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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Nachtwei zum Wehrbeauftragtenbericht</title>
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    <span class="xar-mod-title">Sicherheitspolitik und Bundeswehr + Internationale Politik und Regionen + Afghanistan + Presse-Link</span>

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        <h1>
            Nachtwei zum Wehrbeauftragtenbericht         </h1>
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       <div class="xar-mod-content">
           <div class="xar-sub">
Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=3">Webmaster</a> am 13. Dezember 2007 11:11:24 +02:00 (70126 Aufrufe)            </div>
            <div>    FÃ¼r seine Fraktion nahm Winfried Nachtwei im Deutschen Bundestag Stellung zum Jahresbericht 2006, den der Wehrbeauftragte Reinhold Robbe dem Deutschen Bundestag erstattet hatte. Hier seine Rede:
</div>
            <div>      
<p>
VizeprÃ¤sident Dr. Hermann Otto Solms: 
</p>
<p>
Das Wort hat der Kollege Winfried Nachtwei vom BÃ¼ndnis 90/Die GrÃ¼nen. 
</p>
<p>
(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN)
</p>
<p>
Winfried Nachtwei (BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN): 
</p>
<p>
Herr PrÃ¤sident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrter Herr Wehrbeauftragter, lieber Reinhold Robbe! Der Wehrbeauftragte kontrolliert im Auftrag des Bundestages die Einhaltung der Grundrechte und die Umsetzung der Inneren FÃ¼hrung in der Bundeswehr. 
</p>
<p>
Vor drei Jahren schlugen bestimmte VorfÃ¤lle in der Bundeswehr erhebliche Wellen. Es wurden Vorkommnisse aus einer Ausbildungskompanie im westfÃ¤lischen Coesfeld bekannt. Zur Erinnerung: Damals kam es bei vier GelÃ¤ndeÃ¼bungen, an denen Ã¼ber 160 Rekruten beteiligt waren, zu entwÃ¼rdigenden Vorkommnissen und zu Misshandlung. Besonders irritierend war, dass den meisten Beteiligten - den Ausbildern, aber auch sehr vielen betroffenen Rekruten - dabei nicht klar war, dass die Grenzen der MenschenwÃ¼rde durch die Art und Weise der Ãœbungen eindeutig Ã¼berschritten wurden. 
</p>
<p>
Die strafrechtliche Aufarbeitung findet seit vielen Monaten vor dem Landgericht MÃ¼nster statt. Von 18 Angeklagten stehen zurzeit noch zehn vor Gericht; zwei wurden inzwischen freigesprochen, drei wurden verurteilt, zwei Verfahren wurden eingestellt. 
</p>
<p>
Was kaum bekannt wurde - wir haben es im Ausschuss erfahren -: Die militÃ¤rische FÃ¼hrung hat sehr schnell und sehr umfassend auf diese VorfÃ¤lle reagiert. Man hat also offensichtlich erkannt, dass es hier zwar Gott sei Dank nicht um die Spitze eines Eisbergs ging - das war auch unsere Auffassung -, es aber auch nicht als Einzelfall abgetan werden konnte, der sowieso nie ganz zu verhindern ist. Nein, es handelte sich um ein GruppenphÃ¤nomen von erheblicher Bedeutung. Deswegen wurde eine FÃ¼lle von MaÃŸnahmen auf verschiedenen FÃ¼hrungsebenen sehr schnell auf die Wege gebracht, um die Innere FÃ¼hrung in der Ausbildung und vor Ort zu stÃ¤rken. 
</p>
<p>
Inzwischen hat der Unterausschuss â€žWeiterentwicklung der Inneren FÃ¼hrung&quot; des Verteidigungsausschusses einen Bericht vorgelegt, der in KÃ¼rze hier im Plenum debattiert wird. AuÃŸerdem wurde nun - das ist schon mehrfach angesprochen worden - der Entwurf einer Zentralen Dienstvorschrift â€žInnere FÃ¼hrung&quot; vom Ministerium vorgelegt. Innere FÃ¼hrung soll - so ist es auch dieser Zentralen Dienstvorschrift zu entnehmen - ein HÃ¶chstmaÃŸ an militÃ¤rischer LeistungsfÃ¤higkeit mit einem HÃ¶chstmaÃŸ an Freiheit und Rechten der Soldatinnen und Soldaten miteinander verbinden, also beides garantieren. 
