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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Freundschaft verpflichtet - 100 Jahre deutsch-afghanische Beziehungen - Gespaltene Erinnerungen</title>
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    <span class="xar-mod-title">Afghanistan + Interview</span>

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        <h1>
            Freundschaft verpflichtet - 100 Jahre deutsch-afghanische Beziehungen - Gespaltene Erinnerungen         </h1>
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       <div class="xar-mod-content">
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=7">Nachtwei</a> am 13. Dezember 2015 00:44:17 +01:00 (83803 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Das Afghanistanbild in Deutschland ist stark dominiert, ja &uuml;berschattet vom Afghanistaneinsatz seit 2002, insbesondere seiner kriegerischen Eskalation ab 2008 auch im Norden. In Vergesssenheit ger&auml;t dabei, wie eng, freundschaftlich und konstruktiv die deutsch-afghanischen Beziehungen oftmals in den letzten 100 Jahren waren und wie bewusst dies auf afghanischer Seite bis heute ist.&nbsp;</p></div>
            <div>    <p align="center"><strong>Freundschaft verpflichtet &hellip;</strong></p>
<p align="center"><strong>100 Jahre deutsch &ndash; afghanische Beziehungen</strong></p>
<p align="center">XXIX. Afghanistan-Tagung in Haus Villigst/Schwerte am 27.-29.11.2015</p>
<p align="center">von Winfried Nachtwei (12/2015)</p>
<p align="center">(Fotos auf <a href="http://www.facebook.com/winfried.nachtwei">www.facebook.com/winfried.nachtwei</a>)</p>
<p>Es gibt wohl keinen Ort, wo Jahr f&uuml;r Jahr so viele Menschen mit Afghanistan-Erfahrung, -Herkunft, -Verbindung und &ndash;Herz zusammenkommen, wie bei der seit 1984 stattfindenden <strong>AFG-Tagung in der Evangelischen Akademie in Haus Villigst/Schwerte</strong> an der Ruhr. Seit einigen Jahren habe ich die Ehre, zusammen mit</p>
<p>Nadia Nashir, Belal El-Mogaddedi, Yama Waziri, Dr. h.c. Ernst-Albrecht von Renesse und Uwe Trittmann (Tagungsleitung) zum Vorbereitungskreis zu geh&ouml;ren.</p>
<p>Nach den Gru&szlig;worten des afghanischen Botschafters Hamid Sidig (wg. des bevorstehenden Pr&auml;sidentenbesuches schriftlich) und des neuen Leiters des Afghanistan-Referats im Ausw&auml;rtigen Amt 343, Stephan R&ouml;ken, sprach Prinz Nadir Naim, Enkel des afghanischen K&ouml;nigs und Pr&auml;sidentschaftskandidat 2014.</p>
<p>Sternstunden waren die Vortr&auml;ge von zwei Pionieren und Veteranen der Afghanistan-Freundschaft: des &nbsp;85-j&auml;hrigen Dr. Ernst-Albrecht von Renesse, Mitinitiator der Afghanistan-Tagungen, und des 83-j&auml;hrigen Paul Bucherer, Gr&uuml;nder des Afghanistan-Instituts und &ndash;Archivs in der Schweiz. Die freie Multimedia-Journalistin Lela Ahmadzai brachte in&nbsp; Kurzfilmen zwei starke Frauen aus dem heutigen Kabul nahe, eine B&auml;ckerin mit sieben Kindern und opiumabh&auml;ngigem Mann und eine Polizistin.</p>
<p><em>(Vom 24. November bis 24. Januar ist im Willy-Brandt-Haus/Berlin ihre Multimedia-Ausstellung &bdquo;Die Unbeugsamen - Vier Frauen in Kabul&ldquo; zu sehen, </em><a href="http://www.ahmadzai.eu/"><em>http://www.ahmadzai.eu/</em></a><em> )</em></p>
<p><strong>Von Renesse</strong> erinnerte an die fr&uuml;he deutsche Unterst&uuml;tzung der afghanischen Unabh&auml;ngigkeit, die Er&ouml;ffnung der deutschen Gesandtschaft in Kabul 1923, die Gr&uuml;ndung der &bdquo;Amani-Oberrealschule&ldquo; in Kabul 1924, den Freundschaftsvertrag von 1926 und den Deutschland-Besuch von K&ouml;nig Amanullah 1928. (s.u.) 1935 f&uuml;hrte der erste Fernflug einer Ju-52 nach Kabul, 1938 gab es eine regelm&auml;&szlig;ige Lufthansa-Verbindung zwischen Berlin und Kabul.</p>
