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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Ein heller Abschied - Der letzte Weg von Angela Nachtwei-Hanak, meiner Geliebten und besten Kameradin </title>
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    <span class="xar-mod-title">DR Kongo + Bericht von Winfried Nachtwei</span>

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        <h1>
            Ein heller Abschied - Der letzte Weg von Angela Nachtwei-Hanak, meiner Geliebten und besten Kameradin          </h1>
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       <div class="xar-mod-content">
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=7">Nachtwei</a> am 2. Juli 2021 14:45:50 +02:00 (41486 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Am 16. Juni begleiteten wir Angela auf ihrem letzten Weg. Genau heute vor sechs Wochen war sie pl&ouml;tzlich im Zusammenhang mit Corona gestorben. Keine zwei Tage vorher hatten wir im Rahmen der Besuchssperre miteinander telefoniert - ohne den Funken eines Gedankens, dass unser gemeinsamer Lebensweg so schnell und endg&uuml;ltig beendet werden k&ouml;nnte. &nbsp;</p></div>
            <div>    <p align="center"><strong>Ein heller Abschied &ndash; </strong></p>
<p align="center"><strong>Der letzte Weg von Angela Nachtwei-Hanak</strong></p>
<p align="center"><em>&bdquo;Der Mensch ist so lange nicht gestorben, wie das Andenken an ihn noch lebt.&ldquo;</em></p>
<p align="center"><em>Margers Vestermanis, 96. &Uuml;berlebender des Rigaer Ghettos</em></p>
<p align="center">(Fotos auf <a href="http://www.facebook.com/winfried.nachtwei">www.facebook.com/winfried.nachtwei</a> )</p>
<p>Zur Trauerfeier und Urnenbestattung kamen am 16. Juni 2021 bei voller Junisonne mehr als 100 Trauerg&auml;ste auf dem Zentralfriedhof M&uuml;nster unweit des sch&ouml;nen Aasee zusammen. Ungef&auml;hr 30 Personen d&uuml;rfen in die Kapelle, die anderen verfolgen die Trauerfeier &uuml;ber Lautsprecher. Vor der Urne liegen Kr&auml;nze und Gebinde mit bunter Blumenpracht. Auf den Doppelschleifen stehen als letzte Botschaften:</p>
<p>- &bdquo;Meiner Geliebten, Bodenstation und besten Kameradin Angela - In lebhafter Dankbarkeit f&uuml;r 55 starke gemeinsame Jahre Dein Winni&ldquo;</p>
<p>- &bdquo;Danke Angela, Du hat uns alle beschenkt - Deine Steffi und Familien&ldquo;</p>
<p>- &bdquo;In enger Verbundenheit - Afghanischer Frauenverein&ldquo;</p>
<p>- &bdquo;Bernd, Jutta, Michael &amp; Thomas - Zum Abschied&ldquo;</p>
<p><strong>Die &bdquo;Zwillinge&ldquo; Gerd + Richard Bracht und Winne Vogel</strong> am Saxophon, Bass und Keyboard spielen zum Auftakt &bdquo;Careless love&ldquo;.1926, z-B- von Wynton Maralis &amp; Eric Clapton,&nbsp; <a href="https://www.youtube.com/watch?v=ThjNXVHxwWc">https://www.youtube.com/watch?v=ThjNXVHxwWc</a> ) Bei vielen Auftritten im ergr&uuml;nenden M&uuml;nster seit den 80er Jahren waren uns die Musiker herzlich nahegekommen. Mit ihren ruhig-lebendigen Blues-Rhythmen erinnern sie mich an unsere ersten Jahrzehnte, als uns Blues und Jazz besonders begeisterte. ( <a href="https://www.diezwillinge.de/">https://www.diezwillinge.de/</a> )</p>
