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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: RÃ¼ckblende 20 Jahre: Bundestag beschliesst am 16. Oktober 1998 ersten (potenziellen) Kampfeinsatz/Kriegsbeteiligung im Kosovo-Konflikt. PersÃ¶nliche Aufzeichnungen, Stellungnahmen + UN-Resolution 1199 </title>
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    <span class="xar-mod-title">Kosovo + Bericht von Winfried Nachtwei</span>

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        <h1>
            RÃ¼ckblende 20 Jahre: Bundestag beschliesst am 16. Oktober 1998 ersten (potenziellen) Kampfeinsatz/Kriegsbeteiligung im Kosovo-Konflikt. PersÃ¶nliche Aufzeichnungen, Stellungnahmen + UN-Resolution 1199          </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=7">Nachtwei</a> am 16. Oktober 2018 13:40:59 +02:00 (48792 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Vergessen? Verdr&auml;ngt? Nachdem die &quot;Staatengemeinschaft&quot; inc. Bundesregierung etliche Chancen der Krisenpr&auml;vention im Kosovo-Konflikt jahrelang ungenutzt lie&szlig;en, nachdem in 1998 die Gewalt im Kosovo immer mehr eskalierte, kam Rot-Gr&uuml;n in Regierungsverantwortung, als der Karren schon tief im Dreck steckte und UN-Generalsekret&auml;r Kofi Annan + UN-Sicherheitsrat vor einer humanit&auml;ren Katastrophe warnten. Was tun im Konflikt zwischen Schutz vor Massengewalt/Gro&szlig;gefahrenabwehr einerseits und UN-Charta/Programmprinzipien andererseits?</p></div>
            <div>    <p align="center">R&uuml;ckblende Kosovokrieg vor 20 Jahren (I)</p>
<p align="center"><strong>Bundestagsbeschluss zu &bdquo;Luftoperationen zur Abwendung einer humanit&auml;re Katastrophe&ldquo; am 16. Oktober 1998:</strong></p>
<p align="center"><strong>Pers&ouml;nliche Aufzeichnungen, Stellungnahmen + UN-SR-Res. 1199</strong></p>
<p align="center">Winfried Nachtwei, MdB 1994-2009 (16.10.2018)</p>
<p><em>Am 4. Oktober 2018 endete mit der &Uuml;bergabe von &bdquo;Camp Prizren&ldquo; an den kosovarischen Staat nach mehr als 19 Jahren der Bundeswehr-Gro&szlig;einsatz bei KFOR im Kosovo. (vgl. </em><a href="http://www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1551"><em>www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1551</em></a><em> ) Der multinationale KFOR-Einsatz verhinderte den Ausbruch neuer Kriegsgewalt und war in der deutschen Politik und &Ouml;ffentlichkeit weniger umstritten. Sehr anders sah es aus mit den NATO-Luftangriffen (&bdquo;Allied Force&ldquo;) auf die Bundesrepublik Jugoslawien vom 24.03.-10.06.1999. W&auml;hrend ihre Bef&uuml;rworter sie f&uuml;r unumg&auml;nglich hielten, um eine drohende humanit&auml;re Katastrophe zu verhindern, beschuldigten ihre Gegner die Bundesregierung und NATO, gegen die BRJ einen Angriffskrieg zu f&uuml;hren, der die humanit&auml;re Katastrophe beschleunigt statt verhindert habe. Die gerade in Regierungsverantwortung gekommene rot-gr&uuml;ne Koalition, insbesondere ihr gr&uuml;ner Teil, gerieten dar&uuml;ber in eine scharfe Krise und an den Rand des Koalitionsbruchs.</em></p>
<p><em>Vielen Gr&uuml;n-Anh&auml;ngern und Friedensbewegten galt die erste bundesdeutsche Kriegsbeteiligung ausgerechnet mit Unterst&uuml;tzung der Gr&uuml;nen und des von ihnen gestellten Au&szlig;enministers Joschka Fischer als blanker Verrat an bisherigen friedenspolitischen Grunds&auml;tzen. Als gr&uuml;nes Mitglied im Verteidigungsausschuss zusammen mit Angelika Beer (Obfrau) war ich an den politischen &bdquo;Bodenk&auml;mpfen&ldquo; um den NATO-Krieg intensiv beteiligt. F&uuml;r uns war die Schl&uuml;sselfrage, wie die laut UN-Generalsekret&auml;r Kofi Annan tats&auml;chlich drohende humanit&auml;re Katastrophe im Kosovo, wie ein &bdquo;zweites Bosnien&ldquo; verhindert werden konnte. Denn nach dem Versagen Europas gegen&uuml;ber dem Bosnienkrieg war die &bdquo;Verhinderung eines zweiten Bosnien im Einflussbereich europ&auml;ischer Politik&ldquo; f&uuml;r die Mehrheit der gr&uuml;nen Fraktion und des Bundestages ein Leitmotiv. Es ging um Schutz vor Massengewalt, um&nbsp; Gro&szlig;gefahrenabwehr unter den Bedingungen einer Regierungsbeteiligung. Die Gegner des NATO-Einsatzes blendeten diesen Hintergrund und Kontext in der Regel aus.</em></p>
<p><em>Zum Kosovo-Krieg gibt es bis heute unter den &Auml;lteren noch viel an verh&auml;rteten Fronten, an Legenden, Verdr&auml;ngung. J&uuml;ngere kennen den Kosovo-Krieg, wenn &uuml;berhaupt, meist nur vom H&ouml;rensagen.</em></p>
<p><em>Da sich wichtige Stationen des Kosovo-Konfliktes und -Krieges in den n&auml;chsten Monaten zum 20. Mal j&auml;hren, m&ouml;chte ich parallel einige Texte von damals zug&auml;nglich machen und damit zu genauerer Erinnerung, selbstkritischer Aufarbeitung und Erfahrungslernen beitragen.</em></p>
<p><em>(Zusammenfassend &nbsp;zum 16. Oktober 1998 &bdquo;Der erste Kampfeinsatz der Bundeswehr&ldquo; von Andreas Zumach, Deutschlandfunk Kultur, Kalenderblatt 16.10. 2008, </em><em><a href="https://www.deutschlandfunkkultur.de/der-erste-kampfeinsatz-der-bundeswehr.932.de.html?dram:article_id=130231">https://www.deutschlandfunkkultur.de/der-erste-kampfeinsatz-der-bundeswehr.932.de.html?dram:article_id=130231</a></em><em> . Die Friedens- und Sicherheitspolitische Kommission von B&uuml;ndnis 90/Die Gr&uuml;nen nahm 2008 in ihrem Abschlussbericht ausf&uuml;hrlich zur gr&uuml;nen Kosovo-Politik Stellung. </em><a href="https://gruene-frieden.de/materialien-gruene-friedenspolitik/"><em>https://gruene-frieden.de/materialien-gruene-friedenspolitik/</em></a><em>&nbsp;</em><em>)</em></p>
<p><em>(1) Pers&ouml;nliche Aufzeichnungen aus Fraktion und Verteidigungsausschuss ab Mai 1998 (Kladde VIII)</em></p>
<p><em>(2) Pers&ouml;nliche Erkl&auml;rung zur Abstimmung am 16. Oktober 1998 von </em><em>W. Nachtwei, Kerstin M&uuml;ller (K&ouml;ln), Volker Beck (K&ouml;ln)</em></p>
<p><em>(3) Mein W&auml;hlerbrief zur Bundestagsentscheidung vom 20.10.1998</em></p>
<p><em>(4) UN-Sicherheitsrats-Resolution 1199 (1998) vom 23. September 1998</em></p>
<p><strong>Am 16. Oktober 1998 billigte der Bundestag</strong> mit 500 von 580 abgegebenen Stimmen den Antrag der Bundesregierung f&uuml;r eine &bdquo;Deutsche Beteiligung an den von der NATO geplanten begrenzten und in Phasen durchzuf&uuml;hrenden Luftoperationen zur Abwendung einer humanit&auml;ren Katastrophe im Kosovo-Konflikt&ldquo;. Erstmalig in der Geschichte der Bundesrepublik billigte damit der Bundestag die Teilnahme der Bundeswehr an einem ausdr&uuml;cklichen Kampfeinsatz, an Krieg. (Drucksache 13/11469, <a href="http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/13/114/1311469.pdf">http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/13/114/1311469.pdf</a> )</p>
