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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: BloÃŸ weg aus Afghanistan? BloÃŸ nicht! WAS TUN? Vortrag bei der XXVII. AFG-Tagung in Villigst</title>
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    <span class="xar-mod-title">Afghanistan + Vortrag</span>

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        <h1>
            BloÃŸ weg aus Afghanistan? BloÃŸ nicht! WAS TUN? Vortrag bei der XXVII. AFG-Tagung in Villigst         </h1>
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       <div class="xar-mod-content">
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=7">Nachtwei</a> am 30. Dezember 2013 20:49:41 +02:00 (130730 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Am 3. Adventswochenende 2013 fand wieder die AFG-Tagung in Villigst/NRW statt. Hier kommen seit Jahren so viele Menschen mit AFG-Erfahrung und -Verbundenheit zusammen wie nirgendwo sonst. Mein Vortrag entwickelt trotz aller D&uuml;sternis Perspektiven einer Afghanistan-Solidarit&auml;t.&nbsp;&nbsp;</p></div>
            <div>    <p align="center"><strong>Blo&szlig; weg aus Afghanistan? Blo&szlig; nicht! Nur wie?</strong></p>
<p align="center">Impulsvortrag <em>(<span style="text-decoration: underline;">bebildert</span>)</em> von Winfried Nachtwei auf der</p>
<p align="center">XXVII. Afghanistan-Tagung 13.- 15.12.2013 in der Evang. Akademie Villigst</p>
<p><strong><em>Vorbemerkung</em></strong><em>: Die inzwischen 27. (!) Jahrestagung stand unter dem Thema &bdquo;<span style="text-decoration: underline;">Der Frieden ist der Ernstfall&ldquo; &ndash; Afghanistan nach 2014</span>. Wie schon in den Vorjahren kamen in Villigst so viele Menschen (&uuml;ber 90 gemeldete Teilnehmer) mit Afghanistan-Erfahrung und &ndash;Verbundenheit zusammen wie bei keiner anderen AFG-Tagung in Deutschland. Besonders erfrischend war die gute Beteiligung junger (Deutsch-)Afghaninnen und Afghanen. Ausgesprochen angenehm war, wie sachlich miteinander umgegangen wurde, obwohl die politischen Positionen teilweise sehr auseinander gingen. Von staatlicher Seite nahmen Vertreter des Entwicklungs- und Verteidigungsministeriums, der GIZ, ein AFG-erfahrener Polizist aus NRW und ein SWP-Experte teil. Aus dem Bundestag konnte trotz mehrmonatiger Sitzungspause leider niemand gewonnen werden. Internationale Referenten waren neben dem scheidenden afghanischen Botschafter der Historiker und Journalist Fazi Ghani B-Mogaddedi/Kalifornien, Rahimullah Yuzufzai, Korrespondent The News International/Peshawar, und Dr. Dautd Yaat, afg. Botschafter in London.</em></p>
<p><em>Herzlich zu danken ist dem von Uwe Trittmann/Villigst koordinierten Vorbereitungsteam mit Nadia Nashir, Belal El-Mogaddedi und Dr. h.c. Ernst-Albrecht von Renesse, der 1984 (!) die Tagung initiierte.</em></p>
<p><em>Die Villigster Afghanistan-Tagung mit ihren Potenzialen verdient im politischen Berlin und bei Journalisten eine viel gr&ouml;&szlig;ere Beachtung!</em></p>
<p align="center">----------------------------</p>
<p>Als Mitglied des Bundestages und des Verteidigungsausschusses war ich 2001 an den Startentscheidungen zum Afghanistaneinsatz erheblich beteiligt &ndash; und danach an Mandatsverl&auml;ngerungen und &ndash;erweiterungen. Nach meinem freiwilligen Ausstieg aus dem Bundestag 2009 ist der Afghanistaneinsatz weiterhin eines meiner Schwerpunktthemen. Ich sehe mich weiter in Mitverantwortung.</p>
<p>&nbsp;<strong>Anf&auml;nge des Afghanistaneinsatzes</strong></p>
<p>Die politische Entscheidung zum ersten Afghanistaneinsatz (Teilnahme an der Operation Enduring Freedom) war im November 2001 in Berlin hoch umstritten, die Entscheidung zum ISAF-Einsatz einen Monat sp&auml;ter hingegen (Teilnahme an ISAF) weitgehend konsensual.</p>
<p><em><span style="text-decoration: underline;">(Bild: Tanzende Polizisten anl&auml;sslich der Er&ouml;ffnung der Polizeiakademie in Kabul 2002)</span></em></p>
