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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Neuer Buchbeitrag: &quot;Zivile Konfliktbearbeitung: Vom Anspruch zur Wirklichkeit&quot;</title>
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    <span class="xar-mod-title">Irak + Artikel von Winfried Nachtwei fÃ¼r Zeitschriften u.Ã¤.</span>

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            Neuer Buchbeitrag: &quot;Zivile Konfliktbearbeitung: Vom Anspruch zur Wirklichkeit&quot;         </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=7">Nachtwei</a> am 13. Januar 2013 23:40:54 +02:00 (36865 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Mehr als 10 Jahre Erfahrungen mit neuen Instrumenten der zivilen Konfliktbearbeitung. Im Herbst 2013 nach den Bundestagswahlen Koalitionsverhandlungen - Chance fÃ¼r verbesserte FriedensfÃ¤higkeiten. Da kommt dieser Sammelband von Praktikern gerade zur rechten Zeit. Dass auch ich dazu einen Beitrag schreiben durfte, war mir eine Freude und Ehre. Hier meine Leseprobe:</p></div>
            <div>    <p><!--[if gte mso 9]><xml> Normal   0   21         false   false   false                             MicrosoftInternetExplorer4 </xml><![endif]--></p>
<p align="left"><em>Zur Jahreswende 2012/2013 erschien der Sammelband â€ž<strong>Zivile Konfliktbearbeitung - Vom Anspruch zur Wirklichkeit&quot;, hrsg. von Andreas Heinemann-GrÃ¼der und Isabella Bauer</strong>. PraktikerInnen berichten von ihren BemÃ¼hungen, von den Herausforderungen und Erfolgen in der zivilen Konfliktbearbeitung. Der Band bietet eine sehr inhaltsreiche, erhellende und anregende Bilanzierung von Konzept und Praxis ziviler Konfliktbearbeitung. Da im Jahr der Bundestagswahl und der Koalitionsverhandlungen auf Bundesebene die Notwendigkeit und MÃ¶glichkeit besteht, der realen zivilen Konfliktbearbeitung einen neuen Schub zu verleihen, ist das Buch eine unverzichtbare Hilfe. Die 18 BeitrÃ¤ge thematisieren den Anspruch, konzeptionelle BegrÃ¼ndungen, AnsÃ¤tze und Handlungsfelder, Fallbeispiele und Lehren. </em></p>
<p align="left">Â </p>
<p align="left"><em>Winfried Nachtwei</em></p>
<p align="center"><strong><span style="text-decoration: underline;">Zivile Konfliktbearbeitung: </span></strong></p>
<p align="center"><strong><span style="text-decoration: underline;">vom Anspruch zur Wirklichkeit</span></strong></p>
<p align="left">Nach mehr als zehn Jahren ziviler Konfliktbearbeitung in auswÃ¤rtigen Konflikten haben die beteiligten Akteuren reiche Erfahrungen gesammelt. Anfangs umstrittene neue Einrichtungen wie der Zivile Friedensdienst (ZFD) oder das Zentrum Internationale FriedenseinsÃ¤tze (ZIF) sind inzwischen etabliert und international hoch angesehen. Mit dem vom Bundeskabinett 2004 verabschiedeten Aktionsplan â€žZivile KrisenprÃ¤vention, KonfliktlÃ¶sung und Friedenskonsolidierung&quot; sollte zivile Konfliktbearbeitung zum zentralen Ansatz einer deutschen AuÃŸen- und Sicherheitspolitik als Friedenspolitik werden. Ausgehend vom Leitbild des â€žGerechten Friedens&quot; betonen die christlichen Kirchen in ihren Friedensdenkschriften von 2000 und 2007 den ausdrÃ¼cklichen Vorrang der zivilen Konfliktbearbeitung. Das Grundanliegen von ziviler Konfliktbearbeitung, Konflikte ohne Gewalt zu bearbeiten, Gewalteskalationen zu verhÃ¼ten und wirksam Frieden zu fÃ¶rdern, ist plausibel und breit akzeptiert. Anspruch und Wirklichkeit von ziviler Konfliktbearbeitung habe ich seit Anfang der 1990er Jahre miterlebt und auch mitgestaltet - zuerst in der Friedensbewegung, dann ab 1994 als Bundestagsabgeordneter.</p>
