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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Alarmierende US-Studie zu Afghanistan: &quot;Failing Transition&quot; - FÃ¼hrungsversagen von US-Regierung/- Kongress und der neue Pentagon-Report</title>
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    <span class="xar-mod-title">Sicherheitspolitik und Bundeswehr + Internationale Politik und Regionen + Afghanistan + Presse-Link</span>

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        <h1>
            Alarmierende US-Studie zu Afghanistan: &quot;Failing Transition&quot; - FÃ¼hrungsversagen von US-Regierung/- Kongress und der neue Pentagon-Report         </h1>
        <div class="xar-floatright"></div>
       <div class="xar-mod-content">
           <div class="xar-sub">
Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=7">Nachtwei</a> am 15. August 2013 12:01:32 +02:00 (71530 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Die US-Studie aus dem Center for Strategic &amp; International Studies kommt zu verheerenden und deprimierenden Ergebnissen. Das legt Wegsehen und VerdrÃ¤ngen nahe. Umso notwendiger wÃ¤re, ihre Thesen zu prÃ¼fen, zu diskutieren und politische Konsequenzen zu ziehen. Das meine ich, auch wenn das fÃ¼nf Wochen vor einer Bundestagswahl ein frommer Wunsch sein mag.</p></div>
            <div>    <p><!--[if gte mso 9]><xml> </xml><![endif]--></p>
<p align="center"><strong><span style="text-decoration: underline;">Alarmierende US-Studie von A. Cordesman (CSIS) zu Afghanistan:</span></strong></p>
<p align="center"><strong><span style="text-decoration: underline;">â€žFailing Transition&quot; -das FÃ¼hrungsversagen von </span></strong></p>
<p align="center"><strong><span style="text-decoration: underline;">US-Regierung und Kongress und der neue Pentagon-Report</span></strong></p>
<p align="center">zusammengefasst von W. Nachtwei, August 2013</p>
<p>Â </p>
<p>Ende Juli 2013 verÃ¶ffentlichte das Pentagon seinen 192-seitigen Halbjahresbericht â€ž<em>Report on Progress Toward Security and Stability in Afghanistan</em>&quot;Â  (<a href="http://www.defense.gov/pubs/Section_1230_Report_July_2013.pdf">www.defense.gov/pubs/Section_1230_Report_July_2013.pdf</a> ).</p>
<p>Anthony H. Cordesman, Burke-Lehrstuhl fÃ¼r Strategie am Center for Strategic &amp; International Studies (CSIS) in Washington nahm am 5. August scharf und detailliert zum Pentagon-Report und zur US-Afghanistan-Politik Stellung: â€ž<em>Failing Transition: The New 1230 Report on Progress Toward Security and Stability in Afghanistan</em>&quot; (<a href="http://www.csis.org/files/publication/130805_failingtransition_afghanistan.pdf">www.csis.org/files/publication/130805_failingtransition_afghanistan.pdf</a> ).</p>
<p>(<em>Seit Jahren verÃ¶ffentlichten Cordesman/CSIS etliche materialreiche Studien zu Afghanistan, Ãœbersicht </em><a href="http://www.csis.org/program/burke-chair-afghanistan"><em>www.csis.org/program/burke-chair-afghanistan</em></a><em> , noch im Mai 2013 die vierteilige Studie â€žThe Afghan War in 2013 - Meeting the Challenges of Transition&quot; zu Leadership + Governance, Aid + Economics, Security + ANSF).</em></p>
<p>Mein <strong>Kurzkommentar</strong> am Schluss.</p>
<p><strong>Die Kernaussagen</strong></p>
