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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: GrÃ¼ndung der GRÃœNEN MÃ¼nster vor 40 Jahren Einige Erinnerungssplitter des GrÃ¼ndungsmitglieds Winni N.  </title>
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    <span class="xar-mod-title">Menschenrechte + Bericht von Winfried Nachtwei</span>

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        <h1>
            GrÃ¼ndung der GRÃœNEN MÃ¼nster vor 40 Jahren Einige Erinnerungssplitter des GrÃ¼ndungsmitglieds Winni N.           </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=7">Nachtwei</a> am 21. Juli 2019 13:31:59 +02:00 (43420 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Als die Gr&uuml;nen 1979 entstanden, hatte ich 13 Jahre au&szlig;erparlamentarische Opposition verschiedener H&auml;rtegrade hinter mir. Jetzt ein neuer Aufbrauch, der f&uuml;r viele, auch f&uuml;r mich, um die existenziellen Gefahren der Atomkraft kreisten, der zivilen und milit&auml;rischen. Die Gr&uuml;nen entstanden mit dem R&uuml;ckenwind breiter Massenbewegungen, die ermutigten und Hoffnung machten. Hier einige Erinnerungssplitter. Fotos zur ersten 40-Jahre-Feier der Gr&uuml;nen M&uuml;nster unter&nbsp;&nbsp; www.facebook.com/winfried.nachtwei &nbsp;&nbsp;</p></div>
            <div>    <p align="center"><strong>Erinnerungssplitter an die Entstehungszeit der Gr&uuml;nen M&uuml;nster</strong></p>
<p align="center">Von Winni Nachtwei, Gr&uuml;ndungsmitglied</p>
<p align="center">(Fotos zum 40 Jahre Auftakt <a href="http://www.facebook.com/winfried.nachtwei">www.facebook.com/winfried.nachtwei</a> )</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Fete zur Einweihung der R&auml;ume der neuen GAL-Fraktion</span></strong> <strong>in M&uuml;nster -</strong></p>
<p><strong>Aus einem Brief von mir an Schwester und Schwager in Mexico</strong></p>
<p><em><span style="text-decoration: underline;">Kontext:</span></em></p>
<p><em>W.N. war seit 1977 Studienrat am Clemens-Brentano-Gymnasium D&uuml;lmen, unterrichtete Geschichte und Politik/Sozialwissenschaften&nbsp; und unterst&uuml;tzte dort die Bewegung f&uuml;r ein selbstverwaltetes Jugendzentrum (JZ). Als es um die Verbeamtung ging, stellte sich die Stadt D&uuml;lmen quer.</em></p>
<p>&bdquo;Liebe Mecki, lieber Norbert,&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; MS, 23.12.1979</p>
<p>(&hellip;) Bez&uuml;glich D&uuml;lmen l&auml;uft die Auseinandersetzung weiter, zeitweilig hat`s mit Kleiner Anfrage dazu im Landtag, Resolution des Sch&uuml;lerrats, Artikel in der Sch&uuml;lerzeitung &ndash; alles in der Lokalpresse ver&ouml;ffentlicht &ndash; einigen Staub aufgewirbelt. Inzwischen habe ich die dritte Ablehnung des Schulkollegiums, in D&uuml;lmen eine Stelle zu bekommen, mit immer windigeren Begr&uuml;ndungen. Gegen die werde ich in diesen Tagen weiteres unternehmen. Um mich ruhig zu stellen, hat man mir drei Schulen angeboten, die von M&uuml;nster aus gut zu erreichen sind. Ihr fragt euch vielleicht, warum ich nicht nachgebe. Weil ich eine offensichtliche Bestrafung meines Engagements f&uuml;r Jugendliche/JZ nicht hinnehmen kann &ndash; w&uuml;rde ich es hinnehmen, h&auml;tte das auf mich wie auf andere eine deprimierende Wirkung. Zweitens, weil ich in D&uuml;lmen wirklich zu zig Leuten &ndash; Sch&uuml;lern., Kollegen und &bdquo;Dritten&ldquo; ein nahes Verh&auml;ltnis habe, weil ich sehr viele da sehr mag. (&hellip;)</p>