<p align="left">Dennoch: Die Wirklichkeit der zivilen Konfliktbearbeitung bleibt weit hinter ihrem groÃŸen Anspruch zurÃ¼ck. Ihre Vielzahl an Akteuren und MaÃŸnahmen sind kaum strategisch miteinander verbunden und in ihren KapazitÃ¤ten und Reichweiten sehr begrenzt. Nachweisliche Wirkungen beschrÃ¤nken sich oft auf lokale Kontexte und sind insgesamt schwer erkennbar. Trotz aller institutioneller Verankerung ist zivile Konfliktbearbeitung weiterhin ein Politikfeld im Schatten der AuÃŸen- und MilitÃ¤rpolitik. Sie wird in Medien und Ã–ffentlichkeit nur punktuell wahrgenommen.</p>
<p align="left">Das Jahr 2013 bietet mit Bundestagswahlen und Koalitionsverhandlungen Chancen, deutsche Friedens- und Sicherheitspolitik, darin zentral die Zivile Konfliktbearbeitung, klarer und wirksamer zu gestalten. Die Koalitionsverhandlungen von 1998 und 2002 brachten wichtige DurchbrÃ¼che fÃ¼r zivile Konfliktbearbeitung. 2009 regte das Memorandum von Friedensforschern die Einsetzung des Unterausschusses â€žZivile KrisenprÃ¤vention und vernetzte Sicherheit&quot; durch den AuswÃ¤rtigen Ausschuss an. Erstmalig wird seitdem das Themenfeld im Bundestag kontinuierlich mit Tiefe und Engagement behandelt. Wie kein anderer Ausschuss auf dem Feld der internationalen Beziehungen Ã¶ffnete der Ausschuss seine TÃ¼ren fÃ¼r Ã¶ffentliche AnhÃ¶rungen und ExpertengesprÃ¤che und ermÃ¶glichte damit den Austausch mit der FachÃ¶ffentlichkeit. Der im Februar 2012 vorgelegte Zwischenbericht des Unterausschusses formuliert Empfehlungen, die einen nie da gewesenen interfraktionellen Konsens markieren. Die â€žPlattform Zivile Konfliktbearbeitung&quot; nahm im MÃ¤rz kritisch-konstruktiv dazu Stellung. Diese Art von kontinuierlichem Dialog zwischen Parlamentariern, zivilgesellschaftlichen Akteuren und FachÃ¶ffentlichkeit ist ein Unikat und beispielhaft.</p>
<p align="left">Vor diesem Hintergrund ist eine Bilanzierung und Fortentwicklung der zivilen Konfliktbearbeitung hoch aktuell. Die Bilanzierung in diesem Buch begnÃ¼gt sich nicht mit der - berechtigten - Dauerklage Ã¼ber die faktische GeringschÃ¤tzung der etablierten AuÃŸen- und Sicherheitspolitik gegenÃ¼ber der zivilen Konfliktbearbeitung, um darÃ¼ber bei der bloÃŸen Forderung â€žmehr vom gleichen&quot; zu landen. Sie schlieÃŸt ausdrÃ¼cklich eine kritische SelbstÃ¼berprÃ¼fung ein und bemÃ¤ngelt insbesondere ein unzureichendes VerstÃ¤ndnis fÃ¼r die machtpolitischen Voraussetzungen von Frieden. Deutliche Positionierungen ermÃ¶glichen Streit, von dem in diesem Politikfeld von auÃŸen gesehen so auffÃ¤llig wenig zu sehen ist, der aber als Frischluft unabdingbar fÃ¼r Weiterentwicklung ist.</p>
<p>StandortklÃ¤rung und Weiterentwicklung sind umso dringender, als die Rahmenbedingungen und Herausforderungen fÃ¼r eine Politik der zivilen Konfliktbearbeitung in den letzten Jahren noch komplexer, unÃ¼bersichtlicher, sprunghafter und kÃ¤lter geworden sind. Vermehrt drÃ¤ngt sich die Frage nach Wirkungschancen auf, wo GroÃŸkrisen und -umbrÃ¼che (in Nordafrika und Nahost, auf den FinanzmÃ¤rkten) galoppieren, jedes normale AuffassungsvermÃ¶gen Ã¼berfordern und bis in die Politik Ratlosigkeit und Ohnmacht verbreiten. Wirtschaftskrise, wachsende Ungleichheit und Unsicherheit zersetzen Gesellschaften und lassen in Europa Renationalisierung, Rechtspopulismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit anschwellen. GroÃŸe Stabilisierungs- und Staatsaufbauprojekte der â€žInternationalen Gemeinschaft&quot; sind von Afghanistan bis Kongo ernÃ¼chternd bis desastrÃ¶s verlaufen. Die mediale Globalisierung ermÃ¶glicht Kettenreaktionen von Gruppenfeindschaften und Gewalt binnen Tagen und rund um den Globus. Angesichts solcher Mega-â€žUnwetter&quot; sind Fluchten in Projekte naheliegend und vielleicht Ã¼berlebenswichtig. Aber wenn die Flut steigt, ist das Pflanzen von ApfelbÃ¤umchen allein nicht sonderlich aussichtsreich.</p>
