    <rss version="2.0" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/" xmlns:admin="http://webns.net/mvcb/" xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/">
     <channel>
        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Better news statt bad news aus Afghanistan V</title>
        <link>http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;ptid=1&amp;catid=74-81&amp;aid=858</link>
        <description></description>
        <dc:language>en-us</dc:language> 
        <dc:creator>Webmaster</dc:creator> 
        <admin:generatorAgent rdf:resource="http://www.xaraya.org" /> 
        <admin:errorReportsTo rdf:resource="mailto:webmaster@nachtwei.de" />
       <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
       <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
       <docs>http://backend.userland.com/rss</docs>
<div class="xar-mod-page">
   <div class="xar-mod-head">
    <!-- License: GPL http://www.gnu.org/copyleft/gpl.html -->
<ul class="xar-tabs">
            <li class="xar-tab">
                <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=viewmap&amp;ptid=1">View Article Map</a>
           </li>
</ul>
</div>
   <div class="xar-mod-body">
<div class="cattrails xar-displayinline-block xar-padding-thickbottom">
    <span class="xar-mod-title">Afrika + Bericht von Winfried Nachtwei</span>

    <table class="xar-width-auto">
    <tr>
        <td valign="top" class="xar-padding-none">Browse in:&#160;</td>
       <td valign="top" class="xar-padding-none">
                                            <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1">Alle(s)</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=70">Meine Themen</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=120">Internationale Politik und Regionen</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=74">Afrika</a>
<br />
                                            <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1">Alle(s)</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=1">Publikationstyp</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=81">Bericht</a>
<br />
                                            <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=74-81">Any of these categories</a>
                    -                        <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=74%2B81">All of these categories</a>
<br />
</td>
   </tr>
   </table>




</div>

        <h1>
            Better news statt bad news aus Afghanistan V         </h1>
        <div class="xar-floatright"></div>
       <div class="xar-mod-content">
           <div class="xar-sub">
Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=3">Webmaster</a> am 17. Juni 2009 13:15:58 +01:00 (155323 Aufrufe)            </div>
            <div>    <div class="xar-articles-summary">
<p>Hier der neueste Bericht aus der Reihe &quot;<strong>Better news statt bad news aus Afghanistan</strong>&quot;:</p>
</div></div>
            <div>    <p align="center"><strong>Better News statt Bad News aus Afghanistan V</strong></p>
<p align="center">Winfried Nachtwei, MdB, Juni 2009</p>
<p><em>AnschlÃ¤ge und schlechte Nachrichten generell werden am breitesten wahrgenommen. Hohe Aufmerksamkeit finden MilitÃ¤rfragen wie Obergrenzen, SÃ¼deinsatz. Wenig bis gar nicht wahrgenommen werden Fragen des zivilen Aufbaus. Diese â€žnatÃ¼rliche&quot; Botschaftsdominanz des MilitÃ¤rischen und von bad news wird verstÃ¤rkt durch die ungleichgewichtige Ã–ffentlichkeitsarbeit, wo die KapazitÃ¤ten der zivilen Seite weit hinter denen der militÃ¤rischen Seite hinterherhinken, wo Journalisten fast nur ISAF besuchen und kaum Aufbauvorhaben.</em></p>
<p><em>Deshalb verfasse ich seit Sommer 2007 diese Zusammenstellung von â€žbesseren Nachrichten&quot;, die in der Regel kaum durchdringen, aber unverzichtbar zu einem realitÃ¤tsnahen Gesamtbild gehÃ¶ren. (Better News I-IV unter <a href="../../../../../">www.nachtwei.de</a>) Das erste Merkmal der Gesamtlage ist die Gleichzeitigkeit extrem unterschiedlicher Konflikt-, Sicherheits- und Aufbaulagen zwischen den Regionen, Provinzen, ja Distrikten - von Kriegszonen im SÃ¼den bis zu florierenden StÃ¤dten wie Mazar und Herat.</em></p>
<p><em>Bisher fehlt es an systematischen Wirksamkeitsbewertungen der Aufbauanstrengungen. Bis heute haben weder afghanische Regierung noch UNAMA ein vollstÃ¤ndiges Bild der Aufbauvorhaben. Auch die seit 2006 bestehende ISAF-Datenbank â€žAfghanistan Country Stabilization Picture&quot; leidet unter der unzureichenden Meldebereitschaft etlicher Akteure. Das zustÃ¤ndige Finanzministerium baut seinerseits eine entsprechende Datenbank auf. Ob die Vorhaben Tropfen auf den heiÃŸen Stein oder ein stÃ¤ndig kÃ¼hlender Wasserstrahl sind, lÃ¤sst sich oft nicht beurteilen.</em></p>
<p><em>(Parallel fÃ¼hre ich fÃ¼r den internen Gebrauch eine laufend aktualisierte Zusammenstellung zur militÃ¤risch-polizeilichen Sicherheitslage - â€ž<strong>Materialien zur aktuellen Sicherheitslage Afghanistans (auch Pakistans)</strong>&quot; -, wo die bad news dominieren.)</em></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Beste Weizenernte seit 32 Jahren, Teilerfolge bei der DrogenbekÃ¤mpfung</span></strong></p>
