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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Nachtwei zu &quot;Vereinbarkeit von Familie und Dienst in der Bundeswehr&quot;</title>
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    <span class="xar-mod-title">Sicherheitspolitik und Bundeswehr + Presse-Link + Interview</span>

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        <h1>
            Nachtwei zu &quot;Vereinbarkeit von Familie und Dienst in der Bundeswehr&quot;         </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=3">Webmaster</a> am 5. Dezember 2008 21:49:42 +02:00 (87252 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Winfried Nachtwei nahm in seiner zu Protokoll gegebenen Rede zu der &quot;Vereinbarkeit von Familie und Dienst in der Bundeswehr&quot; wie folgt Stellung:</p></div>
            <div>    <p>Winfried Nachtwei<strong> </strong>(BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN): Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist fÃ¼r die BunÂ­deswehr von wachsender Bedeutung.</p>
<p>Ãœber die allgemeinen gesellschaftlichen Trends hiÂ­naus kommen bei der Bundeswehr verschiedene BesonÂ­derheiten hinzu: Die hÃ¤ufigen Versetzungen haben zur Folge, dass inzwischen ein GroÃŸteil der BundeswehranÂ­gehÃ¶rigen, 80 Prozent, pendelt. Die langen dienstlichen Abwesenheiten durch LehrgÃ¤nge, Ãœbungen und vor alÂ­lem AuslandseinsÃ¤tze gehen Ã¼ber die Trennung hinaus oft mit besonderen psychischen Belastungen fÃ¼r die FaÂ­milien einher.</p>
<p>Die Vereinbarkeit von Familie und Dienst in der BunÂ­deswehr zu fÃ¶rdern, ist ein Gebot der FÃ¼rsorgepflicht, ein ausschlaggebender Faktor fÃ¼r Dienstmotivation, AttraktivitÃ¤t der StreitkrÃ¤fte und Nachwuchsgewinnung, nicht zuletzt bedeutsam fÃ¼r das Binnenklima der BunÂ­deswehr, wo es nicht gleichgÃ¼ltig ist, wie weit ihre AnÂ­gehÃ¶rigen noch sozial integriert oder vereinzelt sind.</p>
<p>Das Soldatinnen- und Soldatengleichstellungsgesetz von 2005 und das Teilkonzept â€žVereinbarkeit von FamiÂ­lie und Dienst&quot; des Generalinspekteurs von 2007 sind wichtige Schritte und zugleich Verpflichtungen. Zentrale MaÃŸnahmefelder sind eine familienfreundliche PersoÂ­nalfÃ¼hrung, Flexibilisierung der Dienstgestaltung, KinÂ­derbetreuung. Die Zahl der BundeswehrangehÃ¶rigen in Teilzeitarbeit stieg von 197 in 2006 auf 298 in 2008; jeÂ­weils circa vier FÃ¼nftel davon sind Frauen.</p>
<p>Allerdings musste der Wehrbeauftragte noch bei der gestrigen Debatte seines Jahresberichts 2007 kritische Fragen zur RealitÃ¤t der Kinderbetreuung stellen. DeutliÂ­che Indizien fÃ¼r UmsetzungsmÃ¤ngel ist die Zahl steigenÂ­der Eingaben beim Wehrbeauftragten in Sachen VereinÂ­barkeit von Familie und Dienst. Kein gutes Zeichen ist auch, dass die Bundesregierung keinen Ãœberblick hat, wie viele BundeswehrangehÃ¶rige Alleinerziehende sind.</p>
<p>Damit die innerbetrieblichen ArbeitsablÃ¤ufe, StruktuÂ­ren und Arbeitszeitmodelle familienfreundlicher gestalÂ­tet werden, muss aber auch die Bundeswehr selbst vielÂ­mehr tun. Es reicht nicht aus, wenn eine familienorientierte PersonalfÃ¼hrung oder eine DienstÂ­zeitflexibilisierung auf dem Papier beschworen werÂ­den, jedoch im militÃ¤rischen und administrativen BeÂ­reich flexible LÃ¶sungen nur unzureichend realisiert werden. Deshalb ist es wichtig, die konkrete AusgestalÂ­tung und Umsetzung der Teilkonzeption jetzt auch voÂ­ranzubringen. Die Bundeswehr muss sich verstÃ¤rkt auf Familienfreundlichkeit ausrichten, wenn sie qualifizierÂ­tes Personal binden will. DafÃ¼r sind neben einer in der Praxis auch tatsÃ¤chlich angekommenen DienstzeitflexiÂ­bilisierung und einer auch tatsÃ¤chlich praktizierten faÂ­milienfreundlichen PersonalfÃ¼hrung entsprechende VerÂ­wendungskonzepte und Werdegangsmodelle sowie die Schaffung eines tragfÃ¤higen KinderbetreuungskonzepÂ­tes fÃ¼r die Bundeswehr notwendig. HierfÃ¼r mÃ¼ssen im Einzelplan 14 eigene Finanzmittel eingestellt werden. Die Einrichtung erster Eltern-Kind-Arbeitszimmer soÂ­wie die Pilotprojekte zur Kinderbetreuung weisen in die richtige Richtung.</p>
<p>Der Prozess der Integration von Frauen in die BunÂ­deswehr hatte gut begonnen. Frauen haben sich als SolÂ­datinnen in der Bundeswehr bewÃ¤hrt. Sie sind hoch moÂ­tiviert und qualifiziert und stehen ihren mÃ¤nnlichen Kameraden in nichts nach. Die Integration von Frauen in die MÃ¤nnerdomÃ¤ne Bundeswehr verlÃ¤uft aber weder problemfrei noch reibungslos. Mittlerweile stagniert der Integrationsprozess. Die gesetzlich festgelegte FrauenÂ­quote in den Laufbahnen auÃŸerhalb des SanitÃ¤tsdienstes von 15 Prozent wird klar unterschritten, und auch im SanitÃ¤tsdienst wird die festgelegte Quote von 50 Prozent lÃ¤ngst nicht erreicht. Frauen sind zudem in den hÃ¶heren Dienstgradgruppen und Verwendungen deutlich unterreÂ­prÃ¤sentiert. Nach Untersuchungen des SozialwissenÂ­schaftlichen Institutes der Bundeswehr halten nicht einÂ­mal 20 Prozent der befragten Soldatinnen und Soldaten die Integration fÃ¼r gelungen.</p>
<p>Hinzu kommt, dass sich Akzeptanzprobleme in der Truppe kÃ¼nftig in dem MaÃŸe noch vergrÃ¶ÃŸern kÃ¶nnen, in dem Frauen vermehrt in FÃ¼hrungspositionen auftauchen. Defizite zeigen sich immer wieder auch im FÃ¼hrungsverÂ­halten und im Umgangston. Es kommt auch zu sexuellen Ãœbergriffen. Laut Studie des Sozialwissenschaftlichen Institutes berichteten mehr als 58 Prozent der befragten Soldatinnen von sexistischen Bemerkungen, 19 Prozent von unerwÃ¼nschten kÃ¶rperlichen BerÃ¼hrungen, und 5Â Prozent waren Opfer eines sexuellen Ãœbergriffs.</p>
<p>Die Integration von Frauen in die Bundeswehr muss aktiver als bisher begleitet werden. Flexible DienstzeitÂ­gestaltung und verbesserte KinderbetreuungsmÃ¶glichÂ­keiten sind nur ein Schritt. Gleichzeitig muss in der Aus- und Weiterbildung auf allen FÃ¼hrungsebenen endlich ein Gender- und Integrationstraining dauerhaft eingerichtet werden.</p>
<p>Â </p></div>


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