<p><strong>Fortschritte mit Handicaps</strong></p>
<p>1996 besuchte ich erstmalig Sarajewo und Mostar, ein Jahr nach Ende des dreijÃ¤hrigen Bosnienkrieges. Die Waffen schwiegen. Verwundet waren Hunderttausende Menschen an KÃ¶rper und Seele, verfeindet waren die frÃ¼heren kroatischen, muslimischen und serbischen Nachbarn. Wo der Krieg in den KÃ¶pfen und Herzen der Erwachsenen andauerte, entstand zum Beispiel die â€žJunge BrÃ¼cke&quot; in Mostar. Hier kamen muslimische und kroatische Jugendliche zu gemeinsamen FreizeitaktivitÃ¤ten zusammen. Dies war ein AnstoÃŸ fÃ¼r einen gemeinsamen Antrag einzelner Bundestagsabgeordneter von CDU, SPD und GrÃ¼nen, die zivilgesellschaftliche Initiative zur EinfÃ¼hrung eines Zivilen Friedensdienstes aufzunehmen. Der Widerstand eines CSU-Entwicklungsministers konnte das Vorhaben verzÃ¶gern, aber nicht verhindern. Mit den Regierungswechseln zu Rot-GrÃ¼n begann 1997 zunÃ¤chst in Nordrhein-Westfalen, 1999 auf Bundesebene die Ausbildung von FriedensfachkrÃ¤ften zur gesellschaftlichen FriedensfÃ¶rderung und Zivilpersonal fÃ¼r internationale Friedensmissionen. Der ZFD und das ZIF in Berlin wurden zu SÃ¤ulen einer sich entwickelnden Infrastruktur ziviler Konfliktbearbeitung - zusammen mit dem Programm zivik (zivile Konfliktbearbeitung), der Deutschen Stiftung Friedensforschung und der Arbeitsgemeinschaft Frieden und Entwicklung (FriEnt). GegenÃ¼ber den traditionellen Mitteln von Diplomatie, Integrations- und Entwicklungspolitik brachten sie einen wichtigen Zuwachs an FriedensfÃ¤higkeiten. Bei Dutzenden Besuchen in Krisenregionen begegneten mir immer wieder Frauen und MÃ¤nner, die als ZFD-FriedensfachkrÃ¤fte so dicht an den einheimischen Gesellschaften, an ihren Konflikt- und Friedenspotenzialen dran waren wie kaum jemand sonst.</p>
<p align="left">Mit dem Aktionsplan von 2004 machte die deutsche AuÃŸen- und Sicherheitspolitik einen groÃŸen Schritt hin zu einer umfassenden und kohÃ¤renten Politik der GewaltverhÃ¼tung und FriedensfÃ¶rderung. Seine strategischen Ansatzpunkte (FÃ¶rderung verlÃ¤sslicher staatlicher Strukturen und Friedenspotenziale, Sicherung von Lebenschancen) haben unverÃ¤ndert GÃ¼ltigkeit. Die Weitschweifigkeit von 161 Aktionen Ã¼berdeckte aber diese Schwerpunktsetzung. Die alle zwei Jahre erscheinenden Umsetzungsberichte der Bundesregierung zum Aktionsplan offenbaren immer wieder eine enorme FÃ¼lle an MaÃŸnahmen und AktivitÃ¤ten. Zugleich treten konzeptionelle und UmsetzungsschwÃ¤chen zutage: Durch die Einbeziehung struktureller und langfristiger KrisenprÃ¤vention wurde das Querschnittthema entgrenzt, diffus, es war als Politikfeld Ã¼berdehnt und kaum noch erkennbar. Bei dieser Art von All-ZustÃ¤ndigkeit war Ãœberforderung vorprogrammiert. Aus dem Blick geriet der selbstreflexive â€žDo-no-harm&quot;-Ansatz. Wo militÃ¤rische KriseneinsÃ¤tze unterschiedslos unter KrisenprÃ¤vention subsumiert wurden, wurde der Kernanspruch von Gewaltvorbeugung konterkariert. Ãœber die realpolitische Fokussierung auf Krisennachsorge geriet die PrimÃ¤rprÃ¤vention vÃ¶llig in den Hintergrund. UngeklÃ¤rt blieb das VerhÃ¤ltnis zwischen Aktionsplan und dem 2006 vom Verteidigungsministerium herausgegebenen WeiÃŸbuch, das in der politischen Praxis schnell ein hÃ¶heres Gewicht bekam.</p>
<p align="left">Die von Anfang an magere finanzielle und personelle Ausstattung der neuen Instrumente ziviler Konfliktbearbeitung (ZFD, zivik) erfuhr erst seit 2009 (Schlussphase der GroÃŸen Koalition) einen deutlichen Aufwuchs, verharrte aber unverÃ¤ndert bei einem Bruchteil des Ressourceneinsatzes fÃ¼r militÃ¤rische KrisenbewÃ¤ltigung. Der interministerielle Ressortkreis Zivile KrisenprÃ¤vention blieb wegen mangelnder Personal- und Mittelausstattung und niedriger politischer AufhÃ¤ngung Ã¼berwiegend ein Forum des Informationsaustausches und punktueller Koordination, ohne sonderliche Wirkung auf die FÃ¶rderung ziviler KrisenprÃ¤vention als ressortÃ¼bergreifender Querschnittaufgabe.</p>
