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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Der Mann, der die Welt rettete - zum Tod von Stanislaw Petrow: der sowjetische Oberstleutnant verhinderte 1983 einen Atomkrieg  </title>
        <link>http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;ptid=1&amp;catid=34-81&amp;aid=1496</link>
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    <span class="xar-mod-title">Kosovo + Bericht von Winfried Nachtwei</span>

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        <h1>
            Der Mann, der die Welt rettete - zum Tod von Stanislaw Petrow: der sowjetische Oberstleutnant verhinderte 1983 einen Atomkrieg           </h1>
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       <div class="xar-mod-content">
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=7">Nachtwei</a> am 21. September 2017 11:51:01 +02:00 (40763 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Im Oktober 1983 gingen bundesweit &uuml;ber eine Million Menschen gegen die geplante Stationierung von US-Mittelstreckenraketen auf die Stra&szlig;e. was niemand wusste: Wenige Wochen zuvor war es im sowjetischen Raketen-Fr&uuml;hwarnsystem zu einem Fehlalarm gekommen. Der diensthabende Oberstleutnant blieb besonnen ... Jetzt wurde bekannt, dass der inzwischen 77-J&auml;hrige am 19. Mai in seiner Heimatstadt gestorben ist.</p></div>
            <div>    <p align="center"><strong>Der Mann, der die Welt rettete -</strong></p>
<p align="center"><strong>Zum Tod von Stanislaw Petrow:</strong></p>
<p align="center"><strong>der sowjetische Oberstleutnant verhinderte 1983 einen Atomkrieg</strong></p>
<p align="center">Winfried Nachtwei (21.09.2017)</p>
<p align="center">(Fotos auf <a href="http://www.facebook.com/winfried.nachtwei">www.facebook.com/winfried.nachtwei</a> )</p>
<p>Auf Umwegen wurde jetzt bekannt, dass Stanislaw Petrow am 19. Mai im Alter von 77 Jahren in Frjasino nahe Moskau gestorben ist. Seiner Besonnenheit vor 34 Jahren ist es zu verdanken, dass die Welt damals am Super-GAU atomarer Selbstvernichtung vorbeischrammte.</p>
<p>(&bdquo;Held des Kalten Krieges: <strong>Der Mann, der die Welt rettete&ldquo;</strong>, von Friedrich Schmidt, FAZ 19.09.2017, <a href="http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/held-des-kalten-krieges-stanislaw-petrow-verhinderte-einen-atomkrieg-15206332.html">http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/held-des-kalten-krieges-stanislaw-petrow-verhinderte-einen-atomkrieg-15206332.html</a> , Vergessener Held: Der Mann, der den dritten Weltkrieg verhinderte, SPIEGEL 21.04.2010, <a href="http://www.spiegel.de/einestages/vergessener-held-a-948852.html">http://www.spiegel.de/einestages/vergessener-held-a-948852.html</a></p>
<p><em><strong>1983 nahmen die Spannungen zwischen den Superm&auml;chten zu</strong></em><em>, verst&auml;rkt durch mehrere Ereignisse: die Ank&uuml;ndigung des Raketenabwehrprogramms SDI durch US-Pr&auml;sident Reagan, der Abschuss eines koreanischen Passagierflugzeuges mit 269 Menschen an Bord am 1. September durch sowjetische Abfangj&auml;ger. Am 26. September um 0.15 Uhr meldete das sowjetische Fr&uuml;hwarnsystem - f&auml;lschlich - den Abschuss erst einer, dann einer zweiten, dritten, vierten, f&uuml;nften US-Interkontinentalrakete. Der diensthabende Leiter der sowjetischen Satelliten&uuml;berwachung, der 44-j&auml;hrige Oberstleutnant Stanislaw Petrow, wertete die 17 Minuten andauernden Alarmmeldungen als Fehlalarm - und verhinderte damit einen Atomkrieg.(FAZ-Interview mit Offizier Petrow &bdquo;Der rote Knopf hat nie funktioniert&ldquo;, 18.2.2013, </em><em><a href="http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/offizier-petrow-im-gespraech-der-rote-knopf-hat-nie-funktioniert-12084911.html"><em>www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/offizier-petrow-im-gespraech-der-rote-knopf-hat-nie-funktioniert-12084911.html</em></a> )</em></p>
