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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Gespannte Ruhe: Kosovo nach der UnabhÃ¤ngigkeitserklÃ¤rung</title>
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    <span class="xar-mod-title">Bericht von Winfried Nachtwei</span>

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</td>
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   </table>




</div>

        <h1>
            Gespannte Ruhe: Kosovo nach der UnabhÃ¤ngigkeitserklÃ¤rung         </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=3">Webmaster</a> am 13. Mai 2008 10:22:21 +01:00 (128333 Aufrufe)            </div>
            <div>    Der folgende, von Winfried Nachtwei verfasste Bericht &quot;Gespannte Ruhe: Kosovo nach der UnabhÃ¤ngigkeitserklÃ¤rung&quot; von seiner Reise in das Kosovo Anfang April gibt einige interessante Einblicke:
</div>
            <div>    <h4>Gespannte Ruhe: Kosovo nach der UnabhÃ¤ngigkeitserklÃ¤rung</h4>
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Winfried Nachtwei, MdB, 4/08
</p>
<p>
<em>Zusammen mit den Obleuten des Verteidigungsausschusses besuchte ich am 3./4. April 2008 den Kosovo. Vorher hatten wir politische GesprÃ¤che in Ankara und Istanbul gefÃ¼hrt. </em>
</p>
<p>
<em>Ziel der Reise war, die Situation und Perspektiven nach der international umstrittenen UnabhÃ¤ngigkeitserklÃ¤rung vom 17. Februar zu erkunden. GesprÃ¤chspartner waren in Pristina PrÃ¤sident Dr. Fatmir Sejdiu, ParlamentsprÃ¤sident Jakup Krasniqi und Mitglieder des Ausschusses fÃ¼r Inneres und Sicherheit, der stellvertretende Premierminister Hajredin Kuci, der Sonderbeauftragte des UN-General-sekretÃ¤rs Dr. Joachim RÃ¼cker, der stellvertretende Kommandeur KFOR Generalmajor Gerhard Stelz, der neue deutsche Botschafter Hans-Dieter Steinbach, Vertreter des International Civilian Office/ICO EU Special Representative Preparation Team, der Leiter des deutschen Polizei-Kontingents bei  UNMIK und der kÃ¼nftige Leiter der EULEX-Polizei; in Prizren der bisherige und der kÃ¼nftige Kommandeur des Dt. Einsatzkontingents KFOR, die Brigadegenerale Robert Bund und Wilhelm GrÃ¼n plus Stab, der Kommandeur des Einsatzbataillons, Oberstleutnant Prill  plus Stab  sowie Soldaten aller Dienstgrade. </em>
</p>
<p>
<em>FÃ¼r mich war es der 9. Kosovo-Besuch seit 1999. Die fast jÃ¤hrlichen Besuche ermÃ¶glichen Vergleiche und viele persÃ¶nliche  Wiederbegegnungen: Wo gibt es positive Entwicklungen, wo kritische, wo Stagnation? Inwieweit haben die internationalen Akteure aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt? </em>
</p>
<p>
<em>Eine SchlÃ¼sselerfahrung bleibt der Kosovo-Besuch vom MÃ¤rz 2004, als Kollegin Silke Stokar und ich vor Ort die Startphase der MÃ¤rzunruhen miterlebten. Damals brachen binnen weniger Stunden landesweit organisierte gewalttÃ¤tige Demonstrationen los, serbische KlÃ¶ster und Kirchen wurden attackiert, UNMIK und KFOR verloren zeitweilig die Kontrolle. Polizisten verglichen das mit einem Szenario, wenn in Deutschland an 20 Orten zeitgleich Demo-AusnahmezustÃ¤nde wie bei dem frÃ¼heren Kreuzberger 1. Mai stattfinden wÃ¼rden.</em>
</p>
<p>
<em>Zeitgleich mit uns bereisen zwei weitere deutsche Delegation den Kosovo: drei KollegInnen des  Haushaltsausschusses des Bundestages - darunter GrÃ¼nen Kollege Alex Bonde. Diese  besuchten auch Mitrovica und widmeten sich in besonderer Weise dem deutschen Polizeikontingent bei UNMIK. Zweitens das Sicherheitspolitische Seminar der Bundesakademie fÃ¼r Sicherheitspolitik/BAKS, bei dem ich einer Woche spÃ¤ter Ã¼ber die Beteiligung des Parlaments an internationaler KrisenbewÃ¤ltigung zu      referieren hatte.</em>
