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        <title>www.nachtwei.de :: Pressemitteilung + BeitrÃ¤ge von Winfried Nachtwei :: WachstumsschwÃ¤che bei FriedensfÃ¤higkeiten: 3. Umsetzungsbericht zur Zivilen KrisenprÃ¤vention braucht Streit</title>
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    <span class="xar-mod-title">Sicherheitspolitik und Bundeswehr + Internationale Politik und Regionen + Vereinte Nationen (UNO) + Libanon</span>

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        <h1>
            WachstumsschwÃ¤che bei FriedensfÃ¤higkeiten: 3. Umsetzungsbericht zur Zivilen KrisenprÃ¤vention braucht Streit         </h1>
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       <div class="xar-mod-content">
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Veröffentlicht von: 
                    <a href="http://nachtwei.de/index.php?module=roles&amp;func=display&amp;uid=3">Webmaster</a> am 29. Juni 2010 14:37:26 +02:00 (125771 Aufrufe)            </div>
            <div>    <p>Am 23. Juni beschloss das Bundeskabinett den 3. Umsetzungsbericht zum Aktionsplan &quot;Zivile KrisenprÃ¤vention&quot;... <a href="http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/aussenpolitik/Themen/Krisenpraevention/Downloads/100623-AktionsplanKrisenpraevention2010.pdf">http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/aussenpolitik/Themen/Krisenpraevention/Downloads/100623-AktionsplanKrisenpraevention2010.pdf</a></p>
<p>Obwohl die StÃ¤rkung ziviler FÃ¤higkeiten in der KrisenbewÃ¤ltigung ein hÃ¶chst aktuelles und akutes Thema ist - Ã¼berdeutlich in Afghanistan -, nahm die Ã–ffentlichkeit vom neuen Umsetzungsbericht keinerlei Notiz. W. Nachtwei kommentiert den Bericht:&quot;Nach zwei Jahren Fortschrittchen tun sich jetzt neue Chancen auf.&quot;</p></div>
            <div>    <p align="center"><strong>WachstumsschwÃ¤che bei FriedensfÃ¤higkeiten: Der 3. Umsetzungsbericht der Bundesregierung zum â€žAktionsplan Zivile KrisenprÃ¤vention&quot; braucht Streit</strong></p>
<p align="center">Kurzkommentar von Winfried Nachtwei, MdB a.D.</p>
<p align="center">Juni 2010</p>
<p><em>Am 23. Juni 2010 beschloss das Bundeskabinett den<strong> 3. Bericht</strong> <strong>der Bundesregierung zur Umsetzung des â€žAktionsplans zur Zivilen KrisenprÃ¤vention</strong>, KonfliktlÃ¶sung und Friedenskonsolidierung&quot; fÃ¼r den Berichtszeitraum Mai 2008 bis April 2010.<a name="_ftnref1" href="#_ftn1"><strong>[1]</strong></a></em></p>
<p><em>Man konnte auf diesen Umsetzungsbericht besonders gespannt sein. Denn in den letzten Jahren trat der Nachholbedarf bei den zivilen FÃ¤higkeiten - exemplarisch in Afghanistan - extrem zutage. Und wie wÃ¼rde eine Unions-FDP-Koalition mit einem Politikansatz aus rotgrÃ¼nen Zeiten umgehen, der wohl international hohe Anerkennung fand, fÃ¼r den aber diese Parteien in der Vergangenheit wenig Interesse gezeigt hatten?<a name="_ftnref2" href="#_ftn2"><strong>[2]</strong></a></em></p>
