    <rss version="2.0" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/" xmlns:admin="http://webns.net/mvcb/" xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/">
     <channel>
        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Sit-ins, Peace Camps und Konvois: Mutige Friedensproteste in mehreren afghanischen Provinzen</title>
        <link>http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;ptid=1&amp;catid=34-81&amp;aid=1526</link>
        <description></description>
        <dc:language>en-us</dc:language> 
        <dc:creator>Webmaster</dc:creator> 
        <admin:generatorAgent rdf:resource="http://www.xaraya.org" /> 
        <admin:errorReportsTo rdf:resource="mailto:webmaster@nachtwei.de" />
       <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
       <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
       <docs>http://backend.userland.com/rss</docs>
<div class="xar-mod-page">
   <div class="xar-mod-head">
    <!-- License: GPL http://www.gnu.org/copyleft/gpl.html -->
<ul class="xar-tabs">
            <li class="xar-tab">
                <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=viewmap&amp;ptid=1">View Article Map</a>
           </li>
</ul>
</div>
   <div class="xar-mod-body">
<div class="cattrails xar-displayinline-block xar-padding-thickbottom">
    <span class="xar-mod-title">Kosovo + Bericht von Winfried Nachtwei</span>

    <table class="xar-width-auto">
    <tr>
        <td valign="top" class="xar-padding-none">Browse in:&#160;</td>
       <td valign="top" class="xar-padding-none">
                                            <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1">Alle(s)</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=70">Meine Themen</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=120">Internationale Politik und Regionen</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=32">Balkan</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=34">Kosovo</a>
<br />
                                            <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1">Alle(s)</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=1">Publikationstyp</a>
                     &#187;                         <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=81">Bericht</a>
<br />
                                            <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=34-81">Any of these categories</a>
                    -                        <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=view&amp;itemtype=1&amp;catid=34%2B81">All of these categories</a>
<br />
</td>
   </tr>
   </table>




</div>

        <h1>
            Sit-ins, Peace Camps und Konvois: Mutige Friedensproteste in mehreren afghanischen Provinzen         </h1>
        <div class="xar-floatright"></div>
       <div class="xar-mod-content">
           <div class="xar-sub">
Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=7">Nachtwei</a> am 16. April 2018 14:07:49 +02:00 (92518 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Helmand ist&nbsp; d i e&nbsp; Hochburg des Schlafmohnanbaus in Afghanistan und seit 2006 Schlachtfeld eines Guerilla-, Terror- und Aufstandsbek&auml;mpfungskrieges mit extremen Opferzahlen. Hier protestieren mutige Menschen f&uuml;r einen zweit&auml;gigen Waffenstillstand, f&uuml;r ein Ende der Kriegsgewalt - und bekommen Unterst&uuml;tzung aus anderen Provinzen. &nbsp;</p></div>
            <div>    <p align="center"><strong>Sit-ins, Peace Camps und Konvois:</strong></p>
<p align="center"><strong>Mutige Friedensproteste in mehreren afghanischen Provinzen</strong></p>
<p align="center">Winfried Nachtwei (April 2018)</p>
<p>Es geschah kurz nach dem afghanischen Neujahrsfest am 23. M&auml;rz in Lashkar Gah in der S&uuml;dprovinz Helmand: Am Eingang des Stadions, in dem ein Ringkampf stattfand, explodierte eine Autobombe, der Selbstmordattent&auml;ter t&ouml;tete 15 Menschen und verletzte 51, alles Zivilisten. Zwei Tage vorher hatte in Kabul ein Selbstmordattent&auml;ter in N&auml;he des schiitischen Sakhi-Schreins 31 Menschen get&ouml;tet und 65 verletzt, inmitten einer Menschenmenge, wo viele J&uuml;ngere tanzten, sangen und feierten.</p>