<p>Die anf&auml;nglichen Bef&uuml;rchtungen bewahrheiteten sich zun&auml;chst nicht. Stattdessen &uuml;berraschend viel Hoffnungsvolles: die tolle Resonanz auf das Winterschulprogramm der deutschen Botschaft, der schnelle Aufbau der Polizeiakademie mit Hilfe des THW, die Freundlichkeit der Kabuler Bev&ouml;lkerung gegen&uuml;ber den ausl&auml;ndischen Soldaten.</p>
<p><em><span style="text-decoration: underline;">(&bdquo;Aufruf zur Sicherheit&ldquo; von 79 internationalen nichtstaatlichen Entwicklungs- und Menschenrechtsorganisationen wie CARE, Caritas, Oxfam, Pax Christi Int., HRW, Int. Crisis Group, Save the Children, World Vision &nbsp;im Juni 2003 f&uuml;r eine Ausweitung der ISAF-NATO-Pr&auml;senz auf`s Land)</span></em></p>
<p>Ein Aufruf, den man sich heutzutage nicht vorstellen k&ouml;nnte.</p>
<p><em><span style="text-decoration: underline;">(J&uuml;rgen Trittin + W. Nachtwei im Gespr&auml;ch mit Sch&uuml;lern einer Koranschule in Kunduz im Mai 2007)</span></em></p>
<p>Seit 2004 war ich fast jedes Jahr in Kunduz, erlebte die enorme Aufw&auml;rtsentwicklung, Kunduz als &bdquo;Hoffnungsprovinz&ldquo;. Ich fragte die &bdquo;Talibs&ldquo; (Koransch&uuml;ler), wie sie die deutschen Soldaten f&auml;nden. Ihre Antwort: &bdquo;Die verhalten sich anst&auml;ndig&ldquo;. Wo Respekt und Ehre zentrale Normen sind, erschien mir das ein Besturteil zu sein. 14 Tage sp&auml;ter Selbstmordanschlag auf dem Markt von Kunduz. Drei zerfetzte Bundeswehrsoldaten, sieben zerfetzte afghanische Zivilpersonen. Der Anschlag markierte den Wendepunkt hin zu einer sich st&auml;ndig verschlechternden Sicherheitslage im Norden, zur schleichenden R&uuml;ckkehr des Krieges nach Kunduz.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Zw&ouml;lf Jahre nach Beginn des Afghanistaneinsatzes</strong></p>
<p><em><span style="text-decoration: underline;">(Karte der Sicherheitsvorf&auml;lle in den 34 Provinzen im 1. Quartal 2013)</span></em></p>
<p>Ein Flickenteppich h&ouml;chst unterschiedlicher Sicherheitslagen: intensive Kriegsgebiete z.B. in Kunar, Kandahar, Helmand; Regionen erh&ouml;hter Unsicherheit; schlie&szlig;lich Regionen mit Aufbau und Entwicklung wie Herat, Balkh.</p>
<p><em><span style="text-decoration: underline;">(Tabelle Zahl der Aufst&auml;ndischen-Attacken 2013 im Vergleich zu 2011)</span></em></p>
<p>Nachdem im Jahr 2012 der Wachstumstrend der Aufst&auml;ndischen-Attacken erstmalig unterbrochen war, nahmen die Attacken 2013 wieder erheblich zu: im 3. Quartal 2013 um 42% gegen&uuml;ber dem Vorjahrszeitraum! Im Vergleich zum bisher schlimmsten Jahr 2011 gab es positive Entwicklungen in wenigen Provinzen (Balkh -45%, Uruzgan -30%), Verschlechterungen hingegen in der Mehrzahl der Provinzen: Badakhshan +80%, Baghlan +114%, Kunduz +41%, Faryab +65%, Nangarhar +146%. Angriffsziele sind in erster Linie die afghanischen Sicherheitskr&auml;fte, Regierungs- und Beh&ouml;rdenvertreter. In 2012 fielen 1200 afghanische Soldaten und 2200 Polizisten im bewaffneten Konflikt. Das angestrebte &bdquo;sichere Umfeld&ldquo; ist nicht erreicht. Ob mit dem Aufbau der afghanischen Sicherheitskr&auml;fte bessere Voraussetzungen f&uuml;r mehr B&uuml;rgersicherheit in Zukunft geschaffen wurden, ist zu hoffen, wird sich in den n&auml;chsten Jahren beweisen m&uuml;ssen.</p>
<p><em><span style="text-decoration: underline;">(Weltkarte der korruptesten L&auml;nder: Afghanistan an 179. Stelle vor Somalia und nach Irak)</span></em></p>
<p>Wo das internationale Engagement den Staatsaufbau unterst&uuml;tzen sollte, ist die Governance-Bilanz &auml;u&szlig;erst ern&uuml;chternd! Wenn internationale Vertreter schlechte Regierungsf&uuml;hrung und Korruption auf afghanischer Seite lautstark brandmarken, aber die eigene Beihilfe zur Korruption &uuml;bergehen, dann dr&auml;ngt sich der Verdacht auf, dass der afghanischen Seite alle Schuld an der d&uuml;stern Lage zugeschoben werden soll.</p>
