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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Zivile KrisenprÃ¤vention - grÃ¼ner Markenkern in der Friedenspolitik? Mein Impuls bei der BAG Frieden der GrÃ¼nen </title>
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    <span class="xar-mod-title"><p>Zivile Konfliktbearbeitung und Friedensf&ouml;rderung</p></span>

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        <h1>
            Zivile KrisenprÃ¤vention - grÃ¼ner Markenkern in der Friedenspolitik? Mein Impuls bei der BAG Frieden der GrÃ¼nen          </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=7">Nachtwei</a> am 13. Mai 2019 14:43:01 +02:00 (47508 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Zusammen mit einzelnen KollegInnen der SPD (v.a. Uta Zapf) waren Gr&uuml;ne Treiber des neuen Politikfeldes Zivile Krisenpr&auml;vention im Bundestag seit den 1990er Jahren. Der Aktionsplan Zivile Krisenpr&auml;vention von 2004 und der Unterausschuss ZKP &amp; vernetzte Sicherheit gingen auf gr&uuml;ne Initiativen zur&uuml;ck. Seit 2014 sind die gr&uuml;nen MdB&nbsp; Franziska Brantner und Ottmar von Holtz Vorsitzende des Unterausschusses. Das alles ist Grund zu Selbstbewewusstsein, aber keineswegs zu Selbstzufriedenheit. &nbsp;</p></div>
            <div>    <p align="center"><strong>Zivile Krisenpr&auml;vention &ndash; gr&uuml;ner Markenkern in der Friedenspolitik?</strong></p>
<p align="center"><strong>Impuls von Winni Nachtwei<a title="" href="#_ftn1"><strong>[1]</strong></a> bei der</strong></p>
<p align="center"><strong>BAG Frieden von B&uuml;ndnis 90/Die Gr&uuml;nen</strong> am 16.03.2019 in Berlin</p>
<p align="center"><em>(Weiterer Impuls von Ekki Forberg/World Vision</em></p>
<p align="center"><em>Erg&auml;nzungen ggb. dem gesprochenen Wort kursiv)</em></p>
<p>Die Entwicklung des Politikfeldes Zivile Krisenpr&auml;vention erlebe ich als teilnehmender Beobachter inzwischen seit mehr als drei&szlig;ig Jahren. Wichtige Stationen waren der Bundeskongress Soziale Verteidigung 1988 in Minden, der Aufbau neuer Instrumente der Zivilen Konfliktbearbeitung ab 1998, der Aktionsplan Zivile Krisenpr&auml;vention der Bundesregierung 2004, die Mitgliedschaft im Beirat Zivile Krisenpr&auml;vention der Bundesregierung seit Gr&uuml;ndung 2005.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">(1) Die Rolle der Zivilen Krisenpr&auml;vention in der Entwicklung gr&uuml;ner Friedenspolitik</span></strong></p>
<p>Die Friedensbewegung der 1980er Jahre war prim&auml;r Protestbewegung gegen die Stationierung neuer US-Mittelstreckenraketen in Westeuropa, insbesondere der Bundesrepublik, und das atomare Wettr&uuml;sten. Der Fokus der Gr&uuml;nen lag dabei auf der block&uuml;bergreifenden Orientierung und einseitiger Abr&uuml;stung (<em>1987 Antrag &bdquo;Atomwaffenverzicht ins Grundgesetz&ldquo;, Drs. 11/757, Brosch&uuml;re der Kommission &bdquo;Atomwaffenverzicht &hellip;&ldquo; der Partei von 1988)</em></p>
<p>Wo die beiden deutschen Staaten und Europa zum atomaren Schlachtfeld zu werden drohten, waren Alternativen der Sicherheitspolitik ein Thema nur f&uuml;r kleinere Teile der Friedensbewegung (<em>z.B. Konzepte struktureller konventioneller Nichtangriffsf&auml;higkeit</em>)</p>
