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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Wieder eine &quot;Ã¼berraschende&quot; GroÃŸkrise: Materialien zu Corona-Pandemie, KrisenprÃ¤vention, BevÃ¶lkerungsschutz und Katastrophenhilfe - mit der Warn-Rede von Bill Gates/2015 (Stand 18.05.2020)</title>
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    <span class="xar-mod-title">Sicherheitspolitik und Bundeswehr + Vereinte Nationen (UNO) + Israel + Pressemitteilung</span>

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            Wieder eine &quot;Ã¼berraschende&quot; GroÃŸkrise: Materialien zu Corona-Pandemie, KrisenprÃ¤vention, BevÃ¶lkerungsschutz und Katastrophenhilfe - mit der Warn-Rede von Bill Gates/2015 (Stand 18.05.2020)         </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=7">Nachtwei</a> am 2. Mai 2020 14:26:23 +02:00 (60858 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Vor neun Wochen ging es in Deutschland richtig los mit dem Abstandhalten. In den Tagen zuvor schienen neue Formen des Distanzgr&uuml;&szlig;ens manchmal eher ulkig. L&auml;ngst ist Corona mitsamt den Folgesch&auml;den der Eind&auml;mmungsma&szlig;nahmen zu einer Menschheitskrise gewuchert. &Uuml;berraschende Gro&szlig;krisen gibt es trotz der Warnungen einzelner Weitsichtiger immer wieder. Was gab es an Vorwarnungen, warum fehlte es an ausreichender materieller Katastrophenvorsorge? Ein Rundblick auf die Felder (zivile) Krisenpr&auml;vention und Bev&ouml;lkerungsschutz/Katastrophenhilfe und in Grundlagendokumente von Bundesregieung und Vereinten Nationen geben erste Antworten.&nbsp; &nbsp;</p></div>
            <div>    <p>&nbsp;</p>
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<div>
<p align="center"><strong>Wieder eine &uuml;berraschende Gro&szlig;krise: Materialien zu</strong></p>
<p align="center"><strong>Corona-Pandemie, Krisenpr&auml;vention, Bev&ouml;lkerungsschutz und</strong></p>
<p align="center"><strong>Katastrophenhilfe &ndash; mit der Warn-Rede von Bill Gates (2015)</strong></p>
<p align="center">W. Nachtwei<a title="" href="#_ftn1">[1]</a> (23.04./18.05.2020)</p>
<p><strong>&Uuml;berraschende Gro&szlig;krisen</strong> gab es in den letzten 30 Jahren reichlich. Nach der historischen &Uuml;berraschung des Mauerfalls und den friedlichen Revolutionen im Osten die R&uuml;ckkehr des Krieges nach Europa auf dem Balkan, der V&ouml;lkermord in Ruanda, der Terrorangriff von Al Qaida in New York und Washington, der Antiterrorkrieg und Afghanistaneinsatz, der Arabische Fr&uuml;hling und seine schnelle Verd&uuml;sterung, der transnationale Terror des IS, die Krim-Annexion, der Brexit, der Wahlsieg Trumps &hellip;</p>
<p>und jetzt mit der &nbsp;Corona-Pandemie&nbsp; eine in ihrer globalen L&auml;hmungswirkung die meisten Staaten und Gesellschaften &uuml;berraschende Menschheitskrise. Dass ein neuartiger Virus Wirtschaft und Gesellschaft weltweit zum Stillstand und Absturz bringen und in Konflikt- und Krisenl&auml;ndern einen sozialen Tsunami ausl&ouml;sen k&ouml;nnte, das hatten politisch Verantwort-liche kaum irgendwo auf dem Schirm.</p>
<p><strong>Corona ist &ndash; mit Unterschieden zwischen Staaten - ein erneutes, krasses Beispiel f&uuml;r schwache Krisenfr&uuml;herkennung, strategische Vorausschau und Krisenpr&auml;vention bzw. -vorsorge.</strong></p>
<p>In der deutschen Friedens- und Sicherheitspolitik hatte es nach den Balkankriegen der 1990er Jahre einen Schub f&uuml;r <span style="text-decoration: underline;">neue Ans&auml;tze und Instrumente der zivilen Krisenpr&auml;vention</span> und Gewaltverh&uuml;tung gegeben. Mit dem &bdquo;Review2014&ldquo;-Prozess des Ausw&auml;rtigen Amtes wurden &nbsp;Krisenpr&auml;vention und Krisenmanagement &nbsp;zu einer von drei Priorit&auml;ten der deutschen Au&szlig;enpolitik. Das &nbsp;Wei&szlig;buch zur Sicherheitspolitik und zur Zukunft der Bundeswehr von 2016 und die Leitlinien &bdquo;Krisen verhindern, Konflikte l&ouml;sen, Frieden f&ouml;rdern&ldquo; von 2017 thematisierten Krisenfr&uuml;h-erkennung und Vorausschau erstmals an prominenter Stelle und so konkret wie nie zuvor.</p>
<p>Die Bundesregierung verpflichtete sich in den Leitlinien,</p>
<p>- &bdquo;ihre Instrumente zur Krisenfr&uuml;herkennung [zu] verfeinern und enger miteinander zu verzahnen;</p>
<p>- Methoden der strategischen Vorausschau anzuwenden und eine enge internationale Zusammenarbeit bei der Krisenfr&uuml;herkennung und Fragilit&auml;tsanalyse zu suchen;</p>
<p>- gemeinsame Lageeinsch&auml;tzungen zu potentiellen Krisen zu f&ouml;rdern.&ldquo;<a title="" href="#_edn1">[i]</a></p>
<p>(Zu den Ans&auml;tzen der Krisenfr&uuml;herkennung und strategischen Vorausschau auf Ebene der Bundesressorts vgl. mein Beitrag in &bdquo;Ethik und Milit&auml;r 1/2018, &nbsp;<a href="http://www.ethikundmilitaer.de/de/themenueberblick/20181-strategic-foresight/nachtwei-krisenfrueherkennung-und-vorausschau-in-der-friedens-und-sicherheitspolitik-frueher-entschiedener-substanzieller-agieren/">http://www.ethikundmilitaer.de/de/themenueberblick/20181-strategic-foresight/nachtwei-krisenfrueherkennung-und-vorausschau-in-der-friedens-und-sicherheitspolitik-frueher-entschiedener-substanzieller-agieren/</a> )</p>
<p><strong>Der &Uuml;bergang von early&ndash;warning zu early&ndash;action</strong> macht bei Krisenentwicklungen immer wieder die gr&ouml;&szlig;ten Probleme. Vielf&auml;ltige Zw&auml;nge, Interessen und Mentalit&auml;ten blockieren immer wieder politische Weitsicht, vorausschauende Planung &nbsp;und fr&uuml;hes Handeln:</p>
<p>- <span style="text-decoration: underline;">Das doppelte Ressourcenproblem</span>: Vorausschau, strategisches Denken und Fr&uuml;herkennung gibt es nicht zum Nulltarif, sie brauchen ausreichend Personal, Zeit, Raum und Geld. In der Regel ist in den Ressorts der Tagesbetrieb mit seinen wachsenden Aufgaben so absorbierend, dass f&uuml;r den systematischen Blick in die Zukunft kaum bis gar keine Zeit bleibt. Die Dauer-erfahrung vom Dringenden als Feind des Wichtigen.</p>
<p>Fr&uuml;heres Handeln &ndash; early-action &ndash; braucht Handlungsoptionen und ist immer mit Ressourceneinsatz verbunden. Diese sind meist knapp und in F&auml;llen ohne akuten Handlungsdruck schwerer mobilisierbar.</p>
<p>- <span style="text-decoration: underline;">Strategieschw&auml;che</span>: &Uuml;ber viele Jahre war vor allem beim Kanzleramt und dem Ausw&auml;rtigen Amt eine regelrechte Abwehrhaltung gegen&uuml;ber Strategieentwicklungen zu erleben. Die einen begr&uuml;ndeten den Primat eines &bdquo;Fahrens auf Sicht&ldquo; mit den galoppierenden Wechself&auml;llen der internationalen Politik und dem Aufwand einer ressort&uuml;bergreifenden Strategieentwicklung, die in keinem sinnvollen Verh&auml;ltnis zum Orientierungsertrag einer Strategie stehe. F&uuml;r andere Spitzenpolitiker schien Strategieentwicklung offenbar als unzul&auml;ssige Einschr&auml;nkung der eigenen Handlungsfreiheit.</p>
<p>- <span style="text-decoration: underline;">Erreichbarkeit von Entscheidungstr&auml;gern</span>: Politische Akteure und Entscheidungstr&auml;ger agieren in der Regel in einer M&uuml;hle von Themen, Anforderungen, Terminen, Interessenten.</p>
<p>Angesichts dieses Konkurrenzkampfes um Aufmerksamkeit durchzudringen, ist per se schwierig &ndash; zumal f&uuml;r Themen, wo kein akuter Handlungsdruck besteht, aber ggfs. ein Rattenschwanz an Folgeaufgaben droht.</p>
<p>- <span style="text-decoration: underline;">Individuelle und kollektive Wahrnehmungsfilter</span> in Form von Verdr&auml;ngung, Nicht-wahrhaben-Wollen, Wunschdenken und Realit&auml;tsverleugnung. Partei- und akteurs&uuml;ber-greifend ist ein Wahrnehmungsmuster verbreitet, das nur Fehler der anderen, aber nicht die eigenen wahrnimmt. (Im Wei&szlig;buch wie in den Leitlinien sind die &bdquo;Eigenanteile&ldquo; von Krisen-treibern in den eigenen B&uuml;ndnisreihen &ndash; exemplarisch der Irakkrieg 2003 - durchg&auml;ngig ein blinder Fleck.) Sinnvolle Vorausschau und Fr&uuml;herkennung ist aber zwingend auf die selbstkritische Perspektive angewiesen.</p>