<p><em><span style="text-decoration: underline;">(Washington-Post-Umfrage, ob der Afghanistankrieg wert sei gef&uuml;hrt zu werden: Im April 2010 verneinten das 52%, im August 2013 67%)</span></em></p>
<p>Die Afghanistan-M&uuml;digkeit in den in Afghanistan engagierten L&auml;ndern ist un&uuml;bersehbar.</p>
<p><em><span style="text-decoration: underline;">(Karte: R&uuml;ckverlegungsrouten der Bundeswehr von Afghanistan)</span></em></p>
<p>In Deutschland ist von Afghanistan fast nur noch im Kontext des Bundeswehrr&uuml;ckzuges die Rede.</p>
<p><em><span style="text-decoration: underline;">(Karikatur: Abhebender US-Hubschrauber mit darunter h&auml;ngendem Dach &bdquo;Afghan</span></em><span style="text-decoration: underline;"> <em>Democracy&ldquo; &ndash; &bdquo;mission accomplished&ldquo;, )</em></span></p>
<p>Der milit&auml;rische R&uuml;ckzug: Die Karikatur erinnert an das Foto des letzten US-Hubschraubers &uuml;ber Saigon. Nach uns die Sintflut? Bei anderen Vortr&auml;gen der Tagung wurde immer wieder auf die vielen Ungewissheiten verwiesen, die eine Prognose &uuml;ber die Entwicklung Afghanistans 2014/15 massiv erschweren. (Anm.: Referenten aus dem politischen Berlin betonten, dass die Verz&ouml;gerungen beim bilateralen Sicherheitsabkommen zwischen Afghanistan und USA Vertrauen zerst&ouml;ren und Unsicherheit bef&ouml;rdern w&uuml;rden. Die Null-Option eines milit&auml;rischen Totalabzuges sei sehr wohl im Bereich des M&ouml;glichen.)</p>
<p><strong>War`s das?</strong></p>
<p><em><span style="text-decoration: underline;">(Bundeskanzleramt)</span></em></p>
<p>Die Unterst&uuml;tzungszusagen der Bundesregierung und etlicher anderer Regierungen gegen&uuml;ber Afghanistan stehen. Deutschland hat bis 2016 j&auml;hrlich 430 Mio. Euro zugesagt. Das BMZ hat ausgehend von einem strategischen Evaluierungsprozess f&uuml;r Afghanistan eine L&auml;nderstrategie 2014-2017 entwickelt. Afghanistan bleibt&nbsp; d a s&nbsp; Schwerpunktland deutscher Entwicklungszusammenarbeit!</p>
<p><em><span style="text-decoration: underline;">(FAZ-Artikel von G&ouml;tz Aly &uuml;ber die Amani-Oberrealschule in Kabul)</span></em></p>
<p>Die von Botschafter Prof. Ashraf zu Beginn der Tagung beschworenen Bande der deutsch-afghanischen Freundschaft &ndash; sind sie wirklich fest und ewig?</p>
<p><em><span style="text-decoration: underline;">(Weltkarte gegenw&auml;rtiger Konfliktl&auml;nder)</span></em></p>
<p>Die Konkurrenz der anderen Krisen und Konflikte nimmt zu: Nordafrika, &Auml;gypten, der Krieg in Syrien mit der Destabilisierung der Nachbarschaft. Dieser kochende Krisenbogen liegt vor der europ&auml;ischen Haust&uuml;r und betrifft europ&auml;ische Sicherheit sehr direkt. Das war im Bundestagswahlkampf &ndash; wie &uuml;berhaupt Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik &ndash; kaum Thema. Ich sp&uuml;re einen schleichenden mentalen &bdquo;R&uuml;ckzug auf die Insel&ldquo;.</p>
<p><em><span style="text-decoration: underline;">(R&uuml;ckgang der US-Entwicklungsgelder nach Truppenr&uuml;ckzug: Irak -69%. Kosovo -52%, Bosnien -60%, Haiti -43%)</span></em></p>
<p>Die Erfahrungen anderer Kriseneins&auml;tze zeigen: Mit den Soldaten schwinden in der Regel auch die Aufmerksamkeit, das Interesse, das Geld. Im Fall Afghanistan sind die Regierungszusagen das eine. Zugleich gehen die Spenden f&uuml;r Hilfsprojekte zur&uuml;ck, sind zivile Freiwillige f&uuml;r einen Einsatz in Afghanistan schwerer zu finden. Mittelfristig kann dann auch der politische Wille zur &bdquo;Transformationspartnerschaft&ldquo; br&ouml;ckeln. Vorzeichen daf&uuml;r vernahm ich bei der ISAF-Debatte des Bundestages vor elf Monaten: &bdquo;Wie es wirklich um Afghanistan steht, interessiert immer weniger&ldquo; &uuml;berschrieb ich damals meinen Bericht von einer ern&uuml;chternden Debatte.</p>
<p><em><span style="text-decoration: underline;">(taz-Artikel &bdquo;Blo&szlig; weg? Blo&szlig; nicht!&ldquo; von W. Nachtwei, 25. Mai 2013)</span></em></p>
