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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Rede von Winfried Nachtwei zum Haushalt des Bundesministeriums fÃ¼r Verteidigung</title>
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    <span class="xar-mod-title">Bosnien + Rede von Winfried Nachtwei</span>

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        <h1>
            Rede von Winfried Nachtwei zum Haushalt des Bundesministeriums fÃ¼r Verteidigung         </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=3">Webmaster</a> am 22. November 2006 21:06:24 +02:00 (64168 Aufrufe)            </div>
            <div>    In seiner Rede zum Einzelplan 14 im Rahmen der Haushaltsdebatte machte Winfried Nachtwei unter anderem AusfÃ¼hrungen zu den BundeswehreinsÃ¤tzen in Afghanistan. Hier seine Rede: </div>
            <div>    <p>VizeprÃ¤sidentin Katrin GÃ¶ring-Eckardt: </p><p>Winfried Nachtwei hat das Wort fÃ¼r die Fraktion des BÃ¼ndnisses 90/Die GrÃ¼nen.</p><p>Winfried Nachtwei (BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN): </p><p>Frau PrÃ¤sidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich mÃ¶chte auf zwei Bereiche eingehen, und zwar ersÂ­tens auf die EinsÃ¤tze in <strong>Afghanistan</strong> und zweitens auf unsere FÃ¤higkeiten. Die Bundeskanzlerin hat heute MorÂ­gen zur Frage des weiteren Afghanistaneinsatzes die deutliche Position bezogen, dass es bei dem bisherigen Engagement bleiben soll und muss und dass dieses Engagement nicht erweitert wird. Das ist - das sage ich ausdrÃ¼cklich - die richtige Positionierung.</p><p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)</p><p>Auf der NATO-Parlamentarierversammlung vor einer Woche - das haben die Kollegin Mogg und andere beÂ­reits angesprochen - haben wir als deutsche ParlamentaÂ­rier zu spÃ¼ren bekommen, welche Stimmung sich inzwiÂ­schen in dieser Frage aufgebaut hat. Ich glaube, in diesem Zusammenhang muss etwas klargestellt werden: Gerade diejenigen, die am lautesten waren und geÃ¤uÃŸert haben, die einen seien Tee- und Biertrinker und die anÂ­deren riskierten ihr Leben, haben zu denen gehÃ¶rt - ich habe das im Internet Ã¼berprÃ¼ft -, die den Irakkrieg deutÂ­lich mit unterstÃ¼tzt haben und damit Mitverantwortung dafÃ¼r tragen, dass der Stabilisierungsprozess in AfghaÂ­nistan erheblich zurÃ¼ckgeworfen worden ist. Das ist der Hintergrund. </p><p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN)</p><p>Allerdings ist der ISAF-Einsatz - das wurde schon mehrfach richtigerweise festgestellt - unter â€žanders schwierigen&quot; Bedingungen ein ausgesprochen kluger und relativ wirksamer Einsatz einschlieÃŸlich des UmÂ­gangs mit den auch dort vorhandenen Risiken und BeÂ­drohungen. Die Obleute, die vor kurzem dort waren, haÂ­ben selber erlebt, dass es immer wieder zu ÃœberfÃ¤llen beispielsweise mit PanzerfÃ¤usten kommt. Man kann nur von GlÃ¼ck sagen, dass die dort nicht so gut zielen; aber riskant ist es trotzdem. </p><p>Falsch ist auf jeden Fall die Fixierung auf die ErwarÂ­tung, dass die Probleme in Afghanistan vor allem mit zuÂ­nehmend mehr Soldaten zu lÃ¶sen seien. Es sei daran