<p>Die afghanische Regierung und die Food and Agriculture Organization of the UN (FAO) stellten am 2. Juni den â€žAgriculture Prospects Report&quot; vor. Nach Befragung von mehr als 5.000 Bauern in allen Provinzen wird fÃ¼r dieses Jahr eine Rekordgetreideernte von 6,3 Mio. to. erwartet. Das wÃ¤ren 74% mehr als 2008. Nachdem 2008 noch 2,1 Mio. to Weizen eingefÃ¼hrt werden mussten, kÃ¶nnte jetzt erstmalig weitgehend Selbstversorgung erreicht werden. Im Norden hat jede Provinz einen Ãœberschuss von ca. 50.000 to produziert.Hauptgrund fÃ¼r die Rekordernte sind die starken RegenfÃ¤lle von MÃ¤rz und April. Weitere GrÃ¼nde sind die Ausweitung der AnbauflÃ¤che um 20%, verbessertes Saatgut und rechtzeitige Kontrolle von Getreidekrankheiten. Der Landwirtschaftsminister Asif Rahimi: â€žWenn wir Wasser auf unser Land bringen und in die Landwirtschaft investieren kÃ¶nnen, dann werden wir nicht nur Selbstversorger, dann werden wir auch exportieren kÃ¶nnen.&quot; (UNAMA-Presssemitteilung)</p>
<p>Deutsche Entwicklungsexperten berichten bei meinem Kabul-Besuch am 11. Juni, wie die Rekordernte Investitionsbereitschaft fÃ¶rdert: Bei Fahrten Ã¼ber Land sind auffÃ¤llig mehr Landmaschinen zu sehen, Trucks mit Dreschmaschinen, Schubkarren aus Kabuler Produktion. Wo im Vorjahr wegen der DÃ¼rre vielfach um`s Ãœberleben gekÃ¤mpft werden musste, macht sich jetzt Hoffnung breit.</p>
<p>Parallel zum Boom der Weizenproduktion geht der <strong>Mohnanbau</strong> seit 2008 zurÃ¼ck, allerdings mit extremen regionalen Unterschieden: in der Zentralregion um 38%, im Osten um 94%, im Nordosten um 96%, im Norden um 84%, im Westen um 23%, im SÃ¼den um 1%. In sieben Provinzen des SÃ¼den und SÃ¼dwesten konzentrieren sich inzwischen 98% des Mohnanbaus. Die Zahl der mohnanbaufreien Provinzen (18 von 34) kÃ¶nnte in diesem Jahr auf 23 ansteigen. Aus der Region Nord kommen nur noch 0,6% der landesweiten Mohnernte. Von den 9 Nordprovinzen werden in diesem Jahr 7 ohne Mohnanbau sein, in Faryab und Badakhshan gibt es nur noch einige hundert Hektar Mohnanbau. Wirkungen zeigen die staatlichen PrÃ¤mien von 1 Mio. $, die eine Provinzverwaltung bei Mohnfreiheit erhÃ¤lt.</p>
<p>Vor diesem Hintergrund geht auch der grundsÃ¤tzlich bedenkenswerte Vorschlag, Opium fÃ¼r medizinische Zwecke aufzukaufen, in diesem konkreten Fall in die Irre: Wo der Mohnanbau zurÃ¼ckgedrÃ¤ngt worden ist, wÃ¼rden Anreize zum Anbau geschaffen. Wo sich der Mohnanbau wie in Helmand konzentriert, fehlen angesichts des kriegerischen Umfelds und staatlicher SchwÃ¤che die Rahmenbedingungen, um einen Aufkauf samt FÃ¶rderung der Alternativen verlÃ¤sslich organisieren zu kÃ¶nnen. (Vgl. auch die aktuelle Diskussion um eine wirksame BekÃ¤mpfung der DrogenÃ¶konomie: Gescheitert sei eine Strategie mit dem Fokus auf Erradication; die repressiven MaÃŸnahmen mÃ¼ssten stattdessen vor allem bei den Laboren, Drogentransporten und Drogenbaronen ansetzen. Im Oktober 2008 wurde Ã¼brigens Haji Juma Khan, dem ein jÃ¤hrlicher Drogenumsatz von 1 Mrd. $ zugeschrieben wird, verhaftet und an die USA ausgeliefert. Am 20.5.2009 wurden in Marjeh in Helmand insgesamt 92.291 kg Drogen und Drogengrundstoffe beschlagnahmt, zusammen mit groÃŸen Mengen Bombenmaterial, Waffen etc. Vgl. Gretchen Peters: Seeds of Terror: How Heroin Is Bankrolling the Taliban and Al Qaida, New York 2009; dieselbe:Take the War to the Drug Lords, New York Times 19.5.)</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Erfolgreiche Festnahme eines Terrordrahtziehers</span></strong></p>
<p>In der Nacht vom 6. auf 7. Mai in Varduj 60 km sÃ¼dÃ¶stlich von Feyzabad nach mehrstÃ¼ndiger Verfolgung Festnahme des mutmaÃŸlichen<strong> Terrordrahtziehers Abdul Razeq</strong> durch AFG KrÃ¤fte mit UnterstÃ¼tzung des KSK. Er soll verantwortlich sein fÃ¼r mehrere AnschlÃ¤ge, darunter auf eine deutsche Patrouille am 26.6.2008. Ãœberstellung an die Schwerpunktstaatsanwaltschaft des Inlandsgeheimdienstes NDS in Kabul. Nach allen vorliegenden Informationen ist die Operation ein voller Erfolg: Nach sorgfÃ¤ltiger AufklÃ¤rung konnte eine SchlÃ¼sselfigur durch AFG KrÃ¤fte gefasst werden, ohne dass dabei Menschen zu Schaden kamen. Das steht in deutlichem Kontrast zur Targeting-Praxis im Osten und SÃ¼den, wo VerdÃ¤chtige vielfach durch Luftangriffe liquidiert werden.</p>
<p>Erstmalig lÃ¼ftet jetzt die Bundesregierung die bisherige Totalgeheimhaltung zu KSK-Operationen, indem sie Ã¼ber die Operation berichtet.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Teilfortschritte bei der Sicherheitslage</span></strong></p>
<p>Landesweit haben die SicherheitsvorfÃ¤lle (direkter Beschuss/Gefechte, SprengstoffanschlÃ¤ge, indirekter Beschuss) Ende Mai erstmalig die Wochenzahl von 300 Ã¼berschritten. 70% der VorfÃ¤lle ereignen sich allerdings in 10% der ca. 400 Distrikte (vor allem Distrikte in Helmand, Kandahar, Kunar und Khost), 3,5% in der Region Nord. Das Innenministerium beschreibt die Bedrohungslage im Mai 2009 so: 11 Distrikte auÃŸer Kontrolle der Regierung, 124 high level threat (z.B. Bala Murghab/Badghis im Nordosten), 40 medium (z.B. Chahar Dara westlich Kunduz), 190 low.</p>