<p>Die Bundestagssitzung fand in einer politischen &Uuml;bergangsphase statt: Knappe drei Wochen nach der Bundestagswahl vom 29. September, in der Schlussphase der rot-gr&uuml;nen Koalitionsverhandlungen und vor der Konstituierung des neuen Bundestages am 26. Oktober. Es war die 248. und letzte Plenarsitzung der 13. Legislaturperiode. Unter den 21 DebattenrednerInnen die Noch-Minister Kinkel und R&uuml;he, der Noch-Ministerpr&auml;sident Schr&ouml;der und die Noch-nicht-Minister Fischer und Scharping. Von der b&uuml;ndnisgr&uuml;nen Fraktion stimmten 26 KollegInnen zu, neun lehnten ab, acht enthielten sich. Meine Position dokumentierte ich in der unten stehenden Pers&ouml;nlichen Erkl&auml;rung zur Abstimmung, die auch von Kerstin M&uuml;ller und Volker Beck mitgetragen wurde. Insgesamt gaben 97 Abgeordnete eine Erkl&auml;rung zur Abstimmung ab. (Plenarprotokoll 13/248 vom 16.10.1998, <a href="http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/13/13248.pdf">http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/13/13248.pdf</a></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">(1) Pers&ouml;nliche Aufzeichnungen aus Fraktion und Verteidigungsausschuss ab Mai 1998</span></strong>(Kladde VIII)</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">06. Mai 1998, 98. Sitzung des Verteidigungsausschusses</span>, TOP Ex-Jugoslawien/Kosovo: Serbische Truppen verst&auml;rkt, Zugang von Helfern im Allgemeinen gew&auml;hrleistet, nicht aber bei Krisensituationen. Kontaktgruppe: Belgrad trage Hauptverantwortung daf&uuml;r, dass es keinen Dialog gebe. Einfrieren serbischer Guthaben wurde von Russland abgelehnt. Sanktionsbeschl&uuml;sse gebe es nur von westlichen Staaten. (&hellip;) Besonders problematische Lage zu Albanien. Bisher Verst&auml;rkung der OSZE-Beobachter. SPD-MdB zur besonderen Problematik von Kosovo-Albanern, die sich in Kommunen am wenigsten an Spielregeln halten, von ihnen viele straff&auml;llig, mittelalterliche Verh&auml;ltnisse im Kosovo.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">16. Juni, AK V (Internationales) der Fraktion B&uuml;ndnis 90/Die Gr&uuml;nen</span>, TOP Kosovo:</p>
<p>Gerd Poppe (seit 1990 im Bundestag): Gr&uuml;ne aktivste Partei in Sachen KOS, seit 1991 immer wieder reingebracht! Meinungsf&uuml;hrer &ndash; bis zur Vorlage der Gr&uuml;nen vor drei Wochen, der andere Fraktionen zustimmten. Klare Position zu Menschenrechtsfragen. Einm&uuml;tig zum Versagen der Internationalen Gemeinschaft, ihrer &nbsp;Inkonsequenz. Serbische Kriegf&uuml;hrung &auml;hnlich wie in Bosnien, &auml;hnliche Massaker wie in Srbrenica seien m&ouml;glich. UCK organisiere sich zunehmend. Erste Versuche einer milit&auml;rischen Organisation. Bisher habe sie noch keine terroristischen Akte begangen. Position von Rugova werde schw&auml;cher. Nachbarl&auml;nder seien st&auml;rker gef&auml;hrdet als im Fall Bosnien. (&hellip;)</p>
<p><strong><em>&nbsp; B&uuml;ndnisgr&uuml;ne Initiativen + Stellungnahmen zum KOS-Konflikt:</em></strong></p>
<p><em>&nbsp; - Antrag von Gerd Poppe u.a.: Zur Lage im Kosovo, Drs. 12/780, 17.06.1991</em></p>
<p><em>&nbsp; - Presseerkl&auml;rungen von Gerd Poppe zu &bdquo;Sofortiger Abschiebestopp f&uuml;r KOS-Albaner&ldquo;,</em></p>
<p><em>&nbsp;&nbsp;&nbsp; 15.11.1993, und &bdquo;Diesmal muss Europa rechtzeitig helfen&ldquo;, Ergebnisse einer Reise nach </em></p>
<p><em>&nbsp;&nbsp;&nbsp; KOS, 10.06.1996</em></p>
<p><em>&nbsp; - Antrag Gerd Poppe u.a.: &bdquo;Lage der Albaner im KOS, Drs. 13/5752 09., 10.1996</em></p>
<p><em>&nbsp; - Entschlie&szlig;ungsantrag von Gerd Poppe u.a.: F&uuml;r eine Verhandlungsl&ouml;sung im Kosovo, Drs.</em></p>
<p><em>&nbsp;&nbsp;&nbsp; 13/10543, 04.03.1998</em></p>
<p><em>&nbsp; - Rede am 07.05.1998 zu TOP 11, Entschlie&szlig;ungsantrag zur Beratung &uuml;ber den</em></p>
<p><em>&nbsp;&nbsp;&nbsp; Gesetzentwurf zum Vertrag von Amsterdam), Plenarprotokoll 13/235</em></p>
<p><em>&nbsp; - Pressemitteilung von Helmut Lippelt: KOS: Einmischung jetzt!&ldquo;, 08.06.1998</em></p>
<p><em>&nbsp; - Pressemitteilung von Angelika Beer: KOS: Auf handlungsf&auml;hige Alternativen wie UNO </em></p>
<p><em>&nbsp;&nbsp;&nbsp; und OSZE setzen, 12.06.1998</em></p>
<p><em>&nbsp; - Pressemitteilung von Gerd Poppe: KOS. Einen neuen V&ouml;lkermord verhindern! 15.06.1998</em></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">17. Juni, 100. Sitzung des Verteidigungsausschusses</span>, TOP Kosovo:</p>
<p>Au&szlig;enminister (AM) Kinkel: Serbien habe einen Cordon Sanitaire zwischen Kosovo und Serbien gelegt; Hauptfl&uuml;chtlingswelle drohe gegen Deutschland. Radikalisierung im Kosovo, Rugova gleite es aus der Hand. &bdquo;Wir habe nicht mehr viel Zeit. Politisch-diplomatische L&ouml;sung muss absolut im Vordergrund stehen.&ldquo; Aufnahme von Verhandlungen mit dem Ziel Autonomie bei Respektierung der territorialen Integrit&auml;t der BRJ. Zu KOS werde auf Vorschlag von GB Mandat angestrebt. RUS + CHI seien bisher dagegen. NATO sprach von ausreichender Rechtsgrundlage. Im Normalfall sei ein Mandat des Sicherheitsrates gefordert, au&szlig;er bei Selbstverteidigung. Letzteres sei aber nicht zu erwarten. US-Auffassung sei, dass bei massivsten Menschenrechtsverletzungen eine humanit&auml;re Intervention rechtm&auml;&szlig;ig sei. Im V&ouml;lkerrechtsdiskurs werde das &uuml;berwiegend abgelehnt. Genozid-Resolution: keine Rechtsgrundlage. Denkbar sei, dass Russland nicht zustimmen, aber auch kein Veto einlegen w&uuml;rde.</p>
<p>Verteidigungsminister R&uuml;he: Unter NATO-Verteidigungsministern w&uuml;rden inzwischen schwerwiegende milit&auml;rische Optionen gepr&uuml;ft. Das war letzte Woche noch nicht so. Einvernehmen, dass rasch glaubhafte milit&auml;rische Handlungsoptionen entwickelt werden m&uuml;ssen. Ablehnung von Scheinl&ouml;sungen. Das Kernproblem liege im KOS selbst, nicht in Albanien oder Mazedonien. Alle st&uuml;tzen britische Initiative, f&uuml;r Art.-VII-Aktion ein Mandat zu bekommen. Einig sei man, dass milit&auml;risches Eingreifen nur letztes Mittel sein d&uuml;rfe. (Dreiklang: milit&auml;rischer Druck, Sanktionen, milit&auml;rische Aktion) Untersuchungsauftrag f&uuml;r volles Spektrum milit&auml;rischer Aktionen, um Vertreibung zu beenden und Voraussetzungen f&uuml;r Verhandlungen zu schaffen. Beschl&uuml;sse zu vorsorglicher Planung von acht Ma&szlig;nahmen: Unterst&uuml;tzung Embargo zivile Luftverkehr, Flugverbotszone &uuml;ber KOS, &Uuml;berwachung + Durchsetzung einer Ausschlusszone f&uuml;r schwere Waffen (ansonsten Luftangriffe), NATO-Luft&uuml;berwachung, luftgest&uuml;tzte Zerst&ouml;rung serbischer F&uuml;hrungseinrichtungen, Abwurf humanit&auml;rer Hilfsg&uuml;ter, Luftangriffe auf ausgew&auml;hlte Ziele (im KOS eingesetzte Spezialkr&auml;fte und &ndash;polizei), Einsatz von Luft- und Landstreitkr&auml;ften zur Absicherung eines Abkommens. Die Hauptrolle liege bei der Luftwaffe. Unterst&uuml;tzung der UN- und OSZE-Beobachter.</p>
<p>Ein MdB: Unsere Pr&auml;ventionsanspr&uuml;che sind in EU gescheitert.</p>