<p align="left">Bis heute ist die zivile Konfliktbearbeitung weder auf der politischen FÃ¼hrungsebene noch in der Breite der AuÃŸen- und Sicherheitspolitiker, geschweige des ganzen Parlaments angekommen. Bemerkenswerterweise gehÃ¶ren inzwischen einsatzerfahrene Offiziere zu den stÃ¤rksten BefÃ¼rwortern ziviler FÃ¤higkeiten der KrisenprÃ¤vention und Konfliktbearbeitung.</p>
<p><strong>Warum so viel mehr Anspruch als Wirklichkeit?</strong></p>
<p align="left"><strong>Interesse</strong>: Die in Deutschland vorherrschende Friedensorientierung und Kriegsgegnerschaft ist ein zivilisatorischer Fortschritt. Sie ist aber Ã¼berwiegend reaktiv eingestellt und wenig orientiert auf die Vereinten Nationen (VN). AufrÃ¼stungsschritte auf deutschem Boden (1980er Jahre), Kriege mit US-Beteiligung (Irak 1991 und 2003) kÃ¶nnen Demonstrantenmassen in Bewegung bringen. An deutschen MilitÃ¤reinsÃ¤tzen in Konfliktregionen erhitzen und scheiden sich die Geister (Kosovo 1999, Mazedonien und Afghanistan 2001, Kongo 2006). Wie aber Kriegsgewalt anderswo eingedÃ¤mmt (Balkan bis 1995, DR Kongo) oder verhÃ¼tet, wie VN-Friedenssicherung unterstÃ¼tzt werden kann, interessiert nur kleine Minderheiten. Wenig bewusst ist, dass die Mitgliedschaft in den Vereinten Nationen auch die Verpflichtung beinhaltet, jenseits unmittelbarer nationaler Interessen internationale Verantwortung zu Ã¼bernehmen. Seit Jahren lehnen 40-50% der deutschen BevÃ¶lkerung eine aktive deutsche Politik zu Krisengebieten ab! Vor diesem Hintergrund ist eine verbreitete friedenspolitische Unkenntnis nicht Ã¼berraschend. Dies trifft insbesondere die zivile Konfliktbearbeitung, deren AnsÃ¤tze, Instrumente, MÃ¶glichkeiten und Grenzen besonders wenig bekannt sind - auch unter politischen UnterstÃ¼tzern der zivilen Konfliktbearbeitung.</p>
<p align="left"><strong>MilitÃ¤rlastigkeit</strong><strong>:</strong> Unter zivilgesellschaftlichen Akteuren der zivilen Konfliktbearbeitung ist die Sicht verbreitet, die eigene SchwÃ¤che liege an einer vorherrschenden MilitÃ¤rglÃ¤ubigkeit. Ein Beleg dafÃ¼r scheinen die sehr hÃ¤ufigen Debatten im Bundestag zu AuslandseinsÃ¤tzen und die Ã¤uÃŸerst seltenen zu ziviler Konfliktbearbeitung zu sein. Die Wirklichkeit ist komplizierter: GemÃ¤ÃŸ Parlamentsbeteiligungsgesetz mÃ¼ssen alle EinsÃ¤tze bewaffneter deutscher StreitkrÃ¤fte vom Bundestag gebilligt und - meist im Jahresturnus - verlÃ¤ngert werden. Bei auÃŸen- und entwicklungspolitischen MaÃŸnahmen ist die Befassung im Parlament lÃ¤ngst nicht so dicht - und im Fall der Befassung auch viel weniger auffÃ¤llig. Hinzu kommt, dass viele AktivitÃ¤ten â€žnormaler&quot; Diplomatie, von VN-, Entwicklungs- und Integrationspolitik, RÃ¼stungskontrolle und AbrÃ¼stung de facto zu ziviler Konfliktbearbeitung beitragen, aber nicht explizit als solche etikettiert werden. Diese MaÃŸnahmen machen aber einen betrÃ¤chtlichen Teil deutscher Politik in den internationalen Beziehungen aus.</p>
<p align="left">Ein Glaube an â€žmilitÃ¤rische KonfliktlÃ¶sung&quot; ist in der Bundesrepublik in Regierung und Parlament kaum, bei MilitÃ¤rs noch weniger anzutreffen. Vorherrschend ist die Auffassung, mit dem â€žÃ¤uÃŸersten Mittel&quot; MilitÃ¤r bestenfalls groÃŸe Gewalt eindÃ¤mmen und Voraussetzungen fÃ¼r politische KonfliktlÃ¶sung schaffen zu kÃ¶nnen. Nichtsdestoweniger gibt es eine strukturelle MilitÃ¤rlastigkeit. Bei der BewÃ¤ltigung auswÃ¤rtiger Krisen und Gewaltkonflikte liegt der Fokus schnell auf militÃ¤rischen Optionen. Oft kommt dann MilitÃ¤r zum Einsatz, weil die politische Konfliktbearbeitung schwach aufgestellt und insbesondere polizeiliche und zivile KrÃ¤fte nicht ausreichend verfÃ¼gbar sind. MilitÃ¤r wird schnell zum Politikersatz, weil es strukturell den Vorrang hat: mit seinen breiten, flexiblen, schnell verfÃ¼gbaren und autonomen FÃ¤higkeiten, mit seinem Anspruch, mit schwierigen, riskanten Situationen umgehen und sich durchsetzen zu kÃ¶nnen, mit seiner ganz anderen finanziellen und personellen Ausstattung.</p>