<p>Gebessert hat sich in den letzten Monaten die <strong>Bedrohungslage in Kabul</strong>, wo die Sicherheitsverantwortung bis auf den Distrikt Surobi voll bei der afghanischen Seite liegt: Von Januar bis 10. Juni gab es in Kabul 33 SicherheitsvorfÃ¤lle gegenÃ¼ber 44 im Vergleichszeitraum 2008 und 57 in 2007. Im Umfeld kritischer Daten (28.4. Mujahedin-Denktag, 22.5. Ende der verfassungsmÃ¤ÃŸigen Amtszeit von PrÃ¤sident Karzai) blieb es ruhig. Das Ã¤ndert nichts daran, dass die latente Bedrohung in Kabul hoch bleibt.</p>
<p>FÃ¼r weitere Distrikte steht die Ãœbergabe der Sicherheitsverantwortung von ISAF an die afghanische Seite bevor.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Gemeinsame + regionale KonfliktlÃ¶sung</span></strong></p>
<p>(a) <strong>UnterstÃ¼tzergruppe Afghanistan-Pakistan</strong>: An erster Stelle der neuen US-Strategie zu AFG steht der regionale Ansatz - die gemeinsame Betrachtung von AFG u n d Pakistan, die Einbeziehung aller relevanten Anrainer und Akteure in die politische KonfliktlÃ¶sung und StabilisierungsbemÃ¼hungen. AngestoÃŸen durch die Berufung von Richard Holbrooke zum US-Sonderbeauftragten ernannten GroÃŸbritannien, Frankreich, Deutschland u.a. ebenfalls Sonderbeauftragte. Die 16 Sonderbeauftragten (Stand Anfang Mai, z.T. VizeauÃŸenminister) bildeten die â€žUnterstÃ¼tzergruppe AFG-PAK&quot;. Zu ihr gehÃ¶ren auch RUS, CHI, IND, TÃœR, VAE sowie UN-Organisationen. Eingeladen sind auch Saudi-Arabien, Iran. Iran zÃ¶gert noch. Man ist sehr an der Mitarbeit von Iran interessiert. Erste sinnvolle Kooperationsfelder wÃ¤ren FlÃ¼chtlinge, Grenzkontrolle, DrogenbekÃ¤mpfung, Polizeiaufbau. Jedenfalls hat der Iran keinerlei Interesse an einer RÃ¼ckkehr der Taliban.</p>
<p>Die erste Sitzung der UnterstÃ¼tzergruppe fand am 1. April in MÃ¼nchen mit 18 Staaten und Internationalen Organisationen statt, die zweite bei der Konferenz in Tokio. Die dritte soll am 8. Juni in Kabul stattfinden. Die UnterstÃ¼tzergruppe versteht sich als Transmissionsriemen und UnterstÃ¼tzung fÃ¼r UNAMA. Der Sonderbeauftragte des AuswÃ¤rtigen Amtes, Botschafter MÃ¼tzelburg, koordiniert die Gruppe.</p>
<p>Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) wollen eigene militÃ¤rische KrÃ¤fte in SÃ¼d-AFG verstÃ¤rken. Es bestehen gute Aussichten, dass auch Jordanien und Marokko Kontingente entsenden.</p>
<p>(b) <strong>Internationale AFG-Konferenz</strong> in Den Haag am 31.MÃ¤rz: Auf Initiative der USA fand die eintÃ¤gige Konferenz mit Vertretern von 72 Staaten (darunter auch Iran), 10 Internationalen Organisationen (darunter die Islamische Entwicklungsbank) unter Leitung des VN-Sonderbeauftragten Kai Eide und der AuÃŸenminister von AFG und NL statt. Als Beobachter war u.a. der Dachverband afghanischer NGO`s dabei. Die AbschlusserklÃ¤rung fordert eine stÃ¤rkere Beachtung eines gut koordinierten und strategisch integrierten Ansatzes und betont die entscheidende Rolle des Willens des afghanischen Volkes, die FÃ¼hrungsrolle der afghanischen Regierung und die zentrale Rolle von UNAMA, die zu respektieren sei. Als prioritÃ¤re Ziele werden genannt die StÃ¤rkung/FÃ¶rderung von:</p>
<p>- Good Governance und stÃ¤rkeren Institutionen</p>
<p>- wirtschaftlichem Wachstum und Entwicklung</p>
<p>- Sicherheit und regionaler Kooperation.</p>
<p>Gut ausgestattete zivile Programme seien genauso erforderlich wie zusÃ¤tzliche Truppen und Ausbildungsprogramme. Gerade die Ressourcen und das Personal fÃ¼r ziviles Capacity-Building mÃ¼ssten signifikant ausgeweitet werden. In diesem Zusammenhang wird die ÃœberprÃ¼fung der US-Strategie als ein bedeutender Beitrag gewÃ¼rdigt, den gemeinsamen Anstrengungen einen neuen Schub zu geben.</p>
<p>(AbschlusserklÃ¤rung und Statements unter <a href="http://www.afghanistanconference2009.minbuza.nl/">www.afghanistanconference2009.minbuza.nl</a>)</p>
<p>(c) <strong>Dreiergipfel in Washington</strong> am 7./8.5. zwischen den PrÃ¤sidenten von USA, AFG und PAK: Nach Aussage aller Beteiligten als Erfolg zu werten.</p>
<p>(d) <strong>Konstruktive Nachbarschaften</strong>: Am 14.4. erklÃ¤rte Iran`s Polizeichef, Esmaeel Ahmadi-Moqadam, sein Land sei <span style="text-decoration: underline;">bereit, afghanische Polizisten auszubilden</span>. Ziel sei aber nicht, dabei mit der NATO zu kooperieren, sondern die anerkannte afghanische Regierung zu unterstÃ¼tzen. Moqadam teilte mit, dass iranische SicherheitskrÃ¤fte im letzten Jahr ein Drittel des aus AFG nach Iran geschmuggelten Opium abgefangen hÃ¤tten. In Richtung Iran gehen 3.000 to Opium, die HÃ¤lfte der afghanischen Gesamtproduktion. Iran und AFG haben 1.000 km gemeinsame Grenze. (<a href="http://www.quqnoos.com/">www.quqnoos.com</a> v. 14.4.)</p>