<p><strong>Paul Bucherer</strong> reiste Ende der 60er Jahre mit seiner Frau Veronika erstmalig nach Afghanistan. Sein Interesse: Ein Land kennenlernen, das nie kolonialisiert worden war, und es mit den L&auml;ndern des ehemaligen Britisch-Indien vergleichen. &Uuml;berall waren sie als G&auml;ste hoch willkommen. Trotz aller materillen Armut auf dem Land f&uuml;hlten sich die Menschen frei und reich. Sp&auml;ter sei ihnen bewusst geworden: &bdquo;Uns war verg&ouml;nnt, einen Blick ins Paradies zu werfen.&ldquo; Das Ehepaar Bucherer-Dietschi gr&uuml;ndete 1975 die Bibliotheca Afghanica, die zur Zeit der ideologischen Bilderst&uuml;rme in Afghanistan zu einer &bdquo;Arche Noah&ldquo; der afghanischen Geschichte und Kultur wurde. 2007 konnte mit Hilfe der UNESCO (und Transporthilfe der Bundeswehr) das &bdquo;Afghanistan-Museum im Exil&ldquo; wieder nach Kabul &uuml;berf&uuml;hrt werden.</p>
<p><em>Mehrere tausend historischen Fotografien sind &uuml;ber die Website des Afghanistan-Instituts</em></p>
<p><em>(</em><a href="http://www.afghanistan-institut.ch/"><em>http://www.afghanistan-institut.ch/</em></a><em> ) in der Phototheca Afghanica einsehbar.</em></p>
<p><em>Die Schweizer &bdquo;TagesWoche&ldquo; berichtete am 4.12.2015, wie Bucherer 1985 ma&szlig;geblich zur Erstellung eines Menschenrechtsberichts der UN zu Afghanistan beigetragen und wie die drohende Ver&ouml;ffentlichung des Berichts die sowjetische F&uuml;hrung dazu gebracht habe, massiv gegen Menschenrechtsverletzungen vorzugehen. Vor dem Bericht habe es etwa 6.000 Ziviltote je Monat gegeben, nach dem sowjetischen Kurswechsel etwa 1.000. </em><em>(<a href="http://www.tageswoche.ch/de/2015_49/basel/705314/">http://www.tageswoche.ch/de/2015_49/basel/705314/</a> )</em></p>
<p><em>(Vom weiteren Tagungsverlauf kann ich nicht berichten, weil ich am 28.11. zu einer Tagung &uuml;ber Internationale Krisenpr&auml;vention an der Evang. Akademie Th&uuml;ringen in Neudietendorf musste &ndash; um dort zu Afghanistan zu referieren.)</em></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Weitere Beitr&auml;ge zu 100 Jahren Deutsch-Afghanische Beziehungen:</span></strong></p>
<p><strong>SWR2-Kulturgespr&auml;ch mit Prof. Conrad Schetter</strong> vom BICC/Bonn am 2.12.2015</p>
<p><a href="http://www.swr.de/swr2/kultur-info/100-jahre-deutsch-afghanische-freundschaft/-/id=9597116/did=16572926/nid=9597116/hos4zc/index.html">http://www.swr.de/swr2/kultur-info/100-jahre-deutsch-afghanische-freundschaft/-/id=9597116/did=16572926/nid=9597116/hos4zc/index.html</a></p>
<p><strong>&bdquo;Amani-Oberrealschule als Symbol der deutsch-afghanischen Freundschaft,</strong> Deutsche Welle 31.08.2015 <a href="http://www.dw.com/de/100-jahre-deutsch-afghanische-beziehungen/a-18683719">http://www.dw.com/de/100-jahre-deutsch-afghanische-beziehungen/a-18683719</a> , <a href="https://www.facebook.com/amani.school?_rdr=p">https://www.facebook.com/amani.school?_rdr=p</a> , <a href="http://www.amani-oberrealschule.com/">http://www.amani-oberrealschule.com/</a></p>
<p><strong>Vor 80 Jahren: Deutsche Hindukusch-Expedition</strong> 1935, erste gr&ouml;&szlig;ere rein naturwissenschaftliche Expedition, die je in Afghanistan durchgef&uuml;hrt wurde, Leiter Dr. Arnold Scheibe, Uni Gie&szlig;en, organisiert vom Landw. und Botanischen Institut der Uni Halle, <a href="http://www.phototheca-afghanica.ch/uploads/tx_fmphototheca/Einleitung_Scheibe_01.pdf">http://www.phototheca-afghanica.ch/uploads/tx_fmphototheca/Einleitung_Scheibe_01.pdf</a></p>
<p><strong>Das Ausw&auml;rtige Amt</strong>: <a href="http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/RegionaleSchwerpunkte/AfghanistanZentralasien/100Jahre_node.html">http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/RegionaleSchwerpunkte/AfghanistanZentralasien/100Jahre_node.html</a> und zur vom AA initiierten</p>