<p>- <span style="text-decoration: underline;">Partikularinteressen</span>: Entscheidungstr&auml;gern sollte es um die Menschen, die Sache und das Gemeinwohl gehen. Realiter geht es oftmals auch um Partei- und Gruppeninteressen, um pers&ouml;nliche Karriere- und Machtinteressen. Verhinderte Krisen und Konflikte sind unsichtbare Erfolge, die in der Regel wenig Aufmerksamkeit und Meriten bringen. Engagement in Fr&uuml;herkennung und Vorausschau bringt parteitaktisch eher keine Vorteile.</p>
<p><strong>Krisenpr&auml;vention und Vorausschau bei Corona</strong>: Der folgende Rundblick auf die Politikfelder (zivile) Krisenpr&auml;vention/Friedensf&ouml;rderung und Bev&ouml;lkerungs- und Katastrophenschutz sowie in sicherheits- und entwicklungspolitische Grundlagendokumente der Bundesregierung, der Vereinten Nationen und in die Warn-Rede eines Spitzenpromis verdeutlicht,</p>
<ul>
<li>dass in der bundesdeutschen Politik das Gro&szlig;risiko von Pandemien f&uuml;r Industriel&auml;nder nur sehr partiell auf dem Schirm war &ndash; sehr im Unterschied zu den Vereinten Nationen,</li>
<li>dass vorhandene Fr&uuml;hwarnung kaum in der Politik au&szlig;erhalb der Fach-Community wahrgenommen wurde, geschweige in angemessene Krisenpr&auml;vention und -vorsorge m&uuml;ndete.</li>
</ul>
<p>(Vgl. &bdquo;Was Corona lehrt&ldquo; von Georg Mascolo, SZ 29.04.2020, <a href="https://www.sueddeutsche.de/politik/coronavirus-pandemie-folgen-1.4890981">https://www.sueddeutsche.de/politik/coronavirus-pandemie-folgen-1.4890981</a> )</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">&Uuml;BERSICHT</span></p>
<p>(1)&nbsp;&nbsp; Politikfeld (zivile) Krisenpr&auml;vention + Friedensf&ouml;rderung</p>
<p>(2)&nbsp;&nbsp; Politikfeld Bev&ouml;lkerungsschutz, Katastrophenhilfe, Pandemien</p>
<p>(3)&nbsp;&nbsp; Grundlagendokumente der Bundesregierung</p>
<p>(4)&nbsp;&nbsp; Grundlagendokumente der Vereinten Nationen</p>
<p>(5)&nbsp;&nbsp; Redetext + Video von Bill Gates bei den Ted Talks 2015</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">(1) Politikfeld (zivile) Krisenpr&auml;vention und Friedensf&ouml;rderung</span></strong></p>
<p><strong>Aktionsplan zur zivilen Krisenpr&auml;vention, Konfliktl&ouml;sung und Friedenskonsolidierung (2004) </strong></p>
<p>- Fokus auf Pr&auml;vention und Bew&auml;ltigung&nbsp; von innerstaatlichen Gewaltkonflikten, operativ und strukturell</p>
<p>- Strategische Ansatzpunkte (a) verl&auml;ssliche staatliche Strukturen, (b) F&ouml;rderung von Friedenspotenzialen, (c) Lebenschancen sichern (darunter: Fr&uuml;hwarnung vor Umweltkatastrophen)</p>
<ul>
<li><em>Nichts zu Epidemien, Pandemien</em></li>
</ul>
<p><strong>Dritter Bericht der Bundesregierung zur Umsetzung des Aktionsplans (2010)</strong></p>
<ul>
<li><em>Nichts zu Epidemien, Pandemie</em></li>
</ul>
<p><strong>Toolbox Krisenmanagement &ndash; Von der zivilen Krisenpr&auml;vention bis zum Peacebuilding: Prinzipien, Akteure. Instrumente</strong>, SWP/ZIF 2011, <a href="https://www.zif-berlin.org/fileadmin/uploads/experten-einsaetze/Toolbox_Krisenmanagement_SWP-ZIF.PDF">https://www.zif-berlin.org/fileadmin/uploads/experten-einsaetze/Toolbox_Krisenmanagement_SWP-ZIF.PDF</a></p>
<ul>
<li><em>Unter Prinzipien das Stichwort Menschliche Sicherheit, nichts zum Gro&szlig;risiko Epidemien</em></li>
</ul>
<p><strong>&bdquo;Krisenfr&uuml;herkennung international: und die deutsche Tagespolitik</strong>: Feuermelder ohne Leitstelle?&ldquo; von W. Nachtwei, M&auml;rz 2014, <a href="index.php?module=articles&amp;func=display&amp;catid=77&amp;aid=1320">http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;catid=77&amp;aid=1320</a> &nbsp;</p>
<ul>
<li><em>Nichts zu Infektionskrankheiten, Epidemien, Pandemien</em></li>
</ul>
<p><strong>Leitlinien der Bundesregierung &bdquo;Krisen verhindern, Konflikte bew&auml;ltigen, Frieden f&ouml;rdern</strong>&ldquo;, 2017, <a href="https://www.auswaertiges-amt.de/blob/283636/d98437ca3ba49c0ec6a461570f56211f/leitlinien-krisenpraevention-konfliktbewaeltigung-friedensfoerderung-dl-data.pdf">https://www.auswaertiges-amt.de/blob/283636/d98437ca3ba49c0ec6a461570f56211f/leitlinien-krisenpraevention-konfliktbewaeltigung-friedensfoerderung-dl-data.pdf</a></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">1.1 Herausforderungen des Engagements in Bezug auf Krisen und Konflikte</span></p>
<p>Das Stichwort &bdquo;Gesundheit&ldquo; taucht auf im Kontext &bdquo;Fragile Staatlichkeit&ldquo;/grundlegende staatliche Dienstleistungen.</p>
<p>Die Agenda 2030 von 2015 (3. SDG zu Gesundheit und Wohlergehen) ist ein Referenzrahmen auch f&uuml;r die Leitlinien. Verweis auf den 15. Entwicklungspolitischen Bericht der Bundesregierung von 2017.</p>
<p>In den Passagen zu Resilienz und Humanit&auml;rer Hilfe (S. 70 f.) &nbsp;ist die Rede von Krisen, gewaltsamen Konflikten und Naturkatastrophen, kein Mal von Epidemien/Pandemien.</p>
<p>Bei den Handlungsfeldern Ans&auml;tzen im Bereich Wirtschaft, soziale Koh&auml;sion und nat&uuml;rliche Lebensgrundlagen&nbsp; wird als ein Ziel genannt, &bdquo;verl&auml;sslich grundlegende soziale Dienstleistungen f&uuml;r die Bev&ouml;lkerung zur Verf&uuml;gung zu stellen, insbesondere in den Bereichen Bildung, Gesundheit (&hellip;)&ldquo; (S. 97) Im Kasten &bdquo;Katastrophenrisikomanagement&ldquo; f&auml;llt auch das Stichwort &bdquo;gesundheitlicher Bev&ouml;lkerungsschutz&ldquo;, mehr aber nicht.</p>
<p>Krisenfr&uuml;herkennung (4.1.1. , S. 110 ff.) zielt auf &bdquo;politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen, die das Potenzial bergen, Konflikte innerhalb von Staaten und Gesellschaften gewaltsam eskalieren zu lassen.&ldquo;&nbsp; Beobachtet werden vor allem Indikatoren in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Die Ressortrunde &bdquo;Krisenfr&uuml;herkennung &ndash; Horizon Scanning&ldquo; tagt anlassbezogen oder mindestens alle sechs Monate.&ldquo;</p>
<p>Unter den Selbstverpflichtungen der Bundesregierung im Anhang der Leitlinien handeln drei von Krisenfr&uuml;herkennung (&bdquo;auch &uuml;ber den engeren au&szlig;en-, entwicklungs- und sicherheitspolitischen Rahmen hinaus&ldquo;) und strategischer Vorausschau.</p>
<ul>
<li><em>Gesundheitsvorsorge und gesundheitlicher Bev&ouml;lkerungsschutz werden kurz erw&auml;hnt, keine Rede vom Gro&szlig;risiko Epidemien, Pandemien</em></li>
</ul>
<p><strong>Zur neuen AA-Abteilung S</strong> (Konfliktpr&auml;vention, Stabilisierung, Konfliktnachsorge und Humanit&auml;re Hilfe): <strong>5 Jahre Engagement f&uuml;r Stabilisierung und Humanit&auml;re Hilfe</strong>, 13.03.2020, <a href="https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/themen/humanitaere-hilfe/5-jahre-abteilung-s/2318434">https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/themen/humanitaere-hilfe/5-jahre-abteilung-s/2318434</a></p>
<p>AA-Abteilung S, <strong>Referat S04: Krisenfr&uuml;herkennung, Konfliktanalyse, strategische Vorausschau</strong>, 07.02.2020, <a href="https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/themen/krisenpraevention/-/2238138">https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/themen/krisenpraevention/-/2238138</a></p>
<ul>
<li><em>Die ressortgemeinsame AG Krisenfr&uuml;herkennung von AA, BKAmt, BND, BMVg, BMI, BMZ soll sich viermal im Jahr treffen, zwischen Sept. 2018 und Juni 2019 fand ein Treffen statt. Ein Pandemie-Risiko war dort offenbar nicht im Blick.</em></li>
</ul>
<p><strong>&bdquo;(Ziviles) Krisenengagement und Friedensf&ouml;rderung in st&uuml;rmischen Zeiten: Ver&auml;nderte Rahmenbedingungen</strong> seit dem Aktionsplan von 2004 &ndash; Zusammenfassung, 17 Krisentrends und 17 Positivtrends&ldquo; von W. Nachtwei,&nbsp; 24.02.2017. &bdquo;Krisentrend Nr. 12:</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Un&uuml;bersichtlichkeit, Ungewissheit, Unberechenbarkeiten, &Uuml;berraschungen</span>:</p>
<p>Politische + gesellschaftliche Prozesse sind kaum verl&auml;sslich prognostizierbar (Forsesight-Beitr&auml;ge 2015, SWP-Studie), Krisenfr&uuml;herkennung und &ndash;pr&auml;vention zunehmend schwieriger: Neben den Known Unknowns und den Unknown Unknowns noch die Realit&auml;t der Known Unwants (ein verbreitetes Nicht- wahrhaben-Wollen/ Wunschdenken).</p>
<p>Absehbare potenzielle Krisentreiber in 2017:</p>
<p>- im M&auml;rz Beginn der Brexit-Austrittsverhandlungen, Wahlen in den Niederlanden</p>