erinnert, dass die Sowjets am Ende 120 000 Soldaten in Afghanistan stehen hatten und trotzdem verloren haben. Es kommt also vor allem auf andere, <strong>politische HauptÂ­aufgaben</strong> an. Ich nenne einige. </p><p>Erstens. Die akute Hungerkrise vor allem im SÃ¼den Afghanistans muss schnell Ã¼berwunden werden. </p><p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN)</p><p>Zweitens. Es muss eine Wende bei der DrogenbekÃ¤mpÂ­fung geben. Sie muss einheitlich erfolgen und langfristig angelegt sein. Hier herrscht zurzeit ein ziemliches Durcheinander in der RealitÃ¤t. Drittens. Beim Aufbau von Polizei und Justiz muss es einen Push geben. Beim Justizausbau sieht es bislang ziemlich mager aus. </p><p>SchlieÃŸlich muss es - darÃ¼ber haben wir bereits vor 14 Tagen gesprochen; allerdings sind wir zu unterÂ­schiedlichen Ergebnissen gekommen - eine KurskorrekÂ­tur bei der Antiterroroperation â€žEnduring Freedom&quot; und - nicht unwichtig im Hinblick auf den NATO-Gipfel - eine Zusammenarbeit zwischen NATO und EuropÃ¤ischer Union geben. AuÃŸenstehende kÃ¶nnen gar nicht glauben, dass solche wichtigen, sicherheitspolitisch relevanten InÂ­stitutionen in der RealitÃ¤t eher aneinander vorbei arbeiÂ­ten. </p><p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN)</p><p>Hier muss angepackt werden und - das muss man deutÂ­lich sagen - muss die Bundesregierung einiges nachleÂ­gen. Selbstbewusstsein ist zwar richtig, aber zur SelbstÂ­beweihrÃ¤ucherung - diese Tendenz habe ich in der heutigen Diskussion deutlich gespÃ¼rt - haben wir keine Veranlassung. Auch mit der richtigen Position - diese hat die Bundeskanzlerin heute Morgen formuliert - werÂ­den wir dem wachsenden Druck nur standhalten kÃ¶nnen, wenn wir unsere Hausaufgaben nachholen und beim PoÂ­lizeiaufbau quantitativ enorm nachlegen. Gute QualitÃ¤t allein reicht auf keinen Fall.</p><p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN)</p><p>Afghanistan, der Balkan und Nahost sind schlagende Beweise fÃ¼r die Notwendigkeit umfassender und vorÂ­beugender Sicherheit. Herr Minister, Sie betonen seit Monaten in diesem Zusammenhang den Begriff der <strong>verÂ­netzten Sicherheit.</strong> Das Gebot des Zusammenwirkens bei KrisenbewÃ¤ltigung und Friedenskonsolidierung liegt auf der Hand. Aber wie sieht es damit in der WirklichÂ­keit aus? Die Wirklichkeit steht in sehr groÃŸem GegenÂ­satz zu dem, was alle fÃ¼r selbstverstÃ¤ndlich halten. Was ist hier zu tun, damit man weiterkommt? </p><p>Erstens. Es muss Klarheit darÃ¼ber geschaffen werden, was MilitÃ¤r, Polizei, Diplomaten und zivile Experten jeÂ­weils am besten leisten kÃ¶nnen, wenn es um bestimmte Bedrohungen, Risiken und Chancen geht. Mit dem WeiÃŸbuch ist die Chance vertan worden, hier Klarheit zu schaffen. </p><p>Zweitens. Insgesamt ist - entschuldigen Sie den umÂ­stÃ¤ndlichen Begriff; aber mir ist noch kein besserer einÂ­gefallen - ein fÃ¤higkeiten- und ressortÃ¼bergreifender Ansatz notwendig. Wir sollten als Erstes mit der AusbilÂ­dung der entsprechenden KrÃ¤fte beginnen. Wir haben bereits gute AnsÃ¤tze: Zentrum fÃ¼r Internationale FrieÂ­denseinsÃ¤tze, Bundesakademie fÃ¼r Sicherheitspolitik