<p><strong>Afghanischen Kulturwoche</strong> 2.-9.12.2015: <a href="http://afghanischekulturwoche.de/">http://afghanischekulturwoche.de/</a> Wegen dringlicher Veranstaltungen zu Krisenfr&uuml;herkennung und Strategischer Vorausschau konnte ich leider keine Veranstaltung der Kulturwoche besuchen. In der taz berichtete am 12.12. Julia Bickel &uuml;ber Fotoausstellungen zu Afghanistan &bdquo;Ein Gef&uuml;hl der Hoffnung&ldquo; (<a href="http://www.taz.de/!5256881/">http://www.taz.de/!5256881/</a>): In der Galerie I am Space unter dem Titel &bdquo;I see you&ldquo;</p>
<p>Fotografien von <strong>Rada Akbar</strong> zu Stra&szlig;enkindern, <a href="https://www.photocircle.net/de/fotografen/292/rada-akbar">https://www.photocircle.net/de/fotografen/292/rada-akbar</a> , <a href="http://www.heise.de/foto/artikel/Ich-verdiene-Freiheit-Interview-mit-der-afghanischen-Fotografin-Rada-Akbar-2170133.html">http://www.heise.de/foto/artikel/Ich-verdiene-Freiheit-Interview-mit-der-afghanischen-Fotografin-Rada-Akbar-2170133.html</a></p>
<p>von <strong>Farzana Wahidy</strong> zu afghanischen Frauen, <a href="http://www.farzanawahidy.com/">http://www.farzanawahidy.com/</a></p>
<p>Grafiti des StreetArt-K&uuml;nstlers <strong>Kabir Mokamel</strong> , <a href="https://www.facebook.com/kabir.mokamel">https://www.facebook.com/kabir.mokamel</a> ) (<a href="http://www.aljazeera.com/blogs/asia/2015/08/afghan-graffiti-artist-strives-beautify-kabul-150826090658859.html">http://www.aljazeera.com/blogs/asia/2015/08/afghan-graffiti-artist-strives-beautify-kabul-150826090658859.html</a> und</p>
<p>Fotografien von <strong>Massoud Hossaini</strong>, der als erster Afghane 2012 den Pulitzerpreis erhielt &ndash; f&uuml;r das Bild eines schreienden M&auml;dchen nach einem Selbstmordattentat inmitten verst&uuml;mmelter, toter K&ouml;rper. <a href="http://www.theguardian.com/commentisfree/2012/apr/24/massoud-hossaini-pulitzer-image-afghanistan">http://www.theguardian.com/commentisfree/2012/apr/24/massoud-hossaini-pulitzer-image-afghanistan</a> .</p>
<p>Eine weitere Ausstellung &bdquo;Skate Girls of Kabul&ldquo; der britischen Fotografin Jessica Fulford-Dobson in der Galerie Pavlov`s dog. Im Tagesspiegel vom 6.12. berichtete Bigna Fink &uuml;ber ein gefl&uuml;chtetes afghanisches Rapperpaar, das als 143Band auftritt, <a href="http://www.tagesspiegel.de/berlin/musiker-als-fluechtlinge-in-berlin-afghanische-rapper-neukoelln-und-der-beat-der-freiheit/12682270.html">http://www.tagesspiegel.de/berlin/musiker-als-fluechtlinge-in-berlin-afghanische-rapper-neukoelln-und-der-beat-der-freiheit/12682270.html</a></p>
<p><strong>&bdquo;Ullemulle, K&ouml;nig der Herzen&ldquo; &ndash; Wie Amanullah Chan die Weimarer Republik im Sturm eroberte</strong> und Kabul verlor, Deutschlandfunk-Feature von Sabine Weber, 26.12.2009</p>
<p><a href="http://www.deutschlandfunk.de/ullemulle-konig-der-herzen-wie-amanullah-chan-die-weimarer.media.a31f3895037d889ec72c7371b1746120.pdf">http://www.deutschlandfunk.de/ullemulle-konig-der-herzen-wie-amanullah-chan-die-weimarer.media.a31f3895037d889ec72c7371b1746120.pdf</a></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Besuch des afghanischen K&ouml;nigs Amanullah 1928 in Deutschland, Ausz&uuml;ge</span></strong></p>
<p><strong>aus dem DF-Feature</strong> (&hellip;)</p>
<p><em>Sprecherin</em></p>