<p><strong>Lioba Villis ist unsere Trauerrednerin</strong>, die Trauer und Schmerz nicht noch mehr anfacht, sondern Angela einf&uuml;hlsam lebendig werden l&auml;sst, die vom Leben spricht, mit fester, Halt gebender Stimme.</p>
<p>&bdquo;(&hellip;) Schon von Schulzeiten an war sie aktiv in der Jugendbewegung, das Interesse an den Menschen und unserer Welt pr&auml;gte ihr Leben. Man traf sie auf Demos gegen die Atomkraftwerke, mit perfekt vorbereiteten Transparenten.</p>
<p>Die Liebe zu Menschen war auch Triebfeder in ihrem Beruf als Krankenschwester. Es gab die Mitarbeit beim Not&auml;rztekomitee der Cap Anamur, wo sie unter Einsatz ihres Lebens t&auml;tig war. Es gab die Mitarbeit im Fl&uuml;chtlingslager in Nordsomalia - in Krankenh&auml;usern in Uganda und Zaire. Sie hat viel gesehen und viel Segen gebracht f&uuml;r die Menschen, die sie begleitete. Das Engagement ging weiter bei der Nachtwache in der Kinder- und Jugend Psychiatrie hier in M&uuml;nster. Angela engagierte sich in der Friedensbewegung, sie war in Riga auf den Spuren der Deportationen, sie legte den Finger genau in die Wunden der Geschichte, wo es so richtig wehtut. Sie erinnerte stetig und gab Menschen ein Gesicht, die vergessen waren. Sie wurde Prozessbeobachterin beim NS Kriegsverbrecherprozess gegen Maikovskis und schrieb den Gro&szlig;teil des Protokolls. In Polen war sie an den Endstationen von vielen Todesm&auml;rschen - eine ganz besondere Zeit. Es war ihr so wichtig die Geschichte lebendig zu halten und ein Zeichen der Mahnung zu setzen; aber nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern mit der klaren Aussage &bdquo;wir alle sind gefordert &ndash; raus aus der Komfortzone &ndash; Frieden braucht Einsatz auch und vor allem den pers&ouml;nlichen.&ldquo; Zwischendurch &ndash; ich frage mich wie sie das alles geschafft hat &ndash; fand sie Zeit f&uuml;r die Kreativit&auml;t: Schneidern, stricken, t&ouml;pfern, malen, Arbeiten am Computer. Viele von Ihnen wurden mit Dingen beschenkt, in denen so viel M&uuml;he und Herzblut steckte.</p>
<p>Nicht zu vergessen nat&uuml;rlich die Politik. Sie wurde Beraterin und Unterst&uuml;tzerin &ndash; sie erschien nicht als die Frau von Winnie Nachtwei auf dem politischen Parkett, aber sie war tief im Bild, wurde aktiver R&uuml;ckhalt f&uuml;r Reisen, kommentierte kritisch ihre Beitr&auml;ge, sie war Bodenstation und ihr Winnie Team in M&uuml;nster. Sie war ihr Regulativ, ihr gr&ouml;&szlig;ter Fan und sch&auml;rfster Kritiker, sie war sensibel f&uuml;r die Zwischent&ouml;ne. Sie sprachen von dem Telefonat nach der Sitzung wo sie fragte &bdquo;na und hast du mich blamiert&hellip;&ldquo; Sie freute sich aufrichtig &uuml;ber ihre Erfolge - sie selbst hat auf Vieles verzichtet.</p>
<p>Gemeinsam haben Sie sich nicht nur auf ihre Lebensreise gemacht, sondern auch auf viele andere Reisen. Sie waren unterwegs im Mittelmeer-Raum, in Irland und Mexiko, in China und Israel, Lettland und Polen um nur einige davon zu nennen. (&hellip;)</p>