<p>Ende April erklÃ¤rten die <span style="text-decoration: underline;">AuÃŸenminister von AFG, PAK und Iran</span> in Kabul, sich kÃ¼nftig monatlich treffen zu wollen, um ihre Anstrengungen in der TerrorismusbekÃ¤mpfung und Stabilisierung AFG`S zu verstÃ¤rken. (RadioFreeEurope 28.4.)</p>
<p>Am 13./14.5. fand in Islamabad die dritte â€ž<span style="text-decoration: underline;">Regional Economic Cooperation</span> Conference on AFG&quot; (RECCA III) statt - nach Kabul 2005 und Neu Dehli 2006. Teilnehmer waren neben AFG und PAK alle G8- und AFG-Anrainerstaaten sowie ca. 20 internationale Organisationen. Die Konferenz blieb aber hinsichtlich konkreter Ergebnisse hinter den Erwartungen zurÃ¼ck. Die wirtschaftliche Kooperation in der Region kommt nur schleppend voran.</p>
<p>Am 24.5. trafen die <span style="text-decoration: underline;">PrÃ¤sidenten von AFG, PAK und</span><span style="text-decoration: underline;"> Iran</span> in Teheran zu einem Gipfeltreffen zur Lage in AFG zusammen.</p>
<p><strong>(d) Russische HumanitÃ¤re Hilfe und Haltung zu AFG: </strong>Nachdem Russland in den ersten Monaten 2009 dem World Food Program 18.000 to Mehl fÃ¼r AFG zur VerfÃ¼gung gestellt hatte, kÃ¼ndigte das russische Katastrophenhilfe-Ministerium an, ab Juli 50 Kamaz-Trucks fÃ¼r die HilfsgÃ¼terverteilung zu entsenden sowie zwei Mi-8-Hubschrauber mit medizinischer Ausstattung.</p>
<p>Auf einem russisch-afghanischen Forum in Moskau wurde das Interesse der Internationalen Gemeinschaft an einem stabilen AFG betont. Chaos, Drogenschmuggel und Terror wÃ¼rden andernfalls auf Zentralasien Ã¼berschwappen. (Tagesspiegel 14.5.)</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Neue US-Strategie zu AFG (+ PAK)</span></strong></p>
<p>(a) US-PrÃ¤sident Obama stellte die <strong>neue US-Strategie</strong> am 27. MÃ¤rz vor. PrimÃ¤rziel bleibt die EindÃ¤mmung/Vernichtung von Al Qaida und das Verwehren von terroristischen RÃ¼ckzugsrÃ¤umen. Zur Umsetzung steht an erster Stelle der regionale Ansatz, die Wahrnehmung von AFG und PAK als einer Konfliktzone, die Einbeziehung der Anrainer und aller wichtigen Akteure in die KonfliktlÃ¶sung und Stabilisierung; der Abschied von ideologischen Freund-Feind-Mustern, die Hinwendung zu einer differenzierten Gegnerwahrnehmung und die verstÃ¤rkte Suche nach politischen KonfliktlÃ¶sungen; â€žbescheidenere&quot; (realitÃ¤tsnÃ¤here) Ziele; militÃ¤rische Aufstockung und die forcierten Aufbauanstrengungen (civilian surge).</p>
<p>(b) Die USA verstÃ¤rken ihre politische PrÃ¤senz in AFG: Unter dem sehr AFG-erfahrenen <strong>neuen Botschafter Eikenberry</strong> (ich bin ihm seit 2003 mehrfach begegnet; bei einem GesprÃ¤ch in 2008 Ã¤uÃŸerte er sich bemerkenswert selbstkritisch zur bisherigen US-Politik) werden vier weitere Botschafter eingesetzt, davon zwei als Abteilungsleiter fÃ¼r die ca. 500 (!) Zivilbeamten der Botschaft sowie Entwicklungszusammenarbeit (ohne Verwaltung und Sicherheit).</p>
<p>(c) In einem ZEIT-Interview am 7. Mai macht General <strong>David Petraeus</strong>, Kommandierender des US-Central Command (CENTCOM), den Charakter der neuen MilitÃ¤rstrategie deutlich. <em>In ihrem Mittelpunkt stehe nicht der Feind (wie beim â€žsearch and destroy&quot; in Vietnam), sondern die BevÃ¶lkerung und ihre Sicherheit. Die Ã¼berwÃ¶lbenden Ziele seien Stabilisierung und UnterstÃ¼tzung der BevÃ¶lkerung. DafÃ¼r habe man fÃ¼r den Irak-Einsatz zwischen 2004 und 2006 die Armee binnen kÃ¼rzester Frist umgekrempelt, sei eine vÃ¶llig neue Armee entstanden. Nach dem Kampfeinsatz mussten die Soldaten Nation-Building betreiben. Sehr verschieden vom Irak seien die Bedingungen in AFG: Dort kÃ¶nne man auf dem Land nicht unter den Menschen leben, sei der Bildungsstand viel niedriger, Macht anders organisiert. Man mÃ¼sse viele, viele Tassen Tee trinken.</em></p>
<p>Dieser Ansatz wird ausgefÃ¼hrt in der jÃ¼ngsten Studie von Andrew Exum/Nathaniel Fick/Ahmed Humayun/David Kilcullen: Triage: <strong>The Next Twelve Months</strong> in Afghanistan and Pakistan, Center for a New American Security, Washington Juni 2009:</p>
<p><em>In den kommenden 12 Monaten komme es darauf an, die bisherige AbwÃ¤rtsspirale zu stoppen und umzukehren. In AFG mÃ¼sse der Schutz der BevÃ¶lkerung Vorrang vor allen anderen Ãœberlegungen haben. Das sicherere Umfeld sei das â€ž50-Meter-Ziel&quot; fÃ¼r die USA und die Alliierten in diesem Jahr. Aller civilian surge mÃ¼sse darauf gerichtet sein, die LegitimitÃ¤t der afghanischen Regierung in den Augen der afghanischen BevÃ¶lkerung zu stÃ¤rken. In PAK sollte die US-Regierung ein Moratorium fÃ¼r Drohnenangriffe auf Nicht-Al-Qaida-Ziele in den Stammesgebieten und der NWFP realisieren. Ihr Trainings- und Ausstattungsprogramm sollten die USA verstÃ¤rkt auf die Polizei fokussieren - die einzige pakistanische Sicherheitsinstitution, die ausschlieÃŸlich auf die innere Sicherheit ausgerichtet sei. Die Autoren schlagen MaÃŸstÃ¤be vor, mit denen Erfolge und Misserfolge der USA und der Alliierten bewertet werden kÃ¶nnten. Der SchlÃ¼sselmaÃŸstab sei Gewalt gegen Zivilisten. Andere wichtige MaÃŸstÃ¤be/Indikatoren seien Regierungskontrolle Ã¼ber Distrikte und ihre ZugÃ¤nglichkeit, Zeichen von Kooperationsbereitschaft der BevÃ¶lkerung.</em></p>