soÂ­wie das UNO-Ausbildungszentrum der Bundeswehr. Diese AnsÃ¤tze mÃ¼ssen ausgebaut werden. Kollege Kahrs, Sie haben schon angesprochen, dass es wahrhafÂ­tig nicht nur um AuslandseinsÃ¤tze, sondern um KrisenÂ­engagements geht; das ist das Entscheidende. Daher muss von Anfang an eine entsprechende Planung und Organisation vorhanden sein. Es reicht nicht, wenn man sich erst mit der Zeit zusammenrauft! </p><p>Drittens schlieÃŸlich - das ist ganz entscheidend - beÂ­darf es ausgewogener FÃ¤higkeiten in den verschiedenen Bereichen. Es darf nicht so sein, dass die Polizei und die zivilen Experten dem MilitÃ¤r, das einen natÃ¼rlichen Startvorteil hat - dort gibt es natÃ¼rlich eine schnelle perÂ­sonelle, finanzielle und materielle VerfÃ¼gbarkeit -, hinÂ­terherhoppeln. Eine solche VerfÃ¼gbarkeit erreicht man, wie im militÃ¤rischen Bereich, nur mit Planzielen: Was wollen wir im nÃ¤chsten und im Ã¼bernÃ¤chsten Jahr haben, was bis zum Jahr 2010 erreichen? Auf der EU-Ebene gibt es das schon. Das ist von ganz entscheidender BeÂ­deutung und eine Hausaufgabe fÃ¼r das AA, fÃ¼r das BMZ und fÃ¼r das BMI.</p><p>DarÃ¼ber hinaus muss die Ressourcenausstattung ausÂ­gewogener werden - auch hier sind die zivilen Bereiche im RÃ¼ckstand - und ist eine Transformation der sicherÂ­heitspolitischen Strukturen insgesamt notwendig. Das Kanzleramt ist aufseiten der Exekutive viel stÃ¤rker geÂ­fordert; die Ressorts sind, wie wir seit Jahrzehnten wisÂ­sen, mit der Einigung untereinander Ã¼berfordert. </p><p>Auch wir im Parlament mÃ¼ssen uns gehÃ¶rig anstrenÂ­gen. Es fragt sich, ob sich diese Notwendigkeiten in eiÂ­ner zureichenden Haushaltsausstattung niederschlagen.</p><p>VizeprÃ¤sidentin Katrin GÃ¶ring-Eckardt: </p><p>Jetzt gibt es die Notwendigkeit, dass Sie zum Ende kommen.</p><p>Winfried Nachtwei (BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN): </p><p>Dann Ã¼berschlage ich das und sage den Kolleginnen und Kollegen aus dem Haushaltsausschuss persÃ¶nlich, welche Chance bei der strukturellen Krisenvorbeugung vertan worden ist.</p><p>Noch ein letzter Gedanke und damit komme ich zum Schluss: Aus den AuslandseinsÃ¤tzen mussten wir lernen, dass wir Zeit und Geduld brauchen. In Afghanistan erÂ­fahren wir aber zugleich, dass in der Vergangenheit schon viel Zeit verloren wurde und die Zeit jetzt drÃ¤ngt. Es ist hÃ¶chste Zeit!</p><p>VizeprÃ¤sidentin Katrin GÃ¶ring-Eckardt: </p><p>Das stimmt. Die Zeit drÃ¤ngt und Sie mÃ¼ssen wirklich zum Schluss kommen.</p><p>(Heiterkeit)</p><p>Winfried Nachtwei (BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN): </p><p>Das langsame Lernen, das wir uns hier im Inland anÂ­gewÃ¶hnt haben, kÃ¶nnen wir uns bei solchen Auslands-einsÃ¤tzen nicht mehr erlauben. Wir brauchen nicht nur einen langen Atem, sondern inzwischen auch eine konÂ­struktive Ungeduld.</p><p>Danke schÃ¶n.</p><p>(Beifall beim BÃœNDNIS 90/DIE GRÃœNEN)</p><p>VizeprÃ¤sidentin Katrin GÃ¶ring-Eckardt: </p><p>Das war jetzt eine echte Probe fÃ¼r meine konstruktive Ungeduld.</p><p>Das Wort hat der Kollege Bernd Siebert von der CDU/CSU-Fraktion.</p></div>


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