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<strong>Zusammenfassung:</strong>
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<strong>Die Ausschreitungen am 17. MÃ¤rz 2008 zeigten eine neue â€žQualitÃ¤t&quot; der Gewalt. Die Wochen um die Wahlen in Serbien (11. Mai) und das Inkrafttreten der Kosovo-Verfassung (15. Juni) sind hochkritisch, die Unsicherheitsfaktoren erheblich. Die Staatengemeinschaft, angefangen bei den UN, ist in ihrer HandlungsfÃ¤higkeit mangels Einigkeit und KapazitÃ¤ten (schrumpfende UNMIK, gebremste EULEX) stark beeintrÃ¤chtigt.</strong>
</p>
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<strong>Nachdem die kosovo-albanische Seite seit Monaten eine bemerkenswerte Besonnenheit zeigte, hÃ¤ngt es nun entscheidend davon ab, wieweit auf serbischer Seite GewaltbefÃ¼rworter oder Verfechter einer gewaltlosen KonfliktlÃ¶sung das Sagen haben. </strong>
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<strong>Es kommt jetzt darauf an, letztere nach KrÃ¤ften zu stÃ¤rken - und zugleich auf die EindÃ¤mmung schlimmsten Entwicklungen vorbereitet zu sein. </strong>
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<strong>Rahmenbedingungen</strong>
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Die Rahmenprobleme scheinen nahezu unverÃ¤ndert: schwache Wirtschaft, hohe Arbeitslosigkeit, ernste Energieprobleme (bis zu 8 Stunden Stromabschaltungen/Tag), schlechte Infrastruktur, zugleich die jÃ¼ngste BevÃ¶lkerung Europas und enorme Erwartungen. Ein Drittel der Importe gehen Ã¼ber serbisch-kosovarische ÃœbergÃ¤nge. WÃ¤hrend es anderswo Territorien mit Organisierter KriminalitÃ¤t gebe, kÃ¶nne man hier von â€žOrganisierter KriminalitÃ¤t mit Territorium&quot; sprechen. 
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Von den ca. 2,5 Mio. Einwohnern sind ca. 10% Nichtalbaner. Von den ungefÃ¤hr 120.000 Kosovo-Serben leben ungefÃ¤hr 80.000 in Enklaven auÃŸerhalb des Nordens. Belgrad habe erheblich in die Gebiete der serbischen Gemeinschaft investiert, in Schulwesen, Gesundheitswesen, Altersversorgung. Zum Teil soll es den Menschen in den serbischen Enklaven besser gehen als in kosovo-albanischen Wohngebieten. Dahinter stehe das serbische Interesse, die Serben im Kosovo zu halten. BÃ¼rgermeister im Norden verfÃ¼gen Ã¼ber kleine Privattruppen von 100, 200 gut ausgebildeten und organisierten MÃ¤nnern. Serbische Minister kÃ¶nnen ungehindert serbische Enklaven besuchen und sogar â€žaufwiegelnde Reden&quot; halten. Diese funktionale Teilung und Parallelstrukturen bestehen schon seit Jahren und kÃ¶nnen von niemandem kurzfristig Ã¼berwunden werden.
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Zzt. verhalte sich die albanische BevÃ¶lkerung sehr diszipliniert, man arrangiere sich mit den serbischen BevÃ¶lkerungsteilen. Im Unterschied zu den frÃ¼heren Jahren spiele interethnische Gewalt eine untergeordnete Rolle und sei ein Nahschutz fÃ¼r AngehÃ¶rige serbischer Minderheiten nicht mehr nÃ¶tig - ausgenommen symboltrÃ¤chtige Orte wie KlÃ¶ster, deren wenige Insassen mit einem so richtigen wie absurd erscheinenden Aufwand geschÃ¼tzt werden. Insgesamt seien die Enklaven aber nur dank der KFOR-PrÃ¤senz zu halten. Viele Serben sagen: â€žWir bleiben im Land nur wegen KFOR&quot;.
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<strong>Sicherheitslage</strong>
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Verschiedene politische Ereignisse mit Risikopotenzial verliefen unspektakulÃ¤r: So die Vorlage des Troika-Berichts am 10. Dezember 2007, die Parlamentswahlen am 19. November 2007 im Kosovo, die serbische PrÃ¤sidentschaftswahl. 