<p><em>(Wenige Wochen sp&auml;ter geriet die Bev&ouml;lkerung Europas und der Welt schon wieder an den Rand des atomaren Abgrunds: Am 2. November 1983 begann die zehnt&auml;gige NATO-Kommandostabs&uuml;bung &bdquo;Able Archer&quot;, bei der ein Atomkrieg simuliert wurde. Verschiedene Besonderheiten der &Uuml;bung n&auml;hrten auf Seiten des Warschauer Pakts den Verdacht, dass unter dem Deckmantel einer &Uuml;bung ein tats&auml;chlicher Nuklearschlag vorbereitet wurde. Die Streitkr&auml;fte des WP wurden alarmiert. Dazu die ZDF History Doku: &bdquo;1983 - Die Welt am Abgrund&quot;, vom 30.4.2012 (</em><em><a href="http://www.youtube.com/watch?v=Vc2S1SkPzCE"><em>www.youtube.com/watch?v=Vc2S1SkPzCE</em></a></em><em> ; vgl. auch &bdquo;Planspiel Atomkrieg&quot; zweiteilige Dokumentation von Thomas Fischer und Gabriele Trost (SWR), </em><em><a href="http://www.daserste.de/planspiel/"><em>www.daserste.de/planspiel/</em></a> )</em></p>
<p><strong>Der Herbst 1983 war zugleich die Hoch-Zeit der damaligen Anti-Nachr&uuml;stungs- und Friedensbewegung</strong> in Westdeutschland<em>: </em><em>Nachdem im Bonner Hofgarten am 10.Oktober 1981 mehr als 300.000 Menschen demonstriert hatten, waren es am 22. Oktober 1983 500.000 - zusammen mit den Demonstrationen in Hamburg, Berlin und der Menschenkette Stuttgart-Ulm 1,3 Millionen. Allein aus M&uuml;nster fuhren vier Sonderz&uuml;ge nach Bonn.</em></p>
<p>16 Jahre zuvor (1967) war ich Leutnant bei einem Bundeswehrverband, der mit der Atomrakete Pershing-I-A ausgestattet war. Mit der Formel &bdquo;wenn`s losgeht, ist sowieso alles aus&ldquo; hatten wir, hatte ich den Grundwiderspruch der atomaren Abschreckung &bdquo;abgehakt&ldquo; und verdr&auml;ngt. Dieses &bdquo;Leben mit der Bombe&ldquo; zerplatzte, als mit dem NATO-Doppelbeschluss eine neue Runde im atomaren Wettr&uuml;sten drohte, jetzt im eigenen Land. Immer mehr Menschen konnten die offizielle Abr&uuml;stungsintention des Doppelbeschlusses nicht glauben. Sie bef&uuml;rchteten im Gegenteil, dass mit der besonderen Zielgenauigkeit und kurzen Vorwarnzeit der&nbsp; neuen US-Mittelstreckenraketen die Option eines auf Europa begrenzbaren, vermeintlich gewinnbaren und deshalb f&uuml;hrbaren Atomkriegs geschaffen werde. Die Angst wuchs, dass dies bei einer internationalen Krise zu einem Atomkrieg eskalieren k&ouml;nnte. Entsprechende &Auml;u&szlig;erungen aus der US-Administration sch&uuml;rten solche &Auml;ngste.</p>
<p>Bewusst wurden die gigantischen Kosten und der Widersinn eines atomaren Wettr&uuml;stens, wo Ost und West sich zig-mal vernichten konnten. (60 to Sprengstoff pro Einwohner in den L&auml;ndern der NATO und des Warschauer Pakts!) Enth&uuml;llt und bewusst wurde, wie vollgestopft die Bundesrepublik mit Atomwaffen war (die Rede war von 6.000 Atomsprengk&ouml;pfen in der Bundesrepublik), wie sehr die Bundeswehr darauf vorbereitet war, bei einem Angriff des Warschauer Pakts Atomwaffen in Deutschland einzusetzen. &bdquo;Was passiert, wenn die Abschreckung versagt?&ldquo; Die geplante &bdquo;atomare Heimatverteidigung&ldquo; f&uuml;hrte den Verteidigungsgedanken (das Verteidigungswerte erhalten) ad absurdum. (30 Jahre nach dem Herbst 1983, <a href="index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1246">http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1246</a> )</p>