<p>- April/Mai Pr&auml;sidentschaftswahl in Frankreich in zwei Runden</p>
<p>- im Mai Pr&auml;sidentschaftswahlen im Iran</p>
<p>&nbsp;Erste Jahresh&auml;lfte in der T&uuml;rkei Referendum &uuml;ber das neue Pr&auml;sidialsystem</p>
<p>- im September Bundestagswahlen</p>
<p>- im Herbst in Peking nach f&uuml;nf Jahren wieder Parteikongress.</p>
<p>( <a href="index.php?module=articles&amp;func=display&amp;catid=77&amp;aid=">http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;catid=77&amp;aid=</a> &nbsp;)</p>
<ul>
<li><em>Nichts zu globalen Gesundheitsrisiken, gar Katastrophen</em></li>
</ul>
<p>&bdquo;<strong>Krisenfr&uuml;herkennung und Vorausschau in der Friedens- und Sicherheitspolitik</strong>: fr&uuml;her, entschiedener, substanzieller agieren&ldquo; von W. Nachtwei, in: Ethik &amp; Milit&auml;r 2018, <a href="index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1530">http://nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1530</a></p>
<ul>
<li><em>Nichts zu Infektionskrankheiten, Pandemien </em></li>
</ul>
<p><strong>Beirat Zivile Krisenpr&auml;vention und Friedensf&ouml;rderung der Bundesregierung </strong>(aktiv seit 2005)</p>
<p>Unter den berufenen Mitgliedern des Beirats war ein Mediziner: Prof. Dr. med. Korte (2005-2011). Einmal beriet der Berat bei seine 3. Sitzung am 23.01.2006 explizit &uuml;ber &bdquo;Bedeutung der Gesundheitspolitik f&uuml;r die Krisenpr&auml;vention&ldquo;</p>
<ul>
<li><em>Der Diskurs zur zivile Krisenpr&auml;vention und Konfliktbearbeitung war in Deutschland immer auf Gewaltkonflikte und fragile Staatlichkeit, Nationalismus/Fundamenta-lismus/Extremismus, Bev&ouml;lkerungsdynamik, Klimawandel und Naturkatastrophen als N&auml;hrb&ouml;den und Treiber von Gewalt fokussiert. Das globale Gefahrenpotenzial von Pandemien als m&ouml;glicher Verst&auml;rker bisheriger multipler Krisen und Brandbeschleu-niger von Gewaltkonflikten war nicht im Blick. Mein Eindruck ist, dass Wahrnehmung von Risiken, Bedrohungen (und Chancen) nicht unwesentlich von jeweiligen politischen Grundeinstellungen und Interessen beeinflusst ist. Worst-Case-Szenarien haben mein politisches Engagement gepr&auml;gt in den 1970er/80er Jahren &nbsp;AKW-Gau, Atomkriegsfolgen). Mit der Klimakrise nimmt der Trend, dass Worst-Case-Szenarien katastrophale Wirklichkeit werden, immer mehr zu. Warnungen vor einem B&uuml;rger krieg im Vielv&ouml;lkerstaat Jugoslawien, die M&ouml;glichkeit terroristischer Gro&szlig;anschl&auml;ge wurden lange abgetan als Angst-propaganda Kalter Krieger oder Terrorhysteriker. Aber dann passierte solches doch! Und weiter in der Ukraine. 2013 erschien der Roman &bdquo;Blackout&ldquo; von Marc Elsberg, ein gar nicht realit&auml;tsferner Thriller &uuml;ber den Zusammenbruch der europ&auml;ischen Stromnetze durch einen Hackerangriff, die L&auml;hmung und schnelle Chaotisierung unserer hochkomplexen Gesellschaften. Deutlich wurde hier die enorme Verwundbarkeit unserer Gesellschaften und das d&uuml;nne Eis der Zivilisation!</em></li>
</ul>
<p><em>&nbsp;</em></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">(2) Politikfeld Bev&ouml;lkerungs- und Katastrophenschutz, Pandemien </span></strong></p>
<p><strong>Program for Monitoring Emerging Diseases (ProMED), Programm er International Society for Infectious Diseases (ISID), Brookline USA, </strong>http://www.promedmail.org &nbsp;; ProMED ist ein globales, Internet-basiertes elektronisches Berichtsystem zur Entdeckung, &Uuml;berwachung und zum schnellen Informationsaustausch zu Ausbr&uuml;chen von Infektionskrankheiten und anderer akuter Gef&auml;hrdungen durch Giftstoffe, die die Gesundheit von Menschen, Tieren und Nahrungspflanzen beeinflussen k&ouml;nnten. ProMED wurde 1994 gegr&uuml;ndet. Der Zugang zu ProMED ist &ouml;ffentlich, fast 80.000 Abonnenten in fast jedem Land. &nbsp;<a href="https://academic.oup.com/cid/article/39/2/227/327615">https://academic.oup.com/cid/article/39/2/227/327615</a> ;</p>
<p>Early Warning for Infectious Disease Outbreak, Theorie and Practise, 2017, <a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/B9780128123430000011">https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/B9780128123430000011</a></p>
<p><strong>EWRS (Early Warning and Response System), </strong><a href="https://ewrs.ecdc.europa.eu/">https://ewrs.ecdc.europa.eu/</a></p>
<p>Das EWRS f&uuml;r Infektionskrankheiten ist ein internetbasiertes Netzwerk der Europ&auml;ischen Kommission (EC), der nationalen Gesundheitsbeh&ouml;rden der Mitgliedsstaaten, die f&uuml;r die Durchf&uuml;hrung von Ma&szlig;nahmen zur Kontrolle von Infektionskrankheiten zust&auml;ndig sind, sowie des Europ&auml;ischen Zentrums f&uuml;r die Pr&auml;vention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC). EWRS wurde von der EC mit dem Ziel gegr&uuml;ndet, der EU eine schnelle und effektive Reaktion auf Ereignisse, Notfallsituationen und Bedrohungen in Verbindung mit Infektionskrankheiten zu erm&ouml;glichen (17). Der Zugang zum EWRS gliedert sich in einen &ouml;ffentlichen sowie einen geschlossenen Teil, der nur zug&auml;nglich ist f&uuml;r Public Health-Institutionen der EU-Mitgliedsl&auml;nder, die offiziell von ihrer Regierung ihres jeweiligen Landes und der EC zu Mitgliedern des EWRS erkl&auml;rt wurden</p>
<p><strong>Bundesamt f&uuml;r Bev&ouml;lkerungsschutz und Katastrophenhilfe/BBK, </strong>seit Mai 2004, an der Spitze der Bundeskomponente des zivilen Bev&ouml;lkerungsschutzes als vierter S&auml;ule im nationalen Sicherheitssystem. Die Abteilung Krisenmanagement des BBK umfasst die wesentlichen Instrumente des Bund-L&auml;nder-Krisenmanagements zu gro&szlig;fl&auml;chigen Schadenslagen, darunter seit 2004 die L&auml;nder- und ressort&uuml;bergreifende Krisenmanagement&uuml;bung L&Uuml;KEX. ( <a href="https://www.bbk.bund.de/DE/DasBBK/dasbbk_node.html">https://www.bbk.bund.de/DE/DasBBK/dasbbk_node.html</a> ; vergangene &Uuml;bungen: <a href="https://www.bbk.bund.de/DE/AufgabenundAusstattung/Krisenmanagement/Luekex/Vergangene_Uebungen/vergangene_uebungen_node.html">https://www.bbk.bund.de/DE/AufgabenundAusstattung/Krisenmanagement/Luekex/Vergangene_Uebungen/vergangene_uebungen_node.html</a></p>
<p><strong>Themenportal &bdquo;Healthy DEvelopments &ndash; Germany`s commitment to health and social protection&ldquo;, </strong>http://health.bmz.de/</p>
<p>- Country programmes</p>
<p>- Global and regional initiatives</p>
<p>- Network and communities of practise</p>
<p>- Multilaterak organisations</p>
<p><strong>Parlamentarische Vorg&auml;nge zum Thema Bev&ouml;lkerungsschutz seit 2007 </strong>(&Uuml;bersicht, Links)</p>
<p><a href="https://www.bbk.bund.de/DE/Service/Fachinformationsstelle/RechtundVorschriften/Rechtsgrundlagen/ParlamentarischeVorgaenge/parlamentarischevorgaenge_node.html">https://www.bbk.bund.de/DE/Service/Fachinformationsstelle/RechtundVorschriften/Rechtsgrundlagen/ParlamentarischeVorgaenge/parlamentarischevorgaenge_node.html</a></p>
<ul>
<li><em>Stichproben auf den Seiten der demokratischen Bundestagsfraktionen ergeben, dass Bev&ouml;lkerungsschutz und Katastrophenhilfe au&szlig;erhalb der Fach&ouml;ffentlichkeit relativ wenig Aufmerksamkeit findet, wenn &uuml;berhaupt. (Im Wahlprogramm 2017 und im Zwischenbericht zum neuen Grundsatzprogramms meiner Partei werden Gesundheits-Gro&szlig;risiken kein Mal erw&auml;hnt) Mit der Schrumpfung des kriegsbezogenen Zivilschutzes in den 1990er Jahren schrumpften Strukturen und Kapazit&auml;ten des Katastrophenschutzes erheblich. Die Vorlage eines neuen Zivilschutzkonzeptes 2016 wurde vielfach pauschal als Verunsicherung und Angstmacherei abgetan.</em></li>
</ul>
<p><strong>3. L&auml;nder- und ressort&uuml;bergreifende Katastrophenmanagement&uuml;bung L&Uuml;KEX 07 </strong>&nbsp;2007: Das &Uuml;bungsszenario ging von einem weltweiten &bdquo;mittelschweren Pandemieszenario&ldquo; (Influenza) aus, um f&uuml;r Deutschland &bdquo;die weit reichenden gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen (im Wesentlichen: Gesundheitswesen, Versorgung und Transport, &ouml;ffentliche Sicherheit, Banken) darzustellen und ein bereichs- und l&auml;nder&uuml;bergreifendes Krisenmanage-ment zu be&uuml;ben.&ldquo; Angenommen wurden 27 Millionen Erkrankte und 102.000 Tote.</p>
