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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Der Luftschlag von Kunduz 4. September 2009 - vor 10 Jahren: BeitrÃ¤ge zur Vorgeschichte und genauerem Hinsehen</title>
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    <span class="xar-mod-title">Afghanistan + ErklÃ¤rung nach Â§ 31 GOBT</span>

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        <h1>
            Der Luftschlag von Kunduz 4. September 2009 - vor 10 Jahren: BeitrÃ¤ge zur Vorgeschichte und genauerem Hinsehen         </h1>
        <div class="xar-floatright"></div>
       <div class="xar-mod-content">
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=7">Nachtwei</a> am 3. September 2019 13:29:26 +02:00 (87575 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Ab 2008 erlebte ich, wie in der bisherigen Hoffnungsprovonz Kunduz die Sicherheitslage immer brenzliger wurde, wie Warnungen von dort im politischen Berlin verdr&auml;ngt, Chancen nicht genutzt wurden. Bis dann die Bomben platzten. Zu Vorgeschichte und Kontext des Luftschlages hier einige meiner Berichte und Stellungnahmen und die Rede zu einer Kunduz-Ausstellung.</p></div>
            <div>    <p align="center"><strong>Der Luftschlag von Kunduz am 4. September 2009:</strong></p>
<p align="center"><strong>Beitr&auml;ge zur Vorgeschichte und genauerem Hinsehen</strong></p>
<p align="center">von Winfried Nachtwei (03.09.2019)</p>
<p>Der Luftschlag von Kunduz am 4. September 2009 war eine menschliche und politische Katastrophe. Die Zahlen der dabei get&ouml;teten oder verletzten Menschen variiert in den verschiedenen Untersuchungsberichten sehr stark: UNAMA nannte 109 Get&ouml;tete und 33 Verletzte, die Afghanische Unabh&auml;ngige Menschenrechtskommission AIHRC 102 Get&ouml;tete namentlich; der NATO-Bericht sprach von 17 bis 142 Toten. Marcel Mettelsiefen und Christoph Reuter kamen nach monatelangen Recherchen im Raum Kunduz und auf der Basis jeweils mehrerer unabh&auml;ngiger Quellen auf 90 namentlich identifizierte Get&ouml;tete, alle m&auml;nnlich, vom Kind bis zum Greis. Wie viele davon Zivilisten waren, lie&szlig; sich unm&ouml;glich kl&auml;ren <em>(: Mettelsiefen/ C. Reuter, Kunduz, 4. September 2009 &ndash; Eine Spurensuche, Berlin April 2010)</em></p>
<p>Als Mitglied des Verteidigungsausschusses des Bundestages (1994 bis 2009) geh&ouml;rte ich jahrelang zu den parlamentarischen Auftraggebern und Kontrolleuren des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan. Seit Januar 2004 war ich immer wieder vor Ort in Kunduz, zuletzt im Juni 2009 (danach auch am 15.-19.09. 2009, August 2010 usw.). In dieser Funktion hatte ich erhebliche Einblicke in die Vorgeschichte und den&nbsp; Kontext des Luftschlages.</p>
<p>Da ich im Herbst 2009 aus dem Bundestag ausschied, habe ich nur die ersten Unterrichtungen zum Luftschlag erlebt, aber nicht mehr den Untersuchungsausschuss. (Abschlussbericht BT-Drucksache 17/7400 vom 25.10.2011, <a href="http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/074/1707400.pdf">http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/074/1707400.pdf</a> &nbsp;)</p>
<p>Weil bis heute Pauschalurteile aus der Ferne und dem Nachhinein verbreitet sind, hier einige <strong><span style="text-decoration: underline;">Berichte, pers&ouml;nlichen Aufzeichnungen und Stellungnahmen zum Kontext der</span></strong> <strong><span style="text-decoration: underline;">Konfliktentwicklung vor allem in der Provinz Kunduz:</span></strong></p>
<p>(1) Pers&ouml;nliche Aufzeichnungen 04.09. Folgetage (Kladde XVIII)</p>
<p>(2) Besuch in Kunduz Juni 2009, Gespr&auml;ch beim PRT-Kommandeur mit afghanischen Polizei- und NDS-Chefs</p>
<p>(3) Dokumentation&nbsp; der Sicherheitsvorf&auml;lle in Afghanistan Nord M&auml;rz &ndash; September 2009,&nbsp; &bdquo;Sicherheitsvorf&auml;lle in der Region Afghanistan-Nord 2006 &ndash; April 2010&ldquo;.</p>
<p>(4) Notizen zum Umgang mit Kunduz im Bundestag (pers&ouml;nliche Aufzeichnungen)</p>
<p>(5) ein zusammenfassender Kommentar zur Lageentwicklung in Kunduz von Anfang 2010</p>
<p>(6) Rede bei der Er&ouml;ffnung der Ausstellung &bdquo;Kunduz, 4. September 2009 &ndash; Eine Spurensuche&ldquo; von Marcel Mettelsiefen und Christoph Reuter am 23.04. 2010 im Kunstraum Potsdam</p>
<p><strong>(Kunduzberichte</strong> III 2008-2009, <a href="index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1241">http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1241</a> )</p>
<p>(1) <strong>Erste Meldung am 04.09.2009</strong>(Pers&ouml;nliche Aufzeichnungen, Kladde XXVIII)</p>
<p>Am Bahnhof T&uuml;bingen erreicht mich morgens der Anruf meiner wissenschaftlichen Mitarbeiterin Anja: &bdquo;Luftangriff bei Kunduz mit 50-90 Toten. Sehr unklare Info-Lage&quot;; 15 Stunden nach dem Ereignis aus dem BMVg nur ein 16-Zeiler! Telefonate mit Birnbaum/Tagesspiegel, Berliner Zeitung, J. Meyer, Hessischem Rundfunk &hellip;</p>
<p><strong>05.09. Nach Berlin</strong> wg. BPA-Besuchergruppe: Trotz Samstag voller Stress wegen Kunduz. Pressemitteilung mit J&uuml;rgen (Trittin); Info-Papier; Interviews RTL, Bayer. Rundfunk, NDR</p>
<p>08.09. Unterrichtung der Obleute Ausw&auml;rtiger und Verteidigungsausschuss im BMVg</p>
<p>a.o. Verteidigungsausschuss (auf Antrag Gr&uuml;ne) <em>(ausf&uuml;hrlich); </em>Fraktionssitzung;</p>
<p>Plenarsitzung Bundestag: Regierungserkl&auml;rung der Bundeskanzlerin</p>
<p>11.09. Obleute-Unterrichtung im BMVg (&hellip;)</p>
<p><strong>(2) Kunduz-Besuch im Juni 2009 -</strong> <strong>Gespr&auml;ch beim PRT-Kommandeur Oberst Klein mit dem Kommandeur der 2. ANA-Brigade, dem Polizeichef von Kunduz und dem NDS-Chef, General Majid</strong> <em>(Auszug aus meinem Reisebericht &bdquo;(Klein-)Krieg bei Kunduz &ndash; Weizenrekordernte nebenan&ldquo;/13. AFG-Reise; Gesamtbericht unter</em><em>&nbsp; </em><a href="index.php?module=articles&amp;func=display&amp;catid=11&amp;aid=886"><em>http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;catid=11&amp;aid=886</em></a><em> )</em></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Lt. General Rasaq, ANP-Chef in der Provinz</span>, sei Kunduz f&uuml;r die Islamisten ein strategischer Angriffspunkt, zumal der&nbsp; ISAF-Nachschub vermehrt &uuml;ber den Norden, also durch Kunduz laufe.</p>
<p>Ein gro&szlig;es Problem sei der Polizei-Stellenplan (Tashkil). Im vorigen Jahr wurden durch Beschluss der Zentralregierung 537 Stellen gestrichen! F&uuml;r ein Gebiet mit 450.000 Einwohnern gebe es ganze 96 Polizisten, davon 33 Offiziere. (Ein EUPOL-Beamter: Es gebe Distrikte von 30x30 km praktisch ohne Polizei.) Posten mussten von 8 auf 4 Mann reduziert werden. Polizisten m&uuml;ssen tags&uuml;ber kontrollieren und nachts k&auml;mpfen. K&uuml;rzlich wurden an einem Checkpoint 4 Polizisten erschossen. Viele entlassene Polizisten seien &uuml;bergelaufen und k&auml;mpften nun gegen die eigenen Kr&auml;fte.</p>
<p>Der Polizeigeneral bezeichnet die Arbeitslosigkeit und damit tausende frustrierter junger M&auml;nner als Hauptgefahr. Ein wichtiger Machtfaktor seien die Mullahs. Der Gegner versuche diese durch Unterst&uuml;tzungen zu beeinflussen. Er schlie&szlig;t mit den Worten: &bdquo;Bitte unterst&uuml;tzen Sie unser PRT!&ldquo;</p>
<p>(Aus meinen Reisenotizen:)<span style="text-decoration: underline;"> NDS-Chef</span> (&bdquo;Schlitzohr&ldquo;): Wenn die deutschen Freunde 10% der W&uuml;nsche erf&uuml;llen w&uuml;rden, g&auml;be es bl&uuml;hende Landschaften. &bdquo;Wir brauchen Sicherheit und Aufbau.&ldquo;</p>
<p>Seit einem Jahr habe sich die Sicherheitslage dramatisch verschlechtert. Das habe verschiedene Gr&uuml;nde, darunter Fehler der Zentralregierung und der Internationalen Gemeinschaft.</p>
<p>Die B&uuml;rger von Kunduz w&uuml;ssten die dt. Aufbauprojekte zu sch&auml;tzen. Aber man sei nicht in der Lage, Tausende Jugendliche zu besch&auml;ftigen.</p>
<p>&bdquo;Wir sehen unsere Feinde, sprechen mit dem PRT. Das kann aber die Feinde nicht austilgen. Wir k&auml;mpfen jede Woche mit Oberst Klein. Warum macht er da nichts.&ldquo; Das PRT solle besser ausger&uuml;stet werden. Der PRT-Kommandeur d&uuml;rfe nicht bombardieren &ndash; wegen Kollateralsch&auml;den. Notwendig seien mindestens zwei Hubschrauber, die &bdquo;unsere Leute transportieren und ab und zu schie&szlig;en&ldquo;. (lachend)</p>