<p>Abgesehen von einem Hang zur verloren gegangenen Monarchie und dem Unterhaltungswert eines exotischen Aristokraten hat die Begeisterung der Berliner auch noch tiefer gehende Gr&uuml;nde. Seit dem Ende des Ersten Weltkrieges war hier kein ausl&auml;ndisch-repr&auml;sentatives Haupt auf Staatsbesuch mehr gesehen worden. Mit der Visite von Amanullah, K&ouml;nig von Afghanistan, scheint das Ende dieses doch recht deprimierenden Zustandes gekommen. Hinzu kommt, dass das Land am Hindukusch schon seit L&auml;ngerem europ&auml;ische Herrschaftsphantasien befl&uuml;gelt. (&hellip;)</p>
<p><em>Sprecherin</em></p>
<p>Seit dem Ende des zweiten anglo-afghanischen Krieges 1881 ist Afghanistan mit seinen rund f&uuml;nf Millionen Einwohnern britisches Protektorat; seine Au&szlig;enpolitik wird von London bestimmt. Daf&uuml;r erh&auml;lt der Emir gro&szlig;z&uuml;gige Unterst&uuml;tzungszahlungen. 1915 schickt Wilhelm II. eine Geheimexpedition nach Kabul. Der bayerische Offizier Oskar Ritter von Niedermayer und der junge Diplomat Werner-Otto von Hentig sollen erreichen, dass Afghanistan an der Seite Deutschlands in den Krieg gegen Britisch Indien eintritt. Die Expedition ist bei Lichte betrachtet ein Himmelfahrtskommando. Afghanistan, regiert von Emir Habibullah, gilt als</p>
<p>&bdquo;verschlossenes Land&ldquo;; jedem Ausl&auml;nder, der es ohne Genehmigung des Emirs betritt, droht die Todesstrafe.</p>
<p>Die wagemutige Niedermayer-Hentig-Delegation hat Gl&uuml;ck &ndash; als Freunde des Osmanischen Reiches, dem sich auch Afghanistan verbunden f&uuml;hlt, h&ouml;rt Abdurahmans Nachfolger Emir Habibullah die Deutschen immerhin an. Zwar lehnt er eine Beteiligung am Krieg ab, doch schlie&szlig;t man einen ersten Freundschafts- und Handelsvertrag. (&hellip;)</p>
<p>Im Februar 1919 wird Emir Habibullah auf der Jagd von einem t&ouml;dlichen Schuss getroffen. Sein j&uuml;ngster Sohn, der 27-j&auml;hrige Amanullah &uuml;bernimmt in einem Handstreich den Herrscherthron. Amanullah wird von denen, die ihn kannten, als flei&szlig;ig, sehr neugierig und ohne jeden D&uuml;nkel beschrieben. Kluges Taktieren, diplomatisches Abwarten ist seine</p>
<p>Sache nicht &ndash; vielmehr gilt er als Mann der Tat. Kaum an der Macht erkl&auml;rt er gegen&uuml;ber dem englischen Vizek&ouml;nig die Unabh&auml;ngigkeit Afghanistans. (&hellip;)</p>
<p><em>O-Ton R. Schlagintweit</em> (ehem. Abteilungsleiter AA, 1958-1961 an der Dt. Botschaft Kabul)</p>
<p>Die Beziehungen zu Russland waren in dieser Zeit &ndash; in der ersten Zeit von Amanullah &ndash; zu Russland besser als zu Gro&szlig;britannien, denn von Gro&szlig;britannien wollte man sich unabh&auml;ngig machen. Dies geschah dann auch in einem sehr kurzen Krieg, der weniger von den Afghanen gewonnen, als von den Briten verloren wurde; die waren einfach kriegsm&uuml;de 1919 und haben gesehen, dass es das beste war, formell nachzugeben, dem Land seine volle Souver&auml;nit&auml;t zu geben, auch in au&szlig;enpolitischen und milit&auml;rpolitischen Fragen. (&hellip;)</p>
<p>Sprecherin</p>
<p>Emir Amanullah avanciert zum Volkshelden. Doch es zeigt sich, dass der k&uuml;hne Schlag gegen die Briten erst der Anfang umfassender Ver&auml;nderungen ist. Mithilfe eines Reformprogramms will er sein Emirat von einer fr&uuml;hzeitlich anmutenden Stammesgesellschaft in einen modernen Staat verwandeln.</p>
<p><em>O-Ton R. Schlagintweit</em></p>
<p>Also, das war ein ganzes B&uuml;ndel von Reformen, das kann man gar nicht alles aufz&auml;hlen. Er hat versucht, die Armee zu reformieren, das ist ihm nicht sehr gut gelungen, eines der gro&szlig;en Probleme. Er hat auch versucht, die Finanzen zu ordnen, auch das ist ihm zum Teil gelungen. Er hat vor allem die Gro&szlig;grundbesitzer und die H&auml;ndler besteuert, was ihm auch keine Freunde gemacht hat. (&hellip;)</p>
<p><em>Sprecherin</em></p>
