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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: GrÃ¼ner Parteitag zur Schutzverantwortung (RtoP) - Nachtwei`s Redebeitrag</title>
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    <span class="xar-mod-title">Afrika + Rede von Winfried Nachtwei</span>

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        <h1>
            GrÃ¼ner Parteitag zur Schutzverantwortung (RtoP) - Nachtwei`s Redebeitrag         </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=7">Nachtwei</a> am 21. November 2012 18:43:39 +02:00 (54782 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>In geradezu spektakulÃ¤rer EinmÃ¼tigkeit beschloss der Bundesparteitag der BÃ¼ndnisgrÃ¼nen am 16. November in Hannover einen friedenspolitischen Grundsatzantrag zur internationalen Schutzverantwortung. In einem intensiven und ausgesprochen konstruktiven Diskussionsprozess hatte die BAG Frieden &amp; Internationales die Voraussetzungen dafÃ¼r geschaffen. Hier der Beschluss und mein Redebeitrag.</p></div>
            <div>    <p><!--[if gte mso 9]><xml> </xml><![endif]--></p>
<p align="center"><strong><span style="text-decoration: underline;">Friedenspolitischer Grundsatzbeschluss zur Schutzverantwortung</span></strong><strong> auf der Bundesdelegiertenkonferenz von BÃ¼ndnis 90/Die GrÃ¼nen am</strong></p>
<p align="center"><strong>16. November 2012 in Hannover und</strong></p>
<p align="center"><strong>Redebeitrag von Winni Nachtwei zum Antrag A-01</strong></p>
<p align="center"><strong>â€ž<span style="text-decoration: underline;">FÃ¼r eine Verantwortung zum Schutz der Menschenrechte - Responsibility to Protect - Vom Recht des StÃ¤rkeren zum Schutz des Individuums durch StÃ¤rkung des Rechts</span>&quot;,</strong></p>
<p>Â </p>
<p>I.Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â  Â DER BESCHLUSS</p>
<p>AngestoÃŸen hatte das Projekt Robert Zion im Vorjahr mit einem ersten Antragsentwurf. Die Bundearbeitsgemeinschaft (BAG) Frieden &amp; Internationales debattierte auf einer Sitzung unter groÃŸer Beteiligung die Schutzverantwortung/Responsibility to Protect und einigte sich danach auf einen umfassenden Antragsentwurf.Â  Nach kleineren Ã„nderungen Ã¼bernahm der Bundesvorstand den Antrag.Â  Er wurde damit zum Leitantrag der auÃŸenpolitischen Debatte, die schon am ersten Abend der BDK stattfand. Nach der Einbringung durch BAG-Sprecher Michael Kellner sprechen ca. 15 RednerInnen. Die Debatte verlÃ¤uft ruhig und ohne jede emotionale Aufwallung, die frÃ¼her bei Themen mit MilitÃ¤rbezug an der Tagesordnung waren. Als Gast spricht auch Martin Kobler, VN-Sonderbeauftragter fÃ¼r den Irak. Der erfahrene VN-Spitzenbeamte ist voll des Lobes fÃ¼r den ausgesprochen VN-freundlichen Antrag. Anschaulich schildert er die StÃ¤rken einer politischen VN-Mission, aber auch ihre Grenzen.</p>
<p>Die Ã„nderungsantrÃ¤ge werden alle konsensual Ã¼bernommen. Bei der Frage, was bei einer Blockade des Sicherheitsrates zu tun sei, entscheidet sich die BDK fÃ¼r die Alternative A: Mandatierung eines friedenserzwingenden Einsatzes im Rahmen der Schutzverantwortung ggfs. auch durch Beschluss der Generalversammlung (qualifizierte Mehrheit).Â  In der Schlussabstimmung stimmen die Delegierten dem Antrag mit Ã¼berwÃ¤ltigender Mehrheit bei nur wenigen Gegenstimmen zu. (<a href="http://www.gruene.de/fileadmin/user_upload/Beschluesse/Aussenpolitik-Schutzverantwortung-Beschluss-BDK-11-2012.pdf">www.gruene.de/fileadmin/user_upload/Beschluesse/Aussenpolitik-Schutzverantwortung-Beschluss-BDK-11-2012.pdf</a> )</p>
<p>In der allgemeinen Parteitagsberichterstattung geht das SpektakulÃ¤re dieses Beschlusses Ã¼berwiegend unter: Auf dem Feld der Friedens- und Sicherheitspolitik, wo bis vor wenigen Jahren immer wieder die Wogen hoch gingen und die GrÃ¤ben tief waren, findet jetzt ein Grundsatzbeschluss, der auch die harten Fragen behandelt, einmÃ¼tige Zustimmung. Â Ausschlaggebend dafÃ¼r war die Art und Weise, wie vor allem die BAG das heiÃŸe Thema bearbeitete und die Bundestagsfraktion dazu beitrug - eine konstruktive Streitkultur.</p>
<p>Â </p>