<p><em>(Nachtr&auml;gliche pers&ouml;nliche Anmerkungen: Oberst Klein erleben wir als besonnenen, eher zur&uuml;ckhaltend auftretenden Offizier ohne jede Spur von Hau-drauf-Neigungen. Auf die &bdquo;Dr&auml;ngelei&ldquo; des NDS-Chefs reagiert er &auml;u&szlig;erlich gelassen. In seiner Kommandeurszeit h&auml;ufen sich die Gefechte wie nie zuvor. In mehreren Distrikten der Provinz Kunduz herrscht Guerilla- und Terrorkrieg. QRF-Soldaten berichten uns von einem Beispiel, dem</em></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Gefecht am 4. Juni (Auszug aus o.g. Reisebericht)</span>: Vom 3.5. bis 14.6. lief die Operation &bdquo;Sahda Ehlm&ldquo; in einem 30-km-Radius um Kunduz. Nordwestlich Kunduz liegen einige Ortschaften mit mutma&szlig;lichen Aufst&auml;ndischen. Mit Checkpoints sollten ihre Bewegungen gest&ouml;rt werden. Gegen 16.30 Uhr wird ein Sp&auml;htrupp bei Aq Shakh beschossen. Der anr&uuml;ckende Verst&auml;rkungszug wird aus vorbereiteten Stellungen &uuml;ber mehr als einen km ca. eine halbe Stunde lang beschossen. Obwohl mehrere Aufst&auml;ndische getroffen wurden, greifen die Gegner weiter an. In einer Feuerpause beginnen ISAF- und ANA-Soldaten den R&uuml;ckmarsch. An einer Kreuzung befinden sich viele Zivilpersonen, die angeblich von Aufst&auml;ndischen aus den H&auml;usern getrieben worden seien (als Deckung f&uuml;r den Abtransport von Verwundeten). Danach kommt es zu einem dritten Hinterhalt. Die Soldaten werden von beiden Seiten mit Panzerf&auml;usten in hoher Zahl beschossen, z.T. mehrere auf ein Fahrzeug. Bis zu vier A-10 der US-Airforce leisten mit Tiefflug und Flairs (T&auml;uschk&ouml;rper) Luftnahunterst&uuml;tzung. Wegen mangelnder Unterscheidbarkeit am Boden kommt es nicht zum Waffeneinsatz. Insgesamt ziehen sich Feuerwechsel und Gefechte mit Unterbrechungen &uuml;ber f&uuml;nf Stunden hin. Auf der Seite der mehr als 80 Aufst&auml;ndischen werden mindestens 10 Tote gez&auml;hlt, keine Verluste auf Seiten ISAF (ca. 120 Soldaten) und ANA. Einige Soldaten sind aber psychisch nicht mehr einsatzf&auml;hig.</p>
<p>Es hei&szlig;t: W&auml;re die Verst&auml;rkung nicht rechtzeitig gekommen, h&auml;tten die ISAF-Soldaten mit ihrer besseren Ausbildung und Bewaffnung nicht den Kampf aufgenommen &ndash; und auch einige Male schlicht Gl&uuml;ck gehabt -, h&auml;tte es auf Seiten der Bundeswehr h&ouml;chstwahrscheinlich Tote und Verwundete in hoher Zahl gegeben. Zugleich behielt man in dem relativ dicht besiedelten Gebiet die Umsicht, zivile Opfer strikt zu vermeiden.</p>
<p>Die Gruppen- und Zugf&uuml;hrer, d.h. junge M&auml;nner in den Zwanzigern vom Hauptfeldwebel bis zum&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Oberleutnant, tragen die Hauptverantwortung vor Ort.</p>
<p>In den Tagen danach machten die Soldaten ein Debriefing durch, erst im Rahmen ihrer Gruppe/Teil-einheit, dann mit dem Milit&auml;rpsychologen.</p>
<p>Unter den Soldaten ist der Drang nach schweren Waffen, vor allem Hubschrauberunterst&uuml;tzung un&uuml;berh&ouml;rbar. Zu sp&uuml;ren ist der soldatische Grundmechanismus von Kriegen &bdquo;entweder wir oder die&ldquo; und der kameradschaftliche Zusammenhalt als elementarer Antrieb.</p>
<p>Eigene Tote, Verwundete, Traumatisierte haben Bundeswehrsoldaten inzwischen schon etliche Male erlebt. Jetzt haben sie das getan, wof&uuml;r sie milit&auml;risch ausgebildet sind, was sie bisher nie tun mussten &ndash; t&ouml;ten. Wie bew&auml;ltigen sie das? Wie werden Staatsb&uuml;rger in Uniform damit fertig &ndash; mit dem sich einbrennenden Film eines solchen &Uuml;berlebenskampfes? Wie bew&auml;hrt sich jetzt Innere F&uuml;hrung, die Bindung der Bundeswehr an die Werte des Grundgesetzes?</p>
<p>Ein Journalist, der schon einige Tage hier ist, beobachtet bei den Soldaten eine besondere Ernsthaftigkeit. Ein AFG-erfahrener dt. Diplomat in Kabul lobt die &bdquo;entschlossene Besonnenheit&ldquo; der Bundeswehrsoldaten.</p>
<p><strong>(3) Sicherheitsvorf&auml;lle Afghanistan Nord M&auml;rz &ndash; September 2009</strong></p>
<p>(Gesamt 09/2006-04/2010, <a href="index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=968">http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=968</a> )</p>
<p><strong>10.3.</strong> Beschuss des Plateaus Kunduz mit drei Raketen, davon eine an der Au&szlig;enmauer des PRT eingeschlagen.</p>
<p>13.3. Raketeneinschlag im PRT Kunduz beim Hubschrauberlandeplatz, keine Explosion und Personensch&auml;den.&nbsp; Am 14.3. Raketeneinschlag 500 m au&szlig;erhalb des PRT Kunduz, keine Personen- und Sachsch&auml;den.&nbsp; Wenige km vom PRT Feyzabad bei einem Unfall eines Wolf MSS ein Soldat get&ouml;tet.</p>
<p>In der Nordprovinz <span style="text-decoration: underline;">Jozjan</span> der F&uuml;hrer des Kustapa Distrikts, die Chefs von Polizei, Geheimdienst und Kriminalabteilung und 6 Polizisten bei &Uuml;berfall get&ouml;tet. Jozjan geh&ouml;rt bisher&nbsp; zu den relativ sichersten Provinzen Afghanistans. (Pajhwok News lt. LWR v. 20.3.)</p>
<p>In der Nacht vom 21. auf 22. M&auml;rz&nbsp; in Imam Sahib n&ouml;rdlich Kunduz vor der tadschikischen Grenze <strong>Geheimoperation von US-Kr&auml;ften</strong> (OEF? CIA?) gegen einen vermuteten hochrangigen Terroristen im G&auml;stehaus des B&uuml;rgermeisters. Dabei wurden f&uuml;nf Personen erschossen (es soll sich um einen Koch, Fahrer, privaten Wachmann + Verwandten und m&auml;nnliche behinderte Haushilfe handeln). Vier Personen wurden gefangen genommen und abtransportiert. Das PRT und ISAF war nur kurzfristig &uuml;ber die Landung von Transportmaschinen informiert. Von der Operation erfuhr man aus der Presse. Am Folgetag demonstrierten mehr als 1.000 Menschen friedlich.&nbsp; (Am 2.4. erscheint im STERN eine Reportage des erfahrenen AFG (Irak) Reporters Christoph Reuter: Er beschreibt eine regelrechte Exekution! Mehrere Anfragen der Gr&uuml;nen an das Ministerium werden mit der Version der US-Presseverlautbarung beantwortet. Lt. Aussagen von verl&auml;sslichen Deutschen in Kunduz sei diese rundum erlogen. Vgl. &bdquo;IWPR Probe Challenges US Account of Kunduz Killings&ldquo;, 16.4., <a href="http://www.iwpr.net">www.iwpr.net</a>) )</p>
<p>24.3. bei &Uuml;berfall auf einen von ANP gesch&uuml;tzten Geldtransporter s&uuml;dlich Kunduz zwei Polizisten und ein Angreifer get&ouml;tet.</p>
<p>26.3. innerhalb von 12 Stunden mehrere bewaffnete Zusammenst&ouml;&szlig;e zwischen Militanten und ANSF in Ghormach/<span style="text-decoration: underline;">Faryab</span>, wobei zwei Polizisten verwundet und f&uuml;nf entf&uuml;hrt wurden.</p>
<p>27.3. bei einem Hinterhalt in <span style="text-decoration: underline;">Kunduz</span> zwei AFG Polizisten get&ouml;tet. Zwei US-Soldaten im Camp Shaheen des 209. ANA Korps in Dihdadi/<span style="text-decoration: underline;">Balkh</span> beim Sport durch einen afg. Wachsoldaten erschossen. Dieser nahm sich anschlie&szlig;end selbst das Leben.</p>
<p>28.3. IED-Angriff auf einen gesch&uuml;tzten Versorgungstransport des PRT Kunduz nach Taloqan, kein Personenschaden und kaum Sachschaden.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">April</span></p>
<p>3.4. Einschlag von 5 Raketen auf dem Plateau Kunduz au&szlig;erhalb des PRT. Keine Personen- und Sachsch&auml;den.</p>
<p><strong>&Uuml;bergang vom 18. auf das 19. Deutsche Einsatzkontingent</strong> ISAF. Am 5. April <strong>doppelter Wechsel im PRT</strong> Kunduz: milit&auml;risches Kommando von Oberst Uwe Benecke auf Oberst Georg Klein, ziviler Leiter von Dr. Peter Ptassek auf Hermann Nicolai.</p>
<p>Am selben Tag nach feierlichem Spatenstich f&uuml;r die &bdquo;Mischa-Meier-Br&uuml;cke&ldquo; (Teilnahme von politisch Verantwortlichen der Provinz, Bev&ouml;lkerung und PRT-Kommandeur) im Distrikt Chahar Darreh/<span style="text-decoration: underline;">Kunduz</span> Beschuss der Foward Operation Base des PRT, Schusswechsel &uuml;ber mehrere Stunden, keine eigenen Personensch&auml;den. Bei der Hinfahrt zur Feier war ein Dingo mit IED angegriffen und erheblich besch&auml;digt worden. Am fr&uuml;hen Nachmittag auch Beschuss von Bundeswehrkr&auml;ften s&uuml;dlich des PRT mit Raketen. Bei allen Vorf&auml;llen keine Personensch&auml;den.</p>