<p>Einerseits voller Arbeitsdrang hatte ich gestern andererseits zu nichts Lust, besser zu fast nichts. Bin ich abends noch zur Feten-m&auml;&szlig;igen <strong>Einweihung der Fraktionsr&auml;ume der GAL</strong> (Gr&uuml;ne Alternative Liste) geradelt, es hat sich gelohnt. Seit langem mal wieder eine Fete, wo gespielt wurde, wo einer Gedichte von lustig bis ernst vortrug, wo am St&uuml;ck getanzt wurde. &Uuml;berhaupt komisch: Die Natur drau&szlig;en ist zurzeit so wenig gr&uuml;n wie selten, doch die Sinne, die Geister vieler, vieler werden hier von Woche zu Woche gr&uuml;ner. Nicht gr&uuml;n vor &Auml;rger wegen Galle, sondern dieses Hoffnungsgr&uuml;n. In M&uuml;nster hat sich eine solche Gr&uuml;ne Alternative Liste an den Kommunalwahlen beteiligt und auf den ersten Streich ca. 7000 Stimmen = 6% = 4 Stadtr&auml;te gewonnen. Da sammelt sich zurzeit alles Oppositionelle, von konservativen &Ouml;kologen bis zu allen m&ouml;glichen linken Schattierungen. Und was das besonders Gute daran ist: Hier reden Leute miteinander, lernen voneinander, die sich fr&uuml;her h&ouml;chstens den Vogel gezeigt h&auml;tten. Das macht auch bei verhangenem Himmel sehr viel Hoffnung. Anfang Januar wird dann eine Bundepartei gegr&uuml;ndet &ndash; gegen Strau&szlig; und Schmidt soll`s dann auf in die Bundestagswahl gehen. (&hellip;)&ldquo;</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Umfeld der Anti-AKW-Bewegung (1979 ff.) und Friedensbewegung (1980 ff.)</span></strong></p>
<p>Die vielen riesigen, spannenden und motivierenden Demo-Erlebnisse, wo es jeweils um politisch-existenzielle Themen ging (Verhinderung von Super-GAU`s), wo die Verh&auml;ltnisse/Lager/Gegner/Forderungen klar waren, die St&auml;rke der eigenen Protestbewegung erlebbar war, wo Polizeitruppen an den AKW-Orten einen erheblichen</p>
<p>Solidarisierungseffekt aus&uuml;bten:&nbsp; &nbsp;</p>
<p>In Brokdorf, Hannover (1979), Gorleben &nbsp;(Freie Republik Wendland Mai 1980), Hannover, Kalkar,</p>
<p>Ab 1980 die neue Friedensbewegung gegen die Stationierung von US-Mittelstreckenraketen (&quot;Nachr&uuml;stung&quot;) bundesweit: 1981 in Bonn 300.000, 1982 500.000 (100 Busse aus M&uuml;nster), 1982 erster Ostermarsch M&uuml;nsterland mit 2.000, 1983 zweit&auml;gige Sitzblockade I. Korps mit 600 Teilnehmern, GAL-Friedens-AG mit bis zu 40 TeilnehmerInnen alle 14 Tage, enormes Laien-Expertentum. Die Friedensbewegung der 80er Jahre gilt bis heute als die gr&ouml;&szlig;te soziale Massenbewegung in der Geschichte der Bundesrepublik</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Die 80er Jahre</span></strong></p>
<p>Der Abend der Bundestagswahl 6. M&auml;rz 1983 im proppenvollen Jovel an der Weseler Str.: 5,6% f&uuml;r Gr&uuml;ne bundesweit, MS mit 7,7%&nbsp; Erst- und 9,5% in NRW an der Spitze, f&uuml;nfte Stelle bundesweit. Dass ich als Direktkandidat bei Platz 19 der Landesliste knapp nicht zur Bundestagsfraktion geh&ouml;rte (eben auch nicht zu den aussichtsreichen Nachr&uuml;ckern), schlug mir nicht auf die Stimmung: an meiner D&uuml;lmener Schule unterrichtete ich gern. Und die Berufspolitik mit ihren Haifischbecken war emotional auch nur begrenzt anziehend.</p>
<p>Mitgliederversammlungen vor allem der 80er Jahre sind mir eher in unerfreulicher Erinnerung: viele harte Auseinandersetzungen, viel Streitunkultur. Dabei konnte man schnell erleben, dass bei dem hoch anspruchsvollen Projekt &bdquo;Alternative zu den Etablierten&ldquo; nicht die &bdquo;besseren&ldquo;, sondern &bdquo;normale&ldquo; Menschen mit ihren Licht- und Schattenseiten aktiv waren,</p>