<p>(Langfassung des Auswertungsberichts von Innen- und Gesundheitsministerium <a href="https://www.bbk.bund.de/SharedDocs/Downloads/BBK/DE/Downloads/Luekex/LUEKEX07_Auswertungsbericht_lang.pdf?__blob=publicationFile">https://www.bbk.bund.de/SharedDocs/Downloads/BBK/DE/Downloads/Luekex/LUEKEX07_Auswertungsbericht_lang.pdf?__blob=publicationFile</a> )</p>
<p><strong>&bdquo;Pandemie durch Virus &acute;Modi-SARS`&ldquo;, in Bericht zur Risikoanalyse Bev&ouml;lkerungsschutz 2012, </strong>Anhang 4, S. 55-75, 10.12.2012, Bundestagsdrucksache 17/12051, <a href="https://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/120/1712051.pdf">https://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/120/1712051.pdf</a> : Das Szenario ging von einem neuartigen Coronavirus aus, der auf einem s&uuml;dostasiatischen Markt urspr&uuml;nglich von Wildtieren auf Menschen &uuml;bersprungen war und &uuml;ber einzelne Reise nach Deutschland gekommen war. Das Virus verbreitete sich zun&auml;chst rasend mit einem Reproduktionsfaktor von 3. Es gab kein Medikament und keinen Impfstoff. Acht Prozent der Bev&ouml;lkerung erkrankten gleichseitig, von ihnen starb jeder Zehnte. Die Pandemie ging binnen drei Jahren in drei Wellen &uuml;ber das Land. Mindestens 7,5 Mio. Menschen starben in Folge der Pandemie. Die wirtschaftlichen Folgen wurden damals nur am Rande behandelt.</p>
<ul>
<li><em>In der Plenarsitzung am 14.06.2013 l&auml;sst der Vorsitzende des Innenausschusses mitteilen, dass &bdquo;der Ausschuss gem&auml;&szlig; &sect; 80 Abs. 3 Satz 2 der GO von einer Berichterstattung zu den nachstehenden Vorlagern absieht&ldquo;: Bericht &uuml;ber die Methode zur Risikoanalyse im Bev&ouml;lkerungsschutz 2010, 4. Gefahrenbericht der Kommission zum Schutz der Zivilbev&ouml;lkerung beim BMI, Bericht zur Risikoanalyse im Bev&ouml;lkerungsschutz 2011, Bericht zur Risikoanalyse im Bev&ouml;lkerungsschutz 2012, </em><a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btp/17/17247.pdf#P.31784"><em>http://dipbt.bundestag.de/dip21/btp/17/17247.pdf#P.31784</em></a><em> Mit anderen Worten: Ein Bericht, dessen Szenario wesentliche Krisenverl&auml;ufe der Corona-Pandemie vorwegnahm, wurde parlamentarisch faktisch nicht wahrgenommen. Politische Schlussfolgerungen unterbleiben. Zeitzeugen aus Exekutive und Bundestag sollten mal berichten, wie diese Routine-Verdr&auml;ngung gelaufen ist.</em></li>
</ul>
<p><strong>Ebola-Epidemie 2014/15:</strong> In Westafrika kam es zum bisher gr&ouml;&szlig;ten Ebolafieber-Ausbruch in der Geschichte. In den haupts&auml;chlich betroffenen L&auml;ndern Guinea, Liberia und Sierra Leone erkrankten mehr als 28.000 Menschen, mehr als 11.000 starben. Erstmals waren L&auml;nder gro&szlig;fl&auml;chig von Ebolafieber betroffen: In Guinea, Sierra Leone und Liberia trat die Krankheit in fast allen Provinzen, auch in gro&szlig;en St&auml;dten mit Flughafen-Anbindung auf. Nach dem H&ouml;hepunkt des Ausbruchs im Herbst 2014 ist die Zahl der Neuinfektionen im Laufe des Jahres 2015 kontinuierlich gefallen. Seit August 2015 werden nur noch Einzelf&auml;lle registriert. https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/E/Ebola/Kurzinformation_Ebola_in_Westafrika.html</p>
<p><strong>Vorschlag einer Initiative f&uuml;r &bdquo;EU-Wei&szlig;helme&ldquo; durch die Au&szlig;enminister</strong> Steinmeier und Fabius (FR):im Oktober 2014: Verbesserung der EU-Krisenreaktionsf&auml;higkeit im Gesundheitsbereich durch Vorhalten nationaler Kapazit&auml;ten, der auf EU-Ebene gepoolt werden.</p>
<p><strong>Konferenz der globalen Impf-Allianz GAVI in Berlin, </strong>Januar 2015:Bundeskanzlerin Merkel stellt eine gemeinsame Initiative mit dem ghanaischen Pr&auml;sidenten, John Dramani Mahama, und der norwegischen Ministerpr&auml;sidentin, Erna Solberg, in den Vereinten Nationen vor. Ziel der Initiative ist die Erstellung eines umfassenden Konzepts zur effektiveren Bek&auml;mpfung von Epidemien. Teil eines solchen Konzepts soll die Bereitstellung von &Auml;rzten und sonstigem medizinischem Personal sowie deren Ausstattung und schnelle Verlegbarkeit in Krisenregionen sein.</p>
<p>https://schulz-asche.de/schaffung-einer-internationalen-weisshelm-truppe-zur-bekaempfung-von-seuchen/</p>
<p><strong>Schwerpunktthema Globale Gesundheitspolitik bei der deutschen G7-Pr&auml;sidentschaft 2015, </strong>https://www.bmz.de/g7/de/Gavi/Der-deutsche-Beitrag/index.html</p>
<p><strong>Schaffung einer &bdquo;Internationalen Wei&szlig;helmtruppe&ldquo; zur Bek&auml;mpfung von Seuchen</strong>, Antwort der Bundesregierung auf eine Schriftliche Frage der Abgeordneten Kordula Schulze-Asche, 14.04.2015, <a href="https://www.bbk.bund.de/SharedDocs/Downloads/BBK/DE/FIS/DownloadsRechtundVorschriften/ParlamentarischeVorgaenge/18_4730.pdf?__blob=publicationFile">https://www.bbk.bund.de/SharedDocs/Downloads/BBK/DE/FIS/DownloadsRechtundVorschriften/ParlamentarischeVorgaenge/18_4730.pdf?__blob=publicationFile</a></p>
<p>&bdquo;<strong>Wir sind nicht bereit f&uuml;r eine globale Epidemie&ldquo;, Rede von Bill Gates</strong> auf den Ted-Talks 03.04.2015, 8:32 Min., Text unter (5), 34 Mio. Aufrufe,</p>
<p><a href="https://www.ted.com/talks/bill_gates_the_next_outbreak_we_re_not_ready?language=de#t-12727">https://www.ted.com/talks/bill_gates_the_next_outbreak_we_re_not_ready?language=de#t-12727</a></p>
<p>Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage von Kordula Schulze-Asche u.a. B&uuml;ndnis 90/Die Gr&uuml;nen <strong>Umsetzung der Hilfszusagen und angek&uuml;ndigten Reformen und Hilfszusagen zur Verbesserung der globalen Antwort auf Gesundheitskrisen wie Ebola</strong>, Bundestagsdrucksache 18/6864 vom 01.12.2015, <a href="http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/068/1806864.pdf">http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/068/1806864.pdf</a></p>
<p>&bdquo;<strong>Gesundheit und Sicherheit - Warum die Eind&auml;mmung von Infektionskrankheiten allein nicht ausreicht</strong>&ldquo;, von Daniel Gulati, Maike Voss, SWP-Aktuell 2019/A 41, Juli 2019, 4 Seiten, <a href="https://www.swp-berlin.org/fileadmin/contents/products/aktuell/2019A41_gul_voe.pdf">https://www.swp-berlin.org/fileadmin/contents/products/aktuell/2019A41_gul_voe.pdf</a></p>
<p><a href="https://www.swp-berlin.org/wissenschaftler-detail/susan-bergner/">Susan Bergner</a>, <a href="https://www.swp-berlin.org/wissenschaftler-detail/maike-voss/">Maike Voss</a> &bdquo;<strong>Globale Gesundheitspolitik der EU - Eine Agenda f&uuml;r die deutsche Ratspr&auml;sidentschaft</strong>&ldquo;, SWP-Aktuell 2020/A 15, M&auml;rz 2020, 4 Seiten, <a href="https://www.swp-berlin.org/fileadmin/contents/products/aktuell/2020A15_globale_gesundheitspolitik.pdf">https://www.swp-berlin.org/fileadmin/contents/products/aktuell/2020A15_globale_gesundheitspolitik.pdf</a></p>
<p>SWP-Projekt &quot;<a title="Opens internal link in current window" href="https://www.swp-berlin.org/projekte/globale-gesundheitspolitik/" target="_blank"><strong>Globale Gesundheit: Herausforderungen und Handlungsm&ouml;glichkeiten zur Erreichung der gesundheitsbezogenen SDGs</strong> f&uuml;r die deutsche globale Gesundheits- und Entwicklungspolitik</a>&quot;, Leitung Maike Voss</p>
<p><strong>Anh&ouml;rung des Innenausschusses zum Bev&ouml;lkerungsschutz</strong> am 08.01.2020 anl&auml;sslich des Antrags der FDP-Fraktion mit dem Titel &quot;<strong>Vorsorgestrukturen ausbauen</strong> - Ehrenamt in Bev&ouml;lkerungsschutz und Katastrophenhilfe st&auml;rken&quot; (<a title="Die PDF-Datei Drucksache 19/8541 &ouml;ffnet sich in einem neuen Fenster" href="https://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/085/1908541.pdf" target="_blank">19/8541</a>) sowie der Berichte der Bundesregierung zur <strong>Risikoanalyse im Bev&ouml;lkerungsschutz</strong> f&uuml;r die Jahre 2017 (<a title="Die PDF-Datei Drucksache 19/9520 &ouml;ffnet sich in einem neuen Fenster" href="https://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/095/1909520.pdf" target="_blank">19/9520</a>) und 2018 (<a title="Die PDF-Datei Drucksache 19/9521 &ouml;ffnet sich in einem neuen Fenster" href="https://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/095/1909521.pdf" target="_blank">19/9521</a>), <a href="https://www.bundestag.de/presse/hib/676120-676120">https://www.bundestag.de/presse/hib/676120-676120</a> . Der ehemalige THW-Pr&auml;sident Albrecht Broemme erkl&auml;rte, die Abwehr einer Pandemie sei die Schwach-stelle des deutschen Zivilschutzes wie auch die Reaktionsf&auml;higkeit auf einen m&ouml;glichen Angriff mit ABC-Waffen. Stellungnahmen der Sachverst&auml;ndigen und Protokoll: <a href="https://www.bundestag.de/ausschuesse/a04_innenausschuss/anhoerungen#url=L2F1c3NjaHVlc3NlL2EwNF9pbm5lbmF1c3NjaHVzcy9hbmhvZXJ1bmdlbi8yOC0xMy0wMS0yMDIwLTE0LTAwLTY3NTg3Ng==&amp;mod=mod541724">https://www.bundestag.de/ausschuesse/a04_innenausschuss/anhoerungen#url=L2F1c3NjaHVlc3NlL2EwNF9pbm5lbmF1c3NjaHVzcy9hbmhvZXJ1bmdlbi8yOC0xMy0wMS0yMDIwLTE0LTAwLTY3NTg3Ng==&amp;mod=mod541724</a></p>