<p><strong>(a) FÃ¼hrungsversagen</strong>: Die USA hÃ¤tten bisherÂ  keine glaubwÃ¼rdigen PlÃ¤ne fÃ¼r die Sicherheits-, Governance- und Ã¶konomischen Aspekte der Ãœbergabe (Transition) vorgelegt. GegenÃ¼ber den Alliierten und den Afghanen habe man den Level der kÃ¼nftigen US-Verpflichtungen nicht klar gemacht. KlÃ¤glich sei man damit gescheitert, den Kongress und das amerikanischen Volk davon zu Ã¼berzeugen, dass es glaubwÃ¼rdige GrÃ¼nde fÃ¼r die UnterstÃ¼tzung der Transition Ã¼ber 2014 hinaus gebe. Laut Umfrage der Washington Post waren im Juli 2013 67% der Meinung, der Krieg sei nicht wert gekÃ¤mpft zu werden (AnhÃ¤nger der Demokraten waren zu 74% der Meinung, der Republikaner 51%). Es gebe viel leere Rhetorik, aber keine glaubwÃ¼rdigen PlÃ¤ne, Budgetlinien, WirksamkeitsmaÃŸstÃ¤be.</p>
<p>Notwendig sei eine ehrliche Debatte Ã¼ber PrioritÃ¤ten, Kosten und Nutzen.</p>
<p>Fakt sei, dass Afghanistan lÃ¤ngst seine PrioritÃ¤t bei den US-Anstrengungen gegen globalen Terrorismus und Extremismus verloren habe, dass <span style="text-decoration: underline;">AFG nur noch von marginaler strategischer Bedeutung sei verglichen mit vielen anderen Verpflichtungen und PrioritÃ¤ten der USA</span>. Nachzuweisen wÃ¤re, dass die Afghanen ihre Verpflichtung zu effektiver politischer FÃ¼hrung, Governance und SicherheitskrÃ¤ften erfÃ¼llen kÃ¶nnten und wollten. Zu beachten sei, dass die Reduzierung der AFG-Ausgaben von 7 Mrd. $/Monat auf ca. 5-7 Mrd. $/Jahr immer noch die HÃ¤lfte der gesamten Sicherheits- und Auslandshilfe der USA ausmachen wÃ¼rde.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">â€žWir brauchen GlaubwÃ¼rdigkeit, Ehrlichkeit, Transparenz&quot;, um zu bestimmen, ob die gesunkenen Kosten an Menschenleben und Dollars es wirklich wert sind. Nichts davon gebe es auf irgendeiner Ebene der Politik.</span></p>
<p>Alle kÃ¼nftigen grÃ¶ÃŸeren US-Anstrengungen zur Transition seien an Fortschritte auf der afghanischen Seite in SchlÃ¼sselbereichen zu binden. (...)</p>
<p><strong>(b) Der Pentagon-Report</strong>: Der neue â€žFortschrittsbericht&quot; des Pentagon sei der einzige glaubwÃ¼rdige Bericht Ã¼ber den Fortgang des Krieges. Sein Mangel sei, dass er auf das MilitÃ¤rische und die Vergangenheit (bis drei Monate vor Erscheinen des Berichts) fokussiert sei. Die Abschnitte zu Politik, Governance, Rule of Law, Drogen und Hilfe grenzten eher an Propaganda und hÃ¤tten in den letzten zwei Jahren stetig an GlaubwÃ¼rdigkeit verloren. (Karten zu Fortschritten in Sicherheit, RegierungsfÃ¼hrung usw. seien rausgenommen worden, als die Erfolge ausblieben).</p>
<p><strong>(c) Andere US-Reports</strong> wie der Quartalsbericht des Special Inspector for AFG Reconstruction (SIGAR, <a href="http://www.sigar.mil/pdf/quarterlyreports/2013-07-30qr.pdf">www.sigar.mil/pdf/quarterlyreports/2013-07-30qr.pdf</a> ) und die Berichte des Government Accountability Office (GAO, Rechnungshof): Sie enthÃ¼llten verheerende FÃ¤lle von Verschwendung, Betrug und Korruption, betonten die Notwendigkeit effektiver Planung, von WirkungsmaÃŸstÃ¤ben und Verantwortlichkeit. Eine umfassende Politik Richtung Transition konnten sie aber nicht formen.</p>
<p>Von ISAF habe es manchmal nÃ¼tzliche Briefings gegeben. BemÃ¼hungen bei ISAF, eine glaubwÃ¼rdige monatliche Zusammenfassung der militÃ¤rischen Entwicklungen zusammenzustellen, seien aber vom WeiÃŸen Haus blockiert worden.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Das State Department habe niemals einen aussagekrÃ¤ftigen Report zu seiner Rolle im Krieg verÃ¶ffentlicht.</span></p>