<p>Der 89-seitige Bericht besteht aus einem ersten Teil (Zwischenbilanz und Ausblick) und einer detaillierten Bestandsaufnahme zur KrisenprÃ¤vention: ihrer Handlungsfelder, im internationalen Kontext, Ressourcen und FÃ¤higkeiten, nationale Strukturen.</p>
<p><strong>1. Â Hoher Anspruch</strong>: Im Unterschied zum Koalitionsvertrag von Union und FDP, der den Aktionsplan mit keinem Wort erwÃ¤hnte, betont der Umsetzungsbericht KontinuitÃ¤t. Der Aktionsplan gelte als â€žpolitischer Referenz- und Handlungsrahmen fÃ¼r die krisenprÃ¤ventive Politik&quot; der Bundesregierung. â€žSie hat damit ihre Entschlossenheit bekrÃ¤ftigt, ihre BeitrÃ¤ge zu Frieden, Sicherheit und Entwicklung weltweit insbesondere prÃ¤ventiv auszurichten und dabei vorrangig zivile Mittel zum Einsatz zu bringen.&quot; (S. 5) Parameter seien</p>
<p>- der erweiterte Sicherheitsbegriff</p>
<p>- das Erfordernis umfassender, auf die Beseitigung jeweiliger Konfliktursachen gerichteter nationaler und internationaler Strategien</p>
<p>- die Notwendigkeit eines koordinierten und kohÃ¤renten Handelns der Akteure</p>
<p>- die komplementÃ¤re Rolle der Zivilgesellschaft und nichtstaatlicher Akteure unter besonderer BerÃ¼cksichtigung des Friedenspotenzials von Frauen.</p>
<p><strong>2. Â Fazit</strong>: â€žAuch im dritten Berichtszeitraum wurde die Umsetzung des Aktionsplans kontinuierlich weiter vorangebracht.&quot; (S. 6) Die Frage ist nur, an welchen Stellen und in welchem Tempo gemessen an dem drÃ¤ngenden und wachsenden Bedarf.</p>
<p><strong>Mein Fazit</strong>: Die Umsetzung des Aktionsplans bleibt weit hinter den schnell wachsenden Anforderungen zurÃ¼ck, von Weiterentwicklung kann keine Rede sein. Nach zwei Jahren Fortschrittchen tun sich aber jetzt einige Chancen auf, dass KrisenprÃ¤vention raus aus der Nische kommt. Hier kann der neue Unterausschuss â€žZivile KrisenprÃ¤vention und vernetzte Sicherheit&quot; als Katalysator wirken. Die grÃ¶ÃŸte Chance kann sich mit der anstehenden sicherheits- (und friedens)politischen Debatte und Neubestimmung ergeben, die angesichts der erneuten GroÃŸreform der Bundeswehr vor der TÃ¼r steht und nicht wieder vermasselt werden darf.</p>
<p><strong>3. Â Breite ohne Schwerpunkte und Profil: </strong>Die FÃ¼lle an Handlungsfeldern (12) und MaÃŸnahmen wirkt wie beim Aktionsplan von 2004 und den bisherigen Umsetzungsberichten von beeindruckend, aber auch verwirrend. Es geschieht viel mehr als gemeinhin bekannt, insbesondere die vielen BeitrÃ¤ge zu KrisenprÃ¤vention, KonfliktlÃ¶sung und Friedenskonsolidierung auf multilateraler Ebene. Wirksame KrisenprÃ¤vention kann nicht in AlleingÃ¤ngen und bilateral, sondern nur gemeinsam im Rahmen eines kooperativen Multilateralismus erreicht werden. Von zentraler Bedeutung ist deshalb die FÃ¶rderung von VN-FÃ¤higkeiten, die StÃ¤rkung regionaler Strukturen, die Vernetzung internationaler Akteure. Zusammen mit den vielen Felder der KonfliktursachenbekÃ¤mpfung, also der lÃ¤ngerfristigen und strukturellen KrisenprÃ¤vention wird hier deutlich, wie komplex KrisenprÃ¤vention ist und dass Erwartungen, es gebe hier einen GeneralschlÃ¼ssel, abwegig sind.</p>
