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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Kriegerische Promenade um die &quot;Stadt des WestfÃ¤lischen Friedens&quot;: Rundgang zu Steinen des AnstoÃŸes am 78. Jahrestag des Angriffs der MÃ¼nsteraner 16. Panzer-Division auf Stalingrad</title>
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    <span class="xar-mod-title">Menschenrechte + Bericht von Winfried Nachtwei</span>

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        <h1>
            Kriegerische Promenade um die &quot;Stadt des WestfÃ¤lischen Friedens&quot;: Rundgang zu Steinen des AnstoÃŸes am 78. Jahrestag des Angriffs der MÃ¼nsteraner 16. Panzer-Division auf Stalingrad         </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=7">Nachtwei</a> am 23. August 2020 16:25:24 +02:00 (38887 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Mit dem Tod der letzten Kriegsteilnehmer, die gezwungen oder &uuml;berzeugt Mitmarschierer, Mitt&auml;ter waren und Opfer wurden, ist kaum noch bewusst, dass allein aus dem Raum M&uuml;nster Abertausende M&auml;nner beim Angriffs- und Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion dabei waren, viele bei der 16. Panzer-Division.&nbsp; Und diese erreichte am Sonntag, dem 23. August 1942, als erster Wehrmachtsverband die Wolga n&ouml;rdlich Stalingrad. &nbsp;</p></div>
            <div>    <p align="center"><strong>Rundgang Kriegerdenkm&auml;ler an der Promenade in&nbsp; M&uuml;nster &ndash; 78. Jahrestag des Angriffs der M&uuml;nsteraner 16. Panzerdivision auf Stalingrad</strong></p>
<p align="center">Winfried Nachtwei, 23.08.2020</p>
<p align="center">(Fotos <a href="http://www.facebook.com/winfried.nachtwei">www.facebook.com/winfried.nachtwei</a> )</p>
<p>Die gr&uuml;ne Landtagsabgeordnete Josefine Paul hatte zu dem Rundgang eingeladen, &uuml;ber 40 Personen kamen am Sonntagvormittag zusammen. Der Historiker und stv. Mitglied (Gr&uuml;ne) im Kulturausschuss Kai Meyer vor dem Esche, informierte &uuml;ber die Kriegs- und Entstehungsgeschichte der Monumente und die Konflikte um sie als Steine des Ansto&szlig;es. Lebhaft nutzten die TeilnehmerInnen die M&ouml;glichkeit, weitere Informationen, Erfahrungen und Vorschl&auml;ge beizusteuern.</p>
<p><strong>Die erste Station war das</strong> <strong><span style="text-decoration: underline;">Train-Denkmal</span></strong> am Ludgeri-Kreisel. Es ist verkl&auml;rend gewidmet den 855 Gefallenen des Westf&auml;lischen Train-Bataillons Nr. 7 im Ersten Weltkrieg, aber auch des einen bei der Niederschlagung des Boxeraufstandes in China 1901 Gefallenen und der zwei bei der &nbsp;Niederschlagung des Aufstandes der Herero und Nama 1905/06 in der Kolonie Deutsch-S&uuml;dwestafrika (heute Namibia). Seit Anfang der 1980er Jahre l&auml;uft inzwischen die Auseinandersetzung, wie das Denkmal f&uuml;r Kolonialkrieger angemessen gestaltet werden kann. F&uuml;r einen antiimperialistisch engagierten Geschichtsstudenten war 1974 das Train-Denkmal mit ein Ansto&szlig; dazu, seine Examensarbeit zur Geschichte der Kolonie Deutsch S&uuml;dwestafrika und des Befreiungs-kampfes in Namibia zu schreiben. 1976 wurde daraus das erste Buch zur Geschichte Namibias in Westdeutschland.<a title="" href="#_ftn1">[1]</a></p>