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Die â€žCo-ordinated Declaration of Independence&quot; am 17. Februar 2008 verlief in frÃ¶hlicher und gelÃ¶ster Stimmung. Die kosovo-albanische FÃ¼hrung inszenierte das lang ersehnte Ereignis betont zurÃ¼ckhaltend. In Prizren waren bis zu  5.000 Menschen auf der StraÃŸe. KFOR hatte bewusst aus den MÃ¤rz-Unruhen 2004 gelernt: enge Kooperation mit UNMIK und KPS (Kosovo Police Service); Vorausverlegung in â€žFoward Assembly Areas&quot;, um EinschlieÃŸungen vorzubeugen, Informationskampagnen und AnkÃ¼ndigung der eigenen Reaktionsweise bei Gewalt (adressiert ausdrÃ¼cklich an Nichtgewaltbereite); schrittweise Absenkung der Bereitschaftsgrade bis auf 30 Minuten; ReservekrÃ¤fte. ZusÃ¤tzlich beruhigend wirkte wohl auch die Temperatur von -15Â° C.
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Anders war die Lageentwicklung im Norden. Dort wurden am 19. Februar die Grenzstation Gate 1 und DOG 31 niedergebrannt, am 21.2. gab es Ausschreitungen (SteinwÃ¼rfe, brennende Reifen) am Gate 3. Sie hÃ¶rten auf, als KFOR anrÃ¼ckte.
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Am 14. MÃ¤rz wurde das Gericht von ehemaligen Justizangestellten in Nord-Mitrovica besetzt. Bei einem VermittlungsgesprÃ¤ch zwischen UNMIK und dem fÃ¼r Kosovo zustÃ¤ndigen serbischen Minister verweigerte dieser ein Einwirken auf die Besetzer.  UNMIK erfuhr, dass fÃ¼r den 17. MÃ¤rz auch die Besetzung der Polizeistation und des GefÃ¤ngnisses beabsichtigt war. Damit wÃ¤re das UN-Mandat fÃ¼r Nord-Kosovo erledigt gewesen. Um dem zuvor zu kommen, wurde das Gericht am Morgen des 17. MÃ¤rz gerÃ¤umt. Nachdem das ohne Widerstand geschafft war, entwickelten sich Ausschreitungen, wie sie das UN-Protektorat Kosovo noch nicht erlebt hatte. Erstmalig wurden tÃ¶dliche Waffen (Handfeuerwaffen, Splitterhandgranaten) auch gegen KFOR eingesetzt. 47 Personen wurden leicht verletzt (22 KFOR, 25 UNMIK Polizei), 4 schwer (2 UNMIK Polizei, 2 KFOR) schwer verletzt. Ein  ukrainischer UNMIK-Polizist verblutete an 50 Splittern. Obwohl KFOR inzwischen breit auf Crowd + Riot Control (CRC) eingestellt ist - mit solcher Art Gewalt hatte man nicht gerechnet.
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Wir sehen ein internes Video der Ausschreitungen, die offenkundig vorbereitet und organisiert waren. Etliche GewalttÃ¤ter werden identifiziert: Es sind AngehÃ¶rige des serbischen Innenministeriums (MUP)!!!
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Der 17. MÃ¤rz war Ã¼brigens der Jahrestag des Beginns der MÃ¤rzunruhen von 2004, eine Woche vor dem Jahrestag des Beginns des  NATO-Luftkrieges am 24. MÃ¤rz 1999. 
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Ein taktisches VersÃ¤umnis war, dass KFOR nicht Ã¼ber die geplante RÃ¤umung informiert worden war und unmittelbar nicht genug Fahrzeuge zum Abtransport der 53 serbischen Besetzer bereitstanden. 
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Im Unterschied zu frÃ¼heren Gewalteskalationen im Kosovo, wo Einzelereignisse schnell zu einem FlÃ¤chenbrand fÃ¼hren konnten, kam es dieses Mal nicht zu einem â€žspill over&quot;. Die kosovo-albanische BevÃ¶lkerung blieb ruhig. Dazu wird wesentlich die albanische FÃ¼hrung beigetragen haben. 
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Gewaltfreier Protest gegen die UnabhÃ¤ngigkeit: Von ca. 800 serbischen KPS-AngehÃ¶rigen sei ca. die HÃ¤lfte dem Dienst ferngeblieben. Sie seien vom Belgrad unter Druck gesetzt, ihre Gehaltskonten seien geschlossen  worden. Die albanische Seite sei damit sensibel umgegangen und bemÃ¼he sich um die RÃ¼ckkehr ihrer serbischen Kollegen: Das Fernbleiben werde als Krankheit bewertet und eine Barauszahlung des Solds ermÃ¶glicht. Zivilen Ungehorsam gab es auch bei der Justiz, der Eisenbahn und der Regionalverwaltung. 
