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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Die Bedeutung der afghanischen OrtskrÃ¤fte fÃ¼r das deutsche Afghanistan-Engagement und ihre GefÃ¤hrdungslage (Stellungnahme). Interviewband mit ehem. afghanischen OrtskrÃ¤ften gerade erschienen</title>
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    <span class="xar-mod-title">Blog Rhein-Zeitung + Sicherheitspolitik und Bundeswehr + Afghanistan + Presse-Link</span>

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            Die Bedeutung der afghanischen OrtskrÃ¤fte fÃ¼r das deutsche Afghanistan-Engagement und ihre GefÃ¤hrdungslage (Stellungnahme). Interviewband mit ehem. afghanischen OrtskrÃ¤ften gerade erschienen         </h1>
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       <div class="xar-mod-content">
           <div class="xar-sub">
Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=7">Nachtwei</a> am 4. Februar 2019 11:35:43 +02:00 (84824 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Wer als deutscher Soldat, Entwicklungshelfer, Diplomat oder Polizist in Afghanistan eingesetzt war, wei&szlig; um die enorme Bedeutung der Ortskr&auml;fte, der Sprachmittler, Wachm&auml;nner u.a. Seit dem ISAF-R&uuml;ckzug sind sie und ihre Familien besonderen Bedrohungen durch die Taliban ausgesetzt. Der deutsche Staat hat ihnen gegen&uuml;ber selbstverst&auml;ndlich eine besondere F&uuml;rsorgepflicht. Wie ich h&ouml;re, wird diese seit 2017 immer weniger praktiziert. &quot;Wir lassen Euch nicht im Stich!&quot; gelobten deutsche PolitikerInnen seit Jahren Richtung Afghanistan. Am Umgang mit den ehemaligen Ortskr&auml;ften muss sich das beweisen.&nbsp;&nbsp; &nbsp;</p></div>
            <div>    <p align="center"><strong>Stellungnahme zu (ehemaligen) afghanischen Ortkr&auml;ften:</strong></p>
<p align="center"><strong>Ihre Bedeutung f&uuml;r das deutsche Afghanistan-Engagement</strong></p>
<p align="center"><strong>und ihre Gef&auml;hrdungslage</strong></p>
<p align="center">Winfried Nachtwei(14.01.2018)</p>
<p align="center">(Fotos auf <a href="http://www.facebook.com/winfried.nachtwei">www.facebook.com/winfried.nachtwei</a> )</p>
<p><em>Als Mitglied des Deutschen Bundestages und des Verteidigungsausschusses von 1994 bis 2009 habe ich das deutsche Engagement in Afghanistan politisch mitverantwortet und intensiv begleitet. Bei 19 Besuchen vor Ort bis 2016 bekam ich Einblicke in die Arbeit, Leistungen und Belastungen der deutschen Soldaten, Entwicklungsexperten, Diplomaten und Polizeiausbilder. Seit 15 Jahren berichte ich regelm&auml;&szlig;ig zur Sicherheitslage in Afghanistan, aber auch zu Aufbauma&szlig;nahmen und &ndash;fortschritten (vgl. </em><a href="http://www.nachtwei.de"><em>www.nachtwei.de</em></a><em> ). In der AG &bdquo;Einsatzr&uuml;ckkehrer und Einsatzfolgen&ldquo; des Beirats f&uuml;r Fragen der Inneren F&uuml;hrung des Verteidigungsministeriums und im Vorbereitungskreis der &ndash; inzwischen 32. - Afghanistan-Tagung in Villigst habe ich weiterhin kontinuierlich mit Afghanistan zu tun. Zu dem gerade bei der Bundeszentrale f&uuml;r politische Bildung erschienenen Buch mit Interviews afghanischer Ortskr&auml;fte (s.u.) steuerte ich zwei Beitr&auml;ge bei.</em></p>
<p><em>Diese Stellungnahme entstand im Kontext eines Asylverfahrens von zwei ehemaligen Ortskr&auml;ften Anfang 2019.</em></p>
<p><strong>Die Schl&uuml;sselrolle von Ortskr&auml;ften in Afghanistan</strong></p>