<p>Sie hat den Platz in Ihrem Herzen, weil sie genau so war wie sie war. Eine so zugewandte Frau, hilfsbereit, sie unterst&uuml;tzte Menschen und nahm sich oft selbst zur&uuml;ck. Selbst im Sterben war sie pr&auml;sent. Auf der anderen Seite hat sie so gerne und so viel gelacht. Der Alltagsspa&szlig; ist bei aller Ernsthaftigkeit im Leben niemals zu kurz gekommen. Ihr kr&auml;ftiges volles Lachen bleibt in Ihren Ohren.</p>
<p>Sie war eine Frau, die eine unglaubliche Strahlkraft hatte, eine Lebendigkeit, die mitrei&szlig;en konnte. Sie hatte ein warmes und offenes Herz f&uuml;r Menschen. Sie war frei von Vorurteil und D&uuml;nkel. Sie ging auf Menschen zu und sie sah in jedem Menschen das allerbeste (und wir alle haben etwas Allerbestes, auf das es sich zu sehen lohnt - auch wenn viele von uns damit besch&auml;ftigt sind gerade das tief in sich zu verbergen.)</p>
<p>Sie beide haben sich gegenseitig gest&uuml;tzt und stabilisiert, vieles wurde erst durch diese Beziehung und durch ihre Liebe m&ouml;glich. Angela war einf&uuml;hlsam und aufmerksam &ndash; gemeinsam waren sie stark.</p>
<p>Wenn ein Mann mit Begeisterung und Wertsch&auml;tzung von seiner Frau spricht und das auch noch nach 55 Jahren Ehe ist das ein deutliches Zeichen.</p>
<p>Ihre Angela &ndash; diese Frau, die voller Leben, voller Freude, voller Begeisterung war. Sie hat es Ihnen leicht gemacht sie zu m&ouml;gen &ndash; ihre Herzensw&auml;rme bleibt im Herzen, genauso wie ihre Prinzipienhaftigkeit, das Strahlen ihrer Augen, ihre Standhaftigkeit, ihre Leidenschaft f&uuml;r Gerechtigkeit, sie war ein klarer moralischer Kompass, ohne schulmeisterlich dabei &uuml;ber zu kommen</p>
<p>Sie war ein Geschenk &ndash; nicht nur f&uuml;r Sie lieber Herr Nachtwei - als Mitstreiterin, Bodenstation und im f&uuml;reinander Einstehen beste Kameradin, sondern auch f&uuml;r alle Menschen, die sie kennen lernen durften.</p>
<p>Wenn ich die letzte Passage Revue passieren lasse, k&ouml;nnte man den Eindruck erhalten wir nehmen Abschied von einer Heiligen. Nein, das tun wir nicht.</p>
<p>Auch ihr Leben hatte H&ouml;hen und Tiefen, Ecken und Kanten &ndash; Mensch durch und durch. Auch streitbar nat&uuml;rlich, sie sprachen von ihrem Temperament und ihrem Feuer, was auch manchmal explodieren konnte (&hellip;)</p>
<p>Es gibt doch eigentlich kein sch&ouml;neres Lebensziel als m&ouml;glichst alt zu werden, und auch liebevoll auf die eigenen Schrulligkeiten zur&uuml;ck zu blicken.</p>
<p>Mensch sein ist bunt- so bunt wie ihre Krawatte. Die Krawatte hei&szlig;t auch Binder und sie haben sich aneinandergebunden, sie waren ein perfektes Team - jeder f&uuml;r sich einer und doch zusammen dieser gro&szlig;e Baum, dessen H&auml;lfte jetzt in diesem Bild fehlt.</p>
<p>Es f&auml;llt mir oft schwer gro&szlig;e Begriffe zu beschreiben, besonders wenn es um den Begriff Liebe geht ... was ist das eigentlich&hellip;Aber wenn mich heute jemand fragt was Liebe ist, werde ich sagen: lies dir die Anzeige von Angela durch und du wei&szlig;t es.</p>
<p>Und genau diese Liebe bleibt.</p>
<p>Bei allen Fragen, die heute offen bleiben wissen wir dass Liebe nicht stirbt. Und ich spreche nicht von g&ouml;ttlicher Liebe - selbst unsere Menschen Liebe ist so stark, dass der Tod keine Chance dagegen hat.</p>
