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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: &quot;Kampfeinsatz - stell dir vor es ist Krieg und du gehst hin&quot;. Sehr empfehlenswertes StÃ¼ck des Axensprung Theaters</title>
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    <span class="xar-mod-title">Internationale Politik und Regionen + Afghanistan + Bericht von Winfried Nachtwei</span>

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                    -                        <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=120%2B36%2B81">All of these categories</a>
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            &quot;Kampfeinsatz - stell dir vor es ist Krieg und du gehst hin&quot;. Sehr empfehlenswertes StÃ¼ck des Axensprung Theaters         </h1>
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       <div class="xar-mod-content">
           <div class="xar-sub">
Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=7">Nachtwei</a> am 11. Januar 2017 22:32:59 +02:00 (187638 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Eine hoch-intensive Szenen-Collage um Kriegsteilnehmer und -r&uuml;ckkehrer heute, menschliche Folgen, Widerspr&uuml;che, dicht an den harten Realit&auml;ten, v&ouml;llig authentische Schauspieler. Mein Bericht ... (N&auml;chste Termine: 19.01. Flensburg, Marineschule M&uuml;rwik; 04.05. Stadtallendorf, Stadthalle)</p></div>
            <div>    <p align="center"><strong>&bdquo;KAMPFEINSATZ &ndash; Stell dir vor es ist Krieg und du gehst hin&ldquo;</strong></p>
<p align="center">Bericht von einem hoch-intensiven Theaterst&uuml;ck</p>
<p align="center">von Winfried Nachtwei (12/2016)</p>
<p>Anfang Dezember erlebte ich im Hamburger Haus Rissen das Ensemble &bdquo;Axensprung&ldquo; mit seinem Theaterst&uuml;ck &bdquo;<em>KAMPFEINSATZ &ndash; Stell dir vor es ist Krieg und du gehst hin</em>&ldquo;. Unter den G&auml;sten auch Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler von vier Hamburger Schulen. Danach war ich eingeladen, zusammen mit Oliver Hermann (Axensprung-Theater), Major Marcel Bohnert (Herausgeber &bdquo;Die unsichtbaren Veteranen&ldquo;), Philipp-Christian Wachs (Haus Rissen) und Zuschauern &uuml;ber das St&uuml;ck zu diskutieren. ( <a href="http://kampfeinsatz.info/">http://kampfeinsatz.info/</a> , <a href="https://www.youtube.com/watch?v=Z9bpnhn41Wg">https://www.youtube.com/watch?v=Z9bpnhn41Wg</a> )</p>
<p>Im Vorfeld war meine Erwartung skeptisch. Wenn hierzulande &uuml;berhaupt die Erfahrungen und Lebenssituationen von Soldaten, die aus Kriegsgebieten zur&uuml;ckgekehrt sind, wahrge-nommen werden, dann geschieht es gerade in Massenmedien &uuml;berwiegend klischeehaft. X-mal habe ich es so bei TV-Krimis erfahren.</p>
<p>Das St&uuml;ck &quot;Kampfeinsatz&quot; ist eine Szenen-Collage um Kriegsteilnehmer und &ndash;r&uuml;ckkehrer heute, unterlegt mit Videos, Zitaten von Kriegsheimkehrern, Philosophen und Politikern. Die Geschichte, die Erlebnisse, die Konflikte, die Dialoge, das Hin- und Hergerissene &ndash; es stimmt voll und ganz. Die Schauspieler Michael Bideller, Oliver Hermann, Mignon Rem&eacute;, Markus Voigt sind v&ouml;llig authentisch diejenigen, die sie &quot;spielen&quot;.</p>