<p align="left"><strong>Erkennbarkeit</strong>: Je breiter das VerstÃ¤ndnis von ziviler Konfliktbearbeitung ist, desto unÃ¼bersichtlicher, konturloser und weniger greifbar wird das Politikfeld. Ein strategisches Handicap ist die strukturelle â€žUnsichtbarkeit&quot; von operativer ziviler Konfliktbearbeitung. Wo Gewalt und <em>bad news</em> schnell Aufmerksamkeit gewinnen, wo MilitÃ¤r eine besondere Aufmerksamkeit bei BefÃ¼rwortern wie Gegnern findet, haben Streitschlichter und Friedensmacher meistens schlechte Karten. Zivile Konfliktbearbeitung mit ihren Prozessen und vielen Akteuren findet eher hinter den Kulissen statt, ist komplex, langwierig, wenig spektakulÃ¤r, produziert kaum eindringliche Bilder. Erfolgreiche GewaltverhÃ¼tung ist als Nichtereignis nicht sichtbar und auch nicht eindeutig beweisbar. Das ist wie beim vorbeugenden Brandschutz. Wenn der funktioniert, sieht man nichts. Wenn es aber brennt, die Feuerwehr eingreift, dann bringt das Bilder, Spannung, Aufmerksamkeit. Mit dem rasanten Strukturwandel Ã¶ffentlicher Kommunikation und dem verschÃ¤rften Kampf um Aufmerksamkeit wird es fÃ¼r zivile Konfliktbearbeitung, aber auch Friedens- und Sicherheitspolitik allgemein, noch schwerer, Ã¼berhaupt wahrgenommen zu werden.</p>
<p align="left">Die Bundesregierung versÃ¤umte es nicht nur jahrelang, diese â€žstrukturelle Unsichtbarkeit&quot; von ziviler Konfliktbearbeitung durch professionelle Ã–ffentlichkeitsarbeit zu reduzieren. Sie befÃ¶rderte sie obendrein noch: Wo nur vier voluminÃ¶se Bundestagsdrucksachen zum Aktionsplan publiziert wurden, war die mediale UnverkÃ¤uflichkeit vorprogrammiert. Dass es auch anders geht, bewies das 2003 gegrÃ¼ndete <em>Peace Counts Project</em>, das die Arbeit und Methoden von â€žFriedensmachern&quot; in aller Welt recherchierte und faszinierend in verschiedensten Medien darstellte.</p>
<p align="left">Zur Ã¼berschaubaren FachÃ¶ffentlichkeit zivile Konfliktbearbeitung gehÃ¶ren Aktive und ZustÃ¤ndige von Ressorts, Friedensforschung, zivilgesellschaftlichen Organisationen, Praktiker aus KriseneinsÃ¤tzen und Absolventen von StudiengÃ¤ngen zur Internationalen Politik, nur wenige Journalisten. Bei auÃŸen- und sicherheitspolitischen Journalisten ist Kompetenz in ziviler Konfliktbearbeitung die Ausnahme. Wo ein Politikfeld nur eine schwache Lobby hat, ist es fÃ¼r Abgeordnete, die schlieÃŸlich auch an WÃ¤hlerresonanz interessiert sind, weniger attraktiv.</p>
<p align="left"><strong>Politisches Gewicht</strong>: Auf Bundesebene kamen die Initiativen fÃ¼r eine StÃ¤rkung ziviler Konfliktbearbeitung von einer Handvoll engagierter Abgeordneter: bei den Koalitionsverhandlungen 1998 und 2002, mit einem umfassenden Antrag der rot-grÃ¼nen Koalition im Jahr 2000 und durch die Obleute des Verteidigungsausschusses 2009. Lange blieb es ein Politikfeld mit wenig Beachtung und Gewicht. Plenardebatten explizit zur zivilen Konfliktbearbeitung fanden Ã¤uÃŸerst selten statt, zum Aktionsplan gar nicht. Immer wurde das so wichtige, aber nie â€ždringende&quot; zivile Konfliktbearbeitung von anderen dringenden und gewichtigen Themen verdrÃ¤ngt.</p>