<p>Die Liebe wird Br&uuml;cke zwischen der diesseitigen und der jenseitigen Welt. Eine Br&uuml;cke, auf der wir uns begegnen k&ouml;nnen, denn wen wir im Leben geliebt haben, der geht uns im Tod nicht verloren. So m&uuml;ssen wollen und d&uuml;rfen wir Angela weiterhin den Platz freihalten der ihr geh&ouml;rt - einen Platz mitten unter uns Lebenden.</p>
<p>Sie konnten im Sterben bei ihr sein &ndash; haben ihr ein Nest gebaut aus Geborgenheit und Liebe, ein Nest, aus dem sie sich fallen lassen konnte. So anstrengende und doch so kostbare Momente &ndash; ein letztes Geschenk der Liebe an ihr Leben.</p>
<p>Nun sind wir am Ende der Zeit.</p>
<p>Und doch bleibt immer wieder diese letzte, bange und dringende Frage wo geht es hin, wohin geht diese letzte Lebensreise. Die Antwort darauf genauso schlicht wie deprimierend: ich wei&szlig; es nicht und es wei&szlig; auch kein anderer - niemand ist zur&uuml;ckgekommen und hat uns berichtet was auf uns wartet.</p>
<p>Und doch lese ich in Ihren Worten auch dieses Wort Hoffnung, als Sie das Gef&uuml;hl beschrieben Angela schwebt &uuml;ber die T&uuml;rme und D&auml;cher unseres sch&ouml;nen M&uuml;nsters in Richtung Osten davon.</p>
<p>Jeden Tag aufs Neue geht im Osten die Sonne auf und jeden Tag aufs Neue geht auch das Licht ihrer Liebe auf.</p>
<p>Angela beh&auml;lt einen Platz in unserem Leben und vielleicht treffen unsere Seelen sich wieder am Ende der Zeit. Glaubst du das - das ist die Frage.</p>
<p>Lassen wir den gro&szlig;en Wort Hoffnung eine Chance gegen alle Zweifel unsere Zeit.&ldquo;</p>
<p>Als Lioba Villis endet, habe ich aller herzlichsten Grund, aufzustehen und zu klatschen, mit allen zusammen.</p>
<p><strong>Gerd, Richie und Winne</strong> spielen &bdquo;<strong>Imagine&ldquo; von John Lennon</strong>:</p>
<p><em>&bdquo;(&hellip;) </em><em>Imagine all the people<br /> Livin' life in peace<br /> You</em></p>
<p><em>You may say I'm a dreamer<br /> But I'm not the only one<br /> I hope someday you'll join us<br /> And the world will be as one</em></p>
<p>(&hellip;)&ldquo; ( <a href="https://www.youtube.com/watch?v=YkgkThdzX-8">https://www.youtube.com/watch?v=YkgkThdzX-8</a> )</p>
<p>Parallel laufen <strong>Bilder aus Angelas und unserem gemeinsamem Leben: </strong></p>
<p>1) Die zwanzigj&auml;hrige Strahlende 1967 in D&uuml;sseldorf-Stockum</p>
<p><strong>2) </strong>Gemeinsam 1969 nach Jugoslawien, 1974 zum Standesamt mit Heinkel und Winni</p>
<p>3) 1974-1980 auf Kinder-Intensivstation UKM mit Kemal</p>
<p>4) 1981 Nord-Somalia (Not&auml;rzte-Komitee)</p>
<p>(&hellip;)</p>
<p>19) 2020 Aus Angela Maskenproduktion</p>
<p>20) Danke an Angelas Physio`s! DANKE Angela f&uuml;r 55 Jahre Langstreck!</p>
<p>DANKE Angela, Du hast uns alle beschenkt! &nbsp;</p>
<p>Stefan Riese und Carola konnten kurzfristig die Medien daf&uuml;r organisieren und bedienen.</p>
<p>Anschlie&szlig;en lese ich einige S&auml;tze aus <strong>Angelas Somalia-Briefen</strong> vom Juni 1981 vor:</p>
<p>&bdquo;Zzt. hocke ich in Tug Wajale (Fl&uuml;chtlingslager bei Hargeisa in Nordsomalia) und halte die Stellung., bis die neue Truppe kommt &ndash; bin also halb Arzt, halb Schwester, wie Achmed meint, der somalische, Deutsch sprechende Translater. (&hellip;)</p>