<p><strong>Die zweite Station war das <span style="text-decoration: underline;">Dreizehner-Denkmal</span></strong> am Aegidii-Wall. Als &bdquo;Helden&ldquo; verehrt werden hier seit 1925 die Gefallenen des Infanterie-Regiment Nr. 13, das u.a. im Deutsch-D&auml;nischen Krieg (1864), im Deutsch-Franz&ouml;sischen Krieg (1870/71), beim Boxeraufstand und Herero-Aufstand, in der Marne-Schlacht&nbsp; und Verdun, den Menschenschlachth&auml;usern des 1. Weltkrieges, eingesetzt war. 1936 setzte das neu gebildete Infanterie-Regiment 79 (M&uuml;nster und Rheine), sp&auml;ter Panzergrenadier-Regiment 79 die Traditionslinie der 13er fort. Im Rahmen der 16. Panzer-Division nahm das Regiment am Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion und der Schlacht um Stalingrad teil. Das Denkmal verdeutlicht exemplarisch, wie sehr das Europa bis 1945 ein Kontinent der Kriege war &ndash; und wie intensiv und &bdquo;verl&auml;sslich&ldquo; Deutsche und M&uuml;nsteraner daran beteiligt waren.</p>
<p>Seit den 1950er Jahren fanden hier die zentralen Gedenkfeiern zum Volkstrauertag statt, mit breiter Beteiligung von Kriegsveteranen und Hinterbliebenen, von Soldatenverb&auml;nden, Bundeswehr, studentischen Verbindungen und offiziellen Repr&auml;sentanten. In den 1980er Jahren wurden diese Veranstaltungen f&uuml;r Friedensgruppen zu einem Stein des Ansto&szlig;es: ihrer Verkl&auml;rung des Soldatentodes, dem Heldengedenken, wo Mitmarschierer eines Angriffs- und Vernichtungskrieges nur noch als Opfer galten.</p>
<p>F&uuml;r die &nbsp;Friedens-AG von GAL-GR&Uuml;NEN M&uuml;nster war die gespaltene Erinnerung am Dreizehner-Denkmal Ansto&szlig; f&uuml;r eine mehrfache Spurensuche:</p>
<p>- Die Erstellung der &bdquo;KRIEGSSPUREN - Dokumentation &uuml;ber Spuren des Vernichtungskrieges gegen die Sowjetunion und andere Kriege gegen Russland in M&uuml;nster&ldquo;, die wir bei einer Begegnungsreise nach Minsk/Wei&szlig;russland Kriegsveteranen des sowjetischen Friedenskomitees &uuml;bergaben.<a title="" href="#_ftn2">[2]</a></p>
<p>- Bei dieser Reise begegneten wir erstmalig an Tatorten den Spuren des deutschen Vernichtungskrieges, dem ein Vierteil der belarussischen Bev&ouml;lkerung zum Opfer gefallen war. Das sensibilisierte mich f&uuml;r T&auml;ter- und Opferspuren, die aus dem M&uuml;nsterland in das benachbarte, deutsch besetzte Lettland f&uuml;hrten. 1989 stie&szlig;en meine Frau und ich in Riga auf die Spuren des &bdquo;Reichsjudenghettos&ldquo;, in das ab Dezember 1941 rund 20.000 j&uuml;dische Menschen aus Nord-, West-, Ost- und S&uuml;ddeutschland deportiert worden waren. Das war der Beginn einer Spurensuche und Erinnerungsarbeit zu &bdquo;Nachbarn von nebenan &ndash; verschollen in Riga&ldquo;, die von engagierten B&uuml;rgerInnen in vielen St&auml;dten aufgenommen wurde und bis heute andauert,&nbsp; insbesondere im Kontext des Deutschen Riga-Komitees, in dem sich mit Unterst&uuml;tzung des Volksbundes Deutsche Kriegsgr&auml;berf&uuml;rsorge inzwischen &uuml;ber 50 Herkunftsorte der nach Riga Deportierten zusammengetan haben.</p>
<p><strong>Die dritte Station war das</strong> <strong><span style="text-decoration: underline;">Stalingrad-Denkmal</span> der 16. Panzer-Division</strong> am Kalkmarkt in der Nordostecke des Schlossplatzes hinter &bdquo;Zigarren Lammerding&ldquo; &ndash; in Sichtweite vom Stabsgeb&auml;ude des 1. Deutsch-Niederl&auml;ndischen Korps. Hier befand sich bis Kriegsende der Stab des Wehrkreises VI (ungef&auml;hr das heutige Rheinland und Westfalen). Aus diesem wurden insgesamt 14 Divisionen und 16 Polizei-Bataillone in den Krieg gegen die europ&auml;ischen Nachbarn geschickt. (Die Polizei-Bataillone oft eingesetzt als mobile Massenmord-Kommandos)</p>