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TÃ¤glich um 12.44 Uhr kommen Studierende an der Ibar-BrÃ¼cke in Mitrovica zusammen, um friedlich gegen die UnabhÃ¤ngigkeit zu demonstrieren. 
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<strong>Warnung!</strong>
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FÃ¼r den Fall der Festnahme von GewalttÃ¤tern, der Wiederherstellung der Zollhoheit an den GrenzÃ¼bergÃ¤ngen im Norden oder die Ankunft von EULEX-Personal kÃ¼ndigte die serbische Seite erneut Gewalt an. Das gilt als glaubwÃ¼rdig. Deutsche KFOR-Offiziere betonen Ã¼beraus deutlich, dass KFOR - schon aus GrÃ¼nden der Selbstverteidigung - dann Waffen gegen GewalttÃ¤ter einsetzen wÃ¼rde. Verkompliziert werde es dadurch, dass bei Ausschreitungen gezielt Frauen und Kinder â€žnach vorne&quot; geschickt und die internationale Presse dazu eingeladen wÃ¼rde. Man stellt sich ganz offensichtlich auf eine neue â€žQualitÃ¤t&quot; von Auseinandersetzungen ein - eingeschlossen das Risiko â€žhÃ¤sslicher Bilder&quot;.
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KFOR steht nach KPS und UNMIK-Police eigentlich in der â€ž3. Reihe&quot;. Angesichts der Reduzierung der UNMIK Special-Police-Units komme KFOR kÃ¼nftig schneller in die 1. Reihe.
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Dabei wÃ¤ren deutsche KFOR-Soldaten dann erheblich involviert: Mehr als 50% der deutschen EinsatzkrÃ¤fte im Kosovo sind zzt. im Norden stationiert: die 2. Kompanie des dt. Einsatzbataillons in Camp â€žNothing Hill&quot; sowie das ORF(Operational Reserve Force)-Bataillon, dessen Einsatz im Kosovo wegen der LageverschÃ¤rfung um 6 Wochen bis Ende Mai verlÃ¤ngert wurde. (Das ORF-Btl war vom 4.-14.3. in den Kosovo verlegt worden und sollte bis zum 23.3. wieder zurÃ¼ck in Deutschland sein.) Das ORF-Btl ist sÃ¼dlich und Ã¶stlich Mitrovoca stationiert. 
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<strong>Deutsches Einsatzkontingent</strong>
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Von den insgesamt ca. 16.000 KFOR-Soldaten stellt Deutschland fÃ¼r KFOR ca. 2.700 dt. Soldaten (19. Einsatzkontingent), davon 390 Einsatzbataillon und 512 ORF Btl, zu 55% aus Uffzen, 28% Mannschaften und 16% Offiziere. Die Soldaten kommen aus mehr als 250 Standorten. 
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Leitbrigade ist die PzBrig 12 (Weiden), die zugleich auch KrÃ¤fte fÃ¼r ISAF stellt. Das Einsatzbataillon wird im Wesentlichen vom PzGrenBtl 112 in Regen gestellt, das inzwischen zum 5. Mal im Kosovo ist (1999, 2004, 2005, 2006) und damit Ã¼ber groÃŸe ErfahrungskontinuitÃ¤t verfÃ¼gt. Vom Bataillon sind 367 im Kosovo und 509 am Heimatstandort. 
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Die Stehzeiten sind inzwischen richtigerweise flexibilisiert: fÃ¼r die Truppe gelten weiterhin vier Monate, fÃ¼r StÃ¤be, CIMIC etc. 6 Monate plus, fÃ¼r den Kommandeur 12 Monate. Am 6. April Ã¼bernimmt General GrÃ¼n das Kommando von General Bund. 
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KFOR ist in fÃ¼nf Multinational Task Forces (MNTF) untergliedert. Das Bundeswehrkontingent gehÃ¶rt traditionell schwerpunktmÃ¤ÃŸig zur MNTF South (ca. 4.000), die derzeit von einem tÃ¼rkischen General gefÃ¼hrt wird und zu der sieben Nationen (Schweiz/172,  Georgien/182, TÃ¼rkei/741, Ã–sterreich/417, Azerbeidschan/34, Bulgarie/32) beitragen. Ein Handicap des tÃ¼rkischen Kontingents ist, dass es nur im eigenen Verantwortungsbereich (im Wesentlichen zum Schutz von TÃ¼rken und Goranern) eingesetzt werden darf und der Kommandeur stark weisungsgebunden gegenÃ¼ber Ankara ist. 
