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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: Mehr internationale Verantwortung? Ja, nur wie? Empfehlung &quot;Zivile KrisenprÃ¤vention in globaler Verantwortung - Deutsche FriedensfÃ¶rderung vor neuen Aufgaben&quot;</title>
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    <span class="xar-mod-title">Atomwaffensperrvertrag + Pressemitteilung</span>

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        <h1>
            Mehr internationale Verantwortung? Ja, nur wie? Empfehlung &quot;Zivile KrisenprÃ¤vention in globaler Verantwortung - Deutsche FriedensfÃ¶rderung vor neuen Aufgaben&quot;         </h1>
        <div class="xar-floatright"></div>
       <div class="xar-mod-content">
           <div class="xar-sub">
Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=7">Nachtwei</a> am 10. Juli 2014 22:39:15 +02:00 (80250 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Endlich gibt es Debatte um die k&uuml;nftige deutsche Au&szlig;enpolitik, Streit um mehr internationale Verantwortung Deutschlands. Der Beirat Zivile Krisenpr&auml;vention macht Vorschl&auml;ge, wie die Gunst der Stunde genutzt werden k&ouml;nnte, wo deutsche Au&szlig;enpolitik besser werden sollte und auch k&ouml;nnte - diesseits des Milit&auml;rischen. Adressaten des Impulspapiers sind die Bundesregierung und der Bundestag. &nbsp;</p></div>
            <div>    <div class="WordSection1">
<p align="center"><strong>Zivile Krisenpr&auml;vention in globaler Verantwortung &ndash;</strong></p>
<p align="center"><strong>Deutsche Friedensf&ouml;rderung vor neuen Aufgaben</strong></p>
<p align="center"><strong>Impulspapier</strong> des Beirats Zivile Krisenpr&auml;vention<br /> zur Weiterentwicklung der Strukturen ziviler Krisenpr&auml;vention, Konfliktbearbeitung und Friedenskonsolidierung in Deutschland zu Beginn der 18. Legislaturperiode (23. Juni 2014)</p>
<p>Aktuelle Krisen wie in Nigeria, Syrien, Thailand, der Ukraine, Irak oder Venezuela zeigen: Die F&ouml;rderung des Friedens in allen Teilen der Welt bleibt im 21. Jahrhundert ungebrochen von gr&ouml;&szlig;ter Relevanz. Es gibt gute Gr&uuml;nde, das Politikfeld Krisenpr&auml;vention und Friedensf&ouml;rderung aufzuwerten, es konzeptionell weiterzuentwickeln und die vorhandenen Strukturen und Kapazit&auml;ten auszubauen &ndash; national wie im Rahmen der EU, OSZE, UN und anderer internationaler Institutionen. Hinter uns liegen die Erfahrungen aus zwanzig Jahren deutscher Beteiligung an EU-Missionen und anderen internationalen Kriseneins&auml;tzen sowie aus zehn Jahren der Umsetzung des Aktionsplans &bdquo;Zivile Krisenpr&auml;vention, Konfliktl&ouml;sung und Friedenskonsolidierung&ldquo;. Es wurde einiges erreicht, auf dem sich aufbauen l&auml;sst. Andere Punkte m&uuml;ssen kritisch &uuml;berpr&uuml;ft werden.</p>
<p>Der politische Moment f&uuml;r eine Weiterentwicklung ist g&uuml;nstig: Die Koalitionsvereinbarung von CDU/CSU und SPD verweist auf &bdquo;eine besondere Bedeutung&ldquo; der zivilen Krisenpr&auml;vention, &bdquo;deren Strukturen wir st&auml;rken und weiterentwickeln werden&ldquo;. Der neu konstituierte Unterausschuss &bdquo;Zivile Krisenpr&auml;vention, Konfliktbearbeitung und vernetztes Handeln&ldquo; kann auf umfassende Abschlussempfehlungen des Vorg&auml;ngerausschusses zur&uuml;ckgreifen. Au&szlig;enminister Steinmeier hat - ankn&uuml;pfend an den Diskurs &uuml;ber &bdquo;Neue Verantwortung&ldquo; - den Prozess &bdquo;Review 2014 - Au&szlig;enpolitik Weiter Denken&ldquo; angesto&szlig;en und Entwicklungsminister M&uuml;ller den Prozess &bdquo;Zukunftscharta EINEWELT &ndash; Unsere Verantwortung<strong>&ldquo;</strong>.</p>