<p align="left">Im AuswÃ¤rtigen Amt waren es die StaatsministerInnen Ludger Volmer, Kerstin MÃ¼ller, Gernot Erler, Werner Hoyer und neuerdings Michael Link, die sich fÃ¼r die FÃ¶rderung ziviler Konfliktbearbeitung einsetzten. Die Ministerebene scheint sich den Ansatz der zivilen Konfliktbearbeitung nie zu Eigen gemacht zu haben. Ausnahme war die Entwicklungsministerin Wieczorek-Zeul, die die Leistungen des ZFD immer wieder demonstrativ hervorhob. Es ist symptomatisch: WÃ¤hrend fÃ¼r Verteidigungsminister Truppenbesuche selbstverstÃ¤ndlicher Alltag sind, hat das - weltweit renommierte - ZIF bis heute keinen AuÃŸenminister in seinen Mauern gesehen.</p>
<p align="left"><strong>StrategieschwÃ¤che</strong>: Bundesdeutsche AuÃŸen- und Sicherheitspolitik ist traditionell multilateral. Das ist gut so. Gerade bei deutschen Beteiligungen an internationalen Krisenengagements scheint mir aber eine Art â€žBeitragsideologie&quot; vor zu herrschen: Geleistet werden solide und verlÃ¤ssliche BeitrÃ¤ge. Zu kurz kommen dabei der Blick aufs Ganze, Strategiebildung, klare und erfÃ¼llbare Ziele, systematische WirksamkeitsÃ¼berprÃ¼fung. Die militÃ¤rische Seite muss ihren Auftrag operationalisieren und in die notwendigen FÃ¤higkeiten und Ressourcen ausbuchstabieren. FÃ¼r die Wirksamkeit der AuftragserfÃ¼llung ist die Entwicklung der Sicherheitslage ein zentraler Indikator. DemgegenÃ¼ber agieren die zivilen Akteure viel weniger strategisch, weniger mit Wirksamkeits- und FÃ¤higkeitsorientierung, eher schlichtweg im Rahmen verfÃ¼gbarer Mittel. Das gilt insbesondere fÃ¼r das AuÃŸenressort, fÃ¼r die FÃ¶rderung von Polizei und (Rechts)Staatlichkeit. AusstattungsmÃ¤ngel der Bundeswehr sind ein Dauerthema, transportiert insbesondere Ã¼ber den Wehrbeauftragten. Die Unterausstattung ziviler Akteure ist demgegenÃ¼ber (fast) nie ein Thema.</p>
<p align="left"><strong>Getrennte Welten</strong><strong>: </strong>FÃ¼r Teile der Exekutive soll zivile Konfliktbearbeitung noch abgestempelt sein als â€žrot-grÃ¼nes Projekt&quot; einer friedenspolitischen Profilbildung, einhergehend mit einer indirekten Abwertung traditioneller Diplomatie und einer Distanzierung vom MilitÃ¤rischen. FÃ¼r antimilitÃ¤rische Teile der Friedensbewegung stand zivile Konfliktbearbeitung lange unter Alibiverdacht: erst als angebliches Trostpflaster fÃ¼r durch die Beteiligung am Kosovokrieg verletzte rot-grÃ¼ne Seelen, dann als ideologischer WeichspÃ¼ler fÃ¼r eine militÃ¤rgestÃ¼tzte und imperiale AuÃŸenpolitik.</p>
<p align="left">Zwischen staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren der zivilen Konfliktbearbeitung und KrisenbewÃ¤ltigung hat sich mit der Zeit einiges an Austausch, Vernetzung und Zusammenarbeit entwickelt, in Krisenregionen teilweise noch mehr als hierzulande. Das ZIF, die Bundesakademie fÃ¼r Sicherheitspolitik, das VN-Ausbildungszentrum und die FÃ¼hrungsakademie der Bundeswehr, einige AusbildungsstÃ¤tten der Polizei, die Evangelische Akademie in Loccum u.a. wurden zu Inseln ressort- und akteursÃ¼bergreifender Kommunikation und Kooperation.</p>
<p align="left">Zugleich gibt es noch viel Binnenorientierung und Projektfixierung, Ressort- und Akteursegoismen sowie Fragmentierung. LÃ¤ngst noch nicht Ã¼berwunden sind wechselseitige Pauschal- und Fehlwahrnehmungen (â€žNRO-Chaos&quot;, â€žkriegsfixierte MilitÃ¤rs&quot;). Unter zivilgesellschaftlichen Akteuren der zivilen Konfliktbearbeitung gibt es eine Tradition der ÃœberhÃ¶hung von Zivilgesellschaft und der Distanz bis Ablehnung gegenÃ¼ber der Staatenwelt. Teile der Exekutive fremdeln gegenÃ¼ber zivilgesellschaftlichen Akteuren. Unter staatlichen Akteuren kÃ¶nnen gerade Polizeiberater und Internationale Polizeimissionen eine wichtige Rolle bei der Institutionalisierung von Konfliktregulierung spielen. Bisher geht die deutsche Politik aber nur pflichtgemÃ¤ÃŸ und ohne strategischen Willen mit diesem Instrument um. In ZusammenhÃ¤ngen der zivilen Konfliktbearbeitung sind PolizistInnen deshalb auch deutlich unterreprÃ¤sentiert.</p>