<p>II.Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â  MEIN REDEBEITRAG (3 Min.)</p>
<p>Liebe Freundinnen und Freunde,</p>
<p><strong><em>(Missbrauchsgefahr)</em></strong></p>
<p>mit Fragen von Krieg und Frieden habe ich seit 45 Jahren zu tun. Ãœberreichlich habe ich dabei erlebt, wie oft Gewalt und Krieg mit hohen Werten, mit MenschenrechtenÂ  und â€žSchutz&quot; gerechtfertigt wurden.</p>
<p>Die Instrumentalisierung hoher Werte und bester Absichten ist ein reales Risiko. Da ist Wachsamkeit geboten!</p>
<p><strong><em>(PrimÃ¤rrisiko Wegsehen)</em></strong></p>
<p>Tatsache ist aber auch: Wenn wir auf FÃ¤lle schwerster Massenverbrechen schauen, auf VÃ¶lkermord, Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, â€žethnische SÃ¤uberungen&quot;, dann ist nicht Instrumentalisierung das Problem, sondern Wegsehen, PassivitÃ¤t. So seit Jahren gegenÃ¼ber der KriegshÃ¶lle im Ostkongo. So war es 1994 in Ruanda, als der Massenmord angekÃ¼ndigt war, als die HauptstÃ¤dte und New York abwinkten - und dann binnen drei Monaten 800.000 Menschen abgeschlachtet wurden. Oder 1975-1978 die Terrorherrschaft der Roten Khmer, die ich damals - und viele meiner politischen Generation - lange nicht wahrhaben wollten.</p>
<p><strong><em>(Distanz zur Schutzverantwortung)</em></strong></p>
<p>Nachdem sich 2005 der Milleniumsgipfel der VN zur Schutzverantwortung bekannt hatte, gingen die Staaten eher auf Distanz zu dieser vÃ¶lkerrechtlichen Norm im Erden. Auch die Bundesregierung betonte stattdessen verstÃ¤rkt nationale Sicherheitsinteressen. Die Distanz zur Schutzverantwortung zeigt sich auch in der schÃ¤ndlichen VernachlÃ¤ssigung von VN-gefÃ¼hrten Missionen durch die reicheren Staaten, in denen die Schutzverantwortung ein besonderes Gewicht hat. Deutschland liegt hier auf Rang 53 der Personalsteller.</p>
<p><strong><em>(Primat der PrÃ¤vention)</em></strong></p>
<p>Zu - ich schÃ¤tze - ca. 90% wird die Schutzverantwortung unter der Ãœberschrift â€žMilitÃ¤rintervention&quot; diskutiert. Das ist eine kurzsichtige und dumme MilitÃ¤rfixiertheit.</p>
<p>Das verdreht das Konzept der Schutzverantwortung, wo die Vorbeugung ganz vorne stehen soll.</p>
<p>Elementar fÃ¼r wirksame PrÃ¤vention sind Mechanismen der FrÃ¼hwarnung und FrÃ¼haktivierung. Da hat sich in letzter Zeit etwas auf zivilgesellschaftlicher Ebene getan.Â  Aber solche Mechanismen gibt es bisher nicht auf Ebene der VN und nicht in Deutschland. Ich kann Euch aber wenigstens mitteilen, dass wir im Beirat Zivile KrisenprÃ¤vention beim AA, dessen Vorsitzender ich bin, an Empfehlungen dazu arbeiten. (<em>Zur strukturellen PrÃ¤vention von Massenverbrechen trÃ¤gt vor allem die FÃ¶rderung verlÃ¤sslicher und legitimer Staatlichkeit bei. FÃ¼r diese SchlÃ¼sselaufgabe stehen bisher nur schwache KapazitÃ¤ten zur VerfÃ¼gung</em>.)</p>
<p><strong><em>(MilitÃ¤reinsatz zum Schutz)</em></strong></p>
<p>FÃ¼r die Ã¤uÃŸerste MaÃŸnahme, den Einsatz von MilitÃ¤r und ggfs. militÃ¤rischer Gewalt zum Schutz, setzt der Antrag hohe HÃ¼rden. Die aufgefÃ¼hrten Leitlinien sind keine Kopfgeburt, sondern konzentrierte Erfahrung aus den internationalen KriseneinsÃ¤tzen der letzten 20 Jahre. GegenÃ¼ber dem Beschluss der Friedens- und Sicherheitspolitischen Kommission von 2007 ist jetzt alsÂ  weiteres Kriterium hinzugekommen â€žVerantwortlicher Multilateralismus&quot;. Gemeint ist damit die Verpflichtung zu mehr Ãœbereinstimmung und KohÃ¤renz bei multinationalen EinsÃ¤tzen - insbesondere bezÃ¼glich des humanitÃ¤ren VÃ¶lkerrechts, der Beachtung von local ownership und des do-no-harm-Prinzips.</p>
<p><strong><em>(Wort eines MdB a.D.)</em></strong></p>
<p>Nach vielen Jahren in der grÃ¼nen Bundestagsfraktion bin ich seit drei Jahren ein â€žfreier Mitarbeiter im friedens- und sicherheitspolitischen AuÃŸendienst der GrÃ¼nen&quot;. Als solcher erlaube ich mir, der BAG Frieden und Internationales Â herzlich zu danken fÃ¼r die ausgesprochen produktiven Beratungen hin zu einem Antrag, der hohe Zustimmung verdient. Eine so fundierte Positionierung zur Schutzverantwortung hat bisher keine andere Partei in Deutschland hinbekommen.</p>
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