<p>Der Beirat Zivile Krisenpr&auml;vention m&ouml;chte vor dem Hintergrund seiner Erfahrungen die Debatte zu vier Priorit&auml;ten bef&ouml;rdern, die im Anhang dieses Papiers n&auml;her erl&auml;utert werden. Dabei konzentrieren wir uns auf die nationale Ebene und verweisen nur gelegentlich auf die internationale.</p>
<p><strong>(1) Konzeptionelle Weiterentwicklung</strong></p>
<p>Notwendig ist die ressort&uuml;bergreifende Erarbeitung eines <strong>friedenspolitischen Leitbildes </strong>deutscher au&szlig;enorientierter Politik, bei dem &ndash; anders als im bisherigen Aktionsplan &ndash; politische Priorit&auml;ten und strategische Schwerpunkte mit Zielformulierungen im Vordergrund stehen. Dies muss einhergehen mit konkreten Umsetzungsschritten.</p>
<p>Insgesamt sollten die bisher vernachl&auml;ssigte <strong>Prim&auml;rpr&auml;vention</strong> und die systematische Verankerung von <strong>Wirkungsbeobachtung in der Planung und allen weiteren Phasen </strong>friedensf&ouml;rdernder Vorhaben einen besonderen Stellenwert bekommen.</p>
<p>Nicht nur der Bundestag, sondern auch nichtstaatliche Organisationen m&uuml;ssen an der Erarbeitung des Leitbildes angemessen beteiligt werden. Sie sind wesentliche Akteure der Friedensf&ouml;rderung.</p>
<p><strong>(2) Die vorhandenen Kapazit&auml;ten auf Steuerungs- und Durchf&uuml;hrungsebene st&auml;rken </strong></p>
<p>Die Bereitstellung von schnell und dauerhaft verf&uuml;gbarem zivilem <strong>Fachpersonal in deutschen Schwerpunktqualifikationen</strong> (Verwaltungsaufbau, Rule of Law, Sicherheitssektorreform, Polizeiaufbau, F&ouml;rderung Zivilgesellschaft, Mediation) muss ausgebaut werden. Internationale Eins&auml;tze f&uuml;r ziviles Personal m&uuml;ssen so gesetzlich abgesichert werden, dass sie auch f&uuml;r Nicht-Beamte leichter m&ouml;glich werden. Deutschland verf&uuml;gt mit dem Zentrum f&uuml;r internationale Friedenseins&auml;tze, mit staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit und vielen anderen Institutionen &uuml;ber eine international anerkannte Kompetenz. Auf dieser St&auml;rke kann aufgebaut werden. Dazu sollten unter Ber&uuml;cksichtigung der Civilian Headline Goals der EU Planziele &nbsp;f&uuml;r das zivile Fachpersonal mit konkretem Zeithorizont formuliert werden.</p>
<p>Auch die F&ouml;rderung <strong>einheimischer Fachkr&auml;fte und Kapazit&auml;ten</strong> zur Friedensf&ouml;rderung und Konfliktbearbeitung in Konfliktregionen sollte ausgebaut werden. Das gleiche gilt f&uuml;r die Ebene der EU und der Vereinten Nationen.</p>
<p>Konfliktsensibilit&auml;t und die St&auml;rkung der Teilhabe von Frauen in Friedensprozessen (UN-Resolution 1325, zuletzt 2122) m&uuml;ssen Querschnittsanforderungen sein. Standards f&uuml;r Krisenpr&auml;vention und Friedensf&ouml;rderung sollten ankn&uuml;pfend an die der EU-Missionen entwickelt und in die Aus- und Fortbildung der Ressorts integriert werden.</p>