<p>Ein mit &uuml;ber 1000 TeilnehmerInnen unerwartet starkes Startsignal f&uuml;r die Suche nach gewaltfreien Alternativen war 1988 der Bundeskongress Soziale Verteidigung in Minden mit der Losung &bdquo;Ohne Waffen, aber nicht wehrlos. Wege zur Sozialen Verteidigung&ldquo;. (<em>Die Forderung nach Einf&uuml;hrung der Sozialen Verteidigung als Alternative zur milit&auml;rischen Verteidigung stand zeitweilig in gr&uuml;nen Programmen. Vork&auml;mpfer daf&uuml;r war Roland Vogt)</em></p>
<p>In kirchlichen und zivilgesellschaftlichen Kreisen entstand Anfang der 1990er Jahre die <strong>Idee eines professionellen Zivilen Friedensdienstes (ZFD)</strong>, der bei den Gr&uuml;nen von vorneherein auf gro&szlig;e Sympathie stie&szlig;. Mit dem Wiedereinzug von B&uuml;ndnis 90/Die Gr&uuml;nen 1994 in den Bundestag und dem Ende des Bosnienkrieges 1995 zeigten sich Notwendigkeit und &nbsp;M&ouml;glichkeiten, die Idee auch praktisch umzusetzen. In der verfeindeten Nachkriegsgesellschaft von Bosnien &amp; Herzegowina war der Bedarf nach gesellschaftlicher Entfeindungs- und Vers&ouml;hnungsarbeit offensichtlich. Ein ZFD war hierf&uuml;r ein innovatives und vielversprechendes Instrument. Unterst&uuml;tzt von den Bisch&ouml;fen Spital und Huber initiierten Gert Weisskirchen (SPD), Reiner Eppelmann (CDU) und ich 1996 im Bundestag einen Gruppenantrag, der auch von Christa Nickels (B`90/Gr&uuml;ne), Uta Zapf, Markus Meckel (SPD) und Heiner Gei&szlig;ler, Achim Laschet (CDU) unterst&uuml;tzt wurde. Entwicklungsminister Spranger blockierte sann aber die Initiative, die ihm zu sehr nach &bdquo;Pax Christi&ldquo; roch. <em>(vgl. auch die Resolution &bdquo;Bew&auml;hrung f&uuml;r gewaltfreie Politik&ldquo; des L&auml;nderrats im Mai 1996 in Erfurt, </em><a href="index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1408"><em>http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1408</em></a><em> )</em></p>
<p>Nachdem wir im ersten rot-gr&uuml;nen Koalitionsvertrag in NRW 1995 eine entsprechende Vereinbarung verankert hatten, startete im Mai 1997 in Frille bei Minden das erste staatlich finanzierte Ausbildungsprojekt in Ziviler Konfliktbearbeitung.</p>
<p>Mit dem rot-gr&uuml;nen Koalitionsvertrag 1998 auf Bundesebene begann der Aufbau einer <strong>Infrastruktur Zivile Krisenpr&auml;vention</strong> (<em>der Begriff stammt von Tagungen zur Zivilen Konfliktbearbeitung mit J&ouml;rg Callie&szlig; an der Evangelischen Akademie Loccum</em>). Ihre wesentlichen S&auml;ulen wurden</p>
<p>- der ZFD als Gemeinschaftswerk von deutschen Friedens- und Entwicklungsorganisationen und dem Entwicklungsministerium (BMZ);</p>
<p>- das Zentrum Internationale Friedenseins&auml;tze (ZIF) in Berlin, das ziviles Fachpersonal f&uuml;r Friedensmissionen ausbilden sollte (angelehnt an das AA), <a href="http://www.zif-berlin.org/">http://www.zif-berlin.org/</a></p>
<p>- die Weiterentwicklung der deutschen Teilnahme an Internationalen Polizeimissionen (IPM),</p>
<p>- die Deutsche Stiftung Friedensforschung in Osnabr&uuml;ck, <a href="https://bundesstiftung-friedensforschung.de/">https://bundesstiftung-friedensforschung.de/</a></p>