<p><strong>&bdquo;Zusammenarbeit im f&ouml;deralen Katastrophenschutz st&auml;rken</strong>&ldquo;, Antrag von B&uuml;ndnis 90/Die Gr&uuml;nen vom 10.03.2020 (f&uuml;r bundesweite, l&auml;nder&uuml;bergreifende und besondere Lagen Zentralstellenkompetenz des Bundesamtes f&uuml;r Bev&ouml;lkerungsschutz + Katastrophenhilfe wie im polizeilichen Bereich beim BKA,&nbsp; Drs. 19/17749), <a href="http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/177/1917749.pdf">http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/177/1917749.pdf</a></p>
<p>&bdquo;System wechseln &ndash; Gr&uuml;ne im Bundestag <strong>fordern Zentralstellenfunktion f&uuml;r BBK</strong>&ldquo;, Interview mit Irene Mihalic, MdB im Beh&ouml;rdenspiegel Mai 2020</p>
<p>&nbsp;&bdquo;<strong>Meine Fantasie h&auml;tte nicht gereicht</strong>&ldquo; &ndash; Erschreckend gut recherchiert: Lawrence Wright &uuml;ber seinen Pandemie-Roman &bdquo;The End of October&ldquo;, Interview mit Georg Mascolo, SZ 24.04.2020, <a href="https://www.sueddeutsche.de/kultur/lawrence-wright-coronavirus-pandemie-trump-1.4886058?reduced=true">https://www.sueddeutsche.de/kultur/lawrence-wright-coronavirus-pandemie-trump-1.4886058?reduced=true</a> : &bdquo;<em>Es scheint in er menschlichen Natur zu entsprechen, sich mehr Sorgen dar&uuml;ber zu machen, was Menschen anderen Menschen antun k&ouml;nnen. Und die Risiken von Naturkatastrophen zu untersch&auml;tzen. (&hellip;) Jenseits des Nuklearkrieges stellen Viren das gr&ouml;&szlig;te Risiko f&uuml;r die Menschheit dar. (&hellip;) (G.M.: Vor dieser Pandemie haben viele Sicherheitsexperten auf Gesundheitsthemen mit wenig oder gar keinem Interesse geschaut. Wichtig war immer etwas anderes, die NATO, Russland, China.) Ja, diese Blindheit ist nicht zu entschuldigen. Unter den vielen Fehlern, die gemacht wurden, war es auch ein Fehler der Geheimdienste. Wir wissen schon jetzt, dass es fr+&uuml;he Warnungen innerhalb der US-Geheimdienste gab, aber sie wurden nicht beachtet</em>.&ldquo;</p>
<p>&bdquo;<strong>Wenn der Ernstfall aus dem Blick ger&auml;t</strong> &ndash; Warum Deutschland f&uuml;r Katastrophen so schlecht ger&uuml;stet ist&ldquo; von Mona Jaeger und Markus Wehner, FAZ 20.04.2020, <a href="https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/warum-deutschland-fuer-katastrophen-so-schlecht-geruestet-ist-16732314.html">https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/warum-deutschland-fuer-katastrophen-so-schlecht-geruestet-ist-16732314.html</a>&nbsp; )</p>
<p><strong>&bdquo;Wie blind kann man eigentlich sein?&ldquo;/&ldquo;Wie Seuchen Weltm&auml;chte zu Fall brachten&ldquo;</strong> SPIEGEL-Gespr&auml;ch (25.04.2020) mit dem Medizinhistoriker Frank Snowden: &bdquo;Wenn D. Trump jetzt fragt, wer das denn h&auml;tte wissen k&ouml;nnen, dann kann ich nur antworten: jeder! Leider teilen Menschen, die vor etwas warnen, oft das Schicksal der Seherin Kassandra. (&hellip;) Nach kurzen Phasen der Angst &ndash; nach Sars und der Vogelgrippe &ndash; hatten wir die Gefahr einfach vergessen. Deshalb gibt es jetzt keine gemeinsame Pandemiepolitik der EU, deshalb hat die WHO zu wenig Geld, deshalb haben wir in vielen L&auml;ndern nicht genug Reservekapazit&auml;ten in den Krankenh&auml;usern.&ldquo; <a href="https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/pandemien-was-die-menschen-aus-corona-lernen-sollten-a-00000000-0002-0001-0000-000170604494">https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/pandemien-was-die-menschen-aus-corona-lernen-sollten-a-00000000-0002-0001-0000-000170604494</a></p>
<p>&bdquo;<strong>Bedingt vorbereitet</strong> &ndash; Das Coronavirus zeigt die Schw&auml;chen der deutschen Krisenvorsorge. Der Mangel an Schutzausr&uuml;stung war absehbar. Gehandelt wurde nicht &ndash; wider besseren Wissens&ldquo; von Andr&eacute; Uzulis, in: loyal &ndash; Magazin f&uuml;r Sicherheitspolitik, 05/2020, S. 10-17,</p>
<p>&bdquo;<strong>Denn sie wussten, was sie nicht tun</strong> &ndash; F&uuml;r die meisten kam Corona als Schock, pl&ouml;tzlich wie ein Asteroiden-Einschlag. Warum es so schwierig ist, f&uuml;r den Katastrophenfall vorzusorgen&ldquo; von Anna Mayr, ZEIT 14.05.2020 (umfassendster + bester Artikel zur mangelhaften politischen Krisenfr&uuml;herkennung/-vorsorge und den psychologischen Abwehrmechanismen dabei) <a href="https://www.zeit.de/2020/21/krisenvorsorge-coronavirus-pandemieplan-bundesregierung">https://www.zeit.de/2020/21/krisenvorsorge-coronavirus-pandemieplan-bundesregierung</a></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">(3) Grundlagendokumente der Bundesregierung</span></strong></p>
<p><strong>Katastrophenrisikomanagement &ndash; Ans&auml;tze und Beitr&auml;ge der deutschen Entwicklungs-zusammenarbeit</strong>, Redaktion BMZ-Referat Frieden + Sicherheit, Katastrophenrisikomanage-ment + GIZ-Sektorvorhaben &bdquo;&Uuml;bergangshilfe und St&auml;rkung der Resilienz (Brosch&uuml;re 37 S.), BMZ Juni 2015, <a href="https://www.giz.de/de/downloads/giz2015-de">https://www.giz.de/de/downloads/giz2015-de</a></p>
<p>Material_Katastrophenrisikomanagement.pdf</p>
<p>Inhalt</p>
<p>Kapitel 1 Was leistet Katastrophenrisikomanagement?</p>
<p>- Globale Trends und Entwicklungen</p>
<p>- &nbsp;Zugrunde liegende Risikofaktoren</p>
<p>- Auswirkungen des Klimawandels</p>
<p>- Armut</p>
<p>- Urbanisierung und vernetzte Wirtschaftskreisl&auml;ufe</p>
<p>- &nbsp;Konflikt, Fragilit&auml;t und Gewalt</p>
<p>- &nbsp;Ansatz der deutschen Entwicklungszusammenarbeit</p>
<p>- Nicht-staatliche Akteure</p>
<p>- Globale Initiative Katastrophenrisikomanagement</p>
<p>- Klimarisikoversicherungsinitiative</p>
<p>Kapitel 2 Internationale Akteure und Prozesse</p>
<p>- Hyogo Framework for Action</p>
<p>- Die Sendai-Weltkonferenz 2015</p>
<p>- &nbsp;Weitere Kooperationen</p>
<p>Kapitel 3 Katastrophenrisikomanagement in der Praxis: Beispiele aus der deutschen Entwicklungs-zusammenarbeit</p>
<p>- Indonesien: High-Tech System hilft, S&uuml;dostasiens K&uuml;sten zu sch&uuml;tzen</p>
<p>- Philippinen: Krisenreaktionsketten erreichen jedes Dorf</p>
<p>&nbsp;-Haiti: Anpassung und Vorbeugung st&auml;rken &ndash; Resilienz in Risikogebieten</p>
<p>- Zentralasien: Grenz&uuml;bergreifende Kooperation bringt lokale Wirkungen</p>
<p>- Asien-Pazifik: Netzwerk f&uuml;r Menschen mit Behinderungen</p>
<p>- Afghanistan: Beh&ouml;rden und Bev&ouml;lkerung auf den Katastrophenfall vorbereiten</p>
<p>- Madagaskar: Hilfe und Vorsorge integrieren, St&auml;rken ausbauen</p>
<p>- Myanmar: Klimawandelanpassung und Schutz von K&uuml;stengebieten</p>
<p><strong>Umfassendes Risikomanagement &ndash; Der Ansatz der deutschen Entwicklungszusammenarbeit im Umgang mit Katastrophen und Klimarisiken</strong>, hrg. vom BMZ, Referat 223 Frieden + Sicherheit, Katastrophenrisikomanagement und Ref. 400 Klimapolitik, Brosch&uuml;re 28 S., <a href="https://www.bmz.de/de/mediathek/publikationen/reihen/infobroschueren_flyer/infobroschueren/sMaterialie400_Risikomanagement.pdf">https://www.bmz.de/de/mediathek/publikationen/reihen/infobroschueren_flyer/infobroschueren/sMaterialie400_Risikomanagement.pdf</a> .</p>
<p>Inhalt</p>
<p>- Katastrophen und Klimawandel, Risiken f&uuml;r die nachhaltige Entwicklung</p>
<p>- Umfassendes Risikomanagement im Verst&auml;ndnis der deutschen</p>
<p>- Entwicklungszusammenarbeit&nbsp; Beispiele aus Partnerl&auml;ndern</p>