<p>Kurz nach Besuch von Bundeskanzlerin&nbsp; Angela Merkel in <span style="text-decoration: underline;">Kunduz</span> gingen am 6.4. zwei Raketen au&szlig;erhalb des PRT nieder. Die Taliban-Behauptung, die Raketen seien gegen die Kanzlerin gerichtet gewesen, sind nur begrenzt glaubw&uuml;rdig. Die vielen Medien, die die Raketen in die &Uuml;berschriften ihrer Berichte &uuml;ber den Merkelbesuch setzten, lie&szlig;en sich&nbsp; mal wieder&nbsp; grob fahrl&auml;ssig instrumentalisieren.</p>
<p>7.4. Rakete Richtung Plateau Kunduz nahe Flughafen, keine Sch&auml;den.</p>
<p>9.4. Beschuss einer dt. Patrouille durch mehrere T&auml;ter auf Motorr&auml;dern mit Panzerabwehrwaffen in Chahar Darreh/<span style="text-decoration: underline;">Kunduz</span>, keine Personen- und Sachsch&auml;den.</p>
<p>12.4. 5 Raketen au&szlig;erhalb des PRT <span style="text-decoration: underline;">Kunduz</span> niedergegangen, keine Sch&auml;den. Beschuss einer ANP/ANA-Patrouille in Kunduz/Kunduz, je ein AFG Polizist und Soldat get&ouml;tet.</p>
<p>13.4. IED-Anschlag auf eine Bundeswehrkolonne am Rand von <span style="text-decoration: underline;">Mazar</span>, zwei gesch&uuml;tzte Fahrzeuge besch&auml;digt, kein Personenschaden.</p>
<p>14.4. nordwestlich von <span style="text-decoration: underline;">Kunduz</span> schoss eine dt.-afg. Patrouille auf einen Motorradfahrer, der alle Warnhinweise und Warnsch&uuml;sse missachtet hatte. Der Fahrer wurde verletzt und im PRT behandelt. W&auml;hrend des R&uuml;ckmarsches der Patrouille um die Mittagszeit Beschuss mit Handfeuerwaffen durch mehrere Militante, Feuergefecht, keine eigenen Personen- und Sachsch&auml;den.</p>
<p>17.4. ein norwegischer Offizier durch IED bei Maimaneh/<span style="text-decoration: underline;">Faryab</span> get&ouml;tet.</p>
<p>21.4. <strong>Kommando&uuml;bergabe beim PRT Feyzabad</strong> an Oberst Sven Korwesl&uuml;hr von Oberst Peter Utsch.</p>
<p>Am sp&auml;ten Vormittag ca. 20 km&nbsp; nordwestlich Kunduz dt. OMLT-Soldaten und ANA-Soldaten von Militanten beschossen, keine Personen- und Sachsch&auml;den.</p>
<p>23.4. Beschuss des Plateau Kunduz mit einer Rakete, keine Sch&auml;den.</p>
<p>26.4. n&auml;chtlicher Angriff auf das Distrikthauptquartier in Birka/<span style="text-decoration: underline;">Baghlan</span>, wobei Feuer gelegt und ein Polizist get&ouml;tet wurde.</p>
<p>25.4. IED-Attacke auf dt- Patrouille in Baharak/Badakhshan 40 km &ouml;stlich des PRT Feyzabad, keine Personensch&auml;den, leichte Sachsch&auml;den.</p>
<p>29.4. vormittags 15 km s&uuml;dlich <span style="text-decoration: underline;">Kunduz</span> (PLUTO) Kfz-<strong>Selbstmordattacke</strong> auf dt. Patrouille, 5 Soldaten verwundet. Am selben Tag abends (16.25 Uhr dt. Zeit) Beschuss einer PRT-Patrouille mit Handfeuerwaffen und RPG 10 km nordwestlich <span style="text-decoration: underline;">Kunduz</span>. Nach Durchsto&szlig;en des <strong>Hinterhalts zweiter Hinterhalt</strong> 5 km nordwestlich Kunduz. Beim Feuergefecht der 21-j&auml;hrige Hauptgefreite Sergej Motz vom J&auml;gerbataillon 292 aus Donaueschingen get&ouml;tet, 4 Soldaten leicht verletzt. Bei diesem Hinterhalt begegnete Bundeswehr in Nord-AFG erstmalig einem <strong>milit&auml;risch operierenden Gegner</strong>. (Ein deutscher General: &bdquo;Wie auf der Panzertruppenschule&ldquo;) Es ist das erste Mal in der Geschichte des AFG Einsatzes und der Auslandseins&auml;tze insgesamt, dass ein Bundeswehrsoldat im Feuergefecht f&auml;llt.&nbsp; Alle anderen in AFG durch gegnerische Einwirkung gefallenen Soldaten waren durch Sprengstoffattacken, also nicht im Kampf get&ouml;tet worden. Das widerlegt das von der Linken seit Jahren gepflegte Zerrbild, die Bundeswehr habe sich von Anfang an in AFG in einem Kriegseinsatz befunden.</p>
<p>An diesem Tag befindet sich Au&szlig;enminister Steinmeier in Kabul.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Mai</span></p>
<p>6.5. in Dehna Ghori/<span style="text-decoration: underline;">Baghlan</span> der <strong>Distriktgouverneur</strong>, sein Sohn und zwei Angestellte bei einem &Uuml;berfall auf ihr Fahrzeug get&ouml;tet.</p>
<p>In der Nacht vom 6. auf 7.5. in Varduj 60 km s&uuml;d&ouml;stlich von <span style="text-decoration: underline;">Feyzabad</span> <strong>Festnahme des Terrordrahtziehers Abdul Razeq</strong> durch AFG Kr&auml;fte mit Unterst&uuml;tzung des KSK. Er soll verantwortlich sein f&uuml;r mehrere Anschl&auml;ge, darunter auf eine deutsche Patrouille am 26.6.2008. &Uuml;berstellung an die Schwerpunktstaatsanwaltschaft des Inlandsgeheimdienstes NDS. Erstmalig l&uuml;ftet jetzt die Bundesregierung die bisherige Totalgeheimhaltung zu KSK-Operationen.</p>
<p>7. bis 8.5. <strong>stundenlanges Feuergefecht</strong> 12 km westlich von <span style="text-decoration: underline;">Kunduz</span> zwischen 29 Soldaten einer dt. Patrouille, 100 ANA-Soldaten, 60 Polizisten und Militanten auf Motorr&auml;dern, die vorher die Patrouille mit Handfeuerwaffen und Panzerf&auml;usten beschossen hatten. (Marco Seliger schildert am 10.6. in der FAZ, wie der Motorrad-Trupp zuf&auml;llig von Hubschraubern entdeckt worden sei.) Die Bundeswehrsoldaten hatten daraufhin die Verfolgung der Angreifer aufgenommen. 7 Militante sollen dabei erschossen und 14 verwundet worden sein. Das BMVg gab bekannt, dass mindestens zwei Gegner von Bundeswehrsoldaten get&ouml;tet worden seien. (Mit diesem Gefecht scheint auch ISAF/Bundeswehr ihre Taktik ge&auml;ndert zu haben: Bisher wurde bei Beschuss zur&uuml;ckgeschossen, um den Gegner niederzuhalten und sich selbst herausl&ouml;sen zu k&ouml;nnen, wurde jetzt die Verfolgung aufgenommen.)</p>
<p>Seit Ende April im gesamten RC North <strong>&Uuml;berschwemmungen</strong> durch starke Regenf&auml;lle: 14.000 ha landwirtschaftliche Nutzfl&auml;che &uuml;berflutet, 50 Todesopfer, 25 Wasserm&uuml;hlen und 80 km Stra&szlig;e zerst&ouml;rt.</p>
<p>Seit 15.5. Operation des 209. ANA Korps in Ghormach/Badghis mit Unterst&uuml;tzung auch durch 150 deutscher Kr&auml;fte (Logistik, OMLT).</p>
<p>15.5. Beschuss einer Teileinheit der dt. QRF ca. 20 km westlich von <span style="text-decoration: underline;">Kunduz</span> in Shuma Basar mit Handwaffen und Panzerf&auml;usten, keine Personen- und Sachsch&auml;den. Im selben Raum Beschuss der QRF am Folgetag, keine Sch&auml;den.</p>
<p>25.5. ca. 4 km s&uuml;dlich <span style="text-decoration: underline;">Feyzabad</span> IED-Explosion zwischen Fahrzeugen einer dt. Patrouille, leichter Sachschaden.</p>
<p>29./30.5. 30 Taliban und 9 ANA Soldaten <strong>bei schweren K&auml;mpfen</strong> in <span style="text-decoration: underline;">Bala Murghab/Badghis</span> get&ouml;tet. 4 Soldaten werden vermisst. Wenige Tage zuvor waren drei ANA Soldaten get&ouml;tet und zwei italienische Hubschrauber durch gegnerisches Feuer besch&auml;digt worden. (&bdquo;Operation Storm&ldquo;) Bala Murghabh gilt als Operationsmittelpunkt der Taliban im Nordwesten. Taliban Kommandeure behaupten, sie h&auml;tten allein in diesem Distrikt 74 Basen. Balamurghab und der benachbarte Distrikt Ghormach sind unter Taliban-Kontrolle.</p>
<p>30.5. in <span style="text-decoration: underline;">Imam Shahib/Kunduz</span> der Distrikt-Kommandeur der Taliban, Qari Sidiqulla, durch Polizei get&ouml;tet. Im selben Distrikt im Sharawan Gebiet 3 Militante bei einem Zusammensto&szlig; get&ouml;tet.</p>
<p>IED-Anschlag gegen das <strong>Fahrzeug des Gouverneurs</strong> von <span style="text-decoration: underline;">Kunduz</span>, Mohammad Omar, auf dem R&uuml;ckweg aus der Nachbarprovinz <span style="text-decoration: underline;">Takhar</span> im Cheshma Shir Gebiet. Er und sein Fahrer wurden leicht verletzt.</p>
<p>Aufkl&auml;rungskr&auml;fte der dt. QRF nahe Kunduz mit Handwaffen und RPG beschossen, Feuergefecht keine eigenen Personensch&auml;den.</p>
<p>31.5. Beschuss einer dt. Patrouille in der N&auml;he von <span style="text-decoration: underline;">Chahar Darah</span> mit Handwaffen und RPGs.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Juni</span></p>
<p>1.6. bei einem <strong>Angriff auf einen Polizeiposten</strong> nahe <span style="text-decoration: underline;">Kunduz</span> 4 Polizisten get&ouml;tet.</p>