<p>- die Arbeitsgemeinschaft Frieden und Entwicklung (FriEnt), <a href="https://www.frient.de/">https://www.frient.de/</a></p>
<p>- das Gesamtkonzept &bdquo;Zivile Krisenpr&auml;vention, Konfliktl&ouml;sung und Friedenskonsolidierung&ldquo; vom M&auml;rz 2000, <a href="https://www.cpti.ws/conf/02/ger/zusatz/gesamtkonzept.pdf">https://www.cpti.ws/conf/02/ger/zusatz/gesamtkonzept.pdf</a></p>
<p align="left"><em>F&uuml;r die konzeptionelle Weiterentwicklung der ZKP wurde der rot-gr&uuml;ne Koalitionsantrag&nbsp; &bdquo;F&ouml;rderung der Handlungsf&auml;higkeit zur Zivilen Krisenpr&auml;vention, zivilen Konfliktregelung und Friedenskonsolidierung&ldquo; von Uta Zapf, Winfried Nachtwei und ihren Fraktionen zentral. (Formuliert hatte den Antrag im Wesentlichen Andreas K&ouml;rner, Wiss. Mitarbeiter in der gr&uuml;nen Fraktion und mehrere Jahre BAG-Sprecher. Der Antrag Drs. 14/3862 wurde am 15.3.2001 mit den Stimmen der rot-gr&uuml;nen Koalition beschlossen.)</em></p>
<p>Im zweiten rot-gr&uuml;nen Koalitionsvertrag auf Bundesebene (2002) konnten wir von gr&uuml;ner Seite das Vorhaben <strong>&bdquo;Aktionsplan Zivile Krisenpr&auml;vention</strong> (&hellip;)&ldquo; verankern. Dieser sollte eine weitere konzeptionelle Kl&auml;rung des neuen Politikfeldes bringen (z.B. drei strategische Ansatzpunkte) und eine systematische St&auml;rkung der ZKP erm&ouml;glichen (161 Aktionen). Der im AA zust&auml;ndige und zugleich gr&uuml;nnahe Beamte nahm den Ball sofort auf und trug wesentlich dazu bei, dass das Bundeskabinett nach einer Konsultationsphase am 12. Mai 2004 den Aktionsplan beschloss. <em>(In der deutschen und internationalen Fach&ouml;ffentlichkeit war die Resonanz sehr lobend. In der allgemeinen &Ouml;ffentlichkeit blieb der Aktionsplan lange unbeachtet.)</em></p>
<p>Von Gr&uuml;ner Seite waren in der rot-gr&uuml;nen Exekutive vor allem die AA-StaatsministerInnen Ludger Volmer und Kerstin M&uuml;ller treibende Kr&auml;fte bei der Operationalisierung des Politikfeldes ZKP. 2004 gelang es uns, f&uuml;r das neue Medienprojekt Peace Counts eine dreij&auml;hrige F&ouml;rderung durch das AA zu erm&ouml;glichen. <em>(Peace Counts wurde zu dem Erfolgsprojekt einer Friedensberichterstattung, wo Zivile Krisenpr&auml;vention ansonsten unter dem Handicap struktureller &bdquo;Unsichtbarkeit&ldquo; leidet.) </em>Vor dem Hintergrund eines Koalitionsstreits um ein R&uuml;stungsprojekt konnten wir 2005 das Verteidigungsministerium veranlassen, dem bisher &bdquo;mittellosen&ldquo; Ressortkreis Zivile Krisenpr&auml;vention 10 Mio. Euro zur Verf&uuml;gung zu stellen.</p>
<p>Ansonsten war die Gr&uuml;ne Fraktion die einzige, die regelm&auml;&szlig;ig zu den Umsetzungsberichten zum Aktionsplan Stellung nahm.</p>