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Die Area of Responsibility der MNTF S erstreckt sich Ã¼ber 84 km Nord SÃ¼d und 42 km West Ost und hat ca. 500.000 Einwohner, darunter nur 581 Kosovo-Serben.
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In 52 Tagen wurden 1.161 Patrouillen und 592 Tactical Checkpoints durchgefÃ¼hrt. Bei den ca. 2.100 Kfz-Kontrollen und ca. 6.700 Ã¼berprÃ¼ften Personen wurden keine Waffen gefunden.  
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Ein Offizier konstatiert deutliche Unterschiede gegenÃ¼ber seinem letzten Kosovo-Einsatz in 2004: Die Kosovo-Albaner verhielten sich jetzt viel gelassener und gingen nicht auf Provokationen ein. Man wisse, was ein Vorgehen gegen Minderheiten bedeuten wÃ¼rde. 
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Zur Zusammenarbeit mit der KPS heiÃŸt es: Bei der Ãœbergabe seit die KPS als korrupt und unfÃ¤hig geschildert worden. Das gelte so nicht mehr. Ãœberhaupt gebe es lÃ¤ngst nicht eine solche Bestechlichkeit wie in Afghanistan. ProfessionalitÃ¤t und Ansehen der KPS wÃ¼rden sich von Monat zu Monat verbessern.
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Im Sommerhalbjahr sind ein Dauerthema die im Unterschied zu den Containern nicht klimatisierten FeldhÃ¤user. Wo sich RÃ¤ume und Matratzen bis 40Â° aufheizen, da ist Erholung nicht mÃ¶glich. 
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<strong>Politische Perspektiven</strong>
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Der neue EU-Sonderbeauftragte Pieter Feith stimmte gerade dem Verfassungsentwurf zu. Am 15. Juni soll die neue Verfassung des Kosovo in Kraft treten. Dann mÃ¼sse die KOS-Regierung die Vorgaben des Ahtisaari-Plans umsetzen. Die Rechtsstaatlichkeitsmission EULEX soll die UNMIK-Aufgaben im Bereich Rechtsstaatlichkeit und Polizei Ã¼bernehmen und neben Beobachtung und Beratung auch begrenzte exekutive Befugnisse in den Bereichen schwerwiegende und organisierte KriminalitÃ¤t, Justizvollzug, Kriegsverbrechen, Korruption, Grenzkontrolle haben. EULEX soll 1.829 Personen umfassen, davon 1.400 Polizisten (460 in geschlossenen Einheiten), 225 Justizpersonal, 66 Verwaltungs- und 26 Zollexperten. EULEX steht vor zwei Riesenproblemen: 
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<blockquote>
	<p>
	(a) Der Ãœbergang von UNMIK zu EULEX: WÃ¤hrend die EU von der MÃ¶glichkeit ausgehe, Infrastruktur und Logistik von UNMIK Ã¼bernehmen zu kÃ¶nnen, betone die UN-Zentrale in New York die NeutralitÃ¤t von UNMIK. Die fertigen ÃœbergangsplÃ¤ne kÃ¶nnten deshalb nicht umgesetzt werden. UNMIK sei blockiert und kÃ¶nne nur reagieren. Die UNMIK-SÃ¤ule IV (Wirtschaft) ende am 30.6., dann Ã¼bernÃ¤hme die EU-Kommission. Auf jeden Fall soll eine â€žRestprÃ¤senz&quot; der UN bleiben. 
	</p>
	<p>
	(b) Die fehlende Akzeptanz von EULEX auf serbischer Seite. EULEX gilt als illegal. Besprechungen unter Beteiligung des EU Preparation Teams werden boykottiert. EULEX kÃ¶nnte nur mit KFOR-Schutz nach Norden - das aber wÃ¼rde die Mission ad absurdum fÃ¼hren. Der SchlÃ¼ssel liegt bei der Regierung in Belgrad, die zumindest fÃ¼r eine Duldung von EULEX sorgen mÃ¼sste. 
	</p>
</blockquote>
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Das alles behindert den Aufwuchs von EULEX nach Plan. 
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Insgesamt gab es vier politische Optionen: Annahme des Ahtisaari-Plans; â€žkontrollierte UnabhÃ¤ngigkeit&quot; in NÃ¤he des Ahtisaari-Plans, â€žwilde UnabhÃ¤ngigkeit&quot;, Durchwursteln. Ohne eine neue Sicherheitsratsresolution gebe es nur schlechte Optionen.