<p>Mit dem Sterben der Kriegsgeneration ist in M&uuml;nster die Erinnerung an diese M&uuml;nsteraner Division und ihre Abertausenden M&auml;nner weitgehend verblasst. Noch weniger bekannt ist die Rolle dieser Division beim Angriffs- und Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion und bei der Schlacht von Stalingrad.</p>
<p><strong>Am Sonntag, 23. August 1942, genau heute vor 78 Jahren</strong>, <strong>erreichte die Division als erster Wehrmachtsverband die Wolga n&ouml;rdlich Stalingrad</strong>.</p>
<p>In den 14 Monaten zuvor seit dem 24.. Juni 1941 nahm die Division an mehreren Kesselschlachten teil (Umam, Kiew, Charkow), bei denen rund 1 Million sowjetische Soldaten in eine m&ouml;rderische deutsche Gefangenschaft gerieten. Am 16./17. August eroberte die Division Nikolajew am Schwarzen Meer. Schon am 17. August traf hier das Sonderkommando 11a von Sicherheitspolizei und SD ein. Binnen zwei Wochen wurden ca. 5.000 der 20.0000 j&uuml;dischen Menschen von Nikolajew ermordet.</p>
<p><strong>Schlacht um Stalingrad:</strong></p>
<p><em><span style="text-decoration: underline;">Laut Werthen<a title="" href="#_ftn3"><strong><span style="text-decoration: underline;">[3]</span></strong></a>, </span>1958, S. 106):</em> <strong>Erste Wehrmachtsdivision an der Wolga</strong></p>
<p>&bdquo;In der Nacht zum Sonntag, dem 23. VIII., &uuml;berschritt die 16. Pz.Div. an der Spitze des XIV. Pz.Korps die 140 m lange Pontonbr&uuml;cke &uuml;ber den Don. Um 4.30 Uhr brachen die Panzer der KG Sieckenius wie auf dem Exerzierfeld in breitem Keil aus dem Br&uuml;ckenkopf heraus, dicht gefolgt von KG Krumpen und v. Arenstorff. Links rollte die 3., rechts die 60. I.D. (mot.) nach Osten. (&hellip;) Nach hartem Gefecht &uuml;berwand die 16. Pz.Div. den Tatarengraben und &uuml;berquerte s&uuml;dlich Kotluban die Bahnlinie Frolow-Stalingrad. Eisenbahnz&uuml;ge gingen in Flammen auf. (&hellip;) Am fr&uuml;hen Nachmittag erblickten die Kommandanten der Panzer am Horizont rechts dr&uuml;ben die imposante Silhouette der Stadt Stalingrad, die sich 40 km lang an der Wolga hinstreckte. F&ouml;rdert&uuml;rme und Schlote, Hochh&auml;user und T&uuml;rme sahen aus den Qualmwolken der Br&auml;nde hervor. (&hellip;) Gegen 15.00 Uhr kam feindliches Feuer auf. Von den n&ouml;rdlichen Vorst&auml;dten, <strong>Spartakowka</strong> mit seinem Traktorenwerk, <strong>Rynok und Lataschinka</strong> stand russische Flak, von Frauen bedient. Sie empfingen die Angreifer mit ihren Granaten. Gesch&uuml;tz f&uuml;r Gesch&uuml;tz mussten 37 Feuerstellungen von Pz.Abt. v. Strachwitz und II/64 niedergek&auml;mpft werden.&ldquo;</p>
<p><em><span style="text-decoration: underline;">Laut Beevor<a title="" href="#_ftn4"><strong><span style="text-decoration: underline;">[4]</span></strong></a></span> (S. 129 ff.):</em> &bdquo;Der 23. August wird f&uuml;r die Musterstadt Stalingrad und ihre Bewohner zum Inferno. Dem Angriff der 6. Armee voraus geht der <strong>Angriff der Luftflotte</strong> 4 unter General von Richthofen. Seine Flieger &bdquo;begannen staffelartig mit dem Abwurf von Bombenteppichen nicht nur auf industrielle Ziele, sondern auf alles. (&hellip;) Brandbomben gingen auf die Holzbauten im S&uuml;dwesten der Stadt nieder. Die H&auml;user dort verbrannten