<p>Im Mittelpunkt steht die Geschichte des Oberstleutnant Andr&eacute; Torgau, seit sechs Monaten zur&uuml;ck aus Afghanistan. Ein Teil von ihm sei dort geblieben, ein &bdquo;so sch&ouml;nes Land, immer irgendwas los, nicht alles nur Schei&szlig;e.&ldquo; Es hat gedauert, bis er was merkte. Seine Frau Judith merkte es zuerst. &bdquo;Wollt ihr mich zum Weichei machen?&ldquo; &bdquo;Du bist voll krank. Rede mit mir!&ldquo; Starre,&nbsp; Sprach- und Reaktionslosigkeit, Alptr&auml;ume, Aggressivit&auml;t. Im Alltag lauern &uuml;berall Gefahren, ein Wiederleben traumatisierender Ereignisse, Flashbacks. Sein Nachdenken: &bdquo;Ich h&auml;tte dort gern Frauen zu mehr Rechten verholfen. Jetzt schikaniere ich meine Frau.&ldquo; Sein erster Bundeswehrarzt fragt nach seinen Eltern, Alkohol.</p>
<p>Es war das erste Selbstmordattentat auf Bundeswehrsoldaten, in einem Bus, vier Tote sofort. &bdquo;Erz&auml;hlen Sie.&ldquo; &bdquo;Ich kann nicht.&ldquo; Der Hund ist endlos lange Torgau`s einziger Gef&auml;hrte &ndash; bis er dann doch erz&auml;hlen kann: Er hatte den Bus verpasst, dann die zerfetzten Kameraden, ab jetzt das Misstrauen gegen alle Afghanen. Verst&ouml;rende Erfahrungen, wo Einheimische medizinische Hilfe als Versto&szlig; gegen traditionelle Normen ablehnen.</p>
<p>Und dann Nuri, der afghanische Junge mit den starken Verbrennungen, &bdquo;unser Maskottchen&ldquo;. &bdquo;Nie habe ich so ein strahlendes Lachen gesehen.&ldquo;</p>
<p>Das Theaterst&uuml;ck blickt zugleich &uuml;ber den Tellerrand auf andere, die heute von Deutschland aus in den Krieg gehen:</p>
<p>Ein Vater berichtet von seinem Sohn, der Sozialp&auml;dagogik lernen wollte, sich religi&ouml;s radikalisierte, nach Syrien zum IS verschwand. Jetzt bekam er die Nachricht, sein Sohn sei im &bdquo;Paradies&ldquo;.</p>
<p>Eine Mutter berichtet von ihrer Tochter, die zum Bund ging und Ausbilderin im Nordirak wurde. Auf eigene Faust sei sie an der Seite der Peschmerga in den Kampf gezogen.</p>
<p>Ein in Deutschland lebender Hacker ukrainischer Herkunft hat sich zum Freiwilligenbataillon &bdquo;Patria&ldquo; gemeldet. Man sei im Stich gelassen worden, wolle die Heimat befreien.</p>
<p>In der eingebauten Talkshow &bdquo;Lena Delfs - hautnah&ldquo; treffen Torgau, der Freisch&auml;rler und ein Politiker zusammen und entfalten ihre Motive und Argumente.</p>
<p>In der anschwellenden &quot;postfaktischen&quot; Grundstr&ouml;mung werden Emotionen manipuliert, aufgehetzt und vergiftet. Die Emotionalit&auml;t von &bdquo;Kampfeinsatz&ldquo; ist hart-realistisch, wahrhaftig, einf&uuml;hlsam, zutiefst menschlich. Nichts von postfaktisch. Man sp&uuml;rt, wie intensiv und offen die Ensemblemitglieder ein halbes Jahr lang recherchiert, mit Betroffenen und Experten gesprochen und sich in die Akteure, vor allem das Paar, hineingef&uuml;hlt haben.</p>
<p><em>(Gut zu wissen, dass sich in der Bundeswehr der Umgang mit seelisch und k&ouml;rperlich Verwundeten seit einigen Jahren deutlich gebessert hat. Handlungsbedarf besteht vor allem bei verwundeten ehemaligen Soldaten und bei der Einbeziehung von Angeh&ouml;rigen.)</em></p>
<p>Das vierk&ouml;pfige Ensemble bewegt die Zuschauer zutiefst und &ouml;ffnet zugleich f&uuml;r die verschiedenen Erfahrungen, Perspektiven, Positionen. Es wirft Fragen auf, st&ouml;&szlig;t Nachdenken und Austausch an, statt fertige Antworten zu geben und &uuml;bliche Spiralen der Selbstbest&auml;ti-gung zu bedienen. Das war in der anschlie&szlig;enden Gespr&auml;chsrunde deutlich zu sp&uuml;ren.</p>