<p>AM zum &bdquo;Versagen der Pr&auml;vention&ldquo;: Das sei eben was schwieriger als mit Milit&auml;r zu drohen. Problematisch sei das Verhalten einiger Partner. Verpflichtung, auf drohende Fl&uuml;chtlingsstr&ouml;me hinzuweisen. Der Vorwurf, Fl&uuml;chtlingsabwehr sei prim&auml;r&ldquo;, sei &bdquo;b&ouml;se&ldquo;.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">26. Juni, Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Frieden + Internationales</span>, TOP KOS:</p>
<p>Helmut Lippelt, MdB: KOS werde in der Tat in Partei und BAG vernachl&auml;ssigt, Fraktion bei dem Thema aber federf&uuml;hrend.</p>
<p>- Ausgangspunkt des Konflikts die chauvinistisch-nationalistische Hetzte von Milosevic seit Ende der 80er Jahre.</p>
<p>- Seit zehn Jahre gebe es gewaltfreien Widerstand! Aber inzwischen Autorit&auml;tsverlust von Rugova. -Bev&ouml;lkerung unterst&uuml;tzt an Rugova vorbei die UCK zu 90% und w&auml;hle ihn weiter mit 90%. (Doppelstrategie)</p>
<p>- Der UCK k&ouml;nne man keine einzige Waffe abkaufen, Bei der UCK laufe ein Prozess der Selbstbewaffnung. Sie beginnen als &bdquo;Dorfw&auml;chter&ldquo;. Deshalb seien zun&auml;chst keine politischen Vertreter zu fassen. (Die Dorfw&auml;chter seien eine Reaktion auf die Dorfvernichtung durch serbische Kr&auml;fte)</p>
<p>- In den letzten acht Jahren habe es verzweifelte L&ouml;sungsversuche gegeben. Mit der -Nichtber&uuml;cksichtigung KOS`s bei Dayton wurde der entscheidende Moment verpasst. (Helmut versuchte Vermittlung zwischen Helsinki-Komitee und Kinkel) Seit Jahren Vermittlungsbem&uuml;hungen von OSZE-Gonzales.</p>
<p>&nbsp;Die Bundesregierung sei v&ouml;llig widerspr&uuml;chlich und angreifbar.</p>
<p>- Kernforderung: Abzug der Sondereinheiten, die f&uuml;r &Uuml;berf&auml;lle verantwortlich seien. Problem sei nur, wo Sondereinheiten abziehen, sei die UCK da.</p>
<p>Martina (Friedensforscherin mit Regionalexpertise): Ein Anspruch, die L&ouml;sungsvorschl&auml;ge zu haben, sei vermessen. Autonomie wurde 1989 aberkennt. Wenn KOS Autonomie zur&uuml;ck bek&auml;me, gebe das Ermutigung f&uuml;r die Vojvodina u.a. Gebiete.</p>
<p>Aberwitzig sei, dass ein zivilgesellschaftlicher Akteur wie das Balkan Peace Team/BPT (Kr&auml;fte gegen Polarisierung) vor dem finanziellen Aus stehe. Ein Antrag bei der EU sei versackt. Es bestehe die Gefahr, dass sie innerhalb kurzer Frist ihre Leute zur&uuml;ckholen m&uuml;ssen. (Aufgabe der Fraktion!) Was zur St&auml;rkung und Vernetzung der unabh&auml;ngigen Medien tun?</p>
<p>L.H.: Laut FAZ gebe es 30.000 UCK-K&auml;mpfer. Andere Hinweise, dass UCK kurzfristig 300.000 Mann unter Waffen haben k&ouml;nne.</p>
<p>M.: BPT seit Anfang 90er Jahre im KOS. Schon vor Jahren Warnung, dass mit genug Geld Waffen aufgekauft werden k&ouml;nnten. Naiv. Kosovo-albanische Forderungen haben sich radikalisiert, haben Verhandlungsl&ouml;sung gar nicht n&ouml;tig.</p>
<p>Wilhelm: KOS-Albaner werden durch die NATO-Haltung befl&uuml;gelt. Separatistische Bewegungen sollten nach denselben Ma&szlig;st&auml;ben beurteilt werden. Morde an spanischen Polizisten im Baskenland werden europaweit als Mord gebrandmarkt &ndash; gegen Morde an serbischen Polizisten gebe es keine Proteste. UCK sei eine Terrororganisation. Sie sei genauso illegal wie die RAF. Auch Serben werden von KOS-Albanern vertrieben.</p>
<p>P.: Bezeichnung &bdquo;B&uuml;rgerkrieg&ldquo; treffe es nicht richtig. Es gebe eine lange Unterdr&uuml;ckungsgeschichte und massive Diskriminierung, abgemildert in Jugoslawien. Das kollektive Bewusstsein sei von dieser Unterdr&uuml;ckung gepr&auml;gt. In den letzten Monaten gab es Angriffe der Armee auf die eigene Bev&ouml;lkerung. Diese Bev&ouml;lkerung hat Recht auf Schutz! Solche fortgesetzte Unterdr&uuml;ckung f&ouml;rdere Wunsch nach Unabh&auml;ngigkeit.</p>
<p>M.F.: Asymmetrischer Konflikt, wo eine diktatorische Staatsmacht gegen die eigene Bev&ouml;lkerung vorgehe.</p>
<p>Schon das Reden &uuml;ber milit&auml;rische Eingriffe wecke falsche Erwartungen und wirke konfliktversch&auml;rfend.</p>
<p>Problem der Negativsanktionen, dass dar&uuml;ber viele gute Leute aus dem Land getrieben w&uuml;rden. Mehr &uuml;ber positive Sanktionen nachdenken?</p>
<p>Mehr als 50% unter 20 Jahre, sie sind aufgewachsen in einem Schattenstaat ohne jede Perspektive.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Ab Juli Bundestagswahlkampf</span> (<em>W. N. Direktkandidat in M&uuml;nster</em>): Bei meinen 93 Wahlkampfveranstaltungen KOS nahezu kein Thema.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">27. September 1998, Konstituierende Fraktionssitzung:</span></p>
<p>J&uuml;rgen T.: (&hellip;) Historische Chance , die es vielleicht nur einmal gibt!!</p>
<p>Joschka F.: Z&auml;sur: erstmalig Abwahl einer Bundesregierung. Das wird`s in Zukunft eher geben, schnellere Pendelausschl&auml;ge.</p>
<p>Rollenver&auml;nderung f&uuml;r jeden von uns! Riesenchance. Wenn wir sie nicht nutzen, werden wir gnadenlos betraft. Von hinten her denken, Regieren unter Allwetterbedingungen!</p>
<p>Andrea F.: Viele sind &uuml;ber Rot-Gr&uuml;n auch beunruhigt. Politik nicht nur auf die Zustimmung des eigenen Milieus richten, Politik f&uuml;r gesellschaftliche Mehrheit!</p>
<p>Gewaltiger Rollenwechsel. Von Enth&uuml;llung zur Gestaltung + Verteidigung von Regierungshandeln.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">06. Oktober, Fraktionssitzung</span>, TOP Kosovo (neben Koalitionsverhandlungen):</p>
<p>Joschka F.: F&uuml;r uns gelte weiter UN first! R&uuml;he fahre weiter alten Kurs. Verheerende humanit&auml;re Situation im KOS. In Washington wahrscheinlich erster Test auf Rot-Gr&uuml;n.</p>
<p>Helmut L.: Im KOS ein F&uuml;nftel der Bev&ouml;lkerung entwurzelt, auf der Flucht. Report von Kofi Annan gewichte anders als das F&uuml;hrungszentrum Bundeswehr.</p>
<p>Winni: Frage nach der M&ouml;glichkeit einer internationalen, UN-mandatierten&nbsp; Polizeiaktion, wie sie von Andreas Zumach vorgeschlagen/empfohlen wurde.</p>
<p>Joschka: Der Vorschlag wurde sofort &uuml;ber Helmut L. aufgenommen und mit N.N. beredet. Mittelfristig sinnvoll, kurzfristig aber nicht umsetzbar.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">13.10., Dienstag 15.00, Fraktionssitzung</span>, einziger TOP KOS <em>(letzte Sitzung vor der Bundestagsdebatte und -entscheidung am 16.10.)</em>:</p>
<p>Joschka: Wir haben die Situation vorgefunden. Dramatische Zuspitzung in letzten Monaten, humanit&auml;re Katastrophe drohte. KOS nicht gleich Bosnien. Rechtsgrundlage nicht so eindeutig wie bei BOS. Gr&uuml;ne Position: Eindeutige Mandatierung notwendig! Selbstmandatierung laufe der Internationalisierung des Gewaltmonopols zuwider. Hier erheblicher Diskussions- und Entscheidungsbedarf.</p>
<p>Egal, wie wir uns entscheiden &ndash; wir haben keine eigene Gestaltungsm&ouml;glichkeit. Echte Zwickm&uuml;hle!</p>
<p>Rolle R&uuml;he`s sei im zeitlichen Abstand genauer zu kl&auml;ren.</p>
