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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Politik braucht ethische Verantwortung â€“ â€žGerechter Friedeâ€œ und politische Vernunft</title>
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    <span class="xar-mod-title">Irak + Artikel von Winfried Nachtwei fÃ¼r Zeitschriften u.Ã¤.</span>

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        <h1>
            Politik braucht ethische Verantwortung â€“ â€žGerechter Friedeâ€œ und politische Vernunft         </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=3">Webmaster</a> am 10. Februar 2001 21:46:59 +02:00 (18467 Aufrufe)            </div>
            <div>    Folgenden Beitrag hielt Winfried Nachtwei, MdB B&uuml;ndnis 90/Die Gr&uuml;nen, auf der Tagung der Katholischen Akademie Freiburg zum Friedenswort der deutschen Bisch&ouml;fe &bdquo;Gerechter Friede&ldquo; am 10.2.2001:</div>
            <div>    <p>Wer wollte bestreiten, dass Politik ethische Verankerung braucht. Allerdings steht die Politik nicht selten unter dem Generalverdacht, (Friedens-)Ethik nur als Legitimationskulisse zu gebrauchen, ansonsten aber eher ethik-ferne Zone zu sein, in der sich lauter Machtpolitiker und Opportunisten tummeln.</p><p>In der Tat besteht kein Mangel an hochwertigen Rechtfertigungen von Sicherheitspolitik, von Auslands- und Kriegseins&auml;tzen. Die Frage ist nur, wieweit solche Rechtfertigungen auch handlungsleitende Werte sind.</p><p>&nbsp;</p><h1>Das Bischofswort kam zum rechten Zeitpunkt!<br /></h1><p>Wo die erste Kriegsbeteiligung eines demokratischen Deutschland erhebliche Fragen nach der Legitimit&auml;t und Rechtm&auml;&szlig;igkeit, Folgen und Wirksamkeit der Milit&auml;rintervention aufgeworfen hat, wo die Bundeswehr nun die einschneidendste Reform ihrer Geschichte erlebt und die EU sich erstmalig einen milit&auml;rischen Arm zulegt, da f&auml;llt doch die Begrenztheit der &ouml;ffentlichen Debatte auf: </p><p>Der Mangel an (selbst-)kritischer Aufarbeitung des Kosovo-Krieges, die oftmalige Verengung von Friedens- und Sicherheitspolitik auf die milit&auml;rische Komponente, der Vorrang von Fragen der Streitkr&auml;ftemodernisierung, Finanzierung und Wehrstruktur, ohne die Schl&uuml;sselfrage des WOF&Uuml;R pr&auml;zise zu bestimmen. </p><p>Vor diesem Hintergrund dankte ich im Oktober Bischof Kamphaus voller &Uuml;berzeugung und mit ganzem Herzen f&uuml;r das Friedenswort der Bisch&ouml;fe.</p><p>Die Bisch&ouml;fe sehen neue friedensethische Herausforderungen angesichts einer dramatisch ver&auml;nderte Lage, wo gegen&uuml;ber sich ver&auml;ndernden Konflikten die herk&ouml;mmlichen Instrumente nicht mehr ausreichen. Sie wollen einen Gegenakzent setzen zur &uuml;blichen &ouml;ffentlichen Diskussion &uuml;ber Frieden und Sicherheit, die in den Medien oft erst in Gang komme, wenn ein Eingreifen bevorstehe.</p><p>&nbsp;</p><h1>Wiederbelebung der Ethik der Gewaltfreiheit.<br /></h1><p>Wenn wir B&uuml;ndnisgr&uuml;nen in den letzten Jahren versuchten, am Grundwert der Gewaltfreiheit festzuhalten und uns zugleich den Herausforderungen und Dilemmata von staatlicher Politik und Schutzverpflichtung stellten, wenn wir Gewaltfreiheit &uuml;bersetzten mit den Geboten der Gewaltverh&uuml;tung und Gewaltminderung, dann entstand manchmal der Eindruck einer pazifistischen R&uuml;ckzugsargumentation oder des Umschminkens schn&ouml;der Realpolitik.