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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Gauck lobt norwegische Friedenspolitik als vorbildlich - das passt wohl nicht ins Bild! Der SPIEGEL  u.a. machen es vor (aktualisiert)</title>
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    <span class="xar-mod-title">Irak + Artikel von Winfried Nachtwei fÃ¼r Zeitschriften u.Ã¤.</span>

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                    -                        <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=39%2B86">All of these categories</a>
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            Gauck lobt norwegische Friedenspolitik als vorbildlich - das passt wohl nicht ins Bild! Der SPIEGEL  u.a. machen es vor (aktualisiert)         </h1>
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       <div class="xar-mod-content">
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=7">Nachtwei</a> am 14. Juni 2014 18:33:59 +02:00 (126081 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Bei der Auftaktveranstaltung zu &quot;Review 2014 - Au&szlig;enpolitik Weiter Denken&quot; wurde mehrfach kritisiert. wie milit&auml;rfixiert die &ouml;ffentliche Wahrnehmung und Diskussion oft in Deutschland sei. SPIEGEL-ONLINE verbreitete am 14. Juni, Gauck fordere in einem Radio-Interview gr&ouml;&szlig;ere Bereitschaft zu Milit&auml;reins&auml;tzen. Die taz titelte &quot;Gauck ruft Deutsche zu den Waffen&quot; (und brachte inzwischen den Gegen-Kommentar von D. Johnson). Ein Fall von selektiver, verzerrender Berichterstattung. Seine wichtige Rede im Nobelinstitut wurde dabei missachtet. Hier zur Rede&nbsp;</p></div>
            <div>    <p align="center"><strong>Eine Lobrede des Bundespr&auml;sidenten auf die vorbildliche norwegische Friedenspolitik &ndash; nicht der Erw&auml;hnung wert. Stattdessen behaupten &nbsp;SPIEGEL u.a., er fordere &bdquo;gr&ouml;&szlig;ere Bereitschaft zu Milit&auml;reins&auml;tzen&ldquo;</strong></p>
<p align="center">Kommentar von Winfried Nachtwei, MdB a.D. (16./17. Juni 2014)</p>
<p>Am 14. Juni brachte <em>Deutschland-Radio Kultur</em> ein <strong>Interview mit Bundespr&auml;sident Joachim Gauck zum Abschluss seines Norwegenbesuches</strong>. Die &Uuml;berschrift: &bdquo;Gauck: &acute;Auch zu den Waffen greifen`&ldquo;.</p>
<p><em>Spiegel-Online</em> machte daraus die &Uuml;berschrift &bdquo;Gauck fordert gr&ouml;&szlig;ere Bereitschaft zu Milit&auml;reins&auml;tzen&ldquo;. F&uuml;r die Masse der &uuml;ber 800 Kommentatoren binnen sechs Stunden war der Bundespr&auml;sident damit ein Kriegstreiber. In der <em>taz</em> wird daraus zwei Tage sp&auml;ter (nach ausreichend Recherchezeit) der Aufmacher: &bdquo;Gauck ruft Deutsche zu den Waffen &ndash; Kriegsrhetorik: Bundespr&auml;sident nennt Milit&auml;r &acute;manchmal erforderlich`, nennt noch keinen Einsatzort&ldquo;. Darunter ein Kommentar von Martin Reeh &bdquo;&uuml;ber Gaucks erneutes Pl&auml;doyer f&uuml;r mehr milit&auml;risches Engagement &ndash; Der Schwadroneur vom Schloss&ldquo;. (16.6.2014)</p>
<p><strong>Um Fehlinterpretationen vorzubeugen</strong>, w&auml;re es sinnvoll, wenn Bundespr&auml;sident Gauck bei seinen &Auml;u&szlig;erungen zur gr&ouml;&szlig;eren internationalen Verantwortung Deutschlands klar den Bezugsrahmen der Vereinten Nationen nennen (darin die engen Voraussetzungen der &bdquo;Schutzverantwortung&ldquo;) und deutlicher den Vorrang der zivilen Krisenpr&auml;vention herausstellen w&uuml;rde. Einen Abschied von einem verantwortlichen und zur&uuml;ckhaltenden Umgang mit Kriseneins&auml;tzen kann er nicht wollen.</p>
<p><strong>Als uns&auml;glich und f&uuml;r die au&szlig;enpolitische Debattenkultur in Deutschland zerst&ouml;rerisch</strong> empfinde ich aber, wie f&uuml;hrende Medien in diesem Fall au&szlig;enpolitische Aussagen des Bundespr&auml;sidenten verk&uuml;rzen, verdrehen und seiner Diffamierung als &bdquo;Kriegstreiber&ldquo; den Weg bereiten. Dass die Linke mit ihrer Totalverweigerung gegen&uuml;ber UNO-Friedenssicherung den Ball aufnimmt, war vorhersehbar. Dass auch einzelne Gr&uuml;ne in den Pauschalverurteilungschor einstimmen, ist vor dem Hintergrund der gr&uuml;nen Programmatik und des Abstimmungsverhaltens im Bundestag unverst&auml;ndlich.</p>
<p><strong>Deutschland-Radio</strong> verschaffte dem Interview am 14. Juni mit der nicht falschen, aber &auml;u&szlig;erst verk&uuml;rzenden &Uuml;berschrift den medialen Treibsatz.</p>