<p>Wo Ressourcen und Ã¶ffentliche Aufmerksamkeit begrenzt sind, aber zugleich Wirksamkeit und Sichtbarkeit verbessert werden sollen, sind politische Schwerpunkte und PrioritÃ¤ten unabdingbar. Daran mangelte es dem Aktionsplan. Dieser grundlegende Mangel wurde auch im 3. Umsetzungsbericht nicht Ã¼berwunden.</p>
<p><strong>4. Â Einzelfortschritte</strong></p>
<p>4.1 Â Der weitere Ausbau der Rekrutierung und Ausbildung von zivilem Personal durch das <strong>Zentrum fÃ¼r internationale FriedenseinsÃ¤tze</strong> (ZIF): die Ausweitung es Ausbildungsangebots, der hohe Anteil von Frauen (47%) und internationalen Teilnehmern (38%). Das im Juli 2009 in Kraft getretene Gesetz zur Absicherung von Zivilpersonal bei internationalen FriedenseinsÃ¤tzen (<strong>Sekundierungsgesetz</strong>).</p>
<p>4.2 Â Der deutliche Mittelaufwuchs fÃ¼r den <strong>Zivilen Friedensdienst</strong> um 57% in 2009 auf 30 Millionen Euro und die zzt. laufende Wirksamkeitsevaluierung.</p>
<p>4.3 Â Der <strong>starke Mittelaufwuchs</strong> zur UnterstÃ¼tzung internationaler MaÃŸnahmen der KrisenprÃ¤vention, Friedenserhaltung und Friedenskonsolidierung von durchschnittlich 12 Mio. Euro 2001-2007 auf 109 Mio. Euro 2009, darin die FÃ¶rderung von zivilgesellschaftlichem Engagement (ifa/zivik) von 2,1 Mio. Euro in 2007 auf 7 Mio. Euro 2009.</p>
<p>4.4 Â Die beabsichtigte <strong>StÃ¤rkung des Ressortkreises</strong>, wo â€žbreites Einvernehmen zur Notwendigkeit einer verbesserten Anbindung&quot; an die Leitungsebene der Ressorts bestehe. Zu begrÃ¼ÃŸen ist ebenfalls die stÃ¤rkere inhaltliche Fokussierung des Ressortkreises auf einzelne LÃ¤nder/Regionen und eine gewisse RÃ¼ckbesinnung auf die - in den letzten Jahren aus dem Blick geratene - PrimÃ¤rprÃ¤vention.</p>
<p>4.5 <strong>Konzeptionelle Weiterentwicklung</strong>: Hier steht das drÃ¤ngende Thema des Umgangs mit nichtstaatlichen Gewaltakteuren im Vordergrund (S. 71), wozu ressortspezifische LeitfÃ¤den entwickelt werden sollen. Dass dies erst jetzt geschieht, ist bezeichnend fÃ¼r die langjÃ¤hrige konzeptionelle SchwÃ¤che bei deutschen Krisenengagements.</p>
<p>4.5 Â Die verstÃ¤rkte Aufmerksamkeit fÃ¼r <strong>Monitoring, Evaluierung und Wirkungsanalysen</strong> von MaÃŸnahmen ziviler KrisenprÃ¤vention. (Kapitel 3.6) Allerdings stehen hier bisher einzelne Projekte und MaÃŸnahmen im Vordergrund. Bisher einmalig ist die Wirksamkeitsuntersuchung zur Entwicklungszusammenarbeit in Nordafghanistan durch ein Forscherteam der FU Berlin.</p>
<p>4.6 Â Die Einrichtung des neuen <strong>Unterausschusses â€žZivile KrisenprÃ¤vention</strong> und vernetzte Sicherheit&quot; des AuswÃ¤rtigen Ausschusses des Bundestages. Die erste Ã¶ffentliche AnhÃ¶rung des Unterausschusses am 14. Juni zu Erfahrungen und Perspektiven ziviler KrisenprÃ¤vention gab zu der Hoffung Anlass, dass mit dem Unterausschuss dieses Politikfeld einen neuen Schub bekommen kann.</p>