<p>Vertrag (von US-Sonderbeauftragtem Holbrooke und Milosevic unterzeichnet) gekl&auml;rt: Volle Umsetzung der Sicherheitsrats-Resolution 1199 und Implementierung. (a) &Uuml;berwachung durch 2.000 OSZE-Beobachter, RUS bereit zur Beteiligung, (b) Luft&uuml;berwachung, (c) Autonomie-Regelung mit eigener Legislative und Exekutive und KOS-Polizei.</p>
<p>Die Activation Order der NATO bleibe bestehen, ihre Aussetzung sei nach dem n&auml;chstem NATO-Rat m&ouml;glich. Die Zustimmung dazu sei jetzt einfacher. Mir w&auml;re Entscheidung unendlich schwer gefallen. Ohne Deutschland w&auml;re der Druck weg!!</p>
<p>Marie: K&ouml;nnen 2.000 Beobachter das wirklich schaffen?</p>
<p>Christian S.: Ihm sei ein Stein vom Herzen gefallen. Die Vereinbarung sei richtig. Widerspruch zur Haltung der Gr&uuml;nen in den letzten Tagen, die in vollem Gegensatz zu zentralen programmatischen Positionen gestanden h&auml;tte. Das war eine v&ouml;llig neue Ausrichtung gr&uuml;ner Politik. Es d&uuml;rfe doch nicht sein, dass Vorbereitung + Drohung mit Krieg ein normales Mittel der Politik werde, dass wir die ganzen Prinzipien &uuml;ber Bord werfen.</p>
<p>Ludger V.: Vorbehalte gegen&uuml;ber einer NATO-Operation, Konflikt zwischen Legitimit&auml;t und Legalit&auml;t. Effizienz bis gestern Abend sehr unklar. Nachdem die Eskalation soweit gediehen war, w&auml;re gr&uuml;nes/deutsches &bdquo;Zur&uuml;ck&ldquo; keine Option mehr.</p>
<p>Extrem schwierige Abw&auml;gung zwischen NATO-Loyalit&auml;t und V&ouml;lkerrecht. Deshalb von ihm bei der Abstimmung keine Zustimmung.</p>
<p>Kerstin &auml;u&szlig;ert Zweifel.</p>
<p>Winni: Zweifacher Bruch von Programmfestlegungen. Milit&auml;rischer Zwang alternativlos?</p>
<p>Joschka: Absoluter Bruch mit gr&uuml;ner Programmatik. Das sei ein schlimmster Alptraum f&uuml;r den Einstieg in eine neue Politik, wo wir zugleich mit Krieg als Mittel der Politik, Krieg gegen Serbien agieren. Er teile fast alle Einw&auml;nde. Aber w&uuml;rden wir die Einw&auml;nde zu Ende denken und w&uuml;rde ich ablehnen, dann w&auml;re Schluss mit der Koalition!!</p>
<p>Milosevic sei der Ausgangspunkt f&uuml;r die Kriegsgefahr auf dem Balkan. Vorsicht also im Umgang mit dem Begriff &bdquo;v&ouml;lkerrechtswidrig&ldquo;. Vorsicht auch vor falschen T&ouml;nen der US-Kritik. Europa allein/ohne USA werde offenbar mit seinen Problemen nicht fertig.</p>
<p>Mich w&uuml;rde eine Mehrheit bei der Abstimmung st&auml;rken, mit einer Delle w&uuml;rde ich klarkommen. Ausdr&uuml;cklicher Dank an Angelika, Ludger wegen vertrauensvoller Zusammenarbeit und f&uuml;r die Diskussion.</p>
<p>(Insgesamt sehr sachliche Diskussion ohne Funken an Vorw&uuml;rfen)</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">15.10., Donnerstag, 11.30, 104. Sitzung Verteidigungsausschuss</span> zu NATO-Einsatz KOS:</p>
<p>Verteidigungsminister R&uuml;he: NATO-Beschl&uuml;sse zu zwei Luftoperationen. H&ouml;chstes Ma&szlig; an Abschreckung zur Unterst&uuml;tzung des politischen Prozesses. Die deutsche Mitwirkung sei auch unter dem Aspekt der B&uuml;ndnissolidarit&auml;t in integrierten Strukturen zu sehen. Es war wichtig auch in den letzten Stunden der Verhandlungen. Was w&auml;re, wenn Deutschland abseits gestanden h&auml;tte?</p>
<p>Dies sei ein konkretes Beispiel daf&uuml;r, dass man nicht nur &uuml;ber Menschenrechte und das moralisch Gute reden d&uuml;rfe, sondern daf&uuml;r auch immer wieder Milit&auml;r einsetzen m&uuml;sse.</p>
<p>Die Operation Luftverifikation sei ein Eingriff in die jugoslawische Souver&auml;nit&auml;t und werde am Freitag unterzeichnet. RUS sei vielleicht dabei.</p>
<p>Die Option einer Reaction Force im Umfeld des KOS sei zu pr&uuml;fen. Es w&auml;re eine extrem schwierige Operation.</p>
<p>Die OSZE-Mission und die Luftverifikation erhalten keine Sanktionsmechanismen. Deshalb m&uuml;sse &bdquo;das Schwert gezogen bleiben&ldquo;.</p>
<p>StM AA Hoyer: Seit Montag noch keine nachhaltige Verbesserung im Kosovo. Es bestehe aber die Hoffnung, dass ein Einsatz erspart bleibe.</p>
<p>Die 2.000 OSZE-Beobachter sollen ein Jahr lang vor Ort sein, 200 von ihnen sollen aus Deutschland kommen. Angesichts bisheriger Meldungen von qualifizierten Freiwilligen keine Bedenken, die 200 zusammenzubekommen. Das OSZE-Mandat werde robust sein, enges Zusammenwirken mit der NATO und ihrer Eingreiftruppe.</p>
<p>Breuer/Obmann Union: Eine UNPROFOR-Situation (Geiselnahme von UN-Blauhelmen im Bosnienkrieg) d&uuml;rfe sich nicht wiederholen. &Uuml;ber eine Schutz- und Rettungskomponente sei nachzudenken. Das V&ouml;lkerrecht d&uuml;rfe nicht den V&ouml;lkerrechtsverletzern dienen, sondern den Opfern.</p>
<p>Kolbow, SPD-MdB: Nichtbeteiligung h&auml;tte irreparablen Schaden bedeutet. Die Rechtsgrundlage sei ausreichend.</p>
<p>Angelika: Milosevic sei noch nicht zu trauen, kein Zur&uuml;cklehnen!</p>
<p>V&ouml;lkerrechtlich sei die Lage hochproblematisch. &Auml;u&szlig;erste Bedenken gegen die Selbstmandatierung der NATO. Das Abstimmungsverhalten der Gr&uuml;nen Fraktion sei frei, im Verteidigungsausschuss heute Enthaltung.</p>
<p>Einsiedel/PDS: Verweis auf das BVG-Urteil zu Auslandseins&auml;tzen und die Bindung an Mandate. Milit&auml;rischer Angriff sei Parteinahme f&uuml;r die UCK, die st&auml;ndig ausgeblendet werde. Die PDS sage eindeutig nein!</p>
<p>Pfl&uuml;ger/Union: &bdquo;Acting under Chapter VII &hellip;&ldquo; sei eine klare v&ouml;lkerrechtliche Legitimation. Ein Mandat des Sicherheitsrates w&auml;re der K&ouml;nigsweg gewesen. Es sei aber nicht die einzige M&ouml;glichkeit. Solche Situationen werde es in den n&auml;chsten Jahren immer wieder geben. Deshalb seien neuere &Uuml;berlegungen zum V&ouml;lkerrecht, zu humanit&auml;ren Interventionen notwendig.</p>
<p>Schulte/SPD: Zu 50,1% Zustimmung. Gute OSZE-Leute habe man nicht einfach so. <em>(Anm.: Ansonsten spielt die Frage der notwendigen Eignung und Einsatzvorbereitung der in die KOS Verifikation Mission der OSZE Entsandten keine Rolle!)</em></p>
<p>R&uuml;he: Er verwahre sich gegen den &bdquo;Kampfbegriff&ldquo; der &bdquo;Selbstmandatierung der NATO&ldquo;. Die NATO d&uuml;rfe sich bei Stabilit&auml;tsexport und Krisenmanagement nicht vom russischen Veto abh&auml;ngig machen. Bedeutung gehe weit &uuml;ber den Einzelfall hinaus.</p>
<p>Keine &Auml;quidistanz gegen&uuml;ber den Konfliktparteien!</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">16.10., Freitag, 10.00 Uhr, Plenarsitzung des Bundestages</span> im Wasserwerk: Erst Regierungserkl&auml;rung zum Kosovo-Mandat, dann zwei Stunden Debatte und namentliche Abstimmung.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">(2) Pers&ouml;nliche Erkl&auml;rung zur Abstimmung am 16. Oktober 1998 von</span> &nbsp;</strong><strong><span style="text-decoration: underline;">Winfried Nachtwei, Kerstin M&uuml;ller (K&ouml;ln), Volker Beck (K&ouml;ln)</span></strong>(<strong>Hervorhebungen</strong> nacht&auml;glich)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Wahlkampf ist kaum drei Wochen vorbei. In ihm war die Au&szlig;enpolitik praktisch kein Thema. H&auml;tte es nicht die Interventionen von Eine-Welt-Gruppen gegeben, w&auml;ren die au&szlig;en- und friedenspolitischen Herausforderungen gar nicht zur Sprache gekommen.</p>