<p>Der vage Ansatz der vernetzten Sicherheit Ã¶ffnete gegensÃ¤tzlichen Interpretationen TÃ¼r und Tor und leistete einer lange unproduktiven Kontroverse â€žHilfsorganisationen vs. MilitÃ¤r&quot; Vorschub. Erst in jÃ¼ngster Zeit gewann dieÂ  Debatte Ã¼ber die Notwendigkeit, MÃ¶glichkeiten, Grenzen und Gefahren des Zusammenwirkens ziviler und militÃ¤rischer Akteure in Konfliktgebieten an Differenzierung und Klarheit. In den KriseneinsÃ¤tzen wuchs die Einsicht in die eigenen Grenzen und in die StÃ¤rken der anderen, die Notwendigkeit der anderen. Doch was als Einsicht wuchs, ist lÃ¤ngst nicht Allgemeingut.</p>
<p><strong>Vom Anspruch zu mehr Wirklichkeit</strong></p>
<p align="left">Es gibt RÃ¼ckenwinde fÃ¼r zivile Konfliktbearbeitung: In den arabischen Revolutionen bewiesen gewaltfreie Aktionsformen - vermittelt vor allem Ã¼ber das Internet - eine ungeahnte Organisations- und Mobilisierungskraft. Gene Sharp, Vordenker des gewaltlosen Widerstandes in der Friedensbewegung der 1980er Jahre und hierzulande kaum noch bekannt, gewann vor allem in Tunesien und Ã„gypten mit seinem Handbuch â€žVon der Diktatur zur Demokratie&quot; eine enorme PopularitÃ¤t. Der <em>World Development Report 2011</em> der Weltbank â€žSicherheit, Gerechtigkeit, Arbeit&quot; stellt â€žBÃ¼rgersicherheit&quot; und die FÃ¶rderung legitimer Staatlichkeit in den Mittelpunkt einer nachhaltigen Sicherheits-, Friedens- und Entwicklungspolitik. Mit der aktuellen internationalen Debatte um die Weiterentwicklung der <em>Responsibility to Protect </em>wird der Vorrang der PrÃ¤vention von Massenverbrechen besonders bekrÃ¤ftigt. Mit der Einrichtung des â€ž<em>Atrocities Prevention Board</em>&quot; durch US-PrÃ¤sident Obama gehen die USA voran bei der Operationalisierung von PrÃ¤ventionskapazitÃ¤ten. Die Krise der groÃŸen KriseneinsÃ¤tze von Afghanistan bis zur DR Kongo produziert ErnÃ¼chterung, EnttÃ¤uschung und RÃ¼ckzÃ¼ge. Da viele erst aus Misserfolgen klÃ¼ger werden, kÃ¶nnte es nun aber auch mehr Chancen zu selbstkritischem Lernen und Strategieentwicklung geben.</p>
<ul type="disc">
<li>In Deutschland      wÃ¤ren folgende Schritte vordringlich:Im Rahmen einer breiten friedens- und      sicherheitspolitischen Debatte RÃ¼ckbesinnung auf die Grundwerte und Normen      internationaler, VN-orientierter Friedens- und Sicherheitspolitik, wie sie      in den Grundlagendokumenten der VN zum Ausdruck kommen. Angesichts einer      Entgrenzung des Verteidigungsbegriffes in Richtung Interessenverteidigung      und einer Rehabilitierung des Krieges â€žvon unten&quot;, wo derÂ  â€žkriegsÃ¤hnliche&quot; Einsatz in Afghanistan      verallgemeinert wurde, erfuhr der Friedensauftrag des Grundgesetzes eine      zunehmende Relativierung.</li>
<li>Systematische und      unabhÃ¤ngige Wirksamkeitsanalyse der deutschen BeitrÃ¤ge zu internationalen      Krisenengagements und speziell der deutschen BeitrÃ¤ge zu ziviler      Konfliktbearbeitung in auswÃ¤rtigen Konflikten. Eine solche Analyse wÃ¼rde      mehr Klarheit und NÃ¼chternheit Ã¼ber die Leistungen und Grenzen      verschiedener Instrumente und MaÃŸnahmen schaffen.</li>
<li>Im Rahmen einer      integrierten, VN-orientierten Friedens- und Sicherheitsstrategie bzw. einer      Strategic Review der Bundesregierung wÃ¤re dazu alle zwei Jahre eine      Substrategie zu ziviler Konfliktbearbeitung zu entwickeln. In ihr mÃ¼ssten      die FÃ¶rderung legitimer Staatlichkeit, von Sicherheitssektorreform und      Rechtsstaatlichkeit sowie die FÃ¶rderung von Friedenspotenzialen eine      SchlÃ¼sselrolle einnehmen.</li>