<p><strong>(5) Zentrale Defizite<a name="_ftnref3" href="#_ftn3"><strong>[3]</strong></a></strong></p>
<p>5.1 Â Der selbstreflexive Ansatz des â€ž<strong>Do no Harm</strong>&quot; im Aktionsplan, verloren gegangen in frÃ¼heren Umsetzungsberichten, bleibt weiterhin unerwÃ¤hnt. Dabei ist der Grundsatz, Konflikt fÃ¶rdernde oder verlÃ¤ngernde Wirkungen eigener MaÃŸnahmen und Politik zu beachten und zu vermeiden, einer der wichtigsten BeitrÃ¤ge zur KrisenprÃ¤vention Ã¼berhaupt. Extrem deutlich wird das bei den kontraproduktiven Wirkungen einer militÃ¤rfixierten Terror- und AufstandsbekÃ¤mpfung.</p>
<p>5.2 <strong>Mangelnde RealitÃ¤tswahrnehmung</strong>: Ausgeklammert bzw. beschÃ¶nigt werden kritische und fordernde Entwicklungen bei der internationalen KrisenbewÃ¤ltigung und Friedenssicherung: Die Krise der UN-Friedenssicherung auf dem historischen HÃ¶chststand der Missionen und die deutsche Mini-Beteiligung daran (45. Stelle!).<a name="_ftnref4" href="#_ftn4">[4]</a> Wo Afghanistan thematisiert wird (bei NATO und Wirkungsuntersuchung), geschieht dies unter Verwendung regierungsoffizieller Formulierungsbausteine extrem beschÃ¶nigend: Geredet wird von â€žGewÃ¤hrung eines sicheren Umfelds&quot; (S. 59) und â€žeinigen Herausforderungen fÃ¼r die internationale Friedensmission&quot; (S. 75), wo vielerorts relativ sicheres Umfeld verloren ging, Krieg zurÃ¼ckkehrte, Friedenskonsolidierung immer weniger mÃ¶glich und der Stabilisierungseinsatz zur AufstandsbekÃ¤mpfungÂ  wurde. Kein Wort, dass beim deutschen Afghanistan-Engagement die politisch-zivile SchwÃ¤che besonders schmerzhaft und gefÃ¤hrlich ist: beim Mangel an politischer Strategiebildung; beim Mangel an politisch-diplomatischen und zivilen FÃ¤higkeiten und KapazitÃ¤ten, um den Primat der Politik auch vor Ort umsetzen und Good Governance fÃ¶rdern zu kÃ¶nnen; beim Mangel an Beratern und Ausbildern fÃ¼r den Aufbau von Polizei und Justiz.</p>
<p>SchlieÃŸlich die internationale â€žKlimaabkÃ¼hlung&quot; fÃ¼r eine Politik der Responsibility to Protect nach den ernÃ¼chternden Erfahrungen mit KriseneinsÃ¤tzen der letzten Jahre. (S. 49)</p>
<p>5.3 Â <strong>Einige Feuermelder, keine Leitstelle</strong>: Die Ressorts der Bundesregierung verfÃ¼gen Ã¼ber Instrumentarien der FrÃ¼hwarnung. Es fehlt aber unverÃ¤ndert an Integration und vor allem einem Mechanismus fÃ¼r frÃ¼hzeitig koordinierte prÃ¤ventive MaÃŸnahmen (early action).</p>
<p>5.4.Â  <strong>Blinde Flecken</strong>: Konzeptionell ungeklÃ¤rt bleibt das VerhÃ¤ltnis von ziviler KrisenprÃ¤vention und â€žvernetzter Sicherheit&quot; und erst recht die Beziehungen zwischen zivilen und militÃ¤rischen Akteuren (Zivil-militÃ¤rische Zusammenarbeit). Da hilft es nicht, wenn Problemlosigkeit und Konsens simuliert werden. In Politik, Ã–ffentlichkeit und Praxis gibt es da erhebliche, zum Teil wachsende WidersprÃ¼che.</p>