vollst&auml;ndig. (&hellip;) Die gro&szlig;en &Ouml;ltanks an der Wolga wurden ebenfalls getroffen. Ein Flammenball schoss etwa 500 m hoch in den Himmel, und w&auml;hrend der folgenden Tage konnte man aus einer Entfernung von mehreren hundert Kilometern die schwarze Rauchs&auml;ule sehen. Bomben zerst&ouml;rten das Telefonamt sowie das Wasserwerk, und selbst das Hauptkrankenhaus von Stalingrad wurde von einer Reihe von Bomben getroffen. (..) Der Luft&uuml;berfall auf Stalingrad war der konzentrierteste an der Ostfront &uuml;berhaupt. (..) Die Staffeln der Luftflotte 4 flogen an jenem Tag insgesamt 1.600 Eins&auml;tze und warfen 1.000 to Bomben ab, wobei sie nur drei Maschinen verloren. Einigen Sch&auml;tzungen zufolge haben sich in Stalingrad zu diesem Zeitpunkt fast 600.000 Menschen aufgehalten, 40.000 wurden in den ersten Wochen der Bombenangriffe get&ouml;tet.&ldquo;</p>
<p><em>(General von Richthofen war Befehlshaber der Legion Condor, die 1937 die spanische Stadt Guernica zerst&ouml;rte. Sein VIII. Fliegerkorps zerst&ouml;rte im April 1941 Belgrad und t&ouml;tete 17.000 Zivilisten. Die Stalingrad-Ausstellung des Milit&auml;rhistorischen Museums zeigt auch die 1921 geb. Jagdfliegerin Lidja W. Litwjak, die im September 1942 den ersten deutschen Bomber &uuml;ber Stalingrad abschoss. &bdquo;Als sie Mitte 1943 t&ouml;dlich abgeschossen wurde, war sie mit mindestens elf Luftsiegen die erfolgreichste Jagdfliegerin der Roten Armee.&ldquo; MHM-Katalog S. 296. Insgesamt gab es in der Roten Armee drei rein weibliche Flugregimenter.)</em></p>
<p>Nachdem die 16. Pz.Div., der &bdquo;Rammbock des XIV. Panzerkorps&ldquo;, nahezu ungehindert fast 40 km &uuml;ber die Steppe vorgesto&szlig;en war, empfing sie an der Nordwestecke Stalingrads wildes Flakfeuer. &bdquo;Der Widerstand erfolgte von jenen Batterien, die von jungen weiblichen Freiwilligen bedient wurden, die kaum die h&ouml;here Schule verlassen hatten.&ldquo; Nur wenige hatten das vorher ge&uuml;bt, keine war darin ausgebildet. (<em>Erg&auml;nzender Hinweis bei der MHM-Ausstellung: Arbeiter des Traktorenwerkes h&auml;tten mit 60 neuen T 34 verhindert, dass die 16. Pz.Div. handstreichartig in die Stadt eindringen konnte. MHM-Katalog S. 41</em>)</p>
<p>&bdquo;Im n&ouml;rdlichen Industrievorort Spartakowka wurden schlecht bewaffnete Bataillone der Arbeitermiliz mit vorhersehbaren Ergebnissen gegen die 16. Pz.Div. in den Kampf geschickt. Studenten der Technischen Universit&auml;t, die an der n&ouml;rdlichen Flanke der Stadt Gr&auml;ben aushoben, fuhren auch dann mit ihrer Arbeit fort, als sie bereits von der 16. Pz.Div. unter Feuer genommen wurden.&ldquo;</p>
<p>Die Gesch&uuml;tze der 16. Pz.Div. beschossen Schiffe auf der Wolga, versenkten in wenigen tagen sieben Flussschiffe, darunter einen &bdquo;Raddampfer, der Frauen und Kinder von der Stadt zum Ostufer brachte.&ldquo;</p>
<p><strong>Septemberk&auml;mpfe</strong> (170 ff.) um den Mamai-H&uuml;gel, das Getreidesilo an der Wolga, den Hauptbahnhof, der in f&uuml;nf Tagen f&uuml;nfzehnmal den Besitzer wechselte. <strong>&bdquo;Rattenkrieg&ldquo;</strong>: Die Schlacht von Stalingrad brachte &bdquo;eine vollkommen neue Art der Kriegf&uuml;hrung, die sich in den Ruinen des Zivillebens konzentrierte. Der Schutt des Krieges (..) mischte sich mit den Tr&uuml;mmern menschlicher Wohnst&auml;tten.&ldquo; Ein Lagerhaus an der Wolga &auml;hnelte einem &bdquo;Schichtkuchen mit Deutschen im Obergeschoss, Russen darunter, und weiteren Deutschen unter diesen. Der Feind war oft nicht auszumachen, da jede Uniform vom gleichen dunklen Staub bedeckt war.&ldquo;</p>