<p>Mit dem Wechsel 2005 in die Opposition verringerten sich die M&ouml;glichkeiten der Gr&uuml;nen als Treiber einer weiteren ZKP-St&auml;rkung erheblich. &Uuml;berraschend erfolgreich war dann zu Beginn der 17. Legislaturperiode 2010 die <strong>Initiative f&uuml;r einen Unterausschuss ZKP</strong> des Ausw&auml;rtigen Ausschusses. Kerstin M&uuml;ller nahm die Empfehlung von Friedensforschern auf, brachte sie im Ausw&auml;rtigen Ausschuss ein &ndash; und bekam die Zustimmung ihrer KollegInnen. Seit 2010 gibt es nun den Unterausschuss&nbsp; ZKP und vernetztes Handeln. Er hat sich als Forum des Politikfeldes ausgesprochen bew&auml;hrt. Da er so viel &ouml;ffentlich tagt wie kein anderer Ausschuss, erm&ouml;glicht er eine f&uuml;r die Fach-Community einmalige Transparenz. Dass die Gr&uuml;nen nach Franziska Brantner mit Ottmar von Holtz zum zweiten Mal den UA-Vorsitzenden stellen, zeigt, dass gr&uuml;ne Kompetenz hier besonders anerkannt ist.</p>
<p>Vor dem Hintergrund der Krisenh&auml;ufungen und ministerieller Review-Prozesse bekam das Politikfeld seit 2014/15 einen neuen Schub. Sichtbar wurde das mit der neuen Abteilung S im AA, mit dem erstmaligen Besuch eines Bundespr&auml;sidenten (Gauck) im ZIF und einer Bundestagsdebatte, wo ein Au&szlig;enminister (Steinmeier) erstmalig mit Engagement und Sachverstand zu ZKP sprach, schlie&szlig;lich mit den nach einem einmaligen Konsultationsprozess vom Bundeskabinett im Juni 2017 beschlossenen Leitlinien &bdquo;Krisen verhindern, Konflikte bew&auml;ltigen, Frieden f&ouml;rdern&ldquo;.</p>
<p><strong>Zusammengefasst:</strong> In den letzten 25 Jahren waren die Gr&uuml;nen zusammen mit engagierten SPD-KollegInnen<a title="" href="#_ftn2">[2]</a> wesentliche Initiatoren und Treiber auf dem Politikfeld. Regelm&auml;&szlig;ig beackert wurde das Feld in beiden Fraktionen aber nur von sehr wenigen Abgeordneten und MitarbeiterInnen. (<em>Auf Seiten der Union und FDP gab es &uuml;ber die Jahre viel Desinteresse, bei wenigen einzelnen Abgeordneten aber auch ehrliches Interesse und Engagement. Inzwischen geh&ouml;rt Krisenpr&auml;vention auch bei der Union zur Rhetorik. Bei der FDP ist neuerdings Engagement sp&uuml;rbar.</em>)</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">(2) Rolle der ZKP bei den Gr&uuml;nen heute</span></strong></p>
<p>In Sachen langfristiger und struktureller Krisenpr&auml;vention und bei Initiativen zur politischen Konfliktl&ouml;sung stehen die Gr&uuml;nen vorne unter den Parteien. Exemplarisch daf&uuml;r steht gr&uuml;ne Klimapolitik. Bei der Zivilen Krisenpr&auml;vention im engeren, kurzfristigeren Sinne sieht es anders aus.</p>
<p>Im Vergleich zu den anderen Parteien sehe ich auch hier die Gr&uuml;nen vorne: In der Programmatik, in politischen Initiativen. Einzig die gr&uuml;ne Bundestagsfraktion hat eine Fraktionsreferentin f&uuml;r ZKP. Allein die gr&uuml;ne Fraktion machte mit ihrem Fraktionsbeschluss &bdquo;Eckpunkte zur Zivilen Krisenpr&auml;vention und Friedensf&ouml;rderung&ldquo; vom 18.10.2016 umfassende, konkrete und vorw&auml;rts weisende Vorschl&auml;ge zum Leitlinienprozess. ( <a href="https://www.gruene-bundestag.de/files/beschluesse/Krisenpr%C3%A4vention.pdf">https://www.gruene-bundestag.de/files/beschluesse/Krisenpr%C3%A4vention.pdf</a> )</p>
<p>Dar&uuml;ber hinaus f&auml;llt mir aber seit vielen Jahren auf, wie wenige Abgeordnete intensiver an ZKP arbeiten. Im Unterausschuss oder bei Veranstaltungen zur ZKP war immer nur die zust&auml;ndige Abgeordnete zu sehen. Auch in der Partei sind ausgesprochen wenige ZKP-Fachleute erkennbar. Dass viele in der ZKP-Community Gr&uuml;n w&auml;hlen, etliche Mitglieder sind, steht auf einem anderen Blatt.</p>