<p>Zudem erl&auml;sst Amanullah 1923 die erste Verfassung des Landes, die unter anderem das Recht auf freie Meinungs&auml;u&szlig;erung sowie die Pressefreiheit sichert. Er schafft die Sklaverei ab und beendet die Unterst&uuml;tzungszahlungen an die St&auml;mme, die nun ihrerseits steuerpflichtig werden. Zu guter Letzt strebt Amanullah die komplette Trennung von Religion und Staat an.</p>
<p><em>O-Ton R. Schlagintweit</em></p>
<p>Und nat&uuml;rlich nicht zu vergessen: die Stellung der Frau. Das wird ja meistens in den Mittelpunkt gestellt, weil es mit das Mutigste war, was er getan hat &ndash; er hat gesagt, M&auml;nner und Frauen sind gleichberechtigt.</p>
<p><em>Sprecherin</em></p>
<p>Besonders wichtig ist Amanullah die Bildung. Schon die Schulkinder versucht er von deren Wert zu &uuml;berzeugen, wie der in Hamburg lebende Kaufmann Sultan Mohammad berichtet.</p>
<p><em>O-Ton Sultan Mohammad</em></p>
<p>Zur Zeit von Amanullah war mein Vater Sch&uuml;ler im Habibullah-Gymnasium. Und er</p>
<p>hat viel von Amanullah erz&auml;hlt. Er war in einer Schulklasse, sagt er. Meinte, dass Amanullah mit zwei, drei Leuten gekommen sei und immer einige Fragen gestellt habe. Und die Leute, die geantwortet haben, die haben Geschenke gekriegt.</p>
<p><em>Sprecherin</em></p>
<p>Amanullah selbst wurde noch von Mullahs, islamischen Geistlichen unterrichtet. Nun nimmt er der Geistlichkeit ihr alleiniges Recht auf Ausbildung und legt es in die H&auml;nde weltlicher Lehrer. 1924 gr&uuml;ndet er die Amani-Oberrealschule mit deutschen Lehrkr&auml;ften und Deutsch als Unterrichtssprache in den naturwissenschaftlichen F&auml;chern. Bis in unsere Tage hinein wird in fast jeder Regierung Afghanistans zumindest einer der Minister Absolvent der Amani-Schu</p>
<p>le gewesen sein oder aber in Deutschland studiert haben. (&hellip;)</p>
<p>1921 startet Amanullah einen Testballon. Er entsendet eine Delegation nach Europa mit dem Ziel, die Souver&auml;nit&auml;t Afghanistans anerkennen zu lassen sowie Fachleute f&uuml;r den technischen und wirtschaftlichen Aufbau anzuwerben. Die erste Station in Mitteleuropa ist Deutschland.</p>
<p><em>O-Ton R. Schlagintweit</em></p>
<p>Die Deutschen hatten den gro&szlig;en Vorteil, dass sie in Asien keine Machtpolitik verfolgten. Er konnte also sicher sein, dass ein deutscher Baufachmann ein Baufachmann und nicht gleichzeitig ein Agent des Geheimdienstes war und spioniert hat; das hat man sowohl bei den Briten wie auch bei den Russen vorausgesetzt (&hellip;)</p>
<p>Und die Deutschen hatten ja ein hohes Ansehen als gute Fachleute, t&uuml;chtig, erfolgreich, handwerklich sehr gut, und diese gute Meinung hat sich ja durch die Jahrzehnte durch gehalten. Bis zum heutigen Tag sind die Deutschen gerade als Fachleute sehr respektiert.</p>
<p>(&hellip;)</p>
<p>Schon 1922 schickt Siemens die ersten Ingenieure in die afghanische Hauptstadt, es folgen Architekten, Techniker und Handwerker. Hauptaufgabe der Deutschen ist es, gemeinsam mit anderen Europ&auml;ern vor den Toren Kabuls einen modernen Regierungssitz zu bauen, inklusive Pal&auml;sten, Rathaus, einem Postamt, Kasernen und einer Eisenbahnverbindung</p>
<p>nach Kabul.</p>
<p>Einer der ersten, die damals im Auftrag von Siemens in das ferne Land am Hindukusch reisen, ist Wilhelm Rieck. Dessen Geschichte hat sein Urenkel Werner M&uuml;ller erforscht.</p>
<p><em>O-Ton Werner M&uuml;ller</em></p>
<p>Er ist damals, 1922, von Berlin aus mit dem Zug nach Warschau gefahren, wie es hie&szlig;, mit elf anderen Deutschen, worunter auch drei Frauen waren, und von</p>
<p>Warschau ging es dann weiter nach Moskau, von Moskau bis Taschkent, um dann mit Pferden &uuml;ber das Gebirge bis nach Kabul zu reiten.</p>
<p><em>Sprecherin</em></p>
<p>Dort k&uuml;mmert sich Ingenieur Wilhelm Rieck um die Planung der elektrischen Anlage</p>