<p>(d) In seiner <strong>Grundsatzrede an die islamische Welt</strong> am 4.6. in Kairo sagte <strong>US-PrÃ¤sident</strong> <strong>Obama</strong> zu Afghanistan: â€ž<em>TÃ¤uschen Sie sich nicht: Wir wollen unsere Truppen nicht in Afghanistan lassen. Wir wollen dort keine MilitÃ¤rstÃ¼tzpunkte unterhalten. Wir wÃ¼rden gerne jeden einzelnen unserer Soldaten nach Hause bringen, wenn wir darauf vertrauen kÃ¶nnten, dass es in Afghanistan und Pakistan nicht gewalttÃ¤tige Exttremisten gÃ¤be, die so viele Amerikaner wie nur mÃ¶glich tÃ¶ten wollen. Aber das ist noch nicht der Fall</em>.&quot;</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Kai Eide`s Lichtblicke</span></strong></p>
<p><strong>Kai Eide</strong>, Sonderbeauftragter des VN-GeneralsekretÃ¤rs fÃ¼r AFG, gab auf der NATO-Parlamentarier-versammlung in Oslo am 26. Mai einen sehr informativen Bericht zur <strong>aktuellen Lage in Afghanistan</strong>. Als positive Trends - auch wenn von dramatischen Ereignissen Ã¼berschattet - nannte er:</p>
<p>- Neue Polizeitrainingszentren, ein Durchgreifen gegen Korruption und Drogen bei der Polizei, ein wirksamer neuer Innenminister; die Zusammenarbeit zwischen Innen- und Verteidigungsministerium, ANA und Nachrichtendienst; das Ausheben mehrerer Terrornetze und die verbesserte Sicherheit in Kabul gegenÃ¼ber 2008 (s.o.). Hoffnungsvolle Spitzen hÃ¤tten nun das Landwirtschafts-, Handels- und Industrie- sowie Finanzministerium.</p>
<p>- FÃ¼r 2009 sei mit einem weiteren RÃ¼ckgang des Mohnanbaus zu rechnen, mehr als 20 Provinzen seien mohnfrei.</p>
<p>Es stimme einfach nicht, dass nichts erreicht sei. Geber und UnterstÃ¼tzer mÃ¼ssten die positiven Trends erkennen.</p>
<p><em>(Zugleich nannte er als kritische Punkte: Die KÃ¤mpfe im SÃ¼den, in Kunar und Khost (Osten) nÃ¤hmen zu, auch die Zahl auslÃ¤ndischer KÃ¤mpfer. So nÃ¶tig weitere internationale Truppen seien, so sehr mÃ¼ssten zivile Opfer und ein abstoÃŸendes Verhalten vermieden werden. Dringend zu Ã¼berlegen sei, ob Luftangriffe in dicht besiedeltem Gebiet noch mÃ¶glich seien. â€žWir kÃ¶nnen auf dem Schlachtfeld gewinnen, aber die UnterstÃ¼tzung der BevÃ¶lkerung verlieren.&quot;</em></p>
<p><em>Private Vertragsnehmer sollten reduziert werden, weil ihnen die Entwicklungsperspektive fehle. Auch die PRT`s sollten reduziert werden und zivile Aufgaben abgeben.</em></p>
<p><em>Dass nur maximal 50% der Hilfe bei den Afghanen ankomme, sei schÃ¤dlich. Das sei besonders ausgeprÃ¤gt bei Sicherheitsfirmen. Viele internationale Akteure informieren die Regierung und Gouverneure nicht Ã¼ber ihre Projekte. Bis heute gebe es keinen umfassenden Ãœberblick Ã¼ber alle MaÃŸnahmen auf dem Feld von Aufbau und Entwicklung.</em></p>
<p><em>Ãœberhaupt fÃ¼hlen sich die Afghanen zu wenig einbezogen. Ihnen mÃ¼sse mehr zugehÃ¶rt werden.)</em></p>
<p>Am 2. Juni trat der <strong>US-Amerikaner Peter Galbraith sein Amt als Stellvertreter</strong> von Karl Eide an. Er ist verantwortlich fÃ¼r die Politische Abteilung. Galbraith verfÃ¼gt Ã¼ber langjÃ¤hrige sicherheitspolitische und humanitÃ¤re Erfahrungen. Seine Ernennung gilt als deutliches UnterstÃ¼tzungszeichen der USA fÃ¼r UNAMA.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">ErÃ¶ffnung des 19. UNAMA-BÃ¼ros</span></strong></p>
<p>in Tarin Kot, Provinz Uruzgan, am 7. Mai. Es ist das 19. UNAMA-BÃ¼ro landesweit. Die anderen sind in Mazar, Kunduz, Herat, Kandahar, Nangarhar, Bamiyan, Kabul, Gardez, Ghor, Kunar, Khost, Nimroz, Badghjs, Mainmana, Fayzabad, Daikundi, Zabul. VerbindungsbÃ¼ros bestehen in Teheran und Islamabad.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Polizeiaufbau</span></strong></p>
<p>(a) <strong>Ausbildungszentrum Grenzpolizei</strong> in Kabul: Am 25.5. Grundsteinlegung fÃ¼r den Bau einer FakultÃ¤t fÃ¼r die afghanische Grenzpolizei durch Innenminister Hanif Atmar sowie den deutschen und kanadischen Botschafter. Ab Februar 2010 sollen hier 450 PolizeischÃ¼ler von bis zu 50 LehrkrÃ¤ften ausgebildet werden. Deutschland und Kanada finanzieren gemeinsam den Bau der FakultÃ¤t. Von den 6,5 Mio. Euro Gesamtkosten trÃ¤gt die Bundesrepublik 3,5 Mio.</p>
<p>(b) <strong>Nationales Hauptquartier fÃ¼r die Bereitschaftspolizei</strong> (Afghan National Civil Order Police/ANCOP) in Kabul ab Juli bezugsfertig: Finanziert von Deutschland mit 1,39 Mio. Euro und den Vereinigten Arabischen Emiraten mit 1,25 Mio. begleitet die GTZ das Projekt von Anfang an. Vorher musste das 16.000 Quadratmeter groÃŸe GelÃ¤nde entmint werden, geklÃ¤rt werden mussten Konflikte bezÃ¼glich der GrundstÃ¼cksgrenzen.</p>
<p>(c) Baubeginn des <strong>regionalen Polizeihauptquartiers fÃ¼r die Provinz Badakhshan</strong> in Feyzabad: Finanziert mit 2,5 Mio. Euro aus Deutschland liegt die Planung bei der GTZ und dem Dt. Polizeiprojekt-Team. Das Hauptquartier soll im Oktober fertig gestellt sein.</p>