<p>Als Hauptgefahren in den Partnerl&auml;ndern werden genannt (z.B.&nbsp; Philippinen):Erdbeben, Hangrut-schungen, Meeresspiegelanstieg, St&uuml;rme (Taifune), Tsunamis, &Uuml;berschwemmungen (Fluss, K&uuml;ste, Stadt), Vulkanausbr&uuml;che, Wasserknappheit und Waldbr&auml;nde</p>
<p><strong>Katastrophenrisikomanagement: Ansatz der deutschen Entwicklungszusammenarbeit,</strong> <a href="https://www.bmz.de/de/themen/naturkatastrophen/deutsche_politik/index.html">https://www.bmz.de/de/themen/naturkatastrophen/deutsche_politik/index.html</a></p>
<p><strong>Wei&szlig;buch zur Sicherheitspolitik und zur Zukunft der Bundeswehr, 2016,</strong></p>
<p><strong>( </strong><a href="https://www.bmvg.de/resource/blob/13708/015be272f8c0098f1537a491676bfc31/weissbuch2016-barrierefrei-data.pdf">https://www.bmvg.de/resource/blob/13708/015be272f8c0098f1537a491676bfc31/weissbuch2016-barrierefrei-data.pdf</a> )</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">2.2 Herausforderungen f&uuml;r die deutsche Sicherheitspolitik</span></p>
<p>- Transnationaler Terrorismus</p>
<p>- Herausforderungen aus dem Cyber- und Informationsraum</p>
<p>- Zwischenstaatliche Konflikte</p>
<p>- Fragile Staatlichkeit und schlechte Regierungsf&uuml;hrung</p>
<p>- Weltweite Aufr&uuml;stung und Proliferation von Massenvernichtungswaffen</p>
<p>- Gef&auml;hrdung der Informations-, Kommunikations-, Versorgungs-, Transport- und &nbsp;&nbsp;Handelslinien und der Sicherheit der Rohstoff- und Energieversorgung</p>
<p>- Klimawandel</p>
<p>- Unkontrollierte und irregul&auml;re Migration</p>
<p>- Pandemien und Seuchen. (&hellip;)</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Pandemien und Seuchen </span>(S. 44 f.)</p>
<p>&bdquo;Das Wachstum der Weltbev&ouml;lkerung in Verbindung mit zunehmender globaler Mobilit&auml;t f&ouml;rdert die welt weite Verbreitung von Krankheiten und Seuchen sowie den Ausbruch von Pandemien. Bereits das lokale und begrenzte Auftreten besonders ansteckender Erreger kann Strukturen &uuml;berfordern und den Zusammenbruch medizinischer Versorgung oder staatlicher Ordnung bewirken. Regionale Destabilisierung kann die Folge sein. Gleichzeitig besteht das Risiko der regionalen oder globalen Verbreitung von Erregern.</p>
<p>Dies birgt &uuml;ber die unmittelbare Gefahr f&uuml;r die Menschen hinaus systemische Risiken. Sie k&ouml;nnen durch die &Uuml;berlastung nationaler und internationaler Gesundheitsversorgung, die massive St&ouml;rung transnationaler Verkehrs- und Wirtschaftssysteme sowie aus der faktischen Quarant&auml;ne betroffener Gebiete entstehen. Die schnelle und bedarfsgerechte Bereitstellung von Material und Fachpersonal in schwierig zug&auml;nglichen Gebieten, aber auch die wirksame Pr&auml;vention durch Aufkl&auml;rung und Gesundheitsschutz vor Ort stellen gro&szlig;e Herausforderungen dar. Neben den Gesundheitsrisiken vor Ort k&ouml;nnen Erreger auch nach Deutschland gelangen und die Bev&ouml;lkerung gef&auml;hrden. Unser Gesundheitssystem kann in solchen F&auml;llen vor immense Herausforderungen gestellt werden, die mit erheblichen wirtschaftlichen Folgekosten einhergehen. Deutschland unterst&uuml;tzt die Pr&auml;vention und Bew&auml;ltigung derartiger Herausforderungen insbesondere auch mit der Optimierung der Koordinierungs- und Krisenmanagementf&auml;higkeiten der multilateralen Organisationen, wie der WHO. Wichtige Beitr&auml;ge hierzu sind etwa die Unterst&uuml;tzung der bestehenden europ&auml;ischen Instrumente im Rahmen des EU-Katastrophenschutzmechanismus (European Medical Corps) und der Aufbau eines Kontingents an &Auml;rzten und medizinischem Fachpersonal auf nationaler und europ&auml;ischer Ebene sowie logistischer F&auml;higkeiten zu deren schneller Verlegung in Krisengebiete.&ldquo;</p>
<p><strong>Strategische Vorausschau f&uuml;r die Bundeswehr &ndash; Eine Langfristperspektive bis 2040</strong>, BMVg Februar 2017, Spiegel 45/2017</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Trends mit sicherheitspolitischer Relevanz im Bereich (e) Umwelt</span>:</p>
<p>&ldquo;Durch Effekte der Globalisierung &ndash; wie z.B. international sehr agiler Reiseverkehr, eingeschr&auml;nkte Leistungsf&auml;higkeit von Gesundheitssystemen, mangelnde Hygiene in Post-Konflikt-/Entwicklungsl&auml;ndern und Mega-Cities &ndash; sowie durch eine zunehmende Zerst&ouml;rung von Regenwaldhabitaten nehmen (hoch-)infekti&ouml;se Erkrankungen mit Tendenz zu Epidemien und Pandemien mit regionalem und globalem Ausma&szlig; weiter zu,&ldquo;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Wildcarts</span> (eher unwahrscheinliche Ereignisse mit extremen Auswirkungen/Trendbr&uuml;che wie 1989, 11. September): Die Liste der 41 Wildcarts beginnt mit Naturkatastrophen</p>
<p>- Pandemien: Pest 0.2: Menschen in Gefahr; Wild Life Game Over: Flora und Fauna sterben aus;</p>
<p>- Klimatische Ver&auml;nderungen: High Speed Climate Change; Day after tomorrow (&hellip;):</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">(4) Grundlagendokumente der Vereinte Nationen</span></strong></p>
<p><strong>&nbsp;&bdquo;Eine sicherere Welt: Unsere gemeinsame Verantwortung &ndash; Bericht der Hochrangigen Gruppe f&uuml;r Bedrohungen, Herausforderungen und Wandel&ldquo;</strong>, UN-Generalversammlung A/59/565 vom 02.12.2004, <a href="https://dgvn.de/fileadmin/publications/PDFs/Blaue_Reihe/Blaue_Reihe_89.pdf">https://dgvn.de/fileadmin/publications/PDFs/Blaue_Reihe/Blaue_Reihe_89.pdf</a></p>
<p><strong>&bdquo;Auf dem Weg zu einem neuen Sicherheitskonsens</strong> &nbsp;(S. 11 ff.)</p>
<p>Die Vereinten Nationen wurden 1945 vor allem mit dem Ziel geschaffen, &quot;die kommenden Generationen vor der Gei&szlig;el des Krieges zu bewahren&quot; &ndash; um sicherzustellen, dass sich die Schrecken der beiden Weltkriege nie mehr wiederholen w&uuml;rden. Sechzig Jahre sp&auml;ter ist uns nur allzu sehr bewusst, dass die gr&ouml;&szlig;ten Sicherheitsbedrohungen, denen wir uns heute und in den kommenden Jahrzehnten gegen&uuml;bersehen, &uuml;ber von Staaten gef&uuml;hrte Angriffskriege weit hinausgehen. Sie umfassen Armut, Infektionskrankheiten und Umweltzerst&ouml;rung, Krieg und Gewalt innerhalb von Staaten, die Ausbreitung und den m&ouml;glichen Einsatz von nuklearen, radiologischen, chemischen und biologischen Waffen, den Terrorismus und die grenz&uuml;berschreitende organisierte Kriminalit&auml;t. Diese Bedrohungen gehen gleicherma&szlig;en von nichtstaatlichen Akteuren wie von Staaten aus und gef&auml;hrden sowohl die menschliche Sicherheit als auch die Sicherheit von Staaten. (&hellip;)</p>
<p>Die zentrale Herausforderung im 21. Jahrhundert besteht darin, alle diese Gedankenstr&auml;nge zu vereinen und zu einem <span style="text-decoration: underline;">neuen und umfassenderen Verst&auml;ndnis dessen zu gelangen, was kollektive Sicherheit bedeutet</span> &ndash; samt allen Verantwortlichkeiten, Verpflichtungen, Strategien und Institutionen, die notwendigerweise damit verbunden sind, wenn ein System der kollektiven Sicherheit wirksam, effizient und ausgewogen sein soll. Wenn es einen neuen Sicherheitskonsens geben soll, muss er von der <span style="text-decoration: underline;">Einsicht ausgehen, dass bei der Auseinandersetzung mit den neuen und alten Bedrohungen, denen wir uns gegen&uuml;bersehen, die an vorderster Front stehenden Akteure nach wie vor die einzelnen souver&auml;nen Staaten</span> sind, deren Rolle und Verantwortlichkeit, wie auch deren Recht, respektiert zu werden, in der Charta der Vereinten Nationen umfassend anerkannt werden. <span style="text-decoration: underline;">Mehr als je zuvor kann im 21. Jahrhundert jedoch kein Staat nur auf sich gestellt handeln</span>. Kollektive Strategien, kollektive Institutionen und ein Bewusstsein kollektiver Verantwortung sind unverzichtbar. Die Argumente, die f&uuml;r die kollektive Sicherheit sprechen, st&uuml;tzen sich heute auf drei S&auml;ulen. Einmal machen die Bedrohungen der heutigen Zeit nicht vor nationalen Grenzen halt, sind miteinander verkn&uuml;pft und m&uuml;ssen sowohl auf globaler und regionaler wie auch auf nationaler Ebene angegangen werden. Kein Staat, wie m&auml;chtig er auch sein mag, ist au&szlig;erdem allein imstande, sich gegen&uuml;ber den Bedrohungen der heutigen Zeit unverwundbar zu machen. Und schlie&szlig;lich kann man nicht davon ausgehen, dass jeder Staat stets f&auml;hig oder willens sein wird, seiner Verantwortung f&uuml;r den Schutz seiner eigenen Bev&ouml;lkerung und seiner Verpflichtung, seine Nachbarn nicht zu sch&auml;digen, nachzukommen. (&hellip;)</p>