<p>f&uuml;r das erste afghanische Krankenhaus. Au&szlig;erdem ist er wahrscheinlich am Aufbau</p>
<p>der deutschen Schule beteiligt. Sp&auml;ter arbeitet er auch am Bau der Pal&auml;ste in Darulaman mit.</p>
<p><em>O-Ton W. M&uuml;ller</em></p>
<p>Amanullah fragte meinen Urgro&szlig;vater damals, ob er ihm nicht die D&auml;cher mit einer gr&uuml;nen Patina versehen k&ouml;nnte. Diese Patina hat er in Sanssouci oder in Hamburg</p>
<p>am Ballindamm gesehen und das gefiel ihm ganz gut. Und daraufhin hat mein Urgro&szlig;vater ihm wohl gesagt: &bdquo;Majest&auml;t, das ist ein nat&uuml;rlicher Effekt, wir k&ouml;nnen warten, wir k&ouml;nnen es auch k&uuml;nstlich herstellen, allerdings wird das wieder ein bisschen kosten.&ldquo; Daraufhin hat Amanullah sich entschlossen, dass erst mal abgewartet werden muss, weil, so viel Geld hatte er nat&uuml;rlich bei seinen ganzen Reformen auch nicht mehr. (&hellip;)</p>
<p><em>O-Ton W. M&uuml;ller</em></p>
<p>Interessant sind nat&uuml;rlich vor allem die Bilder der neuen Errungenschaften von damals, wie zum Beispiel, die erste Fahrt mit der Eisenbahn von Darulaman nach Kabul. Es sind st&auml;dtische Fabriken darauf zu sehen; man sieht auch ein bisschen die Bauarbeiten vom damaligen Baugel&auml;nde des Palastes. - Das ist auch ein sehr interessantes Bild, von der ersten Eisenbahnfahrt von Darulaman nach Kabul, und auf der R&uuml;ckseite schrieb er dann: &bdquo;Ohne offizielle Regierungsvertreter&ldquo;. Das ist nat&uuml;rlich erst mal interessant, vor allem bei so einer</p>
<p>wichtigen technischen Errungenschaft wie bei einer Eisenbahn, dass kein Vertreter der Regierung dabei war. Hintergrund ist aber, wie mir jemand sagte: damals war man nat&uuml;rlich der Meinung: in der Lok brennt Feuer &ndash; und nur der Teufel hat Feuer im Bauch. Also darf</p>
<p>man sich mit so etwas nicht anfreunden und nimmt davon besser Abstand.</p>
<p><em>Sprecherin</em></p>
<p>Schon bald sind mehr als 200 deutsche Ingenieure und andere Fachleute am Bau von Stra&szlig;en, Staud&auml;mmen, Bew&auml;sserungsanlagen und Elektrizit&auml;tswerken, Br&uuml;cken und Schulen beteiligt. Und bereits Mitte der 20er Jahre ist Deutschland nach Gro&szlig;britannien und Sowjetrussland der drittwichtigste Handelspartner Afghanistans. (&hellip;)</p>
<p>Angek&uuml;ndigt von unz&auml;hligen Zeitungsartikeln treffen das K&ouml;nigspaar und sein Gefolge am 22. Februar 1928 in Berlin ein. Der Lehrter Bahnhof ist mit Fahnen und</p>
<p>Tannengr&uuml;n geschm&uuml;ckt. Protokolle, Telegramme sowie die in- und ausl&auml;ndische Presse halten den gro&szlig;en Moment fest. (&hellip;)</p>
<p><em>Zitator 1</em></p>
<p>Das Automobil des K&ouml;nigs f&auml;hrt langsam. Die afghanische Nationalhymne wird gespielt. Der K&ouml;nig von Afghanistan wird sicherlich f&uuml;hlen, dass durch den w&uuml;rdigen Empfang jedermann den Wunsch hegt, dass sein Aufenthalt m&ouml;glichst angenehm und in seiner Erinnerung bleiben m&ouml;ge.</p>
<p><em>Zitatorin</em></p>
<p>Die Bev&ouml;lkerung, die vom Bahnhofe bis zur Ankunft im Palais zu beiden Seiten des Weges sich teilnehmend versammelt hatte, &auml;u&szlig;erte ihre Freude. Sie winkten mit den Taschent&uuml;chern und stie&szlig;en mit lauten Stimmen Hochrufe aus.</p>
<p>Beim Brandenburger Tor stand eine Gruppe Kommunisten, die den K&ouml;nig mit dem unfreundlichen Rufe: &bdquo;Nieder!&ldquo; begr&uuml;&szlig;te. Auf die Frage des K&ouml;nigs an den ihm beigegebenen Botschafter Rosen, was der von geballten F&auml;usten begleitete Ruf bedeute, erwiderte dieser geistesgegenw&auml;rtig: &bdquo;Gott schenke Euer Majest&auml;t ein langes Leben.&ldquo; Freudig wendete sich der K&ouml;nig im Auto um und winkte daf&uuml;r den &uuml;berraschten Kommunisten freundlich zu. (&hellip;)</p>