<p>Zwei Somali-Jungen (15-16 Jahre) helfen tatkr&auml;ftig und gut, vielleicht f&auml;llt dir was f&uuml;r die ein. Sie besuchen hier die &bdquo;Grundschule&ldquo;, Stand ca. 3.-4. Schuljahr. Wussten z.B. nichtdass die Erde rund ist, sich um die Sonne dreht, warum Tag und Nacht, weshalb Mond mal voll, mal Sichel usw. Seit Sonntag hocke ich hier also (flexibel nicht? Es wollte sonst keiner).</p>
<p>Aber immerhin werde ich hier von vier somalischen Soldaten bewacht, das Auto ist stets startbereit, und jetzt genehmige ich mir eine Tasse Rotwein. Im Hintergrund sind somalische Laute zu h&ouml;ren, begleitetet vom Rhythmus einer Trommel. (&hellip;)</p>
<p>In den letzte Tagen hat`s mal wieder ganz sch&ouml;n gesch&uuml;ttet. Spannend fand ich meine erste Fahrt heute am Steuer es Landrover. Durch ewige Schlagl&ouml;cher und Schlammseife. Hatte mir soviel Mut und Spa&szlig; gar nicht zugetraut. Wenn man muss, geht fast alles. Hab auch schon locker Wunden gen&auml;ht, h&auml;tte nie gedacht, das das das durch Hornhaut (z.B. Fu&szlig;) o schwer geht, besonders mit Nadelhalter und Pinzette. Die Impatients hier sind zzt. , au&szlig;er in den Tb-Zelten: 1 Schwangere mit Tb und Blutsturz, ein Schwarzwasserfieber (Komplikation bzw. Folgeerkrankung der schweren Malaria) mit am&ouml;b. Abzessen in Leber, ein Typhusverdacht mit seltsamem Fieber, ein Kind mit Dehydration (Austrocknung) und Eiwei&szlig;mangel, An&auml;mie, Pneumonie (Lungenentz&uuml;ndung) und &Uuml;blichkeiten wie Schuban, &Ouml;demen usw. Ja, ja, werde doch noch Barfu&szlig;arzt. Heute bin ich fast ausgeflippt (aber nur fast), so viele Patienten und alles alleine tun, fast unm&ouml;glich. Musste die &bdquo;leichten&ldquo; F&auml;lle aus der nahen Umgebung wegschicken und vertr&ouml;sten; die aus der Ferne und nat&uuml;rlich echt Schwerkranke &bdquo;bediene&ldquo; ich, aber Buchf&uuml;hrung ist jetzt nicht drin. (&hellip;)</p>
<p>Ich habe nicht den Eindruck, dass mich mein Mut verl&auml;sst &ndash; die Schwierigkeiten und Unzul&auml;nglichkeiten sind klar massiv, hindern mich aber nicht, weiter den Leuten auf den F&uuml;ssen rum zu latschen und l&auml;stig zu sein. Nur Ausdauer, Optimismus, ein dickes Fell und ein wenig Idealismus sowie Verst&auml;ndnis schlagen Br&uuml;cken &hellip; Au&szlig;erdem freut`s mich, dass die &bdquo;praktischen Leute&ldquo; (Wasserbohrer u.a.), die gern saufen und keine Typen f&uuml;r medizinisches Personal sind, aber ganz t&ouml;fte Kumpel und echte Malocher sind, dass die mich m&ouml;gen &hellip;&ldquo;</p>
<p><strong>Letzter H&auml;ndedr&uuml;cke</strong>: &Uuml;ber ihre Urne gebe ich Angela das letzte Mal die Hand. Am Abend des 21. Mai hatte ich mich auf der Intensivstation mit einem kr&auml;ftigen H&auml;ndedruck, mit Verbeugung und Haltung von Angela verabschiedet.</p>
<p>Zum Auszug erklingt der &bdquo;Saint Louis Blues&ldquo; ( <a href="https://www.youtube.com/watch?v=dmFUXYaZIMk">https://www.youtube.com/watch?v=dmFUXYaZIMk</a> ; <a href="https://www.youtube.com/watch?v=YDg9e8alAC8">https://www.youtube.com/watch?v=YDg9e8alAC8</a> ).</p>