<p><strong>Heute hat der Bundestag erstmalig in der Geschichte der Bundesrepublik</strong> Deutschland &uuml;ber die Beteiligung der Bundeswehr an einem ausdr&uuml;cklichen Kampfeinsatz abzustimmen. Das Gewicht der heutigen Entscheidung wird kaum dadurch gemindert, dass die Luftangriffe der NATO wegen des bisherigen Einlenkens des jugoslawischen Pr&auml;sidenten und der in Aussicht stehenden OSZE-&Uuml;berwachungsmission weniger wahrscheinlich geworden sind.</p>
<p>- <strong>Hauptverantwortlicher</strong> f&uuml;r diese &auml;u&szlig;erste Zuspitzung des Kosovo-Konfliktes ist der jugoslawische Pr&auml;sident und Hauptkriegsverbrecher Milosevic mit seiner bis zum Krieg eskalierenden jahrelangen Unterdr&uuml;ckungspolitik gegen&uuml;ber der albanischen Bev&ouml;lkerungsmehrheit und seiner v&ouml;lligen Taubheit gegen&uuml;ber den Appellen der internationalen Gemeinschaft.</p>
<p>- <strong>Mitverantwortlich</strong> ist aber auch diese internationale Gemeinschaft selbst, die gegen&uuml;ber dem Kosovo-Konflikt &uuml;ber Jahre eine deklamatorische, uneinheitliche und konzeptionslose Politik betrieb, den bewundernswerten gewaltfreien Widerstand der Kosovo-Albaner im Stich lie&szlig; und damit den Bef&uuml;rwortern eines bewaffneten nationalen &bdquo;Befreiungskampfes&quot; Auftrieb verlieh.</p>
<p>- Fr&uuml;hzeitige und hartn&auml;ckige Initiativen unserer Fraktion - und vor allem unseres Kollegen Gerd Poppe - zur L&ouml;sung des Kosovo-Konflikts fanden bei der herrschenden Politik nicht das notwendige Geh&ouml;r; Menschenrechtsaktivisten, zum Beispiel das Balkan Peace Team, blieben ohne jede offizielle F&ouml;rderung. Exemplarisch f&uuml;r die auch in diesem Hause vorherrschende Ignoranz gegen-&uuml;ber dem Pulverfass Kosovo war die Bundestagsdebatte zum Kosovo, die in die Abendstunden des 7. Mai 1998 abgedr&auml;ngt wurde, w&auml;hrend das f&uuml;r den Wahlkampf so &bdquo;wichtige&quot; Bekenntnisthema Bundeswehrgel&ouml;bnis in Frankfurt/Oder das Bundestagsplenum am folgenden Morgen zu bester Medienzeit besch&auml;ftigte.</p>
<p>- Auch als die serbischen &bdquo;Sicherheitskr&auml;fte&quot; den Kampf gegen die UCK zum Krieg gegen die kosovo-albanische Zivilbev&ouml;lkerung ausgeweitet hatten, blieben die beschlossenen Sanktionen der westlichen Staaten gegen&uuml;ber Jugoslawien halbherzig und deshalb unglaubw&uuml;rdig.</p>
<p><strong>Zuletzt schilderte UN-Generalsekret&auml;r Kofi Annan in seinem Bericht Anfang Oktober </strong><em>( S/1998/912, </em><a href="http://undocs.org/S/1998/912"><em>http://undocs.org/S/1998/912</em></a><em> )</em> eindeutig die Lage der in die W&auml;lder geflohenen Zivilbev&ouml;lkerung. Da Hilfsorganisationen zu ihnen keinen ungehinderten Zugang h&auml;tten, drohe mit dem kommenden Winter f&uuml;r Zehntausende von Menschen eine humanit&auml;re Katastrophe.</p>
<p><strong>Die ma&szlig;geblichen westlichen M&auml;chte</strong> schlossen von vornherein eine gro&szlig;e von den UN gef&uuml;hrte internationale Polizeiaktion aus und fixierten sich einzig auf die Planung eines Milit&auml;reinsatzes der NATO. Dieser wurde damit angesichts des n&auml;her r&uuml;ckenden Winters und der bisherigen Starrheit des jugoslawischen Pr&auml;sidenten zur einzigen und alternativlosen Option, um die humanit&auml;re Katastrophe abzuwenden und den Forderungen der Resolution 1199 des UN-Sicherheitsrates <em>(SR-Res 1199 (1998), </em><a href="http://www.un.org/depts/german/sr/sr_98/sr1199.pdf"><em>http://www.un.org/depts/german/sr/sr_98/sr1199.pdf</em></a><em> ) </em>zum Durchbruch zu verhelfen.</p>
<p>Zugleich war aber die Option von NATO-Luftschl&auml;gen mit einem <strong>enormen Eskalationsrisiko</strong> behaftet. Niemand wusste, was geschehen w&auml;re, wenn die Luftangriffe nicht das gewollte politische Einlenken, sondern eine Verh&auml;rtung der serbischen Haltung gebracht und der UCK Auftrieb verschafft h&auml;tten. Die Androhung massiver milit&auml;rischer Gewalt war - wieder einmal - Resultat einer gescheiterten, weil vernachl&auml;ssigten Krisenpr&auml;vention und hochriskant. Dass sie nach Ank&uuml;ndigung der vollen deutschen Beteiligung offenbar gewirkt und den serbischen Pr&auml;sidenten im letzten Moment zum Einlenken gebracht hat, kann alle nur mit Erleichterung erf&uuml;llen.</p>
<p><strong>Der von der OSZE zu kontrollierende Abzug der serbischen Sicherheitskr&auml;fte</strong> ist die Grundvoraussetzung, die drohende humanit&auml;re Katastrophe abzuwenden, die Menschenrechte im Kosovo wiederherzustellen und eine friedliche Konfliktl&ouml;sung anbahnen zu k&ouml;nnen. Nach aller ern&uuml;chternden Erfahrung ist aber weiterer Druck auf Milosevic unverzichtbar, um ihn verhandlungs- und kompromissbereit zu halten.</p>
<p>Zugleich k&ouml;nnen wir nicht hinnehmen, dass die <strong>Androhung der NATO-Luftangriffe ohne ein klares Mandat des UN-Sicherheitsrates</strong> erfolgte. Dies steht im Widerspruch zum V&ouml;lkerrecht und beeintr&auml;chtigt das Gewaltmonopol der UN. Die Selbstmandatierung der NATO schw&auml;cht massiv die Autorit&auml;t der UN und schafft f&uuml;r die k&uuml;nftige internationale Ordnung einen gef&auml;hrlichen Pr&auml;zedenzfall. Er leistet der Wiederauferstehung eines internationalen Rechts der St&auml;rkeren Vorschub. Der unmandatierte Milit&auml;reinsatz der NATO wird dadurch noch gef&auml;hrlicher, dass seine Hauptbetreiber ihn keineswegs als absoluten Ausnahmefall verstehen, sondern als einen bedeutenden Schritt bei dem Bestreben, die NATO bei der Verteidigung vitaler Interessen jenseits der B&uuml;ndnisverteidigung unabh&auml;ngiger von einer UN- Mandatierung zu machen. Wie anders sind &Auml;u&szlig;erungen des bisherigen Verteidigungsministers R&uuml;he und anderer CDU-Vertreter zu verstehen, ein UN- Mandat sei ein Ideal und &bdquo;K&ouml;nigsweg&quot; (also nicht der Alltag), und die NATO k&ouml;nne sich bei ihren Aufgaben der Krisenbew&auml;ltigung nicht von einem russischen Veto abh&auml;ngig machen? Der Widerspruch des unmandatierten Milit&auml;reinsatzes der NATO zum geltenden V&ouml;lkerrecht l&auml;sst sich nicht kleinreden und kaschieren.</p>
<p>Auf der anderen Seite ist es &uuml;berzogen und verk&uuml;rzt, ihn als &bdquo;v&ouml;lkerrechts- und grundgesetzwidrigen Angriffskrieg&quot; zu bezeichnen und damit auf eine Stufe zu stellen zum Beispiel mit dem deutschen &Uuml;berfall auf Polen. Dass das Prim&auml;rziel der NATO-Drohung eindeutig humanit&auml;r ist, dass es um die Durchsetzung der Sicherheitsratsresolution 1199 als Voraussetzung eines Friedensprozesses im Kosovo geht, kann nicht einfach beiseite gewischt werden.</p>