<p>Der Trend ist &bdquo;blo&szlig; weg!&ldquo; Unsere, meine Antwort: Blo&szlig; nicht!</p>
<p><em><span style="text-decoration: underline;">(UNO-Geb&auml;ude New York)</span></em></p>
<p>WARUM kein Totalabzug?</p>
<p>(a)&nbsp;&nbsp;&nbsp; Auch wenn andere Krisenherde nach vorne ger&uuml;ckt sind und mehr Engagement erfordern &ndash; Afghanistan bleibt ein Brennpunkt und eine wichtige Herausforderung f&uuml;r internationale kollektive Sicherheit. Eine (partielle) Machtergreifung der Aufst&auml;ndischen oder ein R&uuml;ckfall in den B&uuml;rgerkrieg h&auml;tte verheerende sicherheitspolitische wie humanit&auml;re Folgen f&uuml;r die ganze Region &ndash; und w&uuml;rde die Glaubw&uuml;rdigkeit internationaler Friedens- und Sicherheitspolitik massiv besch&auml;digen.</p>
<p>(b)&nbsp;&nbsp; Ein totaler Abzug der internationalen Unterst&uuml;tzung w&uuml;rde h&ouml;chstwahrscheinlich schnell die bisherigen Teilerfolge zerbr&ouml;seln lassen und damit nachtr&auml;glich den Einsatz zehntausender entsandter Soldaten, Entwicklungshelfer und Polizisten sinnlos machen.</p>
<p><em><span style="text-decoration: underline;">(Lachende afghanische Jungens bei Ali Abad/Kunduz 2006)</span></em></p>
<p>(c)&nbsp;&nbsp;&nbsp; Angesichts der gemachten Versprechen, der geweckten Erwartungen und gemachten</p>
<p>Gro&szlig;fehler besteht eine menschliche Verpflichtung gegen&uuml;ber den Menschen in Afghanistan.</p>
<p>(d)&nbsp;&nbsp; Schlie&szlig;lich sehe ich auch eine spezifisch deutsche Verantwortung: In Westdeutschland hatten wir nach dem Zweiten Weltkrieg ein historisch einmaliges Gl&uuml;ck mit unseren gro&szlig;z&uuml;gigen Siegerm&auml;chten und dem erfolgreichen Wiederaufbau. Von diesem historischen Gl&uuml;ck k&ouml;nnten/sollten wir etwas weitergeben an das Volk, das 30 Jahre unter (Stellvertreter-)Kriegen und extremer politischer Gewalt gelitten hat und auf Aufbauhilfe angewiesen ist.</p>
<p><strong>Was tun gegen die &bdquo;Blo&szlig;-weg&ldquo;-Stimmung?</strong></p>
<p><em><span style="text-decoration: underline;">(Khaled-Hosseini-Titel &bdquo;Tausend strahlende Sonnen&ldquo;)</span></em></p>
<p>Neben der Afghanistan-M&uuml;digkeit gibt es gleichzeitig viel Aufmerksamkeit f&uuml;r Afghanistan. Die Bestseller von Khaled Hosseini (&bdquo;Drachenl&auml;ufer&ldquo;, &bdquo;Tausend strahlende Sonnen&ldquo;, &bdquo;Traumsammler&ldquo;) deuten darauf hin. Immer wieder zu sp&uuml;ren ist dieses Interesse auch bei &nbsp;Informationsveranstaltungen zu Afghanistan.</p>
<p>Zw&ouml;lf Jahre nach Beginn befindet sich das internationale und deutsche Afghanistan-engagement im Umbruch.</p>
<p><strong>Die erste Notwendigkeit ist, sich ehrlich zu machen!</strong></p>
<p><em><span style="text-decoration: underline;">(Schaubild Zivilopfer in Afghanistan, Desertionsraten bei der ANA)</span></em></p>
<p>D.h. die d&uuml;steren und schlimmen Wirklichkeiten wahrnehmen und nicht verdr&auml;ngen oder gesundbeten.</p>
<p><em><span style="text-decoration: underline;">(Socio-political Assessment des vierj&auml;hrigen Engagements der Niederlande in Uruzgan durch The Liaison Office/Kabul, August 2010)</span></em></p>
<p>Zum Ehrlichmachen geh&ouml;rt unverzichtbar eine unabh&auml;ngige und systematische Bilanzierung und Wirkungsanalyse des internationalen und deutschen Engagements (so etwas gibt es bisher bei uns nicht, der Fortschrittsbericht der Bundesregierung seit 2010 ist ein Schritt in diese Richtung; die Niederlande sind demgegen&uuml;ber eine positive Ausnahme), Identifizierung der eigenen Fehler, aber auch der richtigen Ans&auml;tze und Leistungen.</p>
<p><em><span style="text-decoration: underline;">(SZ-Portrait &uuml;ber Habiba Sarabi, die bisher einzige Gouverneurin (Bamyan) und jetzige Vizepr&auml;sidenten-Kandidatin)</span></em></p>
<p><strong>Die zweite Notwendigkeit: ein mehrfacher Perspektivenwechsel!</strong></p>
<ul>