<p>Der eine unklassifizierte USAID-Report zur US-Hilfe sei ein weitgehend unehrlicher Morast von statistischen Behauptungen, wo Fortschritte der Hilfe zugesprochen wurden, die in Wirklichkeit verbesserter lokaler Sicherheit und guten RegenfÃ¤llen geschuldet waren.</p>
<p><strong>(d) Andere internationale Reports</strong>: UNAMA berichte Ã¼ber Zivilopfer und Drogen, aber kaum zu Wirtschaft und Hilfe. Andere internationale Organisationen seien da kaum besser, ausgenommen das unterfinanzierte BemÃ¼hen der Weltbank, die Probleme der afghanischen Wirtschaft und Transition ehrlich zu bewerten (z.B. â€žAFG in transition: looking beyond 2014&quot; vom 3.7.2013, <a href="http://www.worldbank.org/en/country/afghanistan">www.worldbank.org/en/country/afghanistan</a> ) Das Afghanistan NGO Safety Office (ANSO) berichtete seit Oktober 2002 solide zu Hilfe und Sicherheit. Inzwischen hat ANSO seine Ã¶ffentliche Berichterstattung eingestellt. Die Reports gehen nur noch an Mitglieds-NGO`s. (<em>Anm. W.N.: ANSO wurde 2011 Teil des International NGO Safety Office INSO und ist seit Juli 2013 im Netz nur noch als AFG-Programm von INSO zu finden. FÃ¼r mich waren in den letzten Jahren die ANSO-Quartalsberichte die verlÃ¤sslichste und differenzierteste Quelle zur Sicherheitslage in Afghanistan</em>. <a href="http://www.ngosafety.org">www.ngosafety.org</a> )</p>
<p><strong>Zur Lageentwicklung im Einzelnen</strong></p>
<p><strong>(a) JÃ¼ngste militÃ¤rische Entwicklungen:</strong></p>
<p>Der Pentagon-Report liefere kein umfassendes Bild der Sicherheitsentwicklung, sondern konzentriere sich auf die taktische Ebene. Deutlich werde, dass die afghanischen SicherheitskrÃ¤fte (ANSF) Jahre davon entfernt seien, ihre Mission allein durchzufÃ¼hren. Zugleich falle auf, dass die AufstÃ¤ndischen in ihren FÃ¤higkeiten noch relativ beschrÃ¤nkt seien. Sie kontrollieren kein bedeutenderes BevÃ¶lkerungszentrum. Sechs der zehn gewalttrÃ¤chtigsten Distrikte liegen in der Region SÃ¼dwest (u.a. Helmand)</p>
<p>Alle Daten belegen ein stÃ¤ndig steigendes Gewaltniveau. Bei den AufstÃ¤ndischen-AktivitÃ¤ten gebe es keinen bedeutenden Einschnitt. <span style="text-decoration: underline;">Der zurÃ¼ckliegende Surge (besondere Kraftanstrengung) in Afghanistan sei - verglichen mit den Standards im Irak - klÃ¤glich gescheitert</span>. Der vormals hoch gepriesene AbwÃ¤rtstrend bei den gegnerinitiierten Attacken (EIA) existierte und existiert nicht. (vgl. auch <a href="http://www.nachtwei.de/index.php/articles/1191">www.nachtwei.de/index.php/articles/1191</a> ) In Zeiten, wo mehr als 80% der EIA`s in Gebieten mit weniger als 20% der BevÃ¶lkerung geschehen, seien EIA kein ausreichender MaÃŸstab zur Bewertung des Erfolges gegenÃ¼ber der Aufstandsbewegung. Diese kÃ¶nne ihren Einfluss auf vielen anderen Wegen ausbauen - EntfÃ¼hrungen, Drohungen, Ã¼ber familiÃ¤re, Stammesnetzwerke, Moscheen ... Die FÃ¤higkeiten der ANSF, die Sicherheit der BevÃ¶lkerungszentren und Fortschritte bei Governance und Entwicklung seien viel wichtiger fÃ¼r Erfolg in AFG als die Gesamtzahl der EIA`s. Der Pentagon-Report verzichte darauf, die Trends des AufstÃ¤ndischen-Einflusses zu analysieren.</p>
<p><strong>(b) Scharfer Anstieg der Gewalt-Levels</strong></p>