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Auf der anderen Seite habe die EU in Belgrad noch die relativ besten ZugÃ¤nge.
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Meine Frage, ob es auch bei westlichen Mitgliedern der Staatengemeinschaft eine verborgene Agenda zum Kosovo gebe (Teilung), wird wohl als SchlÃ¼sselfrage gewertet, aber nicht klar beantwortet.
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SchlÃ¼sseldaten sind die Wahlen in Serbien am 11. Mai und das Inkrafttreten der Verfassung am 15. Juni.
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Das junge Parlament hat inzwischen 28 Gesetze zur Umsetzung des Ahtisaari-Plans verabschiedet, bis Mitte Juni stehen weitere 15 an. Die albanische Parlamentsmehrheit wolle den Minderheiten ein gutes Angebot machen. Die serbischen Abgeordneten arbeiten im ParlamentsprÃ¤sidium und in den AusschÃ¼ssen mit. Nachdem das UnterstÃ¼tzungsprojekt des Bundestages abgeschlossen sei, benÃ¶tige man weitere Hilfe. 
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Unter Bildern von Ex-PrÃ¤sident Rugova mit dem Papst und Mutter Teresa betont PrÃ¤sident Dr. Sejdiu: â€žWir haben uns fÃ¼r Frieden entschlossen. Wir wollen, dass alle zu einem normalen Leben zurÃ¼ckkehren kÃ¶nnen.&quot; Er besuche oft serbische Familien und habe Serben hier empfangen. Er sei nicht gegen friedliche Proteste. Aber die Verhandlungen seien abgeschlossen. 
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Der junge und sehr prÃ¤sente stellvertretende MinisterprÃ¤sident Hajredin Kuci empfÃ¤ngt uns in einem neuen Sitzungssaal mit modernster Konferenztechnik. Nach einem â€žGelÃ¶bnis&quot; zu Demokratie und demokratischer Staatengemeinschaft, zu Kooperation + Integration statt Konflikten betont er: â€žWir erwarten Ihre Hilfe, Kritik und Empfehlungen. Sie werden es nicht bereuen, dass Sie uns unterstÃ¼tzt haben.&quot; 
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In den nÃ¤chsten 3-5 Jahren werden Kosovo Security Forces (KSF) aufgebaut. Ihre 2.500 Aktiven und 800 Reservisten werden nach strengen Kriterien ausgewÃ¤hlt. Aus dem Kosovo Protection Corps, der Auffangorganisation fÃ¼r viele Ex-UCK-KÃ¤mpfer zum Zwecke des Katastrophenschutzes, sollen nur 800-1.000 Mann Ã¼bernommen werden. Der Rest der 3.500 soll abgefunden werden. 
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<strong>Freispruch des ehemaligen UCK-FÃ¼hrers und Ex-MinisterprÃ¤sidenten Ramush Haradinaj</strong> vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag vom Vorwurf der Verbrechen gegen die Menschlichkeit: Als wir uns per Hubschrauber dem Flughafen Pristina nÃ¤hern, landet unter uns gerade die Austrian Airlines Maschine mit Haradinaj. Er wird von einem groÃŸen Medien- und Demonstrantenaufgebot empfangen. Die Lage ist heikel, weil sich an dem Freispruch krass die Geister scheiden. Die serbische Seite wertet ihn als BestÃ¤tigung der eigenen Opfererfahrung: â€žVon der Internationalen Gemeinschaft erfahren wir nur Unrecht&quot;. Es ist ein Freispruch aus einem ganz speziellen Mangel an Beweisen: vier Zeugen wurden umgebracht und sogar auch ein ermittelnder Polizist. Es besteht der Verdacht auf Protektion von hÃ¶chster Ebene. Haradinaj galt bei KFOR und UN als verlÃ¤sslicher Ordnungsfaktor. Ein solcher Verfahrensausgang lÃ¤uft allen BemÃ¼hungen zuwider, im Kosovo die Herrschaft des Rechts zu verankern.