<li>Die deutsche (und westliche) Nabelschau und Selbstbezogenheit &uuml;berwinden, &uuml;ber den Tellerrand des eigenen Verantwortungsbereichs und der eigenen Betroffenheit hinausblicken, die Perspektiven vor allem der Afghaninnen und Afghanen einbeziehen. Bei aller methodischen Problematik von Meinungsumfragen in einer so fragmentierten Gesellschaft wie der in Afghanistan f&auml;llt doch auf, dass seit Jahren die Binnenwahrnehmung der Gesamtentwicklung, der Lebensbedingungen und Hauptprobleme in Afghanistan um einiges heller ausf&auml;llt als der d&uuml;stere Tunnelblick auf Afghanistan aus der deutschen Ferne.</li>
</ul>
<p><em><span style="text-decoration: underline;">(Umfrageergebnisse der Asia Foundation)</span></em></p>
<p>&bdquo;A Survey oft he Afghan People&ldquo; mit mehr als 9000 Befragten, (<a href="http://www.asiafoundation.org/country/afghanistan/2013-poll.php">www.asiafoundation.org/country/afghanistan/2013-poll.php</a> )</p>
<ul>
<li>Nicht nur und immer auf die Problemgebirge der &bdquo;hohe Politik&ldquo; sehen mit ihrer Undurchsichtigkeit, Machtk&auml;mpfen, oft deprimierenden Abl&auml;ufen, sondern auch den Alltag der vielen kleinen Schritte und des Leistbaren in den Blick nehmen. (Exemplarisch: Martin Gerner`s Film &bdquo;<em>Generation Kunduz &ndash; Der Krieg der anderen</em>&ldquo;, 19.4.2012)</li>
<li>Sich l&ouml;sen aus dem Sog, ja der regelrechten Faszination der schlechten Nachrichten, der Fixierung auf Gewaltereignisse und das Milit&auml;rische; stattdessen mehr Aufmerksamkeit f&uuml;r Chancen, konstruktive Entwicklungen, Probleml&ouml;sungen, Menschen.</li>
<li>Genaueres Hinsehen, Wahrnehmung von Graut&ouml;nen an Stelle eines unterschiedslosen Redens von &bdquo;Krieg&ldquo; und &bdquo;Scheitern&ldquo;, wo dann Entmutigung, Abschreckung, &bdquo;blo&szlig; weg!&ldquo; die naheliegenden Konsequenzen sind.</li>
</ul>
<p><strong>Zum Beispiel:</strong></p>
<p><em><span style="text-decoration: underline;">(Regionalkrankenhaus Balkh in Mazar)</span></em></p>
<p>Das Regionalkrankenhaus ist f&uuml;r die menschliche Sicherheit in Nordafghanistan so wichtig wie Camp Marmal f&uuml;r ISAF im Norden. Die Einweihung des mit deutscher Hilfe errichteten Krankenhauses im Mai 2012 war in Deutschland keine Meldung wert &ndash; mit Anschlag h&auml;tte es sicher Nachrichtenwert gehabt. Wer wei&szlig; schon in Deutschland, dass 250 deutsche und internationale Entsandte und 1700 Ortskr&auml;fte im Rahmen dt. EZ in Afghanistan arbeiten &ndash; und im Rahmen der AA-finanzierten Programme weitere 100 Entsandte und 1600 Ortskr&auml;fte. Eigentlich spektakul&auml;re Zahlen!</p>
<p>(Andere &bdquo;Leuchtt&uuml;rme&ldquo;: der am 9. Juni er&ouml;ffnete neue Internationale Flughafen von Mazar, mit 50 Mio. Euro vom AA unterst&uuml;tzt; Turkish Airlines fliegt inzwischen dreimal/Woche MeS-Istanbul. Am selben Tag er&ouml;ffnete Au&szlig;enminister Westerwelle das Dt. Generalkonsulat in Mazar, die erste diplomatische Vertretung eines europ&auml;ischen Landes in Nord-AFG.)</p>
<p><em><span style="text-decoration: underline;">(Besuch im Teacher Training College in Mazar)</span></em></p>
<p>Zum Beispiel die f&uuml;nf mit deutscher Hilfe errichteten Lehrerausbildungs-Colleges im Nordosten, in Mazar allein mit knapp 4000 Studierenden. Viermal habe ich seit 2008 das TTC in Mazar besucht. Das ist schon viel mehr als der viel zitierte Tropfen auf den hei&szlig;en Stein.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><span style="text-decoration: underline;">(Fact Sheet Berufliche Bildung)</span></em></p>
<p>Tagungsteilnehmer ist Alfred Horn, der f&uuml;r Help seit acht Jahren in Herat arbeitet und 2012 Ehrenb&uuml;rger der Provinz wurde. Jedes Jahr erhalten in Herat in f&uuml;nf Ausbildungszentren 1000 Frauen und M&auml;nner eine Ausbildung f&uuml;r marktf&auml;hige Berufe &ndash; und anschlie&szlig;end einen Arbeitsplatz. (<a href="http://www.help-ev.de">www.help-ev.de</a> ) Die Bundesrepublik finanziert den Bau von zwei Akademien f&uuml;r Berufsschullehrer.</p>