<p>Seit Aufkommen der ZKP beobachte ich bei Gr&uuml;n`s ein durchg&auml;ngiges Muster: hohe Sympathie gegen&uuml;ber dem Ansatz ZKP, selbstverst&auml;ndliche Zustimmung, seit etlichen Jahren auch heftige Beschw&ouml;rungen (&bdquo;ZKP muss im Mittelpunkt deutscher Au&szlig;enpolitik stehen!&ldquo;). Zugleich aber kaum Diskurs, erst recht kein Streit dazu, sehr wenig konkretes Interesse (<em>vgl. Anfragen nach Vortragsangeboten, vgl. der bisherige Debatten-Verteiler der BAG</em>). Bei Programmdebatten kamen wichtige &Auml;nderungsantr&auml;ge einzig aus den Reihen der BAG.</p>
<p>Was unsere berechtigte Dauerkritik an der Bundesregierung ist (R&uuml;ckstand der ZKP-F&auml;higkeiten und &ndash;kapazit&auml;ten), trifft &ndash; in geringerem Ma&szlig;e - auch f&uuml;r uns Gr&uuml;ne zu: Gemessen an den enorm wachsenden Anforderungen heutiger Krisenpr&auml;vention und &ndash;bew&auml;ltigung liegen die gr&uuml;nen ZKP-Kapazit&auml;ten weit zur&uuml;ck.</p>
<p>Markenkern? ZKP sollte in der Tat ein Markenkern gr&uuml;ner Friedenspolitik sein. Der pr&auml;ventive Ansatz wird in der operativen Au&szlig;enpolitik auch, so mein Eindruck, engagiert verfolgt. Zugleich empfinde ich die beliebten Beschw&ouml;rungen von ZKP durch gr&uuml;ne SpitzenvertreterInnen immer wieder als recht vollmundig. Unser Anspruch ist unseren F&auml;higkeiten weit voraus.</p>
<p>Die Gr&uuml;nen haben ma&szlig;geblich dazu beigetragen, dass Deutschland auf dem Feld der Zivilen Krisenpr&auml;vention international zur F&uuml;hrungsgruppe geh&ouml;rt. Zugleich ist uns bewusst, wie weit wir noch dem galoppierenden Bedarf hinterherhinken. Insofern haben wir allen Grund zu Selbstbewusstsein wie konstruktiver Unzufriedenheit &ndash; und keinerlei Veranlassung zu Selbstzufriedenheit.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">ANHANG</span></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Anmerkungen zu Vorteilen/St&auml;rken, Schw&auml;chen/Grenzen und n&auml;chsten Schritten der ZKP </span></strong>(<em>f&uuml;r die BAG vorbereitet, aber nicht mehr zur Sprache gekommen</em>)</p>
<p><strong>(3) Vorteile/St&auml;rken</strong></p>
<p>- Verh&uuml;tung kostspieliger/opferreicher Konflikteskalationen, physischer und sozialer/ psychischer Zerst&ouml;rungen;</p>
<p>- es gibt viel mehr Akteure, Erfahrungen, Instrumente, Ans&auml;tze, Erfolge als gemeinhin bekannt;</p>
<p><em>(vgl.die sehr empfehlenswerte &nbsp;Neuerscheinung von Sarah Brockmeier/Philipp Rotmann, Krieg vor der Haust&uuml;r &ndash; Die Gewalt in Europas Nachbarschaft und was wir dagegen tun k&ouml;nnen ; Ute Scheub/Hrg, Wie Frauen und M&auml;nner weltweit Kriege beenden und Umwelt retten, 33 Reportagen, H. B&ouml;ll Stiftung 2012, </em><a href="index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1167"><em>http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1167</em></a><em>; </em></p>
<p><em>Berichte von den Tagen des Peacekeepers in Berlin seit 2013 auf </em><a href="http://www.nachtwei.de"><em>www.nachtwei.de</em></a><em> ; Christine Schweitzer, Ziviler Widerstand und Soziale Verteidigung, in: Neue Wege Soziale Verteidigung, August 2018, </em><a href="https://www.soziale-verteidigung.de/uploads/media/58_Jahrestagung_2018_SV_web_01.pdf"><em>https://www.soziale-verteidigung.de/uploads/media/58_Jahrestagung_2018_SV_web_01.pdf</em></a><em> )</em></p>