<p><strong>Vergessen + verdr&auml;ngt?</strong></p>
<p><em>Seit einigen Jahren h&ouml;re ich gerade in sicherheitspolitischen Zusammenh&auml;ngen immer wieder Urteile zum friedens- und sicherheitspolitischen Streit in den 80er Jahren &nbsp;&ndash; manchmal von damaligen Mitdemonstranten -,</em></p>
<p>- <em>die atomare Abschreckung + westliche &bdquo;Nachr&uuml;stung&quot; sei letztendlich erfolgreich gewesen &ndash; und die Zeit bis 1989 eine einzige Erfolgsgeschichte von NATO und Bundeswehr,</em></p>
<p><em>- die Friedensbewegung damals sei eine &bdquo;Verirrung&ldquo; und eine Art &bdquo;Jugends&uuml;nde&quot; gewesen,</em></p>
<p>- <em>als seien das damals &uuml;bersichtliche, &bdquo;gute alte Zeiten&ldquo; der Landes- und B&uuml;ndnisverteidigung gewesen, verglichen mit der heutigen sicherheitspolitischen Un&uuml;bersichtlichkeit, angesichts heutiger immer wieder anderer Einsatzrealit&auml;ten.</em></p>
<p>In der gegenw&auml;rtigen Traditions-Debatte der Bundeswehr und bei der Suche nach Beispielhaftem und Traditionsw&uuml;rdigem in der Bundeswehrgeschichte steht eine&nbsp; differenzierte Bewertung der Zeit des Ost-West-Konflikts noch aus.</p>
<p>Dass Bundeswehrsoldaten nicht Krieg f&uuml;hren, sondern Krieg verhindern sollten (k&auml;mpfen k&ouml;nnen, um nicht k&auml;mpfen zu m&uuml;ssen), war ein Paradigmenwechsel sondergleichen. Diese Grundeinstellung brach mit der besonders kriegerischen Tradition des preu&szlig;isch-deutschen Militarismus und folgte dem Friedensauftrag von Grundgesetz und VN-Charta.</p>
<p>Auf einem sehr anderen Blatt steht das Extremrisiko-Kalk&uuml;l der atomaren Abschreckung, die auch deshalb nicht abst&uuml;rzte, weil es M&auml;nner wie Stanislaw Petrow gab. Sein Handeln ist beispielhaft &uuml;ber die Grenzen nationaler Streitkr&auml;fte und B&uuml;ndnisse hinaus.</p>
<p><strong>Gegen das Vergessen</strong></p>
<p>von Stanislaw Petrow wirkte in bewundernswerter Weise <strong>Karl Schumacher aus Oberhausen</strong>. Der Bestattungsunternehmer wurde 1998 durch einen BILD-Artikel auf Stanislaw Petrow aufmerksam. Voller Dankbarkeit nahm er zu ihm Kontakt auf, besuchte ihn 1998 in seiner Heimatstadt und lud ihn 1999 &nbsp;f&uuml;r 14 Tage ins Ruhrgebiet ein. Jetzt machte er den Tod von Stanislaw Petrow bekannt. Karl Schumacher dokumentiert die Begegnungen mit ihm unter <a href="http://karl-schumacher-privat.de/">http://karl-schumacher-privat.de/</a> .</p>
<p>Der d&auml;nische Dokumentarfilmer Peter Anthony erz&auml;hlte 2014 in &bdquo;The Man Who Saved the World&ldquo; (mit Kevin Coster, Robert de Niro, Matt Damon) die heldenhafte wie tragische Geschichte des sowjetischen Luftwaffenoffiziers, dessen Tat erst in den 90er Jahren bekannt wurde und der lange keine Anerkennung erfuhr: <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/die-doku-the-man-who-saved-the-world-auf-arte-13732928.html">http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/die-doku-the-man-who-saved-the-world-auf-arte-13732928.html</a> ;</p>
<p>&nbsp;Trailer &nbsp;<a href="https://www.youtube.com/watch?v=IncSjwWQHMo">https://www.youtube.com/watch?v=IncSjwWQHMo</a></p></div>


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