<p>Afghanistan ist&nbsp; d a s&nbsp; Schwerpunktland deutscher Entwicklungszusammenarbeit und Stabilisierungsunterst&uuml;tzung. Die gesellschaftliche und kulturelle Distanz zwischen Afghanistan und Deutschland, den jeweiligen Sprachen, Gesellschaftsstrukturen, Werten und Normen, kollektiven Erfahrungen, Lebenswirklichkeiten ist erheblich. Die Zersplitterung der afghanischen Gesellschaft erschwert es Ausl&auml;ndern zus&auml;tzlich, das Land und seine Menschen zu verstehen, sich in dem Land zu bewegen und zu handeln.</p>
<p>Die wenigsten Ausl&auml;nder kommen mit ausreichender Kenntnis der Landessprachen nach Afghanistan. Au&szlig;erhalb der internationalen Inseln der Englisch-Sprechenden w&auml;ren Ausl&auml;nder taub, blind und stumm, wenn ihnen nicht Ortskr&auml;fte zur Seite st&uuml;nden. Sie sind unverzichtbare Kontaktpersonen und Orientierungshilfen, sprachliche, kulturelle und zwischenmenschliche Br&uuml;cken, T&uuml;r&ouml;ffner zu afghanischen Kooperationspartnern und Bev&ouml;lkerung, ggfs. auch Sensoren f&uuml;r Stimmungen und Warner vor Anschl&auml;gen. Langj&auml;hrige Ortskr&auml;fte k&ouml;nnen auch zu einer Art institutionellem Ged&auml;chtnis in der st&auml;ndigen Fluktuation des internationalen Personals werden.</p>
<p>Seit der Zerst&ouml;rung der deutschen Botschaft in Kabul im Mai 2017 und dem zeitweiligen Vollabzug der entsandten deutschen Zivilkr&auml;fte ist vor allem die deutsche Entwicklungszusammenarbeit noch mehr auf Ortskr&auml;fte und ihre verantwortliche T&auml;tigkeit angewiesen.</p>
<p>Der Islamwissenschaftler und Afghanistan-Erfahrene Dr. Michael Rohrsch&uuml;rmann: &bdquo;<em>Ohne lokales Personal geht es nicht. Ich w&uuml;rde fast sagen, dass es nichts Wichtigeres gibt</em>.&ldquo; (Zitat aus einem demn&auml;chst erscheinenden Buch mit Interviews afghanischer Ortskr&auml;fte)</p>
<p>Die afghanischen Ortskr&auml;fte waren und sind unverzichtbar f&uuml;r die deutsche Aufbau- und Stabilisierungsunterst&uuml;tzung. Sie leisteten und leisten Gro&szlig;es f&uuml;r ihre Landsleute und ihr Land. Dabei nahmen und nehmen sie auch hohe Belastungen und Risiken in Kauf. Daf&uuml;r geb&uuml;hrt ihnen seitens der deutschen Politik und Gesellschaft Aufmerksamkeit, ehrlicher und tatkr&auml;ftiger Dank und Anerkennung.</p>
<p><strong>Sicherheits- und Gef&auml;hrdungslage</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">(a) Sicherheitslage allgemein</span></p>
<p>Ein zentraler Indikator f&uuml;r die Sicherheitslage ist die <strong>Zahl der Zivilopfer</strong> im Kontext des Gewaltkonflikts. Regelm&auml;&szlig;ig ver&ouml;ffentlicht UNAMA hierzu Berichte, deren Zahlenangaben auf sehr konservativen Erhebungen beruhen. Die realen Opferzahlen liegen um einiges dar&uuml;ber. Auff&auml;llig ist, dass die Zahl der Zivilopfer 2014, dem Jahr des ISAF-Abzuges,&nbsp; um 20% anstieg und seitdem auf dem Extremniveau von &uuml;ber 10.000 Zivilopfern, davon um die 3.500 Tote, verharrt.</p>
<p>- Im Jahr 2017 entfielen 40% aller Zivilopfer auf Sprengstoffanschl&auml;ge (davon 22% Suizid- und komplexe Angriffe), 33% auf Bodenk&auml;mpfe, 11% auf gezielte T&ouml;tungen, 6% auf Luftwaffenein&auml;tze<em>. ( </em><a href="https://unama.unmissions.org/protection-of-civilians-reports"><em>https://unama.unmissions.org/protection-of-civilians-reports</em></a><em> ; </em><a href="index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1518"><em>http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1518</em></a></p>