<p>4.6. Beschuss eines Aufkl&auml;rungstrupps des PRT Kunduz 15 km westlich von <span style="text-decoration: underline;">Kunduz</span> mit Handwaffen und Panzerf&auml;usten. Zwei Verst&auml;rkungsz&uuml;ge 11 km westlich von Kunduz &uuml;ber fast eine Stunde in mehrere Feuergefechte verwickelt. Auf dem R&uuml;ckmarsch 8 km westlich Kunduz erneuter Beschuss durch Handwaffen und RPG. Bei den <strong>Gefechten &uuml;ber einen Zeitraum von ca. 5 Stunden</strong>&nbsp; waren ca. 120&nbsp; dt. Soldaten beteiligt und wurden mindestens 10 Gegner get&ouml;tet, keine eigenen Personensch&auml;den und keine Zivilopfer.&nbsp; Luftnahunterst&uuml;tzung mit Tiefflug und Flairs; kein Waffeneinsatz wegen mangelnder Unterscheidbarkeit.</p>
<p>&nbsp;6.6. bei <strong>Angriff auf Polizeiposten</strong> in der Provinz <span style="text-decoration: underline;">Fayab</span> 4 Polizisten get&ouml;tet.</p>
<p>In der Nacht vom 6. zum 7.6. <strong>Beschuss des FAO-Compounds</strong> am Stadtrand von Kunduz mit einer RPG, zwei Wachleute verletzt.</p>
<p>7.6. 15 km s&uuml;dlich von <span style="text-decoration: underline;">Kunduz</span> IED-Anschlag&nbsp; auf Infanteriezug des PRT Kunduz und anschlie&szlig;endes Feuergefecht, ein Angreifer get&ouml;tet.&nbsp; Ein Dingo schwer besch&auml;digt.&nbsp; Verst&auml;rkungskr&auml;fte ebenfalls beschossen, dabei zwei Soldaten verwundet, einer schwer.&nbsp; (7. Gefecht seit Ende April!)</p>
<p>Zwischenbilanz der <strong>Operation Tofan (Sturm</strong>) in Ghormach/<span style="text-decoration: underline;">Faryab</span> seit 11. Mai: Die Taliban seien zur&uuml;ckgeschlagen worden, lt. ANA-Kommandeur seien insgesamt 40 Aufst&auml;ndische get&ouml;tet worden. Unter Zivilisten soll es keine Opfer gegeben haben. Jetzt wurden 500 Polizisten im Distrikt stationiert. Das Ringstra&szlig;enprojekt soll wiederaufgenommen werden.</p>
<p>12.6. Reportage auf &bdquo;<strong>Al Jazeera International</strong>&ldquo; &uuml;ber Taliban in der Provinz <span style="text-decoration: underline;">Kunduz</span>: Ein Taliban Kommandeur behauptet, er verf&uuml;ge &uuml;ber hunderte K&auml;mpfer; 12 Suizid-Bomber seien einsatzbereit gegen afghanische und ausl&auml;ndische Truppen. Gezeigt wird ein Taliban Checkpoint angeblich einige Kilometer n&ouml;rdlich Kunduz. Lt. Gouverneur Omar h&auml;tten die Taliban 100 bis 150 K&auml;mpfer in der Provinz. (<a href="http://www.earttimes.org">www.earttimes.org</a> vom 16.6.)</p>
<p><strong>Mehrst&uuml;ndiges Gefecht mit Luftnahunterst&uuml;tzung</strong>: Am 15.6. ca. 15 km&nbsp; nordwestlich <span style="text-decoration: underline;">Kunduz</span> Beschuss einer ANA Kompanie mit belg. OMLT mit Handwaffen und RPG; die zur Hilfe gerufene QRF befreit die afghanischen und belgischen Soldaten&nbsp; aus der Umzingelung,&nbsp; Bei der&nbsp; angeforderten US-Luftnahunterst&uuml;tzung kommt es erstmalig zum Waffeneinsatz einer A-10 (Bordkanone und Rakete) im Nordosten.&nbsp; An dem ca. sechsst&uuml;ndigen Gefecht&nbsp; sind etwa 200 afghanische, dt. und belgische Soldaten beteiligt. 2 ANA Soldaten und mindestens 5 Angreifer wurden get&ouml;tet.</p>
<p>Am 17.6. auf der Stra&szlig;e <span style="text-decoration: underline;">Kunduz</span>-Shir Khan <strong>Erschie&szlig;ung von Mohammad Nazem Jamal</strong>, Chef des &Ouml;l-Departements von Shir Khan Harbour an der tadschikischen Grenze, Entf&uuml;hrung des Fahrers.</p>
<p>23.6<strong>.&nbsp; 3 Zivilhelfer</strong> des &bdquo;Development and Humanitarian Services for Afghanistan&ldquo; in Aqcha/<span style="text-decoration: underline;">Jowzjan</span> (Nordwest) durch IED get&ouml;tet.&nbsp; In Chahar Darreh/Kunduz 6 km s&uuml;dwestlich des PRT Kr&auml;fte der Schutzkompanie mit Handfeuerwaffen und RPG angegriffen. Bei Ausweichman&ouml;ver st&uuml;rzt ein &bdquo;Fuchs&ldquo; in einen Wassergraben und &uuml;berschl&auml;gt sich. <strong>Drei Soldaten</strong> <strong>ertrinken eingeklemmt</strong> in dem 2 m tiefen Wasser, vier weitere k&ouml;nnen trotz Beschuss gerettet werden. Mehrere A-10 Thunderbolt leisten Luftnahunterst&uuml;tzung mit show of force. (erstmalige Meldung eines Close-Air-Support-Einsatzes im Norden im Airpower Summary des Combined Air and Space Operations Center, 23.6., <a href="http://www.globalsecurity.org">www.globalsecurity.org</a>)</p>
<p>29.6. bei Feuergefecht in Baghlani Jadid/<span style="text-decoration: underline;">Baghlan</span> mit ca. 30 Militanten 2 Polizisten und 6 Angreifer get&ouml;tet.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Juli</span></p>
<p><strong>Hauptkontingentwechsel</strong> vom 19. auf das 20. deutsche Einsatzkontingent ISAF.</p>
<p>6.7. 23 km s&uuml;d&ouml;stlich <span style="text-decoration: underline;">Kunduz</span> im Distrikt Khanabad <strong>4 US-Soldaten</strong> eines Police Mentoring Teams durch IED get&ouml;tet.</p>
<p>8.7. dt. QRF zwischen Kunduz und Mazar mit Handfeuerwaffen und RPG beschossen, Durchbruch, keine Personensch&auml;den.</p>
<p>9.7. in Keshem/<span style="text-decoration: underline;">Badakhshan</span> 63 km s&uuml;dwestlich Feyzabad IED-Angriff auf Patrouille, keine Personensch&auml;den.</p>
<p>14.7. 15 km westlich des PRT Kunduz Beschuss einer dt. Patrouille mit Handwaffen und Panzerf&auml;usten, Durchbruch, keine Personensch&auml;den. 75 km n&ouml;rdlich <span style="text-decoration: underline;">Meymaneh</span> bei schwerem Verkehrsunfall 2 t&uuml;rkische Soldaten get&ouml;tet, darunter der stellv. Kommandeur RC Capital.</p>
<p>19.7. in <span style="text-decoration: underline;">Chahar Darreh</span> mehrere Feuergefechte zwischen ANA, Bundeswehr und Militanten, dabei erstmalig Einsatz des Sch&uuml;tzenpanzer &bdquo;Marder&ldquo;, von M&ouml;rsergranaten (3). Durch Luftnahunterst&uuml;tzung (Bordkanone, Raketen) 5 Militante get&ouml;tet, mehrere verwundet, lt. ISAF keine Zivilopfer. Beschuss des PRT Kunduz mit mehreren Raketen. Keine Personensch&auml;den. Die Gefechte sind offenbar der Auftakt einer <strong>Gro&szlig;operation gegen Aufst&auml;ndische im Distrikt Charah Darah/Kunduz</strong>. Unter F&uuml;hrung der ANA sind 800 ANA Soldaten (mit OMLT), 300 Bundeswehrsoldaten (QRF) und 100 ANP Polizisten beteiligt. Absicht ist, im Vorfeld der Wahlen in vier Wochen die in den letzten Monaten verlorene Kontrolle &uuml;ber den Distrikt zur&uuml;ckzugewinnen. Es ist der bisher gr&ouml;&szlig;te Kampfeinsatz der Bundeswehr in Afghanistan.</p>
<p>19.7. wurde an einer Stellung der Bundeswehr westlich des Ortes Charah Darreh ein Jugendlicher erschossen und 2 Zivilisten schwer verletzt, als ihr Kleintransporter mit hoher Geschwindigkeit auf eine Stellung der Bundeswehr zufuhr und auf Warnsch&uuml;sse nicht reagierte. Die Verletzten wurden in den deutschen Feldkrankenh&auml;usern in Kunduz und Mazar behandelt. Kontakt mit den Angeh&ouml;rigen wurde aufgenommen.</p>
<p>Bei seiner Bilanzpressekonferenz am 22.7. geht Minister Jung nur am Rand auf die Gro&szlig;operation ein, die die deutschen Medien als Schlagzeile beherrscht. Au&szlig;er &uuml;ber die Vorf&auml;lle vom Sonntag erhalten auch die Obleute des Verteidigungsausschusses vom Ministerium keinerlei Informationen &uuml;ber die Gro&szlig;operation.</p>
<p>22.7. ein afghanischer Mitarbeiter der <strong>Dt. Welthungerhilfe</strong> in <span style="text-decoration: underline;">Takhar</span> durch funkgesteuertes IED get&ouml;tet, 4 verwundet.</p>
<p>23.7. in Angor Bagh/Balkh 3 Militante bei einem Angriff auf eine PRT-Patrouille get&ouml;tet.</p>
<p>25.7.in Khanabad/Kunduz Beschuss der Fahrzeugkolonne von Mohammad K. Fahim (fr&uuml;herer Warlord und Verteidigungsminister, Karzais Vizepr&auml;sidentenkandidat), keine Verletzten. IED-Anschlag auf Bundeswehrpatrouille bei Kunduz, keine Personensch&auml;den.</p>
<p>27./28.7. <strong>Abschluss der Operation der ANSF im Raum Kunduz</strong>: Am 24.7. Beschuss einer afghanisch-deutschen Patrouille in Chahar Darah mit Handfeuerwaffen, Feuergefecht und Luftnahunterst&uuml;tzung; ein ANA Soldat verwundet. Am Morgen des 25.7. IED-Angriff auf dt. Patrouille, kein Personenschaden, ein Dingo besch&auml;digt. Lt. Spiegel 3.8. berichte der Chef des Distrikts Chahar Darah, dass Tage nach Abschluss der Operation &bdquo;Adler&ldquo; &bdquo;bis zu hundert Taliban-K&auml;mpfer auf Motorr&auml;dern und Pick-Ups&ldquo; in ihr Kerngebiet s&uuml;dwestlich Kunduz zur&uuml;ckgekehrt seien.</p>
