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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Erdrutsch-Katastrophe in Afghanistan: Kein Einzelfall und keine bloÃŸe NATUR-Katastrophe! Dazu sehr lesenswert Thomas Ruttig (AAN) </title>
        <link>http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;ptid=1&amp;catid=39-86&amp;aid=1285</link>
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    <span class="xar-mod-title">Irak + Artikel von Winfried Nachtwei fÃ¼r Zeitschriften u.Ã¤.</span>

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        <h1>
            Erdrutsch-Katastrophe in Afghanistan: Kein Einzelfall und keine bloÃŸe NATUR-Katastrophe! Dazu sehr lesenswert Thomas Ruttig (AAN)          </h1>
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       <div class="xar-mod-content">
           <div class="xar-sub">
Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=7">Nachtwei</a> am 14. Mai 2014 16:38:16 +02:00 (67211 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Der verheerende Erdrutsch in Nordost-Afganistan am 2. Mai war auch ein Alarmsignal. Ein B&uuml;ndel von Ursachen kam da zusammen, viele davon menschengemacht. Weitere solche Katstrophen sind demnach vorprogrammiert. Hier die Zusammenfassung des Beitrags von Thomas Ruttig, dem Ko-Direktor des Afghanistan-Analysts Network.&nbsp;</p></div>
            <div>    <p align="center"><strong>Die Erdrutsch-Katastrophe von Badakhshan:</strong></p>
<p align="center"><strong><span style="text-decoration: underline;">Keine blo&szlig;e NATUR-Katastrophe und kein Einzelfall!</span></strong><strong> Thomas Ruttig (AAN) zu den &ouml;kologischen, sozialen und Entwicklungsaspekten</strong></p>
<p>L&auml;ngst ist der t&ouml;dliche Erdrutsch von Nordost-Afghanistan aus den internationalen Nachrichten verschwunden. Er reiht sich ein in die endlose Kette von Ungl&uuml;cken und Katastrophen, die immer wieder wie schicksalhafte Blitze einschlagen und au&szlig;erhalb des Kreises der Betroffenen schnell wieder vergessen sind. Thomas Ruttig, Ko-Direktor des Afganistan Analysts Network (AAN), lenkte am 9. Mai mit seinem sehr informativen Artikel &bdquo;Slippery Slopes&ldquo; den Blick auf die Hintergr&uuml;nde und den bedrohlichen Kontext der Erdrutsch-Katastrophe: <a href="http://www.afghanistan-analysts.org/slippery-slopes-ecological-social-and-developmental-aspects-of-the-badakhshan-landslide-disaster">http://www.afghanistan-analysts.org/slippery-slopes-ecological-social-and-developmental-aspects-of-the-badakhshan-landslide-disaster</a> . Links erm&ouml;glichen&nbsp; &Uuml;berblicke auf das entlegene, teilweise versch&uuml;ttete Dorf Ab-e Barik, vier Fahrstunden entfernt von der Provinzhauptstadt Feyzabad: z.B. zum Landslide Blog der American Geophysical Union.</p>
<p><strong>- Kein Einzelfall</strong>: Der Erdrutsch von Ab-e Barik war keineswegs der einzige bedeutende Erdrutsch in Afghanistan in der letzten Zeit. (Zuletzt im benachbarten Takhar; Liste von Flutkatastrophen des Jahres 2013) Berichtet wird von etlichen hoch gef&auml;hrdeten Gebieten.</p>
<p>Ende April wurden neun Provinzen im Norden von pl&ouml;tzlichen Regenfluten heimgesucht. Stra&szlig;en und Feldfr&uuml;chte wurden weggesp&uuml;lt, &uuml;ber 160 Menschen get&ouml;tet und ca. 1000 H&auml;user zerst&ouml;rt. Insgesamt 50.000 Menschen waren betroffen. Weicher L&ouml;sboden wie in Ab-e Barik kann sich bei starken Regenf&auml;llen in Schlamm verwandeln.</p>
<p>- <strong>Infolge des Klimawandels</strong> nehmen starke Regenf&auml;lle einerseits und D&uuml;rren anderswo zu. Das (semi-)aride Afghanistan wurde inzwischen als eines der L&auml;nder weltweit identifiziert, die gegen&uuml;ber den Folgen des Klimawandels am meisten verwundbar sind. Das Land hat mehr und intensivere D&uuml;rren und h&auml;ufigere &Uuml;berflutungen zu erwarten! In der Gro&szlig;region &bdquo;High Asia&ldquo; (Hindukusch-Himalaya-Region, HKH) schmelzen die Gletscher, auf der S&uuml;dseite des Pamirgebirges Richtung Badakhshan &uuml;berproportional. Eine Konsequenz ist der Anstieg von Erdrutschen in der ganzen HKH-Region, vor allem im Norden von Indien, Nepal, Pakistan, Afghanistan und einigen Teilen von Bangladesh. In 2009 ereigneten sich fast 60% aller Erdrutsche weltweit in S&uuml;dasien!</p>
<p>- <strong>Armut und Bev&ouml;lkerungswachstum</strong> versch&auml;rfen das Katastrophenrisiko: Der &uuml;berwiegende Teil der afghanischen Landbev&ouml;lkerung ist abh&auml;ngig von Subsistenzwirtschaft. Ein gro&szlig;er Teil ist extrem arm. Das Bev&ouml;lkerungswachstum ist eines der h&ouml;chsten in Asien. Damit steigt der Druck auf das f&uuml;r Landwirtschaft und Wohnen verf&uuml;gbare Land. Wo bew&auml;sserte landwirtschaftliche Nutzfl&auml;che in den Flusst&auml;lern sehr beschr&auml;nkt ist, ist die Landbev&ouml;lkerung gezwungen, die H&auml;nge zu besiedeln. Mangels Alternativen f&uuml;hrt die Suche nach Feuerholz zu weiterer Bodenerosion. In den letzten Jahren soll dieser Prozess durch Preissteigerungen f&uuml;r &Ouml;l und Gas verst&auml;rkt worden sein.</p>
<p>- <strong>Entwicklung und Konflikt</strong>: Entlegene Gebiete kamen bei Entwicklungsprojekten schlechter weg als Bev&ouml;lkerungszentren. Wo Hilfe &uuml;ber milit&auml;rische Strukturen lief, wurden oftmals Gebiete mit Aufst&auml;ndischen-Aktivit&auml;ten bevorzugt. Nach Jahrzehnten des bewaffneten Konflikts war seitens des schwachen Staates an eine effektive Kontrolle von Baut&auml;tigkeit nicht zu denken. Schlie&szlig;lich sind die afghanischen Umweltschutz-Institutionen besonders schwach. Nach einem afghanischen Medienbericht sei die National Environmental Protection Agency (NEPA) eine der am schlechtesten aufgestellten Abteilungen der Regierung mit einem Jahresetat von 4,9 Mio. $, davon 1,6 Mio. f&uuml;r Entwicklungsma&szlig;nahmen!</p>
<p>Das Umweltprogramm der VN (UNEP) hat als eine politische Priorit&auml;t f&uuml;r Afghanistan die Entwicklung einer &bdquo;Klima-Wandel-Anpassungs-Strategie&ldquo; empfohlen und die Initiative f&uuml;r eine nationale Finanzierungsplattform.</p>
<p><strong>Ferdinando Rollando von der internationalen NGO Alpistan erinnert daran, dass die Bew&auml;ltigung von solcher Art Katastrophen zehn Mal soviel kostet wie Vorbeugung in den gef&auml;hrdeten Gebieten.</strong></p></div>


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