<p><em>O-Ton R.-D. M&uuml;ller</em></p>
<p>Sicherlich spielte von der politischen Psychologie der Weimarer Republik auch eine Rolle, dass ja ein wichtiger Punkt des Versailler Vertrages die Wegnahme der Kolonien mit der Begr&uuml;ndung war, die Deutschen h&auml;tten eben vor dem Ersten Weltkrieg gezeigt, dass sie nicht in der Lage sind, Kolonien ordentlich zu verwalten.</p>
<p>Diesen Klischees zu widersprechen, da kam nat&uuml;rlich der Besuch von Amanullah wunderbar entgegen, da konnte man demonstrieren, dass es &uuml;berseeische Gebiete</p>
<p>gibt, in denen die Deutschen nicht gerade geliebt werden, aber in denen die Deutschen gesch&auml;tzt werden, die deutsche T&uuml;chtigkeit, die deutsche Bildung, das Wissen, die deutschen Architekten, Ingenieure, die Moderne sozusagen, die die Deutschen nach Afghanistan bringen. (&hellip;)</p>
<p>Zwei Wochen dauert K&ouml;nig Amanullahs erster Besuch in Deutschland. Sieben Tage davon verbringt er in Berlin. Er legt Kr&auml;nze nieder, besichtigt Turnvorf&uuml;hrungen, schreitet durch Spaliere von Fahnentr&auml;gern, fr&uuml;hst&uuml;ckt und diniert mit den Spitzen der deutschen Gesellschaft, tr&auml;gt sich in das Goldene Buch der Stadt ein, erh&auml;lt die Ehrendoktorw&uuml;rde der Technischen Universit&auml;t, nimmt an einer Truppen&uuml;bung in D&ouml;beritz teil und an einer Flugzeugparade in Tempelhof. &ndash; Zu diesem Anlass kann ihm das Deutsche Reich endlich sein Gastgeschenk &uuml;berreichen: eine dreimotorige Junkers Typ G 24, deren Preis ein Dreieinhalbfaches des Fiat-Panzerwagens betr&auml;gt &ndash; 285.000 Reichsmark!</p>
<p>Amanullah besichtigt die Sternwarte in Treptow, besucht die Transformatorenfabrik in</p>
<p>Obersch&ouml;neweide, das Gro&szlig;kraftwerk Klingenberg und die Siemenswerke. &ndash; Hier erhalten die K&ouml;nigin ein silbergoldenes elektrisches Protoskaffeegeschirr und der K&ouml;nig zwei vollautomatische Fernsprechanlagen.</p>
<p>Er besucht Wohlfahrtsanstalten, inspiziert die Berliner Feuerwehr, spendet den Armen der Stadt, wie in jedem Land, das er auf seiner Reise besucht, 1.000 englische Pfund und wohnt in der Oper einer Galavorstellung von Ludwig Bayers Ballett &bdquo;Die Puppenfee&ldquo; bei. &ndash; Der verantwortliche Polizeioffizier berichtet:</p>
<p><em>Zitator 1</em></p>
<p>Bei diesem Anlass war die Zahl der Schaulustigen vor der Oper so gro&szlig;, dass die Polizei es nicht schaffte, den B&uuml;rgersteig zu r&auml;umen und die Menschenmenge auf den s&uuml;dlichen Fahrdamm zur&uuml;ckzudr&uuml;cken. (&hellip;)</p>
<p><em>Sprecherin</em></p>
<p>Anfang M&auml;rz 1928 verl&auml;sst der k&ouml;nigliche Tross Berlin. Man besichtigt die Junkerswerke in Dessau &ndash; wo Amanullah zwei weitere Flugzeuge kauft; die Zeiss-Ikon-Werke in Dresden &ndash; wo er fotografische Apparate im Wert von 11.000 Reichsmark bestellt; und die Leipziger Messe. Wieder in Berlin gibt er zum Abschied eine Pressekonferenz. (&hellip;)</p>
<p><em>Zitator 2</em></p>
<p>Ich verspreche mir von dem, was ich gesehen und geh&ouml;rt habe, wertvolle Auswirkungen f&uuml;r mein Land und f&uuml;r unsere beiderseitigen Beziehungen, die ja seit langer Zeit bestehen, die zu vermehren und auszubauen aber mein aufrichtiger Wunsch ist. (&hellip;)</p>
<p><em>Sprecherin</em></p>
<p>Nach Reisen durch Frankreich und Gro&szlig;britannien kehrt Amanullah im April 1928 nochmals f&uuml;r einen dreiw&ouml;chigen inoffiziellen Besuch nach Berlin zur&uuml;ck. Er will einige gesch&auml;ftliche Verbindungen vertiefen und bittet au&szlig;erdem um eine zinslose Anleihe von zehn Millionen Reichsmark zur Bezahlung der in Deutschland gemachten Bestellungen. Die Regierung gew&auml;hrt ihm zwar die Einr&auml;umung eines Kredits, jedoch nur in H&ouml;he von sechs Millionen Reichsmark &ndash; nach heutiger Kaufkraft knapp 20 Millionen Euro. (&hellip;)</p>