<p>Der gleichzeitig im Juli erschienene UNAMA-Halbjahresbericht â€žProtection of Civilians in Armed Conflict&quot; (s.u.) verdeutliche den Ernst der Lage. Stark zurÃ¼ckgegangen sind <strong>die ISAF-Verluste</strong> (von unter 50/Monat Anfang 2010 bis &lt; 10 im MÃ¤rz 2013), wÃ¤hrend die <strong>ANSF-Verluste</strong> scharf zunehmen (von ca. 70 Anfang 2010 auf 330 im MÃ¤rz 2013) und die militÃ¤rischen Gesamtverluste seit 2010 trotz Surge stetig ansteigen. Bei manchen Berichten gebe es die beunruhigende Tendenz, steigende Verluste als MaÃŸstab von EffektivitÃ¤t zu nehmen.</p>
<p><em>(ErgÃ¤nzung W.N.: Am 22. Juli sprach das afghanische Unterhaus dem Innenminister, Polizeigeneral Ghulam Mujtaba Patang, mit 136 zu 60 Stimmen das Misstrauen aus. â€žAls GrÃ¼nde nannten die Abgeordneten die immer prekÃ¤rere Sicherheitslage und die verbreitete Korruption im Innenministerium.&quot; Lt. PrÃ¤sidialamt gebe es eine Absetzung erst, wenn der Oberste Gerichtshof sie fÃ¼r rechtmÃ¤ÃŸig befunden hÃ¤tte. (FAZ 23.7.2013) Patang teilte mit, in den vergangenen vier Monaten seit Jahresbeginn am 21. MÃ¤rz seien <span style="text-decoration: underline;">2748 Polizisten bei Angriffen der AufstÃ¤ndischen getÃ¶tet worden, fast zwei Prozent der insgesamt</span> 157.000 Polizisten. Diese horrende Â Verlustzahl - eine Vervielfachung der bisherigen hohen Verluste! - wurde hie und da gemeldet, fand darÃ¼ber hinaus aber keine Aufmerksamkeit. Dass kurz spÃ¤ter ein Ministeriumssprecher klarstellte, dass die Verlustzahl auch die Verwundeten beinhaltete, meldete am 22.7. nur noch Pajhwok Afghan News. Das Schicksal der Afghanen scheint immer weniger zu interessieren!) </em></p>
<p>Die <strong>Zivilopfer</strong> haben lt. UNAMA Â im ersten Halbjahr seit 2009 - ausgenommen 2012 - stetig zugenommen - von 1.052 Toten und 1439 Verwundeten 2009 auf 1319 Tote und 2533 Verwundete 2013 (1. Halbjahr 2013 + 23% gegenÃ¼ber dem Vorjahrszeitraum). Auch hier gebe es keinerlei positive Wirkung des Surge. Einzig positiv sei, dass die von ANSF und ISAF verursachten Zivilopfer abgenommen haben (auf 9%). Zugleich waren die AufstÃ¤ndischen verantwortlich fÃ¼r eine wachsende Zahl an Zivilopfern (74%, Anstieg um 16% ggb. Vorjahr) - sicher kein Indikator fÃ¼r eine Niederlage der AufstÃ¤ndischen. 12% der Zivilopfer sind KÃ¤mpfen zwischen regierungsfeindlichen und Pro-RegierungskrÃ¤ften geschuldet (+ 42% ggb. 1. Hj. 2012). Neben dem Wiederanstieg der Zivilopfer durchÂ  IED`s beunruhige vor allem der stÃ¤ndige Anstieg gezielter TÃ¶tungen von afghanischen SchlÃ¼sselpersonen und FÃ¼hrern (von 80 im 1. Halbjahr 2009 auf 312 im 1. Hj. 2013, + 29% ggb. dem 1. Hj. 2012), verbunden mit einer Zunahme der Angriffe auf die Afghan Local Police (ALP). Bei Angriffen auf ANSF nahmen die Zivilopfer im 1. Halbjahr 2013 um 173% gegenÃ¼ber dem Vorjahrszeitraum zu. Bei Angriffen auf die Afghan Local Police nahmen die Zivilopfer um 1.900 Prozent zu!</p>
<p>14 Angriffe gab es auf religiÃ¶se FÃ¼hrer bzw. Moscheen (v.a. anlÃ¤sslich Beerdigungen) und 4 auf GerichtshÃ¶fe.Â  (UNAMA Mid-Year Report 2013: <a href="http://www.unama.unmissions.org/Linkclick.aspx?fileticket=6ca_2GLcqS0%3d&amp;tabid=12254&amp;language=en-US">www.unama.unmissions.org/Linkclick.aspx?fileticket=6ca_2GLcqS0%3d&amp;tabid=12254&amp;language=en-US</a> )</p>