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<strong>FlÃ¼chtige EindrÃ¼cke</strong>
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In Pristina ist das groÃŸe GebÃ¤ude der UNMIK-Polizei inzwischen an die KPS Ã¼bergeben. Die HauptstraÃŸe Boulevardi Nena Tereze ist zu einer groÃŸzÃ¼gigen FuÃŸgÃ¤ngerzone geworden. Am Denkmal fÃ¼r den UCK-KÃ¤mpfer treffen die politischen â€žTraditionslinien&quot; zusammen: SchrÃ¤g gegenÃ¼ber hÃ¤ngt ein GroÃŸposter mit Ibrahim Rugova, dem langjÃ¤hrigen FÃ¼hrer des gewaltfreien kosovarischen Widerstandes.  An einige HauswÃ¤nde sind Absagen  an UNMIK und EULEX gesprayt. 
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Am Flughafen freudige Wiederbegegnung mit einem Beamten vom German Police Support Team, den ich zuletzt im heiÃŸen MÃ¤rz 2004 getroffen hatte.
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In der Zeitung des Forum Ziviler Friedensdienst â€žFrieden braucht Fachleute&quot; 1/2008 berichtet die bisherige Regionalkoordinatorin fÃ¼r den Westlichen Balkan, Sarah Degen, von der Plattform von Friedensorganisationen â€žProPeace&quot; im Kosovo, die auf beiden Seiten fÃ¼r Gewaltfreiheit haben. In Nord-Mitrovica wurde zwischen den Fronten vermittelt.  
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<strong>RÃ¼ckblick</strong>
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25.-28. Juni 2007 Besuch der Obleute des Verteidigungsausschusses in <strong>Kosovo und Bosnien-Herzegowina</strong>, an dem aber nur je ein Vertreter von SPD, Linksfraktion und GrÃ¼nen teilnahm. 
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In <strong>Pristina</strong> GesprÃ¤che mit dem Leiter des Dt. VerbindungsbÃ¼ros Eugen Wollfahrt, Vertretern des dt. Kontingents bei der UNMIK-Police, dem Kommandeur KFOR Generalleutnant Kather, dem PrÃ¤sidenten des Kosovo, Dr. Sejduk, dem ParlamentsprÃ¤sidium, dem Sonderbeauftragten des VN-General-sekretÃ¤rs RÃ¼cker, dem OSZE-Vertreter; in <strong>Prizren</strong> GesprÃ¤che mit dem Kommandeur des 17. Dt. Einsatzkontingents KFOR, Brigadegeneral Bund, und seinem Stab, mit dem Kommandeur der Multinationalen Brigade SÃ¼d, dem tÃ¼rkischen Brigadegeneral Tarcin, sowie Einweisung in das Schutzkonzept Novake und Besuch der Heeresflieger (Hubschrauber) in Toplicane.
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Angesichts der immer wieder enttÃ¤uschten Hoffnungen auf eine politische LÃ¶sung/UnabhÃ¤ngigkeit sei das GlaubwÃ¼rdigkeitskapital der Internationalen Gemeinschaft wie auch der politischen Klasse bei den Kosovoalbanern fast aufgebraucht. Eine Stimmung wachse, dass es â€žZeit wird, die Dinge in die eigenen HÃ¤nde zu nehmen.&quot; Die Lage sei ruhig, aber nicht stabil und nicht vorhersehbar. Wenn es nicht bald eine Perspektive gebe, dann sei eine ganz neue Lage zu befÃ¼rchten. KFOR sei ganz anders als 2004 auf Unruhen vorbereitet: von der Kommunikations- und Dialogstrategie (â€žwalk + talk&quot;) und interethnische VerstÃ¤ndigungs-PR Ã¼ber gemeinsame Patrouillen von KFOR mit serbischen, mazedonischen, albanischen und montenegrinischen SicherheitskrÃ¤ften bis zur gemeinsamen FÃ¼hrung, Ausstattung, Ausbildung, Luftbeweglichkeit und der Befreiung von nationalen Vorbehalten. In der serbischen Enklave Novake fÃ¼hrt uns KFOR einen Schutzeinsatz gegen â€žanrÃ¼ckende gewaltbereite Demonstranten&quot; vor. Trotzdem: Nicht jede Lage sei beherrschbar. Und eine kosovarische UnabhÃ¤ngigkeitserklÃ¤rung, die unilateral von einem KFOR-Mitglied unterstÃ¼tzt wÃ¼rde, sei ein Super-GAU. Damit verlÃ¶ren UNMIK und KFOR ihre vÃ¶lkerrechtliche Grundlage und HandlungsmÃ¶glichkeit. 