<p>Wirksame Krisenpr&auml;vention ist angewiesen auf eine leistungsf&auml;hige Regional-, Friedens- und Konfliktforschung. Bestehende Unterfinanzierungen sind zu &uuml;berwinden, um Handlungsf&auml;higkeit zu gew&auml;hrleisten und zu verbessern. Deutschland sollte sich am European Institute of Peace beteiligen und nicht als eines der ganz wenigen L&auml;ndern in der EU hier abseits stehen.</p>
<p><strong>(3) Neue ressort- und akteurs&uuml;bergreifende Strukturen</strong></p>
<p>Es besteht nach wie vor ein gro&szlig;er Bedarf f&uuml;r ressort- und akteurs&uuml;bergreifende Plattformen. Dieser kann nicht allein &uuml;ber den bestehenden Ressortkreis gedeckt werden. Vernetztes und koh&auml;rentes Handeln sollte deshalb vor allem beim Aufbau eines <em>integrierten</em> Fr&uuml;hwarnmechanismus, der fr&uuml;hes Handeln erm&ouml;glicht, beim gemeinsamen Erfahrungsaustausch und der Auswertung internationalen Engagements sowie in der institutionen&shy;&uuml;bergreifenden Ausbildung verst&auml;rkt werden.</p>
<p>Im Sinne vernetzten Handelns muss der <strong>Ressortkreis aufgewertet</strong> werden. Dies sollte durch die Anbindung an die Staatssekret&auml;rs-Ebene, eine personelle St&auml;rkung der beteiligten Fachreferate, ein technisches Sekretariat sowie eigene Verf&uuml;gungsmittel geschehen.</p>
</div>
<p>&nbsp;</p>
<p>Entsprechend sollten Mandat und Ausstattung des <strong>Beirats</strong> Zivile Krisenpr&auml;vention gest&auml;rkt werden. Einige Mitglieder des Beirats bef&uuml;rworten seine Weiterentwicklung zu einem &bdquo;Rat f&uuml;r internationale Friedensf&ouml;rderung&ldquo;.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Es wird anerkannt, dass verschiedene Institutionen und unabh&auml;ngige Forschungseinrichtungen bereits wertvolle Arbeit bei der akteurs&uuml;bergreifenden Auswertung von Erfahrungen leisten. Dennoch fehlt es an einem Ort, der zentrale Erkenntnisse zusammenf&uuml;hrt und f&uuml;r alle Akteure verf&uuml;gbar macht. Daher ist zu pr&uuml;fen, inwieweit Mandate und Ausstattung der bestehenden Einrichtungen so erweitert oder erg&auml;nzt werden k&ouml;nnen, dass Lernerfahrungen ressort&uuml;bergreifend und in der politischen Meinungsbildung st&auml;rker abgefragt und genutzt werden k&ouml;nnen.</p>
<p><strong>(4) Friedensf&ouml;rderung sichtbar machen</strong></p>
<p>Es bedarf besonderer professioneller &Ouml;ffentlichkeits- und Bildungsarbeit, um zivile Krisenpr&auml;vention aus dem Aufmerksamkeitsschatten zu holen und sie bekannt, interessanter und politisch relevanter zu machen. Eine erste Ma&szlig;nahme w&auml;re eine journalistische Aufarbeitung und ansprechende Ver&ouml;ffentlichung der Berichte der Bundesregierung zur Umsetzung des Aktionsplanes. Haushaltsmittel f&uuml;r &Ouml;ffentlichkeitsarbeit sollten auch zivilgesellschaftlichen Organisationen zur Verf&uuml;gung gestellt werden.</p>
<p align="center">&ndash;&ndash;&ndash;&ndash;&ndash;&ndash;&ndash;&ndash;&ndash;&ndash;&ndash;&ndash;&ndash;&ndash;&ndash;</p>
<p>Aus Sicht des Beirats braucht die Umsetzung der oben genannten vier Priorit&auml;ten <strong>Zielvorgaben und Mittelaufwuchs. </strong>Wirksamere Krisenpr&auml;vention kann erhebliche Krisenfolgekosten ersparen, ist aber ohne Verstetigung und einen Aufwuchs an Haushaltsmitteln sowie planm&auml;&szlig;ige Umsetzungsschritte nicht zu haben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em><span style="text-decoration: underline;">Erl&auml;uterungen und Begr&uuml;ndungen</span></em></strong></p>