<p><em>(ErgÃ¤nzend zu NGO`s in AFG laut INSO: In 2013 gab es bis Juli 120 SicherheitsvorfÃ¤lle, in die NGO`s direkt verwickelt waren, ggb. dem Vorjahrszeitraum ein Anstieg um 47%. Um die 15 HilfskrÃ¤fte wurden getÃ¶tet, um 30 verwundet, um 55 entfÃ¼hrt.)</em></p>
<p>Trotz aller Negativtrends seien - so Cordesman - die Gesamtverluste noch so begrenzt, dass die ANSF in der Lage sein kÃ¶nne, die Transition bei ordentlicher interner FÃ¼hrung und Ã¤uÃŸerer UnterstÃ¼tzung und Finanzierung zu bewÃ¤ltigen.</p>
<p><strong>(c) Gemischte Fortschritte bei den ANSF</strong></p>
<p>Der Pentagon-Report benenne die Fortschritte der ANSF und den Bedarf an substanzieller auswÃ¤rtiger UnterstÃ¼tzung, aber auch die Korruption und das Risiko der ethischen Spaltung der ANSF im Umfeld der Wahlen 2014. Irgendein klarer Plan fÃ¼r die Zukunft werde nicht vorgelegt.</p>
<p>(...)</p>
<p>Beeindruckend sei die Zunahme ANSF-gefÃ¼hrter Operationen zwischen Oktober 2012 und MÃ¤rz 2013 von 5.755 auf 32.205, davon 30.734 unilateral. (ISAF-gefÃ¼hrte Operationen noch 2.168. Ein erhebliches Problem bleibt der Personalschwund weit Ã¼ber die Zielmarke von 1,4%/Monat: im Januar lag bei der ANA der Schwund bei 4,1%, im MÃ¤rz bei 2,5%.</p>
<p>Die ANSF seien mindestens bis 2016 auf Berater und Partner angewiesen. Zzt. seien von den 166 ANA-Bataillonen qualitativ eingestuft 35 â€žeigenstÃ¤ndig mit Beratern&quot;, 99 â€žeffektiv mit Beratern&quot;, 16 â€žeffektiv mit Partnern&quot;; von den 367 Einheiten der Afghan Uniformed Police 95 unabhÃ¤ngig mit Beratern, 139 effektiv mit Beratern, 69 effektiv mit Partnern. (Die US-Generale Mattis/CENTCOM und Allen/COMISAF empfahlen eine US-Berater-PrÃ¤senz nach 2014 von 13.600 Mann; ISAF und NATO-Training Mission AFG sahen ca. 2.000 bis 2.500 deutsche und italienische Berater fÃ¼r den NordenÂ  und Westen.</p>
<p>Die Afghan Local Police wuchs binnen eines halben Jahres bis MÃ¤rz um 33% auf 22.000 Mann. Beim Ãœbereinkommen des Chicagoer NATO-Gipfels zu Transition und Post-2014-Finanzierung war die ALP nicht einbezogen.</p>
<p>Das GAO bringt eine SchÃ¤tzung der kÃ¼nftigen ANSF-Kosten und warnt, dass ihre Finanzierung ungeklÃ¤rt sei. Der Pentagon-Bericht lege keinerlei Plan zur Finanzierung und Entwicklung der ANSF nach 2014 vor, keinen Plan zu den bleibenden US- und alliierten KrÃ¤ften. Klar sei allein, dass die US-KrÃ¤fte in AFG bis zum nÃ¤chsten FrÃ¼hjahr um die HÃ¤lfte reduziert werden sollten.</p>
<p><strong>(d) Keine Berichterstattung zu Governance, Rule of Law und wirtschaftlicher StabilitÃ¤t</strong></p>
<p>(...) Es fehle eine aussagekrÃ¤ftige Analyse der Wirtschaft und der wirtschaftlichen Risiken der Transition. Der Report geht nicht ein auf die in den SIGAR- und GAO-Berichten thematisierten Probleme der HilfsaktivitÃ¤ten wie mangelnde Planung und Wirkungsberichte, die Verschwendung riesiger GeldbetrÃ¤ge, die stÃ¤ndigen Programmturbulenzen.</p>
<p>Die Ã¶ffentlichen Ausgaben betrugen in AFG von 2006 bis 2011 insgesamt 72,89 Mrd. $. 7,33 Mrd (10%) stammten aus internen Einnahmen, 46,3 Mrd. (64%) aus den USA, 19,26 Mrd. (26%) von anderen Gebern. Die einheimischen Einnahmen stiegen von 560 Mio. $ in 2006 um 230% auf 2 Mrd. in 2011; die Ausgaben von 5,8 Mrd. auf 17,4 Mrd.</p>
<p>Die USA finanzierten 2006-2011 91% aller afghanischen Sicherheitsausgaben.</p>