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Erschwerend kommt hinzu, dass UNMIK personell schwÃ¤cher wird. In Erwartung des absehbaren Endes von UNMIK bewerben sich erfahrene MitarbeiterInnen auf andere VN-Posten. Die â€ž3. Reihe&quot; rÃ¼ckt nach vorne. Der Kosovo Police Service (KPS) gehÃ¶rt zu den wenigen Erfolgsgeschichten des Statebuilding im Kosovo. Ihre Grenzen sind bei der Organisierten KriminalitÃ¤t.   
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Ãœber UNMIK erhalten wir eine beeindruckende 12-seitige Liste mit Minderheitenprojekten der kosovarischen Regierung. 
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Die nÃ¤chsten Monate werden besonders heikel und explosiv. Mit Deutschen an der Spitze von UNMIK, KFOR und OSZE sowie der Spezialisierten UNMIK-Einheiten, der Abteilung Organisierte KriminalitÃ¤t, der Grenzpolizei und des UNMIK-Police-Stabes ist die Bundesrepublik ganz unmittelbar in besonderer Verantwortung.  
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<em>â€žWie verhÃ¤lt sich die Bundesregierung bei einseitiger UnabhÃ¤ngigkeit? Das bewegt hier jeden!&quot;</em>
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Nach einem spektakulÃ¤ren Hubschrauberflug Ã¼ber Albanien, Montenegro, Kroatien/Dubrovnik, Mostar und das TÃ¼rkis der Neretwa in <strong>Sarajevo</strong> GesprÃ¤che mit dem dt. Botschafter Michael Schmunk, MinisterprÃ¤sident Spiric und Verteidigungsminister Cikotic, dem Verteidigungsausschuss von Bosnien + Herzegowina, dem Kommandeur des 8. Dt. Einsatzkontingents EUFOR, Oberst Giegeling, und Flottillenadmiral Witthauer, COMEUFOR. 
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In BOS &amp; HERZ herrsche eine totale Reformblockade. Die Zeitungen seien reine Kampfinstrumente, die Zivilgesellschaft sei besonders schwach. Der top down Ansatz der Internationalen Gemeinschaft habe hier nicht funktioniert. Aber immerhin: Die massive Gewalt sei gebannt. Von den 166 gesuchten Kriegsverbrechern auf der Fahnungsliste von Den Haag sind noch vier (!!) Ã¼brig. Eine so Ã¼berraschende wie gute Nachricht! Wo IFOR 1995 mit 60.000 Mann begann, umfasst EUFOR heute noch 6.000. In einigen Monaten werden es nur noch 2.500 sein, davon ca. 250 Bundeswehr. Der â€žEinsatz&quot; findet dann Ã¼berwiegend mit Hilfe der Ã¼ber`s ganze Land verteilten 45 LOT-HÃ¤user (Liaison + Observation Teams) mit ihren jeweils neun Soldaten statt. Mit anderen Worten: In BOS&amp;HERZ lÃ¤uft zzt. die erste groÃŸe RÃ¼ckfÃ¼hrungs(Exit)operation eines lang andauernden Kontingenteinsatzes, an dem die Bundesrepublik beteiligt ist.
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Bei der abendlichen AltstadtfÃ¼hrung durch Botschafter Schmunk begegnen uns nicht nur viele sommerfrohe junge Menschen, sondern auch die dicht beieinander stehenden GotteshÃ¤user des  â€žJerusalem des Balkan&quot; - und die Orte, wo Zivilisten Ã¼ber drei Jahre bis 1995 von den serbischen Belagerern erschossen und zerfetzt wurden.
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<u>Weitere Informationen</u>
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- International Crisis Group: Kosovo`s First Month, Policy Briefing NÂ° 47, MÃ¤rz 2008
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- Bundestagsdebatte zum Antrag der Fraktion â€žDie Linke&quot; fÃ¼r einen sofortigen Abzug der Bundeswehr aus dem Kosovo vom 24. April 2008, dabei insbesondere die Rede von JÃ¼rgen Trittin (<a href="http://www.bundestag.de/">http://www.bundestag.de/</a>) 
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- Kosovo-Berichte von W. Nachtwei:&quot; Kosovo ein Jahr nach den MÃ¤rz-Unruhen: viel Stagnation und wichtige Fortschritte&quot;, MÃ¤rz 2005; â€žPolizeimissionen auf dem Balkan - Gewaltexplosion im Kosovo. Besuch bei EUPM und UNMIK Police 15.-17. MÃ¤rz 2004; â€žStudienfahrt Friedensarbeit auf dem Balkan - Zivile Konfliktbearbeitung in Kosovo - Mazedonien&quot;, 26. Oktober-2. November 2003 (www.nachtwei.de)
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