<p><strong>Kollektive Sicherheit und die Notwendigkeit der Pr&auml;vention</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Jedes Ereignis und jeder Prozess, der zum Tod vieler Menschen oder zur Verringerung von Lebenschancen f&uuml;hrt und der die Staaten als das tragende Element des internationalen Systems untergr&auml;bt, ist eine Bedrohung der internationalen Sicherheit</span>. Ausgehend von dieser Begriffsbestimmung lassen sich sechs Gruppen von Bedrohungen ermitteln, mit denen sich die Welt heute und in den kommenden Jahrzehnten wird befassen m&uuml;ssen:</p>
<p>&nbsp;&bull;wirtschaftliche und soziale Bedrohungen, einschlie&szlig;lich Armut, Infektionskrankheiten und Umweltzerst&ouml;rung</p>
<p>&bull;zwischenstaatliche Konflikte</p>
<p>&bull;innerstaatliche Konflikte, einschlie&szlig;lich B&uuml;rgerkrieg, V&ouml;lkermord und andere massive Greueltaten</p>
<p>&bull;nukleare, radiologische, chemische und biologische Waffen</p>
<p>&bull;Terrorismus</p>
<p>&bull;grenz&uuml;berschreitende organisierte Kriminalit&auml;t.</p>
<p>(&hellip;)</p>
<p>Die wichtigste Herausforderung f&uuml;r die Vereinten Nationen und ihre Mitglieder besteht darin, sicherzustellen, dass diejenigen der genannten Gefahren, die noch entfernt sind, nicht unmittelbar werden, und diejenigen, die bereits unmittelbar drohen, nicht tat-s&auml;chlich zerst&ouml;rerisch werden. Dazu bedarf es eines Rahmens f&uuml;r pr&auml;ventives Handeln, der gegen alle diese Bedrohungen auf die Art und Weise vorgeht, die in den verschiede-nen Teilen der Welt am meisten Resonanz findet. Vor allem aber wird F&uuml;hrungskraft auf innerstaatlicher wie auch internationaler Ebene notwendig sein, um rasch, entschieden und kollektiv gegen alle diese Bedrohungen &ndash; von HIV/Aids bis zum Nuklearterrorismus &ndash; vorzugehen, bevor sie ihre zerst&ouml;rerische Wirkung voll entfalten k&ouml;nnen. (&hellip;)</p>
<p><strong>III. Armut, Infektionskrankheiten und Umweltzerst&ouml;rung </strong>(S. 29-35)</p>
<p>(&hellip;) 48. Die internationale Reaktion auf HIV/Aids war best&uuml;rzend langsam, und auch heute noch werden besch&auml;mend geringe Mittel daf&uuml;r aufgebracht. Die erste wichtige internationale Initiative gegen HIV/Aids, das Globale Programm gegen Aids, kam erst 1987 zustande, sechs Jahre nachdem die ersten F&auml;lle von HIV identifiziert worden waren und nachdem die Krankheit Millionen von Menschen weltweit infiziert hatte. Neun Jahre und 25 Millionen Infektionen sp&auml;ter wurde zur Koordinierung der im Bereich von HIV/Aids t&auml;tigen Organisa-tionen der Vereinten Nationen das Gemeinsame Programm der Vereinten Nationen f&uuml;r HIV/Aids (UNAIDS) eingerichtet. Bis zum Jahr 2000, als sich erstmals der Sicherheitsrat mit HIV/Aids als einer Bedrohung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit befasste, hatte die Zahl der j&auml;hrlich an HIV/Aids verstorbenen Menschen in Afrika die Zahl der Gefechtstoten aus allen B&uuml;rgerkriegen der 1990er Jahre &uuml;berfl&uuml;gelt. Im Jahr 2003, als der Globale Fonds zur Bek&auml;mpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria ins Leben gerufen wurde, lag die Zahl der durch HIV/Aids zu Waisen gewordenen Kinder in Afrika bei &uuml;ber 11 Millionen.</p>
<p>49. Die Tatsache, dass Afrika die Hauptlast der HIV/Aids-Pandemie getragen hat, wirft die beunruhigende Frage auf, ob die internationale Reaktion ebenso langsam gewesen w&auml;re, wenn die Krankheit die Lebenserwartung in nichtafrikanischen L&auml;ndern um 30 Jahre verringert h&auml;tte.</p>
<p>50. Bei der Eind&auml;mmung anderer t&ouml;dlicher Infektionskrankheiten lassen sich nach wie vor nur schwer Fortschritte erreichen. Die weltweite Kampagne zur Bek&auml;mpfung der Tuberkulose ist einige betr&auml;chtliche Schritte vorangekommen, namentlich was das politische Engagement, die Finanzierung, die Ausarbeitung von Strategien, den Zugang zu Medikamenten und die medizinische Forschung betrifft. Dennoch treten j&auml;hrlich mehr als 8,5 Millionen neue F&auml;lle von Tuberkulose auf, und mehr als zwei Millionen Menschen sterben jedes Jahr an dieser Krankheit. Nach Sch&auml;tzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden bei Fortdauer der derzeitigen Trends bis zum Jahr 2020 nahezu eine Milliarde Menschen sich neu infizieren, 150 Millionen werden tats&auml;chlich erkranken und 36 Millionen an Tuberkulose sterben. Nach wie vor besteht dringender Bedarf an erschwinglicheren und besser zug&auml;nglichen Medikamenten &ndash; nicht nur gegen Tuberkulose.</p>
<p>51. Die j&uuml;ngsten internationalen Erfahrungen bei der Bek&auml;mpfung von SARS zeigen, wie die Ausbreitung einer Infektionskrankheit in Grenzen gehalten werden kann, wenn wirksame globale Institutionen in enger Partnerschaft mit f&auml;higen nationalen Institutionen zusammenarbeiten. Dank der raschen Reaktion der WHO und nationaler Beh&ouml;rden wurde die Ausbreitung der Krankheit einged&auml;mmt und ein weitaus gravierenderer Ausbruch, der das Leben Tausender von Menschen auf mehreren Kontinenten h&auml;tte bedrohen k&ouml;nnen, verhindert. Kein Staat h&auml;tte es f&uuml;r sich allein geschafft, die Krankheit derma&szlig;en einzud&auml;mmen.&ldquo;</p>
<ul>
<li><em>Seit dem Brahimi-Bericht zu den VN-Friedensmissionen von 2000 fiel mir immer wieder auf, dass wegweisende Grundlagendokumente der Vereinten Nationen im deutschen au&szlig;en-, friedens- und sicherheitspolitischen Diskurs &ndash; au&szlig;erhalb der VN-Community - wenig bis gar nicht wahrgenommen wurden. H&auml;tte die mit Krisenein-s&auml;tzen befassten FachpolitikerInnen in Exekutive und Bundestag die Schlussfolge-rungen des Brahimi-Report beherzigt, h&auml;tten wesentliche Fehler bei deutschen Auslandseins&auml;tzen vermieden werden k&ouml;nnen &ndash; angefangen bei der Klarheit, Erf&uuml;llbarkeit und Glaubw&uuml;rdigkeit von Mandaten. </em></li>
</ul>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">(5) Bill Gates Rede Ted Talks 03.04. 2015</span></strong>, 8:32 Min.,&nbsp; https://www.tagesspiegel.de/politik/bill-gates-wusste-es-schon-2015-wir-sind-nicht-bereit-fuer-eine-epidemie/25684792.html ; <a href="https://www.ted.com/talks/bill_gates_the_next_outbreak_we_re_not_ready?language=de#t-12727">https://www.ted.com/talks/bill_gates_the_next_outbreak_we_re_not_ready?language=de#t-12727</a></p>
<p><em>(Bill Gates kommt mit einem Fass auf die B&uuml;hne)</em></p>
<p>&bdquo;In meiner Kindheit war ein Atomkrieg die gr&ouml;&szlig;te denkbare Katastrophe. Daher hatten wir ein Fass wie dieses in unserem Keller. Darin waren Konservendosen und Wasser. Im Falle eines Atomkrieges w&uuml;rden wir uns im Keller verschanzen und aus dem Fass essen.</p>
<p>Heute sieht die <strong>schlimmste Gefahr einer globalen Katastrophe</strong> nicht mehr so aus (Atompilz), sondern so (Virussymbol). Wenn etwas in den n&auml;chsten Jahrzehnten &uuml;ber zehn Millionen Menschen t&ouml;tet, dann wird es h&ouml;chstwahrscheinlich ein hochansteckendes Virus sein und kein Krieg,&nbsp; &nbsp;Keine Raketen, sondern Mikroben.</p>
<p><strong>Ein Grund daf&uuml;r</strong> ist unter anderem, dass wir viel in nukleare Abschreckung investiert haben. In ein System, das eine Epidemie aufh&auml;lt, haben wir aber nur sehr wenig investiert.</p>
<p><strong>Wir sind f&uuml;r die n&auml;chste Epidemie nicht gewappnet</strong>.</p>
<p><strong>Nehmen wir Ebola</strong>. Sie haben bestimmt alle aus den Zeitungen einiges &uuml;ber die vielen gro&szlig;en Herausforderungen erfahren. Ich habe Ebola mit den Fallanalyse-Tools ausgewertet, mit denen wir die Ausrottung von Kinderl&auml;hmung verfolgen. Dabei erkennt man:</p>
<p>Das Problem war nicht ein schlecht funktionierendes System. <strong>Das Problem war, dass wir gar kein System hatten</strong>. Es haben ganz offensichtlich einige wichtige Dinge gefehlt.</p>
<p>Es war keine Gruppe von Epidemiologen einsatzbereit, die die Krankheit und ihre Ausbreitung h&auml;tte bestimmen k&ouml;nnen.</p>