<p>&bdquo;<em>Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin</em>&ldquo; war in der Friedensbewegung der 80er Jahre ein weit verbreiteter Slogan. So wollten wir damals dem Krieg den menschlichen Brennstoff verweigern.</p>
<p>&bdquo;<em>Stell dir vor es ist Krieg und keinen interessiert es</em>&ldquo; wurde w&auml;hrend der Balkankriege der 90er Jahre zur verst&ouml;renden Erfahrung. Wo Raushalten Kriegsmachern freie Hand und Belagerte, Beschossene ohne Hilfe lie&szlig;, wuchs das Interesse an internationaler (UN-) Friedenssicherung und Krisenpr&auml;vention.</p>
<p>&bdquo;<em>Stell dir vor es ist Krieg und Friedenseins&auml;tze sind viel komplizierter und opferreicher, zugleich weniger wirksam als gedacht</em>&ldquo; und &bdquo;<em>Stell dir vor du warst im Krieg und kaum jemand interessiert es</em>&ldquo; kristallisiert sich heute als Grunderfahrung heraus.</p>
<p>Das Theaterst&uuml;ck &bdquo;Kampfeinsatz&ldquo; schl&auml;gt sich da nicht auf eine Seite, sondern &ouml;ffnet zum Mitempfinden, zum Nachdenken. Es erm&ouml;glicht Diskussionen, ja Lernen &uuml;ber Erfahrungs- und Milieugrenzen hinweg.</p>
<p>Bei alledem ist aber die Grundbotschaft klar und eindringlich:</p>
<p><em>Ihr Auftraggeber von Eins&auml;tzen, bedenkt neben den Begr&uuml;ndungen von Eins&auml;tzen auch ihre m&ouml;glichen menschlichen Folgen!</em> &bdquo;Kampfeinsatz&ldquo; ist ein aufr&uuml;ttelnder und &uuml;berzeugender Appell an Politik und Gesellschaft f&uuml;r einen h&ouml;chst verantwortlichen Umgang mit Einsatzentscheidungen und Einsatzr&uuml;ckkehrern.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Regie</span>: Erik Sch&auml;ffler, <span style="text-decoration: underline;">Musik/Sounds</span>: Markus Voigt, <span style="text-decoration: underline;">Produktion</span>: Oliver Hermann, <span style="text-decoration: underline;">Video:</span> Eike Zuleeg</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Unterst&uuml;tzer des Theaterprojekts</span>: K&ouml;rber-Stiftung, Landeszentrale f&uuml;r politische Bildung/ Hamburg, Mahnmal St. Nikolai, Hamburg Kulturbeh&ouml;rde</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Sehr empfehlenswert! </span></strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">N&auml;chste Termine</span></strong>: <strong>KOBLENZ</strong> | BUNDESARCHIV&nbsp;</p>
<p>Mittwoch, 3. Mai, 18:00 UHR</p>
<p><strong>STADTALLENDORF</strong> | STADTHALLE</p>
<p>Donnerstag, 4. Mai, 19:00 Uhr</p>
<p><strong>GL&Uuml;CKSTADT</strong> | DETLEFSENGYMNASIUM</p>
<p>Dienstang, 23. Mai, 19:30 Uhr</p>
<p><strong>HAMBURG</strong> | RUDOLF STEINER HAUS</p>
<p>Samstag, 17. Juni, 19:00 Uhr</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Weitere Informationen und Kontakt</span>: <a href="http://axensprung-theater.de/">http://axensprung-theater.de/</a></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Sprecher:</span> <a href="mailto:o.hermann@gmx.de">o.hermann@gmx.de</a></p>
<p>Das Axensprung-Theater ist technisch v&ouml;llig autark und ben&ouml;tigt im Prinzip nur einen geeigneten Raum und eine B&uuml;hne.</p></div>


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