<p><em><span style="text-decoration: underline;">(Schaubild F&ouml;rderung Rule of Law)</span></em></p>
<p>Die verschiedenen Ma&szlig;nahmen der dt. EZ zur F&ouml;rderung von Rechtsstaatlichkeit.</p>
<p><em><span style="text-decoration: underline;">(Alphabetisierungsunterricht mit afghanischen Polizisten)</span></em></p>
<p>Die Project Implementation Unit der GIZ f&uuml;hrt seit Mitte 2009 das Programm &bdquo;Alphabetisierung und nachholende Grundbildung&ldquo; f&uuml;r die uniformierte Polizei im ganzen Norden durch. 300 einheimische Trainer arbeiten in allen 114 Distrikten. Bisher durchliefen 20.000 Polizisten das Programm.</p>
<p><em><span style="text-decoration: underline;">(Workshop Polizeichefs &ndash; Staatsanw&auml;lte)</span></em></p>
<p>Tagungsteilnehmerin ist Kristin H&ouml;ltge, die in den letzten Jahren das GIZ-Projekt &bdquo;Cooperation of Police and Prosecutors&ldquo;/COPP geleitet hat. In den zweiw&ouml;chigen Workshops kommen Polizeichefs und Staatsanw&auml;lte aus denselben Distrikten zusammen. Sie finden in 13 Provinzen mit Teilnehmern aus allen Provinzen statt.</p>
<p><em>(Verwendung der dt. Stabilit&auml;tspaktmittel des Ausw&auml;rtigen Amtes 2013)</em></p>
<p>Die 170 Mio. Euro Aufbaumittel des AA gehen in den Polizeiaufbau, Infrastruktur, Basisgesundheit, Verwaltungs- und Justizaufbau/Menschenrechte/Demokratisierung, Wahlen, humanit&auml;re Hilfe/Minenr&auml;umen/Waffen- und Munitionszerst&ouml;rung, Vers&ouml;hnung, Drogenbek&auml;mpfung und Flugsicherheit.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div>
<p align="center">Das Wahrnehmungshandicap der Aufbau- und Entwicklungshilfen ist notorisch:</p>
<p align="center">&bdquo;Ein Baum, der f&auml;llt, macht mehr Krach als ein Wald, der w&auml;chst.&ldquo;</p>
<p align="center">(Tibetisches Sprichwort)</p>
</div>
<p><em>&nbsp;</em></p>
<p><em><span style="text-decoration: underline;">(Rundbrief des Freundeskreises Afghanistan, Ausgabe zum 30-j&auml;hrigen Bestehen)</span></em></p>
<p>Beispielhaft f&uuml;r verl&auml;ssliche + nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe stehen die anwesenden privaten Initiativen und NGO`s:</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Freundeskreis Afghanistan/FKA, 1980 entstanden aus einer Initiative von deutschen Entwicklungshelfern, Lehrern und Afghanen (<a href="http://www.fk-afghanistan.de">www.fk-afghanistan.de</a> ), enge Partnerschaft mit Khazan Gul Tani aus Khost, &uuml;ber den gerade Monika Koch und Heiner Tettenborn das Buch &bdquo;Der Unbeugsame&ldquo; (Kahl Verlag Dresden) ver&ouml;ffentlicht haben.</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Verein zur Unterst&uuml;tzung von Schulen in Afghanistan, 1983 von Ursula N&ouml;lle gegr&uuml;ndet (<a href="http://www.afghanistan-schulen.de">www.afghanistan-schulen.de</a> )</p>
<p><em><span style="text-decoration: underline;">(Zeitungsartikel &bdquo;Von Tr&auml;umen und Traumata&ldquo; zu einer Veranstaltung mit Roger Willemsen, Schirmherr des Afghanischen Frauenvereins)</span></em></p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Der Afghanische Frauenverein seit 22 Jahren mit Nadia Nashir Karim als Vorsitzender (<a href="http://www.afghanischer-frauenverein.de">www.afghanischer-frauenverein.de</a> )</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Das Chak-e-Wardak-Hospital 65 km s&uuml;dwestlich von Kabul, an dessen Aufbau sich die Dortmunder OP-Schwester Karla Schefter seit 1989 machte. Wir haben sie hier gestern mit ihrer unglaublichen menschlichen St&auml;rke und Ausdauer erlebt: &bdquo;&Uuml;ber jeden Berg gibt es einen Weg!