<p>Die Fallberichte gingen in Papierform ein. Sie wurden erst sehr sp&auml;t online gestellt und waren extrem ungenau.</p>
<p>Es war kein &Auml;rzteteam einsatzbereit. Die Menschen konnten nicht vorbereitet werden.</p>
<p>&Auml;rzte ohne Grenzen leistete tolle Arbeit und mobilisierte viele Freiwillige. Trotzdem wurden die tausenden Helfer viel zu langsam in die betroffenen L&auml;nder gebracht. Und bei einer gro&szlig;en Epidemie br&auml;uchten wir hunderttausende Helfer.</p>
<p>Niemand setzte sich vor Ort mit den Behandlungs- und Diagnosemethoden auseinander. Niemand legte die geeigneten Mittel fest. Man h&auml;tte beispielsweise das Blut von &Uuml;berlebenden aufbereiten und Menschen dieses Plasma vorsorglich verabreichen k&ouml;nnen. Diese Methode wurde aber nie erprobt. Es fehlte also an vielem.</p>
<p>Bei all dem handelt es sich in Wahrheit um ein <strong>globales Versagen</strong>. Die WHO &uuml;berwacht Epidemien, k&uuml;mmert sich aber nicht um die angesprochenen Dinge.</p>
<p>Im Film ist alles ganz anders. Da steht immer eine Gruppe von gutaussehenden Epidemiologen bereit. Die kommen und retten alle. Aber so l&auml;uft das nur in Hollywood.</p>
<p>Wegen der fehlenden Vorbereitung <strong>k&ouml;nnte die n&auml;chste Epidemie noch viel verheerender als Ebola werden</strong>.</p>
<p>Betrachten wir die <strong>Ausbreitung von Ebola</strong> im Laufe dieses Jahres.</p>
<p>Ungef&auml;hr 10.000 Menschen starben und fast alle davon lebten in den drei westafrikanischen L&auml;ndern.&nbsp; Aus drei Gr&uuml;nden hat sich Ebola nicht weiter ausgebreitet.</p>
<p>Erstens leisteten die medizinischen Helfer gro&szlig;artige Arbeit. Sie ermittelten die Betroffenen und verhinderten weitere Infektionen.</p>
<p>Zweitens ist Ebola ein Virus, das nicht durch die Luft &uuml;bertragen werden kann. Die Krankheit ist zudem erst in einem Stadium &uuml;bertragbar, in dem die Patienten meist schon bettl&auml;gerig sind.</p>
<p>Drittens ist das Virus nur in wenige St&auml;dte gelangt. Das war ein reines Gl&uuml;ck. W&auml;re es in mehr St&auml;dte gelangt, w&auml;ren die Todeszahlen deutlich h&ouml;her.</p>
<p><strong>N&auml;chstes Mal haben wir vielleicht weniger Gl&uuml;ck</strong>.</p>
<p>Ein anderes Virus kann schon &uuml;bertragbar sein, wenn sich die Kranken noch gesund f&uuml;hlen, in ein Flugzeug einsteigen oder einkaufen gehen.</p>
<p>Die Quelle des Virus k&ouml;nnte eine nat&uuml;rliche sein, wie bei Ebola, oder aber Bioterrorismus.</p>
<p>Viele Faktoren k&ouml;nnten also das Szenario ungemein verschlimmern.</p>
<p><strong>Nehmen wir an, das Virus w&uuml;rde durch die Luft &uuml;bertragen</strong> wie die Spanische Grippe 1918. Folgendes w&uuml;rde passieren:</p>
<p>Das Virus w&uuml;rde sich sehr, sehr schnell auf der ganzen Welt ausbreiten. An der Spanischen Grippe starben damals mehr als 30 Millionen.</p>
<p>Das ist also ein ernstes Problem, &uuml;ber das wir nachdenken sollten.</p>
<p><strong>Dabei</strong> <strong>k&ouml;nnten wir ein sehr gutes Reaktionssystem entwickeln</strong>.</p>
<p>Wir k&ouml;nnten die existierenden modernen Technologien nutzen. Mit unseren Handys k&ouml;nnten wir an Informationen gelangen und diese weiterleiten. Satellitenkarten zeigen uns, wo ich jemand befindet oder hinbewegt. Dank Fortschritten in der Biologie werden wir Krankheitserreger wohl bald viel schneller identifizieren und passende Medikamente und Impfstoffe entwickeln k&ouml;nnen.</p>
<p>Wir haben also die Mittel, aber wir m&uuml;ssen sie in ein globales Gesundheitssystem integrieren. Und wir m&uuml;ssen gewappnet sein.</p>
<p><strong>Wir m&uuml;ssen uns f&uuml;r eine Epidemie wappnen wie f&uuml;r einen Krieg</strong>. Soldaten stehen in Vollzeit zur Verf&uuml;gung und auf Abruf bereit. Reservisten k&ouml;nnen die Anzahl der Soldaten um ein Vielfaches erh&ouml;hen. Die mobile Eingreiftruppe der NATO kann sehr schnell eingesetzt werden. Durch die Einsatz&uuml;bungen &uuml;berpr&uuml;ft die NATO die Ausbildungsqualit&auml;t im Bereich Kraftstoffversorgung, Logistik und Funkfrequenzen. Dadurch sind die Soldaten stets einsatzbereit.</p>
<p>In &auml;hnlicher Weise m&uuml;ssen wir uns f&uuml;r eine Epidemie wappnen. Was sind die wichtigsten Punkte?</p>
<p>- Wir ben&ouml;tigen ein gutes Gesundheitssystem in armen L&auml;ndern. Dann k&ouml;nnen M&uuml;tter sicher geb&auml;ren und Kinder alle Impfungen bekommen. Wir k&ouml;nnen dadurch aber auch einen Ausbruch sehr fr&uuml;h erkennen.</p>
<p>- Wir brauchen medizinische Hilfstruppen aus ausgebildeten und erfahrenen Helfern, die kompetent und einsatzbereit sind.</p>
<p>- Diese medizinischen Helfer m&uuml;ssen dann durch das Milit&auml;r verst&auml;rkt werden. Denn es ist rasch einsatzf&auml;hig, logistisch effizient und kann Gebiete absichern.</p>
<p>- Wir m&uuml;ssen Simulationen - Epidemie- statt Milit&auml;r&uuml;bungen - durchf&uuml;hren, um L&uuml;cken zu erkennen. Die letzte Einsatz&uuml;bung gegen Krankheitserreger fand in den USA 2001 statt und war kein Erfolg.</p>
<p><strong>Momentan steht es 1:0 f&uuml;r die Krankheitserreger</strong>.</p>
<p>Bei Impfung und Diagnostik m&uuml;ssen wir noch gro&szlig;e Fortschritte machen. Bereits erzielte Durchbr&uuml;che &ndash; etwa mit dem adeno-assoziieten Virus &ndash; k&ouml;nnten die Einsatzgeschwindigkeit stark erh&ouml;hen.</p>
<p>Ich wei&szlig; jetzt nicht genau, was das alles kosten w&uuml;rde, aber im Vergleich zum potenziellen Schaden sicherlich sehr wenig. Die Weltbank rechnet bei einer weltweiten Grippeepidemie mit drei Billionen Dollar Einbu&szlig;e f&uuml;r den globalen Wohlstand und mit Millionen vom Todesopfern.</p>
<p>Solche Investitionen bereiten uns also nicht nur auf eine Epidemie vor. Die medizinische Grundversorgung, die F&amp;E und &auml;hnliches w&uuml;rden das globale Gesundheitswesen ausgleichen und die Welt gerechter und sicherer machen.</p>
<p><strong>Deshalb sollte das absolute Priorit&auml;t haben.</strong></p>
<p>Es besteht kein Grund zur Panik. Wir m&uuml;ssen nicht Spaghetti-Dosen horten oder uns im Keller verschanzen.</p>
<p>Aber wir m&uuml;ssen jetzt loslegen, denn die Zeit arbeitet gegen uns.</p>
<p>Wen die Ebola-Epidemie etwas Positives an sich hatte, dann die Tatsache, dass sie uns als <strong>fr&uuml;he Warnung gilt, als Weckruf</strong>, damit wir uns bereit machen.</p>
<p>Wenn wir jetzt anfangen, k&ouml;nnen wir f&uuml;r die n&auml;chste Epidemie ger&uuml;stet sein.</p>
<p>Vielen Dank.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Dazu Bill Gates im FAZ-Interview am 27.04.2020:</span></p>
<p>&bdquo;Ich habe die Rede gehalten, um zu Investitionen in die Vorbereitung auf eine Pandemie zu ermutigen. Ich zerbreche mir heute den Kopf dar&uuml;ber, wie ich &ndash; neben dieser und anderen Reden und Zeitschriftenartikeln &ndash; dabei h&auml;tte helfen k&ouml;nnen, dass mehr getan wird. Ich habe es nicht geschafft, dass viel getan wurde. Ich gebe mir da selbst keine gute Note.&nbsp; (&hellip;) und ich war nicht der Einzige, der gewarnt hat. Wir hatten ja Zika und Ebola und unter Fachleuten ist viel &uuml;ber die Gefahr einer Pandemie gesprochen worden, wie wir sie jetzt haben. Und es ist eine Trag&ouml;die, dass wir jetzt alle sagen k&ouml;nnten: &acute;Wir h&auml;tten viel lauter warnen sollen`.&ldquo;</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Zu CORONA IN AFGHANISTAN und anderen Konflikt- und Krisenl&auml;ndern</span></strong>, wo die Pandemie vorhandene Krisen extrem versch&auml;rft und bei Konflikten oft als Brandbeschleunige wirkt, vgl. meine&nbsp; <strong>Linkliste</strong> zu Berichten, Kommentaren und Stellungnahmen, seit dem 04.04.2020 laufend aktualisiert. <a href="http://www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1630">www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=1630</a> )</p>
<div><br clear="all" /><hr align="left" size="1" width="33%" />
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<p><a title="" href="#_ftnref1">[1]</a> Mitglied im Beirat Zivile Krisenpr&auml;vention der Bundesregierung seit 2010, vorher Gast als Fraktionsvertreter; Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft f&uuml;r die Vereinten Nationen</p>
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<p>&nbsp;</p>
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