</p>
<p>
Wenn man sich die Zentrale Dienstvorschrift anschaut, erkennt man: Sie enthÃ¤lt enorme Anforderungen. Ich wÃ¼sste keinen anderen Beruf, bei dem solche Anforderungen gestellt werden. Die Umsetzung ist angesichts der enormen Regelungs- und Auftragsdichte in der Bundeswehr schon schwer genug; sie darf nicht zusÃ¤tzlich erschwert werden, die Betroffenen dÃ¼rfen nicht entmutigt werden. 
</p>
<p>
Ich nenne ein Beispiel aus dem Bereich der politischen Bildung, bei der es sich heutzutage nicht um einen Nebenaspekt handelt, sondern die im Zusammenhang mit multinationalen FriedenseinsÃ¤tzen von besonderer Bedeutung ist. Es kam Ã¼ber die <em>SÃ¼ddeutsche Zeitung</em> im Juli dieses Jahres an die Ã–ffentlichkeit. Peter Blechschmidt berichtete, was dem Chefredakteur von <em>aktuell - Zeitung fÃ¼r die Bundeswehr </em>passiert war. Nachdem dieser einmal in einem Kommentar etwas Kritisches in Richtung Katholische Kirche gesagt hat, indem er bestimmte offene Fragen angesprochen hatte, hat es offensichtlich im Auftrag des bekannten MilitÃ¤rbischofs Mixa eine Intervention gegeben. Am Ende der ganzen Geschichte fand sich dieser Chefredakteur in Mecklenburg-Vorpommern wieder.
</p>
<p>
(Manfred Grund [CDU/CSU]: Zur Missionierung wahrscheinlich! - Weiterer Zuruf von der CDU/CSU: SchÃ¶nes Land!)
</p>
<p>
Ich meine, wenn so mit einer - in AnfÃ¼hrungsstrichen - etwas anstÃ¶ÃŸigen Meinung umgegangen wird, dann geht davon ein ausgesprochen schlechtes Signal aus. So etwas fÃ¶rdert Meinungskonformismus in der Bundeswehr.
</p>
<p>
(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN)
</p>
<p>
BundesprÃ¤sident KÃ¶hler sagte in seiner Rede anlÃ¤sslich des 50-jÃ¤hrigen Bestehens der FÃ¼hrungsakademie der Bundeswehr zum FÃ¼hren von BÃ¼rgern in Uniform: 
</p>
<p>
Die Soldatinnen und Soldaten erwarten von ihren militÃ¤rischen FÃ¼hrern auch Klartext nach â€žoben&quot; und â€žauÃŸen&quot;: hin zu den auÃŸen- und verteidigungspolitisch Verantwortlichen, hin zur Ã–ffentlichkeit.
</p>
<p>
Nach meiner Erfahrung habe ich keine BefÃ¼rchtung, dass die Offiziere bzw. die Generale der Bundeswehr den Primat der zivilen Politik missachten wÃ¼rden. Nach meiner Erfahrung kann ich das allerdings um die Aussage ergÃ¤nzen: Es wÃ¤re gar nicht schlecht, wenn von dieser Ebene der militÃ¤rischen FÃ¼hrung der Bundeswehr ab und zu auch etwas mehr an Zivilcourage zu erleben wÃ¤re. Diesen Wunsch mÃ¶chte ich ihnen mit ins neue Jahr geben.
</p>
<p>
(Beifall des Abg. JÃ¼rgen Trittin [BÃœNDNIS 90/ DIE GRÃœNEN])
</p>
<p>
Herr Kollege Robbe, Ihre VorgÃ¤ngerin Claire Marienfeld hat einmal vor einigen Jahren in ihrem Jahresbericht einen Extraabschnitt zur Zivilcourage in der Bundeswehr aufgenommen. Vielleicht wÃ¤re es eine Anregung fÃ¼r den kommenden Jahresbericht, einige Punkte auch einmal unter diesem Aspekt zu beleuchten. Das wÃ¤re fÃ¼r die Umsetzung des Prinzips der Inneren FÃ¼hrung in der Bundeswehr, fÃ¼r die Umsetzung der Grundrechte von entscheidender Bedeutung.
</p>
<p>
Ansonsten schlieÃŸe ich mich allen Dankesworten an. Ich mÃ¶chte sie nicht wiederholen. Ich ergÃ¤nze sie aber um ein weiteres Dankeswort: Neben dem vÃ¶llig berechtigten Dank an alle Soldatinnen und Soldaten sollten wir insbesondere diejenigen nicht vergessen, die zurzeit fÃ¼r den Friedensauftrag des Grundgesetzes im Ausland fÃ¼r uns tÃ¤tig sind.
</p>
<p>
Danke schÃ¶n.
</p>
<p>
(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und des Abg. Manfred Grund [CDU/CSU])
</p>
</div>


           <br />
                        </div>
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