<p>(d) <strong>Hervorragende Polizisten</strong>: Bei unserem Juni-Besuch in Kabul und Kunduz begegnen wir den deutschen Polizeiberatern des AFG Innenministers und Polizei-Generals in Kabul (beide EUPOL) sowie dem stellvertretenden Leiter des German Police Project Teams (GPPT) - sehr Ã¼berzeugend!</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">StraÃŸenbau im unruhigen SÃ¼den</span></strong></p>
<p>Anfang Mai ist in der SÃ¼d-Provinz Uruzgan mit dem Bau einer ca. 40 km langen StraÃŸe zwischen Tarin Kot und Chora begonnen worden. Der ca. 15 Mio. Euro kostende Bau wird von den Niederlanden, der Lead-Nation in Uruzgan, finanziert. DurchfÃ¼hrungsorganisation ist GTZ International Services (GTZ-IS).</p>
<p>Chora mit dem Chora-Tal war schon mehrfach Schauplatz schwerer KÃ¤mpfe zwischen AufstÃ¤ndischen und afghanischen, niederlÃ¤ndischen und anderen ISAF-Truppen. GTZ IS gelang es vor zwei Jahren, in der Unruheprovinz Kandahar eine StraÃŸe durch ein kritisches Gebiet zu bauen. (Vgl. mein Bericht von meinem Besuch in Uruzgan und GesprÃ¤ch mit GTZ IS vom August 2008, <a href="../../../../../">www.nachtwei.de</a>)</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Neue afghanische Fluglinie + Flugsicherung</span></strong></p>
<p>Die staatliche Fluggesellschaft Ariana darf wegen Sicherheitsbedenken keine europÃ¤ischen FlughÃ¤fen anfliegen. Die private Fluggesellschaft â€žSafi Airways&quot; fliegt seit 2007 auf Inlandstrecken sowie nach Dubai. Anfang Mai 2009 erhielt sie als erste AFG Gesellschaft die Zertifizierung durch die International Civil Aviation Organization (ICAO). Ab 15. Juni wird Safi eine Verbindung nach Frankfurt aufnehmen. London, Paris und Amsterdam sollen folgen. Im Vorstand arbeiten drei Deutsche, Vorstandschef Tilman Gabriel, Claus Fischer und Werner Borchert, alle drei Branchenveteranen und erfahren im Aufbau von Airlines unter schwierigen Bedingungen. (SZ 23.5.2009)</p>
<p>Nach der ErÃ¶ffnung des neuen Terminals am Kabul International Airport (KAIA) am 8.11.2008 wurde vor wenigen Monaten auf der Nordseite der militÃ¤rische Teil KAIA-North) in Betrieb genommen.</p>
<p>Der deutsche AuÃŸenminister warb auf der Konferenz in Den Haag zusammen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten fÃ¼r eine neue Initiative zum Aufbau einer <strong>zivilen LuftraumÃ¼berwachung</strong> in AFG. Bisher liegt sie in militÃ¤rischer Hand und ist nur sehr lÃ¼ckenhaft gewÃ¤hrleistet. (Bisher fliegen 15 zivile Fluggesellschaften einen oder mehrere der insgesamt 62 FlugplÃ¤tze bzw. Pisten in AFG an. Vgl. Ministerium fÃ¼r Verkehr und Luftfahrt <a href="http://www.motca-gov.af/">www.motca-gov.af</a> mit Beschreibung aller PlÃ¤tze) Ein erster Schritt dazu ist der Ausbau des Flughafens Mazar zu einem zivilen Drehkreuz mit 35 Mio. Euro. Die Umsetzung liegt bei der Kreditanstalt fÃ¼r Wiederaufbau (KfW). Mazar soll der modernste Flugplatz Zentralasiens werden.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Boombranche Mobilfunk</span></strong></p>
<p>Friederike BÃ¶ge berichtet in der FAZ v. 15.6. Ã¼ber â€žHandys in den Herzen und KÃ¶pfen der Afghanen&quot;: Ende 2001 gab es in AFG 12.000 FestnetzanschlÃ¼sse und einige tausend Satellitentelefone, die der US-Geheimdienst an verbÃ¼ndete Mujahedin-KÃ¤mpfer verteilt hatte. Heute haben 22 von 100 Afghanen ein Handy. Vier private Lizenznehmer haben ca. eine Milliarde $ investiert. Die Branche beschÃ¤ftigt rund 100.000 Menschen. Die Telefonunternehmen sind die grÃ¶ÃŸten Steuerzahler des Landes. Der grÃ¶ÃŸte Mobilfunkanbieter â€žRoshan&quot; hat mehr als 3 Mio. Kunden. 51% des Unternehmens gehÃ¶ren dem Aga-Khan-Fonds fÃ¼r wirtschaftliche Entwicklung. Roshan kann bei der Rekrutierung von FachkrÃ¤ften auf ein ismailitisches Personalnetzwerk zurÃ¼ckgreifen und gewann dadurch MitarbeiterInnen, die auch im gefÃ¤hrlichen SÃ¼den und schwer zugÃ¤nglichen Zentral-AFG ein Mobilfunknetz aufbauen konnten. In einer so konservativen und fragmentierten Gesellschaft wie der afghanischen bewirkt der Mobilfunk erhebliche VerÃ¤nderungen fÃ¼r Individuen, fÃ¼r wirtschaftliche und politische Akteure, fÃ¼r AufstÃ¤ndische. Die Taliban erzwangen die nÃ¤chtliche Abschaltung des Mobilnetzes im SÃ¼den. Etliche Proteste aus der BevÃ¶lkerung setzten eine VerlÃ¤ngerung der Telefonzeit von 17.00 auf 19.00 Uhr durch, in einem Fall sogar die RÃ¼ckkehr zum uneingeschrÃ¤nkten Betrieb.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Aufbau und Entwicklung generell</span></strong></p>
<p>Bei meinem jÃ¼ngsten Besuch in Kabul und Kunduz Mitte Juni betonten deutsche Entwicklungsexperten, dass trotz partieller Verschlechterung der Sicherheitslage doch noch viel mehr Entwicklungsarbeit geleistet werden kÃ¶nne, als in Deutschland - auch in den Zentralen mancher Organisationen - gemeinhin angenommen werde. Die GTZ hat 750 MitarbeiterInnen vor Ort (davon ca. 50 Entsandte), der DED 30 Internationale, 28 OrtskrÃ¤fte und weitere 40 einheimische FachkrÃ¤fte unter Vertrag. In den Provinzen Kunduz und Takhar arbeiten im Rahmen deutscher EZ-DurchfÃ¼hrungsorganisationen 35 internationale und 150 einheimische MitarbeiterInnen.</p>