<p>Wenige Tage nach dem Helmand-Anschlag versammelten sich in der Provinzhauptstadt &nbsp;Hunderte zum Protest gegen die Gewalt aller Seiten, es entstand ein Sit-in-Camp. Taliban und Regierungskr&auml;fte wurden zu einem zweit&auml;gigen Waffenstillstand aufgerufen. Frauen schlossen sich mit einem eigenen Camp dem Protest an. (ein Video vom 9. April in Laskhar Gah unter <a href="https://www.youtube.com/watch?v=qnQj4MmytaU">https://www.youtube.com/watch?v=qnQj4MmytaU</a> ) Drei&szlig;ig Demonstranten traten in einen Hungerstreik. Inzwischen soll es ein Gespr&auml;ch mit &ouml;rtlichen Talibangruppen gegeben haben.</p>
<p>An drei weiteren Orten der Provinz Helmand und in den Provinzen Kandahar, Paktia, Nangarhar, Kunduz, Balkh, Farah, Herat sollen weitere Peace Camps entstanden sein. In Herat und Bamyan gab es Solidarit&auml;tsdemonstrationen.</p>
<p>( <a href="https://www.voanews.com/a/grassroots-peace-movement-spreads-afghanistan/4337421.html">https://www.voanews.com/a/grassroots-peace-movement-spreads-afghanistan/4337421.html</a> , <a href="https://www.tolonews.com/afghanistan/kandahar-activists-call-support-ulema">https://www.tolonews.com/afghanistan/kandahar-activists-call-support-ulema</a> )</p>
<p><strong>Thomas Ruttig am 30. M&auml;rz:</strong></p>
<p><strong>Ostermarsch auf afghanisch: eine Friedensbewegung aus&nbsp;Helmand?</strong></p>
<p><a href="https://thruttig.wordpress.com/2018/03/30/ostermarsch-auf-afghanisch-eine-friedensbewegung-aus-helmand/">https://thruttig.wordpress.com/2018/03/30/ostermarsch-auf-afghanisch-eine-friedensbewegung-aus-helmand/</a></p>
<p>&bdquo;(&hellip;) Konkret schlugen drei Tage sp&auml;ter, am 26.3., &ouml;rtliche Jugend- und Zivilgesellschaftsaktivisten vor dem Stadium ein Protestzelt auf und veranstalteten einen Autokorso in der Stadt, den sie Friedenskonvoi nannten. Hunderte sollen sich beteiligt haben. Die Teilnehmer sagten <a href="https://www.tolonews.com/afghanistan/helmand-protesters-embark-hunger-strike" target="_blank">laut einem afghanischen Medienbericht</a>, sie h&auml;tten genug vom Blutvergie&szlig;en und wollten Frieden. Ein Teilnehmer, Qais Haschemi (nach anderen Berichten Qais Asami) wurde mit den Worten zitiert, Menschen w&uuml;rden &bdquo;in den Basaren, Moscheen und Wohnh&auml;usern und selbst auf Beerdigungen get&ouml;tet. Ein anderer, Muhammad Daud sagte, er wollen, dass Regierung und Taleban &bdquo;sich zusammensetzen und Frieden machen&ldquo; sollen. Die Aktivisten sagten, sie seien bereit, mit den Taleban zu sprechen und diese einzuladen, bei einem Friedensprozess mitzumachen.</p>
<p>Iqbal Khaibar, ein weiterer Organisator, sagte der New York Times, es sei das &bdquo;alleinige Ziel des Sit-in, den Kampf auf beiden Seiten zu stoppen. Die Taleban sollen keine Attent&auml;ter schicken und die Regierung soll keine Bomben auf sie abwerfen.&ldquo; Man wolle nach Musa Qala ziehen, ein Distriktzentrum in Helmand, das eine Art Hauptstadt der Taleban in diesem Gebiet darstellt. Safiullah Sarwar, ebenfalls einer der Organisatoren, sagte, man habe ermutigende Botschaften von lokalen Talebanf&uuml;hrern erhalten, die die Initiative willkommen hie&szlig;en. Man wolle den Frieden nicht von Pakistan oder den USA erbitten, &bdquo;sondern unsere Stimme zu unseren [afghanischen Br&uuml;dern] erheben.&ldquo;</p>
<p>Reuters <a href="http://news.trust.org/item/20180329074943-34dpw" target="_blank">zitierte</a> Haschemi, dass es sich bei dem Protest um eine &bdquo;reine Volksbewegung&ldquo; handele, und keine Regierungsvertreter und Politiker beteiligt seien &ndash; was die weit verbreitete Furcht vor Vereinnahmung widerspiegelt, die es nach mehreren fr&uuml;heren Anschl&auml;gen bei Mobilisierungsversuchen gegeben hatte (<a href="https://www.afghanistan-analysts.org/reaction-to-the-kargha-attack-start-of-a-popular-movement/" target="_blank">siehe z.B. hier</a> 2012; <a href="https://thruttig.wordpress.com/2015/11/11/proteste-gegen-mord-an-zabul-sieben-in-kabul/" target="_blank">hier</a> 2015 und <a href="https://thruttig.wordpress.com/2015/11/15/mahnwache-fur-paris-opfer-in-kabul/" target="_blank">hier</a> in Solidarit&auml;t mit den Opfern der Pariser Anschl&auml;ge im gleichen Jahr).</p>