<p>Auf meinem Feld der Friedensbewegung dominierte jahrelang der Protest (&quot;Gegen ...&quot;): In der zweiten H&auml;lfte der 80er Jahre setzte in kleineren Teilen der geschrumpften Friedensbewegung eine Suche nach Alternativen der Sicherheitspolitik und Friedensf&ouml;rderung ein: &bdquo;Defensivverteidigung, Soziale Verteidigung (Kongress 1988 in Minden), Verst&auml;ndigungs- und Vers&ouml;hnungsarbeit gegen&uuml;ber den V&ouml;lkern der Sowjetunion (1988 Belarus-Reise der Gr&uuml;nen Friedens-AG 1988). Erste Riga-Reise 1989, Beginn der Spurensuche und Erinnerungsarbeit zu den Riga-Deportationen und Ghetto Riga, am 12. Dezember 1989, genau 48 Jahre danach, im Regenbogensaal der M&uuml;nsteraner Gr&uuml;nen der bundesweit wohl erste Vortrag zu den Riga-Deportationen.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Erste politische Erfolge,</span></strong></p>
<p>wo Gr&uuml;ne treibende Kraft und ich ma&szlig;geblich beteiligt war:</p>
<p>&quot;Entsch&auml;digung&quot; von Holocaust-&Uuml;berlebenden in Osteuropa 1997 aus der Opposition heraus; Start der Ausbildung f&uuml;r Zivile Konfliktbearbeitung in NRW 1997, dann Aufbau des Zivilen Friedensdienstes (ab 1999), des Zentrums Internationale Friedenseins&auml;tze (ab 2002), einer Infrastruktur Zivile Konfliktbearbeitung.</p>
<p>Nach Bundestagskandidaturen 1983 und 1987 war mein dritter Anlauf 1994 schlie&szlig;lich erfolgreich. Bis 2009 war ich der erste gr&uuml;ne Bundestagsabgeordneter aus dem M&uuml;nsterland.</p>
<p>Ab Oktober 1998 &quot;B&uuml;hnenwechsel&quot; (nicht nur Rollenwechsel) von Opposition (z.T. fundamental) in Regierungsverantwortung von Rot-Gr&uuml;n: Jetzt musste vor allem auf dem Feld der internationalen Krisenbew&auml;ltigung im Hier und Jetzt (ohne M&ouml;glichkeit des Aufschiebens) gehandelt werden; nie allein, sondern immer mit Partnern in Koalition und international; in Verantwortung f&uuml;r die Folgen des eigenen Tuns und Unterlassens (in Opposition bleibt`s beim Reden und ggfs. Besserwissen). Kaum an der Regierung waren die Gr&uuml;nen mit einem extremen Zielkonflikt/Dilemma konfrontiert &ndash; angesichts der Gewalteskalation im Kosovo der Konflikt zwischen dem Programmprinzip Gewaltfreiheit und dem praktischen Schutz von Zivilbev&ouml;lkerung vor Massengewalt/einer breiten humanit&auml;ren Katastrophe. Der Aufprall der Gr&uuml;nen auf dem Betonboden internationale Realpolitik f&uuml;hrte zu h&auml;rtesten Auseinandersetzungen, tiefen Entt&auml;uschungen und Zerw&uuml;rfnissen. Knapp schrammten die Gr&uuml;nen am Auseinanderbrechen vorbei. &Auml;hnliches geschah zwei Jahre sp&auml;ter nach den Terroranschl&auml;gen des 11. September und angesichts des strittigen Afghanistaneinsatzes. Das waren geradezu traumatische politische Erfahrungen und Konflikte, die auch durch die gelungene Verhinderung eines B&uuml;rgerkrieges 2001 in Mazedonien und die deutsche Verweigerung gegen&uuml;ber dem Irakkrieg der USA nicht relativiert wurden. Immerhin wurde im Grundsatzprogramm 2002 und von der Friedens- und Sicherheitspolitischen Kommission 2007 versucht, diese politische Erfahrungen zu verarbeiten und aus ihnen zu lernen.</p>
<p>Dass die so heterogenen, streitfreudigen Gr&uuml;nen mit ihrer enormen Personalfluktuation trotz Ausscheidens aus dem Bundestag 1990 und h&ouml;chster Belastungen unter Rot-Gr&uuml;n am Leben blieben, sich erfolgreich &bdquo;etablierten&ldquo; und vielf&auml;ltig wirkten, grenzt f&uuml;r mich an ein politisches Wunder. Aber es hat zugleich identifizierbare Gr&uuml;nde. Dazu sp&auml;ter mehr.</p></div>


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