<p>- 70% aller Suizid- und komplexen Angriffe geschahen 2017 in der besonders gesicherten Hauptstadt. Hier, unter den Augen der Medien und internationalen &Ouml;ffentlichkeit, erreichen die Angreifer mit ihren Massaker-Anschl&auml;gen mit ihrer besonderen Hinterh&auml;ltigkeit und Grausamkeit die maximale psychologische Wirkung an Angst, Schrecken, Ohnmacht, Vertrauensverlust der Regierung. Von Januar bis September 2018 stieg der Anteil der Zivilopfer durch Suizid- und komplexe Attacken auf 29%.</p>
<p>- Anschl&auml;ge auf religi&ouml;se Orte und Gl&auml;ubige (insbesondere der schiitischen Hazara) verdreifachten sich in 2017 und gehen im Wesentlichen auf das Konto des afghanischen IS-Ablegers. Dieser Anschlagstrend steht f&uuml;r eine extreme Enthemmung, wo Attent&auml;tern nichts mehr heilig ist und die Absicht verfolgt wird, den Gewaltkonflikt durch Konfessionalisierung zu radikalisieren. (<em>Sonderbericht von UNAMA</em><em>: </em><a href="https://unama.unmissions.org/sites/default/files/unama_report_on_attacks_against_places_of_worship_7nov2017_0.pdf"><em>https://unama.unmissions.org/sites/default/files/unama_report_on_attacks_against_places_of_worship_7nov2017_0.pdf</em></a><em> )</em></p>
<p>- Die o.g. psychische und gesellschaftliche Terrorwirkung l&auml;sst die Bundesregierung v&ouml;llig au&szlig;er Acht, wenn sie die Gef&auml;hrdungslage von Zivilpersonen in Afghanistan nach der &bdquo;Eintrittswahrscheinlichkeit&ldquo; von sch&auml;digenden Ereignissen &bdquo;errechnet&ldquo;, ein &bdquo;beachtliches allgemeines Lebensrisiko&ldquo; f&uuml;r Zivilpersonen in Afghanistan in Abrede stellt und Abschiebungen dorthin grunds&auml;tzlich f&uuml;r zumutbar erkl&auml;rt. (Man stelle sich vor, in Deutschland w&uuml;rde das Risiko, hierzulande durch Terroranschl&auml;ge zu Schaden zu kommen, in dieser Weise von politisch Verantwortlichen kleingerechnet.)</p>
<p><strong>Die Behauptung eines &bdquo;strategischen Patt</strong>&ldquo; ist NATO-offiziell. Sie trifft insofern zu, als keine Seite die andere auf absehbare Zeit milit&auml;risch besiegen kann. Dar&uuml;ber hinaus l&auml;sst sich die Patt-Behauptung hinsichtlich der politischen Durchhaltef&auml;higkeiten aber erheblich bezweifeln:</p>
<p>- Die Einsatz- und &Uuml;berlebensf&auml;higkeit der afghanischen Sicherheitskr&auml;fte (ANDSF) h&auml;ngt am Tropf der Unterst&uuml;tzerstaaten. Wie lange der enorme Ressourcenzustrom h&auml;lt, ist ungewiss. Die Ank&uuml;ndigung eines US-Teilr&uuml;ckzuges hat die Verunsicherung enorm versch&auml;rft.</p>
<p>- Krass sind die Verluste der afghanischen Armee und Polizei. Laut New York Times sollen allein 2017 10.000 afghanische Sicherheitskr&auml;fte gefallen und &uuml;ber 16.000 verwundet worden sein. Von Mai bis Oktober 2018 waren die Verluste der ANDSF so hoch wie bei keinem Vergleichszeitraum zuvor. Ihre j&auml;hrliche &bdquo;Schwundrate&ldquo; liegt bei 30%.</p>
<p>- Der Zulauf zu den Taliban ist trotz hoher Verluste ungebrochen. Nach offiziellen US-Sch&auml;tzungen von Anfang 2018 verf&uuml;gen die Taliban inzwischen &uuml;ber mindestens 60.000 K&auml;mpfer. 2014 lagen die Sch&auml;tzungen bei 20.000. (<em>Detailliert zur Sicherheitslage meine Zusammenfassung und Erg&auml;nzung des UNAMA-Zivilopfer-Berichts 2017 vom Februar 2018, </em><a href="index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1518"><em>http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1518</em></a> ) Laut Pentagon-Bericht vom Juni 2017 beherbergt die Region Afghanistan-Pakistan die h&ouml;chste Konzentration extremistischer und terroristischer Gruppen weltweit.</p>