<p>Die Weltbank hingegen benenne wesentliche Risiken wÃ¤hrend der Transition. Ihr AFG Economic Update April 2013 schÃ¤tzt folgende FinanzierungslÃ¼cken (bez. Entwicklung und Budgethilfe, insgesamt) in % vom GDP: fÃ¼r 2014 15,3 und 39%, fÃ¼r 2020 10% bzw. 21%. (<a href="http://www.worldbank.org/en/country/afghanistan">www.worldbank.org/en/country/afghanistan</a> )</p>
<p>Â </p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Kurzkommentar:</span></strong></p>
<p>Die Aussagen der Studie sind verheerend und deprimierend. Die Versuchung ist groÃŸ, sie zu verdrÃ¤ngen, vor allem auf Seiten der grundsÃ¤tzlichen BefÃ¼rworter des Afghanistan-Engagements. Auch wenn der Bundestagswahlkampf dem sehr entgegensteht, auch wenn die PrioritÃ¤ten andere sind, gehÃ¶ren sie in Berlin dringend Ã¼berprÃ¼ft und diskutiert.</p>
<p>-Â Â Â Â Â Â Â Â  Die ganzen Kraftanstrengungen seit 2009, die KrÃ¤fteverstÃ¤rkung, die RÃ¼ckgewinnung von AufstÃ¤ndischen kontrollierten Gebieten, die vielen Opfer dabei, scheinen nur Raum und Zeit fÃ¼r den Aufbau der ANSF gewonnen zu haben, darÃ¼ber hinaus aber umsonst gewesen zu sein. Sie haben insgesamt kein sichereres Umfeld geschaffen, die Gesamtopferzahlen sind heute hÃ¶her als vor dem Surge. (Ohne die Kraftanstrengung wÃ¤ren aber - so meine Annahme - Â Kunduz und Baghlan 2010 ganz weggerutscht.)</p>
<p>-Â Â Â Â Â Â Â Â  Die sowieso schon immer sehr unÃ¼bersichtliche und schwer zu erfassende Lageentwicklung in AFG wird immer nebliger: ISAF stellte im MÃ¤rz die monatliche Berichterstattung zur Sicherheitsentwicklung ein; die ANSO/INSO-Reports sind Ã¶ffentlich nicht mehr zugÃ¤nglich; die einmalig materialreichen Halbjahresberichte des Pentagon sind selektiv und beschÃ¶nigend. Zum Nebel gehÃ¶rt der mediale Bad-News-Mechanismus, der positive Ereignisse und Prozesse, die es trotz alledem weiterhin gibt, nicht bekannt werden lÃ¤sst. (Umso wichtiger werden die Analysen des Afghanistan Analysts Network, seit 12. August mit einem thematischen Dossier â€žLooking back at transition&quot;, darin aktuell z.B. zu den Provinzen Baghlan, Faryab, Uruzgan, Ghor, <a href="http://www.afghanistan-analysts.org">www.afghanistan-analysts.org</a> )</p>
<p>-Â Â Â Â Â Â Â Â  Die USA haben von allen Truppenstellern und Gebern in AFG die bei weitem hÃ¶chsten Lasten getragen und das hÃ¶chste Gewicht. Inzwischen scheinen sie sich aus der politischen FÃ¼hrungsverantwortung zu verdrÃ¼cken. Eine Haltung, sich letztlich immer auf die USA als Hauptakteur zu verlassen (angefangen bei der umfassenden Analyse), fÃ¼hrt in die Sackgasse. Was kann, was sollte, was mÃ¼sste ohne AbstÃ¼tzung auf die USA getan werden? Vielleicht tun sich da sogar Chancen auf.</p>
<p>-Â Â Â Â Â Â Â Â  Afghanistan hat nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland und den meisten anderen LÃ¤nder an politischer PrioritÃ¤t verloren. Andere Herausforderungen und Konflikte werden nicht zu Unrecht als drÃ¤ngender + wichtiger empfunden. Wie kann damit mÃ¶glichst ehrlich, verantwortlich und wirksam umgegangen werden - damit die afghanischen Menschen zumindest glimpflich Ã¼ber die Klippen der nÃ¤chsten Jahre kommen? In dem taz-Artikel â€žBloÃŸ weg? BloÃŸ nicht&quot; vom 25. Mai 2013 (<a href="http://www.nachtwei.de/index.php/articles/1215">www.nachtwei.de/index.php/articles/1215</a> ) habe ich dazu VorschlÃ¤ge gemacht. Eine Art â€žNetz fÃ¼r Afghanistan&quot; kÃ¶nnte da hilfreich sein. Konkreteres folgt in den nÃ¤chsten Wochen.</p>
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