<p>5.5Â  <strong>Koordinierung und KohÃ¤renz</strong> sind bei KrisenprÃ¤vention, die wirksam sein soll, wegen der Vielfalt von Akteuren elementar und unabdingbar. Das betont der Umsetzungsbericht zu Recht. Wie es um die reale Koordinierung und KohÃ¤renz der Ressorts steht, wird nur zwischen den Zeilen deutlich (durch Benennung der vielen Aufgaben) - und stellenweise gnadenlos beschÃ¶nigt. NacherzÃ¤hlt wird die Version von der â€žweitgehenden VernetzungÂ  und Koordinierung deutscher staatlicher Stellen&quot; beim deutschen Afghanistan-Engagement und den PRT als Modell des ganzheitlichen Ansatzes. Wie sehr die reale Ressortzusammenarbeit in Sachen Afghanistan knirscht und hakt, zeigen exemplarisch folgende Tatsachen: Bisher gibt es keine gemeinsame Lageeerfassung, Lessons-Learned- und Evaluierungsstrukturen; die FÃ¤higkeiten und KapazitÃ¤ten sind sehr unausgewogen; im Juni 2009 fand das erste (!) Pilotseminar zur ressortgemeinsamen Vorbereitung auf den Afghanistan-Einsatz statt. AusbildungsmaÃŸnahmen, eine ressortÃ¼bergreifende Kultur der Zusammenarbeit von unten zu fÃ¶rdern, sind notwendig und hilfreich (hier wirken BAKS, ZIF, FÃ¼Ak und wenige andere als â€žInseln der Ressortzusammenarbeit&quot;), aber keineswegs ausreichend. In zentralen Bereichen bedarf es auch ressortgemeinsamer Strukturen!</p>
<p>Eine BewÃ¤hrungsprobe fÃ¼r das KohÃ¤renzgebot und den Anspruch von Comprehensive Approach/vernetzter Sicherheit wird die bevorstehende einschneidende Strukturreform der Bundeswehr. Bisher wird sie noch vÃ¶llig isoliert diskutiert.</p>
<p>5.6<strong> Zivile Planziele</strong>: UnverstÃ¤ndlich bleibt, warum die Bundesregierung den zivilen Planziel-Prozess der EU und die EU-Forderung nach Entwicklung nationaler Strategien fÃ¼r die Rekrutierung von zivilem Personal wohl zitiert, fÃ¼r Deutschland aber auf eine Umsetzung verzichtet. (S. 50) Wie dringend solche Zivilen Planziele sind, zeigen die andauernden Rekrutierungsprobleme auf den Feldern Polizei- und Justizaufbau. Hier versÃ¤umte man Ã¼ber Jahre den - u.a. von uns - geforderten Ausbau entsprechender KapazitÃ¤ten - und wundert sich bis heute Ã¼ber die Schwierigkeit, genÃ¼gend schnell verfÃ¼gbares Personal zu bekommen.</p>
<p>5.7Â  <strong>Ã–ffentlichkeitsarbeit (Kommunikation</strong>): Â Die Entwicklung einer Kommunikationsstrategie zur KrisenprÃ¤vention wurde im 1. Umsetzungsbericht im Jahr 2006 angekÃ¼ndigt. Die gibt es bis heute nicht. Immer wieder wird betont, wie schwer es sei, fÃ¼r zivile KrisenprÃ¤vention als Querschnittthema jenseits von Schlagzeilen und medientrÃ¤chtigen Bildern die Aufmerksamkeit der Ã–ffentlichkeit zu finden. Statt daraus die Konsequenz besonderer professioneller Anstrengung zu ziehen, nahm man das als Schicksal und kam Ã¼ber wenige EinzelmaÃŸnahmen nicht hinaus.</p>
<p>Dabei zeigte das Peace Counts Project einige Jahre lang, was auf dem Feld der Friedensberichterstattung mÃ¶glich ist.</p>
<p>Um die â€žUmsetzung der krisenprÃ¤ventiven Politik der Bundesregierung Ã¼ber interessierte Fachkreise hinaus auch einem breiteren Publikum zu vermitteln&quot;, wurde als â€žerster Schritt die Erstellung von Informationen zur Zivilen KrisenprÃ¤vention beschlossen&quot; (die Erarbeitung der BroschÃ¼re dauert zzt. an). Dass dies 6 (!) Jahre nach Verabschiedung des Aktionsplans geschieht, spricht fÃ¼r sich selbst.</p>