<p>- Die internationalen Kr&auml;fte sind weitgehend von ihren afghanischen Partnern, der Bev&ouml;lkerung und realen Lage abgeschnitten, verf&uuml;gen immer weniger &uuml;ber ein eigenes verl&auml;ssliches Lagebild.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">(b) Gef&auml;hrdungslage f&uuml;r Ortskr&auml;fte</span></p>
<p>Mit dem ISAF-Abzug 2014 und der Verschlechterung der Sicherheitslage erlebten viele Ortskr&auml;fte massive Bedrohungen von Seiten der Taliban und mussten ihre Heimat verlassen. Die Schlie&szlig;ungen der B&uuml;ros von Heinrich-B&ouml;ll-Stiftung, Konrad-Adenauer-Stiftung und vieler anderer internationaler Einrichtungen in Kabul, die Zerst&ouml;rung des deutschen Generalkonsulats in Mazar-e Sharif Ende 2016 und des Kanzleigeb&auml;udes der dt. Botschaft in Kabul im Mai 2017 stehen exemplarisch f&uuml;r die zunehmende Gef&auml;hrdung internationaler, mit der afghanischen Regierung kooperierender Einrichtungen und ihrer MitarbeiterInnen. Sie sind zus&auml;tzlich gef&auml;hrdet durch eine exzessive allgemeine Kriminalit&auml;t.</p>
<p>Nicht nur alle, die f&uuml;r die Regierung arbeiten, sondern auch diejenigen, die mit ihr und ihren internationalen Partnern kooperieren, gelten f&uuml;r die Aufst&auml;ndischen als legitime Ziele einer asymmetrischen Kriegf&uuml;hrung.</p>
<ul>
<li>Insofern besteht f&uuml;r Ortskr&auml;fte grunds&auml;tzlich mindestens eine latente Gef&auml;hrdung, d.h. eine m&ouml;gliche Gefahr von Leib und Leben aufgrund der f&uuml;r eines der Bundesministerien ausge&uuml;bten T&auml;tigkeit, die sich vom allgemeinen Gef&auml;hrdungspotenzial in Afghanistan abhebt. (vgl. Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage &bdquo;Aufnahme afghanischer Ortskr&auml;fte&ldquo; der Abgeordneten Luise Amtsberg u.a. und der Fraktion B&uuml;ndnis 90/Die Gr&uuml;nen, Drs. 19/5454 vom 02.11.2019, Nr. 18, <a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/054/1905454.pdf"><em>http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/054/1905454.pdf</em></a><em> )</em></li>
</ul>
<p>Als der schrittweise Abzug der ISAF-Kampftruppen erkennbar wurde (im Oktober 2012 R&uuml;ckzug aus Feyzabad/Provinz Badakhshan, ab Oktober 2013 aus Kunduz), erhielten Ortskr&auml;fte zunehmend Drohungen: &uuml;ber Anrufe, Briefe, Familienangeh&ouml;rige und direkt. Mehrere Ortskr&auml;fte berichteten von Angriffen auf ihr Haus, von Entf&uuml;hrungsversuchen. Teilweise wurde die ganze Familie in Sippenhaft genommen. Im Oktober 2013, vier Wochen nach Schlie&szlig;ung des PRT Kunduz, wurde&nbsp; der ehemalige Sprachmittler der Bundeswehr, Dschawad Wafa, ermordet; im September 2014 die ehemalige Kollegin Palwasha Tokhi vom Regionalen Medienzentrum in Mazar-e Sharif. Der ermordete Dschawad Wafa geh&ouml;rte zu den Organisatoren einer kleinen Demonstration ehemaliger Ortskr&auml;fte, die Ende M&auml;rz 2013 vor dem PRT Kunduz gegen die damals langwierige und b&uuml;rokratische Bearbeitung ihrer Aufnahmeantr&auml;ge protestierten.</p>
<p>Der langj&auml;hrige ARD-S&uuml;dasien-Korrespondent Christoph Heinzle schildert in dem o.g. Buch die Absurdit&auml;t des Verfahrens zur Aufnahme afghanischer Ortskr&auml;fte nach &sect; 22 Satz 2 des Aufenthaltsgesetzes, bei denen eine akute Bedrohung konkret belegt werden musste &ndash; &bdquo;die B&uuml;rokratie h&auml;tte Todesdrohungen wohl am liebsten schriftlich!&ldquo; Erst im Kontext der zeitweiligen Besetzung von Kunduz durch die Taliban im Herbst 2015 stieg die Anerkennungsquote nach Gef&auml;hrdungsanzeigen von Ortskr&auml;ften deutlich an.</p>