</p><p>Das Friedenswort lenkt den Blick der friedens- und sicherheitspolitischen Debatte wieder auf die ersten Fragen. Es beweist die Notwendigkeit und die Tragf&auml;higkeit einer Ethik der Gewaltfreiheit mitten in dieser Welt.</p><p>Es ruft in Erinnerung, was in den letzten Jahren angesichts der Schrecken innerstaatlicher Gewalt, der Relegitimierung milit&auml;rischer Gewalt im Dienste &bdquo;humanit&auml;rer Interventionen&ldquo; und einer High-Tech-Kriegf&uuml;hrung ohne eigene und ohne sichtbare andere Opfer zunehmend </p><p>in Vergessenheit zu geraten scheint: Angewandte milit&auml;rische Gewalt t&ouml;tet, verst&uuml;mmelt, zerst&ouml;rt und bleibt unabh&auml;ngig von ihren Zielen ein &Uuml;bel. Sie ist zudem ein &auml;u&szlig;erst t&uuml;ckisches Mittel, wie die Realit&auml;t jeder kriegerischen Auseinandersetzung zeigt.</p><p>Zugleich verschlie&szlig;t sich das Friedenswort keineswegs der im letzten Jahrzehnt gewachsenen Erkenntnis, dass bestimmte humanit&auml;re Extremsituationen den Einsatz milit&auml;rischer Gewalt grunds&auml;tzlich rechtfertigen k&ouml;nnen.. Insofern kommen wir auch nicht umhin, bei realen Gewaltkonflikten, bei ihren Tr&auml;gern und Mitteln genauer hinzusehen und zu differenzieren:</p><p>zwischen rechtsstaatlichem Gewaltmonopol einerseits und dem Gewaltchaos der &bdquo;neuen Kriege&ldquo; andererseits, wo unter Bedingungen einer zerfallenen Staatlichkeit gewaltt&auml;tige Gruppen Krieg prim&auml;r gegen die Zivilbev&ouml;lkerung f&uuml;hren. (Mary Kaldor); oder zwischen einer Wehrmacht oder einer multinationalen SFOR-/KFOR-Friedenstruppe auf dem Balkan.&nbsp; </p><p>Im Konflikt zwischen Gewaltfreiheit und Schutzverpflichtung gegen&uuml;ber massivem Unrecht kann Gegengewalt das weniger gro&szlig;e &Uuml;bel sein. </p><p>Angesichts der ver&auml;nderten Lage relativieren sich die gewohnten Gegens&auml;tze zwischen Pazifisten und Nichtpazifisten, so die Bisch&ouml;fe: &bdquo;Es geht um die gemeinsame Pflicht, Gewalt zu verhindern oder wenigstens zu mindern.&ldquo; </p><p>&nbsp;</p><h1>Unbedingter Vorrang der Gewaltvorbeugung</h1><p>Wer den Frieden will, bereite den Frieden vor! </p><p>Umfassend und &uuml;berzeugend wird die Vielfalt des &bdquo;gerechten Friedens&ldquo; und die Vielschichtigkeit wirklich vorausschauender Friedenspolitik entwickelt: Menschenrechte und nachhaltige Entwicklung, internationale Zusammenarbeit, Elemente innerstaatlicher und internationaler Friedensf&auml;higkeit, Konfliktnachsorge als Konfliktvorbeugung, Friedendsarbeit in der Zivilgesellschaft. </p><p>Durch eine Politik der Gewaltvorbeugung sollen Gewaltverh&auml;ltnisse ausgetrocknet werden, die stets neue Gewalt provozieren und produzieren. Besonders genau und gelungen erscheinen mir die Passagen zur Konfliktnachsorge, Schuldverarbeitung und Vers&ouml;hnung, wo die Macht unvers&ouml;hnlicher Erinnerung als Virus der Gewaltbereitschaft identifiziert wird: Kein Frieden ohne Vers&ouml;hnung, kein Vers&ouml;hnung ohne Wahrheit und Gerechtigkeit. Der Gewalt vorbeugen hei&szlig;t auch, selektiver Erinnerung entgegenzuwirken und Traditionen gemeinsamer Vorbilder zu begr&uuml;nden.</p><p>Das Friedenswort betont den unbedingten Vorrang der Gewaltvorbeugung und unterstreicht ihre Hochrangigkeit, indem es sie auf eine Stufe mit der Entspannung in den 70er und 80er Jahren stellt und zur Herausforderung der Gegenwart erkl&auml;rt. Es gelte, die Logik von Gewalt und Gegengewalt zu unterlaufen.