<p>- Viel mehr potenzielle (Ansprech-)Partner bei der Gewaltpr&auml;vention als in unserem Spektrum gemeinhin angenommen wird (z.B. bei Milit&auml;rs und Polizei in Stabilisierungs- und Friedensmissionen, eigene Erfahrungen mit KFOR im Kosovo; viel Ablehnung von &bdquo;milit&auml;rischen L&ouml;sungen&ldquo; gerade auch bei Einsatzerfahrenen)</p>
<p>- Bei verschiedenen Umfragen zu au&szlig;en- und sicherheitspolitischen Einstellungen durchweg hohe Zustimmung, zu Diplomatie, humanit&auml;rer Hilfe, Pr&auml;vention.</p>
<p><strong>(4) Schw&auml;chen/Grenzen</strong></p>
<p>- Relative &bdquo;Unsichtbarkeit von ZKP mit ihren Prozessen, Gespr&auml;chen, Verhandlungen hinter den Kulissen, mit unsichtbaren Erfolgen (die ausbleibende Gewaltexplosion); die &bdquo;Streitlosigkeit&ldquo;; das Fehlen prominenter Gesichter (in der Startphase standen Johannes Rau, Hans Koschnik daf&uuml;r); die Konkurrenz des medialen Bad-news-Mechanismus und die &bdquo;Attraktivit&auml;t&ldquo; von Gewaltnachrichten: Wo es an Sichtbarkeit fehlt, fehlt es auch an politischen Gewicht und Druck (strategisches Handicap)</p>
<p>- Die notorische personelle und finanzielle Unterausstattung; an ZKP l&auml;sst sich nichts &bdquo;verdienen&ldquo; (&bdquo;nur&ldquo; gesamtgesellschaftlich).</p>
<p>- ZKP ist sehr voraussetzungsreich: Sie ist angewiesen auf Regionalkompetenz, Ansprechbarkeit, Dialog- und Kooperationsbereitschaft, Koh&auml;renz und Kompromissf&auml;higkeit. ZKP ist begrenzt bis gar nicht wirksam direkt gegen&uuml;ber Autorit&auml;ren, harten Machtpolitikern, aggressiven Friedensst&ouml;rern, Organisierter Kriminalit&auml;t, fundamentalistischem Terrorismus.</p>
<p>- Mit Zivilem Peacekeeping (Unarmed Civilien Protection) gibt es inzwischen erfolgreiche Optionen zum Schutz von Zivilbev&ouml;lkerung vor Gewalt. In F&auml;llen von Gro&szlig;gefahrenabwehr, Schutz vor Massengewalt/V&ouml;lkermord (Bedrohungsstufe IS/Daesh, Ruanda, NS-Einsatzgruppen/SS) ist ZKP aber &uuml;berfordert</p>
<p>- Wahrnehmungsmuster/Erwartungen: &Uuml;berh&ouml;hte Erwartungen an ZKP als Allesk&ouml;nner mit Erfolgsgarantie (Machbarkeitsillusionen), als Globalalternative zu Krisenreaktion/-bew&auml;ltigung und kurzfristiger&nbsp; Gro&szlig;gefahrenabwehr; eine Art von Silo-Denken, wo gesellschaftliche Friedensdienste als&nbsp; d i e&nbsp; friedenspolitische Alternative gelten.</p>
<p><strong>(5) N&auml;chste Schritte</strong></p>
<p>- Strategieentwicklung (zzt. bei den Ressorts zu Rechtsstaatsf&ouml;rderung, Unterst&uuml;tzung Sicherheitssektorreform, Vergangenheitsarbeit und Vers&ouml;hnung/Transitional Justice)</p>
<p>- Wirkungsorientierung statt Symbolpolitik: Was ist unter welchen Bedingungen mit welchen Ans&auml;tzen &uuml;berhaupt beeinflussbar/erreichbar, Wirkungsbeobachtung</p>
<p>- Konzeption &bdquo;F&auml;higkeiten Krisen verhindern, Frieden f&ouml;rdern (zivil)&ldquo; (Empfehlung des Beirats Zivile Krisenpr&auml;vention an die Koalitionsverhandler von Union und SPD Anfang 2018)</p>