<p>Neuer GTZ-BÃ¼roleiter AFG ist Andreas Clausing, der schon mal in den 70ern mehrere Jahre in AFG arbeitete, Dari spricht und auf eine sehr reiche internationale Erfahrung (zuletzt Zentralasien) zurÃ¼ckblicken kann.</p>
<p>Die <span style="text-decoration: underline;">Boomsektoren</span> seien Bau, Telekommunikation und private Bildung. Der Bildungshunger sei enorm, besonders bei jungen MÃ¤dchen. Hier wachse eine andere junge Generation heran. Auf die 30 PlÃ¤tze des â€žYoung Leader`s Forum&quot; der Friedrich Ebert Stiftung haben sich ca. 300 junge Leute beworben.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Mazar</span>: Im Vergleich zu unserem Besuch dort im August 2008 hat das Umspannwerk voll seinen Betrieb aufgenommen; das damals gewÃ¼nschte LehrgebÃ¤ude und UnterkunftsgebÃ¤ude des Teacher`s Training Center ist jetzt im Bau.</p>
<p>Sehr bewÃ¤hrt hat sich weiterhin der <span style="text-decoration: underline;">Provincial Development Fund </span>in den Provinzen Kunduz und Takhar. Allerdings kÃ¶nnte man hier angesichts der Antragslage (2 Mio. $ je Provinz) gut eine Verdoppelung der bisher 800.000 Euro pro Provinz gebrauchen. Inzwischen plant die Bundesregierung weitere PDF`s auch fÃ¼r die SÃ¼dost-Provinzen Paktia und Khost. (Hier lagen bis heute dort unvergesse Schwerpunkte der deutschen EZ in den 60 und 70er Jahren.)</p>
<p>FÃ¼r den besonders kritischen Distrikt Chahar Dara bei Kunduz hat die Bundesregierung einen Stabilisierungsfonds Ã¼ber 500.000 Euro eingerichtet. Die Mischa-Meier-BrÃ¼cke Ã¼ber den Kunduz-Fluss wird mit 1,7 Mio. Euro aus dem Infrastrukturtitel des Bundeswehretats finanziert.</p>
<p>FÃ¼r den Wiederaufbau einer von der Flut zerstÃ¶rten wichtigen BrÃ¼cke in Takhar (deutscher Verantwortungsbereich) werden allerdings noch Geldgeber gesucht.</p>
<p>In der Woche ab 8. Juni fÃ¼hrte das AuswÃ¤rtige Amt in Berlin das <span style="text-decoration: underline;">erste Pilotseminar â€žVorbereitung auf den Auslandseinsatz in AFG</span>&quot; durch. Die ca. 20 Teilnehmer waren vor allem Offiziere und Diplomaten, die fÃ¼r leitende Aufgaben in Mazar, Kunduz und Feyzabad vorgesehen sind. Durch Referenten waren auch das Innen- und Entwicklungsministerium vertreten. Eine solche ressortÃ¼bergreifende Vorbereitung war Ã¼berfÃ¤llig.</p>
<p><strong>Gesamtzahlen Zivile Helfer in AFG</strong> lt. Antwort des AA vom 10.6. auf meine Anfrage:</p>
<p>- VerlÃ¤ssliche Angaben zur Gesamtzahl internationaler HelferInnen sind nicht verfÃ¼gbar.</p>
<p>- FÃ¼r dt. DurchfÃ¼hrungsorganisationen - GTZ, KfW + Consultants, DED, CIM - arbeiten 185 internationale und ca. 1.100 lokale MitarbeiterInnen dauerhaft; hinzu kommen 12 entsandte MitarbeiterInnen (Goethe Institut, DAAD) bzw. dt. AuslandslehrkrÃ¤fte. ZusÃ¤tzlich sind 41 internationale und ca. 1.000 lokale MitarbeiterInnen von NGO`s und Stiftungen in Projekten des BMZ und AA beschÃ¤ftigt. Die Zahl von Kurzzeitexperten schwankt.</p>
<p>- UNAMA schÃ¤tzt das gesamte Personal aller 22 in AFG tÃ¤tigen UN-Organisationen auf ca. 10.000 MitarbeiterInnen, davon knapp 20% (2.000) international.</p>
<p>- USAID: 250 MitarbeiterInnen; 4.151 internationale und 22.813 nationale MitarbeiterInnen bei Partnern und Auftragnehmern von USAID.</p>
<p>- Die Zahl von knapp 6.600 internationalen und 32.900 nationalen MitarbeiterInnen bei UN-Organisationen, dt. EZ, USAID und Auftragnehmern gibt einen Eindruck von der GrÃ¶ÃŸenordnung des zivilen Hilfspersonals in AFG.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">4. Quartalsbericht â€žCanada`s Engagement in Afghanistan&quot; erschienen</span></strong></p>
<p>Am 3. Juni legte der Minister fÃ¼r Internationalen Handel und Vorsitzender des Kabinettskomitees fÃ¼r AFG, Stockwell Day, den 4. Quartalsbericht der Regierung an das Parlament vor. Ausgehend von den sechs PrioritÃ¤ten (Training + Mentoring der AFG SicherheitskrÃ¤fte, Basic Services, Humanitarian Assistance, Border Security and Dialogue, Democratic Development and National Institutions, Political Reconciliation) werden Aufbau und Entwicklung fÃ¼r die definierten Benchmarks mit jeweiligen Progress Indicators, Baselines, 2011 Targets + Quarterly Results dargestellt und bewertet. Das schafft ein MaÃŸ an Transparenz und ÃœberprÃ¼fbarkeit, von dem die meisten anderen Lead-Nations in AFG und auch Deutschland weit entfernt sind.</p>
<p>(<a href="http://www.afghanistan.gc.ca/canada-afghanistan/documents/r03_09/index.aspx">www.afghanistan.gc.ca/canada-afghanistan/documents/r03_09/index.aspx</a>.)</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Afghanisches Frauen-FuÃŸballnationalteam in Deutschland</span></strong></p>
