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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: 10 Jahre nach Srebrenica: Gegen das VerdrÃ¤ngen (Langfassung)</title>
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    <span class="xar-mod-title">Pressemitteilung</span>

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        <h1>
            10 Jahre nach Srebrenica: Gegen das VerdrÃ¤ngen (Langfassung)         </h1>
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=3">Webmaster</a> am 9. Juli 2005 22:02:25 +02:00 (41716 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p style="text-align: left">Anl&auml;sslich des 10. Jahrestages der Massaker von Srebrenica am 11. Juli erkl&auml;rt Winfried Nachtwei, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und sicherheitspolitischer Sprecher:</p></div>
            <div>    Srebrenica war der grÃ¶ÃŸte Massenmord in Europa seit Ende des 2. Weltkrieges. Es ist ein Symbol fÃ¼r die RÃ¼ckkehr des VÃ¶lkermords nach Europa. Srebrenica steht fÃ¼r eine GroÃŸe Koalition des Versagens â€“ der Internationalen Gemeinschaft in Gestalt von EU, UN, NATO, ihrer maÃŸgeblichen Mitgliedsstaaten, der europÃ¤ischen Ã–ffentlichkeiten und Zivilgesellschaften. Entschiedene Menschenrechtspolitik, eine wirkliche gemeinsame AuÃŸen- und Sicherheitspolitik der EU, durchsetzungsfÃ¤hige Vereinte Nationen und effektive KrisenprÃ¤vention sind die zentralen Lehren aus Srebrenica.

In diesem &quot;Jahr der Erinnerung&quot; wird des Kriegsendes in Europa, der AtombombenabwÃ¼rfe von Hiroshima und Nagasaki und der UN-GrÃ¼ndung vor 60 Jahren gedacht. Was vor zehn Jahren zu heftigen Auseinandersetzungen bei BÃ¼ndnisgrÃ¼nen und in der Friedensbewegung fÃ¼hrte, findet heute in Deutschland wenig Aufmerksamkeit. Das internationale Projekt &quot;Srebrenica â€“ Erinnerung fÃ¼r die Zukunft&quot; der Heinrich BÃ¶ll Stiftung ist hier die positive Ausnahme. (vgl. <a href="http://www.boell.de/downloads/vkal5/Fuecks_Srebrenica.pdf" target="_blank">www.boell.de/downloads/vkal5/Fuecks_Srebrenica.pdf</a>) 

Am 6. Juli 1995 begannen serbische Truppen nach mehr als zweijÃ¤hriger Belagerung ihren Angriff auf die ostbosnische Kleinstadt mit ihren durch FlÃ¼chtlinge fast verdoppelten 60.000 Einwohnern. Srebrenica war 1993 vom UN-Sicherheitsrat zu einer &quot;Schutzzone&quot; erklÃ¤rt worden. Lediglich 425 niederlÃ¤ndische Blauhelm-Soldaten &quot;sicherten&quot; die Stadt. Trotz Aufforderung des niederlÃ¤ndischen UN-Kommandeurs unterblieb eine wirksame NATO-LuftunterstÃ¼tzung.

Am 11. Juli 1995 rÃ¼ckten serbische Truppen in Srebrenica ein. Am 12. Juli wurden etwa 23.000 Frauen und Kinder in Bussen aus der Stadt in muslimisches Gebiet deportiert. Alle muslimischen MÃ¤nner zwischen 16 und 65 Jahren wurden selektiert. Bis zum 18. Juli wurden in der Umgebung 7.000 bis 8.000 muslimische Jungen und MÃ¤nner in MassenerschieÃŸungen ermordet. Die Grausamkeiten von Srebrenica sind inzwischen durch mehrere Urteile des Jugoslawien-Tribunals dokumentiert. (vgl. â€žSrebrenica â€“ Ein Prozessâ€œ, hrg. von Julija Bogoeva und Calone Fetscher, Frankfurt 2002, edition suhrkamp 2275)

GegenÃ¼ber dem Bosnienkrieg war die internationale Gemeinschaft lange eine Fiktion. Den Staaten fehlte es an einem entschlossenen politischen Willen, den Krieg im ehemaligen Jugoslawien zu beenden. VerhandlungslÃ¶sungen scheiterten durch Uneinigkeit und Interessenunterschiede. Weder die Embargopolitik noch die Kontrolle schwerer Waffen wurden konsequent durchgehalten. Die internationale Gemeinschaft sah dem Morden in Bosnien tatenlos zu. Schutzzonen der UN wurden wirkungslos. Auch in Deutschland, bei der Friedensbewegung und den GrÃ¼nen war nur eine Minderheit bereit, sich mit aller Konsequenz auf die Seite der Angegriffenen und Opfern zu stellen. Marieluise Beck und Gerd Poppe waren hierbei Pioniere der Menschlichkeit. Ich gehÃ¶rte zunÃ¤chst zur Mehrheit derjenigen, die gegen einen MilitÃ¤reinsatz unter deutscher Beteiligung anredeten - und bei unterlassener Hilfeleistung landeten. (vgl. mein <a href="http://www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=191" target="_blank">Artikel vom August 1995 â€žNach Srebrenica: Zusehen? Wegsehen? Oder was?â€œ</a> sowie <a href="http://www.nachtwei.de/index.php?module=articles&amp;func=display&amp;aid=190" target="_blank">Bundestagsrede vom 30. Juni 1995</a>) 

Die Konfrontation mit der Wirklichkeit von Krieg und Vertreibung verÃ¤nderte und bekrÃ¤ftigte zugleich unseren auÃŸen- und friedenspolitischen Kurs: Angesichts extremer Gewalt konnten wir uns der Einsicht nicht lÃ¤nger verschlieÃŸen, dass zum Schutz bedrohter Menschengruppen der Einsatz militÃ¤rischer Gewalt notwendig und unumgÃ¤nglich werden kann. Jede dieser Gewalteskalationen zeigte zugleich, wie groÃŸ die VersÃ¤umnisse im Vorfeld waren und wie sehr Bereitschaft und FÃ¤higkeiten zur Krisen- und GewaltprÃ¤vention ausgebaut werden mÃ¼ssen. Internationale Friedenssicherung und Rechtsdurchsetzung brauchen starke und einige Vereinte Nationen - und vorbildliche BeitrÃ¤ge Deutschlands und Europas dazu.</div>


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