<p><em>Werthen (1958</em>: Ende Oktober &bdquo;trat an der Front Ruhe ein. Ein Vierteljahr harter, pausenloser K&auml;mpfe lag hinter der Division. (&hellip;) Nun waren die Kompanien ausgeblutet, die &Uuml;berlebenden abgespannt und &uuml;berm&uuml;det, Waffen und Material abgenutzt. Auffrischung war das Gebot der Stunde. Im Don-Tal warteten vorbereitete Quartiere, Verpflegungs- und Materiallager auf die ersch&ouml;pften Grabenk&auml;mpfer. Aber die Lage lie&szlig; es nicht zu. Der Kampf in Stalingrad war noch nicht siegreich beendet.&ldquo; (116) Zu dem Zeitpunkt war die Division auf 4.000 Mann zusammengeschmolzen.</p>
<p>Am 17. November griff die 16. Pz.Div. Rynok an, den letzten sowjetischen St&uuml;tzpunkt auf dem Westufer im Norden. Zwei Tage sp&auml;ter: &bdquo;Das Unternehmen der Division gegen Rynok war gescheitert. Die schweren Verluste hatten erneut ihre Kampfkraft geschw&auml;cht. Schon lagen 4000 ihrer tapfersten M&auml;nner auf dem <strong>Divisionsfriedhof</strong> an der Bahnstrecke Frolow &ndash; Stalingrad. Ein weites Feld von wei&szlig;en Kreuzen stand in der wei&szlig;en Steppe.&ldquo; (119)</p>
<p><strong>Nur 128 ihrer Soldaten kehrten nach Jahren der Gefangenschaft wieder in die Heimat zur&uuml;ck</strong>.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Aus den Augen, aus der Erinnerung?</span></strong></p>
<p>Mit dem Tod der letzten Divisionsangeh&ouml;rigen scheint die Erinnerung an diese Division und ihre furchtbare wie mahnende Kriegsgeschichte zu verwehen. Erinnern an Soldaten, die- gezwungen oder &uuml;berzeugt -&nbsp; Mitmarschierer und Mitt&auml;ter waren und Opfer wurden, ist zwiesp&auml;ltig, f&auml;llt schwer.</p>
<p><strong>Mit den Texten &bdquo;16. Panzer-Division aus M&uuml;nster: Speerspitze im Vernichtungskrieg, vernichtet in Stalingrad</strong>&ldquo;, zusammengestellt anl&auml;sslich des 70. Jahrestages des Endes der Schlacht in Stalingrad am 31. Januar 2013, wollte ich einige Anst&ouml;&szlig;e zur Erinnerung geben: <a href="index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1187">http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1187</a></p>
<p>In Stalingrad fiel der deutsche Angriffs- und Vernichtungskrieg auf seine milit&auml;rischen Wegbereiter, Mitmarschierer, Macher, vor allem auf die einfacheren Soldaten zur&uuml;ck. Es war eine in jeder Hinsicht verlorene Armee, sich aufl&ouml;send im Strudel des Untergangs. In ihrem absoluten, blinden Gehorsam und ihrer Realit&auml;tsverleugnung wurden Generale, eine ganze milit&auml;rische F&uuml;hrung zum Henker der eigenen Soldaten.</p>
<p><strong>Bericht von der einzigartigen Stalingrad-Sonderausstellung</strong> im Milit&auml;rhistorischen Museum in Dresden 2013 und der Ausstellung &bdquo;Die Verdammten&ldquo; in Osnabr&uuml;ck: <a href="index.php?module=articles&amp;func=display&amp;catid=107&amp;aid=1188">http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;catid=107&amp;aid=1188</a> &nbsp;.</p>
<p>Am 75. Jahrestag des Endes des Stalingrad-Gemetzels nahm ich als Rollenspieler an einem ressortgemeinsamen Planspiel des Generalstabslehrgangs an der F&uuml;hrungsakademie der Bundeswehr in Hamburg teil. Dazu mein Bericht</p>