<p><strong>Wir stehen heute in dem Dilemma zwischen aktueller humanit&auml;rer Herausforderung und der f&uuml;r den Weltfrieden elementaren Verpflichtung auf das V&ouml;lkerrecht</strong>. Dieser Konflikt ist nicht l&ouml;sbar. Deshalb stimmen wir mit Enthaltung.</p>
<p>In den kommenden Tagen und Wochen kommt es darauf an, die OSZE zur Durchf&uuml;hrung einer wirksamen Beobachtermission zu bef&auml;higen und die Fehler zu vermeiden, die die Staatengemeinschaft bei der UN-Blauhelmmission in Bosnien machte.</p>
<p>Dringend notwendig ist eine koh&auml;rente und beharrliche Politik der zivilen Konfliktbearbeitung, um im Kosovo langfristig tats&auml;chlichen Frieden zu schaffen. Hierf&uuml;r haben gestern Pers&ouml;nlichkeiten aus Friedensforschung Friedensbewegung fundierte Vorschl&auml;ge vorgelegt.</p>
<p><strong>Die neue Bundesregierung ist in der Verantwortung</strong>, dass der heutige Beschluss des Bundestages kein Pr&auml;zedenzfall f&uuml;r die Ausrichtung der k&uuml;nftigen deutschen Sicherheitspolitik wird, sondern Ausnahme bleibt in einer Situation, wo eine neue Mehrheit die von der alten Regierung hinterlassene Erblast bew&auml;ltigen muss.</p>
<p>Der Verlauf des Kosovo-Konflikts macht erneut deutlich, wie dringend notwendig neben aller Kontinuit&auml;t eine Neuorientierung der Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik ist: hin zu ernsthafter Krisenpr&auml;vention, weg von der Fixierung auf milit&auml;rische &bdquo;Katastrophenhilfe&quot;, die dann zum Zuge kommt, wenn es mal wieder zu sp&auml;t ist, die obendrein immer besonders teuer und hochriskant ist. Die neue Bundesregierung wird diese friedenspolitische Herausforderung selbstbewusst, entschlossen und besonnen angehen. Sie kann sich dabei auf die konstruktiven und ermutigenden Erfahrungen st&uuml;tzen, die viele Nichtregierungsorganisationen, Friedensfachkr&auml;fte und Friedensforscher, Polizisten und Bundeswehrangeh&ouml;rige bei der Gewaltpr&auml;vention und Friedensf&ouml;rderung in Krisengebieten gemacht haben.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">(3) Mein Brief an Gr&uuml;ne und W&auml;hlerInnen zur Bundestagsentscheidung zum Kosovo-Milit&auml;reinsatz der NATO vom 20.10.1998</span></strong></p>
<p>&bdquo;Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde,</p>
<p>im Vorfeld der Bundestagsentscheidung &uuml;ber die Bundeswehrbeteiligung am Kosovo-Milit&auml;reinsatz der NATO am 16. Oktober erreichten uns viele Protestschreiben, die uns eindringlich vor einer Zustimmung warnten. F&uuml;r diese Friedensinterventionen m&ouml;chte ich mich ausdr&uuml;cklich bedanken.</p>
<p>Von unserer Fraktion stimmten 26 KollegInnen zu, neun lehnten ab, acht enthielten sich der Stimme. Meine Position habe ich in der beiliegenden Pers&ouml;nlichen Erkl&auml;rung dokumentiert, die auch von Kerstin M&uuml;ller und Volker Beck mitgetragen wurde.</p>
<p><strong>Die vorhergehende Diskussion</strong> in der b&uuml;ndnisgr&uuml;nen Fraktion verlief &auml;u&szlig;erst ernsthaft und solidarisch. Wir waren uns bewusst, dass eine Zustimmung zum Antrag der Bundesregierung der Absage unseres Programms an Kampfeins&auml;tze zuwiderlief. Wir waren uns einig in der Feststellung, dass der geplante NATO-Angriff nicht durch das V&ouml;lkerrecht gedeckt war und einen gef&auml;hrlichen Pr&auml;zedenzfall schuf. Unterschiedlich gewichteten wir den Handlungsdruck angesichts der drohenden humanit&auml;ren Katastrophe im Kosovo.</p>
<p><strong>Die Entscheidungsfindung wurde verkompliziert</strong> und belastet durch unsere Situation nach der Bundestagswahl mitten in den laufenden Koalitionsverhandlungen. Wir fanden die Kosovo-Krise und die NATO-Planungen als Erblast vor, die wir als Regierungsanw&auml;rter in dieser zugespitzten Situation nicht aktiv beeinflussen konnten, zu der wir uns aber verhalten mussten. Und dabei wurden wir erstmalig und knallhart mit den realen Kr&auml;ftekonstellationen und Machtverh&auml;ltnissen in der NATO und in Rot-Gr&uuml;n konfrontiert.</p>
<p>Wir konnten uns nicht damit begn&uuml;gen, unsere Entscheidung nur am grunds&auml;tzlich Notwendigen im Rahmen der Programmvorgaben zu orientieren. Wir hatten &ndash; und Joschka zu allererst &ndash; zu entscheiden, was hier und heute angesichts der vorgegebenen Kr&auml;fteverh&auml;ltnisse m&ouml;glich und n&ouml;tig ist. <strong>Wir hatten alle Konsequenzen unserer Verhaltensoptionen mit zu bedenken</strong>. Und dies waren im Unterschied zur Oppositionszeit nun ganz reale und gravierende politische Konsequenzen.</p>
<p>Dass der jugoslawische Pr&auml;sident Milosevic die NATO-Drohung unter Verweis auf die &bdquo;deutsche L&uuml;cke&ldquo; bis Sonntag nicht ernst nahm und erst einlenkte, als am Montag alte und k&uuml;nftige Bundesregierung eine deutsche Beteiligung von Anfang an zusagten, l&auml;uft darauf hinaus, dass es bei einem NEIN der k&uuml;nftigen Koalition&auml;re m&ouml;glicherweise oder wahrscheinlich zu den Luftangriffen der NATO gekommen w&auml;re.</p>
<p>Schlie&szlig;lich gibt es den nicht unbegr&uuml;ndeten Verdacht, dass nach den monatelangen NATO-Planungen die Zuspitzung nicht zuf&auml;llig ausgerechnet in die Zeit der Koalitionsverhandlungen platzte, wodurch Rot-Gr&uuml;n in eine potenziell selbstzerst&ouml;rerische Zwickm&uuml;hle man&ouml;vriert wurde.</p>
<p>Einige Fragen stellen sich dabei vor allem an die Rolle des bisherigen Verteidigungsministers R&uuml;he.</p>
<p><strong>In diesem hochbrisanten Dilemma mussten wir uns verhalten, aus ihm gab es kein &bdquo;sauberes&ldquo; Entkommen</strong>.</p>
<p>Um Bewusstsein dieser Situation f&auml;llten die Kolleginnen und Kollegen ihre Entscheidung &auml;u&szlig;erst gewissenhaft und in vollem Respekt vor anderen Schlussfolgerungen.</p>
<p>Die Kosovo-Entscheidung war schwerwiegend und einschneidend.</p>
<p>Sie wurde mir dadurch etwas weniger schwer, als ich gleichzeitig um den Stand der Koalitionsverhandlungen zur Au&szlig;en- und Friedenspolitik wusste: Hier konnten wir Vereinbarungen treffen, die tats&auml;chlich den Weg &ouml;ffnen zu einer Neuorientierung der Au&szlig;enpolitik Richtung Krisenpr&auml;vention und ziviler Konfliktbearbeitung, zur St&auml;rkung von UN und OSZE und einer Reform der Entwicklungszusammenarbeit. Es sind Vereinbarungen, die &uuml;ber den Weg einer Wehrstrukturkommission die Diskussion &uuml;ber die k&uuml;nftigen Aufgaben der Bundeswehr, ihre Struktur und Umfang er&ouml;ffnen.</p>
<p>Das alles sind f&uuml;r uns Herausforderungen einer konstruktiven Friedenspolitik, die wir noch vor Wochen kaum f&uuml;r m&ouml;glich gehalten haben, die wir nun aber entschlossen und besonnen anpacken m&uuml;ssen. Ich hoffe, ich konnte unser Entscheidungsdilemma etwas verst&auml;ndlich machen.</p>
<p>Mit solidarischen Gr&uuml;&szlig;en Winni Nachtwei&ldquo;</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">(4) UN-Sicherheitsrats-Resolution 1199 (1998) vom 23. September 1998 </span></strong></p>
<p>(<span style="text-decoration: underline;">Unterstreichungen von W.N.)</span></p>
