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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Nachtwei: Afghanistan nicht im Stich lassen</title>
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    <span class="xar-mod-title">Irak + Artikel von Winfried Nachtwei fÃ¼r Zeitschriften u.Ã¤.</span>

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        <h1>
            Nachtwei: Afghanistan nicht im Stich lassen         </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=3">Webmaster</a> am 8. September 2007 10:33:39 +02:00 (114503 Aufrufe)            </div>
            <div>    Im Vorfeld des Sonderparteitages der GrÃ¼nen zu Afghanistan fordert <strong>Winfried Nachtwei</strong> in der wÃ¶chentlichen Kolummne von ddp einen deutlichen Strategiewechsel in der Afghanistanpolitik der Bundesregierung. Den Beitrag dokumentieren wir hier:</div>
            <div>    Macht der Afghanistan-Einsatz noch Sinn? Wie kann die Negativentwicklung umgekehrt werden? DarÃ¼ber scheiden sich die Geister in der BevÃ¶lkerung, in der Politik, ja auch unter Soldaten. <p>DarÃ¼ber werden die GrÃ¼nen am 15. September auf einem Sonderparteitag in GÃ¶ttingen streiten. Durchgesetzt wurde der Parteitag durch ein Minderheitenvotum von 10% der KreisverbÃ¤nde, die sich an der Zustimmung eines Teils der ParteifÃ¼hrung und der Fraktion zu dem Einsatz der deutschen AufklÃ¤rungs-Tornados stieÃŸen. GegenwÃ¤rtig ist die Sachdiskussion durch den Dissens der FÃ¼hrungsebene Ã¼ber das Abstimmungsverhalten im Bundestag aufgeladen. Das ist unnÃ¶tig und droht, die Chance einer groÃŸen und intensiven Sachdebatte zu Afghanistan zu beschÃ¤digen.</p><p>Unbestreitbar ist die deutsche Mitverantwortung fÃ¼r Sicherheit und Entwicklung in Afghanistan: aus sicherheitspolitischem Interesse, aus SolidaritÃ¤t mit einem von mehr als 20 Kriegsjahren geschunden Volk, aus unserer Verpflichtung auf die UNO-Staatengemeinschaft. Wir dÃ¼rfen und wollen Afghanistan nicht im Stich lassen.</p><p>ISAF ist weiterhin unverzichtbar. Die Auseinandersetzung mit den Taliban und anderen AufstÃ¤ndischen ist militÃ¤risch nicht zu gewinnen. Zugleich ist angesichts der enormen Gewaltpotenziale im Land sowie aus Pakistan eine militÃ¤rische Absicherung von Aufbau und Entwicklung unverzichtbar. Ohne ISAF-PrÃ¤senz wÃ¤re UnterstÃ¼tzung beim Aufbau von Polizei, Justiz und Armee zu einem funktionierenden staatlichen Gewaltmonopol unmÃ¶glich. Im Norden und Westen ist die SicherheitsunterstÃ¼tzung durch ISAF trotz schwacher KrÃ¤fte erfolgreich, kommt die Entwicklung voran. In den Unruheprovinzen des SÃ¼dens und Ostens herrschen dagegen seit dem letzen Jahr ZustÃ¤nde eines asymmetrischen Krieges.</p><p>Zum Tornado-Einsatz hat die Bundesregierung bisher keine Bilanzierung vorgelegt. Auch wenn die Tornados angeblich nicht direkt bei Luftangriffen mit Zivilopfern beteiligt gewesen sein sollen, ist das VerhÃ¤ltnis von Kosten und Nutzen zweifelhaft. Die Tornados stehen beispielhaft fÃ¼r eine falsche PrioritÃ¤tensetzung in der Politik, wo fÃ¼r ein Waffensystem soviel Geld zur VerfÃ¼gung gestellt wird wie fÃ¼r die deutsche UnterstÃ¼tzung des Polizeiaufbaus Ã¼ber sechs Jahre.</p><p>Enduring Freedom ist kontraproduktiv. Aus Afghanistan wird berichtet, dass die Operation durch ihre offensive Vorgehensweise Hass, Gewalt und Terror schÃ¼rt. Die Bundesregierung muss sich fÃ¼r die Einstellung einer Operation einsetzen, die ISAF mehr schadet als nutzt und fÃ¼r die neben ISAF keine Rechtfertigung mehr besteht.</p><p>Konflikt entscheidend ist der zivile Aufbau. Bei mehren Besuchen im afghanischen Norden waren die Fortschritte fÃ¼r mich unÃ¼bersehbar. Nichtsdestoweniger hat landesweit die Frustration Ã¼ber eine vielfach korrupte und unfÃ¤hige Regierung enorm zugenommen, aber auch Ã¼ber eine internationale Hilfe, von der vor Ort viel zu wenig ankommt. Wo die Zeit davon lÃ¤uft, ist ein Strategiewechsel, ist eine groÃŸe und zÃ¼gige Anstrengung dringend notwendig: Jetzt ist intelligentes Klotzen statt Kleckern angesagt!</p><p>Von dieser Einsicht ist im neuen Afghanistan-Konzept der Bundesregierung kaum etwas zu spÃ¼ren. Wenn die Bundesregierung die Aufwendungen fÃ¼r Aufbau und Entwicklung um 25% erhÃ¶ht, wo Fachleute eine Verdoppelung bis Verdreifachung fÃ¼r nÃ¶tig halten, dann ist lÃ¤cherlich.</p><p>Bei der Abstimmung Ã¼ber die Afghanistan-Mandate im Bundestag sollten die GrÃ¼nen ein klares Signal der VerlÃ¤sslichkeit gegenÃ¼ber den Menschen in Afghanistan senden: der grundsÃ¤tzlichen UnterstÃ¼tzung fÃ¼r ISAF, der Ablehnung von OEF, des DrÃ¤ngens auf eine Aufbauoffensive und der Kritik an der Halbherzigkeit der Bundesregierung. Das aber geht nur mit Geschlossenheit.</p></div>


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