<li>Als zentrales Organ      ressortÃ¼bergreifender ziviler Konfliktbearbeitung braucht der Ressortkreis      klar abgegrenzte ZustÃ¤ndigkeiten und fÃ¼r diese Steuerungskompetenz eine      ausreichende personelle Ausstattung, zuarbeitende Arbeitsgruppen und      eigene VerfÃ¼gungsmittel. Notwendig ist ein integriertes System zur      FrÃ¼hwarnung und FrÃ¼haktivierung gegenÃ¼ber Gewaltkonflikten und      insbesondere Massenverbrechen im Rahmen der internationalen      Schutzverantwortung. Ãœber einen gestÃ¤rkten Beirat zivile KrisenprÃ¤vention      kÃ¶nnten die Kompetenzen zivilgesellschaftlicher Akteure effektiver zu      einer kohÃ¤renten KrisenprÃ¤vention und Konfliktbearbeitung beitragen.</li>
<li>ÃœberfÃ¤llig sind      zivile Planziele fÃ¼r abgestuft verfÃ¼gbare deutsche PersonalbeitrÃ¤ge zu      zivilen KrisenkapazitÃ¤ten der EU und VN. Notwendig sind      Personalentwicklungskonzepte und zusÃ¤tzliche Personalreserven insbesondere      im Polizeibereich.</li>
<li>Der      Evaluierungsberichts zum ZFD prÃ¤sentiert Empfehlungen, mit denen dessen Potenziale      besser ausgeschÃ¶pft werden kÃ¶nnten (trÃ¤gerÃ¼bergreifende LÃ¤nderstrategien,      angemessene Mischung von Kooperationsformen, effektivere Entsendepraxis      mit ZFD-Teams).</li>
<li>Um die wachsenden      Anforderungen an die zivile Konfliktbearbeitung bewÃ¤ltigen zu kÃ¶nnen,      brauchen die vielfÃ¤ltigen Akteure der zivilen Konfliktbearbeitung einen      zentralen Ort der Analyse, der Erfahrungsauswertung, der Weiterentwicklung,      der Ausbildung (einschlieÃŸlich Ãœbungen) und Bildung. Nukleus einer      kÃ¼nftigen Akademie fÃ¼r zivile Konfliktbearbeitung kÃ¶nnte das ZIF im      Verbund mit anderen Ausbildungseinrichtungen sein. Zum Vergleich: Die      Bundeswehr verfÃ¼gt heute neben zwei UniversitÃ¤ten Ã¼ber mindestens zehn      Zentren und Akademien, die sich mit der Analyse, Auswertung und Weiterentwicklung      von und der Ausbildung fÃ¼r KriseneinsÃ¤tze befassen.</li>
<li>Die      Veranschaulichung und Popularisierung von ziviler Konfliktbearbeitung ist      der Dreh- und Angelpunkt, um dieses Politikfeld aus dem Zirkel von      Unbekanntheit, schwacher Lobby und politischem Leichtgewicht      herauszuholen. Eine zentrale Rolle bei der Ã¶ffentlichen Kommunikation      ziviler Konfliktbearbeitung mÃ¼ssen ihre Praktiker bekommen. Sie braucht Gesicht.      Zugleich sollten sich die Akteure der zivilen Konfliktbearbeitung aktiv an      breiten sicherheits- und friedenspolitischen Debatten beteiligen. Die vor      Jahren von der Bundesregierung angekÃ¼ndigte Kommunikationsstrategie muss      endlich realisiert werden.</li>
<li>Viel mehr      politische Aufmerksamkeit verdient die Krisenkommunikation - mit ihren      Eskalationsgefahren, DeeskalationsmÃ¶glichkeiten und Wirkungspotenzialen.      Netzaktivisten fÃ¼hren seit Monaten vor, wie z.B. der friedliche Widerstand      in Syrien unterstÃ¼tzt werden kann.</li>
</ul>
<p align="left">Das vorliegende Buch bietet eine sehr inhaltsreiche, erhellende und anregende Bilanzierung von Konzept und Praxis ziviler Konfliktbearbeitung. Da im Jahr 2013 (Bundestagswahlen) die Notwendigkeit und MÃ¶glichkeit besteht, den RÃ¼ckstand der realen zivilen Konfliktbearbeitung gegenÃ¼ber ihrem hohen Anspruch und den wachsenden Anforderungen zu verkleinern, ist das Buch eine unverzichtbare Hilfe. Ich wÃ¼nsche ihm produktiven Streit und mÃ¶glichst viel an kluger Umsetzung.</p>
<p align="left">Â </p>
<p align="left">(aus Andreas Heinemann-GrÃ¼der/Isabella Bauer (Hrsg.): Zivile Konfliktbearbeitung - Vom Anspruch zur Wirklichkeit, Verlag Barbara Budrich Oplafen/Berlin/Toronto 2013)</p>
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