&ldquo; (<a href="http://www.chak-hospital.org">www.chak-hospital.org</a> )</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; KALIMA NEWS/K&ouml;ln Shikiba Babori (<a href="http://www.kalima-news.com/de/">www.kalima-news.com/de/</a> )</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; (Zu anderen verl&auml;sslichen und wirksamen Initiativen, Hilfsorganisationen und Projekten besteht Kontakt: Kinderhilfe Afghanistan (Dr. Reinhard + Annette Er&ouml;s, zzt. in Laghman erste Universit&auml;t f&uuml;r Frauen im Bau), F&ouml;rderverein Amani-Oberrealschule FAOK, Lachen Helfen, Kinderberg International, Regionale Integration Afghanistan &ndash; Pakistan &ndash; Tadschikistan der PATRIP Foundation/Frankfurt/M., Skate-Aid/M&uuml;nster, Skateistan Kabul + Mazar, Afghanistan Information Center AFGHANIC/Bonn, Medica Mondiale, International Psychosocial Organisation Ipso Konstanz/Kabul (Inge Missmahl). (Anm.: In Villigst stellen mir junge deutsch-afghanische Akademiker ihr Projekt INSAF &ndash; Institut f&uuml;r Afghanistik und zur St&auml;rkung der Digitalen B&uuml;rgergesellschaft in AFG vor, <a href="http://www.afghanistik.de">www.afghanistik.de</a> )</p>
<p><em><span style="text-decoration: underline;">(Civil Society Forum Afghanistan bei der Bonner Afghanistankonferenz 2012)</span></em></p>
<p>-&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Eine zentrale Rolle bei der F&ouml;rderung zivilgesellschaftlicher Akteure in Afghanistan spielen die politischen Stiftungen. Gestern berichtete Marion M&uuml;ller von der Heinrich-B&ouml;ll-Stiftung &uuml;ber Bem&uuml;hungen, beim (Konflikt)Thema Ressourcen die betroffene Bev&ouml;lkerung mit ihren Bed&uuml;rfnissen einzubeziehen.</p>
<p><em><span style="text-decoration: underline;">(&Uuml;bersicht aus dem Weltentwicklungsbericht der Weltbank 2012: wie lange institutionelle Transformationen brauchen)</span></em></p>
<p>Die deutliche Verbesserung der Verwaltungsqualit&auml;t mindestens 20 Jahre, von Rule of Law &uuml;ber 40 Jahre. Es geht nicht ohne langen Atem, strategische Geduld.</p>
<p><strong>Mit wem? Die vielen potenziellen AFG-Unterst&uuml;tzer</strong></p>
<p><em><span style="text-decoration: underline;">(Entwicklungshelfer, Diplomatin, Polizist, Soldat, Politiker auf dem Rohbau des Police Training Centers in Feyzabad; ZIF-R&uuml;ckkehrer)</span></em></p>
<p>Im September 2009 trafen wir in Feyzabad zusammen. Alle geh&ouml;ren l&auml;ngst zu den &bdquo;Einsatzr&uuml;ckkehrern&ldquo;. Inzwischen gibt es in Deutschland viele zehntausende Afghanistan-R&uuml;ckkehrer, in verschiedenen Uniformen und in Zivil. Die allermeisten l&auml;sst das Land und seine Menschen nicht mehr los. Viele haben &ndash; trotz alledem &ndash; ein Herz f&uuml;r Afghanistan, zusammen mit den alten Freunden Afghanistans und den vielen &Auml;lteren und J&uuml;ngeren afghanischer Herkunft. Sie sind weitgehend zersplittert und ohne Stimme. Sie haben Erfahrungen mit den vielen kleinen (Fort-)Schritten. Sie wollen nicht, dass alles umsonst war. Diese vielen Afghanistan-R&uuml;ckkehrer sind ein enormes Erfahrungs- und Unterst&uuml;tzungspotenzial. Seit einigen Monaten findet die <strong>Idee eines &bdquo;Netzwerkes f&uuml;r Afghanistan&ldquo;</strong> immer mehr Zuspruch. Es k&ouml;nnte die Frauen und M&auml;nner, die dran bleiben wollen, verkn&uuml;pfen, ihren Erfahrungsaustausch erleichtern. Es k&ouml;nnte das Thema Afghanistan unabh&auml;ngig von besonderen Vorkommnissen in der &Ouml;ffentlichkeit halten, konstruktive Aufmerksamkeit f&ouml;rdern &nbsp;und politische Impulse verst&auml;rken. Vorschl&auml;ge dazu werden in den ersten Monaten des neuen Jahres &ouml;ffentlich gemacht.</p>
<p><em><span style="text-decoration: underline;">(&ldquo;Alliance in Support of the Afghan People&rdquo;)</span></em></p>
<p>Vor einem Jahr bildete sich in den USA eine breite &uuml;berparteiliche Koalition von politischen Aktivisten und Au&szlig;enpolitikern der Obama-Administration und dem Wei&szlig;en Haus unter Bush mit dem Ziel, Afghanistan nicht seinem Schicksal zu &uuml;berlassen. Unterst&uuml;tzer der Allianz sind u.a. Melanie Verveer, Stephen Hadley, Ryan Crocker, John Podesta, James Stavridis, Marc Grossmann, Kalid Hosseini, Fred Kegan, Klaus Linsenmeier, Ken Roth, Lisa Schirch (<a href="http://www.afghanalliance.org">www.afghanalliance.org</a> ).</p>
