÃ¶lkerrecht durch die FDLR u.a., verurteilt insbesondere die von diesen Gruppen begangene sexuelle Gewalt</em>
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- <em>verlangt, dass alle AngehÃ¶rigen der FDLR und anderer Gruppen â€žsofort ihre Waffen niederlegen und sich ohne VerzÃ¶gerung oder Vorbedingungen den kongolesischen BehÃ¶rden und der MONUC zur DDRRR stellen&quot;</em>
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- <em>verlangt, dass die FDLR u.a. â€ždie Rekrutierung und den Einsatz von Kindern sofort einstellen (...) und der geschlechtsspezifischen Gewalt, insbesondere Vergewaltigungen und anderen Formen sexuellen Missbrauchs, (..) ein Ende setzen&quot;</em>
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- <em>weist darauf hin, dass â€ždie gezielten MaÃŸnahmen, einschlieÃŸlich des Reiseverbots und des Einfrierens von VermÃ¶genswerten (...) insbesondere fÃ¼r die politischen und militÃ¤rischen FÃ¼hrer der in der DRC operierenden bewaffneten Gruppen gelten&quot;</em>
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- <em>â€žfordert die Mitgliedsstaaten auf, die Ergreifung der notwendigen MaÃŸnahmen zu erwÃ¤gen, um die Bereitstellung finanzieller, technischer und sonstiger UnterstÃ¼tzung an die FDLR u.a. (...) durch ihre StaatsangehÃ¶rigen oder von ihrem Hoheitsgebiet aus zu verhindern&quot;.</em>
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Auch der EU-Sonderbeauftragte fÃ¼r die GroÃŸen Seen van de Geer (NL) bemÃ¼he sich um Wege, wie die finanzielle und ideologische UnterstÃ¼tzung der FDLR gestoppt werden kÃ¶nne.
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â€žWir von MONUC wollen politischen Erfolg, zu freiwilliger RÃ¼ckkehr bewegen. Es ist ein Wettrennen gegen die Zeit. Andernfalls gibt es militÃ¤rische Operationen.&quot; Einige Unterzeichner des Goma-Abkommens machen ihre Demobilisierung davon abhÃ¤ngig, dass MONUC das FDLR-Problem lÃ¶st. 
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Allgemein sei die FDLR streng hierarchisch organisiert. Sie verfÃ¼ge Ã¼ber einen sehr wirksamer Sicherheitsdienst, der auch vor Liquidierungen nicht zurÃ¼ckschrecke. Die FÃ¼hrer in Europa hÃ¤tten einen starken ideologischen Einfluss. Angst spiele in der FDLR eine groÃŸe Rolle.
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Bei weiteren GesprÃ¤chspartnern differenziert sich das Bild der FDLR weiter - bis zu differierenden EinschÃ¤tzungen:
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- Nach Untersuchungen im FDLR-Gebiet berichtet ein Mitarbeiter des Pole-Instituts, dass die FDLR in einigen DÃ¶rfern auch fÃ¼r Sicherheit sorge, z.T. Verwaltung, Schulen und HospitÃ¤ler organisiere. Die FDLR sei wie eine Schlange, die sich auf die Eier unserer HÃ¼hner gelegt habe. â€žWie kann man die Schlange verscheuchen, ohne die Eier kaputt zu machen?&quot; Die gÃ¤ngige Parolen zur FDLR, sie mÃ¼sse weg, notfalls mit Gewalt, sei naiv. Die FDLR sei ein militÃ¤risch-politisches System, das an die Macht wolle. Warum sollten sie alles im Stich lassen? Es seien auch MÃ¤nner, die unsere TÃ¶chter geheiratet haben, die gesellschaftlich eingebunden seien. Zugleich seien sie geschÃ¼tzt durch den Urwald und den Mangel an StraÃŸen. Punktuelle demonstrative SchlÃ¤ge seien Unsinn. Sicherlich sei die FDLR kriminell und genozidÃ¤r. Aber Information, AufklÃ¤rung und Dialog seien gegenÃ¼ber der FDLR viel wirksamer als Gewalt. Die Schlange mÃ¼sse mit viel Vorsicht und GefÃ¼hl verjagt werden. (â€žNaiv!&quot;) Heute werde erstmals darÃ¼ber geredet, warum die FDLR auch so verwurzelt sei. Die Wahlen 2006 liefen sogar auch in FDLR-Gebieten. Es gab auch FÃ¤lle, wo Menschen in Richtung FDLR-Gebiete flohen, weil es in staatlich â€žkontrollierten&quot; Gebieten noch schlimmer war. 