<p>Der Sicherheitsrat, unter Hinweis auf seine Resolution 1160 (1998) vom 31. M&auml;rz 1998,</p>
<p>nach Behandlung der Berichte des Generalsekret&auml;rs im Einklang mit Resolution 1160 (1998) sowie insbesondere seines Berichts vom 4. September 1998,</p>
<p>&nbsp;&nbsp; in W&uuml;rdigung der Erkl&auml;rung der Au&szlig;enminister Deutschlands, Frankreichs, Italiens, der Russischen F&ouml;deration, des Vereinigten K&ouml;nigreichs Gro&szlig;britannien und Nordirland und der Vereinigten Staaten von Amerika (der Kontaktgruppe) vom 12. Juni 1998 zum Abschluss des Treffens der Kontaktgruppe mit den Au&szlig;enministern Japans und Kanadas sowie der weiteren Erkl&auml;rung, die die Kontaktgruppe am 8. Juli 1998 in Bonn abgegeben hat, sowie</p>
<p>&nbsp;&nbsp; in W&uuml;rdigung der gemeinsamen Erkl&auml;rung der Pr&auml;sidenten der Russischen F&ouml;deration und der Bundesrepublik Jugoslawien vom 16. Juni 1998,</p>
<p>&nbsp;&nbsp; Kenntnis nehmend von der Mitteilung der Ankl&auml;gerin des Internationalen Strafgerichtshofs zur Verfolgung der Verantwortlichen f&uuml;r die seit 1991 im Hoheitsgebiet des ehemaligen Jugoslawien begangenen schweren Verst&ouml;&szlig;e gegen das humanit&auml;re V&ouml;lkerrecht an die Kontaktgruppe vom 7. Juli 1998, in der sie die Auffassung zum Ausdruck bringt, dass die Situation im Kosovo einen bewaffneten Konflikt im Sinne des Mandats des Gerichtshofs darstellt,</p>
<p>&nbsp;&nbsp; <span style="text-decoration: underline;">in ernster Sorge &uuml;ber die j&uuml;ngsten heftigen K&auml;mpfe im Kosovo und insbesondere &uuml;ber die exzessive und wahllose Gewaltanwendung seitens der serbischen Sicherheitskr&auml;fte und der jugoslawischen Armee, die zu zahlreichen Opfern unter der Zivilbev&ouml;lkerung gef&uuml;hrt haben und nach Sch&auml;tzung des Generalsekret&auml;rs die Ursache f&uuml;r die Vertreibung von mehr als 230.000 Menschen waren</span>,</p>
<p>&nbsp;&nbsp; in tiefer Sorge &uuml;ber <span style="text-decoration: underline;">den Fl&uuml;chtlingsstrom in das n&ouml;rdliche Albanien, nach Bosnien und Herzegowina sowie in andere europ&auml;ische Staaten im Gefolge der Gewaltanwendung im Kosovo</span> sowie &uuml;ber die zunehmende Zahl von Binnenvertriebenen im Kosovo und in anderen Teilen der Bundesrepublik Jugoslawien, von denen nach Sch&auml;tzung des Amtes des Hohen Fl&uuml;chtlingskommissars der Vereinten Nationen <span style="text-decoration: underline;">bis zu 50.000 Menschen ohne Unterkunft und andere Mittel zur Deckung ihrer Grundbed&uuml;rfnisse sind,</span></p>
<p>&nbsp;&nbsp; in Bekr&auml;ftigung des Rechtes aller Fl&uuml;chtlinge und Vertriebenen, sicher in ihre Heimat zur&uuml;ckzukehren, sowie unter Betonung der Verantwortung der Bundesrepublik Jugoslawien, hierf&uuml;r die Voraussetzungen zu schaffen,</p>
<p>&nbsp;&nbsp; unter <span style="text-decoration: underline;">Verurteilung jeglicher Gewalttaten seitens aller Parteien und des Einsatzes terroristischer Mittel zur Verfolgung politischer Ziele durch Gruppen oder Einzelpersonen</span> sowie jeder Unterst&uuml;tzung von au&szlig;en f&uuml;r solche Aktivit&auml;ten im Kosovo, einschlie&szlig;lich der Lieferung von Waffen und der Ausbildung von Terroristen f&uuml;r die Durchf&uuml;hrung von Aktionen im Kosovo, und</p>
<p>&nbsp;&nbsp; in Sorge &uuml;ber die Berichte &uuml;ber fortgesetzte Verst&ouml;&szlig;e gegen die durch die Resolution 1160 (1998) verh&auml;ngten Verbote,</p>
<p>&nbsp;&nbsp; in tiefer Sorge &uuml;ber die rapide Verschlechterung der humanit&auml;ren Lage im ganzen Kosovo und</p>
<p>&nbsp;&nbsp; <span style="text-decoration: underline;">beunruhigt &uuml;ber die sich abzeichnende humanit&auml;re Katastrophe, wie sie im Bericht des Generalsekret&auml;rs beschrieben wird, sowie unter Betonung der Notwendigkeit, dies zu verhindern,</span> sowie</p>
<p>&nbsp;&nbsp; in tiefer Sorge &uuml;ber Berichte &uuml;ber zunehmende Verst&ouml;&szlig;e gegen Menschenrechte und humanit&auml;res V&ouml;lkerrecht sowie in Bekr&auml;ftigung der Notwendigkeit, sicherzustellen, dass die Rechte aller Einwohner des Kosovo geachtet werden,</p>
<p>&nbsp;&nbsp; in Bekr&auml;ftigung der in Resolution 1160 (1998) niedergelegten Ziele, in der der Rat die Unterst&uuml;tzung f&uuml;r eine friedliche L&ouml;sung des Kosovo-Problems zum Ausdruck gebracht hat, die einen verbesserten Status f&uuml;r das Kosovo, ein wesentlich h&ouml;heres Ma&szlig; an Autonomie und eine tats&auml;chliche Selbstverwaltung umfassen w&uuml;rde, sowie</p>
<p>&nbsp;&nbsp; in Bekr&auml;ftigung des Eintretens aller Mitgliedstaaten f&uuml;r die Souver&auml;nit&auml;t und territoriale Unversehrtheit der Bundesrepublik Jugoslawien,</p>
<p>&nbsp;&nbsp; feststellend, dass die <span style="text-decoration: underline;">Verschlechterung der Situation im Kosovo (Bundesrepublik Jugoslawien) eine Bedrohung des Friedens und der Sicherheit in der Region darstellt</span>,</p>
<p>&nbsp;&nbsp; <span style="text-decoration: underline;">t&auml;tig werdend nach Kapitel VII der Charta der Vereinten Nationen,</span></p>
<p>1. verlangt, dass alle Parteien, Gruppierungen und Einzelpersonen im Kosovo (Bundesrepublik Jugoslawien) sofort die Feindseligkeiten einstellen und eine Waffenruhe einhalten, wodurch die Aussichten auf einen sinnvollen Dialog zwischen den Beh&ouml;rden der Bundesrepublik Jugoslawien und der F&uuml;hrung der Kosovo-Albaner verbessert und das Risiko einer humanit&auml;ren Katastrophe verringert w&uuml;rde;</p>
<p>2. verlangt au&szlig;erdem, dass die Beh&ouml;rden der Bundesrepublik Jugoslawien und die F&uuml;hrung der Kosovo-Albaner sofortige Schritte zur Verbesserung der humanit&auml;ren Lage und zur Abwendung der sich abzeichnenden humanit&auml;ren Katastrophe unternehmen;</p>
<p>3. fordert die Beh&ouml;rden der Bundesrepublik Jugoslawien und die F&uuml;hrung der Kosovo-Albaner auf, sofort in einen sinnvollen Dialog ohne Vorbedingungen und unter internationaler Beteiligung sowie nach einem klaren Zeitplan einzutreten, der zu einem Ende der Krise und zu einer politischen Verhandlungsl&ouml;sung der Kosovo-Frage f&uuml;hrt, und begr&uuml;&szlig;t die gegenw&auml;rtigen Bem&uuml;hungen um die Erleichterung eines solchen Dialogs;</p>
<p>4. verlangt, dass <span style="text-decoration: underline;">die Bundesrepublik Jugoslawien &uuml;ber die in Resolution 1160 (1998) geforderten Ma&szlig;nahmen hinaus sofort folgende konkrete Schritte zur Herbeif&uuml;hrung einer politischen L&ouml;sung der Situation im Kosovo unternimmt, wie sie in der Erkl&auml;rung der Kontaktgruppe vom 12. Juni 1998 niedergelegt sind:</span></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">a) Einstellung aller Handlungen der Sicherheitskr&auml;fte, die die Zivilbev&ouml;lkerung sch&auml;digen, sowie Anordnung des R&uuml;ckzugs der Sicherheitseinheiten, die zur Unterdr&uuml;ckung der Zivilbev&ouml;lkerung eingesetzt werden;</span></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">b) Erm&ouml;glichung einer wirksamen und fortgesetzten internationalen &Uuml;berwachungst&auml;tigkeit im Kosovo durch die Beobachtermission</span> der Europ&auml;ischen Gemeinschaft sowie in der Bundesrepublik Jugoslawien akkreditierte diplomatische Vertretungen, wozu auch die durch staatliche Stellen nicht behinderte Ein- und Ausreise der Beobachter von und nach Kosovo und deren v&ouml;llige Bewegungsfreiheit im Kosovo geh&ouml;ren, sowie die z&uuml;gige Ausstellung geeigneter Reisedokumente an internationales Personal, das an der &Uuml;berwachungst&auml;tigkeit teilnimmt;</p>