<p><strong>Zu den Vorbemerkungen:</strong></p>
<ul>
<li>Die Kriseneinsatzerfahrungen sind reichhaltig, aber auch ern&uuml;chternd und bisher kaum systematisch erfasst.</li>
<li>Die Koalitionsvereinbarung f&uuml;hrt weiter aus: Die bestehenden deutschen Institutionen der Friedensf&ouml;rderung und Friedensforschung (ZIF, ZFD, BAKS, DSF) &bdquo;haben sich bew&auml;hrt und sollen daher gest&auml;rkt werden.&ldquo; Durch gezielte Ma&szlig;nahmen sollen deutsche Beamte, Richter und Staatsanw&auml;lte ermutigt werden, an Auslandseins&auml;tzen teilzunehmen. Eine &bdquo;umfassende Bund-L&auml;nder-Vereinbarung&ldquo; wird angestrebt, um die &bdquo;rechtlichen, organisatorischen und finanziellen Voraussetzungen f&uuml;r den Einsatz von Polizistinnen und Polizisten in Friedensmissionen zu verbessern.&ldquo;</li>
</ul>
<p><strong>Zu Priorit&auml;t (1): </strong></p>
<ul>
<li>Seit Jahren existieren verschiedene Grundlagendokumente deutscher Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik unverbunden in verschiedenen Formaten nebeneinander. Beispielhaft daf&uuml;r stehen die zentralen Kategorien der zivilen Krisenpr&auml;vention und vernetzten Sicherheit. Es mangelt an Koh&auml;renz, Strategiebildung und einer klaren Bezugnahme auf den Friedensauftrag des Grundgesetzes.</li>
<li>Der Aktionsplan von 2004 leidet an der nicht priorisierten F&uuml;lle von 161 Aktionen.</li>
</ul>
<p>Bef&ouml;rdert durch die vorrangige Befassung mit Post-Konflikt-Engagements ist die eigentliche Krisen- und Gewaltpr&auml;vention in den Hintergrund getreten.</p>
<ul>
<li>Zu wenig Klarheit besteht bisher &uuml;ber die Wirksamkeit verschiedener Ma&szlig;nahmen und Instrumente. Systematische Wirkungsbeobachtungen und â€‘analysen sind &uuml;berf&auml;llig.</li>
</ul>
<p><strong>Zu Priorit&auml;t (2): </strong></p>
<ul>
<li>Die verschiedenen Institutionen und Instrumente der zivilen Krisenpr&auml;vention k&ouml;nnen ihren anspruchsvollen Auftrag wegen schwacher Kapazit&auml;ten l&auml;ngst nicht so erf&uuml;llen, wie es n&ouml;tig und m&ouml;glich w&auml;re.</li>
<li>Im Vergleich zu vor 15 Jahren (Kosovokrieg) hat die Bundesrepublik deutliche Fortschritte gemacht bei der Ausbildung, Rekrutierung und Entsendung von zivilen Fachkr&auml;ften und Polizisten in gesellschaftliche Friedensf&ouml;rderung und internationale Friedensmissionen.</li>
<li>Der Bedarf und die Nachfrage nach solchen Fachkr&auml;ften &uuml;bersteigen aber deutlich das deutsche Angebot. Um Schwerpunkte bilden zu k&ouml;nnen, braucht der ZFD einen Kr&auml;fteaufwuchs und sollten die zivik zur Verf&uuml;gung stehenden Mittel des AA erh&ouml;ht werden. <br /> Ein notorisches Defizit besteht auf dem Feld der Polizeiberater und Rule-of-Law-Fachleute. Die Tatsache, dass die Teilnahme an internationalen Polizeimissionen inzwischen zu den Kernaufgaben der deutschen Polizeien geh&ouml;rt, muss sich auch in der Personalentwicklung und konzeptionellen Kompetenz niederschlagen. Hier steht zuerst der Bund in der Verantwortung.</li>