<p>Im April absolvierte das FuÃŸballnationalteam der Frauen ein zweiwÃ¶chiges Training in Deutschland, u.a. im Bundesleistungszentrum Kienbaum. GegenwÃ¤rtig gibt es in Kabul 600 bis 700 FuÃŸballerinnen, die im Schutz von Schulen und internationalen Einrichtungen spielen. Die Partien des Nationalteams werden geheim gehalten. Als Zuschauer sind nur geladene GÃ¤ste zugelassen. Das Fernsehen berichtet anschlieÃŸend. Der AnstoÃŸ zum afghanischen FrauenfuÃŸball kam, als der Deutsche FuÃŸball-Bund mit Hilfe des AuswÃ¤rtigen Amtes Holger Obermann entsandte, der in AFG MÃ¤nnerfuÃŸball aufbauen sollte. Obermann lernte den Deutsch-Afghanen und Ex-FuÃŸballnationalspieler Ali Askar Lali kennen. Als zwei Frauen anregten, die FuÃŸballfÃ¶rderung auch auf Frauen auszudehnen, taten das Obermann und Lali. Lali ist inzwischen GeneralsekretÃ¤r des Nationalen Olympischen Komitees in AFG: â€žIn Europa sehen viele Menschen in AFG nur ein kriegerisches, rÃ¼ckstÃ¤ndiges Land. Wir wollen zeigen, dass es bei uns friedliche, weltoffene Menschen gibt und dass auch bei uns Frauen Sport treiben.&quot; (Berliner Zeitung 5.5.2009)</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">SKATEISTAN</span></strong></p>
<p>Am 25.5. berichtet Friederike BÃ¶ge in der FAZ-Reportage â€žSkateboarden in Afghanistan&quot; Ã¼ber den Deutschaustralier Oliver Percovich, der Kindern in Kabul das Leben auf vier Rollen beibringt - â€žund will, dass sie in eine neue Gesellschaft fahren&quot;. Seit Monaten kommt er tÃ¤glich zu einem trockengelegten Zementbrunnen im Zentrum Kabuls, lÃ¤dt Skateboards aus dem Auto - und schon bald rollern 15 Jungen und zehn MÃ¤dchen durch den Brunnen. Percovich gibt Tipps und stellt sicher, dass Streit um die Bretter nicht ausufert. Denn hier gebe es normalerweise eine klare Hackordnung: Die Jungs schubsen die MÃ¤dchen weg, die reichen Kinder die Ã¤rmeren, die Paschtunen die Hazaras. â€žWir versuchen, das zu Ã¤ndern.&quot; Zusammen mit einigen Freunden hat Percovich den Verein â€žSkateistan&quot; gegrÃ¼ndet.</p>
<p>Es gehe darum, Vertrauen und Respekt zu fÃ¶rdern, diese Werte seien in der verrohten Kriegsgesellschaft verloren gegangen. â€žOhne sie sind alle ReformbemÃ¼hungen im Land zum Scheitern verurteilt.&quot; Ethnische und soziale Spannungen seien die Ursache fÃ¼r den mangelnden Erfolg vieler Hilfsprojekte.</p>
<p>Percovich will bei Kindern unter 18 Jahren ansetzen, die noch beeinflussbar seien und die die HÃ¤lfte der afghanischen BevÃ¶lkerung stellen. Bisher wissen nur wenige Kabuler Kinder, wofÃ¼r ein rollendes Brett gut sein kann. Skateistan plant den Bau einer eigenen Halle. Die Bundesregierung unterstÃ¼tzt das Vorhaben mit 50.000 Euro. Bisher ist erst die HÃ¤lfte der Kosten zusammengekommen.</p>
<p>Im Herbst 2008 initiierte der deutsche Skateboard-Pionier <strong>Titus Dittmann</strong> aus MÃ¼nster eine UnterstÃ¼tzungskampagne fÃ¼r SKATEISTAN, bei der bis Dezember schon zwei Tonnen Skatermaterial zusammenkamen. (vgl. â€žBetter News&quot; IV)</p>
<p>Im April 2009 reiste er zusammen mit <strong>Rupert Neudeck</strong> in den Norden Afghanistans, wo mit Hilfe von Neudecks â€žGrÃ¼nhelmen&quot; inzwischen 29 Schulen und eine Klinik errichtet wurden. Sie brachten eine Menge gespendeter Skateboards mit und besprachen mit Projektpartnern, Lehrern und SchÃ¼len vor Ort, ob Skateboarding in die Arbeit der Schulen eingebunden werden kann. (WN 9.5., Bild 20.4.; <a href="http://www.skate-aid.de/">www.skate-aid.de</a>)</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Interessante Studien, Interviews, BÃ¼cher, Quellen</span></strong></p>
<p>- Afghanistan Index - Tracking Variables of Reconstruction &amp; Security in Post-9/11 Afghanistan, Brookings (Aktualisierung wÃ¶chentlich)</p>
<p>- G. Whitney Azoy: Buzkashi - Game and Power in Afghanistan, Long Grove/USA 2003 (2.Aufl.)</p>
<p>- Michael Brzoska/Hans-Georg Ehrhart: Kriegsbeendigung in Afghanistan? Konsequenzen fÃ¼r das deutsche Engagement, in: Friedensgutachten 2009, Berlin/MÃ¼nster 2009</p>
<p>- Anthony H. Cordesman: The Afghan-Pakistan War: &quot;Clear, Hold, Build&quot;, Center for Strategic &amp; International Studies/CSIS Washington 11. Mai 2009</p>
<p>- Ders.: The Afghan-Pakistan War: Casualties, the Air War, and &quot;Win, Hold, Build&quot;, CSIS, 15.5.2009</p>
<p>- Frank Cook: Afghanistan am Wendepunkt? Entwurf eines Generalberichts an die NATO-Parlamentarierversammlung, April 2009 (<a href="http://www.nato-pa.int/">www.nato-pa.int</a>)</p>
<p>- Gretchen Peters: SEEDS OF TERROR. HOW HEROIN IS BANKROLLING THE TALIBAN AND AL QAIDA, New York 2009</p>
<p>- Interview mit Peter Ptassek, Leiter des zivilen Teils des PRT Kunduz, 25.5.2009, (<a href="http://www.audwartiges-amt.de/">www.auswartiges-amt.de</a>) .</p>
<p>- Interview mit General David Petraeus, ZEIT 7.5.2009</p>
<p>- Interviews mit David Kilcullen, frÃ¼herer australischer Offizier, in 2007 Berater von General Petraeus im Irak, jetzt am Center for a New American Security (Obama-nahe) Ã¼ber den Blog von JÃ¶rg Lau (<a href="http://www.blog.zeit.de/joerglau">www.blog.zeit.de/joerglau</a>) online</p>
<p>- Andrew Exum/Nathaniel Fick/Ahmed Humayun/David Kilcullen: Triage: The Next Twelve Months in Afghanistan and Pakistan, Center for a New American Security, Washington Juni 2009</p>
<p>- The Swedish Committee for Afghanistan (NGO, die seit 1982 mit Entwicklungsprojekten in AFG arbeitet; zzt. auch Projekte in Kunduz), <a href="http://www.swedishcommittee.org/">www.swedishcommittee.org</a></p>
<p>Â </p></div>


           <br />
                        </div>
   </div>
</div></channel>
</rss>