<p><strong>Spiegel-Online</strong> nahm auf und verk&uuml;rzte die Botschaft zur Forderung nach &bdquo;gr&ouml;&szlig;erer Bereitschaft zu Milit&auml;reins&auml;tzen&ldquo;. Das brachte die Gauck-&bdquo;Forderung&ldquo; am Wochenende in die erste Nachrichtenreihe. Nach der Flut an Blog-Kommentaren markierte in der <strong>taz</strong> der Ressortleiter Innenpolitik den Bundespr&auml;sidenten dann unverhohlen als &bdquo;Kriegstreiber&ldquo;. (Einen Tag sp&auml;ter widersprach Dominic Johnson, Leiter des Auslandsressorts der taz, sehr deutlich: <strong>&bdquo;Selbstgerechter Shitstorm</strong> &ndash; Bundespr&auml;sident Gauck wird massiv daf&uuml;r kritisiert, dass er den &acute;Griff zur Waffe` nicht ausschlie&szlig;en will. Warum eigentlich?&ldquo; <a href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=me&amp;dig=2014%2F06%2F17%2Fa0113&amp;cHash=805ca98fe7059b78c6f4fa085085f19">www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=me&amp;dig=2014%2F06%2F17%2Fa0113&amp;cHash=805ca98fe7059b78c6f4fa085085f19</a> )</p>
<p>Die Skandalisierungs-Methode der beteiligten Journalisten und Redaktionen ist gepr&auml;gt von selektiver, milit&auml;rfixierter Wahrnehmung, friedens- und UNO-politischer Ignoranz und in der Wirkung diffamatorisch.</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Ausgeblendet bleibt, dass Gauck in dem Interview zuerst das gute Beispiel Norwegens hervorhebt, das sich in Friedensprozessen wie in Guatemala eingebracht habe, das in Menschenrechts- und Friedensfragen weit ab vom eigenen Land aktiv sei. &bdquo;Das w&uuml;nsche ich mir auch von Deutschland.&ldquo;</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Die &Uuml;berschrift behauptet eine Forderung nach mehr Milit&auml;reins&auml;tzen. Das ist eine Unterstellung! Im Wortlaut des Interviews sagt Gauck nicht mehr, als dass gegen&uuml;ber Aggressionen und f&uuml;r das &Uuml;berleben von unschuldigen Menschen der Einsatz von Waffengewalt n&ouml;tig sein kann und deshalb als letztes Mittel nicht von vorneherein auszuschlie&szlig;en sei. Damit bewegt er sich in &Uuml;bereinstimmung mit der UNO-Charta (und der &bdquo;Schutzverantwortung), der &uuml;bergro&szlig;en Mehrheit der Bundestagsparteien und den meisten zur internationalen Politik arbeitenden Journalisten. Zentral geht es dabei um die Eind&auml;mmung von Gewalt und nicht um kriegerische Eskalation.</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Eine zweite Verzerrung geschieht dadurch, dass die wichtige Gauck-Rede zur norwegischen Friedenspolitik in Oslo mit keinem Wort erw&auml;hnt wird. (s.u.) So verrutschen die Gewichte.</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Das Verschweigen der friedenspolitischen Akzente der Norwegen-Reise des Bundespr&auml;sidenten ist kein blo&szlig;er &bdquo;Ausrutscher&ldquo;, es ist symtomatisch: Am 11. Juni fand der 2. &bdquo;Tag des Peacekeepers&ldquo; in Berlin mit vielen aktiven und ehemaligen Peacekeepern im UNO-Auftrag statt. Dieses friedenspolitische Gro&szlig;ereignis wurde &ndash; wie auch im Vorjahr und andere Veranstaltungen dieser Art &ndash; von der Masse der allgemeinen Medien ignoriert. &nbsp;(mein Bericht unter <a href="http://www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1294">www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1294</a> ) Seit Jahren sp&uuml;re ich in Medien eine unausgesprochene &bdquo;Friedensm&uuml;digkeit&ldquo;.</p>
<p><strong>In der Rede im Nobelinstitut</strong> am 11. Juni in Oslo schilderte und lobte der Bundespr&auml;sident die langj&auml;hrige und vorbildliche Friedenspolitik des Gastlandes. (Die Rede unter&nbsp; <a href="http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Joachim-Gauck/Reden/2014/06/140611-Norwegen-Nobelinstitut.html">www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Joachim-Gauck/Reden/2014/06/140611-Norwegen-Nobelinstitut.html</a> ).</p>
<p>Friedensvermittlung sei &uuml;ber die Jahrzehnte zu einem &bdquo;Markenzeichen&ldquo; Norwegens geworden. Was mit der ersten Vermittlerrolle in Guatemala begann, f&uuml;hrte f&uuml;r Norwegen in den 1990er Jahren &uuml;ber den &bdquo;Oslo-Prozess&ldquo; (&hellip;) bis zum Engagement von heute &ndash; in Sri Lanka, in Kolumbien und im Sudan, um nur einige Beispiele zu nennen. Seit 2002 gebe es im norwegischen Au&szlig;enministerium eine &bdquo;Abteilung f&uuml;r Frieden und Vers&ouml;hnung&ldquo;, eine Innovation in der Au&szlig;enpolitik. Damit sei es gelungen, ein eigenes friedenspolitisches Profil zu entwickeln. Eng werde dabei mit der norwegischen Zivilgesellschaft kooperiert. F&uuml;r die anschlie&szlig;ende Diskussion stellte er u.a. die Fragen</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Was sind die grundlegenden Voraussetzungen f&uuml;r Frieden und Vers&ouml;hnung?</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Wie muss Diplomatie beschaffen sein, damit sie pr&auml;ventiv wirken kann?</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Welche Erfahrungen haben jene unter Ihnen gemacht, die an Friedenseins&auml;tzen teilgenommen haben? Was sollten wir k&uuml;nftig anders und besser machen?</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Wie kann es gelingen, Konflikte zu b&auml;ndigen, dass es nicht zu bewaffneten Auseinandersetzungen kommt?</p></div>


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