<p>- Chancenorientierung: konstruktive Potenziale systematisch identifizieren und nutzen</p>
<p>- professionelle &Ouml;ffentlichkeitsarbeit/Kommunikation, ZKP sichtbarer werden lassen</p>
<p>- Kl&auml;rung offener/verdr&auml;ngter (Streit)Fragen</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Vortragsangebote </span></strong><span style="text-decoration: underline;">(alle bebildert)</span></p>
<ul>
<li><strong>Krisen verhindern, Konflikte bew&auml;ltigen Frieden f&ouml;rdern</strong> &ndash; Entwicklung. Erfahrungen und Perspektiven der Zivilen Krisenpr&auml;vention (Werkstattbericht)</li>
<li>Vor <strong>35 Jahren Friedensbewegung wie nie</strong> im M&uuml;nsterland, Bericht eines reflektierten Zeitzeugen (mit Schlussteil zur Neuauflage des atomaren Wettr&uuml;stens), <a href="https://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Coesfeld/Nottuln/3718290-Friedensgruppen-Kreis-Coesfeld-Weiter-fuer-die-Aechtung-von-Atomwaffen-werben">https://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Coesfeld/Nottuln/3718290-Friedensgruppen-Kreis-Coesfeld-Weiter-fuer-die-Aechtung-von-Atomwaffen-werben</a></li>
<li><strong>Vergessene Eins&auml;tze? Die deutsche Beteiligung</strong> an internationalen Kriseneins&auml;tzen: Bilanz und Schlussfolgerungen (z.B. Balkan, Afghanistan)</li>
<li>&bdquo;Nie wieder!&ldquo; Nie wieder? <strong>Verantwortung zum Schutz</strong> vor Krieg und Massengewalt</li>
<li><strong>Wuchernde und n&auml;her r&uuml;ckende Krisen und Konflikte: Wirksamer Krieg verh&uuml;ten und Frieden f&ouml;rdern</strong>(Vorschlag im Kontext der Diskussion um das neue gr&uuml;ne Grundsatzprogramm)</li>
</ul>
<p>( <a href="index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1561">http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1561</a> ; <a href="mailto:winfried@nachtwei.de">winfried@nachtwei.de</a> )</p>
<div><br clear="all" /><hr align="left" size="1" width="33%" />
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref1">[1]</a> Mitglied im Beirat Zivile Krisenpr&auml;vention der Bundesregierung (die letzten sieben Jahre als Ko-Vorsitzender), im Vorstand der Dt. Gesellschaft f&uuml;r die Vereinten Nationen/DGVN; MdB 1994-2009, kooptiertes Mitglied der BAG Frieden. Liste meiner Berichte + Beitr&auml;ge zu Ziviler Krisenpr&auml;vention + Friedensf&ouml;rderung unter <a href="index.php?module=articles&amp;func=display&amp;catid=77&amp;aid=1561">http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;catid=77&amp;aid=1561</a></p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref2">[2]</a> Seit 2011 leitete MdB Edelgard Bulmahn (SPD) bei der Friedrich-Ebert-Stiftung die AG &bdquo;Zivile Krisenpr&auml;vention und Konfliktbearbeitung&ldquo;, in der sie mit profilierten ZKP-Fachleuten mehrere Studien ver&ouml;ffentlichte, z.B. 2913 Eckpunkte einer Strategie f&uuml;r Friedensf&ouml;rderung und Konflikttransformation., <a href="http://library.fes.de/pdf-files/iez/09679-20140724.pdf">http://library.fes.de/pdf-files/iez/09679-20140724.pdf</a></p>
</div>
</div></div>


           <br />
                        </div>
   </div>
</div></channel>
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