<p>28.7. Vor&uuml;bung f&uuml;r die bevorstehenden Wahlen unter Leitung Kommandeur 209. ANA Korps mit ANSF, Independent Election Commission (IEC), UNAMA, UNDP und EU.</p>
<p>30.7. in Sayyad/Sar-e Pol mehrfach Beschuss finnischer Soldaten eines Teams der Election Support Forces mit Handwaffen, Luftnahunterst&uuml;tzung angefordert, nicht eingesetzt; keine Personen- und Sachsch&auml;den. Beschuss des Plateau Kunduz gegen 9.00 Uhr mit zwei Raketen, keine Personen- oder Sachsch&auml;den.</p>
<p>Feierliche Einweihung der Br&uuml;cke &uuml;ber den Kokcha-Fluss in Badakhshan durch hochrangige afghanische Vertreter, dt. Botschafter und Kommandeur PRT Feyzabad. Die 150 m lange Br&uuml;cke wurde innerhalb eines halben Jahres mit 3,2 Mio. Euro aus dem Haushalt des BMVg errichtet und hei&szlig;t &bdquo;Br&uuml;cke der deutsch-afghanischen Freundschaft&ldquo;.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">August</span></p>
<p>In der Nacht zum 1.8. in Imam Shahib n&ouml;rdlich Kunduz Operation von US-Spezialkr&auml;ften, ein Angeh&ouml;riger der OMF verhaftet. RC North wurde rechtzeitig vorher informiert. (vgl. Spezialoperation vom 21.3. in Imam Shahib, die mit Zivilopfern und ohne jede Information an ISAF stattfand)</p>
<p>2.8. in <span style="text-decoration: underline;">Baghlan</span> bei Angriff auf einen ANP Posten 8 Angreifer und 2 Polizisten get&ouml;tet.</p>
<p>3.8. Entf&uuml;hrung einer Frau im Bagh Shirkat Gebiet/Kunduz, die ihre Tochter auf eine Schule geschickt hatte. (Vorher waren Familien gewarnt worden, ihre T&ouml;chter nicht in Schulen zu schicken.)</p>
<p>7.8. mittags Beschuss von Soldaten der dt. QRF nordwestlich des Flugplatzes <span style="text-decoration: underline;">Kunduz</span> mit Handwaffen, Schusswechsel, keine Sch&auml;den. Eine halbe Stunde sp&auml;ter erneutes Feuergefecht, ein dt. Soldat am Arm verwundet. Zwei F-16 zur Luftnahunterst&uuml;ttzung vor Ort, aber nicht eingesetzt.</p>
<p>10.8. Selbstmordanschlag im Raum <span style="text-decoration: underline;">Kunduz</span> gegen einen ISAF-Konvoi, Attent&auml;ter get&ouml;tet, dar&uuml;ber hinaus keine Personensch&auml;den.</p>
<p>12.8. in Dashti Archi/<span style="text-decoration: underline;">Kunduz</span> der Distriktpolizeichef und 2 Leibw&auml;chter bei &Uuml;berfall get&ouml;tet. Bei Folgek&auml;mpfen zwischen Polizei und Taliban lt. Provinzpolizeichef 2 Polizisten get&ouml;tet und mehr als zwei Dutzend Taliban get&ouml;tet oder verwundet.</p>
<p>13.8. in der Provinz <span style="text-decoration: underline;">Kunduz</span> &Uuml;berfall auf den Konvoi des Ex-Pr&auml;sident und jetzigen Parlamentsabgeordneten Burhanuddin Rabbani, der unverletzt bleibt. Bei einem anschlie&szlig;enden Feuergefecht 4 Angreifer get&ouml;tet. Lt. Polizeichef von Ali Abad/<span style="text-decoration: underline;">Kunduz</span> bei Angriff von Militanten auf einen Polizeiposten&nbsp; 20 Angreifer get&ouml;tet oder verwundet. (<a href="http://www.xinhuanet.com">www.xinhuanet.com</a>)</p>
<p>15.8. in Chahar Darreh/<span style="text-decoration: underline;">Kunduz</span> dt. Patrouille von ca. 20 Militanten mit Handwaffen beschossen, ein Soldat leicht verletzt.</p>
<p>16.8. im Distrikt <span style="text-decoration: underline;">Kunduz</span> 7 km n&ouml;rdlich des PRT Beschuss einer gemeinsamen dt., US-, ANA-Patrouille mit Handwaffen, Schusswechsel, Weitermarsch. Bei einem Taliban Hinterhalt ein ANA Soldat get&ouml;tet, vier verwundet. 20 km s&uuml;dlich Kunduz zwei zivile Tanklastz&uuml;ge in Brandgeschossen.</p>
<p>18.8. in Chahar Darreh/<span style="text-decoration: underline;">Kunduz</span> 6 km s&uuml;dwestlich PRT dt. PRT Soldaten mit Handwaffen und RPG beschossen, keine eigenen Personensch&auml;den. Ein Taliban Kommandeur und 9 K&auml;mpfer w&auml;hrend einer gemeinsamen Operation von afghanischen und US-Kr&auml;ften in der Provinz Kunduz get&ouml;tet. Am fr&uuml;hen Nachmittag 9 km s&uuml;dwestlich des PRT Feyzabad/Badakhshan Konvoi internationaler Wahlbeobachter mit IED angegriffen, 4 get&ouml;tet.</p>
<p>19.8. in Imam Shahib/<span style="text-decoration: underline;">Kunduz</span> 3 Polizisten bei OMF-Angriff auf Kontrollposten get&ouml;tet, 5 entf&uuml;hrt.&nbsp; In Ghormach/Badghis 7 Polizisten durch RPG-Beschuss get&ouml;tet.</p>
<p>20.8. in Baghlan/<span style="text-decoration: underline;">Baghlan</span> mehrere Feuergefechte zwischen ANSF und OMF, Distriktpolizeichef get&ouml;tet.</p>
<p>22.8. in Baghlani Jadid/Baghlan 5 Polizisten durch Mine get&ouml;tet, 4 schwer verwundet.</p>
<p>25.8. ein Polizist durch Taliban in Kunduz get&ouml;tet.</p>
<p>26.8. 7 Taliban K&auml;mpfer bei einer Operation im Hazrat-e-Sultan Gebiet/Kunduz get&ouml;tet. Der Direktor des Justiz-Departments in <span style="text-decoration: underline;">Kunduz-Stadt</span> durch Kfz-Bombe get&ouml;tet.</p>
<p>27.8. OMF-Angriffe auf zwei Police Mentoring Teams in Ali Abad/<span style="text-decoration: underline;">Kunduz</span> u.a. mit Panzerf&auml;usten. Unterst&uuml;tzung durch QRF und CAS, wodurch 7 Miltante get&ouml;tet werden.</p>
<p>28.8. 7 Taliban K&auml;mpfer in der Provinz <span style="text-decoration: underline;">Kunduz</span> durch afghanische Kr&auml;fte get&ouml;tet und 4 Mitglieder der Islamic Movement of Uzbekistan (IMU, Al Qaida Verbindungen)</p>
<p>29.8. 14&nbsp; km s&uuml;dlich <span style="text-decoration: underline;">Kunduz</span> sp&auml;t nachmittags Beschuss der dt. QRF mit Handfeuer- und Panzerabwehrwaffen, Feuerwechsel, weiterfahrt, keine eigenen Personen- und Sachsch&auml;den. In Kunduz/<span style="text-decoration: underline;">Kunduz</span> am fr&uuml;hen Abend Beschuss einer dt. Patrouille mit Handfeuer- und Panzerabwehrwaffen, Feuerwechsel, Weiterfahrt, keine eigenen Personen- und Sachsch&auml;den.</p>
<p>30.8. in Ali Abad/<span style="text-decoration: underline;">Kunduz</span> Beschuss einer dt. Patrouille zweimal mit Handfeuer- und Panzerabwehrwaffen, keine eigenen Personen- und Sachsch&auml;den.</p>
<p>Schwerpunkt im Bereich RC North in Post Election&nbsp; Operations zusammen mit ANSF im Raum <span style="text-decoration: underline;">Kunduz</span>.&nbsp; Weiterer Schwerpunkt Distrikt <span style="text-decoration: underline;">Ghormach</span> im Nordwesten.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">September</span></p>
<p>1.9. ein Taliban Kommandeur im Qala-i-Zal-Distrikt von <span style="text-decoration: underline;">Kunduz</span> durch ANP get&ouml;tet.</p>
<p>2.9. 15 Taliban K&auml;mpfer durch afghanische Kr&auml;fte in Qala-i-Zal/<span style="text-decoration: underline;">Kunduz</span> get&ouml;tet, angeblich auch der Taliban Schatten-Gouverneur von <span style="text-decoration: underline;">Kunduz</span>, Mullah Abdul Salam. Lt. Matt Dupee in LWJ v. 2.9. sch&auml;tzen verschiedene Quellen, dass s&uuml;dwestlich <span style="text-decoration: underline;">Kunduz</span> (Chahar Darreh) um die 80 Militante mit Al Qaida Verbindungen, darunter Usbeken und Tschetschenen operieren. Fast ein Dutzend usbekische K&auml;mpfer seien in den letzten Tagen get&ouml;tet oder gefangen genommen worden.</p>
<p>3.9. 60 km nord&ouml;stlich <span style="text-decoration: underline;">Kunduz im Distrikt Dash-e Archi </span>&nbsp;Beschuss deutscher und afghanischer Kr&auml;fte mit Handfeuerwaffen und Panzerf&auml;usten &uuml;ber eine Strecke von 4 km (!), 3 dt. Soldaten der Verst&auml;rkungskr&auml;fte des PRT Feyzabad z.T. schwer verwundet.&nbsp; Hinzukommende zwei Z&uuml;ge der QRF mehrfach beschossen. Bei den Feuergefechten 11 Militante get&ouml;tet. 7 Bundeswehrfahrzeuge besch&auml;digt, dabei ein Dingo ausgebrannt.</p>