</p><p>Der Vorrang der Vorbeugung gilt als Selbstverst&auml;ndlich und wird in der Politik allseits und immer wieder beschworen. </p><p>Nat&uuml;rlich geht es nicht darum, dass Rad neu zu erfinden. </p><p>Das System von Vereinten Nationen und OSZE, die Verrechtlichung internationaler Beziehungen, die europ&auml;ische Integration und EU-Erweiterung, R&uuml;stungskontrolle, ja auch die milit&auml;rische Integration durch die NATO sind bedeutende Beitr&auml;ge zur internationalen Gewaltvorbeugung und &ndash;minderung. </p><p>Gerade mit den Balkan-Konflikten, und erst recht mit den kaum beachteten afrikanischen Kriegen, wurden aber auch die M&auml;ngel internationaler Gewaltvorbeugung offensichtlich: </p><p>Regelm&auml;&szlig;ig fehlte es an fr&uuml;hzeitigem Handeln, war die Staatengemeinschaft lange durch Interessengegens&auml;tze und Uneinigkeit neutralisiert, fehlte es an Koh&auml;renz des Handelns und ausreichenden Mitteln. Gegen&uuml;ber den gut ausgestatteten, ausgebildeten und schnell verf&uuml;gbaren Mitteln milit&auml;rischer Krisenreaktion sind die F&auml;higkeiten und Instrumente ziviler Krisenpr&auml;vention unterentwickelt und vernachl&auml;ssigt.</p><p>Erst der Wechsel zu Rot-Gr&uuml;n 1998 und die schlimmen Erfahrungen des Kosovokrieges haben dem Aufbau ziviler Krisenkr&auml;fte in der Bundesrepublik, aber auch au den Ebenen von OSZE und vor allem EU einen regelrechten Schub gegeben. (vgl. Bundestagsfraktion B&uuml;ndnis 90/Die Gr&uuml;nen, Gewaltvorbeugung konkret: Zwischenbilanz rotgr&uuml;ner Ma&szlig;nahmen zur zivilen Krisenpr&auml;vention, lang&amp;schl&uuml;ssig 14/27, M&auml;rz 2001)) Allerdings bedarf es noch erheblicher Anstrengungen und eines l&auml;ngeren Weges, bis wir wirklich von F&auml;higkeiten effektiver Gewalt- und Krisenvorbeugung sprechen k&ouml;nnen. </p><p>&nbsp;</p><h1>Problematik milit&auml;rischer Interventionen</h1><p>Im Gegensatz zu dem verbreiteten Trend, nach der Relegitimierung milit&auml;rischer Gewalt nur noch ihre Bedeutung und Effektivierung zu thematisieren, sieht das Friedenswort vor allem die Grenzen milit&auml;rischer Mittel. Es betont die Gefahren jeder milit&auml;rischen Gewaltanwendung (z.B. Eigendynamik, Folgen f&uuml;r die Zivilbev&ouml;lkerung, &bdquo;Lust am B&ouml;sen&ldquo;) und benennt klare und enge Kriterien f&uuml;r &bdquo;humanit&auml;re Interventionen&ldquo;. Es beugt damit dem Missbrauch der Menschenrechte f&uuml;r Partikularinteressen vor und erteilt einem Interventionismus f&uuml;r &bdquo;vitale Interessen&ldquo; eine eindeutige Absage. </p><p>In Parlamentsdebatten und bei sicherheitspolitischen Veranstaltungen stie&szlig; ich mit der Forderung der B&uuml;ndnisgr&uuml;nen nach engen Kriterien f&uuml;r milit&auml;rische Kriseneins&auml;tze wohl immer wieder auf positive Resonanz, auch bei Milit&auml;rs. Auf den politischen Hochebenen spielte diese Grenzziehung nichts desto weniger bisher keine nennenswerte Rolle. </p><p>&Uuml;ber die Voraussetzungen milit&auml;rischer Kriseneins&auml;tze hinaus sollten aber vor allem auch ihre Leistungsf&auml;higkeit, ihre M&ouml;glichkeiten und Grenzen thematisiert werden. </p><p>Die Leistungen von Milit&auml;r und insbesondere der Bundeswehr bei der Eind&auml;mmung gro&szlig;er Gewalt im Rahmen &bdquo;robuster&ldquo; Peacekeeping-Eins&auml;tze sind