<p><strong>Zusammenfassende Bewertung</strong></p>
<p>Ein deutsches Engagement, das wirksam Aufbau und Friedensentwicklung in Afghanistan unterst&uuml;tzen soll, ist elementar auf afghanische Ortskr&auml;fte angewiesen.</p>
<p>Wo Ortskr&auml;fte wegen ihrer Arbeit im Auftrag deutscher Ministerien direkt oder indirekt an Leib und Leben bedroht werden, steht ihr (ehemaliger) Dienstherr, die Bundesrepublik Deutschland, ihnen gegen&uuml;ber in einer F&uuml;rsorge- und Schutzpflicht. Diese muss angepasst an die realen Bedrohungsszenarien, also unb&uuml;rokratisch und entgegenkommend, wahrgenommen werden.</p>
<p>Nach den Erfahrungen des <strong>Patenschaftsnetzwerkes Afghanische Ortskr&auml;fte</strong> e.V. (<a href="https://www.patenschaftsnetzwerk.de/">https://www.patenschaftsnetzwerk.de/</a> ) hat sich der Trend in j&uuml;ngster Zeit gedreht: Wurde vorher bei Gef&auml;hrdungsanzeigen im Zweifelsfall f&uuml;r die (ehemaligen) Ortskr&auml;fte entschieden, so wird jetzt das Gegenteil beobachtet.</p>
<p>Entscheidend f&uuml;r die Wirksamkeit des deutschen Engagements ist Glaubw&uuml;rdigkeit durch&nbsp; Verl&auml;sslichkeit. Das von der Auftrag-gebenden Politik immer wieder beteuerte Versprechen &bdquo;Wir lassen Euch nicht im Stich&ldquo; darf nicht durch eine Art des Umgangs mit Ortskr&auml;ften konterkariert werden, die als pers&ouml;nliches Im-Stich-Lassen wahrgenommen wird.</p>
<p>Auch wenn das Innenressort f&uuml;r das Aufnahmeverfahren federf&uuml;hrend zust&auml;ndig ist, stehen meines Erachtens die anderen Ministerien weiterhin in einer politisch-moralischen Mitverantwortung f&uuml;r ihre ehemaligen Ortkr&auml;fte.</p>
<p>Zur&uuml;ckgekehrte Soldaten, Entwicklungsexperten und Polizisten sind immer wieder voll des Lobes &uuml;ber die Ortskr&auml;fte, die oftmals ihre guten Kollegen und Kameraden wurden. F&uuml;r sie ist es unbegreiflich und besch&auml;mend, wie abweisend inzwischen von deutscher Seite mit vielen ihrer ehemaligen afghanischen Kollegen und Kameraden umgegangen wird.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Gerade erschienen</span>: Nadine D&uuml;e/Fabian Forster (Hrsg.), &bdquo;<strong>Auch. Wir. Dienten. Deutschland. &Uuml;ber die Zusammenarbeit mit afghanischen Ortskr&auml;ften</strong> w&auml;hrend des ISAF-Einsatzes&ldquo;, Bundeszentrale f&uuml;r politische Bildung, Schriftenreihe Band 10298, Bonn 2018.</p>
<p>Inhalt:</p>
<p>- Gru&szlig;wort von Generalinspekteur Eberhard Zorn.</p>
<p>- Einleitung der Herausgeberinnen: &bdquo;Ohne Ortskr&auml;fte w&auml;re der Einsatz in Afghanistan kaum m&ouml;glich gewesen&ldquo;</p>
<p>- &bdquo;Hintergr&uuml;nde zum Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan&ldquo; von W. Nachtwei</p>
<p>- Interviews mit 19 ehemaligen afghanischen Ortskr&auml;ften, davon zehn Sprachmittler, f&uuml;nf Wachleute, mit f&uuml;nf Deutschen, davon drei Einsatzoffiziere, ein ARD-Journalist und eine Migrationsberaterin,</p>
<p>- &bdquo;Im Einsatz f&uuml;r ihr Land zwischen die Fronten geraten&ldquo; von W. Nachtwei.</p>
<p><em><span style="text-decoration: underline;">Bestellung</span> &uuml;ber </em><a href="https://www.bpb.de/shop/buecher/schriftenreihe/285067/auch-wir-dienten-deutschland"><em>https://www.bpb.de/shop/buecher/schriftenreihe/285067/auch-wir-dienten-deutschland</em></a><em> , Bestellnummer 10298, Schutzgeb&uuml;hr 4,50 Euro</em></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Neuere Beitr&auml;ge zur Sicherheitslage in Afghanistan</span></strong></p>