<p><em>Musik </em></p>
<p>&bdquo;Der verliebte Bimbambullah&ldquo; (&bdquo;Jazz&ldquo;version)</p>
<p><em>Sprecherin </em></p>
<p>W&auml;hrend der Berliner Volksmund noch liebevolle Namen wie &bdquo;Amanullerich&ldquo; oder&nbsp; &bdquo;Ullemulle&ldquo; f&uuml;r die afghanische Hoheit kreiert, rechnen links stehende Bl&auml;tter wie der &bdquo;Vorw&auml;rts&ldquo; bereits haarklein aus, dass der k&ouml;nigliche Besuch den deutschen Steuerzahler 600.000 Reichsmark gekostet habe &ndash; inklusive Stromrechnung. Kabarettb&uuml;hnen bringen Amanullah-Nummern, Franz Arnold und Ernst Bach schreiben den Schwank &bdquo;Hulla di Bulla&ldquo;, die Liedkomponisten lassen sich zu nicht immer geschmackssicheren Exotismus-Schlagern inspirieren und Dichter wie Erich M&uuml;hsam, Erich Weinert und Kurt Tucholsky verfassen sp&ouml;ttische Poeme.</p>
<p><em>Zitatorin</em></p>
<p>Tucholsky: Ersatz</p>
<p>Einen richtigen K&ouml;nig? Wir haben keinen und daher borgen wir uns einen.</p>
<p>Sei gegr&uuml;&szlig;t, du sch&ouml;ne Gelegenheit!</p>
<p>Alles ist wie in alter Zeit:</p>
<p>Stra&szlig;enabsperrung und Schutzmannsg&auml;ule,</p>
<p>Neugier der Kleinb&uuml;rger, Hurra-Geheule,</p>
<p>Monokel-Kerle die Kreuz und die Quer</p>
<p>und: Milit&auml;r! Milit&auml;r! Milit&auml;r!</p>
<p>Im Spalier aber steht bei Amanullah Chan</p>
<p>Er: der deutsche Untertan.</p>
<p>Der braune K&ouml;nig wird Ehrendoktor</p>
<p>Und nur ein vaterlandsloser, verstockter</p>
<p>Roter sieht in der ganzen Musik &ndash;</p>
<p>&ndash; den sch&ouml;nen Traum einer Republik.</p>
<p><em>Sprecherin</em></p>
<p>Alles in allem kann die junge Republik mit dem Verlauf und dem Ergebnis des Besuchs zufrieden sein. Sie hat sich als Gastgeberin wacker geschlagen und au&szlig;enpolitisch ein gutes Bild abgegeben. Die Weichen zur weiteren wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit K&ouml;nig Amanullahs Reich sind vorsichtig gestellt.</p>
<p>Aber die Rechnung ist ohne die alten Wirte, Gro&szlig;britannien und die Sowjetunion gemacht. Deren riesige Einflussgebiete werden nach wie vor nur durch das Land am Hindukusch getrennt; allzu gerne m&ouml;chte sich jeder der beiden den immer selbstst&auml;ndiger werdenden Staat einverleiben oder ihn zumindest auf die eigene Seite ziehen. Der deutsche Gesandte in Moskau unterrichtet Berlin von den Vorg&auml;ngen. In London wollte man Amanullah davon &uuml;ber</p>
<p>zeugen, dass Sowjetrussland demn&auml;chst in seinem Land einzumarschieren gedenke. Moskau habe auf diese Unterstellungen rasch mit gro&szlig;z&uuml;gigen Waffenlieferungen an Afghanistan geantwortet. Offenbar der richtige Schritt, wie der Gesandte feststellt. &nbsp;(&hellip;)</p>
<p><em>Sprecherin</em></p>
<p>&Uuml;ber die Neuerungen unterrichtet der deutsche Gesandte in Kabul das Ausw&auml;rtige Amt per Telegramm.</p>
<p><em>Zitator 1</em></p>
<p>In &ouml;ffentlichen von Offizieren und Beamten stark besuchten Vortr&auml;gen hat K&ouml;nig &uuml;ber seine Reise gesprochen und sein Reformprogramm entwickelt. Nach diesem Programm soll vollst&auml;ndige Reorganisation Au&szlig;en-, Kriegs- und Unterrichtsministeriums erfolgen, Milit&auml;r- und Unterrichtsschulen jeder Art gegr&uuml;ndet werden. Nach zwei Monaten ist Tragen bisherigen sackartigen Frauen&uuml;berwurfs verboten und nur noch Tragen fr&uuml;heren t&uuml;rkischen &Uuml;berkleids gestattet sowie vollst&auml;ndiges Ablegen Schleiers anheim gestellt. Im dritten Vortrag hat K&ouml;nigin auf Aufforderung K&ouml;nigs Schleier endg&uuml;ltig abgelegt</p></div>


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