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Lange habe die Regierung die FDLR unterstÃ¼tzt. Auch heute gebe es Immer wieder eine enge Zusammenarbeit zwischen FDLR und Armee. 
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Das Bild der FDLR hÃ¤ngt von der Zusammensetzung der Ã¶rtlichen BevÃ¶lkerung ab: In Hutu-Gebieten sei sie gut integriert, ganz anders bei den Tutsi. 
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Ein Problem ist, dass bei den Wahlen 2006 auch FDLR`ler Wahlausweise bekamen - und damit durch die HintertÃ¼r zu Kongolesen wurden.
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- Alle Gruppen wenden sich mit politischen Worten an die Ã–ffentlichkeit. In Wirklichkeit ist ihr erstes Interesse Geld. Die FDLR sei sehr in Sachen Gold aktiv, das sich viel leichter schmuggeln lasse. Aber die FDLR seien richtige Banditen, die gefÃ¤hrlichste Gruppe. 
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- Wie konnten die MassenmÃ¶rder aus Ruanda mit all ihren Waffen nach Ostkongo reinkommen? Warum wurden sie 1994 von den franzÃ¶sischen Soldaten (Operation Turquoise) nicht entwaffnet? Warum wurden die MÃ¶rder-Gruppen im Ost-Kongo unter den Augen internationaler Organisationen mit Waffen beliefert? Die Frage wurde bis heute nie beantwortet. Das Problem sei, dass MassenmÃ¶rder zu politischen Gruppen hochstilisiert werden. Die sexuelle Gewalt habe es schon vor zehn Jahren gegeben. Er habe damals Abgeordnete in Deutschland Ã¼ber die Massaker informiert. Das sei zu weit gegangen, war Ã¼ber Jahre verboten. Jetzt werde es gehÃ¶rt. 
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- Die FDLR seit wirtschaftlich und politisch fÃ¼r Ruanda wichtig: Sie fÃ¶rdert und liefert Rohstoffe, sie liefert zugleich das Bedrohungsszenario fÃ¼r General Nkunda. Ohne deutliche Worte in Kigali seien die Konflikte nicht zu lÃ¶sen. Ruanda habe eine sehr massive Lobby. Der PrÃ¤sident werde Ã¼berall mit Samthandschuhen angefasst. Zuwenig werde beachtet, wie es in den frÃ¼hen 90ern mit â€žSÃ¤uberungen&quot; losging. 
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- Vor Nairobi habe es eine enge Zusammenarbeit zwischen kongolesischer Armee und FDLR gegen Ruanda gegeben - und umgekehrt. Jetzt nÃ¤hmen die Regierungen von DRK und Ruanda eine ganz neue Position ein. Jetzt soll mit den bewaffneten Gruppen gebrochen werden.
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- Anfang Mai verÃ¶ffentlichte Human Rights Watch einen streng vertraulichen Untersuchungsbericht der UN-Abteilung fÃ¼r interne Ermittlungen (OIOS) vom 7.2.2008. Danach gebe es â€žbestÃ¤tigte Beweise&quot; fÃ¼r VorwÃ¼rfe gegen das indische Bataillon in Nord-Kivo in 2005/6, mit der FDLR GeschÃ¤fte gemacht und ihre AktivitÃ¤ten begÃ¼nstigt zu haben. Hochrangige indische MilitÃ¤rs hÃ¤tten sogar die Demobilisierung von FDLR-KÃ¤mpfern hintertrieben. Damals wurde von Beobachtern insgesamt bei MONUC eine passive Haltung gegenÃ¼ber der FDLR festgestellt. Bei den Wahlen seien sie als â€žOrdnungskrÃ¤fte&quot; akzeptiert worden. Das habe sich mit den SanktionsbeschlÃ¼ssen inzwischen geÃ¤ndert. (taz 6.5.2008)  
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- Im Guardian vom 16. Mai berichtet Chris McGreal in der Reportage â€žWe have to kill Tutsis wherever they are&quot; sehr umfassend und eindrucksvoll aus den FDLR-Gebieten. 
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<a href="index.php/pictures/706">Teil 2</a>
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