<p>3.9. abends <strong>Entf&uuml;hrung von 2 zivilen Tanklastz&uuml;gen</strong> an einem vorget&auml;uschten Checkpoint s&uuml;dlich von <span style="text-decoration: underline;">Kunduz</span> durch Taliban und Ermordung eines der beiden Fahrer an Ort und Stelle. Auf Anforderung eines deutschen ISAF-Kommandeurs Luftangriff auf die beiden Fahrzeuge, die bei &Uuml;berquerung des Kunduzflusses in Chahar Darreh 6 km s&uuml;dwestlich des PRT Kunduz stecken geblieben waren. Hierbei soll es nach anf&auml;nglichen unterschiedlichen Angaben zwischen 56 bis 90 Tote gegeben haben. Lt. anf&auml;nglichen Aussagen von Minister Jung seien keine Zivilpersonen zu Schaden gekommen, lt. Gouverneur Omar seien unter den 95 Todesopfern Dutzende Zivilpersonen. Der Bericht der &bdquo;Untersuchungskommission&ldquo; des &bdquo;Islamic Emirate Of Afghanistan&ldquo; vom 9.9. bringt Sch&auml;tzungen von bis zu 120 Todesopfern, &bdquo;alles Zivilisten&ldquo;, und eine Namensliste von Opfern mit Alter, Dorf und Beruf (<a href="http://www.theunjustmedia.com">www.theunjustmedia.com</a>; normalerweise sind die Zahlenangaben dieser Quelle &auml;u&szlig;erst &uuml;berzogen). Der NATO-COMISAF-Untersuchungsbericht von Ende Oktober geht von bis zu 142 Todesopfern aus, davon etliche Zivilpersonen. Die Taliban h&auml;tten Sprit an die Bewohner verteilt. Es ist der bisher bei weitem <strong>gr&ouml;&szlig;te und opferreichste Luftwaffeneinsatz</strong> im Norden Afghanistans. (Der erste Luftangriff mit Waffeneinsatz geschah in der Provinz Kunduz am 15.6.; am 16.8. wurden erstmalig in der Provinz zwei Tanklaster in Brand geschossen.)</p>
<p>5.9. in Ghormach/<span style="text-decoration: underline;">Badghis</span> bei OMF-Angriff auf ANP Kontrollposten 2 Polizisten get&ouml;tet.</p>
<p>9.9. Befreiungsaktion britischer Kommandoeinheiten f&uuml;r einen am 5.9. in <span style="text-decoration: underline;">Kunduz</span> entf&uuml;hrten westlichen und afghanischen Reporter. Der afghanische Reporter, 2 Zivilisten, ein Soldat und unbekannte Zahl von Militanten kommen dabei um`s Leben. In Kunduz/Kunduz Beschuss eines dt. Aufkl&auml;rungstrupps mit Handwaffen, keine Personen- und Sachsch&auml;den.</p>
<p>10.9. in Taloqan/Takhar Beschuss von Teilen der PRT-Schutzkompanien aus Feyzabad und Kunduz mit Handwaffen und RPG, Feuerwechsel, ein Fuchs durch RPG leicht besch&auml;digt.</p>
<p>11.9. in Kunduz/Kunduz Entdeckung eines IED, vernichtet. Luftnahunterst&uuml;tzung durch A-10 mit Pr&auml;zisionsmunition.</p>
<p>12.9. im Dorf Wazir nahe <span style="text-decoration: underline;">Kunduz</span>-Stadt am fr&uuml;hen Morgen 10 Militante durch Luftangriff bei einer Suchaktion gegen Kommandeure und Drahtzieher von Anschl&auml;gen. In Imam Shahib/<span style="text-decoration: underline;">Kunduz</span> bei einem n&auml;chtlichen Angriff auf eine Polizeistation 7 Polizisten get&ouml;tet, 2 vermisst.</p>
<p>15.9. in Taloqan/<span style="text-decoration: underline;">Takhar</span> IED gegen dt. Patrouille, keine Personensch&auml;den, Dingo besch&auml;digt.</p>
<p>16.9. morgens 12 km s&uuml;dlich des PRT <span style="text-decoration: underline;">Kunduz</span> Beschuss von Teilen der Infanteriekompanie des PRT mit Handwaffen und RPG, 40-min&uuml;tiges Feuergefecht, ein Soldat schwer, 7 leicht verwundet, ein FUCHS besch&auml;digt, Luftnahunterst&uuml;tzung (show of force und flares).</p>
<p>17.9. in Ghormach/<span style="text-decoration: underline;">Badghis</span> ein ANA Soldat bei OMF Angriff get&ouml;tet.</p>
<p>15.-19. meine letzte Abgeordnetenreise nach AFG: Kabul, Mazar, Feyzabad. Im Reisebericht &bdquo;Jenseits der Wagenburgen: Die Chancen voll nutzen!&ldquo; ausf&uuml;hrlich zur aktuellen Sicherheitslage im Norden.</p>
<p><strong>Vorschlag des Regionalkommandeurs Brigadegeneral Vollmer</strong>:</p>
<p><em>Bisherige Operationen zur R&uuml;ckgewinnung der Kontrolle &uuml;ber Gebiete mit Aufst&auml;ndischen-Einfluss/Dominanz wirkten wie ein Scheibenwischer. Die Militanten wurden rausgedr&auml;ngt und kehrten nach Abzug von ISAF und ANSF wieder schnell zur&uuml;ck. Um Gebiete auch halten zu k&ouml;nnen, seien mehr Polizeikr&auml;fte unabdingbar. Zzt. hat die Provinz mit ihren 770.000 Einwohnern knapp 1.200 Polizisten. Das Soll liegt 200 Polizisten h&ouml;her. Im Vorjahr hatte die Zentralregierung schon 537 Polizisten von Kunduz abgezogen, gegen den Protest des Provinzpolizeichefs. Ergebnis: Es gab Distrikte praktisch ohne Polizei.</em></p>
<p><em>Ausgehend von der Bev&ouml;lkerungsdichte und Bedrohungslage berechnete ISAF einen Mehrbedarf von 2.500 Polizisten. Weil Kabul aber keine Aufstockung im&nbsp; Norden finanzieren will bzw. kann, schl&auml;gt Vollmer vor, Deutschland solle f&uuml;r zwei Jahre die Polizeigeh&auml;lter direkt zahlen &ndash; bei 140 $ pro Polizist und Monat w&auml;ren das 9 Mio. $. Gro&szlig;britannien habe das in Helmand mit 3.500 Polizisten gemacht. Die ruhigeren Wintermonate m&uuml;ssten f&uuml;r die Rekrutierung und Ausbildung genutzt werden. Ausreichend Ausbildungskapazit&auml;ten habe man daf&uuml;r. JETZT m&uuml;sse damit begonnen werden.</em></p>
<p><em>In der Bundespressekonferenz von Stefan L&ouml;wenstein/FAZ darauf angesprochen, wischten die Pressesprecher des AA, BMVg, BMI und BMZ den Vorschlag mit lakonischen Bemerkungen zur Seite: Deutschland zahle schon in den LOFTA-Fond ein. Au&szlig;erdem sei eine Polizeiaufstockung Sache der afghanischen Regierung. </em></p>
<p>21.9. in Chahar Darreh/<span style="text-decoration: underline;">Kunduz</span> Steilfeuer der ANA gegen eine Gruppe von 25 OMF, Ergebnis unbekannt.</p>
<p>25.9. Beschuss eines Konvois von 12 zivilen Lkw`s f&uuml;r die PRT Kunduz und Feyzabad mit Handfeuerwaffen; 2 Verletzte, 2 Lkw`s besch&auml;digt.</p>
<p>26.9. in Archi/<span style="text-decoration: underline;">Kunduz</span> gegen 2.00 Uhr morgens 18 Taliban durch ANP get&ouml;tet, als ca. <strong>250 Militante</strong> das Distrikt Hauptquartier mit Handfeuerwaffen angriffen. Ein Polizist wurde dabei get&ouml;tet. In Imam Shahib/<span style="text-decoration: underline;">Kunduz</span> 6 OMF get&ouml;tet bei einem Angriff auf einen ANP Checkpoint get&ouml;tet.</p>
<p>28.9. <strong>&Uuml;bergabe Kommando PRT</strong> Kunduz von Oberst Klein an Oberst Kai Rohrschneider.</p>
<p>29.9. OMF-Angriff auf das Polizei-HQ im Distrikt Chahar Dareh mit Handfeuerwaffen, Abwehr auch mit M&ouml;rsern. (Keine Angaben &uuml;ber Personensch&auml;den)</p>
<p>30.9. 2 dt. CH-53 Hubschrauber 3 km n&ouml;rdlich des PRT <span style="text-decoration: underline;">Kunduz</span> mit Handwaffen beschossen, einer getroffen, keine Personensch&auml;den.&nbsp; In Darzab/<span style="text-decoration: underline;">Jozjan</span> bei OMF-&Uuml;berfall 1 ANA Soldat get&ouml;tet, 2 verwundet.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Oktober</span></p>
<p>2.10. in Ali Abad/<span style="text-decoration: underline;">Kunduz</span> zwei Tanklaster f&uuml;r ISAF mit RPG in Brand geschossen, anschlie&szlig;end Feuergefecht zwischen ANP und OMF, keine Bundeswehrbeteiligung.</p>
<p><strong>(4) Umgang in Berlin mit der Zuspitzung in Kunduz</strong></p>
<p>(Ausz&uuml;ge pers&ouml;nliche Aufzeichnungen Kladde XXVIII)</p>
<p><strong>Verteidigungsausschuss 1. Juli 2009 (110. Sitzung, </strong>letzte planm&auml;&szlig;ige Sitzung in der Legislaturperiode)<strong>:</strong></p>
<p>&bdquo;Parl. Staatssekret&auml;r: 23. Juni, 11.45 Uhr, Angriff auf Patrouille/Schutzkompanie westlich Kunduz-Fluss mit Handwaffen und RPG; Fuchs rutschte in Wassergraben, 2 m Wassertiefe, sieben Soldaten aus Heckklappe raus, drei eingeklemmt. Die zwei im Fahrerraum starben am Unfallort, der dritte war bei Befreiung tot, alle drei ertrunken. Drei weitere verwundet, psychische akute Belastungsst&ouml;rungen. Bergung durch sporadischen Beschuss behindert. 12.17 Uhr close air support durch eine A 10, show of force. Zur Raum&uuml;berwachung Luna + Predator. Nach nicht best&auml;tigten Meldungen drei Militante get&ouml;tet.</p>
<p>35 Bundeswehrsoldaten bisher in Afghanistan gefallen.</p>
<p><strong>22. Juli Bilanz-Pressekonferenz von Minister Jung</strong>: &bdquo;Von 400 Distrikten 10% instabil, 360 stabil&ldquo;!! (&hellip;) Selbstzufriedenheit sondergleichen. (&hellip;) Bei AFG streckenweise Realit&auml;tsverlust! V&ouml;llig fehlendes Problembewusstsein.</p>
<p><strong>Verteidigungsausschuss 26. August 2009 </strong>(<em>zus&auml;tzliche Sitzung nach 8 Wochen!</em>)<strong>&nbsp; :</strong></p>
<p>Nw: Die Woche 10.8.-16.8. die schlimmste bisher!! Einfache Frage (auch im Hinblick auf den Wahlkampf): Warum Verschlechterung seit zwei Jahren? Was notwendig dagegen? (Meine Fragen nicht beantwortet)</p>