<p><strong>32. Afghanistan-Tagung in Villigst: Ort der hartn&auml;ckigen Solidarit&auml;t und des genauen Hinsehens. Mein Vortrag &bdquo;Gehen oder bleiben?&ldquo; </strong>24.11.2018, (Bericht folgt) <a href="index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1563">http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1563</a></p>
<p><strong>&bdquo;Abzug bedeutet B&uuml;rgerkrieg&ldquo;, Bericht &uuml;ber Afghanistan-Vortrag </strong>von W. Nachtwei im Pfarrsaal St. Felizitas, Westf&auml;lische Nachrichten 17.05.2018,<a href="http://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Coesfeld/Luedinghausen/3301956-Ehemaliger-Abgeordneter-Winfried-Nachtwei-berichtet-ueber-Afghanistan-Abzug-bedeutet-Buergerkrieg">http://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Coesfeld/Luedinghausen/3301956-Ehemaliger-Abgeordneter-Winfried-Nachtwei-berichtet-ueber-Afghanistan-Abzug-bedeutet-Buergerkrieg</a></p>
<p>Sit-ins-, Peace Camps und Konvois: <strong>Mutige Friedensproteste</strong> in mehreren afghanischen Provinzen, <a href="http://www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1526">www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1526</a></p>
<p><strong>Zum neuen Afghanistan-Mandat</strong>: Realistischer und wirksamer oder endlos in der Sackgasse? 12.03.2018, <a href="http://www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1521">www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1521</a></p>
<p><strong>UNAMA-Jahresbericht 2017 zu Zivilopfern Afghanistan: </strong>Erstmalig R&uuml;ckgang allgemein, ABER Anstieg bei komplexen Angriffen, davon 70% in Kabul, und gegen religi&ouml;se St&auml;tten; Schiiten im Daesh-Visier, 22.02.2018,<a href="http://www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1518">www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1518</a></p>
<p><strong>Bundestagsdebatten zur Resolute-Support-Verl&auml;ngerung</strong>/Afghanistan. Nach drei Jahren Beratungsmission in Afghanistan: Klare Sicht? Gemeinsamer Kurs? Langer Atem? Kommentar zu den Bundestagsdebatten &uuml;ber die Fortsetzung der deutschen Beteiligung an &bdquo;Resolute Support&ldquo; am 21.11./12.12.2017, 02.01.2018, <a href="http://www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1513">www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1513</a></p>
<p><strong>31. Afghanistan-Tagung seit 1984 in Villigst</strong>/Ruhr: Hinsehen statt Wegsehen - Mutmacher gegen die Gewaltseuche, Nov. 2017, 26.12.2017, <a href="http://www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1512">www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1512</a></p>
<p>Statt &bdquo;weiter so&ldquo; im Nebel abw&auml;rts in Afghanistan<strong>: </strong>Endlich kritische &Uuml;berpr&uuml;fung, Realismus, strategischer Konsens und Exit-Kriterien. <strong>Anmerkungen zur Mandatsentscheidung</strong> <strong>&bdquo;Resolute Support&ldquo;, </strong>21.11.2017, <a href="index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1506">http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1506</a> <strong>Afghanistan: Wuchernde Fluchtursachen, einzelne Hoffnungstr&auml;ger</strong> &ndash; Zur Lagebeurteilung des AA und zur deutschen Zusammenarbeit mit AFG unter Bedrohung, 10.09.2017, <a href="index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1495">http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1495</a></p>