offensichtlich und kaum noch strittig. Dasselbe gilt f&uuml;r die Teilnahme an Verifikationsma&szlig;nahmen zur R&uuml;stungskontrolle, an Beobachtermissionen der OSZE sowie vertrauensbildende Kooperationen durch partner-ship-for-peace-Aktivit&auml;ten mit (mittel-)osteurop&auml;ischen Milit&auml;rs. </p><p>Langsam wird bewusst, dass milit&auml;risches Peacekeeping allein zum Schweitern verurteilt ist, dass es des &bdquo;erweiterten Peacekeeping&ldquo;, also des Zusammenwirkens milit&auml;rischer, polizeilicher und ziviler Kr&auml;fte und eines koh&auml;renten politischen Konzepts bedarf.</p><p>Kaum reflektiert werden die Wirkungen und Probleme von Milit&auml;reins&auml;tzen jenseits der Friedenserhaltung: die umfassende sogenannter &bdquo;Friedenserzwingung hoher Intensit&auml;t&ldquo;, die Konsequenzen eines auf innenpolitische Akzeptanz orientierten Luftkrieges aus der Distanz, um eigene Opfer zu vermeiden (Irak, Kosovo), die Konsequenzen eines Bodenkrieges. Nach allen Erfahrungen sind solche gro&szlig;en Kampfeins&auml;tze bei innerstaatlichen Gewaltkonflikten hoch riskant, kostspielig und in den Wirkungen &auml;u&szlig;erst zweifelhaft und kontraproduktiv. </p><p>Krieg darf und kann weiterhin kein Mittel der Politik sein! Zugleich steht die internationale Gemeinschaft in der Verantwortung, insbesondere die Seuche der &bdquo;neuen Kriege&ldquo; einzud&auml;mmen.</p><p>&nbsp;</p><h1>Schwaches Echo</h1><p>Der Kommentator der S&uuml;ddeutschen Zeitung (12.10.2000) verwies auf die Gefahr, dass das Friedenswort von allen Seiten &bdquo;totgelobt&ldquo;, also anschlie&szlig;end beiseite gelegt werde. </p><p>In der Tat blieb das h&ouml;rbare Echo auf das Friedenswort bisher ausnehmend schwach. </p><p>Weder in Berlin und im Bundestag, noch in der &Ouml;ffentlichkeit und in Publikationen der Friedensbewegung kann ich eine sonderliche Resonanz beobachten. </p><p>Woran kann das liegen?</p><p>Zun&auml;chst an dem verbreiteten au&szlig;enpolitischen Desinteresse und der Unterentwickeltheit der sicherheits- und friedenspolitischen Debatte in der Bundesrepublik generell. Im Unterschied zu etlichen anderen westlichen Demokratien gibt es in Deutschland keinen breiteren sicherheitspolitischen Diskurs. Der Verteidigungsminister verfolgt mit seiner Art der Bundeswehrreform zudem eine Strategie der Debattenverhinderung in Parlament und Gesellschaft: Die vorz&uuml;gliche Chance des Weizs&auml;cker-Berichts wurde durch das schnelle planerische Faktensetzen danach regelrecht abgew&uuml;rgt.</p><p>Abgesehen von christlichen Friedensgruppen und Friedensdiensten ist die verbliebene Friedensbewegung &uuml;berwiegend reaktiv und antimilitaristisch orientiert. In Folge des Schocks </p><p>&uuml;ber die erste deutsche Kriegsbeteiligung verbreiten sich wieder dogmatische und altlinke </p><p>antiimperialistische Positionen. Bereitschaften und F&auml;higkeiten zu einem breiteren Dialog schwinden. </p><p>Die friedenspolitischen Br&uuml;che von Rot-Gr&uuml;n sind weitestgehend unverarbeitet: Tiefe Entt&auml;uschung und Verdr&auml;ngung unter vielen Anh&auml;ngern, eine Art friedensethische Selbstzufriedenheit, gar Selbstgerechtigkeit hingegen oft auf Ebene von Regierung und Koalition. </p><p>Schlie&szlig;lich dominieren in Bev&ouml;lkerung und &Ouml;ffentlichkeit weiterhin Haltungen von Milit&auml;rfixiertheit (&Uuml;bersch&auml;tzung von Milit&auml;r als Probleml&ouml;ser) und eines regelrechten friedenspolitischen Analphabetismus.