<li>Lokale Akteure verf&uuml;gen &uuml;ber entscheidende Konfliktkompetenzen und haben daher besondere Wirkungschancen. Sie sollten deutlich mehr gef&ouml;rdert werden. Zu unterscheiden sind eine direkte finanzielle F&ouml;rderung durch das Programm zivik, der langfristige Aufbau von einheimischen Kapazit&auml;ten durch die personelle Zusammenarbeit im Rahmen des Zivilen Friedensdiensts sowie die sonstige F&ouml;rderung entwicklungspolitischer Friedensarbeit staatlicher und nichtstaatlicher Akteure der Entwicklungszusammenarbeit.</li>
<li>Beispiel: Die Deutsche Stiftung Friedensforschung (F&ouml;rderschwerpunkt Gewaltpr&auml;vention, Konfliktbearbeitung, Peacebuilding, R&uuml;stungskontrolle, Friedensv&ouml;lkerrecht) ist mit 27 Mio. Euro (urspr&uuml;ngliche Empfehlung 50 Mio. Euro) deutlich unterkapitalisiert und wegen der andauernden Niedrigzinsen in ihrer Forschungsf&ouml;rderung zunehmend eingeschr&auml;nkt. Zur Wahrung und Verbesserung ihrer Handlungsf&auml;higkeit (z.B. international vernetzte Forschung, Nachwuchsf&ouml;rderung) ben&ouml;tigt die DSF dringend eine Kapitalerh&ouml;hung.</li>
</ul>
<p><strong>Zu Priorit&auml;t (3):</strong></p>
<ul>
<li>Die Akteurslandschaft der zivilen Krisenpr&auml;vention in Deutschland ist vielf&auml;ltig und ermutigend, aber auch recht fragmentiert. Der Anspruch von vernetztem Handeln (staatlicher Akteure) und Kooperation (aller Akteure) wird in der Realit&auml;t oft durch Ressortegoismen und die Sorge um Vereinnahmung konterkariert. &Uuml;ber Austauschbeamte und ressort&uuml;bergreifende Gespr&auml;chsformate hinaus sind Strukturen erforderlich, wo ressort- und akteurs&uuml;bergreifend an Krisenfr&uuml;herkennung (und Pr&auml;vention), Erfahrungsauswertung und Ausbildungsabschnitten gearbeitet wird.</li>
<li>Der Dialog zwischen staatlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren ist sehr unterschiedlich entwickelt und bedarf der Intensivierung und Verstetigung.</li>
<li>Der Ressortkreis sollte laut Aktionsplan zivile Krisenpr&auml;vention als Querschnittaufgabe verankern. Dazu fehlten ihm bislang weitgehend die Befugnisse und Ressourcen, er blieb im Wesentlichen beim Informationsaustausch stehen. Ein wirksamerer Ressortkreis braucht Steuerungskompetenz, Anbindung an die Staatssekret&auml;rsebene, eine bessere Personalausstattung der beteiligten Fachreferate und Verf&uuml;gungsmittel. Der Ausbau der Rolle des Ressortkreises in der Krisenfr&uuml;hwarnung, wie ihn die j&uuml;ngst beschlossenen Afrikapolitischen Leitlinien der Bundesregierung vorsehen, ist ein richtiger Schritt. Er muss durch eine umfassende St&auml;rkung von Mandat und Ressourcen begleitet werden.</li>
<li>Ein Ausbau des Beirats w&uuml;rde auch erfordern, dass entsprechende Ressourcen &ndash; z.B. f&uuml;r die Anfertigung von Expertisen &ndash; zur Verf&uuml;gung gestellt werden. Der von einigen Beiratsmitgliedern vorgeschlagene Rat f&uuml;r &bdquo;Friedensf&ouml;rderung&ldquo; k&ouml;nnte auch zu &uuml;bergeordneten strategischen Fragen Stellung beziehen, eine Funktion in der &Ouml;ffentlichkeitsarbeit wahrnehmen und &uuml;ber Arbeitsgruppen konkrete Beratungsleistungen organisieren. Au&szlig;erdem sollte ihm die Aufgabe zukommen, regelm&auml;&szlig;ig zu pr&uuml;fen, inwieweit die in einem &uuml;berarbeiteten Aktionsplan vorgegebenen Priorit&auml;ten und Zielformulierungen politisch angemessen und wirkungsvoll durch die Bundesregierung umgesetzt werden.</li>