<p>Die Minimal-Ã–ffentlichkeitsarbeit zur KrisenprÃ¤vention ist eine strategische LÃ¼cke. Ungebrochen bleibt die Spirale von geringer Wahrnehmung, geringer Lobby, geringem politischen Gewicht und Druck, geringer Ausstattung ...</p>
<p>Aber es wÃ¼rde auch einiges helfen, wenn endlich um KrisenprÃ¤vention gestritten wÃ¼rde,</p>
<p>wenn das ÃœbermaÃŸ an diskussionsloser Zustimmung und freundlichem Desinteresse durchbrochen wÃ¼rde. Der Versuchung, diesen Kommentar streitbarer, ja provozierend aufzuziehen, konnte ich aber doch nicht nachgeben.</p>
<p>Â </p>
<hr size="1" />
<p><a name="_ftn1" href="#_ftnref1">[1]</a> <a href="http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Aussenpolitik/Themen/Krisenpraevention/Downloads/100623-AktionsplanKrisenpraevention2010.pdf">http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Aussenpolitik/Themen/Krisenpraevention/Downloads/100623-AktionsplanKrisenpraevention2010.pdf</a>; im Folgenden schlieÃŸt zivile KrisenprÃ¤vention immer KonfliktlÃ¶sung und Friedenskonsolidierung ein.</p>
<p><a name="_ftn2" href="#_ftnref2">[2]</a> Dies ist mein vierter Kommentar zum Aktionsplan und den Umsetzungsberichten. Vorher: Aktionsplan KrisenprÃ¤vention: GroÃŸer Fortschritt an FriedensfÃ¤higkeit, Mai 2004, <a href="../../../../../">http://www.nachtwei.de</a>; Gute Nachricht - keine Nachricht? Ein Jahr Aktionsplan Zivile KrisenprÃ¤vention, Mai 2005, <a href="../../../../../">http://www.nachtwei.de</a>; Â 2. Umsetzungsbericht zum Aktionsplan Zivile KrisenprÃ¤vention, Juni 2008</p>
<p><a name="_ftn3" href="#_ftnref3">[3]</a> Die folgende Kritik ist eine politische Kritik, gerichtet an die verantwortlichen politischen FÃ¼hrungsebenen. Ich konstatiere, dass sich Ressortminister nie richtig fÃ¼r Zivile KrisenprÃ¤vention interessiert haben - nicht bei RotgrÃ¼n, nicht bei der GroÃŸen und schwarzgelben Koalition. AusdrÃ¼cklich nicht richtet sich meine Kritik gegen die AngehÃ¶rigen der Ressorts, die auf dem Feld der KrisenprÃ¤vention arbeiten - im Gegenteil. Ich weiÃŸ um deren hohes Engagement und Kompetenz, fÃ¼r das ihnen <strong>ausdrÃ¼cklich zu danken ist</strong>. Aber gefesselt durch ihre sehr begrenzten Personal- und Finanzressourcen und die Ressortstrukturen sind ihre Handlungs- und InnovationsmÃ¶glichkeiten von vorneherein sehr begrenzt.</p>
<p><a name="_ftn4" href="#_ftnref4">[4]</a> Vgl. Thorsten Benner/Philipp Rotmann: Zehn Jahre Brahimi-Bericht - Die UN-Friedenssicherung steht weiterhin vor groÃŸen Herausforderungen, in: Vereinte Nationen, 3/2010, S. 115 ff</p>
<p>Â </p></div>
<p class="xar-quote">
Hin weis:&#160;
                <em>    <p>Kommentar als <a href="downloads/position/201006_3.umsetzungsbericht-ZKB_kommentar-nachtwei.pdf">PDF-Datei</a>.</p></em></p>


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