</p><p>Aber auch die Art des Friedenswortes selbst kann zu seiner Resonanzlosigkeit beigetragen haben. Der realen Politik r&uuml;ckt es nicht zuleibe. Es bleibt in der Nische eines Wortes zum Sonntag und bietet der konfliktorientierten Wahrnehmung der Medien keine Vorlage. </p><p>&nbsp;</p><h1>Ermutigung</h1><p>Das Friedenswort der deutschen katholischen Bisch&ouml;fe empfinde ich nichts desto weniger als Meilenstein und gro&szlig;e Ermutigung. Es verdient, gerade von uns PolitikerInnen ernst genommen zu werden, als Ma&szlig;stab der Tagespolitik und als Ansto&szlig; zur kritischen Selbstreflexion. </p><p>Zusammen mit entsprechenden Reden von Bundespr&auml;sident Rau ist es hervorragend geeignet, der &uuml;berf&auml;lligen sicherheits- und friedenspolitischen Debatte Anst&ouml;&szlig;e und Orientierung zu geben. Das Bed&uuml;rfnis nach einer solchen Debatte und Kl&auml;rung besteht sehr wohl, gerade auch unter Soldaten und anderen Menschen mit Erfahrungen mit Gewalt und Friedensarbeit in Krisenregionen. Der Dialog mit dieser zunehmenden Zahl an &bdquo;Friedensfachleuten&ldquo; ist nicht nur &auml;u&szlig;erst spannend, ern&uuml;chternd wie ermutigend. Er hilft auch, diese Debatte in Sichtweite der realen Konflikte und Herausforderungen zu halten. Die Erfahrungssch&auml;tze dieser Menschen werden bisher viel zu wenig genutzt. </p><p>F&uuml;r die gro&szlig;e gesellschaftliche Vergewisserung &uuml;ber eine wirklich zukunftsf&auml;hige Sicherheits- und Friedenspolitik ist es noch nicht zu sp&auml;t, trotz fortschreitender Bundeswehrreform ist der Zug noch nicht abgefahren. Denn immer deutlicher wird, dass die aktuelle Bundeswehreform wegen der damit aufgebauten Interventionsf&auml;higkeit zweischneidig und wegen ihrer zu geringen Reduzierungen und &uuml;berh&ouml;hten Neubeschaffungen nicht finanzierbar ist. Es wird deshalb einen zweiten Anlauf der Bundeswehrreform geben m&uuml;ssen. Zusammen mit der l&auml;ngst &uuml;berf&auml;lligen (selbst-)kritischen Aufarbeitung des Kosovokrieges sowie der Kontroverse &uuml;ber eine k&uuml;nftige Raketenabwehr sind das gen&uuml;gend Arenen der aktuellen Auseinandersetzung, in denen das Friedenswort zur Kl&auml;rung im Get&uuml;mmel beitragen kann. </p><p>&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>Weitere Stellungnahmen des Autor zum Thema &bdquo;Gewalt verhindern &ndash; Frieden f&ouml;rdern!&ldquo; unter www.nachtwei.de</p><p>&nbsp;</p><p>P.S.: </p><p>Inzwischen haben B&uuml;ndnis 90/Die Gr&uuml;nen nach zwanzig Jahren ein neues Grundsatzprogramm sowie ihr Wahlprogramm beschlossen. In den au&szlig;enpolitischen Teil flossen die obigen Ausf&uuml;hrungen ein, insbesondere zum Vorrang der Gewaltvorbeugung und zum &bdquo;t&uuml;ckischen&ldquo; Mittel milit&auml;rischer Gewalt. Dabei wird die zentrale Rolle der Vorbeugung nicht nur betont, sondern in konkrete n&auml;chste Schritte &uuml;bersetzt. </p><p>F&uuml;r besonders wichtig halte ich die folgende Passage:</p><p>&bdquo;Um gesellschaftliche Verst&auml;ndigungsprozesse in Krisenregionen nicht nur punktuell, sondern in der Breite zu f&ouml;rdern, m&uuml;ssen Fachkr&auml;fte und Projekte des Zivilen Friedensdienstes und anderer gesellschaftlicher Akteure in den n&auml;chsten Jahren vervielfacht werden.&ldquo; </p></div>


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