<li>Akteurs&uuml;bergreifende Erfahrungsauswertung erbringen z.B. das ZIF, die Arbeitsgemeinschaft Frieden und Entwicklung (FriEnt), die verschiedenen staatlichen und privaten Einrichtungen der Friedens- und Konfliktforschung und die Bundesakademie f&uuml;r Sicherheitspolitik (BAKS).</li>
</ul>
<p><strong>Zu Priorit&auml;t (4): </strong></p>
<ul>
<li>Die Ma&szlig;nahmen der zivilen Krisenpr&auml;vention sind prozessorientiert, langfristig angelegt und wenig &ouml;ffentlichkeitswirksam. Erfolgreiche Gewaltverh&uuml;tung ist unsichtbar und meist nicht nachweisbar. Demgegen&uuml;ber ziehen milit&auml;rische Ma&szlig;nahmen und Gewaltereignisse schnell Aufmerksamkeit auf sich.</li>
<li>Mit dem AA-gef&ouml;rderten Peace-Counts-Project, mit der &ldquo;Toolbox Krisenmanagement&rdquo;, mit Einzelpublikationen von Nichtregierungsorganisationen oder dem &bdquo;Tag des Peacekeepers&ldquo; und dem k&uuml;rzlich erstmals organisierten Wahlbeobachtungstag gab es deutliche Fortschritte in der &Ouml;ffentlichkeitsarbeit. Der Ausbruch aus dem Aufmerksamkeitsschatten gelang damit aber nicht. Hier sind andere, systematische Anstrengungen n&ouml;tig, um aus dem Zirkel von geringem politischem Gewicht, geringer Sichtbarkeit und schwachem &ouml;ffentlichen Interesse herauszukommen.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Zur Schlussbemerkung: </strong></p>
<p>Ma&szlig;nahmen der zivilen Krisenpr&auml;vention und Friedensf&ouml;rderung sind vergleichsweise viel billiger als der Einsatz milit&auml;rischer Kontingente. Exemplarisch und eklatant war &uuml;ber Jahre die Diskrepanz zwischen milit&auml;rischen und zivilen Ressourcen beim Afghanistaneinsatz. Ein Geburtsfehler des Aktionsplans 2004 war, dass die Politik die Schl&uuml;sselfragen planm&auml;&szlig;iger Umsetzungsschritte (zivile Planziele) und ben&ouml;tigter Ressourcen ausklammerte. Diese Implementierungsl&uuml;cke muss jetzt angegangen werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Der Beirat f&uuml;r Zivile Krisenpr&auml;vention</strong></p>
<p>Der Beirat f&uuml;r Zivile Krisenpr&auml;vention wurde 2005 im Rahmen des Aktionsplans der Bundesregierung &bdquo;Zivile Krisenpr&auml;vention, Konfliktl&ouml;sung und Friedenskonsolidierung&ldquo; geschaffen, um die Einbeziehung relevanter nicht-staatlicher Akteure im Bereich der zivilen Krisenpr&auml;vention sicherzustellen. Ihm geh&ouml;ren Vertreterinnen und Vertreter der Wissenschaft und Zivilgesellschaft an. Er begleitet fachlich die Arbeit des Ressortkreises f&uuml;r Zivile Krisenpr&auml;vention.</p>
<p>Dem vorliegenden Papier haben 18 von 19 Mitgliedern des Beirats f&uuml;r Zivile Krisenpr&auml;vention zugestimmt. Ein Mitglied hat sich der Stimme enthalten. Das Votum der Beiratsmitglieder ist Ausdruck ihrer pers&ouml;nlichen Meinung, die nicht notwendigerweise mit jener der von ihnen vertretenen Organisationen &uuml;bereinstimmt.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Ansprechpartner</span>: Dr. J&ouml;rn Gr&auml;vingholt und Winfried Nachtwei, Co-Vorsitzende des Beirats</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p></div>


           <br />
                        </div>
   </div>
</div></channel>
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