<p><strong>&bdquo;Menschen retten - Menschenschlachthaus: Gegens&auml;tzliche Milit&auml;rwelten. Planspiel ressortgemeinsames Handeln CERASIA an der F&uuml;Ak der Bundeswehr</strong> (in den Tagen, als vor 75 Jahren die Schlacht von Stalingrad endete)&ldquo;, <a href="index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1516">http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1516</a></p>
<p><strong>Historisch-kritische Arbeiten zur Kriegsgeschichte von Wehrmachtsverb&auml;nden</strong>,</p>
<p>die aus&nbsp; verschiedenen Regionen Deutschlands stammten, gibt es bis heute praktisch nicht. Hauptquellen sind im Auftrag von Ehemaligen-Vereinigungen herausgegebene Divisions- und Regimentsgeschichten, die den milit&auml;rischen Operationsverlauf eine &bdquo;sauberen Wehrmacht&ldquo; schildern und den Kontext von Angriffs- und Vernichtungskrieg ausblenden.</p>
<p>Eine Ausnahmever&ouml;ffentlichung sind die Briefe, Fotos und Dokumente des Truppenarztes Helmut Machemer aus Stadtlohn im M&uuml;nsterland aus 30 Kriegswochen 1941/42 bei der 16. Panzer-Division, die 2018 von seinem Sohn Hans und Christian Hardinghaus herausgegeben wurde (&bdquo;Wof&uuml;r es lohne das Leben zu wagen&ldquo;, Europa Verlag 2018). Als Truppenarzt in der Panzer-Aufkl&auml;rungs-Abteilung 16 arbeitete Helmut Machemer direkt an der Front, mitten in der Schusslinie. Er hatte sich als 36-j&auml;hriger Augen-Facharzt freiwillig zur Wehrmacht gemeldet. Nicht als gl&uuml;hender Nationalsozialist, nicht als begeisterter Soldat oder aus Pflichtgef&uuml;hl, sondern um die Beziehung zu seiner Frau Erna zu retten. Mit den N&uuml;rnberger Rassegesetzen war sie als &bdquo;Halbj&uuml;din&ldquo; eingestuft. Helmut wollte eine Ausnahmeregelung der Rassengesetze nutzen und durch besondere Tapferkeitsaus-zeichnungen die Arisierung seiner Frau und der drei S&ouml;hne erk&auml;mpfen.</p>
<p>Detailliert und schonungslos dokumentierte er das Leben, Zerst&ouml;ren, Sterben an der Front in der Ukraine. &Uuml;ber 160 Briefe, &uuml;ber 2.000 Fotos und umfangreiches Filmmaterial gelangten zu seinen Nachkommen. Es sind einzigartige Dokumente aus einer Welt, aus der keine Smartphones, sondern ausschlie&szlig;lich Propaganda-Fachleute berichteten.</p>
<div><br clear="all" /><hr align="left" size="1" width="33%" />
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref1">[1]</a> Winfried Nachtwei, NAMIBIA &ndash; Von der antikolonialen Revolte zum nationalen Befreiungskampf, Mannheim 1976; W.N., 100 Jahre nach dem Deutsch-Herero-Krieg: Erinnern f&uuml;r eine friedliche Zukunft, Bericht von der Gedenkfeier zu 100 Jahre &bdquo;Schlacht am Waterberg&ldquo;, &nbsp;</p>
<p>&nbsp;<a href="index.php?module=articles&amp;func=display&amp;ptid=1&amp;aid=22">http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;ptid=1&amp;aid=22</a></p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref2">[2]</a> <a href="index.php?module=articles&amp;func=display&amp;catid=68&amp;aid=1539">http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;catid=68&amp;aid=1539</a></p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref3">[3]</a> Wolfgang Werthen, Geschichte der 16. Panzer-Division 1929-1945, Bad Nauheim 1958</p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref4">[4]</a> Anthony Beevor, Stalingrad, M&uuml;nchen 1998</p>
</div>
</div></div>


           <br />
                        </div>
   </div>
</div></channel>
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