<p>Noch ungew&ouml;hnlicher: Am darauffolgenden Tag schlossen sich &bdquo;Dutzende Frauen&ldquo; dem Protest an, orts&uuml;blich in voller Verschleierung und in einem gesonderten Protestzelt (Bericht <a href="https://www.tolonews.com/afghanistan/women-join-peace-rally-helmand" target="_blank">hier</a>). Viele wie Khial Bibi h&auml;tten Verwandte bei den K&auml;mpfen in der Provinz verloren, sie selbst f&uuml;nf Kinder und ihren Ehemann, <a href="https://gandhara.rferl.org/a/Afghanistan-helmand-peace-protest/29130475.html" target="_blank">berichtete Gandhara</a>, der afghanische Ableger von Radio Free Europe/Radio Liberty. Afghanistan sei &bdquo;voller Witwen und Waisen&ldquo; sagte die Teilnehmering Bibi Nurian <a href="https://www.tolonews.com/afghanistan/taliban-responds-calls-peace-women-helmand" target="_blank">laut Tolonews</a>.</p>
<p>&bdquo;Wir leiden unter der Gewalt und dem Krieg&ldquo;, sagte Frauenaktivistin Hassina Ehsas. &bdquo;Wir haben unsere Verwandten verloren, und stehen in dieser Bewegung an der Seite unserer Br&uuml;der.&ldquo; Shasia, eine andere Aktivistin sagte: &bdquo;Wir wollen Frieden in unserer Provinz und in unserem Land. Jetzt ersuchen wir euch [die Taleban], euch dem Frieden anzuschlie&szlig;en.&ldquo; &bdquo;H&ouml;rt auf, uns zu Witwen zu machen und uns &uuml;ber den Tod unserer Kinder zum Weinen zu bringen&ldquo;, so Wak Anara. &bdquo;Dieser Krieg ist nicht unser Krieg, er geht von anderen L&auml;ndern aus&ldquo;, wiederholte Zarghuna, eine weitere Teilnehmerin, eine weit verbreitete Ansicht.</p>
<p>Die Frauen k&uuml;ndigten an, die Taleban im Nachbardistrikt Nadali aufsuchen und ihnen eine Friedensbotschaft &uuml;berbringen zu wollen.</p>
<p><a href="https://www.tolonews.com/afghanistan/taliban-responds-calls-peace-women-helmand" target="_blank">Hier auch ein Video von ToloNews</a>, in dem man einige der OrganisatorInnen sehen und h&ouml;ren kann.</p>
<p>Unterst&uuml;tzung kam inzwischen auch von politischen Aktivisten und vom (von der Karsai-Familie dominierten) Provinzrat <a href="http://www.1tvnews.af/fa/news/afghanistan/33892" target="_blank">im benachbarten Kandahar</a>.</p>
<p>Die Taleban reagierten wie folgt (hier ihr <a href="https://justpaste.it/1ivlq" target="_blank">Originalstatement</a> in Pashto; Bericht auf Englisch <a href="https://www.pajhwok.com/en/2018/03/28/taliban-welcome-helmand-peace-sit-ins-warning" target="_blank">hier</a>): Sprecher Qari Jusuf Ahmadi sagte, man hei&szlig;e die Friedensbem&uuml;hungen willkommen, aber &bdquo;jene, die Frieden w&uuml;nschen, sollten zuerst zum Flughafen Kandahar und zur Schorab-Basis gehen [zwei US-St&uuml;tzpunkten] und die Amerikaner zum Frieden &uuml;berzeugen, denn die Schl&uuml;ssel f&uuml;r den afghanischen Krieg liegen bei den USA. (&hellip;) Es ist klar wie das Sonnenlicht, dass die amerikanischen Aggressoren den Afghanen den Frieden genommen haben. (&hellip;) Das Islamische Emirat ist ernsthaft besorgt, dass feindliche Kreise euren Namen missbrauchen wird.&ldquo; Man stehe schlie&szlig;lich im Krieg, sei dazu aber gezwungen worden. Die Aktivisten sollten sich nicht von &bdquo;Geheimdiensten&ldquo; ausnutzen lassen, und jeder &bdquo;Zwischenfall&ldquo; w&auml;re die Verantwortung der Organisatoren. &bdquo;Neutrale Friedensbem&uuml;hungen&ldquo; seien aber zu begr&uuml;&szlig;en. Entgegenkommen oder eine Garantie h&ouml;rt sich anders an.</p>
<p><em>Statt Marsch jetzt Hungerstreik</em></p>
<p>F&uuml;r den geplanten Marsch wurde gestern (am 29.3.) versucht, Garantien von der Regierung zu bekommen. Haschemi sagte laut Gandhara: &bdquo;Zuerst wollen wir die Regierung dazu bringen, einer [zeitweiligen] Feuereinstellung zuzustimmen und laufende und geplante Offensiven gegen die Aufst&auml;ndischen zu suspendieren.&ldquo; Khaibar sagte, die Provinzregierung habe eine Antwort bis zum Mittag zugesagt, dann auf 15 Uhr Ortszeit verschoben &ndash; und schlie&szlig;lich erkl&auml;rt, man m&uuml;sse zuerst den Nationalen Sicherheitsrat in Kabul konsultieren.</p>
<p>Aber die Protestierenden warteten bis zum Nachmittag vergebens. Deshalb beschlossen sie schlie&szlig;lich, in den Hungerstreik zu treten, so Sajed Gul Sarhadi, ein Journalist aus Helmand, zu AAN. Der solle so lange dauern, bis beide Seiten mindestens zwei Tagen Waffenruhe zugestimmt h&auml;tten. (Inzwischen reagierten sie auch auf die Einlassungen der Taleban und k&uuml;ndigten an, sie wollten auch zur US-Basis in Schorab ziehen.) Keine der beiden Kriegsparteien h&auml;tte reagiert, so habe man keine andere Wahl gehabt (Bericht <a href="https://www.tolonews.com/afghanistan/helmand-protesters-embark-hunger-strike" target="_blank">hier</a>).</p>
<p>&nbsp;</p></div>


           <br />
                        </div>
   </div>
</div></channel>
</rss>