<p><em><span style="text-decoration: underline;">(Technikum Kandahar, errichtet 1957)</span></em></p>
<p>In Deutschland lie&szlig;e sich an die hervorragende, in Afghanistan noch sehr lebendige Tradition der deutschen Entwicklungszusammenarbeit ankn&uuml;pfen. In den 90er Jahren trafen ca. 1000 deutsche Afghanistan-Entwicklungshelfer in Darmstadt zum Erfahrungsaustausch zusammen. Das BMZ plant nun f&uuml;r den 12./13. M&auml;rz 2014 eine gr&ouml;&szlig;ere Konferenz, zu der auch NGO`s eingeladen werden sollen.</p>
<p><em><span style="text-decoration: underline;">(Afghanische Polizisten und deutscher Kollege)</span></em></p>
<p>Sehr sinnvoll sein k&ouml;nnten Patenschaften und Partnerschaften: Bisher gibt es z.B. Patenschaften zwischen der Bundespolizeiakademie in L&uuml;beck und der Polizeiakademie in Kabul, der Bundespolizei-Inspektion Flughafen K&ouml;ln/Bonn und der Afghan National Border Police am Flughafen Kabul. Vorschl&auml;ge gibt es zu Partnerschaften zwischen Bundesl&auml;ndern und Provinzen. Aus Herat gibt es den guten Vorschlag einer Patenschaft mit Nordrhein-Westfalen.</p>
<p><em><span style="text-decoration: underline;">(Bundestag vorm Plenarsaal: lauter Drucksachen)</span></em></p>
<p>Im Bundestag gibt es kaum noch Abgeordnete, die seit 2001 mit Afghanistan zu tun haben. F&uuml;r ein Langstreckenthema wie Afghanistan den notwendigen politischen langen Atem zu halten, ist angesichts der hektischen Tagespolitik besonders schwer. Das umso mehr, als Afghanistan ganz und gar kein Gewinnerthema ist. Damit aber das Thema Afghanistan mit dem Abzug der Kampftruppe im Bundestag nicht versickert und zu blo&szlig;er Routine wird, k&ouml;nnte es hilfreich sein, einen &ndash; fraktions- und ausschuss&uuml;bergreifenden -&nbsp; Freundeskreis oder eine Parlamentariergruppe Afghanistan zu bilden.</p>
<p><em><span style="text-decoration: underline;">(Friedensfachkraft Cornelia B. mit Kolleginnen und Kollegen &ouml;rtlicher NGO`s in Badakhshan)</span></em></p>
<p>Vor Ort in Afghanistan grassiert viel Verunsicherung. Gerade die &ouml;rtlichen Partner brauchen sichtbare und glaubw&uuml;rdige Zeichen, Beweise, dass die Unterst&uuml;tzung bleibt.</p>
<p><strong>Zum Schluss einige &bdquo;unm&ouml;gliche Bilder&ldquo;</strong></p>
<p><em><span style="text-decoration: underline;">(Konzerte mit Farhad Darya, dem bekannten afghanischer Pops&auml;nger)</span></em></p>
<p>Im Herbst 2010 15.000 Frauen in Mazar, 60.000 in Herat, 40.000 in Lashkar Gah im kriegerischen Helmand. Lachende Frauen und M&auml;nner, keine Zwischenf&auml;lle.</p>
<p><em><span style="text-decoration: underline;">(Fu&szlig;balll&auml;nderspiel AFG-PAK im August 2013 in Kabul 3 : 0)</span></em></p>
<p>Es war das erste Spiel zwischen den Nachbarn seit 36 Jahren, ein friedlicher Sieg! Ein Monat sp&auml;ter gewann Afghanistan die s&uuml;dasiatische Fu&szlig;ball-Meisterschaft gegen Indien mit 2 : 0. Danach durchlebte Afghanistan einen Ausnahmezustand der Freude, keine Gewalt. (Weitere Bilder k&ouml;nnte ich zeigen von Hamid Rahimi, der im Oktober 2012 in Kabul den Weltmeistertitel im Boxen/Mittelgewicht erk&auml;mpfte und von dem gerade &bdquo;Hamid Rahimi &ndash; Die Geschichte eines K&auml;mpfers&ldquo; erschien.)</p>
<p>Die Bilder sollen nicht zum Schluss die rosarote Brille verpassen, sondern nur bescheiden darauf hinweisen, dass in Afghanistan auch etwas m&ouml;glich ist, was nach &bdquo;unserem&ldquo; Afghanistanbild eigentlich v&ouml;llig unm&ouml;glich erscheint.</p>
<p><em><span style="text-decoration: underline;">(Afghanisches Stilleben&ldquo;: &bdquo;Kabul-Pizza-Express-Restaurant&ldquo; vorm &bdquo;Bus-Depot&ldquo;)</span></em></p></div>


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