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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Nachtwei im Bundestag zum WeiÃŸbuch 2006</title>
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    <span class="xar-mod-title">Sicherheitspolitik und Bundeswehr + Presse-Link + Interview</span>

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        <h1>
            Nachtwei im Bundestag zum WeiÃŸbuch 2006         </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=3">Webmaster</a> am 26. Oktober 2006 22:24:53 +02:00 (76863 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Winfried Nachtwei nahm im Deutschen Bundestag Stellung zum WeiÃŸbuch 2006. Hier seine Rede:</p></div>
            <div>    PrÃ¤sident Dr. Norbert Lammert: <p>NÃ¤chster Redner ist der Kollege Winfried Nachtwei, BÃ¼ndnis 90/Die GrÃ¼nen. </p><p>Winfried Nachtwei (BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN): </p><p>Herr PrÃ¤sident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Auch wenn es schon ziemlich oft gesagt wurde und vielÂ­leicht schon ermÃ¼dend wirkt: Dass dieses WeiÃŸbuch nach zwÃ¶lf Jahren erscheint, ist eindeutig ein Fortschritt. Also danke, dass es zustande gekommen ist. Dass im WeiÃŸbuch die Bindung deutscher Politik an das VÃ¶lkerÂ­recht, gemeinsame, umfassende und vorbeugende SiÂ­cherheitspolitik und ausdrÃ¼cklich der ressortÃ¼bergreiÂ­fende Ansatz betont werden, ist auch richtig. Aber ich will die ermÃ¼dende Tendenz dieser Debatte, die durch so viel Zustimmung gefÃ¶rdert wird, nicht noch weiter auf die Spitze treiben und deshalb die Dissenspunkte beim Namen nennen.</p><p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN - Walter Kolbow [SPD]: Die Wahrheit darf man sagen!)</p><p>ZunÃ¤chst zu den WidersprÃ¼chen, die schon Ã¶fter anÂ­gesprochen wurden und von denen ich weiÃŸ, dass KolleÂ­ginnen und Kollegen aus der Koalition Ã¤hnlich Ã¼ber sie denken, ihre Meinung aber unter dem Harmoniedruck einer Koalition nicht Ã¶ffentlich sagen kÃ¶nnen. Zu Recht bekennt sich die Bundesregierung zur <strong>nuklearen AbrÃ¼stung </strong>insgesamt. Aber dieses Bekenntnis wird deutlich dadurch entwertet, dass de facto gesagt wird: Bitte nicht vor der eigenen HaustÃ¼r. - Dass nÃ¤mlich TorÂ­nadojagdbomber der Bundeswehr nicht nur weiter fÃ¼r AtombombeneinsÃ¤tze zur VerfÃ¼gung stehen, sondern die Mannschaften den Einsatz auch Ã¼ben mÃ¼ssen, ist, so finde ich, nicht nur ein sicherheitspolitischer SchwachÂ­sinn, sondern fÃ¼r die Soldaten schlichtweg ethisch unzuÂ­mutbar.</p><p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN)</p><p>Das war nur ein Beispiel fÃ¼r die WidersprÃ¼che.</p><p>Nun aber zu den LÃ¼cken. Ein HerzstÃ¼ck des WeiÃŸÂ­buchs ist, so finde ich, das Kapitel â€žDie Bundeswehr im Einsatz&quot;. Hier finden wir eine Skizze der bisherigen BundeswehreinsÃ¤tze, auch - wenn man etwas genauer hinschaut, sieht man es - mit einigen UnschÃ¤rfen und sachlichen Unrichtigkeiten. Aber darauf will ich jetzt gar nicht eingehen. Es wird in diesem Kapitel vor allem die zentrale Chance vertan, aus mehr als zehn Jahren <strong>ErfahÂ­rungen mit AuslandseinsÃ¤tzen </strong>im Kontext von deutÂ­schem und internationalem Krisenengagement Lehren und Schlussfolgerungen zu ziehen. Die allgemeine Schlussfolgerung ist bekannt: Transformation der BunÂ­deswehr. Nur, nachvollziehbare Lehren existieren nicht. Denn im WeiÃŸbuch werden keine Antworten zum BeiÂ­spiel auf folgende Fragen gegeben - gerade diese stellen sich die BÃ¼rgerinnen und BÃ¼rger, die uns zuhÃ¶ren, sicher -: Warum dauern die EinsÃ¤tze viel lÃ¤nger, als man es in der Regel erwartet? Warum ist ein Ausstieg so schwierig? Was bringen diese AuslandseinsÃ¤tze?