<p>Gemeinsam gehen Steffi Klose und ich hinter dem blumengeschm&uuml;ckten Urnen-Fahrzeug. Unsere Nichte Steffi ist die n&auml;chste Hinterbliebene von Angela. Mehr als drei Jahre wohnte sie w&auml;hrend ihrer Ausbildung bei uns in der Nordhornstra&szlig;e, sie sch&auml;tzte Angela als &bdquo;Ersatzmutter&ldquo;. Spontan trage ich die Urne die letzten 30 Meter bis zur Grabstelle, dr&uuml;cke sie ans Herz.</p>
<p>Zum Abschied findet Lioba Villis Worte, die Gl&auml;ubige, Nichtgl&auml;ubige oder Suchende im Herzen erreichen und bewegen.</p>
<p>Mir ist es noch ein starkes Bed&uuml;rfnis, den Begleiterinnen und Begleitern des Angela-Abschieds meine tiefe Dankbarkeit mitzuteilen:</p>
<p>Dankbarkeit f&uuml;r 55 gemeinsame starke, unvergessliche Jahre, wo uns &ndash; &uuml;ber das historische Gl&uuml;ck der ersten Nachkriegsjahrg&auml;nge hinaus &ndash; auch privat schwere Schicksalsschl&auml;ge erspart blieben.</p>
<p>Dankbarkeit f&uuml;r eine &bdquo;Trauerrednerin&ldquo; Lioba Villis, die den Abschied von Angela zu einem lebendigen und hellen werden lie&szlig;. ( <a href="http://www.trauerrede-m&uuml;nster.de/index.html">http://www.trauerrede-m&uuml;nster.de/index.html</a> )</p>
<p>Dankbarkeit den vielen G&auml;sten heute, Angeh&ouml;rigen, Freunden, Kollegen verschiedener Couleur, Bekannten aus M&uuml;nster, M&uuml;nsterland, Gelsenkirchen, Sauerland, M&uuml;lheim, Neuss, D&uuml;sseldorf, Bonn, Herzogenaurach, Berlin und Hamburg f&uuml;r ihre solidarische Begleitung.</p>
<p>Am Grab spielen <strong>Gerd, Richie und Winne</strong> den &bdquo;Swinging shepard Blues&ldquo;, &bdquo;On the sunny sight of thr street und &bdquo;Just a closer walk with thee&ldquo;.</p>
<p>Mit Familienangeh&ouml;rigen, engsten Nachbarn und langj&auml;hrigen Freunden treffen wir uns anschlie&szlig;end im Wintergarten des Restaurants &bdquo;Zum Himmelreich&ldquo; direkt am Aasee. Das &bdquo;Himmelreich&ldquo; war in den letzten Jahren unser liebstes Lokal. Hier nutze ich die Gelegenheit, denjenigen die Angela-Pr&auml;sentation per Laptop zu zeigen, die die Trauerfeier nur akustisch hatten verfolgen k&ouml;nnen. &nbsp;</p>
<p>In der Todesanzeige hie&szlig; es, dass anstelle zugedachter Blumen eine <strong>Spende f&uuml;r den Afghanischen Frauenverein</strong> und seine Schulen als Hoffnungsinseln ganz in Angelas Sinn seien. Nadia Nashir, Vorsitzende des Frauenvereins, teilte inzwischen &nbsp;mit, dass auf das Kennwort &bdquo;Angela Nachtwei-Hanak&ldquo; &uuml;ber 6.000 Euro von 57 Spender*innen eingegangen seien.</p>
<p>Am 26. Juni erschien in den Westf&auml;lischen Nachrichten ein <strong>Nachruf auf Angela</strong>:</p>
<p><em>&bdquo;Angela Nachtwei ist im Zusammenhang mit Corona gestorben - &bdquo;Bodenstation&ldquo; und Ratgeberin</em>&ldquo;, verfasst von Karin V&ouml;lker,</p>
<p>&nbsp;<a href="index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1701">http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1701</a> .</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Frau Melissa Bekel vom Bestattungsinstitut Rabert in M&uuml;nster Roxel und Gievenbeck danke ich herzlich f&uuml;r die einf&uuml;hlsame und verl&auml;ssliche Beratung, Organisation und Begleitung.</p>
<p>M&uuml;nster im Juni 2021, Winni Nachtwei</p></div>


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