<p><strong>Weiter H&ouml;chststand an Zivilopfern in Afghanistan, &bdquo;Spitzenreiter&ldquo; Kabul, Suizid- und komplexe Attacken fordern so viele Zivilopfer wie nie zuvor, </strong>UNAMA-Bericht Zivilopfer 1. Halbjahr 2017, 19. Juli 2017 <a href="index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1484">http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1484</a></p>
<p><strong>M&ouml;rderische Woche in Kabul &ndash;</strong> Mittwoch Lkw-Bombe in Rush Hour im Zentrum, Freitag Demo mit Toten, Samstag 3 Selbstmordattent&auml;ter bei Beerdigung, 1./2./3./7. Juni 2017 <a href="index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1475">http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1475</a></p>
<p><strong>Massakerangriff auf afghanische Soldaten in Mazar-e Sharif beim Freitagsgebet: Hierzulande keine Anteilnahme, kein Interesse mehr? </strong>01.05.2017,<a href="http://www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1468">www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1468</a></p>
<p><strong>Abschiebungen nach Afghanistan: Wichtigste aktuelle Berichte zur Sicherheitslage dort und zur Situation Abgeschobener</strong>, 22.04./01.05.2017, <a href="http://www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1464">www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1464</a></p>
<p><strong>UNAMA-Jahresbericht 2016 Zivilopfer Afghanistan</strong>: Im Norden Zunahme um 58%, bei Kindern um 24%, Zivilopfer durch Daesh/IS fast verzehnfacht &ndash; neuer H&ouml;chststand insgesamt, 7.2.2017, <a href="http://www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1454">www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1454</a> , <a href="https://thruttig.wordpress.com/">https://thruttig.wordpress.com/</a></p>
<p><strong>Aufbauhilfen in Afghanistan unter immer schwereren Bedingungen &ndash; Kurzbesuch </strong>in Kabul und Mazar-e Sharif im November 2016, 11.12.2016, <a href="index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1440">http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1440</a></p>
<p><strong>Terrorangriff gegen deutsche Diplomaten</strong> &ndash; Bundespolizei + afghanische Sicherheitskr&auml;fte sch&uuml;tzen sie, Kurzbericht von meinem 19. AFG-Besuch, 13.11.2016, <a href="index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1436">http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1436</a> , auch</p>
<p>Mal ANDERE Berichte aus Afghanistan: &bdquo;<strong>Hilfe durch Fernsteuerung&ldquo;, Safran statt Schlafmohn, Sonita rappt </strong>gegen Zwangsehe, 28. August 2016, <a href="index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1424">http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1424</a> (Fotos auf <a href="http://www.facebook.com/winfried.nachtwei">www.facebook.com/winfried.nachtwei</a> )</p>
<p>Von Mal zu Mal <strong>neuer H&ouml;chststand an Zivilopfern</strong> in Afghanistan, davon fast ein Drittel Kinder (UNAMA-Report 1. Halbjahr 2016), 30. Juli, <a href="index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1422">http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1422</a> (Fotos auf Facebook)</p>
<p>Nach M&uuml;nchen, W&uuml;rzburg, Nizza, T&uuml;rkei wieder KABUL<strong>: IS-Massaker in friedlicher Massendemo der Hazara, 23. Juli 2016, </strong><a href="index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1417">http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1417</a></p>
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