<br /></p><p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN)</p><p>Im WeiÃŸbuch werden die bekannten Risiken und BeÂ­drohungen benannt. Es wird aber offen gelassen, bei welchen dieser Risiken und Bedrohungen das MilitÃ¤r bzw. die Bundeswehr Ã¼berhaupt etwas ausrichten kann und wo nichts. Herr Minister, Sie haben vorhin ein BeiÂ­spiel gebracht, das zeigt, wie vÃ¶llig vage die Zuordnung ist. Was kann die Bundeswehr gegen die WeiterverbreiÂ­tung von Massenvernichtungswaffen tun? HÃ¶chstens kann das im Rahmen der AbrÃ¼stungskontrolle gescheÂ­hen. Aber ansonsten? Meinen Sie etwa eine Vorstellung, wie die Amerikaner sie zum Teil haben? Da sage ich: BloÃŸ nicht. Was kann die Bundeswehr zur BekÃ¤mpfung des Terrorismus beitragen? Nur nachgeordnet, aber in keiner Weise primÃ¤r. </p><p>(Vorsitz: VizeprÃ¤sidentin Dr. h. c. Susanne Kastner)</p><p>Wenn wir uns die RealitÃ¤t der Bundeswehr und die Trends weltweit anschauen, stellt sich die Frage, was vor allem gefragt ist. BeitrÃ¤ge zur Stabilisierung stehen im Mittelpunkt; das ist in der Tat eine prioritÃ¤re Aufgabe. Dann stellen sich wiederum ganz konkrete Fragen, auf die ein WeiÃŸbuch Antworten geben muss: Was ist die anÂ­gemessene Zielebene bei der Stabilisierung bestimmter Staaten, beim so genannten Nation- und State-Building? Wir merken es an dem Beispiel <strong>Afghanistan.</strong> Das Ziel, den Rechtsstaat und die Demokratie zu fÃ¶rdern, ist zum Teil sehr weit von der RealitÃ¤t entfernt. Da brauchen wir ein angemessenes Niveau. Oder wie sieht es konkret mit der kohÃ¤renten Politik aus? Wie sieht es schlieÃŸlich mit dem enormen RÃ¼ckstand der politischen, zivilen und poÂ­lizeilichen Instrumente bei solchen StabilisierungseinÂ­sÃ¤tzen aus? Dazu gibt es keine Antwort. </p><p>Deshalb mÃ¼ssen wir sagen: Gerade auf diese SchlÃ¼sÂ­selfragen aus der Praxis, die die Menschen und die SolÂ­daten vor Ort besonders bedrÃ¤ngen, gibt es im WeiÃŸbuch keine Antworten. Da wird man allein gelassen. Das ist ein zentraler Mangel dieses WeiÃŸbuchs. </p><p>VizeprÃ¤sidentin Dr. h. c. Susanne Kastner: </p><p>Herr Kollege, beachten Sie bitte Ihre Redezeit.</p><p>Winfried Nachtwei (BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN): </p><p>Ich komme zum Schluss. </p><p>Wir haben aber nicht nur Fragen und Kritik zum WeiÃŸbuch, sondern uns gleichzeitig um Antworten in diesem Bereich bemÃ¼ht, damit wir in dieser Debatte weiÂ­terkommen; das WeiÃŸbuch soll ja ein AnstoÃŸ sein. </p><p>(Dr. Norbert RÃ¶ttgen [CDU/CSU]: Die AntÂ­worten fallen aber nicht in die Redezeit!)</p><p>Deshalb, Herr Minister, kann ich mir erlauben, Ihnen die Dokumentation unserer Tagung zum WeiÃŸbuch und unÂ­serer Kontroverse darÃ¼ber, in der einige Antworten entÂ­halten sind, direkt zu Ã¼bergeben.</p><p>Danke schÃ¶n.</p><p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN - Lachen des Abg. Dr. Norbert RÃ¶ttgen [CDU/ CSU])</p></div>


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