<p><em>Mein Schlusskommentar</em>: &bdquo;Wenn das heute mein letzter Verteidigungsausschuss war, dann war der Abschied nicht schwer! Es war eine notgedrungene Sitzung, d&uuml;rftig angesichts der Zuspitzungen der letzten Monate. Vor allem die gro&szlig;e Koalition hat offenbar kein sonderliches Info-Interesse (&hellip;) Die Antworten vom Parlamentarischen Staatssekret&auml;r auf meine Schl&uuml;sselfragen k&ouml;nnten nicht d&uuml;rftiger ausfallen!&ldquo; <em>(Meine letzte parlamentarische Initiative: Kleine Anfrage &bdquo;Zur aktuellen Lage in Afghanistan&ldquo; vom 14.09.2009, Antwort der Bundesregierung 2.10.2009, </em><a href="downloads/drs/antwort_16-14057.pdf"><em>http://nachtwei.de/downloads/drs/antwort_16-14057.pdf</em></a><em> )</em></p>
<p><strong>(5) Mein Kommentar zur Lageentwicklung in der Provinz Kunduz von Anfang 2010</strong></p>
<p>Die <strong>Provinz Kunduz</strong> ist&nbsp; inzwischen f&uuml;r die regierungsfeindlichen Kr&auml;fte der strategische Angriffspunkt&nbsp; im Norden: Hier war eine Hochburg der Talibanherrschaft, von hier stammt Heckmatjar, hier bilden die paschtunischen Siedlungsgebiete (35% der 770.000 Provinzbev&ouml;lkerung) einen Resonanzboden. Mit der Zunahme des US-/ISAF-Nachschubs aus Norden Richtung Kabul bekam Kunduz strategische Bedeutung. Die Reduzierung der Polizeistellen in der Provinz um 537 (ein Drittel!) und der Abzug eines ANA-Bataillons&nbsp; in 2008 durch die Zentralregierung schw&auml;chte die sowieso schon schwachen Sicherheitskr&auml;fte.&nbsp; Es gab danach Distrikte praktisch ohne Polizeipr&auml;senz! Zum gro&szlig;en Teil eingesickerte Militante f&uuml;hren einen Terrorkrieg gegen afghanische Sicherheitskr&auml;fte und ISAF.&nbsp; Die Lage in der Provinz Kunduz war nie stabil, aber noch September 2006 bis M&auml;rz 2007 relativ ruhig. Die Wende kam mit zwei Selbstmordanschl&auml;gen am 16. April 2007 (10 get&ouml;tete Polizisten) und 19. Mai (3 dt. Soldaten 7 afg. Zivilisten get&ouml;tet). Die Bundeswehr wurde immer mehr auf den Selbstschutz zur&uuml;ckgeworfen, die Distanz zwischen ISAF/Bundeswehr und Bev&ouml;lkerung wuchs, die Attacken h&auml;uften sich. Nachdem es zun&auml;chst vor allem Raketenbesch&uuml;sse, IED-Anschl&auml;ge und hit-and-run-Attacken waren, erreichte der Konflikt vom 29. April 2009 an eine neue Intensit&auml;t: Seitdem f&uuml;hrten die Aufst&auml;ndischen mit gr&ouml;&szlig;eren Einheiten komplexe Hinterhalte und Angriffe durch, die milit&auml;rische F&uuml;hrung und Ausbildung verraten und auf die Vernichtung ganzer Einheiten zielten. Wo ein blo&szlig;es Zur&uuml;ckschie&szlig;en, Durchbrechen und Zur&uuml;ckziehen ins PRT nicht mehr m&ouml;glich war, nahmen jetzt die deutschen Soldaten den Kampf auf. Das bedeutete einen faktischen Taktikwechsel.</p>
<p>(<em>vgl. die pr&auml;zise Darstellung von Marco Seliger: Kunduz &ndash; was l&auml;uft falsch? In LOYAL 1/2010; Erfahrungsbericht von Hans-Christoph-Grohmann/Thorsten Kasper/Jan Hecht:: Der Einsatz der QRF 3 in AFG vom 14.4. bis 18.10.2009, in: Der Panzergrenadier 26/Dez. 2009)</em></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Erstmalig</span> standen dabei deutsche ISAF-Soldaten w&auml;hrend des AFG-Einsatzes &uuml;ber Stunden in Gefechten und t&ouml;teten dabei allein am 4. Juni mehr als zehn Gegner. (7 Gefechte zwischen 29.4. und 12.6.)</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Erstmalig</span> in der Geschichte der Bundesrepublik fiel am 29.4. ein Bundeswehrsoldat im Kampf.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Erstmalig</span> kam es am 15.6. 2009 im Einsatzgebiet der Bundeswehr zu einem scharfen Luft-Bodeneinsatz mit Bordkanone und Raketen.&nbsp; (Bis dahin blieb es maximal bei show of force.)</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Erstmalig</span> wurden am 19.7. in Chahar Darreh von Sch&uuml;tzenpanzern &bdquo;Marder&ldquo; (3) M&ouml;rsersprenggranaten verschossen.&nbsp; (Noch im Juni 2009 mussten die M&ouml;rsergranaten vom Regionalkomandeur Nord freigegeben werden.)</p>
<p>Vor Ort in Kunduz herrschte im Juni 2009 die Einsch&auml;tzung, dass die Bundeswehr nur dank der guten Ausbildung und angemessenen Operationsweise&nbsp; ihrer jungen Soldaten einer Katastrophe mit vielen eigenen Toten entkommen ist.&nbsp; Zugleich behielt man lange in dem relativ dicht besiedelten Umfeld die Umsicht, zivile Opfer strikt zu vermeiden.</p>
<p>Der Luftangriff vom 4. September gegen zwei entf&uuml;hrte Tanklaster s&uuml;dlich Kunduz mit lt. COM-ISAF-Bericht bis zu 142 Toten, darunter vielen Zivilisten, war eine menschliche und politische Katastrophe &ndash; auch wenn er in nichtpaschtunischen Teilen der Provinzbev&ouml;lkerung sogar Zustimmung fand. Rund um Kunduz ist inzwischen st&auml;ndig mit illegalen Checkpoints zu rechnen, ist Aufbauarbeit zzt. nicht mehr m&ouml;glich. Im Oktober hie&szlig; es,&nbsp; 5 der 7 Distrikte der Provinz seien unter dem Einfluss der Taliban, in Chahar Darreh gibt es eine Parallelverwaltung, -justiz etc. der Taliban. In der s&uuml;dlich anschlie&szlig;enden Provinz Baghlan sollen zwei Distrikte unter Taliban Kontrolle stehen. (Dies sind zusammen mit Ghormach im Nordwesten die acht von insgesamt 123 Distrikten im Norden, die als Kriegsgebiet gelten.)</p>
<p>Der Vorschlag des RC North Brigadegeneral Vollmer im September, 2.500 zus&auml;tzliche Polizisten auszubilden und f&uuml;r zwei Jahre von Seiten der Bundesrepublik zu besolden (bei 140 US-$/Kopf ca. 9 Mio. US-$ insgesamt), &auml;hnliches hatte Kanada in Kandahar getan), wurde von der Bundesregierung abgelehnt.&nbsp; <strong>Die fr&uuml;here Hoffnungsprovinz Kunduz ist weggerutscht!</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Mehrere Ursachen</span> kommen hier zusammen: Die Taliban als wichtigste Aufst&auml;ndischengruppe setzten zunehmend ihren Angriffschwerpunkt im Norden auf die Region Kunduz, beg&uuml;nstigt durch den R&uuml;ckstrom paschtunischer Fl&uuml;chtlinge aus Pakistan und damit einher gehende Konflikte um Land etc.; schlechte Regierungsf&uuml;hrung seitens des Gouverneurs und jahrelange Vernachl&auml;ssigung des Polizei- und Armeeaufbaus; Ignoranz der Politik in Berlin gegen&uuml;ber der Lageversch&auml;rfung in Kunduz, wo Bundeswehr wohl als Puffer zwischen alten Warlords wirkte, gegen&uuml;ber&nbsp; der anwachsenden Aufstandsbewegung aber immer mehr in die Defensive geriet und den Auftrag &bdquo;sicheres Umfeld&ldquo;, gar Schutz der Zivilbev&ouml;lkerung immer weniger umsetzen konnte. Das ZEIT-Dossier &bdquo;Das Kundus-Syndrom&ldquo; von Anita Blasberg und Stefan Willeke schildert diese verzweifelte Situation umfassend und eindringlich. (ZEIT 4.3.2010)</p>
<p>Verst&auml;rkt f&uuml;hren seit 2009 US-OEF-Spezialkr&auml;fte und ANSF in der Provinz eigenst&auml;ndige Operationen durch, &uuml;ber die Bundeswehr/ISAF anfangs nicht einmal informiert wurden. (vgl. die Geheimoperation von Imam Shahib im M&auml;rz 2009, als lt. glaubw&uuml;rdigen Quellen 5 Mitarbeiter des B&uuml;rgermeisters regelrecht exekutiert worden sein sollen.) Offen ist bisher, ob solche Operationen zur Konflikteskalation in der Provinz beigetragen haben.</p>
<p>Der bisherige H&ouml;hepunkt war in der ersten Novemberwoche 2009 eine f&uuml;nft&auml;gige Gro&szlig;operation im Distrikt Chahar Darreh mit massivem Luftwaffeneinsatz , bei der &uuml;ber 130 Taliban get&ouml;tet worden sein sollen. Inzwischen haben auch ehemalige Mujahedin-Kommandeure die Initiative &uuml;bernommen haben.</p>
<p>Im Unterschied zu diesen kriegerischen Paralleloperationen blieb bei ISAF/Bundeswehr im Norden lange die Grundlinie, sich nicht in eine Gewalteskalation hineinziehen zu lassen, den Guerillakrieg wohl mit milit&auml;rischer Gewalt, aber nicht generell mit Krieg zu beantworten.</p>
<p>Auch wenn das Regional Command North unter deutscher F&uuml;hrung bleibt, ist mit dem massiven US-Aufwuchs (allein 40 Hubschrauber) eine Verschiebung von Gewichten und Einfluss bei ISAF absehbar. Auch wenn sich inzwischen die US-Streitkr&auml;fte dem Primat des Schutzes der Zivilbev&ouml;lkerung verpflichtet haben, bleiben Dissense: Im Rahmen der Counterinsurgency-Strategie (COIN) von US-/ISAF werden in den Shape- und Clear-Phasen offensive Kampfeins&auml;tze und Targeting-Operationen gegen Aufst&auml;ndische und vor allem ihre F&uuml;hrungspersonen praktiziert. Beim Partnering mit den ANSF sind die ISAF-Ausbildungs-Teams &bdquo;drau&szlig;en&ldquo;, mehr im Kampf und unter h&ouml;herem Risiko. Wieweit kann, soll und darf Bundeswehr hier mitgehen?</p>