<p>c) Erleichterung der sicheren R&uuml;ckkehr der Fl&uuml;chtlinge und Vertriebenen in ihre Heimat im Zusammenwirken mit dem Amt des Hohen Fl&uuml;chtlingskommissars der Vereinten Nationen und dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz sowie freier und ungehinderter Zugang f&uuml;r humanit&auml;re Organisationen und Hilfsg&uuml;ter in das Kosovo;</p>
<p>d) Erzielung rascher Fortschritte in dem in Ziffer 3 genannten und in Resolution 1160 (1998) geforderten Dialog mit den Kosovo-Albanern nach einem klaren Zeitplan und &nbsp;mit dem Ziel, vertrauensbildende Ma&szlig;nahmen zu vereinbaren und eine politische L&ouml;sung f&uuml;r die Probleme des Kosovo zu finden;</p>
<p>5. verweist in diesem Zusammenhang auf die vom Pr&auml;sidenten der Bundesrepublik Jugoslawien in seiner gemeinsamen Erkl&auml;rung mit dem Pr&auml;sidenten der Russischen F&ouml;deration vom 16. Juni 1998 eingegangenen Verpflichtungen,</p>
<p>a) die bestehenden Probleme mit politischen Mitteln und auf der Grundlage der Gleichberechtigung aller B&uuml;rger und Volksgruppen im Kosovo zu l&ouml;sen;</p>
<p>b) keine repressiven Ma&szlig;nahmen gegen die friedliche Bev&ouml;lkerung zu treffen;</p>
<p>c) den Vertretern ausw&auml;rtiger Staaten und internationaler Einrichtungen, die in der Bundesrepublik Jugoslawien akkreditiert sind und die Lage im Kosovo &uuml;berwachen, volle Bewegungsfreiheit zu gestatten und sicherzustellen, dass ihnen keine Beschr&auml;nkungen auferlegt werden;</p>
<p>d) humanit&auml;ren Organisationen, dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz und dem Amt des Hohen Fl&uuml;chtlingskommissars der Vereinten Nationen sowie humanit&auml;ren</p>
<p>Hilfsg&uuml;tern vollen und ungehinderten Zugang zu gew&auml;hrleisten;</p>
<p>e) die ungehinderte R&uuml;ckkehr von Fl&uuml;chtlingen und Vertriebenen auf der Grundlage von mit dem Amt des Hohen Fl&uuml;chtlingskommissars der Vereinten Nationen und dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz abgestimmten Programmen zu erleichtern, aus denen staatliche Hilfe f&uuml;r den Wiederaufbau zerst&ouml;rter H&auml;user geleistet wird; und fordert die uneingeschr&auml;nkte Umsetzung dieser Verpflichtungen;</p>
<p>6. besteht darauf, dass die F&uuml;hrung der Kosovo-Albaner alle terroristischen Aktionen verurteilt, und betont, dass alle Elemente innerhalb der kosovo-albanischen Volksgruppe ihre Ziele ausschlie&szlig;lich mit friedlichen Mitteln verfolgen m&uuml;ssen;</p>
<p>7. erinnert an die Verpflichtungen aller Staaten, die durch Resolution 1160 (1998) verh&auml;ngten Verbote uneingeschr&auml;nkt umzusetzen;</p>
<p>8. unterst&uuml;tzt die Schritte, die zur Durchf&uuml;hrung einer wirksamen internationalen &Uuml;berwachung der Lage im Kosovo unternommen wurden, und begr&uuml;&szlig;t in diesem Zusammenhang die Einsetzung der Diplomatischen Beobachtermission im Kosovo;</p>
<p>9. fordert die in der Bundesrepublik Jugoslawien vertretenen Staaten und internationalen Organisationen nachdr&uuml;cklich auf, Personal zur Erf&uuml;llung der Verpflichtung zur&nbsp; wirksamen und fortgesetzten internationalen &Uuml;berwachung im Kosovo zur Verf&uuml;gung zu stellen, bis die Ziele dieser Resolution sowie der Resolution 1160 (1998) erreicht sind;</p>
<p>10. erinnert die Bundesrepublik Jugoslawien daran, dass die Verantwortung f&uuml;r die Sicherheit aller in der Bundesrepublik Jugoslawien akkreditierten Diplomaten sowie f&uuml;r die Sicherheit aller Angeh&ouml;rigen internationaler und nichtstaatlicher humanit&auml;rer Organisationen in der Bundesrepublik Jugoslawien in erster Linie bei ihr liegt, und fordert die Beh&ouml;rden der Bundesrepublik Jugoslawien und alle anderen Beteiligten in der Bundesrepublik Jugoslawien auf, alle geeigneten Schritte zu unternehmen, um zu gew&auml;hrleisten, dass Beobachtungspersonal, das Aufgaben nach dieser Resolution wahrnimmt, nicht der Androhung oder Anwendung von Gewalt oder sonstigen &Uuml;bergriffen ausgesetzt wird;</p>
<p>11. ersucht die Staaten, alle mit ihren innerstaatlichen Rechtsvorschriften sowie dem einschl&auml;gigen V&ouml;lkerrecht im Einklang stehenden Mittel anzuwenden, um zu verhindern, dass in ihrem Hoheitsgebiet gesammelte Gelder dazu benutzt werden, gegen Resolution 1160 (1998) zu versto&szlig;en;</p>
<p>12. ruft die Mitgliedstaaten und anderen Betroffenen auf, angemessene Mittel f&uuml;r die humanit&auml;re Hilfe in der Region zur Verf&uuml;gung zu stellen und umgehend und gro&szlig;z&uuml;gig auf den Konsolidierten interinstitutionellen Appell der Vereinten Nationen zur Leistung humanit&auml;rer Unterst&uuml;tzung im Zusammenhang mit der Kosovo-Krise zu reagieren;</p>
<p>13. ruft die Beh&ouml;rden der Bundesrepublik Jugoslawien, die F&uuml;hrer der kosovo-albanischen Volksgruppe und alle anderen Beteiligten auf, mit der Ankl&auml;gerin des Internationalen</p>
<p>Strafgerichtshofs f&uuml;r das ehemalige Jugoslawien bei der Untersuchung m&ouml;glicher Verst&ouml;&szlig;e innerhalb des Zust&auml;ndigkeitsbereichs des Gerichtshofs uneingeschr&auml;nkt zusammenzuarbeiten;</p>
<p>14. unterstreicht, dass die Beh&ouml;rden der Bundesrepublik Jugoslawien diejenigen Angeh&ouml;rigen der Sicherheitskr&auml;fte, die an der Misshandlung von Zivilisten und der gezielten Zerst&ouml;rung von Eigentum beteiligt waren, der Gerechtigkeit zuf&uuml;hren m&uuml;ssen;</p>
<p>15. ersucht den Generalsekret&auml;r, dem Rat erforderlichenfalls regelm&auml;&szlig;ig dar&uuml;ber zu berichten, wie nach seiner Einsch&auml;tzung diese Resolution von den Beh&ouml;rden der Bundesrepublik Jugoslawien und allen Elementen innerhalb der kosovo-albanischen Volksgruppe befolgt wird, so auch durch seine regelm&auml;&szlig;igen Berichte &uuml;ber die Befolgung der Resolution 1160 (1998);</p>
<p>16. beschlie&szlig;t, weitere Schritte und zus&auml;tzliche Ma&szlig;nahmen zur Erhaltung oder Wiederherstellung des Friedens und der Stabilit&auml;t in der Region zu pr&uuml;fen, falls die in dieser Resolution sowie in Resolution 1160 (1998) geforderten konkreten Ma&szlig;nahmen nicht getroffen werden;</p>
<p>17. beschlie&szlig;t, mit dieser Angelegenheit befasst zu bleiben.</p>
<p>Auf der 3930. Sitzung mit 14 Stimmen ohne Gegenstimme bei einer Enthaltung (China) verabschiedet.</p></div>


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