<p>Intime Afghanistan-Kenner wie Conrad Schetter bezweifeln grunds&auml;tzlich die Erfolgsaussichten einer COIN-Strategie, die bestimmte Gebiete in den Schritten shape, clear, hold, build stabilisieren will: Wo Gesellschaft in Netzwerken strukturiert sei, laufe eine territorial fixierte Strategie ins Leere.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Die &ouml;ffentliche Diskussion in Deutschland</span> wird durch mehrere Schr&auml;glagen beeintr&auml;chtigt: Statt einer Wahrnehmung der Gesamtlageentwicklung im Norden, in Afghanistan mit Pakistan herrscht ein Tunnelblick auf Bundeswehr in Kunduz; schon lange vor dem 4. September 2009 verweigerte die Bundesregierung jede Antwort auf wiederholten Fragen nach den Gr&uuml;nden des Abdriftens von Kunduz&nbsp; und den notwendigen Schlussfolgerungen. Seit dem 4. September dominieren Fragen nach dem politischen Umgang (wer wusste wann was) mit dem Luftangriff, hierum kreist der Untersuchungsausschuss, nach dem 2. April 2010 dominierte wieder reflexhaft die Ausr&uuml;stungsfrage. Un&uuml;bersehbar ist die zunehmende rhetorische Aufr&uuml;stung, die weit &uuml;ber den richtigen Anspruch von Klartext hinausschie&szlig;t. Demgegen&uuml;ber bleibt die Zentralfrage nach Lage und Wendenotwendigkeiten in Kunduz, wie ein offener Guerillakrieg einged&auml;mmt werden kann, weitgehend ausgeklammert.</p>
<p>Seit l&auml;ngerem geraten bei der &bdquo;Kriegs-Debatte&ldquo; Lage und Auftrag, taktische Ebene (offener Guerillakrieg&nbsp; in einem Teil der&nbsp; Distrikte) und strategische Ebene (Stabilisierungsunterst&uuml;tzung)&nbsp; st&auml;ndig durcheinander.&nbsp; Krass besch&ouml;nigend war das Jung-Mantra vom Stabilisierungseinsatz. Umgekehrt vereinfacht&nbsp; derjenige die sehr verschiedenen afghanischen Realit&auml;ten, der pauschal &bdquo;den Krieg erkl&auml;rt&ldquo;. Das wischt die Grunderkenntnis, dass mit Krieg die Konflikte in Afghanistan nicht zu l&ouml;sen sind, beiseite, beg&uuml;nstigt eine Radikalisierung der Operationsf&uuml;hrung und nimmt dem Afghanistaneinsatz&nbsp; die letzte Legitimit&auml;t und Perspektive. Wer kann es da noch verantworten und wagen, als Polizist, Entwicklungshelfer, Diplomat in ein solches Kriegsgebiet zu gehen?&nbsp; Die Ironie ist: W&auml;hrend sich die USA vom unterschiedslosen und milit&auml;rfixierten&nbsp; &bdquo;war on terror&ldquo; wegbewegen, marschieren Kriegsrhetoriker hierzulande in diese Sackgasse hinein.&nbsp; (Vgl. meine Stellungnahme &bdquo;Krieg in Afghanistan &ndash; Bundeswehr im Krieg!?&ldquo; 10/2008, aktualisiert 11/2009)</p>
<p><strong>(6) Rede zur Er&ouml;ffnung der Ausstellung &bdquo;Kunduz, 4. September 2009</strong> &ndash; Eine Spurensuche&ldquo; von Marcel Mettelsiefen und Christoph Reuter am 23. April 2010 im Kunstraum Potsdam</p>
<p><em>&bdquo;</em>Sehr geehrte Damen und Herren,</p>
<p>als langj&auml;hriges Mitglied des Verteidigungsausschusses habe ich den Afghanistaneinsatz mitverantwortet&nbsp; und relativ h&auml;ufig das Land besucht. Mir ist es auch deshalb ein Bed&uuml;rfnis, hier zu sprechen, weil seit vielen Jahren die Auseinandersetzung mit einer verbreiteten Gleichg&uuml;ltigkeit gegen&uuml;ber Opfern zu meinen politischen Triebkr&auml;ften geh&ouml;rt.</p>
<p>Morgen findet die achte Trauerfeier f&uuml;r Bundeswehrsoldaten statt, die im Norden Afghanistans um`s Leben gekommen, gefallen sind. Bei allen bisherigen Trauerfeiern war ich dabei. Um den Toten auf den Erinnerungsfotos, ihren gleichaltrigen Kameraden, ihren Angeh&ouml;rigen ins Gesicht zu sehen, um zu sp&uuml;ren, welche menschlichen Konsequenzen unsere Politik hat.</p>
<p>Mir dr&auml;ngten sich bei diesen Trauerfeiern vor allem zwei Schlussfolgerungen auf:</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Wir m&uuml;ssen HINSEHEN, uns unbedingt ehrlich machen!</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Die politische Grundpflicht zum verantwortbaren Auftrag. Es reicht nicht, ihn nur sicherheitspolitisch zu begr&uuml;nden und zu rechtfertigen. Nein, er muss auch aussichtsreich, verantwortbar&nbsp; sein!</p>
<p>Wie sah es damit in den letzten Jahren aus?</p>
<p>Ich erinnere mich an unseren Besuch in Kunduz im Mai 2007, in der Koranschule, die als was offener galt, freundliches Gespr&auml;ch mit den Talib, den Koransch&uuml;lern. Unsere BKA-Begleiter hatten die Lage nicht mehr ganz unter Kontrolle, aber es schien auch gar nicht so n&ouml;tig.</p>
<p>Zwei Wochen sp&auml;ter Selbstmordanschlag auf dem Markt von Kunduz, drei Bundeswehrsoldaten, sieben afghanische Zivilisten zerfetzt, tot. Die Bundeswehr zog sich daraufhin &ndash; verst&auml;ndlicherweise - auf den Selbstschutz zur&uuml;ck. Es war aber zugleich auch &uuml;ber etliche Wochen ein R&uuml;ckzug vom Auftrag, f&uuml;r sicheres Umfeld zu sorgen.</p>
<p>Im Laufe des Jahres 2008 versch&auml;rfte sich die Lage weiter, ab April 2009 extrem: Seitdem immer wieder Gefechte, Gefechte, offener Guerillakrieg rund um Kunduz.</p>
<p>F&uuml;r das in K&uuml;rze erscheinende, allj&auml;hrliche Friedensgutachten hatte ich Gelegenheit, genauer zu untersuchen, wie es zu dieser Versch&auml;rfung kam, wie vor allem damit umgegangen wurde. Bei Briefings vor Ort in Kunduz erfuhren wir davon. Die Versch&auml;rfung wurde trotz aller Besch&ouml;nigungsfilter dazwischen nach Potsdam und Berlin gemeldet. Aber auf politischer Ebene in Berlin wurde die Zuspitzung nicht wahrgenommen. Man wollte sie nicht wahrnehmen.</p>
<p>Nach unserem Obleutebesuch im Juni 2009 fragte ich die Bundesregierung mehrfach, warum die Provinz Kunduz so abgedriftet sei. Eine einfache Frage, nie eine Antwort!&nbsp; Erfahren habe ich eine Struktur von Selbstt&auml;uschung und T&auml;uschung.</p>
<p>Nach dem Luftangriff vom 4. September erreichte diese Haltung ihren H&ouml;hepunkt.</p>
<p>Der eingesetzte Untersuchungsausschuss war notwendig, untersuchte aber nur verk&uuml;rzt. Im Mittelpunkt stand und steht der nacht&auml;gliche politische Umgang mit dem Luftangriff, stehen innenpolitische Interessen&nbsp; &ndash; und nicht, wie es &uuml;ber die Wochen und Monate zu der verheerenden Lage kam, wie die Offiziere und Soldaten der Bundeswehr dort in eine aussichtslose Situation geraten konnte. Im ZEIT-Dossier &bdquo;Das Kundus-Syndrom&ldquo; ist das ersch&uuml;tternd dargestellt.</p>
<p>Jetzt wurde die langj&auml;hrige deutsche Nabelschau auf die Spitze getrieben, wo neben den eigenen Soldaten die eigenen Entwicklungshelfer und Polizisten kaum Beachtung finden und get&ouml;tete afghanische Polizisten in Kunduz gar keine. Der Blick ist nur auf die eigenen Stiefel gerichtet &ndash; und nicht auf das &bdquo;Umfeld&ldquo;, das zu sichern doch der Kern des Auftrags ist. Der Blick ging vor allem nicht auf unsere, der Politiker Hauptverantwortung.</p>
<p>ENDLICH jetzt Eure Recherchen,&nbsp; die Ausstellung, das Buch. Christoph Reuter und Marcel Mettelsiefen lenken den Blick auf das Wesentliche, auf die Wesentlichen: auf die Verh&auml;ltnisse, auf die Menschen in der ehemaligen Hoffungsprovinz Kunduz, auf die Toten und Verwundeten vom 4. September.</p>
<p>Im Guerillakrieg, erst Recht bei einer entfalteten Aufstandsbewegung verschwimmen Fronten, ist kaum unterscheidbar, wer K&auml;mpfer, Unterst&uuml;tzer, Mitl&auml;ufer, Freund oder Feind ist, die vielen Schattierungen dazwischen. Christoph Reuter und Marcel Mettelsiefen zeigen unabh&auml;ngig von solchen Zuordnungsversuchen Menschen, die durch den Luftangriff am 4. September starben, die S&ouml;hne, V&auml;ter, Br&uuml;der verloren. Sie geben anonymen Opfern ihr Gesicht.</p>
<p>Wo Gewalt, Misstrauen, Feindschaft eskalieren, wo das Gift des Krieges wirkt, da lenken sie den Blick zur&uuml;ck auf die Menschen.</p>
<p>F&uuml;r einen Staat wie die Bundesrepublik Deutschland, die zusammen mit ihren Streitkr&auml;ften auf die Menschenw&uuml;rde verpflichtet ist, w&auml;re das eigentlich eine Selbstverst&auml;ndlichkeit. Nicht mehr auf die Menschen zu sehen, w&uuml;rde dem Einsatz jeden Sinn rauben.</p>
<p>Gro&szlig;er Dank Euch f&uuml;r Eure mutige, menschliche Aufkl&auml;rungsarbeit &ndash; der Politik zur aufr&uuml;ttelnden Mahnung und Warnung!</p>
<p>Ich w&uuml;nsche und hoffe, dass diese Ausstellung einen Wendepunkt markiert: zu Ehrlichkeit in der deutschen Afghanistanpolitik.</p></div>


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